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Wirt­schafts­kri­se be­dingt ver­stärk­te Zu­wan­de­rung von Grie­chen und Spa­ni­ern

Vie­le tau­send Grie­chen und Spa­nier su­chen ih­re Zu­kunft in Deutsch­land
17.04.2012 (dpa/lsw) - Zwei Teil­zeit-Jobs als Leh­re­rin in Sprach­schu­len und kei­ne Aus­sicht auf Bes­se­rung. Ana Abads Sprach­stu­di­um mit Uni­ver­si­täts­ab­schluss war in ih­rem Hei­mat­land ge­ra­de sie­ben Eu­ro die St­un­de wert, Klo- und Klas­sen­zim­mer­put­zen in­klu­si­ve.

"Ich war frus­triert, er­schöpft, hoff­nungs­los und ver­zwei­felt", er­zählt sie. Nach zwei Jah­ren er­folg­lo­ser Job­su­che zog sie wie­der bei ih­ren El­tern ein, spar­te Geld - und dann ab nach Deutsch­land.

"Zwei Ho­sen und vier Ober­tei­le hat­te ich in mei­nem Kof­fer." Die 25-Jäh­ri­ge sitzt mit ih­rem neu­en Freund in ei­nem Ca­fé in Hei­del­berg und lä­chelt. Seit ver­gan­ge­nem Som­mer ist sie Grund­schul­leh­re­rin an ei­ner spa­nisch-deut­schen Schu­le in Frank­furt. "Wenn ich nicht ge­gan­gen wä­re, wür­de ich ver­mut­lich im­mer noch bei mei­nen El­tern woh­nen. In Spa­ni­en ma­chen das jetzt vie­le." Je­der zwei­te Spa­nier un­ter 25 Jah­ren ist zur­zeit ar­beits­los.

In der EU sind ak­tu­ell laut Sta­tis­tik­be­hör­de Eu­ro­s­tat rund 24 Mil­lio­nen Men­schen oh­ne Job, dar­un­ter 5,5 Mil­lio­nen Men­schen un­ter 25 Jah­ren. Spa­ni­en führt die Rie­ge mit ei­ner Ar­beits­lo­sen­quo­te von 23,6 Pro­zent an, Grie­chen­land folgt mit rund 21 Pro­zent.

In Deutsch­land herrscht da­ge­gen Fach­kräf­te­man­gel. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) hat vor rund ei­nem Jahr bei ih­rem Spa­ni­en­be­such ganz of­fen um gut aus­ge­bil­de­te jun­ge Leu­te ge­wor­ben. Et­li­che folg­ten ih­rem Ruf. Von Ja­naur bis Ok­to­ber 2011 zähl­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt 17.408 spa­ni­sche Ein­wan­de­rer, im sel­ben Zeit­raum 2010 wa­ren es 11.881 ge­we­sen.

Oh­ne ein Wort Deutsch zu kön­nen, pack­te Ana Ab­ad ih­re Kof­fer. Über­zeugt hat sie ein spa­ni­scher Freund, der schon den Sprung nach Deutsch­land ge­wagt hat­te. "Es war nicht ra­tio­nal, aber ich fühl­te, dass es rich­tig war." Zu­nächst hielt sie sich mit Über­set­zungs-Jobs über Was­ser. Nach ein paar Mo­na­ten fand sie ih­re Ar­beit als Leh­re­rin in Frank­furt. Ih­re El­tern­ge­sprä­che führt sie in­zwi­schen auch auf Deutsch.

Ne­ben jun­gen Spa­ni­ern su­chen auch jun­ge Grie­chen ihr Glück in der Fer­ne. Der 26-jäh­ri­ge Aris Ma­nu kam im ver­gan­ge­nen Früh­jahr nach Deutsch­land, um ei­ne Stel­le als Arzt zu fin­den. "Am meis­ten Angst hat­te ich da­vor, nicht ge­nug Deutsch zu kön­nen", sagt der Me­di­zi­ner, der seit Ja­nu­ar in ei­nem Mann­hei­mer Kran­ken­haus an­ge­stellt ist.

Ei­ne Freun­din, die zu­sam­men mit Ma­nu kam, ist nach er­folg­lo­ser Su­che in­zwi­schen nach Grie­chen­land zu­rück­ge­kehrt und hat dort in­zwi­schen ei­nen Job als Ärz­tin ge­fun­den - al­ler­dings nur vor­läu­fig. Eu­ro­pas Sor­gen­kind Grie­chen­land hat über­ra­schen­der­wei­se ei­ne leicht nied­ri­ge­re Ju­gend­ar­beits­lo­sen­quo­te als Spa­ni­en. Den­noch ist der Zu­strom nach Deutsch­land stär­ker. Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt re­gis­tier­te in­ner­halb ei­nes Jah­res ei­nen An­stieg um fast 100 Pro­zent: Von Ja­nu­ar bis Ok­to­ber 2011 ka­men knapp 18.200 Grie­chen nach Deutsch­land.

Wie Ana Ab­ad ent­schied sich auch der Me­di­zi­ner spon­tan für die Aus­rei­se. "Ich hat­te zwar schon län­ger die Idee, aber dann ging es ganz schnell." In Grie­chen­land konn­te er ein Jahr als Land­arzt ar­bei­ten und spar­te Geld. In Deutsch­land an­ge­kom­men, büf­fel­te er fünf Mo­na­te lang in Hei­del­berg bei ei­nem Crash­kurs für sein Deutsch-Zer­ti­fi­kat - ei­ne Vor­aus­set­zung für ei­nen Job.

Nach zwei Mo­na­ten und zwölf Be­wer­bun­gen wur­de er fün­dig. "Ich bin stolz, dass ich es ge­schafft ha­be, aber es liegt noch ein lan­ger Weg vor mir. Ich muss noch viel Deutsch ler­nen." Die Spra­che ist für ihn das größ­te Pro­blem, nicht nur im Be­rufs­le­ben. "Aber im Kran­ken­haus gibt es Leu­te, die mich un­ter­stüt­zen. Das ist su­per."

An­sons­ten rät er je­dem Ein­wan­de­rer: "Nie­mals die gu­te Lau­ne ver­lie­ren." Und das ist bei der Ar­beits­su­che nicht im­mer leicht. "Aber jetzt bin ich ein­fach froh. Mit den Ar­beits­be­din­gun­gen, dem Ge­halt und den Men­schen", sagt er und fügt hin­zu: "Ich bin jung und im pro­duk­tivs­ten Al­ter; das ist so wich­tig, dass man ar­bei­ten kann. Ich kann so viel ge­ben."

 

Letzte Überarbeitung: 6. Juni 2014

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