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Wohn­geld soll ab 2016 stei­gen

Gu­te Nach­rich­ten für Wohn­geld­emp­fän­ger: Die gro­ße Ko­ali­ti­on will nach lan­gem Rin­gen die So­zi­al­leis­tung er­hö­hen. Be­son­ders Fa­mi­li­en und Al­lein­er­zie­hen­de könn­ten mit über 100 Eu­ro mehr im Mo­nat pro­fi­tie­ren

21.02.2015. (dpa) - Nach lan­gen Dis­kus­sio­nen will die Bun­des­re­gie­rung ab 2016 das Wohn­geld für Ar­beits­lo­se, Rent­ner und Ge­ring­ver­die­ner er­hö­hen.

Da­mit soll die­se Leis­tung an die Ent­wick­lung der Ein­kom­men, Warm­mie­ten und Ne­ben­kos­ten seit der letz­ten Re­form 2009 an­ge­passt wer­den, teil­te das von Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD) ge­führ­te Bun­des­bau­mi­nis­te­ri­um am Frei­tag in Ber­lin mit.

Zu­nächst hat­te die "Bild"-Zei­tung dar­über be­rich­tet.

Von der Re­form sol­len 870 000 Haus­hal­te pro­fi­tie­ren.

Die Miet­hö­he be­stimmt je­weils die Hö­he der Be­zu­schus­sung über das Wohn­geld. Durch­schnitt­lich sol­len Leis­tun­gen um 39 Pro­zent stei­gen, sie wer­den aber mit Zu­wen­dun­gen der Grund­si­che­rung ver­rech­net. Ur­sprüng­lich war ei­ne Re­form schon für 2015 ge­plant, aber es kam zu Dif­fe­ren­zen in der Bun­des­re­gie­rung.

Hend­ricks hat­te ei­ne Er­hö­hung des Pos­tens von 500 auf 630 Mil­lio­nen Eu­ro in Aus­sicht ge­stellt. Wie groß das Vo­lu­men für 2016 wer­den wird, hängt auch von den An­trä­gen ab. Die ge­plan­te Wie­der­ein­füh­rung des Heiz­kos­ten­zu­schus­ses für knapp ei­ne Mil­li­on ein­kom­mens­schwa­che Haus­hal­te wur­de nach Be­den­ken der Uni­on ge­stoppt, die Ent­wick­lung der Warm­mie­ten wird aber bei der Wohn­geld-Re­form be­rück­sich­tigt. Drei Bei­spie­le des Mi­nis­te­ri­ums, wie stark das Wohn­geld stei­gen könn­te:

- Ei­ne Rent­ne­rin zahlt 510 Eu­ro Kalt­mie­te, die Ren­te be­trägt 950 Eu­ro. Bis­her be­kommt sie da­her 96 Eu­ro Grund­si­che­rung. Ab 2016 ha­be sie ei­nen Wohn­geld­an­spruch von 120 Eu­ro und sei da­mit nicht mehr auf die Grund­si­che­rung an­ge­wie­sen. Un­term Strich ein Plus von 24 Eu­ro.

- Ei­ne Fa­mi­lie mit zwei Kin­dern in Bay­ern zahlt 700 Eu­ro Kalt­mie­te. Der Va­ter ver­dient 1600 Eu­ro brut­to im Mo­nat, Mut­ter 450 Eu­ro, hin­zu kom­men 368 Eu­ro Kin­der­geld. Bis­her gibt es 98 Eu­ro Wohn­geld plus 280 Eu­ro Kin­der­zu­schlag. Ab 2016 er­hö­he sich ihr Wohn­geld­an­spruch auf 194 Eu­ro. Un­ter Strich er­gä­be das ein Plus von 96 Eu­ro pro Mo­nat.

- Ei­ne al­lein­er­zie­hen­de Mut­ter mit zwei Kin­dern in Es­sen zahlt 520 Eu­ro Kalt­mie­te, sie ver­dient 1400 Eu­ro. Für ih­re Kin­der be­kommt sie 300 Eu­ro Un­ter­halt und 368 Eu­ro Kin­der­geld. Statt 71 Eu­ro be­kommt sie künf­tig 187 Eu­ro an Wohn­geld - ein Plus von 116 Eu­ro im Mo­nat.

Die Op­po­si­ti­on kri­ti­sier­te die Re­form­plä­ne. Der Grü­nen-Po­li­ti­ker Chris­ti­an Kühn sprach von "Ta­schen­spie­ler­tricks". Die Hö­he sei an­ge­sichts der ste­tig stei­gen­den Wohn­kos­ten in den Städ­ten viel zu ge­ring. Heidrun Bluhm von den Lin­ken be­ton­te: "Es wird Zeit, dass die Bun­des­re­gie­rung end­lich Schrit­te un­ter­nimmt, um die dra­ma­tisch zu­neh­men­den Wohn­kos­ten für ein­kom­mens­schwa­che Haus­hal­te zu dämp­fen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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