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Zu­stel­lung von Post am fol­gen­den Werk­tag

Pro­zess­par­tei­en kön­nen dar­auf ver­trau­en, dass Post am nächs­ten Werk­tag zu­ge­stellt wird: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom , Ur­teil vom 08.11.2011, 11 Sa 1410/09

16.01.2012. Wer ei­nen Pro­zess führt, muss oft ge­setz­li­che oder rich­ter­li­che Fris­ten be­ach­ten, so z.B. die Drei­wo­chen­frist für die Er­he­bung ei­ner Kün­di­gungs­schutz­kla­ge (§ 4 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz - KSchG).

Au­ßer­dem sind Mo­nats­frist für die Ein­le­gung ei­ner Be­ru­fung ein­zu­hal­ten oder ei­ne (ex­trem kur­ze) ein­wö­chi­ge Frist für ei­nen Ein­spruch ge­gen ein Ver­säum­nis­ur­teil.

Sol­che Fris­ten wer­den ein­ge­hal­ten, wenn das Schrift­stück (d.h. die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge, die Be­ru­fungs­schrift oder der Ein­spruch ge­gen ein Ver­säum­nis­ur­teil) am letz­ten Tag der Frist bis 24:00 Uhr bei Ge­richt ein­geht.

Ist ei­ne sol­che Frist ver­säumt, ist trotz­dem nicht "al­les zu spät", denn man kann Wie­der­ein­set­zung in den vo­ri­gen Stand be­an­tra­gen bzw. im Fal­le ei­ner ver­spä­te­ten Kün­di­gungs­schutz­kla­ge de­ren nach­träg­li­che Zu­las­sung (§ 5 KSchG) be­an­tra­gen. Vor­aus­set­zung da­für ist, dass man er­ho­be­ben Haup­tes von sich sa­gen kann, dass man kei­ne Schuld an der Frist­ver­säu­mung hat. So könn­te man z.B. der Deut­schen Post AG die Schuld für die ver­spä­te­te Über­mitt­lung des Schrift­stück in die Schu­he schie­ben, wenn man das Schrift­stück recht­zei­tig zur Post ge­bracht hat. Aber was heißt heut­zu­ta­ge schon recht­zei­tig?

Die ein­fa­che Ant­wort lau­tet: Man muss das Schrift­stück, das frist­ge­recht bei ei­nem Ge­richt ein­ge­hen muss, spä­tes­tens am vo­ri­gen Werk­tag bei der Post ab­ge­ben. Denn man kann dar­auf ver­trau­en, dass die Post nicht län­ger als ei­nen Tag braucht, um ein Schrei­ben in­ner­halb des Bun­des­ge­biets an den Emp­fän­ger aus­zu­lie­fern. Dass die­ses ehr­gei­zi­ge Ziel oft nicht er­reicht wird, än­dert nichts dar­an, dass man als Bür­ger auf ei­nen so gu­ten Ser­vice der Post ver­trau­en darf.

Das hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln in ei­nem ak­tu­el­len Fall be­kräf­tigt (LAG Köln, Ur­teil vom 08.11.2011, 11 Sa 1410/09). Hier war ein Ar­beit­ge­ber im Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung nicht an­we­send und kas­sier­te da­her ein Ver­säum­nis­ur­teil, ge­gen das er spä­tes­tens am Mon­tag (10.08.2009) ei­nen schrift­li­chen Ein­spruch hät­te er­he­ben müs­sen. Den Ein­spruch brach­te er zwar am Sams­tag (08.08.2009) zur Post, doch schaff­te es die Post nicht, den Ein­spruch am fol­gen­den Mon­tag dem Ge­richt zu über­mit­teln.

Der An­trag auf Wie­der­ein­set­zung war be­grün­det, so das LAG Köln. Der Leit­satz des LAG-Ur­teils lau­tet:

"Der Bür­ger darf dar­auf ver­trau­en, dass die Post­lauf­zei­ten ein­ge­hal­ten wer­den, die sei­tens der Deut­schen Post AG für den Nor­mal­fall fest­ge­legt wer­den, ins­be­son­de­re dass im Bun­des­ge­biet werk­tags auf­ge­ge­be­ne Post­sen­dun­gen am fol­gen­den Werk­tag aus­ge­lie­fert wer­den. Dar­an hat sich durch den Er­lass der PUDLV nichts ge­än­dert (vgl. : z. B.: BGH Be­schluss vom 20.05.2009 - IV ZB 2/08 -; BPatG Mün­chen, 26 W (pat) 79/10; Zöl­ler/Gre­ger, 27. Auf­la­ge, § 233 ZPO Rdn. 23 "Post­ver­kehr" jew. m. w. N.)."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 23. August 2016

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