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Dienst­li­che E-Mails nach Fei­er­abend

Der Por­sche-Be­triebs­rats­chef Uwe Hück for­dert die Lö­schung dienst­li­cher Nach­rich­ten in der Frei­zeit, um die Ar­beits­be­las­tung der Mit­ar­bei­ter zu re­du­zie­ren.
Handy, Smartphone, Erreichbarkeit im Job

19.12.2017. (dpa/wie) - Geht es nach dem Por­sche-Be­triebs­rats­chef Uwe Hück, soll­ten E-Mails, die au­ßer­halb der Ar­beits­zeit bei Mit­ar­bei­tern ein­ge­hen, au­to­ma­tisch an den Ab­sen­der zu­rück­ge­schickt wer­den und auch nicht mehr in der Mail­box der Be­schäf­tig­ten vor­han­den sein.

Da­zu müss­ten die Mail­kon­ten der Mit­ar­bei­ter au­ßer­halb der Ar­beits­zeit, al­so auch am Wo­chen­en­de und im Ur­laub, ge­sperrt wer­den, sag­te Hück der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Stutt­gart. "Abends noch Mails vom Chef le­sen und be­ant­wor­ten, ist un­be­zahl­te Ar­beits­zeit, die den Stress er­höht - das geht gar nicht."

Beim Mut­ter­kon­zern VW gibt es ei­ne ähn­li­che Re­ge­lung be­reits, wo­bei die Mails nicht ge­löscht wer­den, son­dern nach der "Re­ak­ti­vie­rung" des Post­fachs zur Ver­fü­gung ste­hen. Dies sei "ver­gleich­bar mit ei­nem Funk­loch", er­klär­te ein VW-Be­triebs­rats­spre­cher.

Das reicht laut Hück je­doch nicht aus. "Was nützt Dir ei­ne Mail­sper­re, wenn Du ins Bü­ro kommst und erst­mal Un­men­gen an Mails ab­ar­bei­ten musst." Der Spre­cher des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Ge­samt­me­tall, Mar­tin Leutz kri­ti­sier­te die Aus­sa­gen des Be­triebs­rats­chefs scharf: "So ei­ne ge­ne­rel­le For­de­rung ist Po­pu­lis­mus pur." Laut ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Em­nid-Um­fra­ge ga­ben ge­ra­de ein­mal zwei Pro­zent der be­frag­ten Ar­beit­neh­mer an, dass der Ar­beit­ge­ber ei­ne Er­reich­bar­keit au­ßer­halb der nor­ma­len Ar­beits­zei­ten er­war­te. Zu­dem er­klär­ten 89 Pro­zent der Ar­beit­neh­mer, dass sie ma­xi­mal ein­mal im Mo­nat tat­säch­lich vom Vor­ge­setz­ten kon­tak­tiert wer­den.

Das Pro­blem müs­se laut Leutz, wenn über­haupt, auf be­trieb­li­cher Ebe­ne ge­klärt wer­den. "Wenn es ein Pro­blem gibt, dann doch wohl nicht, dass ei­ne Mail ge­schrie­ben wird, son­dern dass das Ge­fühl be­steht, sie müs­se so­fort be­ar­bei­tet wer­den."

Die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) ver­wies auf die gel­ten­den Ar­beits­zeit- und Ar­beits­schutz­ge­set­ze und be­ton­te, dass die Be­schäf­tig­ten des­halb nicht "rund um die Uhr" er­reich­bar sein müss­ten. Auch nicht für E-Mails.

Zu­stim­mung kam der­weil von der Ge­werk­schaft IG Me­tall. "Kei­ne Mails nach Fei­er­abend und im Ur­laub, das ist ei­ne sinn­vol­le Re­ge­lung, um den stei­gen­den Leis­tungs­druck zu re­du­zie­ren", er­klär­te die Zwei­te Vor­sit­zen­de der IG Me­tall, Chris­tia­ne Ben­ner, ge­gen­über den Zei­tun­gen der Fun­ke-Me­dia­grup­pe.


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