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Je­der vier­te Ar­beit­neh­mer lässt sei­ne Pau­se aus­fal­len

Der TÜV Rhein­land rät Ar­beit­neh­mern und Ar­beit­ge­bern zur Ein­hal­tung von Pau­sen­zei­ten, um Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te zu ver­mei­den.
Unzufriedenheit mit dem Job, Überarbeiteter Büro-Mitarbeiter, Führungskraft

08.11.2017. (dpa/wie) - Laut § 4 Ar­beits­zeit­ge­setz (Arb­ZG) dür­fen Ar­beit­neh­mer nicht län­ger als sechs St­un­den hin­ter­ein­an­der oh­ne Ru­he­pau­sen be­schäf­tigt wer­den. Ab sechs St­un­den Ar­beits­zeit be­trägt die ge­setz­li­che Ru­he­zeit min­des­tens 30 Mi­nu­ten, ab neun St­un­den sind es min­des­tens 45 Mi­nu­ten.

Ar­beit­neh­mer soll­ten ih­re Pau­se in zwei Etap­pen auf­tei­len. "Am ef­fek­tivs­ten ist es, vor­mit­tags ei­ne kür­ze­re Pau­se von zehn Mi­nu­ten und nach­mit­tags ei­ne län­ge­re Pau­se zu ma­chen", rät Do­mi­ni­que Bi­al­as­in­ski, Fach­ge­biets­lei­te­rin für be­trieb­li­che Ge­sund­heits­för­de­rung bei TÜV Rhein­land. Denn "setzt die Mü­dig­keit ein, ist es be­reits zu spät und die Kon­zen­tra­ti­on hat nach­ge­las­sen".

Die täg­li­che Pra­xis scheint je­doch ei­ne an­de­re zu sein. Laut ei­ner Stu­die der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin ver­zich­ten et­wa 25 Pro­zent der deut­schen Ar­beit­neh­mer auf ih­re Pau­se. Das lie­ge vor al­lem an zu ho­hem Leis­tungs- und Ter­min­druck und füh­re häu­fig zu Mü­dig­keit und Er­schöp­fung. Des­halb sei­en Ru­he­pau­sen so­wohl für den Ar­beit­neh­mer als auch für den Ar­beit­ge­ber sinn­voll. "Um Feh­lern bei der Ar­beit und ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­men vor­zu­beu­gen, soll­ten die vor­ge­schrie­be­nen Pau­sen­zei­ten un­be­dingt ein­ge­hal­ten wer­den", so Bi­al­as­in­ski.

Die Pau­sen soll­ten fest ter­mi­niert und in den Ar­beits­ab­lauf ein­ge­plant wer­den, er­klärt die TÜV-Ex­per­tin. Es kom­me al­ler­dings auch dar­auf an, wie die Pau­se ge­stal­tet wird. Ei­ne ak­ti­ve Pau­se sei zu emp­feh­len, wenn der Ar­beit­neh­mer größ­ten­teils sit­zen­de Ar­bei­ten er­le­digt, wie et­wa am Com­pu­ter. Dann sei ein "Spa­zier­gang oder Mo­bi­li­sa­ti­ons­übun­gen" für den Kreis­lauf rat­sam. Bei kör­per­li­chen Tä­tig­kei­ten emp­fiehlt Do­mi­ni­que Bi­al­as­in­ski ein kur­zes Ni­cker­chen. "Der Power­nap soll­te nicht län­ger als 20 Mi­nu­ten dau­ern, um ei­ne Tief­schlaf­pha­se zu ver­mei­den. Die­se hät­te den ge­gen­tei­li­gen Ef­fekt."

Bei Nacht­schich­ten gel­te, die län­ge­re Pau­se zu­erst zu neh­men, da das Leis­tungs­tief be­reits zwi­schen 0 Uhr und 1 Uhr kom­me. Die zwei­te, kür­ze­re Aus­zeit sei dann ge­gen 4 Uhr oder 5 Uhr sinn­voll.


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Letzte Überarbeitung: 14. Dezember 2017

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