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Ta­rif­be­schäf­tig­te be­kom­men häu­fi­ger Weih­nachts­geld

Über die Hälf­te der Deut­schen er­hält laut ei­ner Be­fra­gung ei­ne Son­der­zah­lung zum Jah­res­en­de. Wo Ta­rif­ver­trä­ge gel­ten sind es so­gar drei Vier­tel.

21.11.2017. (dpa/wie) - Das Weih­nachts­geld kommt für vie­le Ar­beit­neh­mer zum Jah­res­wech­sel sehr ge­le­gen. Ob zum Aus­glei­chen auf­ge­lau­fe­ner Rück­stän­de, zur Fi­nan­zie­rung der Weih­nachts­ein­käu­fe oder zur Al­ters­vor­sor­ge. Da­bei kommt lan­ge nicht je­der in Ge­nuss ei­ner sol­chen Son­der­zu­wen­dun­gen.

Ei­ner On­line-Be­fra­gung un­ter rund 17.000 Ar­beit­neh­mer des In­ter­net-Por­tals Lohn­spie­gel.de (be­trie­ben vom Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­chem In­sti­tut WSI) zu­fol­ge er­hal­ten ins­ge­samt 55 Pro­zent der Deut­schen ein so­ge­nann­tes Weih­nachts­geld. Die­ses kann al­ler­dings ver­schie­de­ne For­men ha­ben. So han­delt es sich in man­chen Fäl­len um Treue- oder Er­folgs­prä­mi­en, frei­wil­li­ge Zah­lun­gen des Ar­beit­ge­bers oder ta­rif­ver­trag­li­che An­sprü­che der Be­schäf­tig­ten.

In Un­ter­neh­men mit Ta­rif­bin­dung er­hal­ten laut der Um­fra­ge so­gar fast 75 Pro­zent der Ar­beit­neh­mer ei­ne Son­der­zah­lung zum En­de des Jah­res. Au­ßer­halb von Ta­rif­ver­trä­gen sind es nur 44 Pro­zent. Ta­rif­li­che Weih­nachts­gel­der wer­den häu­fig in Hö­he ei­nes be­stimm­ten Pro­zent­sat­zes vom Mo­nats­ge­halt aus­ge­zahlt, wie et­wa in Ban­ken, der Che­mie-In­dus­trie oder der Druck­in­dus­trie, wo Son­der­zah­lun­gen zwi­schen 95 und 100 Pro­zent fest­ge­legt sind. In der Land­wirt­schaft oder im St­ein­koh­le­berg­bau gibt es da­ge­gen Fest­be­trä­ge.

Der Un­ter­su­chung zu­fol­ge ist die Wahr­schein­lich­keit, Weih­nachts­geld zu er­hal­ten, auch von an­de­ren Kri­te­ri­en ab­zu­lei­ten. So be­kä­men un­be­fris­tet in Voll­zeit be­schäf­tig­te Män­ner im Wes­ten sehr viel häu­fi­ger ent­spre­chen­de Gra­ti­fi­ka­tio­nen als be­fris­tet ein­ge­stell­te, weib­li­che Teil­zeit­kräf­te im Os­ten.

In gro­ßen Un­ter­neh­men be­trägt das durch­schnitt­li­che Weih­nachts­geld et­wa 2.000 Eu­ro je Be­schäf­tig­ten, wo­von rund ein Drit­tel leis­tungs- und er­folgs­ab­hän­gig ge­zahlt wird, er­klärt der Ta­rif- und Ar­beits­markt­ex­per­te des In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW), Chris­toph Schrö­der. Das IW schätzt die zu­sätz­li­chen Zah­lun­gen an Ar­beit­neh­mer in den nächs­ten Wo­chen auf et­wa 50 Mil­li­ar­den Eu­ro. In Zei­ten sta­bi­ler Kon­junk­tur kom­me es eher sel­ten vor, dass ver­ein­bar­te Zah­lun­gen auf­grund wirt­schaft­li­cher Not­la­gen ge­kürzt wer­den müs­sen. Au­ßer­dem sei ein 13. Ge­halt sehr hilf­reich bei der Re­kru­tie­rung von Fach­kräf­ten.

Ins­be­son­de­re der Ein­zel­han­del pro­fi­tiert re­gel­mä­ßig von den Mehr­ein­nah­men vie­ler Deut­scher. "Das Weih­nachts­geld, das zahl­rei­che Ar­beit­neh­mer er­hal­ten, leis­tet ei­nen Bei­trag da­zu, dass der Ein­zel­han­del zum Jah­res­en­de sei­ne um­satz­stärks­ten Mo­na­te ver­bu­chen kann", sagt der Chef­volks­wirt des Han­dels­ver­ban­des HDE, Olaf Roik.


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Letzte Überarbeitung: 7. Dezember 2017

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