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Ver­di: Fri­seur-Azu­bis wer­den aus­ge­beu­tet

Die Ge­werk­schaft Ver­di kri­ti­siert die Ar­beits­be­din­gun­gen und Be­zah­lung von Aus­zu­bil­den­den in Fri­seur­be­trie­ben.
Friseur schneidet Haare, Friseurgewerbe

29.08.2017. (dpa/wie) - Mit der Ak­ti­on "Bes­ser ab­schnei­den 2017" möch­te die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di auf die La­ge der rund 23.000 Aus­zu­bil­den­den in deut­schen Fri­seur­be­trie­ben auf­merk­sam ma­chen. Da­für star­tet sie am heu­ti­gen Diens­tag in 20 deut­schen Städ­ten Pro­test­ak­tio­nen.

"Aus­zu­bil­den­de im Fri­seur­hand­werk sind völ­lig un­ter­be­zahlt", kri­ti­siert Ver­di-Spre­cher Mar­vin Re­schin­sky. Laut der Ge­werk­schaft ent­spricht das Aus­bil­dungs­ge­halt für an­ge­hen­de Fri­seu­re ge­ra­de ein­mal 60 Pro­zent der durch­schnitt­li­chen Ver­gü­tun­gen al­ler an­de­ren Aus­bil­dungs­be­ru­fe.

Be­son­ders ge­ring sei die Be­zah­lung in Ost­deutsch­land. Im ers­ten Lehr­jahr müs­sen die jun­gen Fri­seur-Lehr­lin­ge mit durch­schnitt­lich 269 Eu­ro im Mo­nat aus­kom­men. Im Wes­ten sind es im Durch­schnitt im­mer­hin 494 Eu­ro und da­mit fast dop­pelt so­viel.

Durch ei­ne Re­ge­lung aus den 90er Jah­ren, die heu­te noch im­mer gilt, be­trägt das Aus­bil­dungs­ge­halt in Sach­sen-An­halt der Ge­werk­schaft zu­fol­ge le­dig­lich 153 Eu­ro mo­nat­lich. In Sach­sen gibt es durch­schnitt­lich 200 Eu­ro und in Thü­rin­gen 205 Eu­ro. "Es ist ein Skan­dal, dass das Ge­schäfts­mo­dell dar­auf ba­siert, dass Aus­zu­bil­den­de über­wie­gend von Staats­hil­fen le­ben müs­sen", be­ton­te Re­schin­sky.

Des Wei­te­ren müs­se je­der fünf­te Azu­bi aus­bil­dungs­frem­de Tä­tig­kei­ten, wie et­wa Put­zen, aus­füh­ren. Die Hälf­te be­kom­me ge­leis­te­te Über­stun­den we­der fi­nan­zi­ell noch als Frei­zeit aus­ge­gli­chen. Zu­dem kom­me noch, dass die teu­ren Sche­ren und an­de­re Werk­zeu­ge oft von den Aus­zu­bil­den­den selbst be­zahlt wer­den müss­ten.

"Vie­le ma­chen den Be­ruf aus Lei­den­schaft und las­sen sich des­halb aus­beu­ten", er­klär­te der Ver­di-Spre­cher.

Durch die­se Um­stän­de ist es nicht über­ra­schend, dass Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber über Nach­wuchs­pro­ble­me kla­gen. Laut dem Zen­tral­ver­band des Deut­schen Fri­seur­hand­werks ist die Zahl neu­er Aus­bil­dungs­ver­trä­ge über ei­nen lan­gen Zeit­raum ge­sun­ken und erst im Jahr 2016 erst­mals wie­der leicht um 0,7 Pro­zent auf 10.700 ge­stie­gen.

Ver­di for­dert des­halb ei­nen bun­des­wei­ten Ta­rif­ver­trag mit hö­he­ren Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen und Re­ge­lun­gen zum Aus­gleich von Über­stun­den und zur Über­nah­me der Kos­ten für Sche­ren und an­de­rer Hilfs­mit­tel durch die Aus­bil­dungs­be­trie­be.

Durch die un­ter­schied­li­chen wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen in den ein­zel­nen Re­gio­nen sei ein bun­des­wei­ter Ver­trag laut dem Ar­beit­ge­ber­ver­band al­ler­dings schwer um­zu­set­zen. Die Ge­sprä­che mit der Ge­werk­schaft wür­den der­zeit auf Eis lie­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 15. Dezember 2017

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