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Ver.di gibt im Ta­rif­kon­flikt mit Ama­zon nicht auf

Die Ge­werk­schaft Ver.di hat ein­mal mehr die Be­schäf­tig­ten an meh­re­ren deut­schen Ama­zon-Stand­or­ten zum Streik auf­ge­for­dert. Der On­line-Ver­sand­händ­ler bleibt ge­las­sen.
Pakete, Logistik, Versand, Online-Shop

02.11.2017. (dpa/wie) - Seit über vier Jah­ren kämpft die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di nun schon da­für, den ame­ri­ka­ni­schen On­line-Ver­sand­händ­ler Ama­zon an den Ver­hand­lungs­tisch zu be­kom­men. Die Ge­werk­schaft möch­te für die rund 14.500 fest­an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter in neun Lo­gis­tik­zen­tren in Deutsch­land die An­er­ken­nung des Bran­chen­ta­rif­ver­tra­ges für den Ein­zel- und Ver­sand­han­del.

Laut Tho­mas Voß, Zu­stän­di­ger für Ver­sand- und On­line­han­del bei Ver.di, bleibt Ama­zon trotz ei­ner zu­letzt ge­ring­fü­gi­gen Er­hö­hung der Löh­ne "hin­ter der Bran­chen­ent­wick­lung und den For­de­run­gen der Ge­werk­schaf­ter zu­rück".

Das ame­ri­ka­ni­sche Un­ter­neh­men ver­wei­ge­re die Auf­nah­me von Ta­rif­ver­hand­lun­gen, wes­halb die Ge­werk­schaft auch wei­ter­hin mit Streiks ver­su­chen wer­de Druck auf­zu­bau­en. Auch für den ver­gan­ge­nen Mon­tag rief die Ge­werk­schaft an den Stand­or­ten Bad Hers­feld (Hes­sen), Leip­zig (Sach­sen) und Ko­blenz (Rhein­land-Pfalz) zu Ar­beits­nie­der­le­gun­gen auf. "Am Brü­ck­en­tag vor dem Re­for­ma­ti­ons­tag ist mit ei­nem er­höh­ten Ar­beits­vo­lu­men zu rech­nen", teil­te die Ge­werk­schaft mit.

Bei Ama­zon sieht man den Ar­beits­kampf je­doch ge­las­sen. "Der Streik hat kei­nen Ein­fluss auf die Ein­hal­tung un­se­res Kun­den­ver­spre­chens, denn die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit un­se­rer Mit­ar­bei­ter ar­bei­tet nor­mal", er­klär­te ein Ama­zon-Spre­cher.

Zu der feh­len­den Be­reit­schaft für Ta­rif­ver­hand­lun­gen gab das Bran­chen­füh­rer an, dass man auch oh­ne Ta­rif­ver­trag ein fai­rer und ver­ant­wor­tungs­vol­ler Ar­beit­ge­ber sein kön­ne. Wir be­zah­len in un­se­ren Lo­gis­tik­zen­tren am obe­ren En­de des­sen, was für ver­gleich­ba­re Tä­tig­kei­ten üb­lich ist, an al­len Stand­or­ten in Deutsch­land min­des­tens 10,52 Eu­ro brut­to pro St­un­de", sag­te der Spre­cher. Nach 24 Mo­na­ten bei Ama­zon be­tra­ge das durch­schnitt­li­che Brut­to-Mo­nats­ge­halt 2.483 Eu­ro.

Das Vor­ge­hen des Ver­sand­händ­lers sorgt nicht nur bei der Ge­werk­schaft für Un­mut. Die ge­werk­schafts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Lin­ken im Bun­des­tag, Jut­ta Krell­mann, warf Ama­zon ein "obs­zö­nes Dum­ping­mo­dell" vor. "Die Ge­win­ne im On­line­han­del spru­deln und die Ver­kaufs­flä­chen ex­plo­die­ren. Es ist an der Zeit, dass die Mit­ar­bei­ter par­ti­zi­pie­ren", teil­te sie mit.

Ein En­de des Ta­rif­kon­flikts ist nicht in Sicht, so­dass wei­te­re Streik­maß­nah­men auch künf­tig zu er­war­ten sind.


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Letzte Überarbeitung: 10. November 2017

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