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Wei­te­re Streiks in der Pfle­ge­bran­che

In meh­re­ren Städ­ten in Deutsch­land ha­ben Pfle­ge­kräf­te ih­re Ar­beit nie­der­ge­legt, um ge­gen man­geln­de Ent­las­tungs­be­reit­schaft sei­tens der Ar­beit­ge­ber zu pro­tes­tie­ren.
Altenpfleger, Pflegeberuf, Mann in Frauenberuf

20.09.2017. (dpa/wie) - Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen auf rund 3,6 Mil­lio­nen Men­schen an­stei­gen. Da­von geht das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um der­zeit aus. Das be­deu­te, dass bis da­hin pro Jahr et­wa 20.000 Pfle­ge­kräf­te zu­sätz­lich be­nö­tigt wür­den.

Die Per­so­nal­not in der Pfle­ge ist al­ler­dings nicht nur ein zu­künf­ti­ges son­dern auch ein ge­gen­wär­ti­ges Pro­blem. Um den Not­stand kurz­fris­tig in den Griff zu be­kom­men, sei es laut dem Deut­schen Pfle­gerat not­wen­dig, die Ar­beits­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern. Es ge­be Zehn­tau­sen­de aus­ge­bil­de­te Pfle­ge­kräf­te, die den Be­ruf auf­grund der ho­hen Be­las­tung nicht mehr aus­üb­ten, er­klär­te der Prä­si­den­ten des Pfle­gera­tes, Franz Wag­ner.

Das se­hen ei­ni­ge Kli­nik­be­schäf­tig­te of­fen­sicht­lich ähn­lich. Et­wa 1.000 von ih­nen sind laut An­ga­ben der Ge­werk­schaft Ver.di am Diens­tag ei­nem Streik­auf­ruf ge­folgt. Be­trof­fen wa­ren Kran­ken­häu­ser in Bay­ern, Hes­sen, NRW, Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Nie­der­sach­sen und Ber­lin. Be­reits am Mon­tag leg­ten die Pfle­ger in der Ber­li­ner Cha­rité ih­re Ar­bei­ten nie­der (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/238 Pfle­ge­per­so­nal der Ber­li­ner Cha­rité streikt er­neut).

Am Uni­kli­ni­kum Düs­sel­dorf ha­be es "mas­si­ve Be­ein­träch­ti­gun­gen für die Pa­ti­en­ten" ge­ge­ben, so die Kli­nik­lei­tung. Laut Ver.di gab es je­doch Not­dienst­ver­ein­ba­run­gen, die für ge­re­gel­te Ab­läu­fe sor­gen soll­ten.

Grund für die Streiks sei die man­geln­de Be­reit­schaft ei­ni­ger Ar­beit­ge­ber, für Ent­las­tun­gen zu sor­gen. Au­ßer­dem for­dert die Ge­werk­schaft die Ver­an­ke­rung von Min­dest­per­so­nal­aus­stat­tun­gen im Ta­rif­ver­trag.

Zur Ver­bes­se­rung der Si­tua­ti­on sieht der Prä­si­dent des Pfle­gera­tes "rie­si­ges Po­ten­zi­al" in der ho­hen Teil­zeit­quo­te in der Pfle­ge. Die­se lie­ge bei 60 bis 70 Pro­zent. Wür­den ein­zel­ne Kräf­te mehr St­un­den ar­bei­ten, wä­re schon ei­ni­ges er­reicht, so Wag­ner. Pfle­ge­per­so­nal aus dem Aus­land wür­de sei­ner An­sicht nach nur ge­rin­ge Ent­las­tung brin­gen.

Wag­ner be­män­gelt auch die er­heb­li­chen Un­ter­schie­de hin­sicht­lich der Per­so­nal­aus­stat­tung zwi­schen den Bun­des­län­dern. Es sei "ei­gent­lich nicht ein­zu­se­hen, war­um Men­schen in Bay­ern oder Ba­den-Würt­tem­berg mehr Pfle­ge brau­chen als Men­schen in Nie­der­sach­sen oder Bran­den­burg".

Die Ge­werk­schaft Ver.di kün­dig­te an, dass wei­te­re Streik-Ak­tio­nen in an­de­ren Bun­des­län­dern nicht aus­ge­schlos­sen sei­en.


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Letzte Überarbeitung: 6. Oktober 2017

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