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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Schuldanerkenntnis, Sittenwidrigkeit
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 8 AZR 144/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 22.07.2010
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht München, Urteil vom 24.10.2007, 2b Ca 7669/07 H Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 18.12.2008, 3 Sa 88/08
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

8 AZR 144/09

3 Sa 88/08

Lan­des­ar­beits­ge­richt

München

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am 22. Ju­li 2010

UR­TEIL

Schie­ge, Ur­kunds­be­am­ter der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­onskläger,

1.

2.

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin zu 1) und Re­vi­si­ons­be­klag­te zu 1),

Streit­hel­fe­rin, Be­ru­fungskläge­rin zu 2) und Re­vi­si­ons­be­klag­te zu 2),


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hat der Ach­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 22. Ju­li 2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Hauck, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Böck und Brein­lin­ger, die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Morsch und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Schus­ter für Recht er­kannt:

Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts München vom 18. De­zem­ber 2008 - 3 Sa 88/08 - wird zurück­ge­wie­sen.

Der Kläger hat die Kos­ten der Re­vi­si­on und die Kos­ten der Ne­benin­ter­ven­ti­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten um die Zulässig­keit der Zwangs­voll­stre­ckung aus

ei­nem no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis und die Her­aus­ga­be die­ser Ur­kun­de.

Im An­schluss an ei­ne bei der Be­klag­ten er­folg­reich ab­sol­vier­te Aus-

bil­dung zum Ein­zel­han­dels­kauf­mann war der Kläger vom 4. Ju­li 2002 bis 24. Ju­li 2006 in de­ren Großmarkt in H als Verkäufer im Ge­tränke­markt beschäftigt. Zu sei­nen Auf­ga­ben gehörte es, Leer­gut an­zu­neh­men und die Kas­se zu be­die­nen.

Für Mai und Ju­ni 2006 über­prüfte die Be­klag­te die Leer­gut­lis­ten und

stell­te Dif­fe­ren­zen zwi­schen Pfand­geld­aus­zah­lun­gen und dem tatsächlich vor­han­de­nen Leer­gut fest. Von ei­ner De­tek­tei ließ sie ei­ne für den Kläger nicht er­kenn­ba­re Vi­deo­ka­me­ra ober­halb sei­nes Kas­sen­ar­beits­plat­zes in­stal­lie­ren, die die Ar­beits­ta­ge vom 22. bis 24. Ju­ni 2006 auf­zeich­ne­te. Die De­tek­tei wer­te­te an­sch­ließend den Mit­schnitt aus; da­nach er­gab sich für die er­kenn­ba­ren Un­ter­schla­gungs­vorgänge an den drei Ta­gen ei­ne Schädi­gung iHv. 1.120,00 Eu­ro.


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Am 24. Ju­li 2006 wur­de der da­mals 22 Jah­re al­te Kläger mit dem Vor-

wurf zahl­rei­cher Un­ter­schla­gun­gen kon­fron­tiert. Der Markt­lei­ter, die Be­zirks­lei­te­rin und der Re­vi­sor hiel­ten dem Kläger in An­we­sen­heit der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den vor, er ha­be Leer­gut ge­bucht und die ent­spre­chen­den Pfand­beträge an sich aus­ge­zahlt, ob­wohl es tatsächlich zu kei­nen Leer­gutrück­ga­ben ge­kom­men sei. Der Kläger fer­tig­te dann ei­ne ei­genhändi­ge Erklärung, mit der er zu­gab, seit ca. vier Jah­ren auf die­se Art und Wei­se an sei­nem Ar­beits­platz Geld ge­nom­men zu ha­ben. An­fangs sei­en es 10,00 Eu­ro pro Tag ge­we­sen, nach­dem dies nicht auf­ge­fal­len sei, ha­be er im­mer mehr Geld ent­wen­det, ta­ge­wei­se bis zu 500,00 bis 600,00 Eu­ro. In­ner­halb von vier Jah­ren ha­be er so ei­nen Ge­samt­scha­den von mind. 110.000,00 Eu­ro ver­ur­sacht. Das Geld sei weg. Dies ha­be er frei­wil­lig und oh­ne Dro­hung zu­ge­ge­ben und auf­ge­schrie­ben. Er sei be­reit, den Scha­den zu er­set­zen.

An­sch­ließend war­te­te der Kläger ei­ne Drei­vier­tel­stun­de im Bei­sein der

Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den, während die Ver­tre­ter der Be­klag­ten im Ne­ben­zim­mer mit ei­ner an­de­ren Ar­beit­neh­me­rin ein Gespräch über ähn­li­che Vorwürfe führ­ten. Oh­ne die Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de fuh­ren an­sch­ließend der Kläger, sei­ne eben­falls an­ge­schul­dig­te Kol­le­gin und die Gesprächs­teil­neh­mer der Be­klag­ten aus dem et­wa 50 km südöst­lich ge­le­ge­nen H nach M zu ei­nem No­tar. Dort wur­de ein „Schuld­an­er­kennt­nis“ be­ur­kun­det und vom Kläger un­ter­zeich­net, mit dem er an­er­kann­te, vorsätz­li­che un­er­laub­te Hand­lun­gen be­gan­gen zu ha­ben und nach § 823 Abs. 2 BGB der Be­klag­ten zu Scha­dens­er­satz iHv. 113.750,00 Eu­ro zuzüglich Zin­sen ver­pflich­tet zu sein. Be­gin­nend mit dem 1. Sep­tem­ber 2006 ver­pflich­te­te sich der Kläger zu ei­ner mo­nat­li­chen Ra­ten­zah­lung iHv. 200,00 Eu­ro. Er un­ter­warf sich we­gen der Zah­lungs­ver­pflich­tung ein­sch­ließlich der Zin­sen der so­for­ti­gen Zwangs­voll­stre­ckung.

Auf­grund die­ses no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses zahl­te die Ne­ben-

in­ter­ve­ni­en­tin, bei der die Be­klag­te ei­ne Ver­trau­ens­scha­dens­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen hat­te, ei­ne Ver­si­che­rungs­leis­tung iHv. 113.750,00 Eu­ro. Der Kläger zahl­te von Sep­tem­ber bis De­zem­ber 2006 - un­ter später zurück­ge­nom­me­nem Vor­be­halt - mo­nat­li­che Ra­ten in ver­ein­bar­ter Höhe, ins­ge­samt


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al­so 800,00 Eu­ro. Die Par­tei­en sind sich darüber ei­nig, dass in die­ser Höhe ei­ne Zwangs­voll­stre­ckung un­zulässig ist.

Un­ter dem 29. De­zem­ber 2006 ließ der Kläger sei­ne zum no­ta­ri­el­len

Schuld­an­er­kennt­nis führen­de Wil­lens­erklärung we­gen Täuschung und Dro­hung an­fech­ten und be­rief sich dar­auf, das Schuld­an­er­kennt­nis sei we­gen Sit­ten­wid­rig­keit nich­tig. Die An­fech­tung wie­der­hol­te er mit der am 1. Fe­bru­ar 2007 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge. Der Kläger verkünde­te der Streit­hel­fe­rin un­ter dem 8. Ok­to­ber 2007 den Streit, die nach Zu­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils dem Rechts­streit auf Sei­ten der Be­klag­ten bei­ge­tre­ten ist. Am 18. Fe­bru­ar 2008 trat die Streit­hel­fe­rin die auf sie nach § 67 VVG über­ge­gan­ge­ne For­de­rung an die Be­klag­te ab.

Der Kläger hat be­haup­tet, die Be­klag­te ha­be ihm im Gespräch am

24. Ju­li 2007 sein Mo­bil­te­le­fon ab­ge­nom­men und mit der Er­stat­tung ei­ner Straf­an­zei­ge und ei­ner emp­find­li­chen Frei­heits­stra­fe ge­droht, falls er das Schuld­an­er­kennt­nis nicht un­ter­zeich­ne. Sei­ne Geständ­nis­se und Erklärun­gen sei­en ihm von der Be­klag­ten vor­ge­ge­ben wor­den. Ihm sei kei­ne Über­le­gungs­frist in Ru­he ein­geräumt wor­den. Er hat mit Nicht­wis­sen be­strit­ten, dass die Vi­deo­auf­zeich­nung ei­ne Viel­zahl von ein­zel­nen Un­ter­schla­gun­gen über ei­ne Ge­samt­sum­me von 1.120,00 Eu­ro zei­ge. Darüber hin­aus hat er be­strit­ten, dass die Über­prüfung der Leer­gut­lis­ten die von der Be­klag­ten be­haup­te­ten Fehl­beträge er­ge­be und die Höhe des Scha­dens in Fra­ge ge­stellt. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, das Schuld­an­er­kennt­nis sei vor die­sem Hin­ter­grund sit­ten­wid­rig und wirk­sam an­ge­foch­ten. Die Dro­hung mit der Frei­heits­stra­fe stel­le ei­ne un­zu­tref­fen­de recht­li­che Wer­tung dar. Ins­ge­samt sei er jung und un­er­fah­ren, per­plex und über­for­dert ge­we­sen. Die durch­geführ­te Vi­deoüber­wa­chung sei un­zulässig ge­we­sen, ins­be­son­de­re we­gen § 6b BDSG. Für de­ren Kos­ten haf­te er nicht. Die im no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis ge­nann­te Sum­me sei un­an­ge­mes­sen hoch, dies auch des­halb, weil es der Be­klag­ten dar­um ge­gan­gen sei, die ent­spre­chen­de Ver­si­che­rungs­sum­me zu er­hal­ten.


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Der Kläger hat be­an­tragt,

1. die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem am 24. Ju­li 2006 vor dem No­tar Dr. K, M, ab­ge­ge­be­nen Schuld­an­er­kennt­nis (Ur­kun­den-Nr.: 2077 A/2006) für un­zulässig zu erklären,

2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, die ihr er­teil­te voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung der Ur­kun­de an ihn her­aus­zu­ge­ben.

Die Be­klag­te hat Ab­wei­sung der Kla­ge be­an­tragt und, nach Ab­tre­tung

der For­de­rung durch die Streit­hel­fe­rin an sie, die ma­te­ri­el­le Rechtmäßig­keit des Schuld­an­er­kennt­nis­ses ver­tei­digt. Sie hat be­haup­tet, dass im Zeit­punkt des Gesprächs mit dem Kläger die Lang­zeit­aus­wer­tun­gen für Mai und Ju­ni 2006 vor­ge­le­gen hätten, die al­lein für die­se bei­den Mo­na­te un­ter sei­ner Kas­sen­be­dien­num­mer ei­nen Fehl­be­trag von weit über 10.000,00 Eu­ro er­ge­ben hätten. Bis 19. Ju­li 2006 sei ei­ne wei­te­re Dif­fe­renz in Höhe von na­he­zu 3.500,00 Eu­ro fest­zu­stel­len ge­we­sen.

Die Streit­hel­fe­rin hat die Ab­wei­sung der Kla­ge be­an­tragt und dar­auf

ver­wie­sen, die An­grif­fe des Klägers auf das de­kla­ra­to­ri­sche Schuld­an­er­kennt­nis stütz­ten sich aus­sch­ließlich auf Über­rum­pe­lungs­umstände und die an­geb­lich willkürli­che Höhe des Rück­zah­lungs­be­tra­ges. Die Un­ter­schla­gungs­hand­lun­gen an sich ha­be der Kläger je­doch nicht be­strit­ten.

Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben, weil die Be­klag­te in der

ers­ten In­stanz nicht In­ha­be­rin der For­de­rung war. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat nach Be­weis­auf­nah­me das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts ab­geändert und die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on will der Kläger die Wie­der­her­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils er­rei­chen.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on des Klägers hat kei­nen Er­folg. Oh­ne Rechts­feh­ler hat das

Lan­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­den, dass die Kla­ge un­be­gründet ist.


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A. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sei­ne Ent­schei­dung im We­sent­li­chen wie
folgt be­gründet: Nach Rück­ab­tre­tung durch die Streit­hel­fe­rin sei die Be­klag­te ma­te­ri­ell­recht­lich wie­der In­ha­be­rin der ti­tu­lier­ten For­de­rung, die Zwangs­voll­stre­ckung so­mit nicht mehr un­zulässig. Das no­ta­ri­el­le de­kla­ra­to­ri­sche Schuld­an­er­kennt­nis sei wirk­sam. Dass die Be­klag­te bei ei­nem Streit um die Höhe der For­de­rung den Scha­den al­len­falls zu ei­nem ge­rin­gen Teil hätte be­wei­sen können, führe eben­so we­nig zur Sit­ten­wid­rig­keit wie der Um­stand, dass der Kläger - wenn über­haupt - die Schuld al­len­falls un­ter großen Mühen zurück­zah­len könne. Auch aus den Ge­samt­umständen bei Ver­trags­schluss ergäbe sich kei­ne Sit­ten­wid­rig­keit. Das Schuld­an­er­kennt­nis ge­be die Einschätzung der Sach- und Rechts­la­ge durch die Par­tei­en im Zeit­punkt sei­ner Ab­ga­be wie­der. Die Be­klag­te ha­be we­der ei­ne Geschäfts­un­er­fah­ren­heit des Klägers un­zulässig aus­ge­nutzt noch ihm je­de Über­le­gungs­frist ge­nom­men. Die Be­weis­auf­nah­me ha­be er­ge­ben, dass der Kläger am 24. Ju­li 2006 we­der im Großmarkt, noch auf der Fahrt zum No­tar oder in des­sen Kanz­lei in ei­ne see­li­sche Zwangs­la­ge ver­setzt wor­den sei. Der Kläger ha­be die Möglich­keit zu te­le­fo­ni­schem Kon­takt nach außen ge­habt; we­der sei ihm mit ei­ner ho­hen Frei­heits­stra­fe ge­droht noch bei Nie­der­schrift des Geständ­nis­ses die Hand geführt wor­den. Die Be­klag­te ha­be nicht ver­langt, das Schuld­an­er­kennt­nis „müsse“ un­ter­schrie­ben wer­den, der No­tar ha­be ei­nen ge­gen­tei­li­gen Hin­weis ge­ge­ben. Nach die­sem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me schei­de auch ei­ne An­fech­tung nach § 123 BGB aus. Die Be­klag­te be­ru­fe sich auch nicht rechts­miss­bräuch­lich auf das Schuld­an­er­kennt­nis, ob­wohl sie das Fehl­ver­hal­ten des Klägers durch feh­len­de Kon­trol­len begüns­tigt ha­be.

B. Das Be­ru­fungs­ur­teil hält ei­ner re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung stand.

I. Zu Recht ist das Lan­des­ar­beits­ge­richt da­von aus­ge­gan­gen, nach

Rück­ab­tre­tung der ti­tu­lier­ten For­de­rung von der Streit­hel­fe­rin an die Be­klag­te im Fe­bru­ar 2008 sei die Be­gründung des Ar­beits­ge­richts für die kla­ge­statt­ge­ben­de Ent­schei­dung hinfällig ge­wor­den. Im Zeit­punkt des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils war die Be­klag­te zwar Voll­stre­ckungsgläubi­ge­rin, we­gen des ge­setz­li­chen For­de­rungsüber­gangs nach § 67 VVG je­doch nicht In­ha­be­rin der


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ti­tu­lier­ten For­de­rung. Nach Rück­ab­tre­tung kann die Zwangs­voll­stre­ckung durch die Be­klag­te nicht mehr mit der Be­gründung des Ar­beits­ge­richts als un­zulässig an­ge­se­hen wer­den.

II. Oh­ne Rechts­feh­ler hat das Be­ru­fungs­ge­richt auch er­kannt, dass das

no­ta­ri­el­le Schuld­an­er­kennt­nis des Klägers vom 24. Ju­li 2006 als de­kla­ra­to­ri­sches Schuld­an­er­kennt­nis wirk­sam ist.

1. Wel­chen In­halt die no­ta­ri­el­le Ver­ein­ba­rung hat, ist grundsätz­lich ei­ne
Fra­ge tatrich­ter­li­cher Fest­stel­lung und Aus­le­gung, weil es um den In­halt ei­ner in­di­vi­du­el­len, aty­pi­schen Erklärung geht. Sie ist vom Re­vi­si­ons­ge­richt nur ein­ge­schränkt dar­auf über­prüfbar, ob die Rechts­vor­schrif­ten für die Aus­le­gung von Wil­lens­erklärun­gen und Verträgen, §§ 133, 157 BGB, rich­tig an­ge­wandt wur­den, ob das We­sen des de­kla­ra­to­ri­schen Schuld­an­er­kennt­nis­ses ver­kannt oder Denk­ge­set­ze und Er­fah­rungssätze ver­letzt wur­den. Der Aus­le­gungs­stoff, der sich nach dem Vor­brin­gen der Par­tei­en gemäß dem Tat­be­stand des Be­ru­fungs­ur­teils er­gibt, muss vom Be­ru­fungs­ge­richt aus­rei­chend be­ach­tet wor­den sein (BAG 10. Ok­to­ber 2002 - 8 AZR 8/02 - BA­GE 103, 71, 78 = AP TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 169 = EzA TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 158; 15. De­zem­ber 1999 - 10 AZR 881/98 - zu II 1 der Gründe).

2. Nach die­sem Maßstab ist die Aus­le­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts
nicht zu be­an­stan­den, es lie­ge we­der ein Ver­gleich iSv. § 779 BGB vor, weil es kein ge­gen­sei­ti­ges Nach­ge­ben in Be­zug auf Be­ste­hen und Höhe ei­ner von der Be­klag­ten er­ho­be­nen For­de­rung ge­ge­ben ha­be, noch sei ein kon­sti­tu­ti­ves Schuld­an­er­kennt­nis oder -ver­spre­chen nach §§ 780, 781 BGB ab­ge­ge­ben wor­den, weil der Schuld­grund der vorsätz­li­chen un­er­laub­ten Hand­lung in der no­ta­ri­el­len Ur­kun­de aus­drück­lich erwähnt wur­de. Da bei ei­nem de­kla­ra­to­ri­schen Schuld­an­er­kennt­nis, an­ders als beim Ver­gleich, die Un­si­cher­heit der Par­tei­en über das Be­ste­hen und den In­halt ei­nes Schuld­verhält­nis­ses nicht durch ge­gen­sei­ti­ges, son­dern durch ein­sei­ti­ges Nach­ge­ben des Schuld­ners be­sei­tigt wird, hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt rechts­feh­ler­frei er­kannt, dass vor­lie­gend die Par­tei­en ih­re ma­te­ri­ell­recht­li­chen Be­zie­hun­gen durch ei­nen der­ar­ti­gen ein­sei­ti­gen Fest­stel­lungs­ver­trag re­geln woll­ten (Stau­din­ger/Mar­bur­ger [1997] § 781


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Rn. 8 mwN; BAG 15. März 2005 - 9 AZR 502/03 - BA­GE 114, 97 = AP BGB § 781 Nr. 7 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 2).

3. Da das de­kla­ra­to­ri­sche Schuld­an­er­kennt­nis ei­ne schon be­ste­hen­de

Schuld le­dig­lich bestäti­gen soll und sein Zweck dar­in be­steht, das Schuld­verhält­nis ins­ge­samt oder in ein­zel­nen Punk­ten dem Streit oder der Un­ge­wiss­heit der Par­tei­en zu ent­zie­hen, ist der Kläger mit den Ein­wen­dun­gen aus­ge­schlos­sen, die er bei Ab­ga­be des no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses am 24. Ju­li 2006 kann­te oder mit de­nen er zu­min­dest rech­ne­te. Da­zu gehören nicht nur Ein­re­den, son­dern auch ech­te rechts­hin­dern­de oder -ver­nich­ten­de Ein­wen­dun­gen und das Feh­len an­spruchs­be­gründen­der Tat­sa­chen (Stau­din­ger/ Mar­bur­ger § 781 Rn. 11 mwN; Pa­landt/Sprau 69. Aufl. § 781 Rn. 4; BAG 22. Ok­to­ber 1998 - 8 AZR 457/97 - zu I 4 c der Gründe, AP BGB § 781 Nr. 5 = EzA BGB § 781 Nr. 5).

a) Da der Kläger wuss­te, dass in der ge­ge­be­nen Si­tua­ti­on ge­ra­de das
Be­ste­hen und die Höhe des zu er­set­zen­den Scha­dens klärungs­bedürf­tig wa­ren, ist er mit dem Ein­wand aus­ge­schlos­sen, die Schuld be­ste­he nicht oder nicht in die­ser Höhe, was das Be­ru­fungs­ge­richt zu­tref­fend er­kannt hat.

b) Zu Recht ha­ben sich da­her die Be­ru­fungs­rich­ter mit der Fra­ge des
In­halts und der Zulässig­keit des Be­wei­ses durch ei­ne ver­deck­te Vi­deo­auf­zeich­nung nicht be­fasst.

aa) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on ist dar­in kein ab­so­lu­ter

Re­vi­si­ons­grund nach § 547 Nr. 6 ZPO zu se­hen. Es kann da­hin­ste­hen, ob in­so­weit über­haupt ei­ne zulässi­ge Ver­fah­rensrüge vor­liegt, denn je­den­falls wäre sie un­be­gründet.

Zwar fehlt es an ei­ner Be­gründung der Ent­schei­dung iSv. § 547 Nr. 6

ZPO auch dann, wenn das Ur­teil auf ei­nen Kla­ge­an­trag, An­spruch, selbständi­gen An­griff oder ein Ver­tei­di­gungs­mit­tel iSd. § 146 ZPO nicht ein­geht (Mu­sielak/Ball ZPO 7. Aufl. § 547 Rn. 15; BGH 21. De­zem­ber 1962 - I ZB 27/62 - BGHZ 39, 333, 337; Zöller/Heßler ZPO 28. Aufl. § 547 Rn. 8; GMP/Müller-Glöge 7. Aufl. § 73 Rn. 49). Mit der Be­gründung des Be­ru­fungs-


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ur­teils wer­den je­doch kei­ne selbständi­gen An­griffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel des Klägers über­g­an­gen. Sein Vor­trag, dass die Vi­deoüber­wa­chung un­zulässig ge­we­sen sei, stellt nur ein Ar­gu­ment im Zu­sam­men­hang mit ei­nem An­griffs oder Ver­tei­di­gungs­mit­tel dar, nämlich der gel­tend ge­mach­ten Un­wirk­sam­keit des no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses.

bb) So­weit die Rüge des Klägers da­hin aus­zu­le­gen ist, dass er ei­ne ent

schei­dungs­er­heb­li­che Ver­let­zung des An­spruchs auf recht­li­ches Gehör iSd. § 72 Abs. 2 Nr. 3 ArbGG gel­tend ma­chen will, liegt auch die­se nicht vor. Die vor­lie­gen­de Be­gründung lässt viel­mehr er­ken­nen, dass auf­grund der tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen und der zu­tref­fen­den recht­li­chen Erwägun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts die Fra­ge der Zulässig­keit der Vi­deoüber­wa­chung für die Fra­ge der kla­ge­wei­se gel­tend ge­mach­ten Un­zulässig­keit der Zwangs­voll­stre­ckung aus dem ab­ge­ge­be­nen no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis un­er­heb­lich war. Da­her ha­ben die Be­ru­fungs­rich­ter auf das vom Kläger erklärte Schuld­an­er­kennt­nis ab­ge­stellt und sich mit der Fra­ge der Be­weis­bar­keit der in der no­ta­ri­el­len Ur­kun­de fi­xier­ten Scha­denshöhe durch die Be­klag­te nicht be­fasst. Denn ge­ra­de die Scha­denshöhe war bei Ab­ga­be der Erklärung des Klägers klärungs­bedürf­tig, was die­ser auch wuss­te. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist we­der von ei­nem für den Über­wa­chungs­zeit­raum „be­wie­se­nen“ Scha­den iHv. 1.120,00 Eu­ro noch da­von aus­ge­gan­gen, dass die Be­klag­te un­abhängig vom Geständ­nis und Schuld­an­er­kennt­nis des Klägers am 24. Ju­li 2006 den ihr ent­stan­de­nen Scha­den in vol­ler Höhe hätte be­wei­sen können.

III. Da­ge­gen ist der Kläger grundsätz­lich nicht mit Ein­wen­dun­gen ge­gen

das no­ta­ri­el­le Schuld­an­er­kennt­nis selbst aus­ge­schlos­sen, ins­be­son­de­re mit den Einwänden, das Schuld­an­er­kennt­nis sei we­gen Sit­ten­wid­rig­keit nach § 138 Abs. 1 BGB nich­tig oder auf­grund wirk­sa­mer An­fech­tung nach § 123 Abs. 1, § 142 Abs. 1 BGB un­wirk­sam. Dies hat das Be­ru­fungs­ge­richt aber rechts­feh­ler­frei ver­neint.

1. Ab­ge­se­hen da­von, dass nicht die Be­klag­te als Par­tei des Ar­beits-

ver­tra­ges, son­dern der be­ur­kun­den­de No­tar als von ihr un­abhängi­ger Drit­ter die Ein­zel­hei­ten des Schuld­an­er­kennt­nis­ses for­mu­liert hat, sind dem Sach­ver­halt


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kei­ne An­halts­punk­te dafür zu ent­neh­men, dass da­bei vor­for­mu­lier­te Ver­trags­be­din­gun­gen zur An­wen­dung ge­kom­men sind. Ei­ne Über­prüfung nach dem Recht der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen (§§ 305 ff. BGB) kommt da­her nicht in Be­tracht.

2. Das Schuld­an­er­kennt­nis ist nicht ent­spre­chend § 779 BGB we­gen
ei­nes bei­der­sei­ti­gen Irr­tums über ei­nen als fest­ste­hend zu­grun­de ge­leg­ten Sach­ver­halt, der der Wirk­lich­keit nicht ent­sprach, un­wirk­sam. Zwar ist § 779 BGB we­gen sei­nes ver­gleichsähn­li­chen Cha­rak­ters auch auf das de-kla­ra­to­ri­sche Schuld­an­er­kennt­nis ent­spre­chend an­wend­bar (Stau­din­ger/ Mar­bur­ger § 781 Rn. 18 mwN; BAG 15. De­zem­ber 1999 - 10 AZR 881/98 - zu II 3 a der Gründe; 11. Sep­tem­ber 1984 - 3 AZR 184/82 - zu III der Gründe, AP BGB § 138 Nr. 37 = EzA BGB § 138 Nr. 17). Vor­lie­gend ha­ben aber die Par­tei­en nicht ge­mein­sam über ei­nen als fest­ste­hend zu­grun­de ge­leg­ten streit­aus­sch­ließen­den Um­stand ge­irrt. Viel­mehr macht der Kläger gel­tend, er sei über Grund und Höhe des von ihm ver­ur­sach­ten Scha­dens im Un­kla­ren ge­las­sen oder getäuscht wor­den. Das war zwi­schen den Par­tei­en vor Ab­ga­be des Schuld­an­er­kennt­nis­ses aber ge­ra­de strei­tig und wur­de des­we­gen zu sei­nem Ge­gen­stand ge­macht.

3. Das no­ta­ri­el­le Schuld­an­er­kennt­nis ist nicht sit­ten­wid­rig nach § 138
Abs. 1 BGB. Ob ein Ver­s­toß ge­gen die gu­ten Sit­ten vor­liegt, ist ei­ne der Nach­prüfung im We­ge der Re­vi­si­on un­ter­lie­gen­de Rechts­fra­ge (BGH 30. Ok­to­ber 1990 - IX ZR 9/90 - zu II 3 der Gründe mwN, NJW 1991, 353).

a) Nach § 138 Abs. 1 BGB ist ein Rechts­geschäft nich­tig, wenn es nach

sei­nem aus der Zu­sam­men­fas­sung von In­halt, Be­weg­grund und Zweck zu ent­neh­men­den Ge­samt­cha­rak­ter mit den gu­ten Sit­ten nicht zu ver­ein­ba­ren ist (Pa­landt/El­len­ber­ger § 138 Rn. 7, 8; PWW/Ah­rens 5. Aufl. § 138 Rn. 25, 28; BGH 10. Ok­to­ber 1997 - V ZR 74/96 - zu II der Gründe mwN, NJW-RR 1998, 590 f.). Da­bei sind nicht nur der ob­jek­ti­ve In­halt des Geschäfts, son­dern auch die Umstände, die zu sei­ner Vor­nah­me geführt ha­ben, und die von den Par­tei­en ver­folg­ten Ab­sich­ten und Be­weg­gründe zu berück­sich­ti­gen (BGH 10. Ok­to­ber 1997 - V ZR 74/96 - aaO). Bei der Be­ur­tei­lung der Sit­ten­wid­rig­keit ist auf die


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Verhält­nis­se im Zeit­punkt der Vor­nah­me des Rechts­geschäfts ab­zu­stel­len und nicht auf den Ein­tritt der Rechts­wir­kun­gen (Pa­landt/El­len­ber­ger § 138 Rn. 9; PWW/Ah­rens § 138 Rn. 36; BGH 5. Ok­to­ber 2001 - V ZR 237/00 - zu II 2 c der Gründe, NJW 2002, 429 f.). In sub­jek­ti­ver Hin­sicht genügt es, wenn der Han­deln­de die Tat­sa­chen kennt, aus de­nen sich die Sit­ten­wid­rig­keit er­gibt, bzw. sich der Kennt­nis be­wusst ver­sch­ließt oder ent­zieht (teil­wei­se wird le­dig­lich ein ob­jek­ti­ver Pflich­ten­ver­s­toß ge­for­dert zB Stau­din­ger/Sack [2003] § 138 Rn. 62 f.; Münch­KommBGB/Arm­brüster 5. Aufl. § 138 Rn. 129 ff.), da­ge­gen ist ein Be­wusst­sein der Sit­ten­wid­rig­keit und ei­ne Schädi­gungs­ab­sicht nicht er­for­der­lich (Pa­landt/El­len­ber­ger § 138 Rn. 8; PWW/Ah­rens § 138 Rn. 34; BGH 19. Ja­nu­ar 2001 - V ZR 437/99 - zu II 1 b der Gründe, BGHZ 146, 298). Bei ei­ner Ver­pflich­tung, die die Ein­kom­mens- und Vermögens­verhält­nis­se des Schuld­ners weit über­steigt, kommt Sit­ten­wid­rig­keit in Be­tracht, wenn zusätz­li­che, dem Gläubi­ger zu­re­chen­ba­re Umstände zu ei­nem un­erträgli­chen Un­gleich­ge­wicht der Ver­trags­par­tei­en führen. Sol­che Be­las­tun­gen können sich ins­be­son­de­re dar­aus er­ge­ben, dass der Gläubi­ger die Geschäfts­un­er­fah­ren­heit oder ei­ne see­li­sche Zwangs­la­ge des Schuld­ners aus­nutzt oder ihn auf an­de­re Wei­se in sei­ner Ent­schei­dungs­frei­heit un­zulässig be­ein­träch­tigt (BAG 22. Ok­to­ber 1998 - 8 AZR 457/97 - zu I 4 e der Gründe, AP BGB § 781 Nr. 5 = EzA BGB § 781 Nr. 5 un­ter Hin­weis auf BGH 16. Ja­nu­ar 1997 - IX ZR 250/95 - zu II 3 der Gründe mwN, NJW 1997, 1980).

b) Der Be­weg­grund der Be­klag­ten, den Kläger zur Ab­ga­be ei­nes

no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses zu ver­an­las­sen, war nicht sit­ten­wid­rig. Der Kläger hat­te da­vor zu­ge­ge­ben, über Jah­re hin­weg Geld aus der Kas­se ent­wen­det und dies mit­tels fin­gier­ter Pfand­bons ver­deckt zu ha­ben. Er hat dies in Form ei­nes schrift­li­chen Geständ­nis­ses nie­der­ge­legt, wo­zu das Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­ge­stellt hat, dass ihm da­bei nicht in ei­ner Wei­se die Hand geführt wor­den wäre, so­dass er sich dem nicht hätte ent­zie­hen können. Sein Han­deln und sei­ne Vor­ge­hens­wei­se hat der Kläger nach­fol­gend auch nicht in Ab­re­de ge­stellt; nur die Höhe des von ihm an­er­kann­ten Scha­dens hat er be­strit­ten, nicht aber, der Be­klag­ten über­haupt zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet zu sein. Ent­ge­gen der mit der Re­vi­si­on ver­tre­te­nen An­sicht verstößt es auch nicht


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ge­gen die gu­ten Sit­ten, von ei­nem Schädi­ger über das schrift­li­che Geständ­nis hin­aus die Ab­ga­be ei­nes no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses zu ver­lan­gen, wenn dies aus ver­si­che­rungs­recht­li­chen Gründen er­for­der­lich sein soll­te. Da es kei­nen all­ge­mei­nen Er­fah­rungs­satz gibt, dass bei der­ar­ti­gen Fest­le­gun­gen die Scha­dens­sum­me stets überhöht dar­ge­stellt und ei­ne Täuschung des Ver­si­che­rers zu­min­dest bil­li­gend in Kauf ge­nom­men wird, ist das Lan­des­ar­beits­ge­richt auf die­sen Vor­halt des Klägers zu Recht nicht näher ein­ge­gan­gen.

c) Rechts­feh­ler­frei hat das Be­ru­fungs­ge­richt die Sit­ten­wid­rig­keit des

Schuld­an­er­kennt­nis­ses auch nicht des­we­gen be­jaht, weil ein auffälli­ges Miss­verhält­nis zwi­schen Leis­tung und Ge­gen­leis­tung be­stan­den hätte. Ein sol­ches kann nicht dar­aus ab­ge­lei­tet wer­den, dass die Be­klag­te den Scha­den al­len­falls zu ei­nem ge­rin­gen Teil hätte be­wei­sen können. In­so­weit ver­kennt die Re­vi­si­on, dass maßge­bend für die An­nah­me ei­nes auffälli­gen Miss­verhält­nis­ses nicht das Verhält­nis zwi­schen wah­rer Aus­gangs­la­ge im Sin­ne ei­ner tatsächli­chen Be­weis­bar­keit und den über­nom­me­nen Leis­tun­gen ist, son­dern die Einschätzung der Sach- und Rechts­la­ge durch die Par­tei­en bei Ab­schluss der Ver­ein­ba­rung (BAG 11. Sep­tem­ber 1984 - 3 AZR 184/82 - zu IV 1 der Gründe, AP BGB § 138 Nr. 37 = EzA BGB § 138 Nr. 17; BGH 5. Ok­to­ber 2001 - V ZR 237/00 - zu II 2 c der Gründe, NJW 2002, 429, 431). Zu Recht hat da­her das Lan­des­ar­beits­ge­richt auch in die­sem Zu­sam­men­hang nicht auf die „Be­weis­bar­keit“ oder den „Vi­deo­be­weis“ ab­ge­stellt, son­dern dar­auf, wie die Par­tei­en zunächst beim Geständ­nis des Klägers und nach­fol­gend bei sei­nem no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis auf ei­ne Scha­denshöhe von 110.000,00 Eu­ro zuzüglich De­tek­t­ei­kos­ten ge­kom­men sind. Die Schluss­fol­ge­rung, die Ge­samt­sum­me von ca. 110.000,00 Eu­ro ba­sie­re auf ei­ner gut be­gründ­ba­ren An­nah­me und sei ge­ra­de nicht aus der Luft ge­grif­fen, kann die Re­vi­si­on nicht mit der Ar­gu­men­ta­ti­on er­folg­reich an­grei­fen, dies führe zu ei­nem so gut wie nicht vor­stell­ba­ren Scha­dens­be­trag pro Ar­beits­tag. Um­ge­legt auf 220 Ar­beits­ta­ge pro Jahr er­gibt sich ei­ne tägli­che Scha­denshöhe von 125,00 Eu­ro. Dies er­scheint nicht sit­ten­wid­rig überhöht, nach­dem der Kläger zu­vor an­ge­ge­ben hat­te, zunächst mit 10,00 Eu­ro täglich be­gon­nen und dann sei­ne Ent­nah­men im­mer wei­ter ge­stei­gert zu ha­ben, bis es an „Spit­zen­ta­gen“ zu 500,00 bis 600,00 Eu­ro ge-


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kom­men sei. In ei­nem Scha­dens­er­satz­pro­zess hätte bei der ge­ge­be­nen Sach­la­ge die Scha­densschätzung durch ein Ge­richt nach § 287 ZPO rechts­feh­ler­frei auch höher aus­fal­len können. Die Sit­ten­wid­rig­keit lässt sich da­her aus der Höhe des an­er­kann­ten Scha­dens nicht ab­lei­ten.

d) Das no­ta­ri­el­le Schuld­an­er­kennt­nis ist auch nicht des­halb sit­ten­wid­rig,
weil der Kläger sich da­mit zur Zah­lung ei­nes Be­tra­ges nebst Zin­sen ver­pflich­tet hat, den er bei gleich­blei­ben­den Ein­kom­mens­verhält­nis­sen erst nach Jahr­zehn­ten oder über­haupt nicht vollständig zurück­zah­len kann. Es verstößt grundsätz­lich nicht ge­gen die gu­ten Sit­ten, sich in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung auch zu Leis­tun­gen zu ver­pflich­ten, die nur un­ter be­son­ders güns­ti­gen Be­din­gun­gen er­bracht wer­den können (BGH 16. Ja­nu­ar 1997 - IX ZR 250/95 - zu II 3 der Gründe mwN, NJW 1997, 1980). Mit der ein­geräum­ten mo­nat­li­chen Ra­ten­zah­lung iHv. 200,00 Eu­ro, die die jähr­li­che Ver­zin­sung auf dem Ka­pi­tal­markt nicht ab­deckt und die Voll­stre­ckungsmöglich­keit der Be­klag­ten be­schränkt, ist ei­ne wirt­schaft­li­che Kne­be­lung des Klägers eben­falls nicht er­folgt. Im Übri­gen geht es um Ansprüche aus ei­ge­nen un­er­laub­ten Hand­lun­gen des Klägers und nicht et­wa um ei­ne Mit­haf­tungsüber­nah­me oder Bürg­schafts­erklärung, bei der die Be­klag­te in sitt­lich anstößiger Wei­se die emo­tio­na­le Ver­bun­den­heit des Klägers mit ei­nem Haupt­schuld­ner aus­ge­nutzt hätte, um ei­ne übermäßig fi­nan­zi­ell be­las­ten­de Per­so­nal­si­cher­heit zu er­lan­gen (vgl. da­zu BGH 16. Ju­ni 2009 - XI ZR 539/07 - Rn. 18 mwN, NJW 2009, 2671).

e) Die Be­klag­te hat zur Ab­ga­be des no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses
kein un­erträgli­ches Über­ge­wicht da­durch her­ge­stellt, dass sie dem Kläger je­de Über­le­gungs­frist ge­nom­men hätte. Ab­ge­se­hen da­von, dass kei­ne oder nur ei­ne kur­ze Über­le­gungs­frist al­len­falls die An­fecht­bar­keit des Rechts­geschäfts we­gen Dro­hung nach sich zieht (BAG 15. März 2005 - 9 AZR 502/03 - zu II 3 a der Gründe mwN, BA­GE 114, 97 = AP BGB § 781 Nr. 7 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 2), hat die Be­klag­te dem Kläger be­reits nach des­sen Be­kun­den nicht jeg­li­che Über­le­gungs­frist ge­nom­men, wie das Be­ru­fungs­ge­richt fest­ge­stellt hat. Zwi­schen dem Gespräch und der Fahrt nach M war­te­te der Kläger ei­ne Drei­vier­tel­stun­de, oh­ne dass Ver­tre­ter der Be­klag­ten zu­ge­gen wa­ren. Et­wa eben­so


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lang dürf­te dann die Fahrt zum No­tar ge­dau­ert ha­ben, des­sen vom Kläger selbst wie­der­ge­ge­be­ner Hin­weis, er müsse das Schuld­an­er­kennt­nis nicht un­ter­schrei­ben, auch die Ge­le­gen­heit dar­stell­te, zwi­schen­zeit­lich an­ge­stell­te Über­le­gun­gen und nach dem Gespräch auf­ge­tauch­te Be­den­ken zu äußern.

f) Rechts­feh­ler­frei hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt auch an­ge­nom­men, dass
die Be­klag­te kei­ne „Geschäfts­un­er­fah­ren­heit“ des Klägers aus­nutz­te, um zum Schuld­an­er­kennt­nis zu ge­lan­gen. Dass der Kläger als aus­ge­bil­de­ter Ein­zel­han­dels­kauf­mann mit vierjähri­ger Be­rufs­er­fah­rung und im Al­ter von 22 Jah­ren über­bli­cken konn­te, was er zu­ge­ge­ben hat­te und wo­zu er sich ver­pflich­te­te, durf­te die Be­klag­te oh­ne Ver­s­toß ge­gen die gu­ten Sit­ten an­neh­men.

g) Selbst nach dem Vor­brin­gen des Klägers ist nicht auf ei­ne Zwangs­la­ge
bei Ab­ga­be des no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses zu schließen, die die Be­klag­te sit­ten­wid­rig aus­ge­nutzt hätte.

Der Kläger hat nicht vor­ge­tra­gen, auf der Fahrt zum oder beim No­tar

sei­en Dro­hun­gen aus­ge­spro­chen oder Druck auf­ge­baut wor­den. Sei­nem Vor­brin­gen ist auch nicht zu ent­neh­men, dass schon ei­ne im Büro des Großmarkts auf­ge­bau­te un­erträgli­che „Droh­ku­lis­se“ bis un­mit­tel­bar vor Ab­schluss des no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses fort­wirk­te. Zu­dem hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt hin­sicht­lich der Si­tua­ti­on im Großmarkt fest­ge­stellt, dass von ei­ner Zwangs­la­ge des Klägers nicht aus­ge­gan­gen wer­den kann. Die Re­vi­si­on hat das Ver­fah­ren, das zu die­ser Fest­stel­lung geführt hat, nicht mit ei­ner zulässi­gen und be­gründe­ten Ver­fah­rensrüge an­ge­grif­fen, wo­mit die­se Fest­stel­lun­gen für das Re­vi­si­ons­ge­richt bin­dend sind (§ 559 Abs. 2 ZPO). Mit den Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts geht im Übri­gen auch die Re­vi­si­on nun­mehr da­von aus, dass dem Kläger nicht mit ei­ner „Frei­heits­stra­fe“, son­dern mit ei­ner Straf­an­zei­ge ge­droht wor­den ist. Da­durch ge­riet der Kläger in kei­ne anstößige Zwangs­la­ge, weil je­der verständi­ge Ar­beit­ge­ber in der da­ma­li­gen Si­tua­ti­on die Er­stat­tung ei­ner An­zei­ge in Erwägung ge­zo­gen hätte. Denn der Kläger hat­te nicht in Ab­re­de ge­stellt, Pfand­beträge un­be­rech­tig­ter­wei­se an sich selbst aus­be­zahlt zu ha­ben und die Be­tei­lig­ten stimm­ten auch übe­rein, dass ein Pro­blem deut­lich jen­seits des Be­reichs ei­nes Ba­ga­tell­de­likts zu be­rei­ni­gen war.


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IV. Zu­tref­fend hat es das Be­ru­fungs­ge­richt nicht als rechts­miss­bräuch­lich
(§ 242 BGB) an­ge­se­hen, wenn sich die Be­klag­te auf das An­er­kennt­nis be­ruft. Selbst wenn sie das Fehl­ver­hal­ten des Klägers durch feh­len­de Kon­trol­len er­leich­tert ha­ben soll­te, stellt dies kei­nen Rechts­ver­s­toß im Zu­sam­men­hang mit der Ab­ga­be des no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses dar. Wie­der­um gilt, dass vor­lie­gend nicht in ei­nem Scha­dens­er­satz­pro­zess die Fra­ge ei­nes Mit­ver­schul­dens des Geschädig­ten zu be­ur­tei­len war, son­dern ob die Be­klag­te we­gen ei­ner ti­tu­lier­ten Scha­dens­er­satz­for­de­rung voll­stre­cken darf.

V. Sch­ließlich hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die An­fech­tung sei­ner zum
no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis führen­den Wil­lens­erklärung des Klägers oh­ne Rechts­feh­ler für un­wirk­sam be­fun­den. Schon nach sei­nem ei­ge­nen Vor­brin­gen steht dem Kläger ein An­fech­tungs­grund nicht zur Sei­te. Un­mit­tel­bar vor Un­ter­zeich­nung des Schuld­an­er­kennt­nis­ses beim No­tar ist dem Kläger nicht ge­droht wor­den. Die Dro­hung mit ei­ner Straf­an­zei­ge im Großmarkt war, selbst wenn sie bis zum No­tar „fort­ge­wirkt“ ha­ben soll­te, nicht wi­der­recht­lich. Die Dro­hung mit ei­ner Straf­an­zei­ge ist dann rechtmäßig, wenn sie nur da­zu dient, den Täter zur Wie­der­gut­ma­chung des Scha­dens zu ver­an­las­sen (Münch­KommBGB/Kra­mer § 123 Rn. 43). Da der Kläger nicht in Ab­re­de ge­stellt hat­te, un­be­rech­tig­ter­wei­se Pfand­beträge in er­heb­li­cher Höhe an sich selbst aus­be­zahlt zu ha­ben, la­gen aus­rei­chend An­halts­punk­te dafür vor, dass er die Be­klag­te geschädigt hat­te; die Er­stat­tung ei­ner Straf­an­zei­ge er­schien da­her als adäqua­tes Mit­tel zur Aufklärung des Sach­ver­hal­tes. Ei­ne sol­che Dro­hung ist nicht wi­der­recht­lich, da das Mit­tel, al­so das an­ge­droh­te Ver­hal­ten und der Zweck, dh. das er­reich­te Schuld­an­er­kennt­nis nicht, auch nicht in der Ver­knüpfung, wi­der­recht­lich sind (Pa­landt/ El­len­ber­ger § 123 Rn. 19; BAG 10. Ok­to­ber 2002 - 8 AZR 8/02 - zu II 3 b bb der Gründe mwN, BA­GE 103, 71 = AP TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 169 = EzA TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 158). Ein Gläubi­ger darf ver­meint­li­che Scha­dens­er­satz­ansprüche un­abhängig da­von gel­tend ma­chen, ob er sie be­wei­sen kann. Der er­streb­te Zweck, nämlich die Si­che­rung die­ser Ansprüche durch Schuld­an­er­kennt­nis ist - für sich be­trach­tet - noch nicht rechts­wid­rig, so­lan­ge der Gläubi­ger je­den­falls vom Be­ste­hen der Schuld aus­ge­hen darf (BAG 10. Ok­to­ber 2002 - 8 AZR 8/02 - aaO).


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Der Kläger ist auch nicht arg­lis­tig getäuscht wor­den. Sei­ner Be-

haup­tung, ihm sei ge­sagt wor­den, es ge­be „Be­wei­se für ei­nen an­geb­lich ent­wen­de­ten Geld­be­trag in Höhe von ins­ge­samt 110.000,00 Eu­ro“ ist das Be­ru­fungs­ge­richt zu Recht schon des­we­gen nicht wei­ter nach­ge­gan­gen, da der Kläger für die­se Be­haup­tung be­weisfällig ge­blie­ben ist.

VI. Nach­dem die Be­klag­te das no­ta­ri­el­le Schuld­an­er­kennt­nis zu Recht

er­hal­ten hat, die Ur­kun­de we­der nach ih­rem In­halt nich­tig noch in ih­rer Wir­kung be­schränkt ist, sind Her­aus­ga­be­ansprüche aus §§ 321 oder 812 Abs. 1 BGB nicht er­sicht­lich.

C. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.

Hauck Böck Brein­lin­ger

Die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Morsch ist we­gen Ab­lauf der Amts­zeit an der Un­ter­schrifts­leis­tung ver­hin­dert.

N. Schus­ter

Hauck

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