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Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Ak­tu­el­les Ar­beits­recht 2007: Ur­tei­le, Ge­setz­ge­bung, Eu­ro­pa­recht, Ar­beit & So­zia­les

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie ju­ris­ti­sche Be­wer­tun­gen ak­tu­el­ler Ur­tei­le und Ge­set­zes­än­de­run­gen auf dem Ge­biet des Ar­beits- und So­zi­al­rechts im Jahr 2007. Wir in­for­mie­ren Sie auch lau­fend über das eu­ro­päi­sche Ar­beits­recht, ins­be­son­de­re über Ur­tei­le des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) zum Ar­beits­recht.

Da die Bei­trä­ge ak­tua­li­täts­be­dingt auf teil­wei­se un­voll­stän­di­gen In­for­ma­tio­nen be­ru­hen (ins­be­son­de­re auf ge­richt­li­chen Pres­se­mel­dun­gen über Ur­tei­le, die im Voll­text noch nicht vor­lie­gen), ha­ben sie oft vor­läu­fi­gen Cha­rak­ter.

Äl­te­re Bei­trä­ge ge­ben da­her nicht im­mer den zwi­schen­zeit­lich er­reich­ten Stand der ar­beits- und so­zi­al­recht­li­chen Dis­kus­si­on wie­der.

Bei­trä­ge aus an­de­ren Jah­ren fin­den Sie un­ter Ar­beits­recht 2016, Ar­beits­recht 2015, Ar­beits­recht 2014, Ar­beits­recht 2013, Ar­beits­recht 2012, Ar­beits­recht 2011, Ar­beits­recht 2010, Ar­beits­recht 2009, Ar­beits­recht 2008, Ar­beits­recht 2006, Ar­beits­recht 2005, Ar­beits­recht 2004, Ar­beits­recht 2003, Ar­beits­recht 2002 und un­ter Ar­beits­recht 2001.

07/91 Rechtzeitiges Vorbringen von Gründen für die Unwirksamkeit einer Kündigung gemäß § 6 KSchG

28.12.2007. Ver­tre­ter von Ar­beit­neh­mern soll­ten ih­re Mus­ter­kla­gen für Kündi­gungs­schutz­pro­zes­se über­prüfen und ggf. ergänzen, falls die­se kei­ne Be­ru­fung auf die prak­tisch wich­tigs­ten Un­wirk­sam­keits­gründe außer­halb von § 1 KSchG ent­hal­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 08.11.2007, 2 AZR 314/06.

07/90 Diskriminierung jüngerer Arbeitnehmer bei Kündigungsfristen

21.12.2007. Was tun ge­gen die eu­ro­pa­rechts­wid­ri­ge Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung jünge­rer Ar­beit­neh­mer bei den ge­setz­li­chen Kündi­gungs­fris­ten? Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg und das LAG Düssel­dorf ge­hen ver­schie­de­ne We­ge bei der An­wen­dung bzw. Nicht-An­wen­dung von § 622 Abs.2 Satz 2 Bürger­li­ches Ge­setz­buch (BGB): LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 24.07.2007, 7 Sa 561/07; LAG Düssel­dorf, Be­schluss vom 21.11.2007, 12 Sa 1311/07.

07/89 Richtlinienentwürfe zur Arbeitszeitregelung und Zeitarbeit gescheitert

20.12.2007. Kei­ne Ei­ni­gung im Mi­nis­ter­rat: Richt­li­nie zur Zeit­ar­beit und Entschärfung der Ar­beits­zeit­richt­li­nie sind vor­erst ge­schei­tert.

07/88 Mindestlohn in der Postbranche

03.12.2007. Da um­strit­ten ist, ob der An­fang Sep­tem­ber 2007 zwi­schen der Post und der ver.di aus­ge­han­del­te TV Min­dest­lohn von der An­zahl der er­fass­ten Ar­beits­verhält­nis­se her die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung erfüllt, ha­ben Post und ver.di nach­ge­bes­sert und am 29.11.2007 ei­nen wei­te­ren, vom An­wen­dungs­be­reich her en­ger ge­fass­ten Ta­rif­ver­trag ver­ein­bart.

07/87 Grünbuch Arbeitsrecht

30.11.2007. Das vor ei­nem Jahr von der Eu­ropäischen Kom­mis­si­on vor­ge­leg­te Grünbuch „Ein mo­der­nes Ar­beits­recht für die Her­aus­for­de­run­gen des 21. Jahr­hun­derts“ ist vom Tisch: Brüsse­ler Vor­ga­ben für ei­ne um­fas­sen­de Har­mo­ni­sie­rung des eu­ropäischen Ar­beits­rechts wird es vor­erst nicht ge­ben.

07/86 Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht

29.11.2007. Buch­be­spre­chung: Ru­di Müller-Glöge, Ul­rich Preis und In­grid Schmidt: Er­fur­ter Kom­men­tar zum Ar­beits­recht, C.H. Beck; 8. Auf­la­ge 2008 (2805 Sei­ten, 160,00 EUR).

07/85 Keine Sperrzeit bei Herstellung einer „Erziehungsgemeinschaft“

28.11.2007. Wer kündigt, um zu sei­nem Le­bens­part­ner in ei­ne an­de­re Stadt zu zie­hen, muss mit ei­ner Sperr­zeit beim Be­zug von Ar­beits­lo­sen­geld rech­nen - es sei denn, der Um­zug dient der Er­zie­hung ei­nes ge­mein­sa­men Kin­des. Die­se Aus­nah­me hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) nun­mehr er­wei­tert: Auch die be­ab­sich­tig­te ge­mein­sa­me Be­treu­ung ei­nes Kin­des, das nur von ei­nem der bei­den nicht­ehe­li­chen Part­ner ab­stammt, kann ein wich­ti­ger Grund für die Lösung des Ar­beits­verhält­nis­ses sein: BSG, Ur­teil vom 17.11.2007, B 11a/7a AL 52/06 R.

07/84 Einmalige Befristung eines Arbeitsvertrages im Anschluss an eine Berufsausbildung

27.11.2007. Ei­ne Be­fris­tung gemäß § 14 Abs.1 Satz 2 Nr.2 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG), der die Be­fris­tung "im An­schluss an ei­ne Aus­bil­dung oder ein Stu­di­um" er­laubt, kann nur ein­malb­zw. in ei­nem ers­ten Ar­beits­ver­trag nach Aus­bil­dung oder Stu­di­um ver­ein­bart wer­den. Wei­te­re (Fol­ge-)Be­fris­tun­gen sind durch § 14 Abs.1 Satz 2 Nr.2 Tz­B­fG nicht ge­deckt, da der Ar­beit­neh­mer dann nicht mehr „im An­schluss an ei­ne Aus­bil­dung oder ein Stu­di­um“, son­dern im An­schluss an ein nor­ma­les Ar­beits­verhält­nis beschäftigt wird: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 10.10.2007, 7 AZR 795/06.

07/83 Arbeitslosengeld nach Elternzeit

26.11.2007. Wer nach Be­en­di­gung sei­ner El­tern­zeit ar­beits­los wird, erhält nach den Vor­schrif­ten des Drit­ten Buchs So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) ein pau­schal be­rech­ne­tes Ar­beits­lo­sen­geld: Zur Be­rech­nung wird nämlich je nach der „Qua­li­fi­ka­ti­ons­stu­fe“ des Ar­beits­lo­sen ein fik­ti­ver Pau­schal­be­trag als Be­mes­sungs­ent­gelt an­ge­setzt, und die­se pau­scha­le Ent­gelt liegt oft un­ter dem vor der El­tern­zeit zu­letzt er­ziel­ten Ar­beits­ent­gelt. Nach ei­nem Ur­teil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts (LSG) Ber­lin-Bran­den­burg ist das rech­tens: LSG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 16.10.2007, L 12 AL 318/06.

07/82 Mobbing durch Chefarzt

23.11.2007. Sieht ein Vor­ge­setz­ter, der ei­nen Un­ter­ge­be­nen "mobbt", die ge­sund­heitsschädi­gen­den Fol­gen sei­nes Ver­hal­tens nicht vor­aus, so be­steht trotz­dem ei­ne Scha­dens­er­satz­pflicht, falls die­se Ge­sund­heitsschäden kau­sal auf das Mob­bing zurück­zuführen sind. Da der Ar­beit­ge­ber (hier: ein Kran­ken­haus­träger) für das Ver­hal­ten lei­ten­der An­ge­stell­ter (hier: ei­nes Chef­arz­tes) ein­zu­ste­hen hat, trifft die Scha­dens­er­satz­pflicht auch den Ar­beit­ge­ber: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.10.2007, 8 AZR 593/06.

07/81 BSG: Keine Sperrzeit nach Kündigung und Abfindungsvergleich

22.11.2007. Führt der Ar­beit­neh­mer ei­nen Kündi­gungs­schutz­pro­zess und be­en­det ihn durch ei­nen Ab­fin­dungs­ver­gleich, ist er vor ei­ner Sperr­zeit zwar nicht ab­so­lut bzw. in al­len Fällen geschützt, aber doch in al­ler Re­gel, d.h. im­mer dann, wenn kein "Um­ge­hungs­geschäft" vor­liegt: Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Ur­teil vom 17.10.2007, B 11a AL 51/06 R.

07/80 Rabiate Stichtagsregelungen nützen nichts

21.11.2007. Vom Ar­beit­ge­ber vor­for­mu­lier­te Ar­beits­ver­trags­klau­seln können Gra­ti­fi­ka­tio­nen nur in en­gen Gren­zen da­von abhängig ma­chen, dass das Ar­beits­verhält­nis am 01. April des Fol­ge­jah­res noch be­steht. Wird ein Bo­nus von ei­ner sol­chen Stich­tags­re­ge­lung abhängig ge­macht, kommt es auf die Höhe des Bo­nus an: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.10.2007, 10 AZR 825/06.

07/79 Altersgrenze von 60 Jahren bei Lufthansapiloten ist rechtens

20.11.2007. Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) erklärt die für Luft­han­sa-Pi­lo­ten gel­ten­de Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren trotz des recht­li­chen Ver­bots ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters für rech­tens: Hes­si­sches LAG, Ur­teil vom 15.10.2007, 17 Sa 809/07.

07/78 Reform der Pflegeversicherung

19.11.2007. Die Bun­des­re­gie­rung hat ei­ne Erhöhung des Bei­trags­sat­zes zur Pfle­ge­ver­si­che­rung zum 01.07.2008 von der­zeit 1,7 Pro­zent auf 1,95 Pro­zent be­schlos­sen. Für Kin­der­lo­se steigt der Bei­trag von 1,95 Pro­zent auf 2,2 Pro­zent. Außer­dem er­hal­ten Ar­beit­neh­mer das Recht zur un­be­zahl­ten Frei­stel­lung für die Pfle­ge na­her An­gehöri­ger: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur struk­tu­rel­len Wei­ter­ent­wick­lung der Pfle­ge­ver­si­che­rung (Pfle­ge-Wei­ter­ent­wick­lungs­ge­setz).

07/77 Zwangsverrentung als Mittel zur Beschäftigungsförderung?

16.11.2007. Der Eu­ropäische Ge­richts­hof (EuGH) lässt den Mit­glied­staa­ten der Eu­ropäischen Uni­on in Ab­kehr von sei­nem Man­gold-Ur­teil weit­ge­hend freie Hand bei der ar­beits­recht­li­chen Fest­le­gung von Al­ters­gren­zen. Da­mit wird das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung im Er­werbs­le­ben we­gen des Al­ters weit­ge­hend auf­ge­weicht: EuGH, Ur­teil vom 16.10.2007, Rs. C-411/05 (Pa­la­ci­os de la Vil­la).

07/76 Lokführer dürfen im Güterverkehr und im Personenfernverkehr streiken.

15.11.2007. Das Säch­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) hat ein ar­beits­ge­richt­li­ches Ur­teil, das der Ge­werk­schaft Deut­scher Lokführer (GDL) ei­nen Streik un­ter­sagt hat, un­ter Be­ru­fung auf den Grund­rechts­schutz des Ar­beits­kampfs auf­ge­ho­ben. Der Grund­satz der Ta­rif­ein­heit half der be­streik­ten Deut­schen Bahn AG als Ar­gu­ment nicht wei­ter: Säch­si­sches LAG, Ur­teil vom 02.11.2007, 7 Sa­Ga 19/07.

07/75 Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2008

14.11.2007. Das Bun­des­ka­bi­nett hat am 17.10.2007 die So­zi­al­ver­si­che­rungs-Re­chen­größen­ver­ord­nung für das kom­men­de Jahr 2008 be­schlos­sen.

07/74 Kein Sonderkündigungsrecht nach § 12 KSchG bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit

13.11.2007. Wer während des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses ei­ne neue Ar­beit fin­det und den Pro­zess ge­winnt, kann sein al­tes Ar­beits­verhält­nis bin­nen ei­ner Wo­che nach Rechts­kraft des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils kündi­gen. Grund­la­ge die­ses Son­derkündi­gungs­rechts ist § 12 Satz 1 Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG). In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) geklärt, ob die­ses Recht auch dem­je­ni­gen zu­steht, der ei­ne selbständi­ge Tätig­keit auf­nimmt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.10.2007, 6 AZR 662/06.

07/73 Sperrzeit bei Aufhebungsverträgen

12.11.2007. Die Ar­beits­agen­tu­ren sind an­ge­wie­sen, kei­ne Sperr­zeit bei Auf­he­bungs­verträgen mit Ab­fin­dungs­re­ge­lung zu verhängen, wenn der Ar­beit­ge­ber an­sons­ten ei­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung aus­ge­spro­chen hätte und wenn die Ab­fin­dung 0,25 bis 0,5 Mo­nats­gehälter pro Beschäfti­gungs­jahr beträgt.

07/72 Arbeitsrechtliche Aufhebungsverträge

08.11.2007. Buch­be­spre­chung: Jobst-Hu­ber­tus Bau­er, Ar­beits­recht­li­che Auf­he­bungs­verträge. Hand­buch, Beck Ver­lag, 8. Auf­la­ge 2007 (732 Sei­ten, 54,00 EUR)

07/71 Arbeitsrecht im Krankenhaus

06.11.2007. Buch­be­spre­chung: Weth, Tho­mae, Reich­hold (Hrsg.), Ar­beits­recht im Kran­ken­haus, Köln 2007, Ver­lag Dr. Ot­to Schmidt (989 Sei­ten, 99,00 EUR)

07/70 Es gibt kein „Bruttoarbeitslosengeld“

01.11.2007. Ar­beit­neh­mer, die für die Zeit nach Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot ver­ein­bart ha­ben, er­hal­ten dafür ei­ne Ka­ren­zentschädi­gung. Auf die­se ist das Ar­beits­lo­sen­geld an­zu­rech­nen, falls Ar­beits­lo­sen­geld plus Ka­ren­zentschädi­gung das zu­letzt be­zo­ge­ne Ar­beits­ein­kom­men um mehr als 10 Pro­zent über­stei­gen. Fin­di­ge Ar­beit­ge­ber ar­gu­men­tie­ren hier, dass zum Ar­beits­lo­sen­geld auch der Wert der so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Ab­si­che­rung während des Ar­beits­lo­sen­geld­be­zugs hin­zu­zu­rech­nen ist. Die­ser Be­rech­nungs­wei­se hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) München in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ei­ne Ab­sa­ge er­teilt: LAG München, Ur­teil vom 14.08.2007, 4 Sa 189/07.

07/69 BAG: Mitbestimmung bei Beschäftigung von „Ein-Euro-Jobbern“

31.10.2007. Wenn der Ar­beit­ge­ber ei­nen er­werbsfähi­gen Hil­fe­bedürf­ti­gen beschäftigt, d.h. ei­nen sog. Ein-Eu­ro-Job­ber, wird mit die­ser Beschäfti­gung kein Ar­beits­verhält­nis be­gründet. Denn das Verhält­nis zwi­schen ei­nem Ein-Eu­ro-Job­ber und der Beschäfti­gungs­stel­le ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) "öffent­lich-recht­lich aus­ge­stal­tet". Trotz­dem un­ter­liegt die Ein­glie­de­rung von Ein-Eu­ro-Job­bern in den Be­trieb der Mit­be­stim­mung des Be­triebs­rats gemäß § 99 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG): Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 02.10.2007, 1 ARB 60/06.

07/68 Gleichbehandlung bei Sonderzahlungen

30.10.2007. Ver­folgt der Ar­beit­ge­ber mit ei­ner Ein­mal­zah­lung wie z.B. ei­nem Weih­nachts­geld ver­schie­de­ne und teil­wei­se un­kla­re Zwe­cke, können Ar­beit­neh­mer aus dem ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ei­nen An­spruch auf Zah­lung her­lei­ten, wenn die­se Zweck­set­zun­gen auch bei ih­nen (teil­wei­se) zu­tref­fen. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­ni­gen Par­al­lel-Ur­tei­len vom 26.09.2007, die den­sel­ben Be­trieb be­tra­fen, klar­ge­stellt: BAG, Ur­teil vom 26.09.2007, 10 AZR 568/06; BAG, Ur­teil vom 26.09.2007, 10 AZR 569/06; BAG, Ur­teil vom 26.09.2007, 10 AZR 570/06.

07/67 Arbeitsvertragliche Verweise auf Leiharbeitstarifverträge

29.10.2007. Ar­beits­ver­trag­li­che Be­zug­nah­men auf Ta­rif­verträge der Leih­ar­beits­bran­che schließen nach dem Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ge­setz (AÜG) den An­spruch des Leih­ar­beit­neh­mers auf "equal pay" aus, d.h. im Fal­le der Gel­tung von Leih­ar­beits­ta­rif­verträgen ha­ben Leih­ar­beit­neh­mer kei­nen An­spruch auf den der glei­che Be­zah­lung wie ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­mer des Ent­lei­her­be­triebs. Wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung klar­ge­stellt hat, müssen sol­che ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­wei­se auf Leih­ar­beits­ta­rif­verträge aber ein­deu­tig sein, da sie sonst den An­spruch auf equal pay nicht aus­sch­ließen: BAG, Ur­teil vom 19.09.2007, 4 AZR 656/06.

07/66 Witwenrenten auf dem Prüfstand des Diskriminierungsverbots

26.10.2007. Vie­le Ver­sor­gungs­ord­nun­gen, die für Be­triebs­ren­ten maßgeb­lich sind oder für be­rufs­grup­pen­be­zo­ge­ne Ver­sor­gungs­wer­ke gel­ten, se­hen vor, dass Wit­wen- bzw. Wit­wer­ren­ten nur an ehe­mals Ver­hei­ra­te­te zu zah­len sind. Da­durch wer­den schwu­le und les­bi­sche Le­bens­ge­mein­schaf­ten bei dem Be­zug sol­cher Ren­ten ge­genüber he­te­ro­se­xu­el­len Paa­ren be­nach­tei­ligt. Das ist ei­ne eu­ro­pa­rechts­wid­ri­ge Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der se­xu­el­len Iden­tität: Schluss­anträge des Ge­ne­ral­an­walts Dáma­so Ruiz-Ja­rabo Co­lo­mer, vom 06.09.2007, Rs. 267/06 (Ta­dao Ma­ru­ko).

07/65 Betriebsrentenanpassung bei Unternehmensverschmelzung

25.10.2007. Fu­sio­niert ein wirt­schaft­lich schwa­ches Un­ter­neh­men mit ei­nem er­trags­star­ken Un­ter­neh­men, so ha­ben die Be­triebs­rent­ner ei­nen neu­en Schuld­ner ih­rer Ren­ten­ansprüche, nämlich das aus der Ver­schmel­zung her­vor­ge­gan­ge­ne neue Un­ter­neh­men. Das ist wirt­schaft­lich bes­ser auf­ge­stellt als das durch die Ver­schmel­zung un­ter­ge­gan­ge­ne wirt­schaft­lich schwa­che Un­ter­neh­men. In ei­ner sol­che Si­tua­ti­on ha­ben die Be­triebs­rent­ner des ehe­ma­li­gen schwa­chen Un­ter­neh­mens ei­nen An­spruch auf An­pas­sung ih­rer Be­triebs­ren­ten nach oben, wo­bei die An­pas­sun­gen zum Zeit­punkt der Ver­ein­ba­rung der Fu­si­on vor­zu­neh­men ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 31.07.2007, 3 AZR 810/05.

07/64 Gehaltserhöhung per Gesetz?

24.10.2007. Die CDU-Frak­ti­on im Hes­si­schen Land­tag brach­te im Au­gust 2007 ei­nen Ge­setz­ent­wurf in den Land­tag ein, dem zu­fol­ge das Land Hes­sen als Ge­setz­ge­ber, d.h. auf ei­ge­ne Faust oh­ne ta­rif­ver­trag­li­che Ei­ni­gung mit ei­ner Ge­werk­schaft, ei­ne Loh­nerhöhung für sei­ne Ta­rif­an­ge­stell­ten um­set­zen soll. Das Ge­setz soll erst am 31.12.2012 außer Kraft tre­ten: Ge­setz­ent­wurf der Frak­ti­on der CDU vom 21.08.2007, Hes­si­scher Land­tag, Drucks. 16/7637.

07/63 Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung

23.10.2007. Gemäß ei­nem ak­tu­el­len Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung für ein Ge­setz zur Ände­rung des Drit­ten Buchs So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) sol­len die Beiträge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung von der­zeit 4,2 Pro­zent des Brut­to­lohns auf 3,9 Pro­zent ge­senkt wer­den. Die Bei­trags­sen­kung soll im nächs­ten Jahr zum 01.08.2008 in Kraft tre­ten: Sechs­tes Ge­setz zur Ände­rung des Drit­ten Buchs So­zi­al­ge­setz­buch und an­de­rer Ge­set­ze, Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 13.09.2007, Bun­des­rat Druck­sa­che 633/07.

07/62 Entwurf eines Mindestlohngesetzes liegt vor

22.10.2007. Der von Rhein­land-Pfalz am 04.09.2007 in den Bun­des­rat ein­ge­brach­te Min­dest­l­ohn­ge­setz­ent­wurf soll ei­ne bran­chenüberg­rei­fen­de ge­setz­li­che Min­dest­lohn­fest­set­zung ermögli­chen. Vor­bild ist Großbri­tan­ni­en: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes über die Fest­set­zung des Min­dest­lohns (Min­dest­l­ohn­ge­setz - Mind­L­ohnG), Ge­set­zes­an­trag des Lan­des Rhein­land-Pfalz, Bun­des­rat, Drucks. 622/07 vom 04.09.2007.

07/61 Aufnahme der Briefdienstleistungsbranche in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) geplant

19.10.2007. Die ge­plan­te zwei­te Ände­rung des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes (AEntG) be­zieht "Brief­dienst­leis­tun­gen" in das Ge­setz ein. Wird das Ge­setz be­schlos­sen und wird der am 04.09.2007 zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber­ver­band Post­diens­te e.V. (bzw. der Deut­schen Post AG) und der ver.di aus­ge­han­del­te „Ta­rif­ver­trag zur Re­ge­lung der Min­destlöhne in der Bran­che Post­diens­te (TV Min­dest­lohn)“ für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt, dann müssen al­le in- und ausländi­schen An­bie­ter von Brief­dienst­leis­tun­gen ih­ren Zu­stel­lern ei­nen Min­dest­lohn von 9,80 EUR (West) bzw. 9,00 EUR (Ost) be­zah­len: Zwei­tes Ge­setz zur Ände­rung des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes, Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 20.09.2007, Bun­des­rat Druck­sa­che 644/07.

07/60 Darf die GDL für einen Lokführertarif streiken?

18.10.2007. Ein Streik der Lokführer mag für vie­le ein Ärger­nis sein, ist aber aus ju­ris­ti­scher Sicht ei­ne recht­lich er­laub­te und da­mit hin­zu­neh­men­de Betäti­gung des Ko­ali­ti­ons­grund­rechts des Strei­ken­den und ih­rer Ge­werk­schaft, der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tivführer (GDL).

07/59 Gesetzliche Neuregelungen

02.10.2007. Zu An­fang Ok­to­ber sind zwei ar­beits­markt­po­li­ti­sche Beschäfti­gungs­pro­gram­me in Kraft ge­tre­ten: Ju­gend­li­che Ar­beits­lo­se und Lang­zeit­ar­beits­lo­se mit be­son­de­ren Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen können durch neue Zuschüsse der Ar­beits­agen­tur gefördert wer­den.

07/58 Lausige Zeiten für Arbeitsrechtler?

01.10.2007. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les hat am 10.08.2007 die Sta­tis­tik der Ar­beits­ge­richts­bar­keit 2006 veröffent­licht. Hier fin­den Sie ei­ni­ge An­mer­kun­gen zu den ak­tu­el­len Zah­len und Trends.

07/57 Diskussionsentwurf für ein modernes einheitliches Arbeitsvertragsgesetz

28.09.2007. Der Kölner Pro­fes­so­ren­ent­wurf zum Ar­beits­ver­trags­recht führt die zer­split­ter­te ar­beits­recht­li­che Ge­setz­ge­bung aus ins­ge­samt rund 30 Ein­zel­ge­set­zen in ei­nem ein­zi­gen Ge­setz zu­sam­men, das Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern ge­recht zu wer­den ver­sucht.

07/56 Ein Jahr Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

27.09.2007.07/56 Ein Jahr All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG): Die befürch­te­te Kla­ge­wel­le in­fol­ge mas­sen­haf­ten "AGG-Hop­pings" blieb aus.

07/55 Falsche Ärztin an Hamburger Universitätsklinikum

26.09.2007. Wer den Ar­beit­ge­ber bei der Ein­stel­lung über ei­ne für die Tätig­keit not­wen­di­ge aka­de­mi­sche Qua­li­fi­ka­ti­on täuscht, ris­kiert die An­fech­tung des Ar­beits­ver­trags für den Fall, dass der Schwin­del auf­fliegt. Aber nicht nur das: Hoch­stap­ler müssen dem Ar­beit­ge­ber in der Re­gel so­gar das be­zo­ge­ne Ge­halt zurück­zah­len. Das gilt je­den­falls dann, wenn der Hoch­stap­ler ei­ne ärzt­li­che Ap­pro­ba­ti­on vortäuscht, denn hier hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt be­reits vor ei­ni­gen Jah­ren ei­ne Rück­zah­lungs­pflicht an­ge­nom­men (BAG, Ur­teil vom 03.11.2004, 5 AZR 592/03). Für die vor kur­zem be­kannt ge­wor­de­nen Vortäuschung ei­ner Ap­pro­ba­ti­on am Uni­ver­sitätskli­ni­kum Ep­pen­dorf be­deu­tet das, dass es für die Schein-Ärz­tin teu­er wer­den könn­te.

07/54 Abschied von der Gleichstellungsabrede – Teil II

25.09.2007. Ver­wei­se auf Ta­rif­verträge in For­mu­lar­ar­beits­verträgen führen nach der ak­tu­el­len Recht­spre­chung des BAG (vier­ter Se­nat) da­zu, dass die in be­zug ge­nom­me­nen Ta­rif­nor­men zum Be­stand­teil des Ar­beits­ver­trags wer­den, und zwar mit­samt den künf­ti­gen Ta­rif­ver­tragsände­run­gen. Kommt es zum Be­triebsüber­gang und gilt beim Über­neh­mer ein an­de­rer (schlech­te­rer) Ta­rif, be­hal­ten die über­ge­gan­ge­nen Ar­beit­neh­mer da­her "ih­ren" Ta­rif­ver­trag, und zwar zu­min­dest in der Fas­sung, die der Ta­rif­ver­tra zum Zeit­punkt des Über­gangs hat­te: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 29.08.2007, 4 AZR 765/06 und Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 29.08.2007, 4 AZR 767/06.

07/53 Lohndiskriminierung durch Verweigerung eines „beamtenähnlichen“ Arbeitsvertrags

24.09.2007. Ein all­ge­mei­nes Prin­zip der Lohn­fin­dung kann vor­lie­gen, wenn ei­ne aus Sicht des Ar­beit­ge­bers in­di­vi­du­el­le Maßnah­me - wie die fi­nan­zi­el­le Bes­ser­stel­lung ein­zel­ner ab­wan­de­rungs­be­rei­ter Ar­beit­neh­mer - auf ein ge­ne­rel­les Pro­blem be­zo­gen ist (hier: auf das Pro­blem der Ab­wan­de­rung von Lehr­kräften auf­grund zu ge­rin­ger Be­zah­lung). Dann muss der Ar­beit­ge­ber, wenn die Bes­ser­stel­lung al­ler Ar­beit­neh­mer fi­nan­zi­ell nicht möglich ist, ei­ne "Aus­wah­l­ent­schei­dung" durchführen, bei der er Frau­en nicht be­nach­tei­li­gen darf: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 14.08.2007, 9 AZR 943/06.

07/52 Bundesfinanzhof zweifelt an Kürzung der Pendlerpauschale

21.09.2007. Auf­grund der Neu­re­ge­lung der Pend­ler­pau­scha­le können Ar­beit­neh­mer ab An­fang die­ses Jah­res die Kos­ten für ih­re Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Ar­beits­platz nur noch be­grenzt steu­er­lich gel­tend ma­chen, nämlich erst ab dem 21. Ki­lo­me­ter. Die­se ge­setz­li­che Be­gren­zung der Ab­zugsfähig­keit von Fahrt­kos­ten ist nach ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom Au­gust 2007 wahr­schein­lich ver­fas­sungs­wid­rig: BFH, Be­schluss vom 23.08.2007, VI B 42/07.

07/51 Keine „Folgepflicht“ bei Betriebsverlegung um 270 km

20.09.2007. Wird der Be­trieb an ei­nen an­de­ren Ort ver­legt, müssen Ar­beit­neh­mer den Orts­wech­sel nicht mit­ma­chen, wenn zwi­schen al­ter und neu­er Be­triebsstätte ei­ne Ent­fer­nung von et­wa 270 km liegt. Die Bewälti­gung ei­ner so wei­ten Weg­stre­cke kann der Ar­beit­ge­ber nicht ver­lan­gen, wenn der Ar­beits­ver­trag kei­ne Orts­wech­sel­klau­sel enthält: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 14.06.2007, 11 Sa 296/06.

07/50 Medizinische Verantwortung als Oberarzt

19.09.2007. In ei­nem vom Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf ent­schie­de­nen Fall klag­te ein Fach­arzt für Herz­chir­ur­gie, der im Be­reich der herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­me­di­zin tätig war, auf Höher­grup­pie­rung bzw. Ein­grup­pie­rung in die Ent­gelt­grup­pe Ä3 als Ober­arzt. Das Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf wies die Kla­ge zwar ab, stell­te aber klar, dass die vom Ta­rif­ver­trag ge­for­der­te "Über­tra­gung" der me­di­zi­ni­schen Ver­ant­wor­tung durch die Kli­nik nicht not­wen­dig aus­drück­lich ge­sche­hen muss: Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf, Ur­teil vom 12.07.2007, 14 Ca 669/07.

07/49 Jung genug zu arbeiten, aber zu alt für eine unbefristete Einstellung?

18.09.2007. Ei­ne Flug­ge­sell­schaft darf ei­ner Ste­war­dess die Über­nah­me in ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis nicht al­lein we­gen ih­res an­geb­lich zu ho­hen Al­ters (45 Jahr oder älter) ver­wei­gern. Ist die Be­wer­be­rin an­sons­ten aus­rei­chend qua­li­fi­ziert, liegt hier­in ei­ne vom All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters: Ar­beits­ge­richt Frank­furt am Main, Ur­teil vom 29.05.2007, 11 Ca 8952/06.

07/48 Landesarbeitsgericht Niedersachsen vs. Arbeitsgericht Osnabrück

17.09.2007. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sa­chen hat in den Kar­mann-Fällen ent­schie­den, dass der Ar­beit­ge­ber bei der So­zi­al­aus­wahl Al­ters­grup­pen bil­den darf. Es ist wei­ter­hin zulässig, die der So­zi­al­aus­wahl ent­spre­chen­de Bes­ser­stel­lung älte­rer Ar­beit­neh­mer auf die Ar­beit­neh­mer in­ner­halb der je­wei­li­gen Al­ters­grup­pe zu be­schränken: LAG Nie­der­sa­chen, Ur­teil vom 13.07.2007, 16 Sa 274/07 u.a. (Kar­mann).

07/47 Riesterrente europarechtswidrig?

14.09.2007. Die sog. Ries­ter­ren­te be­nach­tei­ligt Ausländer in zwei Punk­ten: An­spruchs­be­rech­tigt sind nur Per­so­nen, die in Deutsch­land un­be­schränkt steu­er­pflich­tig sind, was bei ausländi­schen Grenzgängern sel­ten der Fall ist. Außer­dem darf das staat­lich geförder­te Ka­pi­tal nur dann für ei­ne ei­gen­ge­nutz­te Woh­nung ver­wen­den wer­den, wenn die Woh­nung im In­land liegt. Da­her hält die Eu­ropäische Kom­mis­si­on die ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen über die Ries­ter­ren­te für eu­ro­pa­recht­wid­rig und hat die Bun­des­re­pu­blik vor dem Eu­ropäischen Ge­richts­hof ver­klagt: Kla­ge, ein­ge­reicht am 06.06.2007 - Kom­mis­si­on der Eu­ropäischen Ge­mein­schaf­ten pp., Rs. 269/07, Amts­blatt der Eu­ropäischen Uni­on, 25.08.2007.

07/46 Änderungen bei der Durchführung der Sozialversicherung

13.09.2007. Die Bun­des­re­gie­rung plant ei­ni­ge Ge­set­zesände­run­gen, die das Ver­fah­ren der Mel­dun­gen zur So­zi­al­ver­si­che­rung be­tref­fen: Für die Träger der be­rufsständi­schen Ver­sor­gung wird ei­ne ein­heit­li­che Ein­zugs­stel­le ge­schaf­fen, die „An­nah­me­stel­le der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen“. Sie soll ab dem 01.01.2008 ih­re Ar­beit auf­neh­men. Außer­dem ist der Ter­min für die Ab­ga­be der SV-Mel­dun­gen ab An­fang 2008 ein­heit­lich für al­le Kran­ken­kas­sen der fünft­letz­te Bank­ar­beits­tag des lau­fen­den Mo­nats: Ge­setz zur Ände­rung des Vier­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch und an­de­rer Ge­set­ze, Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 10.08.2007, BT Drs. 543/07.

07/45 Änderung des Rechts auf betriebliche Altersversorgung

12.09.2007. Das ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne Min­dest­al­ter für ei­ne un­ver­fall­ba­re Be­triebs­ren­ten­an­wart­schaft soll von 30 auf 25 Jah­re ge­senkt wer­den. Da­mit wird die Mo­bi­lität der Ar­beit­neh­mer gestärkt: Ge­setz zur Förde­rung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung, Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 10.08.2007, BT Drs. 540/07.

07/44 Bei Kündigung kein Klageverzicht ohne Gegenleistung

11.09.2007. Ver­zich­tet der Ar­beit­neh­mer nach Er­halt ei­ner Kündi­gung oh­ne Ge­gen­leis­tung in ei­nem vom Ar­beit­ge­ber vor­ge­leg­ten For­mu­lar auf die Er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge, so liegt im all­ge­mei­nen ei­ne recht­lich un­zulässi­ge "un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung" im Sin­ne von § 307 Abs.1 Satz 1 Bürger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) vor: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 06.09.2007, 2 AZR 722/06.

07/43 Verspätungen aufgrund des Streiks der Lokführer

24.08.2007. Kom­men Ar­beit­neh­mer auf­grund von Streik­maßnah­men der Lokführer zu spät zur Ar­beit, kann der Ar­beit­ge­ber in der Re­gel kei­ne Ab­mah­nung und auch kei­ne Kündi­gung aus­spre­chen. Al­ler­dings ist er da­zu be­rech­tigt, den Lohn für die Zeit der Ver­spätung zu kürzen.

07/42 Kündigung „Nur gucken, nicht anfassen!“ ist unwirksam.

23.08.2007. Über­reicht der Ar­beit­ge­ber ein Kündi­gungschrei­ben dem an­we­sen­den Ar­beit­neh­mer und soll der Ar­beit­neh­mer das Kündi­gungschrei­ben nur mit ei­nem Quit­tungs­ver­merk ver­se­hen, aber nicht dau­er­haft er­hal­ten („Nur gu­cken, nicht an­fas­sen!“), so liegt kei­ne wirk­sa­me Kündi­gung vor: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf, Ur­teil vom 18.04.2007, 12 Sa 132/07.

07/41 LAG Berlin-Brandenburg urteilt zur Austauschkündigung.

22.08.2007. Die Fremd­ver­ga­be der in ei­nem Pfle­ge­wohn­heim an­fal­len­den So­zi­al­ar­beit an ei­ne An­walts­kanz­lei, die von ei­nem zur Geschäfts­lei­tung gehören­den Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter be­trie­ben wird, ist kei­ne sach­lich nach­voll­zieh­ba­re Un­ter­neh­mer­ent­schei­dung, die ei­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung recht­fer­ti­gen könn­te. Ei­ne dar­auf gestütz­te Kündi­gung stellt ei­ne rechts­miss­bräuch­li­che Aus­tauschkündi­gung dar: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 01.03.2007, 2 Sa 18/07.

07/40 Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Fortsetzung eines Zeitvertrags

21.08.2007. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) kann der Ar­beit­ge­ber ei­ner un­be­fris­te­ten Fort­set­zung ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags auch da­durch wi­der­spre­chen, dass er das Ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers nach ei­ner Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses vor Ab­lauf des ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit ab­lehnt: BAG, Ur­teil vom 11.07.2007, 7 AZR 501/06.

07/39 Kündigung wegen Krankheit und Eingliederungsmanagement

20.08.2007. Kündigt der Ar­beitgber aus krank­heits­be­ding­ten Gründen, oh­ne zu­vor ein be­trieb­li­ches Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment (BEM) gem. § 84 Abs.2 Neun­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX) durch­zuführen, so führt dies nicht au­to­ma­tisch zur Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung. Al­ler­dings trägt der Ar­beit­ge­ber ei­ne ge­stei­ger­te Dar­le­gungs­last in be­zug auf die ne­ga­ti­ven be­trieb­li­chen Aus­wir­kun­gen der Krank­heit: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 12.07.2007, 2 AZR 716/06.

07/38 BAG: Entweder Geschäftsführer oder Arbeitnehmer

19.08.2007. Sch­ließt ein Ar­beit­neh­mer ei­nen schrift­li­chen Ver­trag über die Tätig­keit als Geschäftsführer ei­ner dem Ar­beit­ge­ber gehören­den GmbH, wird das bis da­hin be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) be­en­det. Wird der Geschäftsführer später ent­las­sen, ist ihm die Be­ru­fung auf sein ehe­ma­li­ges Ar­beits­verhält­nis in der Re­gel ver­wehrt. Die­se ständi­ge Recht­spre­chung hat das BAG in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung er­neut be­kräftigt: BAG, Ur­teil vom 19.07.2007, 6 AZR 774/06.

07/37 Erst teilen, dann übertragen.

18.08.2007. Der Er­werb meh­re­rer ein­zel­ner Be­triebs­mit­tel ei­nes vom In­sol­venz­ver­wal­ter still­ge­leg­ten Be­triebs durch ver­schie­de­ne Un­ter­neh­men führt nicht da­zu, dass die Ar­beit­neh­mer des still­ge­leg­ten Be­triebs im We­ge des Be­triebsüber­gangs auf die­se Un­ter­neh­men über­ge­hen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 26.07.2007, 8 AZR 769/06.

07/35 Verordnung über Meldepflichten nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz

17.08.2007. Nach der Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz-Mel­de­ver­ord­nung (AEntG­MeldV), vom 16.07.2007 (BGBl I, S.1401), müssen Ar­beit­ge­ber mit Sitz im Aus­land, die Ar­beit­neh­mer im Gel­tungs­be­reich ei­nes all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­ver­tra­ges des Gebäuderei­ni­ger­hand­werks beschäfti­gen, die durch sie beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer mel­den. Die Mel­dung hat mit Hil­fe ei­nes ob­jekt­be­zo­ge­nen Ein­satz­plans zu ge­sche­hen.

07/34 Mehrarbeitsvergütung von Teilzeitbeamten verstößt gegen Lohngleichheitsgebot.

16.08.2007. Die Vergütung von Mehr­ar­beit, die Teil­zeit­be­am­te leis­ten, verstößt ge­gen das eu­ro­pa­recht­li­che Lohn­gleich­heits­ge­bot, wenn die dar­aus re­sul­tie­ren­de Be­zah­lung der Teil­zeit­be­am­ten pro St­un­de ge­rin­ger ist als der "St­un­den­lohn" ei­nes ver­gleich­bar qua­li­fi­zier­ten und ein­ge­setz­ten Voll­zeit­be­am­ten, und wenn wei­ter­hin die Teil­zeit­be­am­ten mehr­heit­lich weib­lich sind: Schluss­anträge des Ge­ne­ral­an­walts Dáma­so Ruiz-Ja­rabo Co­lo­mer, vom 10.07.2007, Rs. C-300/06.

07/33 EuGH billigt Arbeitnehmer-Entsendegesetz.

15.08.2007.Der Eu­ropäische Ge­richts­hof (EuGH) hat das deut­sche Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) ge­genüber ei­ner Kla­ge der Eu­ropäischen Kom­mis­si­on im we­sent­li­chen ab­ge­seg­net. Die mit dem AEntG ver­bun­de­nen fi­nan­zi­el­len und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Mehr­be­las­tun­gen ausländi­scher Ar­beit­ge­ber, die in Deutsch­land mit ih­ren ei­ge­nen, d.h. vorüber­ge­hend nach Deutsch­land ent­sand­ten Ar­beit­neh­mern Dienst­leis­tun­gen er­brin­gen, sind mit der Frei­heit des Dienst­leis­tungs­ver­kehrs ver­ein­bar: EuGH, Ur­teil vom 18.07.2007, Rs. C-490/04.

07/32 Bundestag beschließt Arbeitsmarktförderung für jugendliche Arbeitslose

14.08.2007. Die Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on im Bun­des­tag hat ein Ge­setz zur Förde­rung jünge­rer Ar­beits­lo­ser be­schlos­sen: Nach dem Vier­ten Ge­setz zur Ände­rung des Drit­ten Buchs So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) kann die Beschäfti­gung von ju­gend­li­chen Ar­beits­lo­sen oh­ne Be­rufs­ab­schluss mit ei­nem Qua­li­fi­zie­rungs­zu­schuss und ei­nem Ein­glie­de­rungs­zu­schuss gefördert wer­den. Die ge­setz­li­che Förde­rung kann ab dem 01.10.2007 gewährt wer­den: Vier­tes Ge­setz zur Ände­rung des Drit­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch - Ver­bes­se­rung der Qua­li­fi­zie­rung und Beschäfti­gungs­chan­cen von jünge­ren Men­schen mit Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen.

07/31 Bundestag beschließt Förderprogramm für Langzeitarbeitslose.

13.08.2007. Der Bun­des­tag fördert Lang­zeit­ar­beits­lo­se, die Leis­tun­gen nach dem Zwei­ten Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB II) be­zie­hen: Nach dem zwei­ten Ge­setz zur Ände­rung des SGB II er­hal­ten Ar­beit­ge­ber, die Lang­zeit­ar­beits­lo­se mit be­son­ders gra­vie­ren­den "Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen" beschäfti­gen, ei­nen dau­er­haf­ten Beschäfti­gungs­zu­schuss in Höhe von bis zu 75 Pro­zent des Ar­beits­loh­nes ein­sch­ließlich des Ar­beit­ge­ber­an­teils am So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag: Zwei­tes Ge­setz zur Ände­rung des Zwei­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch - Per­spek­ti­ven für Lang­zeit­ar­beits­lo­se mit be­son­de­ren Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen - Job­Per­spek­ti­ve.

07/30 Eingruppierung von Oberärzten

09.08.2007. Das Ar­beits­ge­richt Aa­chen hat vor kur­zem ent­schie­den, dass sich Oberärz­te beim Streit um ih­re Ein­grup­pie­rung nach dem Ta­rif­ver­trag für Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken ("TV-Ärz­te") auch dann auf ei­ne "Über­tra­gung" der Ober­arzt­ver­ant­wor­tung be­ru­fen können, wenn der Ar­beit­ge­ber die­se Über­tra­gung von Ver­ant­wor­tung vor In­kraft­tre­ten des TV-Ärz­te am 01.11.2006 vor­ge­nom­men hat. Das Ur­teil be­deu­tet auch, dass lang­ge­dien­te Oberärz­te nicht nur ih­re Ein­grup­pie­rung in Ent­gelt­grup­pe Ä3 Stu­fe 1, son­dern in ei­ne höhe­re Dienst­al­ters­stu­fe (Stu­fe 2 oder Stu­fe 3) ver­lan­gen können: Ar­beits­ge­richt Aa­chen, Ur­teil vom 23.05.2007, 6 Ca 178/07.

07/29 Verzugszinsen ab 01.07.2007 erhöht

25.07.2007. Die Bun­des­bank hat den sog. Ba­sis­zins­satz zum 01.07.2007 von 2,70 auf 3,19 Pro­zent­punk­te erhöht. Da­mit beträgt der ge­setz­li­che Ver­zugs­zins­satz, der gemäß § 288 Abs. Bürger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) fünf Pro­zent über dem Ba­sis­zin­satz liegt, der­zeit 8,19 Pro­zent pro Jahr.

07/28 LAG Berlin-Brandenburg: Zwischenverdienst bei Freistellung

24.07.2007. Ei­ni­gen sich Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer im Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren auf ei­nem Pro­zess­ver­gleich, der die wi­der­ruf­li­che Frei­stel­lung des Ar­beit­neh­mers un­ter Fort­zah­lung sei­ner Bezüge bis zum En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses vor­sieht, braucht sich der Ar­beit­neh­mer ei­nen bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber er­ziel­ten Ver­dienst nicht an­rech­nen zu las­sen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 20.04.2007, 6 Sa 162/07.

07/27 Bundesarbeitsgericht: Wartefrist für Kündigungsschutz Schwerbehinderter

23.07.2007. Will der Ar­beit­ge­ber ei­nem schwer­be­hin­der­ten Men­schen kündi­gen, braucht er die vor­he­ri­ge Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes (§ 85 Neun­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch - SGB IX). Die­ser be­son­de­re Kündi­gungs­schutz greift aber erst ein, wenn der Schwer­be­hin­der­te länger als sechs Mo­na­te beschäftigt war (§ 90 Abs.1 Nr.1 SGB IX). Kurz­fris­ti­ge Un­ter­bre­chun­gen las­sen da­bei die Sechs­mo­nats­frist nicht neu be­gin­nen, doch fragt sich, wann ei­ne nur kurz­fris­ti­ge Un­ter­bre­chung vor­liegt bzw. ein "en­ger sach­li­cher Zu­sam­men­hang" bei­der Ar­beits­verhält­nis­se. Da­zu hat sich das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung geäußert: BAG, Ur­teil 19.06.2007, 2 AZR 94/06.

07/26 LAG Niedersachsen: Internetzugang für Betriebsrat

22.07.2007. Der Be­triebs­rat ei­ner ört­li­chen Fi­lia­le kann ei­nen In­ter­net­zu­gang auch dann ver­lan­gen, wenn die Fi­li­al­lei­tung vor Ort zwar kei­nen Zu­gang zum world wi­de web hat, wohl aber die Per­so­nal­ab­tei­lung der Un­ter­neh­mens­zen­tra­le: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Be­schluss vom 09.03.2007, 3 TaBV 47/06.

07/25 Europäische Mindeststandards für Betriebsrenten

21.07.2007. Das Eu­ropäische Par­la­ment hat am 20.06.2007 ei­nen Richt­li­ni­en­vor­schlag der Eu­ropäischen Kom­mis­si­on aus dem Jah­re 2005 über ein neu­es eu­ro­pa­wei­tes Recht zur Mit­nah­me von Be­triebs­ren­ten­an­wart­schaf­ten ("Por­ta­bi­lität") im we­sent­li­chen ab­ge­lehnt: Pres­se­be­richt zur Ab­stim­mung des Eu­ropäischen Par­la­ments zur Ab­stim­mung vom 20. Ju­ni 2007. Dem Vor­schlag zu­fol­ge sol­len Ar­beit­neh­mer künf­tig beim länderüberg­rei­fen­den Wech­sel zu ei­nem neu­en Ar­beit­ge­ber ih­re be­ste­hen­den Be­triebs­ren­ten­an­wart­schaf­ten von ei­nem Land zum an­de­ren "mit­neh­men" können: Vor­schlag ei­ner „Richt­li­nie des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes zur Ver­bes­se­rung der Por­ta­bi­lität von Zu­satz­ren­ten­ansprüchen“, vom 20.10.2005, 2005/0214 (COD).

07/24b Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch

20.07.2007. Die Frak­tio­nen der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on im Bun­des­tag ha­ben am 19.06.2007 ei­nen Ge­setz­ent­wurf vor­ge­stellt, mit dem das Zwei­te Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB II) um ei­nen Beschäfti­gungs­zu­schuss ergänzt wer­den soll. Den Zu­schuss sol­len Ar­beit­ge­ber in An­spruch neh­men können, die Harz-IV-Empfänger mit be­son­de­ren Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen ein­stel­len: Zwei­tes Ge­setz zur Ände­rung des Zwei­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch - Ver­bes­se­rung der Beschäfti­gungs­chan­cen von Men­schen mit Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen, Ent­wurf der Frak­tio­nen der CDU/CSU und der SPD, vom 19.06.2007, BT-Drucks. 16/5715.

07/24a Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Dritten Buches Sozialgesetzbuch

20.07.2007. Ein Ge­setz­ent­wurf der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on vom 19.06.2007 sieht vor, dass das Drit­te Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) um ei­nen von Ar­beit­ge­bern zu be­an­spru­chen­den Qua­li­fi­zie­rungs­zu­schuss und um ei­nen Ein­glie­de­rungs­zu­schuss für jünge­re Ar­beit­neh­mer ergänzt wer­den soll.

07/24 Bundesarbeitsgericht: Solidaritätsstreiks zulässig

18.07.2007. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat in ei­ner ak­tu­el­len Grund­satz­ent­schei­dung sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung auf­ge­ge­ben, der­zu­fol­ge So­li­da­ritäts­streiks im all­ge­mei­nen nicht zulässig sein soll­ten. Das sieht das BAG nun an­ders. Sym­pa­thie- bzw. So­li­da­ritäts­streiks sind im all­ge­mei­nen er­laubt: BAG, Ur­teil vom 19.06.2007, 1 AZR 396/06.

07/23 Streik bei der Deutschen Bahn

16.07.2007.Die Deut­sche Bahn AG wird der­zeit mit ho­hen Lohn­for­de­run­gen ih­rer ge­werk­schaft­lich or­ga­ni­sier­ten Beschäftig­ten kon­fron­tiert. Vor al­lem die Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tivführer (GDL) stellt ho­he For­de­run­gen, un­ter an­de­rem nach ei­nem ei­ge­nen („Spar­ten“-)Ta­rif­ver­trag für die Lokführer. Das lehnt die Deut­sche Bahn AG der­zeit (noch) ab und be­strei­tet die recht­li­che Zulässig­keit von Streiks der GDL mit dem Ziel ei­nes sol­chen Ta­rif­ver­trags.

07/22b Gesetzentwurf zur Anpassung des Dienstrechts in der Bundesagentur für Arbeit

29.06.2007. Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit soll ein leis­tungsfähi­ger und kun­den­ori­en­tier­ter Dienst­leis­ter wer­den. Die­ses Ziel hat sich die Bun­des­re­gie­rung mit ei­nem Ge­setz­ent­wurf vom April 2007 auf die Fah­nen ge­schrie­ben: Ge­setz zur An­pas­sung des Dienst­rechts in der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (Dienst­rechts­an­pas­sungs­ge­setz BA - DRAn­pG­BA), Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 20.04.2007, Bun­des­tag Drucks. 16/5050.

07/22a Hindernisse für die freie Berufsausübung beseitigt

28.06.2007. Die Bun­des­re­gie­rung hat am 21.05.2007 ei­nen Ge­setz­ent­wurf vor­ge­stellt, der der Um­set­zung der Richt­li­nie 2005/36/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes über die An­er­ken­nung von Be­rufs­qua­li­fi­ka­tio­nen der Heil­be­ru­fe dient. Künf­tig sol­len es Per­so­nen mit ei­ner im EU-Aus­land er­wor­be­nen Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on für ei­nen "re­gle­men­tier­ten Heil­be­ruf" leich­ter als bis­her ha­ben, die­sen Be­ruf in Deutsch­land aus­zuüben: Ge­setz zur Um­set­zung der Richt­li­nie 2005/36/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes über die An­er­ken­nung von Be­rufs­qua­li­fi­ka­tio­nen der Heil­be­ru­fe, Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 21.05.2007.

07/22 Bundesarbeitsgericht schützt Datenschutzbeauftragte.

25.06.2007. Durch die Be­stel­lung zum Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten ändern Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer den Ar­beits­ver­trag des Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten ein­ver­nehm­lich ab, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung. Da­her ist ei­ne späte­re ein­sei­ti­ge "Ab­be­ru­fung" des Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten durch den Ar­beit­ge­ber nicht möglich. Viel­mehr muss da­zu der Ar­beits­ver­trags geändert wer­den: BAG, Ur­teil vom 13.03.2007, 9 AZR 612/05.

07/21 Bundesarbeitsgericht stärkt Rechte Behinderter

20.06.2007. Das Ver­bot der be­hin­de­rungs­be­ding­ten Dis­kri­mi­nie­rung gemäß § 81 Abs.2 Nr.1 und 2 Neun­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX) al­te Fas­sung setzt kei­ne Schwer­be­hin­de­rung vor­aus: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 03.04.2007, 9 AZR 823/06.

07/20 Neun Monate Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

06.06.2007. Die ers­ten Er­fah­run­gen mit dem am 18.08.2006 in Kraft ge­tre­te­nen All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) sind nicht so ne­ga­tiv wie häufig an­ge­nom­men. Das er­gibt ei­ne klei­ne An­fra­ge von Grünen-Po­li­ti­kern des Bun­des­tags bzw. die dar­auf ge­ge­be­ne Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung, vom 21.05.2007, auf die Klei­ne An­fra­ge der Ab­ge­ord­ne­ten Vol­ker Beck (Köln), Ir­min­gard Schewe-Ge­rigk, Brit­ta Haßel­mann, wei­te­rer Ab­ge­ord­ne­ter und der Frak­ti­on BÜND­NIS 90 / DIE GRÜNEN.

07/19 Europarechtswidrige Arbeitszeiten bei der Feuerwehr

22.06.2009. Die Ar­beits­zeit­richt­li­nie schreibt ei­ne Ar­beits­wo­che von ma­xi­mal 48 St­un­den vor. Und zur Ar­beits­zeit zählen auch Zei­ten ei­nes Be­reit­schafts­diens­tes, und zwar in vol­lem Um­fang der An­we­sen­heit des Beschäftig­ten im Be­trieb. Die­ser Ar­beits­zeit­schutz gilt auch für Feu­er­wehr­be­am­te, wie der Eu­ropäische Ge­richts­hof be­reits 2005 klar­ge­stellt hat (EuGH, Be­schluss vom 14.07.2005, Rs. C-52/04 - Per­so­nal­rat der Feu­er­wehr Ham­burg). In ei­ni­gen Bun­desländern wer­den Feu­er­wehr­be­am­te aber im­mer noch über 48 St­un­den pro Wo­che ein­ge­setzt. Für die Be­trof­fe­nen fragt sich da­her, wel­che recht­li­chen Möglich­kei­ten sie ha­ben um ge­rin­ge­re Ar­beits­zei­ten oder ei­ne bes­se­re Vergütung ih­rer Mehr­ar­beit durch­zu­set­zen.

07/18 Bundesarbeitsgericht urteilt zu Vererblichkeit von Abfindungen.

15.06.2012. Manch­mal lie­gen zwi­schen ei­ner or­dent­li­chen frist­gemäßen Kündi­gung mit Ab­fin­dungs­an­ge­bot gemäß § 1a Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) und dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist vie­le Mo­na­te. Dann kann es vor­kom­men, dass der Ar­beit­neh­mer vor Ver­trags­be­en­di­gung ver­stirbt. In ei­nem sol­chen Fall geht der Ab­fin­dungs­an­spruch nicht auf die Er­ben über: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 10.05.2007, 2 AZR 45/06.

07/17 Bundesarbeitsgericht: Mobbingklagen ohne Ausschlussfristen

10.06.2007. Aus­schluss­fris­ten ste­hen ei­ner Be­ru­fung von Mob­bing­be­trof­fe­nen auf länger zurück­lie­gen­de Ver­let­zun­gen des Persönlich­keits­rechts nicht ent­ge­gen, falls die­se Vorfälle "sys­te­ma­ti­schen" Cha­rak­ter ha­ben und im Zu­sam­men­hang mit späte­ren Mob­bing­vorfällen ste­hen. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil klar­ge­stellt und da­mit die Si­tua­ti­on von Mob­bing­op­fern vor Ge­richt gestärkt: BAG, Ur­teil vom 16.05.2007, 8 AZR 709/06.

07/16 Bundesarbeitsgericht urteilt zu Kündigung wegen Internetnutzung.

05.06.2007. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) ist ei­ne ver­hal­tens­be­ding­te Kündi­gung we­gen an­geb­lich aus­ufern­der pri­va­ter In­ter­net­nut­zung zwar im Ein­zel­fall auch oh­ne vor­he­ri­ge Ab­mah­nung des Ar­beit­neh­mers möglich, doch muss der Ar­beit­ge­ber dann den zeit­li­chen Um­fang der Ab­we­sen­heit von der Ar­beit kon­kret nach­wei­sen können: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 31.05.2007, 2 AZR 200/06.

07/15 Arbeitsgericht Osnabrück: AGG gilt bei Kündigungen.

30.05.2007. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat das Ar­beits­ge­richt Os­nabrück ent­schie­den, dass das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ein Maßstab für Fra­gen der So­zi­al­aus­wahl sein kann und da­mit bei Kündi­gun­gen be­ach­tet wer­den muss, ob­wohl das AGG gemäß § 2 Abs.4 AGG auf Kündi­gun­gen ei­gent­lich nicht an­zu­wen­den ist. Außer­dem meint das Ar­beits­ge­richt, dass die Bil­dung von Al­ters­grup­pen bei der So­zi­al­aus­wahl ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung der älte­ren Ar­beit­neh­mer we­gen ih­res Al­ters dar­stellt: Ar­beits­ge­richt Os­nabrück, Ur­teil vom 05.02.2007, 3 Ca 724/06.

07/14 Bundesarbeitsgericht hilft Teilzeitkräften bei Arbeitszeitverlängerung

28.05.2007. Gibt es im Be­trieb ei­nen frei­en Voll­zeit­ar­beitsplatz, so kann der Ar­beit­ge­ber nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) den Wunsch ei­nes Teil­zeit­ar­beit­neh­mers auf Ar­beits­zeit­verlänge­rung gemäß § 9 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) nicht mit der Be­gründung ab­leh­nen, dass die vom Ar­beit­neh­mer be­gehr­te Ar­beits­zeit­verlänge­rung auf ei­ne Voll­zeit­stel­le sei­nen Vor­stel­lun­gen über die recht­li­che Aus­ge­stal­tung des Ar­beitsver­trags nicht ent­spricht: BAG, Ur­teil vom 08.05.2007, 9 AZR 874/06.

07/13 LAG Köln stärkt zweistufige Ausschlussklauseln.

27.05.2007. Nach ei­nem vor kur­zem be­kannt ge­wor­de­nen Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Köln bleibt die ers­te Stu­fe ei­ner zwei­stu­fi­gen ar­beits­ver­trag­li­chen Aus­schluss­klau­sel auch dann wirk­sam, wenn die zwei­te Stu­fe we­gen un­an­ge­mes­sen kur­zer Kla­ge­frist un­wirk­sam ist: LAG Köln, Ur­teil vom 16.01.2007, 9 Sa 1011/06.

07/12e Geschäftsführerklage vor dem Arbeitsgericht

25.05.2007. Auf ei­nen ver­trag­lich be­stell­ten Fremd­geschäftsführer ei­ner Of­fe­nen Han­des­lge­sell­schaft (OHG) ist § 5 Abs.1 Satz 3 Ar­beits­ge­richts­ge­setz (ArbGG) nicht an­zu­wen­den, da er kein Or­gan der OHG ist. Zu die­sen Or­ga­nen gehören nur die Ge­sell­schaf­ter. Ist mit der Geschäftsführung be­auf­trag­ter Ma­na­ger da­her nicht zu­gleich Ge­sell­schaf­ter der OHG, kann er vor dem Ar­beits­ge­richt kla­gen: Hes­si­sches LAG, Be­schluss vom 19.01.2007, 18 Ta 593/06.

07/12d Außerordentliche Kündigung: Treuwidrigkeit der Berufung auf Zweiwochenfrist (§ 626 Abs.2 BGB)

24.05.2007. Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) in Frank­furt hat ent­schie­den, dass die Be­ru­fung ei­nes frist­los gekündig­ten Ar­beit­neh­mers auf den Ab­lauf der Frist des § 626 Abs.2 BGB auch dann nicht treu­wid­rig ist, wenn er vor der Kündi­gung wie­der­holt sei­ne Be­reit­schaft si­gna­li­siert hat, ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag schließen zu wol­len und der Ar­beit­ge­ber im Ver­trau­en dar­auf die Zwei­wo­chen­frist für ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung ver­strei­chen lässt: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 09.02.2007, 3 Sa 383/06.

07/12c Geplanter Einsatz von Leiharbeitern als Befristungsgrund?

23.05.2007. Ein Ar­beits­ver­trag kann nicht des­halb auf der Grund­la­ge ei­nes sach­li­chen Grun­des gemäß § 14 Abs.1 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (TZ­B­fG) be­fris­tet wer­den, weil der Ar­beit­ge­ber plant, den Ar­beits­platz künf­tig mit ei­nem Leih­ar­beit­neh­mer zu be­set­zen. Ei­ne sol­che Pla­nung ist kein Sach­grund für die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil klar­ge­stellt: BAG, Ur­teil vom 17.01.2007, 7 AZR 20/06.

07/12b LAG Berlin urteilt zu krankheitsbedingter Kündigung.

22.05.2007. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin kann ei­ne außer­or­dent­li­che krank­heits­be­ding­te Kündi­gung nicht mit an­geb­li­chen be­trieb­li­chen Be­las­tun­gen we­gen wei­te­rer krank­heits­be­ding­ter Fehl­zei­ten be­gründet wer­den, wenn der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer oh­ne­hin be­reits aus be­triebs­be­ding­ten Gründen künf­tig nicht mehr beschäfti­gen kann: LAG Ber­lin, Ur­teil vom 25.01.2007, 6 Sa 1245/06.

07/12a Rente ab 67

21.05.2007. Die große Ko­ali­ti­on hat ernst ge­macht und die Ren­te mit 67 ge­setz­lich ver­an­kert. Das ent­spre­chend "RV-Al­ters­gren­zen­an­pas­sungs­ge­setz" setzt die Re­gel­al­ters­gren­ze für den Be­zug der ge­setz­li­chen Al­ters­ren­te auf 67 Jah­re her­auf. Die Erhöhung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters be­ginnt stu­fen­wei­se ab 2012: Ge­setz zur An­pas­sung der Re­gel­al­ters­gren­ze an die de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lung und zur Stärkung der Fi­nan­zie­rungs­grund­la­gen der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (RV-Al­ters­gren­zen­an­pas­sungs­ge­setz), vom 20.04.2007, BGBl. I 2007, S.554 ff.

07/12 LAG Köln: Kein Versetzungsrecht ohne Gleichwertigkeitsklausel

18.05.2007. Behält sich der Ar­beit­ge­ber im Klein­ge­druck­ten des Ar­beits­ver­trags die Zu­wei­sung an­de­rer Tätig­kei­ten als der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten vor, so muss ei­ne sol­che ein­sei­tig vor­for­mu­lier­te Ver­set­zungs­klau­sel nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Köln die aus­drück­li­che Klar­stel­lung zu­guns­ten des Ar­beit­neh­mers ent­hal­ten, dass der Ar­beit­ge­ber nur an­de­re gleich­wer­ti­ge Ar­bei­ten zu­wei­sen kann: LAG Köln, Ur­teil vom 09.01.2007, 9 Sa 1099/06.

07/11 Kein Lohndumping im Gebäudereinigerhandwerk

15.05.2007. Auch im Gebäuderei­ni­ger­hand­werk müssen ausländi­sche Fir­men künf­tig die deut­schen all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­verträge be­ach­ten, wenn sie mit ih­ren aus dem Aus­land ent­sand­ten Ar­beits­kräften in Deutsch­land Leis­tun­gen er­brin­gen: Ers­tes Ge­setz zur Ände­rung des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes, vom 25.04.2007.

07/10 Bundesarbeitsgericht verabschiedet „Gleichstellungsabrede“.

12.05.2007. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat die Be­deu­tung ar­beits­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­men auf Ta­rif­verträge gestärkt. Sol­che Ver­wei­se auf Ta­rif­verträge sind künf­tig im All­ge­mei­nen nicht mehr nur als bloße "Gleich­stel­lungs­ab­re­den" zu ver­ste­hen: BAG, Ur­teil vom 18.04.2007, 4 AZR 652/05.

07/09 Zugang zur Privatversicherung erschwert

10.05.2007. Das GKV-Wett­be­werbsstärkungs­ge­setz vom 26.03.2007 er­schwert Ar­beit­neh­mern den Zu­gang zur pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung. Künf­tig genügt es nicht mehr, wenn man als Ar­beit­neh­mer die Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze (JAE) von der­zeit 47.750,00 EUR über­schrei­tet. Viel­mehr müssen Ar­beit­neh­mer in Zu­kunft über ei­nen länge­ren Zeit­raum von drei auf­ein­an­der fol­gen­den Ka­len­der­jah­ren ein über der JAE lie­gen­des Jah­res­ge­halt ha­ben: Ge­setz zur Stärkung des Wett­be­werbs in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV-Wett­be­werbs­verstärkungs­ge­setz - GKV-WSG), vom 26.03.2007.

07/08 Bundesarbeitsgericht beschränkt Annahmeverzugslohn.

06.05.2007. Be­fin­det sich der Ar­beit­ge­ber nach ei­ner Kündi­gung im An­nah­me­ver­zug und bie­tet ei­ne von sei­nem Wei­sungs­recht nicht ge­deck­te Ar­beit an, kann dies nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) gleich­wohl als Zwi­schen­ver­dienstmöglich­keit zu­mut­bar sein und den An­nah­me­ver­zugs­lohn min­dern: BAG, Ur­teil vom 07.02.2007, 5 AZR 422/06.

07/07a Bundesarbeitsgericht: Falsche Bezeichnung des Beklagten ist kein Beinbruch.

03.05.2007. Soll ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge ge­gen ei­ne Part­ner­schafts­ge­sell­schaft er­ho­ben wer­den und wird die ver­klag­te Ge­sell­schaft in der Kla­ge­schrift falsch, nämlich durch die An­ga­be ih­rer Part­ner als ver­klag­te Per­so­nen be­zeich­net, so kann das böse Fol­gen für den Kläger ha­ben, da ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge in­ner­halb von drei Wo­chen nach Zu­gang der Kündi­gung er­ho­ben wer­den muss. In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hier zu­guns­ten der kla­gen­den Ar­beit­neh­mer klar­ge­stellt, dass ei­ne späte­re Be­rich­ti­gung der fal­schen Par­tei­be­zeich­nung ("Ru­brums­be­rich­ti­gung") möglich ist, wenn der Kla­ge ei­ne Ko­pie der Kündi­gung bei­gefügt ist und wenn sich aus die­ser Kündi­gung die Per­son der rich­ti­ger­wei­se zu ver­kla­gen­den Part­ner­schafts­ge­sell­schaft ent­neh­men lässt: BAG, Ur­teil vom 01.03.2007, 2 AZR 525/05.

07/07 Jeder Mensch ein Künstler?

02.05.2007. Die ge­plan­te No­vel­lie­rung des Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­set­zes (KSVG) soll ab­ga­be­pflich­ti­ge Ar­beit­ge­ber stren­ger er­fas­sen und den Leis­tungs­miss­brauch er­schwe­ren: Ent­wurf ei­nes Drit­ten Ge­set­zes zur Ände­rung des KSVG und an­de­rer Ge­set­ze, Be­schluss­emp­feh­lung des Aus­schus­ses für Ar­beit und So­zia­les (11. Aus­schluss), vom 09.03.2007, Bun­des­tag Drucks. 16/4648.

07/06 Bundesarbeitsgericht erlaubt Streiks um Tarifsozialpläne.

28.04.2007. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) können Ge­werk­schaf­ten bei Be­triebs­sch­ließun­gen und Mas­sen­ent­las­sun­gen ak­tiv wer­den und ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen (sog. Ta­rif­so­zi­alpläne) er­strei­ken. Dass in sol­chen Fällen zu­gleich auch ei­ne Be­triebsände­rung vor­liegt und dass da­her der Be­triebs­rat ei­nen So­zi­al­plan aus­han­deln kann, ändert nichts an der recht­li­chen Zulässig­keit von ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen - und dem­ent­spre­chend nichts an der Zulässig­keit von Streiks um Ta­rif­so­zi­alpläne: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.04.2007, 1 AZR 252/06.

07/05 Altersbefristung wieder eingeführt

25.04.2007. Das "Ge­setz zur Ver­bes­se­rung der Beschäfti­gungs­chan­cen älte­rer Men­schen, vom 19.04.2007" ermöglicht er­neut die sach­grund­lo­se Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen mit Ar­beit­neh­mern ab 52 Jah­ren. Von die­ser Ände­rung des Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­set­zes (Tz­B­fG) ver­spricht sich der Ge­setz­ge­ber, dass älte­re Ar­beit­neh­mer leich­ter ei­ne neue Beschäfti­gung fin­den.

07/04 Eingruppierung von Oberärzten

24.04.2007. Die Chan­cen auf ei­ne Ein­grup­pie­rung als Ober­arzt in die neu ge­schaf­fe­ne Ent­gelt­grup­pe Ä3 des TV-Ärz­te bzw. des TV-Ärz­te/VKA hängen in vie­len Fällen da­von ab, ob sich nach­wei­sen läßt, daß der Ober­arzt Wei­sungs­be­fug­nis­se ge­genüber Kol­le­gen hat und daß ihm die Ober­arzt­funk­ti­on von der Kran­ken­haus­lei­tung "über­tra­gen" wur­de.

07/03 Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)

22.04.2007. Das am 18.04.2007 in Kraft ge­tre­te­ne Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz (Wiss­Zeit­VG) er­wei­tert die bis­he­ri­gen Möglich­kei­ten für die Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen in der Wis­sen­schaft. Das Wiss­Zeit­VG löst die bis­her im Hoch­schul­rah­men­ge­setz (HRG) ent­hal­te­nen Be­fris­tungs­re­ge­lun­gen ab.

07/02 Arbeitsgericht Reutlingen: Mitbestimmung bei der Einstellung von Ein-Euro-Jobbern

05.03.2007. Der Be­triebs­rat hat nach ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Reut­lin­gen bei der Ein­stel­lung von Ein-Eu­ro-Job­bern mit­zu­be­stim­men. Hier greift das Mit­be­stim­mungs­recht in per­so­nel­len An­ge­le­gen­hei­ten gemäß § 99 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG): Ar­beits­ge­richt Reut­lin­gen, Be­schluss vom 18.01.2007, 2 BV 5/06.

07/01 Sozialabgaben, Steuern: Änderungen 2007

03.01.2007. Im Steu­er­recht, im Ge­sund­heits­we­sen, bei Kran­ken­kas­sen und So­zi­al­ver­si­che­run­gen bringt der Jah­res­wech­sel 2006 / 2007 vie­le Neue­run­gen und ei­ni­ge Mehr­be­las­tun­gen für Ar­beit­neh­mer.

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