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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Wettbewerbsverbot
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Hamburg
Akten­zeichen: 8 Sa 35/08
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 12.01.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 5.02.2008, 25 Ca 293/07
   

 

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg


Ur­teil

Im Na­men des Vol­kes

Geschäfts­zei­chen:

8 Sa 35/08
(25 Ca 293/07 ArbG Ham­burg)

In dem Rechts­streit

-Kläger / Be­ru­fungskläger-


Verkündet am:
12. Ja­nu­ar 2009

 


An­ge­stell­te
als Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le

 

 

g e g e n


-Be­klag­te / Be­ru­fungs­be­klag­te-

 

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er­kennt das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg, 8. Kam­mer
auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 22. Sep­tem­ber 2008
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Herrn Rühl als Vor­sit­zen­den
durch den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Herrn Ni­ckel
durch den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Herrn Kil­lig

für Recht:

Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ham­burg vom 05.02.2008 (25 Ca 293/07) so­wie die Kla­ge­er­wei­te­run­gen in der Be­ru­fungs­in­stanz wer­den zurück­ge­wie­sen.

Der Kläger hat die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens zu tra­gen.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

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R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g


Ge­gen die­ses Ur­teil ist ein wei­te­res Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben.

Die Nicht­zu­las­sung der Re­vi­si­on durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt kann selbständig durch Be­schwer­de an­ge­foch­ten wer­den.

Die Be­schwer­de ist zu be­gründen. Die Be­gründung muss ent­hal­ten

1. die Dar­le­gung der grundsätz­li­chen Be­deu­tung ei­ner Rechts­fra­ge und de­ren Ent­schei­dungs­er­heb­lich-keit, oder

2. die Be­zeich­nung ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, des Ge­mein­sa­men Se­nats der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des, des Bun­des­ar­beits­ge­richts oder, so­lan­ge ei­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts in der Rechts­fra­ge nicht er­gan­gen ist, von ei­ner an­de­ren Kam­mer des­sel­ben Lan­des­ar­beits­ge­richts oder ei­nes an­de­ren Lan­des­ar­beits­ge­richts, von der das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts ab­weicht, so­wie die Dar­le­gung, dass die Ent­schei­dung auf die­ser Ab­wei­chung be­ruht, oder

3. die Dar­le­gung ei­nes ab­so­lu­ten Re­vi­si­ons­grun­des nach § 547 Nr. 1 bis 5 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung oder der Ver­let­zung des An­spruchs auf recht­li­ches Gehör und der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Ver­let­zung.

Die Be­schwer­de kann nur ein Rechts­an­walt oder ei­ne Rechts­anwältin, der bzw. die bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­sen ist, oder ei­ne Ge­werk­schaft, ei­ne Ver­ei­ni­gung von Ar­beit­ge­bern oder ein Zu­sam­men-schluss sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver-gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ein­le­gen und be­gründen. Dies gilt ent­spre­chend für ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der vor­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

Die Be­schwer­de ist bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt in­ner­halb ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils schrift­lich ein­zu­le­gen. Der Be­schwer­de­schrift soll ei­ne Aus­fer­ti-gung oder be­glau­big­te Ab­schrift des Ur­teils bei­gefügt wer­den, ge­gen das die Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­den soll.

Die Be­schwer­de ist in­ner­halb ei­ner Not­frist von zwei Mo­na­ten nach Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge-fass­ten Ur­teils zu be­gründen.

Wird der Be­schwer­de statt­ge­ge­ben, so wird das Be­schwer­de­ver­fah­ren als Re­vi­si­ons­ver­fah­ren fort­ge­setzt. In die­sem Fall gilt die form- und frist­ge­rech­te Ein­le­gung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de als Ein­le­gung der Re­vi­si­on. Mit der Zu­stel­lung der Ent­schei­dung be­ginnt die Re­vi­si­ons­be­gründungs­frist.


Die Re­vi­si­ons­be­gründung muss ent­hal­ten:
- die Erklärung, in­wie­weit das Ur­teil an­ge­foch­ten und des­sen Auf­he­bung be­an­tragt wird (Re­vi­si­ons­anträge),

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- die An­ga­be der Re­vi­si­ons­gründe, und zwar,
a) die be­stimm­te Be­zeich­nung der Umstände, aus de­nen sich die Rechts­ver­let­zung er­gibt,
b) so­weit die Re­vi­si­on dar­auf gestützt wird, dass das Ge­setz in Be­zug auf das Ver­fah­ren ver­letzt sei, die Be­zeich­nung der Tat­sa­chen, die den Man­gel er­ge­ben.
Zur Be­gründung der Re­vi­si­on kann auf die Be­gründung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de Be­zug ge­nom­men wer­den.

Die Re­vi­si­on kann nur ein Rechts­an­walt oder ei­ne Rechts­anwältin, der bzw. die bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­sen ist, oder ei­ne Ge­werk­schaft, ei­ne Ver­ei­ni­gung von Ar­beit­ge­bern oder ein Zu­sam­men­schluss sol-cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus-rich­tung und de­ren Mit­glie­der be­gründen. Dies gilt ent­spre­chend für ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der vor­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.


Die Frist für die Be­gründung der Re­vi­si­on beträgt zwei Mo­na­te. Die Re­vi­si­ons­be­gründungs­frist kann auf An­trag ein­mal bis zu ei­nem wei­te­ren Mo­nat verlängert wer­den.

Hin­weis:

1. Die An­schrift des Bun­des­ar­beits­ge­richts lau­tet:

Hu­go-Preuß-Platz 1 – 99084 Er­furt

2. Aus tech­ni­schen Gründen sind die Be­schwer­de­schrift, die Be­schwer­de-/Re­vi­si­ons­be­gründungs­schrift und die sons­ti­gen wech­sel­sei­ti­gen Schriftsätze im Be­schwer­de-/Re­vi­si­ons­ver­fah­ren in sie­ben­fa­cher Aus­fer­ti­gung (und für je­den wei­te­ren Be­tei­lig­ten ei­ne Aus­fer­ti­gung mehr) bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­zu­rei­chen.

3. Zur Möglich­keit der Ein­le­gung der Be­schwer­de/Re­vi­si­on mit­tels elek­tro­ni­schen Do­ku­ments wird auf die Ver­ord­nung vom 9. März 2006 (BGBl I, 519 ff) hin­ge­wie­sen.


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T a t b e s t a n d

Die Par­tei­en strei­ten über ei­nen An­spruch des Klägers auf Ka­ren­zentschädi­gung auf­grund ei­nes Wett­be­werbs­ver­bots.

Der Kläger war auf der Grund­la­ge des Ar­beits­ver­tra­ges vom 15.06.2000 (An­la­ge K1, Bl. 7ff. d. A.) bis zum 30.06.2007 als Re­fe­rent für Lo­gis­tik und all­ge­mei­ne Ver­wal­tung bei der Be­klag­ten tätig. § 10 IV des Ar­beits­ver­tra­ges lau­te­te:

„Im Hin­blick auf sein be­son­de­res Tätig­keits- und Auf­ga­ben­ge­biet in der Fir­ma erklärt sich der Mit­ar­bei­ter be­reit, nach Ab­lauf der Pro­be­zeit je­der­zeit auf Ver­lan­gen der Fir­ma das als An­la­ge zu die­sem Ver­trag bei­gefügte Wett­be­werbs­ver­bot ab­zu­sch­ließen.“

Dem Ar­beits­ver­trag war ein als „Wett­be­werbs­ver­bot“ be­ti­tel­tes Schriftstück (An­la­ge K 3, Bl. 12f. d. A.) bei­gefügt, wel­ches von kei­ner der Par¬tei­en un­ter­zeich­net wor­den ist.

Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en en­de­te in­fol­ge be­triebs­be­ding­ter Kündi­gung der Be­klag­ten. Die Kündi­gungs­schutz­kla­ge des Klägers blieb in bei­den In­stan­zen oh­ne Er­folg.

Mit an­walt­li­chem Schrei­ben vom 30.07.2007 (An­la­ge K 4, Bl. 14f. d. A.) be­gehr­te der Kläger von der Be­klag­ten die Zah­lung ei­ner Ka­ren­zentschädi­gung mit der Be­gründung, er be­ab­sich­ti­ge, sich an das dem Ar­beits­ver­trag als An­la­ge bei­gefügte, auf zwei Jah­re be­fris­te­te Wett­be­werbs­ver­bot zu hal­ten, so dass ihm für die­sen Zeit­raum ein Zah­lungs­an­spruch aus der ver­trag­li­chen Ab­re­de zu­ste­he. Die Be­klag­te wies den An­spruch mit Schrei­ben vom 15.08.2007 (An­la­ge K 5, Bl.16 f. d. A.) zurück, wel­chen der Kläger mit sei­ner am 11.09.2007 er­ho­be­nen Kla­ge wei­ter ver­folgt.
Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, aus § 10 IV des Ar­beits­ver­tra­ges er­ge­be sich ei­ne Entschädi­gungs­pflicht der Be­klag­ten, da ihm aus der un­ver­bind­li­chen, aber nicht nich­ti­gen Wett­be­werbs­ab­re­de ein Wahl­recht er­wach­sen sei, mit der Be­klag­ten in Wett­be­werb zu tre­ten oder sich – mit der Fol­ge der Ent­ste­hung ei­nes An­spruchs auf Ka­ren­zentschädi­gung – an das Wett­be­werbs­ver­bot zu hal­ten. Die im Ar­beits­ver­trag dem Kläger

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auf­er­leg­te Ver­pflich­tung, „je­der­zeit auf Ver­lan­gen (ein) Wett­be­werbs­ver­bot ab­zu­sch­ließen“, stel­le je­den­falls un­ter Berück­sich­ti­gung der gleich­zei­ti­gen Über­sen­dung ei­nes nicht un­ter­zeich­ne­ten „Wett­be­werbs­ver­bots“ ei­ne Um­ge­hung der ge­setz­li­chen Ver­pflich­tung der Be­klag­ten dar, für die Ein­hal­tung ei­nes Wett­be­werbs­ver­bots an den Kläger ei­ne Entschädi­gung zu zah­len. Da er, der Kläger, sich an das Wett­be­werbs­ver­bot zu hal­ten be­ab­sich­ti­ge, ste­he ihm bei Be­zug von Ar­beits­lo­sen­geld in Höhe von € 1.582,50 mo­nat­lich (An­la­ge K 6, Bl. 45f. d. A.) ei­ne Ka­ren­zentschädi­gung von € 1.891,02 pro Mo­nat zu, da er über die Leis­tun­gen der Agen­tur für Ar­beit hin­aus kei­ner­lei zusätz­li­che Ein­nah­men er­zie­le.

Der Kläger hat be­an­tragt,

1) fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den Par­tei­en ein Wett­be­werbs­ver­bot für die Dau­er von zwei Jah­ren nach der Be­en­di­gung des mit Wir­kung ab dem 15.06.2000 be­gründe­ten Ar­beits­verhält­nis­ses be-steht und die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, dem Kläger für die Dau­er des Ver­bots ei­ne Entschädi­gung in Höhe von 50% der vom Kläger im Jahr vor der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses be­zo­ge­nen ver­tragsmäßigen Leis­tun­gen un­ter An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Er­werbs gemäß § 74 c HGB zu zah­len;

so­wie die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len

2) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Ju­li 2007 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.08.2007 zu zah­len;

3) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Au­gust 2007 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.09.2007 zu zah­len;

4) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Sep­tem­ber 2007 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.10.2007 zu zah­len;

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5) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Ok­to­ber 2007 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.11.2007 zu zah­len;

6) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für No­vem­ber 2007 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.12.2007 zu zah­len;

7) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für De­zem­ber 2007 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.01.2008 zu zah­len;

8) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Ja­nu­ar 2008 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.02.2008 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie ist der An­sicht, ein Wett­be­werbs­ver­bot bzw. ei­ne ver­trag­li­che Ver­pflich­tung zum Ab­schluss ei­nes sol­chen sei zwi­schen den Par­tei­en des Rechts­streits zu kei­nem Zeit­punkt zu­stan­de ge­kom­men. Aus dem Um­stand, dass das Schrift­for­mer­for­der­nis (§ 74 HGB i.V.m. § 126 BGB) nicht ge­wahrt sei, fol­ge die Nich­tig­keit des Wett­be­werbs­ver­bots. Auch aus § 10 IV des Ar­beits­ver­tra­ges könne der Kläger kei­nen Zah­lungs­an­spruch her­lei­ten, da es sich hier­bei le­dig­lich um ei­ne Ab­sichts­erklärung zu ei­ner mögli­chen künf­ti­gen Ver­ein­ba­rung, mit­hin um ei­nen Vor­ver­trag zu ei­nem Wett­be­werbs­ver­bot, ge­han­delt ha­be. Ge­gen die Maßgeb­lich­keit der Klau­sel im Ar­beits­ver­trag spre­che auch das Feh­len ei­ner Entschädi­gungs­zu­sa­ge. Zu­dem man­ge­le es an ei­ner fes­ten Ver­bin­dung der Wett­be­werbs­ab­re­de mit dem An­stel­lungs­ver­trag, so dass die­se man­gels Ver­bin­dung bei­der Ur­kun­den zu ei­ner Ge­samtur­kun­de je­den­falls nicht wirk­sam in den Ver­trag mit ein­be­zo­gen wor­den sei.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. We­gen der Be­gründung wird auf die Ent­schei­dungs­gründe des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils (Bl. 64 – 67 Be­zug ge­nom­men).

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Ge­gen das am 05.02.2008 verkünde­te und dem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers am 26.03.2008 zu­ge­stell­te Ur­teil hat der Kläger am 17.04.2008 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se am 13.05.2008 be­gründet.

Er wie­der­holt sei­nen erst­in­stanz­li­chen Sach­vor­trag und ist nach wie vor der Auf­fas­sung, ihm ste­he ein An­spruch auf Ka­ren­zentschädi­gung ge­gen die Be­klag­te aus ei­nem un­ver­bind­li­chen, be­ding­ten Wett­be­werbs­ver­bot zu. Das Ar­beits­ge­richt ha­be ins­be­son­de­re die tra­gen­den Gründe der Ent­schei­dung des BAG vom 13.05.1986 (3 AZR 85/85 - NZA 1986, 828) nicht zu­tref­fend auf den vor­lie­gen­den Fall an­ge­wen­det. Der zu be­ur­tei­len­de Sach­ver­halt ent­spre­che im We­sent­li­chen dem­je­ni­gen der ge­nann­ten Ent­schei­dung. Die Wer­tun­gen des Se­nats be­hiel­ten ih­re Gültig­keit auch in Fällen, in de­nen der Ar­beit­ge­ber – wie vor­lie­gend – den Ar­beit­neh­mer ver­trag­lich ver­pflich­te, sich auf sei­ne An­for­de­rung hin ei­nem nach­ver­trag­li­chen Wett­be­werbs­ver­bot zu un­ter­wer­fen; die Ent­ste­hung ei­nes Wahl­rechts des Ar­beit­neh­mers sei in­so­weit si­tua­tiv nicht an den ein­sei­ti­gen ver­trag­li­chen Vor­be­halt der Auf­er­le­gung ei­nes nach­ver­trag­li­chen Wett­be­werbs­ver­bots ge­bun­den, der der zi­tier­ten Ent­schei­dung des BAG zu­grun­de ge­le­gen ha­be. Auch die Recht­spre­chung des BAG zur Un­ver­bind­lich­keit von Vor­verträgen mit Blick auf nach­ver­trag­li­che Wett­be­werbs­ver­bo­te vom 18.04.1969 (3 AZR 154/68 - WM 1969, 1246) sei in die­sem Zu­sam­men­hang durch das Ar­beits­ge­richt un­berück­sich­tigt ge­las­sen wor­den. Die Un­ver­bind­lich­keit ei­ner der­ar­ti­gen Ab­spra­che zie­he im­mer ein Wahl­recht des Ar­beit­ge­bers nach sich. Die hier zu be­ur­tei­len­de Si­tua­ti­on ge­he über die vom Ar­beits­ge­richt an­ge­nom­me­ne bloße „Über­mitt­lung ei­nes Ent­wurfs ei­ner Wett­be­werbs­ver­ein­ba­rung oh­ne Un­ter­schrift" hin-aus. Zu­dem un­ter­stel­le das Ar­beits­ge­richt dem ju­ris­tisch nicht ver­sier­ten Kläger, sich über die Un­ver­bind­lich­keit der ver­trag­li­chen Re­ge­lung im Kla­ren ge­we­sen zu sein und für den Fall ei­ner Auf­for­de­rung der Be­klag­ten, gemäß der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot ab­zu­sch­ließen, vor Au­gen ge­habt zu ha­ben, die­ser nicht nach­kom­men zu müssen. Tatsächlich sei der Kläger da­von aus­ge­gan­gen, zum Ab­schluss ei­nes nach­ver­trag­li­chen Wett­be­werbs­ver­bots ver­pflich­tet ge­we­sen zu sein, so­fern die Be­klag­te dies ein­ge­for­dert hätte. Auf die­se Wei­se aber ha­be die Be­klag­te ge­ra­de ihr Ziel er­reicht, die Ka­ren­zentschädi­gung „ein­zu­spa­ren“, nach­dem sie zu dem Schluss ge­kom­men sei, ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot mit dem Kläger sei nicht er­for­der­lich, da von ihm kein kon­kur­rie­ren­des Ver­hal­ten zu befürch­ten ge­we­sen sei. Die­ser ha­be in­des im Rah­men sei­ner Tätig­keit für die Be­klag­te Kennt­nis­se auch

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im Be­reich der Kaf­fee-Ver­ede­lung und Kof­fe­in-Auf­be­rei­tung ge­won­nen. Un­er­heb­lich sei, dass das dem Ver­trag bei­gefügte Wett­be­werbs­ver­bot nicht un­ter­zeich­net wor­den sei; der Schrift­form sei be­reits durch die Un­ter­zeich­nung des Vor­ver­tra­ges genügt wor­den. Rechts­fol­ge aus ei­nem sol­chen Vor­ver­trag, der kei­ne zeit­li­che Be­schränkung vor­se­he, sei stets die Ent­ste­hung ei­nes Wahl­rechts des Ar­beit­neh­mers da­hin­ge­hend, ob er sich – ge­gen Zah­lung der vor­ge­se­he­nen Ka­ren­zentschädi­gung – an das Wett­be­werbs­ver­bot hält oder aber auf die Ka­ren­zentschädi­gung ver­zich­tet und in Wett­be­werb tre­ten will; dies sei sämt­li­chen be­ding­ten Wett­be­werbs­ver­bo­ten im­ma­nent, so­fern die­se nur vom sub­jek­ti­ven Wol­len des Ar­beit­ge­bers ab­hin­gen.

Der Kläger be­an­tragt,

1) das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts auf­zu­he­ben und nach den Klag­anträgen ers­ter In­stanz zu er­ken­nen;

so­wie die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len

2) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Fe­bru­ar 2008 €1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.03.2008 zu zah­len;

3) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für März 2008 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.04.2008 zu zah­len;

4) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für April 2008 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.05.2008 zu zah­len;

5) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Mai 2008 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.06.2008 zu zah­len;

6) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Ju­ni 2008 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.07.2008 zu zah­len;

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7) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Ju­li 2008 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.08.2008 zu zah­len;

8) an den Kläger als Ka­ren­zentschädi­gung für Au­gust 2008 € 1.891,02 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.09.2008 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen und die Kla­ge auch bzgl. der Kla­ge­er­wei­te­rung ab­zu­wei­sen.


Sie ver­tei­digt das erst­in­stanz­li­che Ur­teil un­ter Be­zug­nah­me auf ihr bis­he­ri­ges Vor­brin­gen. Ent­schei­dend sei zum ei­nen, dass der Kläger erst ei­nen Mo­nat nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses erklärt ha­be, sich an die Wett­be­werbs­ab­re­de hal­ten zu wol­len und von der Be­klag­ten Ka­ren­zentschädi­gung zu ver­lan­gen. Der Kläger ver­ken­ne, dass der zwi­schen den Par­tei­en ab­ge­schlos­se­ne Vor­ver­trag auf Ab­schluss ei­ner Wett­be­werbs­ab­re­de ei­nem be­ding­ten und da­mit un­ver­bind­li­chen Wett­be­werbs­ver­bot nicht gleich­ste­he. Ob der Kläger sich als ju­ris­ti­scher Laie an das Wett­be­werbs­ver­bot ge­bun­den gefühlt ha­be oder nicht, sei völlig un­er­heb­lich, da er je­den­falls nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses wuss­te, dass die Be­klag­te ihn nicht mehr auf Ab­schluss der Wett­be­werbs­ab­re­de in An­spruch neh­men würde. Der Kläger ver­men­ge in­so­weit in un­zulässi­ger Art und Wei­se die Be­grif­fe des „be­ding­ten Wett­be­werbs­ver­bots“ und des bloßen „Vor­ver­tra­ges“. Für das be­ding­te Wett­be­werbs­ver­bot sei cha­rak­te­ris­tisch, dass die­ses oh­ne je­des wei­te­re Zu­tun des Ar­beit­neh­mers durch ein­sei­ti­ge Erklärung des Ar­beit­ge­bers als Rechts­fol­ge die Ent­ste­hung ei­nes Wett­be­werbs­ver­bo­tes her­beiführe. Im vor­lie­gend zu be­ur­tei­len­den Fall hätte es ei­ner Wil­lens­erklärung des Klägers be­durft, um ein Wett­be­werbs­ver­bot zu be­gründen. Die Be­klag­te hätte ggf. auf Ab­ga­be die­ser Wil­lens­erklärung kla­gen müssen. Die von dem Kläger zi­tier­te Recht­spre­chung des BAG aus den Jah­ren 1969 und 1986 sei auf den vor­lie­gen­den Fall nicht über­trag­bar. Zu­dem ha­be der Kläger während sei­ner Tätig­keit bei der Be­klag­ten auch kein schützens­wer­tes Wis­sen er­wor­ben, das der Be­klag­ten ei­nen – not­falls im Kla­ge­we­ge durch­zu­set­zen­den – An­spruch auf Ab­schluss ei­ner Wett­be­werbs­ver­bots­ab­re­de ein­geräumt hätte.

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We­gen des wei­te­ren Sach- und Streit­stan­des wird auf die Fest­stel­lun­gen des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils so­wie auf die Schriftsätze der Par­tei­en nebst An­la­gen Be­zug ge­nom­men.


E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

Die Be­ru­fung ist nicht be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge zu Recht ab­ge­wie­sen, denn dem Kläger steht ei­ne Ka­ren­zentschädi­gung un­ter kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt zu (I). Auch die er­wei­ter­te Kla­ge ist ab­zu­wei­sen (II).

I. Der Kläger kann von der Be­klag­ten die Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Ka­ren­zentschädi­gung nicht ver­lan­gen.

1. Der Kläger kann sei­nen An­spruch nicht aus ei­ner dem Schrift­for­mer­for­der­nis des § 74 I HGB ent­spre­chen­den Ver­ein­ba­rung her­lei­ten, denn die Par­tei­en ha­ben ei­ne sol­che Ab­re­de nicht ge­trof­fen. Un­strei­tig ha­ben we­der die Be­klag­te noch der Kläger ein Wett­be­werbs­ver­bot ent­spre­chend dem als An­la­ge zum Ar­beits­ver­trag über­sand­ten Ent­wurf un­ter­zeich­net.

2. Ein An­spruch des Klägers er­gibt sich auch nicht auch § 10 IV des Ar­beits­ver­trags i. V. m. § 74 HBG.

a) Nach der Recht­spre­chung des BAG (Urt. v. 13.05.1986 – 3 AZR 85/85 – NZA 86, 828, Tz 19; Urt. v. 22.05.1990 – 3 AZR 647/88 – NZA 91, 263, Tz 22) ist ei­ne Ver­trags­be­stim­mung, in der sich ein Ar­beit­ge­ber vor­behält, bei Aus­schei­den des Ar­beit­neh­mers die­sem ein Wett­be­werbs­ver­bot auf­zu­er­le­gen, für den Ar­beit­neh­mer un­ver­bind­lich. Der Ar­beit­neh­mer hat die Wahl, ob er sich auf die Un­ver­bind­lich­keit be­ru­fen oder aber Wett­be­werb un­ter­las­sen und dafür Ka­ren­zentschädi­gung be­an­spru­chen will.

b) Das Ar­beits­ge­richt hat Zah­lungs­ansprüche des Klägers un­ter die­sem recht­li­chen Ge­sichts­punkt zu Recht ver­neint. Zwi­schen den Par­tei­en be­steht kein un­ver­bind­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot i. S. der Recht­spre­chung des BAG.

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aa) Gemäß § 74 II HGB ist ein Wett­be­werbs­ver­bot für die Zeit nach der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses für den Ar­beit­neh­mer nur ver­bind­lich, wenn sich der Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet, für die Dau­er des Ver­bots ei­ne Ka­ren­zentschädi­gung zu zah­len. Der Ar­beit­neh­mer soll al­so nicht oh­ne Entschädi­gung in sei­ner Wett­be­werbs­frei­heit be­schränkt wer­den. Die Recht­spre­chung zum un­ver­bind­li­chen Wett­be­werbs­ver­bot dient da­zu, ei­ne Um­ge­hung die­ser Re­ge­lung zu ver­hin­dern, die dar­in be­steht, dass zunächst kein entschädi­gungs­pflich­ti­ges Wett­be­werbs­ver­bot ver­ein­bart wird, der Ar­beit­ge­ber sich je­doch ver­trag­lich vor­behält, ein sol­ches Ver­bot durch ein­sei­ti­ge Erklärung in Kraft zu set­zen. Ein vom Wil­len des Ar­beit­ge­bers abhängi­ges sus­pen­siv be­ding­tes Wett­be­werbs­ver­bot be­las­te den Ar­beit­neh­mer in glei­cher Wei­se wie ein re­so­lu­tiv be­ding­tes. Auch dann, wenn sich der Ar­beit­ge­ber vor­be­hal­te, das Wett­be­werbs­ver­bot noch nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu verhängen, sei der Ar­beit­neh­mer in un­zulässi­ger Wei­se in sei­ner Ent­schei­dungs­frei­heit be­ein­träch­tigt. Während des Be­stan­des des Ar­beits­verhält­nis­ses und so­gar noch nach des­sen Be­en­di­gung sei der Ar­beit­neh­mer dar­an ge­hin­dert, sich im ge­sperr­ten Raum zu be­wer­ben. Er müsse gewärti­gen, dass der Ar­beit­ge­ber das vor­be­hal­te­ne Recht ausübe und ein Wett­be­werbs­ver­bot fest­setz­te, wenn er ei­ne die­sem nicht ge­neh­me Stel­le an­tre­te. Be­wer­be er sich da­ge­gen aus­sch­ließlich im kon­kur­renz­frei­en Raum, müsse er da­mit rech­nen, dass der Ar­beit­ge­ber das Ver­bot nicht aus­spre­che und sich so der Ver­pflich­tung zur Zah­lung ei­ner Ka­ren­zentschädi­gung ent­zie­he (BAG v. 13.05.1986 – 3 AZR 85/85 – NZA 86, 828, Tz 19).

bb) Die Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en ent­spricht nicht die­ser Kon­stel­la­ti­on. § 14 IV des Ar­beits­ver­trags räumt der Be­klag­ten nicht die Be­fug­nis ein, ein­sei­tig ein Wett­be­werbs­ver­bot zu verhängen. Sie kann vom Kläger le­dig­lich den Ab­schluss ei­ner sol­chen Ver­ein­ba­rung ver­lan­gen. Es han­delt sich um ei­nen Vor­ver­trag, des­sen Gleich­set­zung mit ei­nem Ge­stal­tungs­recht des Ar­beit­ge­bers das BAG be­reits in der Ent­schei­dung vom 13.05.1986 (a.a.O., Tz 14) ab­ge­lehnt hat. An­ders als in den vom BAG ent­schie­de­nen Fällen muss­te der Kläger des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens so­mit nicht da­mit rech­nen, ei­ne neue Tätig­keit, wel­che die Wett­be­werbs­in­ter­es­sen der Be­klag­ten berührt hätte, in­fol­ge ei­ner Ent­schei­dung der Be­klag­ten nicht an­tre­ten zu können. Er war in sei­ner Wett­be­werbs­frei­heit so­mit auch nicht fak­tisch be­schränkt, da er sich nicht auf die Su­che nach kon­kur­renz­frei­en Tätig­kei­ten be­schränken muss­te. Ein Wett­be­werbs­ver­bot konn­te im

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vor­lie­gen­den Fall nach § 14 IV des Ar­beits­ver­trags nicht oh­ne Mit­wir­kung des Klägers ent­ste­hen, die die­ser – wie das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend aus­geführt hat – je­den­falls nach Aus­spruch der Kündi­gung zu ver­wei­gern be­rech­tigt ge­we­sen wäre. Im Fal­le der Ver­wei­ge­rung der Un­ter­zeich­nung des Wett­be­werbs­ver­bots wäre die Be­klag­te dem­nach ge­zwun­gen ge­we­sen, den Kläger auf Ab­ga­be der ent­spre­chen­den Wil­lens­erklärung zu ver­kla­gen.

bb) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers lässt sich auch aus dem Ur­teil des BAG vom 18.04.1969 (3 AZR 154/68 - WM 1969, 1246) nicht her­lei­ten, dass aus ei­ner un­wirk­sa­men vor­ver­trag­li­chen Ab­re­de der Par­tei­en stets die Un­ver­bind­lich­keit der ge­sam­ten Re­ge­lung so­wie die Ent­ste­hung ei­nes Wahl­recht des Ar­beit­neh­mers fol­gen muss. Die Ent­schei­dung be­han­delt in­so­weit ge­ra­de den um­ge­kehr­ten Fall, als dass hier der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer nach des­sen Ei­genkündi­gung aus der vor­ver­trag­li­chen Ver­pflich­tung zum Ab­schluss ei­nes Wett­be­werbs­ver­bots „auf Wunsch der Fir­ma“ in An­spruch nahm, des­sen In­halt sich wie­der­um nach den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen rich­ten soll­te. Das BAG sah in der Ver­trags­klau­sel ei­ne un­wirk­sa­me Ver­ein­ba­rung, die ei­ne nach §§ 133f Ge­wO a. F. un­bil­li­ge Fort­kom­mens­be­schwer für den be­klag­ten Ar­beit­neh­mer ent­hal­te. Aus­drück­lich stell­te der Se­nat in­so­weit klar, dass der ver­ein­bar­te Vor­ver­trag in­so­weit un­ver­bind­lich sei, wie er eben die­se un­bil­li­ge Fort­kom­mens­be­schwer für den Mit­ar­bei­ter ent­hal­te. Da­mit ist aber ge­ra­de noch nicht ge­sagt, wie das BAG die ge­gen­tei­li­ge Kon­stel­la­ti­on ent­schie­den hätte, in der nicht der Ar­beit­ge­ber von dem Ar­beit­neh­mer kla­ge­wei­se ver­langt, mit ihm ei­ne Wett­be­werbs­ver­bots­ver­ein­ba­rung zu tref­fen, son­dern, wie hier, der Ar­beit­neh­mer von dem Ar­beit­ge­ber die Zah­lung der ent­spre­chen­den Ka­ren­zentschädi­gung be­gehrt.

cc) Der vor­lie­gen­de Streit­fall bie­tet kei­nen An­lass zur ab­sch­ließen­den Klärung der Rechts­fra­ge, ob für ei­nen Ar­beit­neh­mer man­gels Kennt­nis der Rechts­la­ge die Ge­fahr be­steht, dass er das Wett­be­werbs­ver­bot für ver­bind­lich hält und sich bei sei­ner neu­en be­ruf­li­chen Ori­en­tie­rung auch da­nach rich­tet, ob­wohl er im Er­geb­nis gar kei­nen Entschädi­gungs­an­spruch be­an­spru­chen kann (vgl. hier­zu auch - dies of­fen las­send - BAG v. 18.01.2000 - 9 AZR 929/98, ju­ris, so­wie Buch­ner, Wett­be­werbs­ver­bo­te während und nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses, 2. Auf­la­ge 1995, Ab­schnitt C Tz 285ff.). Denn in­so­weit hat der Kläger selbst vor­ge­tra­gen, nach Be­en­di­gung des Ar-

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beits­verhält­nis­ses von der Un­ver­bind­lich­keit des Ver­bots aus­ge­gan­gen zu sein. Für das Aus­schla­gen ei­ner po­ten­zi­el­len Stel­le bei ei­nem Mit­be­wer­ber der Be­klag­ten noch während des be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Be­gründung, sich an das Wett­be­werbs­ver­bot ge­bun­den zu fühlen, fehlt da­ge­gen, wie be­reits das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend aus­geführt hat, je­der Sach­vor­trag.
dd) Ein Entschädi­gungs­an­spruch des Klägers schei­tert schließlich auch an der feh­len­den Ver­ein­ba­rung ei­ner Ka­ren­zentschädi­gung. Nach der vom nun­mehr für Wett­be­werbs­ver­bo­te al­lein zuständi­gen Neun­ten Se­nat im Ur­teil vom 18.01.200 (9 AZR 929/98 – ju­ris) bestätig­ten ständi­gen Recht­spre­chung des BAG ist ein Wett­be­werbs­ver­bot oh­ne Ka­ren­zentschädi­gung nich­tig (a.a.O., Tz 10). We­der Ar­beit­ge­ber noch Ar­beit­neh­mer können dar­aus Rech­te her­lei­ten. Ein Wahl­recht des Ar­beit­neh­mers, sich an ein entschädi­gungs­los ver­ein­bar­tes Wett­be­werbs­ver­bot zu hal­ten, ma­che kei­nen Sinn (a.a.0. Tz 12).


II. Man­gels An­spruchs auf ei­ne Ka­ren­zentschädi­gung, sind auch die – mit den gemäß §§ 64 VI 1 ArbGG, 533 ZPO zulässi­gen – Kla­ge­er­wei­te­run­gen gel­tend ge­mach­ten Ansprüche un­be­gründet.


III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 64 VI ArbGG i. V. m. § 97 I ZPO.


IV. Für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on be­stand kei­ne Ver­an­las­sung. Die Be­ru­fungs­kam­mer folgt der ein­schlägi­gen höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung. Die recht­li­chen Erwägun­gen, auf de­nen das Ur­teil be­ruht, ha­ben kei­ne grundsätz­li­che Be­deu­tung i. S. v. § 72 II Nr. 1 ArbGG.

 


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