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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Betriebsrente, Betriebliche Altersversorgung, Betriebsrente: Anpassung
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 3 AZR 464/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 19.06.2012
   
Leit­sätze: Nach § 16 Abs. 1 Halbs. 1 Be­trAVG hat der Ar­beit­ge­ber al­le drei Jah­re ei­ne An­pas­sung der lau­fen­den Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu prüfen und hierüber nach bil­li­gem Er­mes­sen zu ent­schei­den. Da­bei hat er ins­be­son­de­re die Be­lan­ge des Ver­sor­gungs­empfängers und sei­ne ei­ge­ne wirt­schaft­li­che La­ge zu berück­sich­ti­gen. Die Be­lan­ge des Ver­sor­gungs­empfängers wer­den durch den An­pas­sungs­be­darf be­stimmt. Die­ser rich­tet sich nach dem seit Ren­ten­be­ginn ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lust. Der An­pas­sungs­be­darf wird durch die Net­to­ver­dienst­ent­wick­lung bei den ak­ti­ven Ar­beit­neh­mern (re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze) be­grenzt. Für die Er­mitt­lung so­wohl des Kauf­kraft­ver­lus­tes als auch der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze kommt es auf die Ent­wick­lung vom Ren­ten­be­ginn bis zum je­weils ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag an. Der Prüfungs­zeit­raum steht nicht zur Dis­po­si­ti­on des Ar­beit­ge­bers. Dies ist von Ver­fas­sungs we­gen nicht zu be­an­stan­den.
Vor­ins­tan­zen: Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 10.05.2011 - 6 Sa 107/11
Arbeitsgericht München, Endurteil vom 22.12.2010 - 38 Ca 11541/10
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

3 AZR 464/11
6 Sa 107/11
Lan­des­ar­beits­ge­richt

München

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

19. Ju­ni 2012

UR­TEIL

Kauf­hold, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­ons­be­klag­ter,

hat der Drit­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 19. Ju­ni 2012 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Schlewing, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Spin­ner so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Schmalz und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Dr. Möller für Recht er­kannt:



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Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten wird - un­ter Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on der Be­klag­ten im Übri­gen - das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts München vom 10. Mai 2011 - 6 Sa 107/11 - teil­wei­se auf­ge­ho­ben.


Im Um­fang der Auf­he­bung wird auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts München vom 22. De­zem­ber 2010 - 38 Ca 11541/10 - ab­geändert und zur Klar­stel­lung ins­ge­samt wie folgt neu ge­fasst:

Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger ab dem 1. Sep­tem­ber 2010 über die bis­her ge­zahl­te Be­triebs­ren­te iHv. mo­nat­lich 3.265,50 Eu­ro brut­to hin­aus mo­nat­lich wei­te­re 99,15 Eu­ro brut­to, mit­hin ei­ne mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te iHv. ins­ge­samt 3.364,65 Eu­ro brut­to zu zah­len.


Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger rückständi­ge Be­triebs­ren­te für die Mo­na­te Ju­li 2009 bis Au­gust 2010 iHv. ins­ge­samt 1.388,10 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 20. Ju­ni 2012 zu zah­len.


Im Übri­gen wird die Kla­ge ab­ge­wie­sen.

Die Be­klag­te hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die An­pas­sung der Be­triebs­ren­te des Klägers zum 1. Ju­li 2009.

Der Kläger war bis zum 31. De­zem­ber 2005 bei der Be­klag­ten als An­ge­stell­ter beschäftigt. Seit dem 1. Ja­nu­ar 2006 zahlt die Be­klag­te an ihn ei­ne Be­triebs­ren­te. Die­se be­lief sich zunächst auf mo­nat­lich 3.173,00 Eu­ro brut­to. Die Be­klag­te, die die An­pas­sungs­prüfun­gen nach § 16 Be­trAVG je­weils zum 1. Ju­li ei­nes je­den Ka­len­der­jah­res bündelt, pass­te die Be­triebs­ren­te des Klägers zum 1. Ju­li 2009 um 2,91 % auf 3.265,50 Eu­ro brut­to an. Die­ser An­pas­sung lag die Net­to­lohn­ent­wick­lung sämt­li­cher Mit­ar­bei­ter im I-Kon­zern in
 


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Deutsch­land mit Aus­nah­me der sog. „Exe­cu­ti­ves“ in den Ka­len­der­jah­ren 2006 bis 2008 zu­grun­de.

Mit Schrei­ben vom 3. Au­gust 2009 wies der Kläger die An­pas­sung als un­zu­rei­chend zurück und ver­lang­te ei­ne Erhöhung sei­ner Be­triebs­ren­te um den seit Ren­ten­be­ginn ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lust von 6,04 % auf 3.364,65 Eu­ro so­wie die Nach­zah­lung des je­wei­li­gen mo­nat­li­chen Dif­fe­renz­be­tra­ges zur ge­zahl­ten Be­triebs­ren­te in Höhe von 99,15 Eu­ro brut­to. Die Be­klag­te kam die­sem Ver­lan­gen nicht nach.

Mit sei­ner am 14. Sep­tem­ber 2010 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat der Kläger sein Be­geh­ren nach An­pas­sung sei­ner Be­triebs­ren­te an den Kauf­kraft­ver­lust wei­ter ver­folgt. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, An­spruch auf An­pas­sung sei­ner Aus­gangs­ren­te ent­spre­chend der Ent­wick­lung des Ver­brau­cher­preis­in­de­xes für Deutsch­land im Zeit­raum von De­zem­ber 2005 bis Ju­ni 2009 zu ha­ben. Die An­pas­sungs­ent­schei­dung der Be­klag­ten sei be­reits des­halb zu be­an­stan­den, weil die­se für die sog. re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze von ei­nem un­zu­tref­fen­den Prüfungs­zeit­raum aus­ge­gan­gen sei. Auch bei der Er­mitt­lung der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze sei auf den Zeit­raum vom Ren­ten­be­ginn bis zum An­pas­sungs­stich­tag ab­zu­stel­len. Zu­dem ha­be die Be­klag­te un­zulässi­ger­wei­se die Net­to­lohn­ent­wick­lung al­ler ak­ti­ven Mit­ar­bei­ter oh­ne wei­te­re Dif­fe­ren­zie­rung berück­sich­tigt und kei­ne Grup­pen­bil­dung vor­ge­nom­men. Die Her­aus­nah­me al­lein der sog. „Exe­cu­ti­ves“ rei­che nicht aus.


Der Kläger hat zu­letzt be­an­tragt, 


1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ab dem 1. Sep­tem­ber 2010 über die bis­her ge­zahl­te Be­triebs­ren­te in Höhe von mo­nat­lich 3.265,50 Eu­ro brut­to hin­aus wei­te­re 99,15 Eu­ro brut­to, ins­ge­samt dem­nach ei­ne Be­triebs­ren­te in Höhe von mo­nat­lich 3.364,65 Eu­ro brut­to zu zah­len,


2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn rückständi­ge Be­triebs­ren­te für die Zeit von Ju­li 2009 bis Au­gust 2010 in Höhe von ins­ge­samt 1.388,10 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 1. Sep­tem­ber 2010 zu zah­len.


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Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und die Auf­fas­sung ver­tre­ten, mit der An­he­bung der Be­triebs­ren­te des Klägers ab dem 1. Ju­li 2009 um 2,91 % ih­rer An­pas­sungs­ver­pflich­tung aus­rei­chend nach­ge­kom­men zu sein. Sie sei be­rech­tigt, die An­pas­sung ent­spre­chend der durch­schnitt­li­chen Net­to­lohn­ent­wick­lung der ak­ti­ven Mit­ar­bei­ter in den Ka­len­der­jah­ren 2006 bis 2008 vor­zu­neh­men. So­wohl für die Er­mitt­lung des Kauf­kraft­ver­lus­tes als auch für die Fest­stel­lung der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze kom­me es grundsätz­lich auf die Ent­wick­lung in den letz­ten drei Jah­ren vor dem je­wei­li­gen An­pas­sungs­stich­tag an.


Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­ge­wie­sen. Mit ih­rer Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te ihr Be­geh­ren nach Kla­ge­ab­wei­sung wei­ter. Der Kläger be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.


Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist im We­sent­li­chen un­be­gründet. Die Vor­in­stan­zen ha­ben zu Recht er­kannt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, an den Kläger ab dem 1. Ju­li 2009 ei­ne um 99,15 Eu­ro brut­to höhe­re mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te zu zah­len. Zin­sen auf die mo­nat­li­chen Erhöhungs­beträge kann der Kläger al­ler­dings erst ab dem Fol­ge­tag des Ta­ges be­an­spru­chen, an dem das Ur­teil rechts­kräftig wird, mit­hin erst ab dem 20. Ju­ni 2012. Hin­sicht­lich der darüber hin­aus­ge­hend zu­er­kann­ten Zin­sen wa­ren die Ent­schei­dun­gen der Vor­in­stan­zen da­her auf­zu­he­ben bzw. ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.


A. Die Kla­ge ist zulässig. Dies gilt auch für den Kla­ge­an­trag zu 1. 

Bei dem An­trag zu 1. han­delt es sich um ei­ne Kla­ge auf wie­der­keh­ren­de Leis­tun­gen iSd. § 258 ZPO. Bei wie­der­keh­ren­den Leis­tun­gen, die - wie Be­triebs­ren­ten­ansprüche - von kei­ner Ge­gen­leis­tung abhängen, können grundsätz­lich auch künf­tig fällig wer­den­de Teil­beträge ein­ge­klagt wer­den. Im Ge­gen­satz zu § 259 ZPO muss nicht die Be­sorg­nis be­ste­hen, dass der Schuld­ner sich


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der recht­zei­ti­gen Leis­tung ent­zie­hen wer­de (vgl. BAG 9. No­vem­ber 1999 - 3 AZR 361/98 - zu A 2 der Gründe, AP Be­trAVG § 7 Nr. 96 = EzA Be­trAVG § 7 Nr. 62; 10. De­zem­ber 1971 - 3 AZR 190/71 - zu I der Gründe, BA­GE 24, 63).

B. Die Kla­ge ist in­so­weit be­gründet, als die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, an den Kläger ab dem 1. Ju­li 2009 ei­ne um 99,15 Eu­ro brut­to höhe­re mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te zu zah­len. Zin­sen auf die mo­nat­li­chen Erhöhungs­beträge ste­hen dem Kläger je­doch erst ab dem Fol­ge­tag des Ta­ges zu, an dem das Ur­teil rechts­kräftig wird, mit­hin erst ab dem 20. Ju­ni 2012. Hin­sicht­lich der darüber hin­aus gel­tend ge­mach­ten Zin­sen ist die Kla­ge un­be­gründet.

I. Die Be­klag­te ist nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG ver­pflich­tet, an den Kläger ab dem Mo­nat Ju­li 2009 ei­ne um 99,15 Eu­ro brut­to höhe­re mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te zu zah­len. Der An­pas­sungs­be­darf des Klägers be­steht in dem vom Ren­ten­be­ginn am 1. Ja­nu­ar 2006 bis zum An­pas­sungs­stich­tag 1. Ju­li 2009 ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lust in Höhe von 6,04 %. Die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze recht­fer­tigt kei­ne die Teue­rungs­ra­te un­ter­schrei­ten­de An­pas­sung. Die Be­klag­te hat nicht gel­tend ge­macht, dass ih­re wirt­schaft­li­che La­ge der An­pas­sung ent­ge­gen­steht.

1. Nach § 16 Abs. 1 Halbs. 1 Be­trAVG hat der Ar­beit­ge­ber al­le drei Jah­re ei­ne An­pas­sung der lau­fen­den Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu prüfen und hierüber nach bil­li­gem Er­mes­sen zu ent­schei­den. Da­bei hat er ins­be­son­de­re die Be­lan­ge des Ver­sor­gungs­empfängers und sei­ne ei­ge­ne wirt­schaft­li­che La­ge zu berück­sich­ti­gen. Die Be­lan­ge des Ver­sor­gungs­empfängers be­ste­hen in ers­ter Li­nie in der Er­hal­tung des wirt­schaft­li­chen Wer­tes der ihm zu­ge­sag­ten Ver­sor­gungs­leis­tun­gen. Nach § 16 Abs. 2 Be­trAVG gilt die Ver­pflich­tung nach Ab­satz 1 als erfüllt, wenn die An­pas­sung nicht ge­rin­ger ist als der An­stieg des Ver­brau­cher­preis­in­de­xes für Deutsch­land (Nr. 1) oder der Net­tolöhne ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer­grup­pen des Un­ter­neh­mens (Nr. 2) im Prüfungs­zeit­raum. Der Prüfungs­zeit­raum ist die Zeit vom Ren­ten­be­ginn bis zum An­pas­sungs­stich­tag. Dies gilt so­wohl für den An­stieg des Kauf­kraft­ver­lus­tes als

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auch der Net­tolöhne. Der Prüfungs­zeit­raum steht nicht zur Dis­po­si­ti­on des Ar­beit­ge­bers.

2. Da­nach ent­spricht die Ent­schei­dung der Be­klag­ten, die Be­triebs­ren­te des Klägers zum 1. Ju­li 2009 um 2,91 % an­zu­pas­sen, nicht bil­li­gem Er­mes­sen. Die Be­klag­te konn­te zwar die An­pas­sungs­prüfung erst zum 1. Ju­li 2009 vor-neh­men. Ih­re Ent­schei­dung, die Be­triebs­ren­te des Klägers nicht an den Kauf­kraft­ver­lust, son­dern an die Net­to­lohn­ent­wick­lung der Ar­beit­neh­mer des Kon­zerns in Deutsch­land mit Aus­nah­me der sog. „Exe­cu­ti­ves“ an­zu­pas­sen, ent­spricht je­doch - un­abhängig von der Fra­ge, ob die Be­klag­te da­mit ei­ne Ver­gleichs­grup­pe iSv. § 16 Abs. 2 Nr. 2 Be­trAVG ge­bil­det hat - nicht bil­li­gem Er­mes­sen, weil sie nicht die Net­to­lohn­ent­wick­lung vom Ren­ten­be­ginn des Klägers am 1. Ja­nu­ar 2006 bis zum An­pas­sungs­stich­tag 1. Ju­li 2009 berück­sich­tigt hat, son­dern le­dig­lich die Net­to­lohn­ent­wick­lung in den Ka­len­der­jah­ren 2006 bis 2008. Der Kläger kann da­her die An­pas­sung sei­ner Be­triebs­ren­te an den seit Ren­ten­be­ginn bis zum An­pas­sungs­stich­tag ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lust in Höhe von 6,04 % ver­lan­gen.

a) Die Be­klag­te war nach § 16 Abs. 1 Be­trAVG ver­pflich­tet, zum 1. Ju­li 2009 zu prüfen, ob ei­ne An­pas­sung der Be­triebs­ren­te des Klägers an den Kauf­kraft­ver­lust zu er­fol­gen hat­te.


aa) Nach § 16 Abs. 1 Be­trAVG ist der Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet, al­le drei Jah­re ei­ne An­pas­sung der lau­fen­den Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu prüfen und hierüber nach bil­li­gem Er­mes­sen zu ent­schei­den. Das be­deu­tet, dass er in zeit­li­chen Abständen von je­weils drei Jah­ren nach dem in­di­vi­du­el­len Leis­tungs­be­ginn die An­pas­sungs­prüfung vor­zu­neh­men hat. Dies wäre - aus­ge­hend vom Ren­ten­be­ginn des Klägers am 1. Ja­nu­ar 2006 - der 1. Ja­nu­ar 2009.

bb) Al­ler­dings hat die Be­klag­te al­le in ih­rem Un­ter­neh­men an­fal­len­den Prüfungs­ter­mi­ne zum 1. Ju­li ei­nes Jah­res gebündelt. Da­mit er­gab sich für den Kläger der 1. Ju­li 2009 als Prüfungs­ter­min.
 


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(1) Der ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne Drei-Jah­res-Rhyth­mus zwingt nicht zu star­ren, in­di­vi­du­el­len Prüfungs­ter­mi­nen; die Bünde­lung al­ler in ei­nem Un­ter­neh­men an­fal­len­den Prüfungs­ter­mi­ne zu ei­nem ein­heit­li­chen Jah­res­ter­min ist zulässig. Sie ver­mei­det un­verhält­nismäßigen Ver­wal­tungs­auf­wand und be­ein­träch­tigt die In­ter­es­sen der Be­triebs­rent­ner nur ge­ringfügig. Für die­se verzögert sich al­len­falls die ers­te An­pas­sungs­prüfung. Die den Ver­sor­gungs­empfängern dar­aus ent­ste­hen­den Nach­tei­le wer­den re­gelmäßig da­durch ab­ge­mil­dert, dass ein ent­spre­chend an­ge­wach­se­ner höhe­rer Teue­rungs­aus­gleich zu berück­sich­ti­gen ist. In der Fol­ge­zeit muss der Drei-Jah­res-Zeit­raum al­ler­dings ein­ge­hal­ten sein. Zu­dem darf sich durch den ge­mein­sa­men An­pas­sungs­stich­tag die ers­te An­pas­sung um nicht mehr als sechs Mo­na­te verzögern (vgl. BAG 30. No­vem­ber 2010 - 3 AZR 754/08 - Rn. 49 mwN, AP Be­trAVG § 16 Nr. 72 = EzA Be­trAVG § 16 Nr. 57).


(2) Der Kläger be­zieht seit dem 1. Ja­nu­ar 2006 ei­ne Be­triebs­ren­te. Durch den ge­mein­sa­men An­pas­sungs­stich­tag 1. Ju­li 2009 verzögert sich die ers­te An­pas­sung um nicht mehr sechs Mo­na­te.


b) Die Ent­schei­dung der Be­klag­ten, die Be­triebs­ren­te des Klägers an die Net­to­lohn­ent­wick­lung der Ar­beit­neh­mer im Kon­zern in Deutsch­land mit Aus­nah­me der „Exe­cu­ti­ves“ in den Jah­ren 2006 bis 2008 an­zu­pas­sen, ent­spricht nicht bil­li­gem Er­mes­sen iSv. § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG, da die Be­klag­te, de­ren wirt­schaft­li­che La­ge der An­pas­sung nicht ent­ge­gen­steht, die Be­lan­ge des Klägers als Ver­sor­gungs­empfänger nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt hat.

aa) Die Be­lan­ge des Ver­sor­gungs­empfängers wer­den durch den An­pas­sungs­be­darf und die sog. re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze be­stimmt. Aus­gangs-punkt der An­pas­sungs­ent­schei­dung ist der An­pas­sungs­be­darf des Ver­sor­gungs­empfängers. Er rich­tet sich nach dem zwi­schen­zeit­lich ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lust. Dies hat der Ge­setz­ge­ber in § 16 Abs. 2 Nr. 1 Be­trAVG nun-mehr aus­drück­lich klar­ge­stellt. Nach die­ser Be­stim­mung, die durch das Ge­setz zur Re­form der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (Ren­ten­re­form­ge­setz 1999 - RRG 1999) mit dem 1. Ja­nu­ar 1999 in § 16 Be­trAVG ein­gefügt und durch das Ge­setz zur Ände­rung von Fris­ten und Be­zeich­nun­gen im Neun­ten Buch So­zi­al-

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ge­setz­buch und zur Ände­rung an­de­rer Ge­set­ze mit Wir­kung vom 1. Ja­nu­ar 2003 neu ge­fasst wur­de, gilt die Ver­pflich­tung nach Abs. 1 als erfüllt, wenn die An­pas­sung nicht ge­rin­ger ist als der An­stieg des Ver­brau­cher­preis­in­de­xes für Deutsch­land im Prüfungs­zeit­raum. Der so er­mit­tel­te An­pas­sungs­be­darf der Ver­sor­gungs­empfänger wird durch die Net­to­ver­dienst­ent­wick­lung bei den ak­ti­ven Ar­beit­neh­mern be­grenzt. Dies wird durch die in § 16 Abs. 2 Nr. 2 Be­trAVG ge­trof­fe­ne Re­ge­lung bestätigt, wo­nach die Ver­pflich­tung nach Abs. 1 auch dann als erfüllt gilt, wenn die An­pas­sung nicht ge­rin­ger ist als der An­stieg der Net­tolöhne ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer­grup­pen des Un­ter­neh­mens im Prüfungs­zeit­raum. Der Bil­lig­keit wi­der­spricht es nicht, wenn der Ar­beit­ge­ber die Be­triebs­ren­te nur bis zur durch­schnitt­li­chen Stei­ge­rung der Net­to­ver­diens­te der ak­ti­ven Ar­beit­neh­mer an­passt. So­weit die Ent­wick­lung der Net­to­ver­diens­te der ak­ti­ven Ar­beit­neh­mer hin­ter dem Kauf­kraft­ver­lust zurück­bleibt, müssen sich auch die Be­triebs­rent­ner mit ei­ner ent­spre­chend ge­rin­ge­ren Ren­ten­erhöhung be­gnügen. Da­mit wird das Ver­sor­gungs­ni­veau in dem­sel­ben Um­fang auf­recht­er­hal­ten wie das Ein­kom­mens­ni­veau der Ak­ti­ven (vgl. BAG 30. Au­gust 2005 - 3 AZR 395/04 - zu III 2 und 2 a der Gründe, BA­GE 115, 353).


bb) Da die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze den auf der Grund­la­ge des zwi­schen­zeit­lich ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lus­tes er­mit­tel­ten An­pas­sungs­be­darf be­grenzt und da­mit die Be­lan­ge der Ver­sor­gungs­empfänger eben­so be­trifft wie der Kauf­kraft­ver­lust, gilt für bei­de der­sel­be Prüfungs­zeit­raum. Die­ser reicht vom in­di­vi­du­el­len Ren­ten­be­ginn bis zum je­wei­li­gen An­pas­sungs­stich­tag. Dies ent­spricht der ständi­gen Recht­spre­chung des Se­nats (vgl. zB BAG 10. Fe­bru­ar 2009 - 3 AZR 610/07 - Rn. 23, AP Be­trAVG § 16 Nr. 70; 21. Au­gust 2007 - 3 AZR 330/06 - Rn. 15, EzA Be­trAVG § 16 Nr. 51; 31. Ju­li 2007 - 3 AZR 810/05 - Rn. 16, BA­GE 123, 319; 25. April 2006 - 3 AZR 159/05 - Rn. 23, EzA Be­trAVG § 16 Nr. 47; 30. Au­gust 2005 - 3 AZR 395/04 - zu II 1 der Gründe, BA­GE 115, 353; 21. Au­gust 2001 - 3 AZR 589/00 - zu II 2 b der Gründe, BA­GE 98, 349). An die­ser Recht­spre­chung hält der Se­nat fest. Die Re­vi­si­on hat hier­ge­gen kei­ne neu­en durch­grei­fen­den Ar­gu­men­te vor­ge­bracht.
 


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(1) Zwar be­stimmt § 16 Abs. 1 Be­trAVG ei­nen dreijähri­gen Tur­nus für die An­pas­sungs­prüfung. Das be­deu­tet aber nicht, dass der Prüfungs­zeit­raum auf die letz­ten drei Jah­re vor dem je­wei­li­gen An­pas­sungs­stich­tag be­schränkt ist. Die Be­stim­mung legt le­dig­lich den Prüfungs­ter­min und nicht den Prüfungs­zeit­raum fest. Die­ser wird erst in § 16 Abs. 2 Be­trAVG aus­drück­lich erwähnt und gilt, da er nicht ei­ner der bei­den Al­ter­na­ti­ven aus­sch­ließlich zu­ge­ord­net ist, so­wohl für den auf der Grund­la­ge des zwi­schen­zeit­lich ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lus­tes er­mit­tel­ten An­pas­sungs­be­darf als auch für die den An­pas­sungs­be­darf be­gren­zen­de re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze. Be­ginn und En­de des Prüfungs­zeit­raums er­ge­ben sich aus dem Zweck des § 16 Be­trAVG, ei­ne Aus­zeh­rung der Be­triebs­ren­ten zu ver­mei­den. Die „Be­lan­ge des Ver­sor­gungs­empfängers“ be­ste­hen in der Wie­der­her­stel­lung des ursprüng­lich vor­aus­ge­setz­ten Verhält­nis­ses von Leis­tung und Ge­gen­leis­tung (vgl. BAG 21. Au­gust 2001 - 3 AZR 589/00 - zu II 2 a der Gründe, BA­GE 98, 349) und da­mit in der Er­hal­tung des wirt­schaft­li­chen Wer­tes der bei Ren­ten­be­ginn ge­schul­de­ten Be­triebs­ren­te. Dem­ent­spre­chend ist der vol­le An­pas­sungs­be­darf seit Ren­ten­be­ginn zu er­mit­teln (vgl. BAG 10. Fe­bru­ar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 12, BA­GE 129, 292; 13. De­zem­ber 2005 - 3 AZR 217/05 - Rn. 13 ff., BA­GE 116, 285). Da die Net­to­lohn­ent­wick­lung den An­pas­sungs­be­darf be­grenzt, gilt für die Net­to­lohn­ent­wick­lung der­sel­be Prüfungs­zeit­raum. So­weit die ak­ti­ven Ar­beit­neh­mer kei­nen vol­len Teue­rungs­aus­gleich er­hal­ten, son­dern ih­re Vergütun­gen da­hin­ter zurück­blei­ben, müssen sich auch die Be­triebs­rent­ner mit ei­ner ent­spre­chen­den Ren­ten­erhöhung be­gnügen. Fol­ge­rich­tig ist es für künf­ti­ge An­pas­sungs­ent­schei­dun­gen von Be­deu­tung, ob die ak­ti­ven Ar­beit­neh­mer ei­nen Ab­bau der Re­al­lohn­ein­bußen durch späte­re Ver­dienst­stei­ge­run­gen er­rei­chen. Dem­ge­genüber würde ei­ne iso­lier­te, auf je­weils drei Jah­re be­grenz­te Be­trach­tungs­wei­se da­zu führen, dass den Be­triebs­rent­nern Kauf­kraft­ver­lus­te ver­blei­ben, die den ak­ti­ven Ar­beit­neh­mern nicht mehr ent­ste­hen (vgl. BAG 30. Au­gust 2005 - 3 AZR 395/04 - zu III 2 a der Gründe, BA­GE 115, 353).


(2) Gestützt wird die­ses Aus­le­gungs­er­geb­nis durch die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des § 16 Abs. 2 Be­trAVG. Aus­weis­lich der Ge­set­zes­ma­te­ria­li­en (BT-Drucks. 13/8011 S. 73 ff.) „ent­spricht die Re­ge­lung der An­pas­sungs­maßstäbe“

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durch den mit dem RRG 1999 ein­geführ­ten Ab­satz 2 des § 16 „der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts“ und „dient der Rechts­klar­heit“. Da es be­reits vor Schaf­fung des § 16 Abs. 2 Be­trAVG durch das RRG 1999 der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­sprach, dass für die Be­mes­sung der Teue­rungs­ra­te auf den Zeit­raum vom in­di­vi­du­el­len Ren­ten­be­ginn bis zum je­wei­li­gen An­pas­sungs­stich­tag ab­zu­stel­len ist (vgl. zB BAG 28. April 1992 - 3 AZR 142/91 - zu II der Gründe, BA­GE 70, 137; 17. April 1996 - 3 AZR 56/95 - zu II 1 a der Gründe, BA­GE 83, 1; 23. Ja­nu­ar 2001 - 3 AZR 287/00 - zu 1 der Gründe, AP Be­trAVG § 16 Nr. 46 = EzA Be­trAVG § 16 Nr. 38), ist da­von aus­zu­ge­hen, dass der Ge­setz­ge­ber auch den Be­griff des Prüfungs­zeit­raums im Sin­ne der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ver­wen­det hat.


(3) § 16 Abs. 4 Satz 1 Be­trAVG ge­bie­tet kei­ne an­de­re Aus­le­gung. Die­se Be­stim­mung bestätigt viel­mehr, dass der Prüfungs­zeit­raum für den An­pas­sungs­be­darf und die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze vom in­di­vi­du­el­len Ren­ten­be­ginn bis zum je­wei­li­gen An­pas­sungs­stich­tag reicht.


Nach § 16 Abs. 4 Satz 1 Be­trAVG ist der Ar­beit­ge­ber zur nach­ho­len­den An­pas­sung nicht ver­pflich­tet, wenn die An­pas­sung zu Recht ganz oder teil­wei­se un­ter­blie­ben ist. Da­bei liegt ei­ne zu Recht un­ter­blie­be­ne An­pas­sung iSd. § 16 Abs. 4 Satz 1 Be­trAVG nur dann vor, wenn der Ar­beit­ge­ber we­gen der wirt­schaft­li­chen La­ge sei­nes Un­ter­neh­mens die Ver­sor­gungs­leis­tun­gen nicht oder nicht in vol­lem Um­fang an­ge­passt hat. Nur in die­sem Fall ist er nicht ver­pflich­tet, die ent­ste­hen­de Lücke bei späte­ren An­pas­sungs­ent­schei­dun­gen zu schließen und die An­pas­sung nach­zu­ho­len. Ei­ne auf die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze gestütz­te (teil­wei­se) un­ter­blie­be­ne An­pas­sung wird von § 16 Abs. 4 Satz 1 Be­trAVG da­her nicht er­fasst. Das er­gibt sich auch aus § 16 Abs. 4 Satz 2 Be­trAVG. Nach die­ser Vor­schrift gilt ei­ne An­pas­sung als zu Recht un­ter­blie­ben, wenn der Ar­beit­ge­ber dem Ver­sor­gungs­empfänger die wirt­schaft­li­che La­ge des Un­ter­neh­mens schrift­lich dar­ge­legt, der Ver­sor­gungs­empfänger nicht bin­nen drei Ka­len­der­mo­na­ten nach Zu­gang der Mit­tei­lung schrift­lich wi­der­spro­chen hat und auf die Rechts­fol­gen ei­nes nicht frist­gemäßen Wi­der-

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spruchs hin­ge­wie­sen wur­de. So­weit ei­ne An­pas­sung we­gen der wirt­schaft­li­chen La­ge des Ar­beit­ge­bers zu Recht un­ter­blie­ben ist und nach § 16 Abs. 4 iVm. der Über­g­angs­re­ge­lung des § 30c Abs. 2 Be­trAVG bei späte­ren An­pas­sun­gen nicht mehr nach­ge­holt wer­den muss, dürfen des­halb so­wohl der zu dem frühe­ren An­pas­sungs­stich­tag zu ver­zeich­nen­de An­stieg des Ver­brau­cher­preis­in­de­xes als auch die da­ma­li­gen Re­al­loh­nerhöhun­gen bei den späte­ren An­pas­sungs­ent­schei­dun­gen un­berück­sich­tigt blei­ben. Die­se Be­stim­mung er­gibt nur dann ei­nen Sinn, wenn bei der Er­mitt­lung des Kauf­kraft­ver­lus­tes und der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze nicht le­dig­lich auf den Drei-Jah­res-Zeit­raum vor dem je­wei­li­gen An­pas­sungs­stich­tag ab­ge­stellt wird, son­dern auf den Zeit­raum vom Ren­ten­be­ginn bis zum je­wei­li­gen An­pas­sungs­stich­tag. An­dern­falls käme ei­ne nach­ho­len­de An­pas­sung oh­ne­hin nicht in Be­tracht.


(4) Aus § 16 Abs. 3 Nr. 1 Be­trAVG folgt ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung der Be­klag­ten nichts an­de­res. Nach die­ser Be­stim­mung entfällt die Ver­pflich­tung nach Abs. 1, wenn der Ar­beit­ge­ber sich ver­pflich­tet, die lau­fen­den Leis­tun­gen jähr­lich um we­nigs­tens 1 vH an­zu­pas­sen. Mit die­ser Vor­schrift hat der Ge­setz­ge­ber ei­ne von § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG un­abhängi­ge An­pas­sungs­re­ge­lung ge­schaf­fen. Ziel die­ser ge­setz­li­chen Be­stim­mung ist es, die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung zu er­hal­ten und ih­re Ver­brei­tung zu fördern. Die­ses Ziel soll da­durch er­reicht wer­den, dass der Ar­beit­ge­ber von vorn­her­ein ge­nau kal­ku­lie­ren kann, wie hoch sei­ne ein­ge­gan­ge­nen Ver­pflich­tun­gen ein-schließlich der An­pas­sun­gen sind. Da­durch wird für ihn Pla­nungs- und Rechts­si­cher­heit er­reicht. Die Vor­tei­le für die Ver­sor­gungs­empfänger lie­gen dar­in, dass die An­pas­sung der Be­triebs­ren­te nicht mehr von der wirt­schaft­li­chen La­ge des Ar­beit­ge­bers abhängt und dass ei­ne fes­te Zu­sa­ge auf ei­nen be­stimm­ten An­pas­sungs­satz in­sol­venz­geschützt ist (vgl. BT-Drucks. 13/8011 S. 73 f.). Für die An­pas­sung nach § 16 Abs. 3 Nr. 1 Be­trAVG kommt es da­her we­der auf ei­nen zu er­mit­teln­den An­pas­sungs­be­darf noch auf die Ent­wick­lung der Vergütun­gen der ak­ti­ven Ar­beit­neh­mer an, so dass die Be­stim­mung kei­ne An­halts­punk­te dafür lie­fern kann, wel­cher Prüfungs­zeit­raum für die An­pas­sungs­ent­schei­dung nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG maßgeb­lich ist.


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(5) Der Gleich­lauf der Prüfungs­zeiträume für den An­pas­sungs­be­darf und die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten nicht des­halb ent­behr­lich, weil ge­rin­ge­re An­pas­sun­gen in der Ver­gan­gen­heit, de­nen die An­wen­dung ei­ner re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze zu­grun­de liegt, bei späte­ren An­pas­sun­gen an den Kauf­kraft­ver­lust seit Ren­ten­be­ginn aus­ge­gli­chen wer­den. Dies führt zwar zu ei­ner „nach­ho­len­den“ An­pas­sung für die Zu­kunft, nicht je­doch zu ei­ner „nachträgli­chen“ An­pas­sung be­zo­gen auf frühe­re An­pas­sungs­stich­ta­ge. Da­mit würden, so­fern bei der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze auf ei­nen dreijähri­gen Prüfungs­zeit­raum ab­ge­stellt würde, den Be­triebs­rent­nern letzt­lich Kauf­kraft­ver­lus­te ver­blei­ben, die den ak­ti­ven Ar­beit­neh­mern nicht mehr entstünden, weil ih­re Vergütun­gen in der Ver­gan­gen­heit nicht nur in Höhe der Teue­rungs­ra­te, son­dern in größerem Um­fang an­ge­ho­ben wur­den oder die ak­ti­ven Ar­beit­neh­mer ei­nen Ab­bau der Re­al­lohn­ein­bußen durch späte­re Ver­diens­terhöhun­gen er­rei­chen (vgl. BAG 21. Au­gust 2001 - 3 AZR 589/00 - zu II 2 b der Gründe, BA­GE 98, 349; 30. Au­gust 2005 - 3 AZR 395/04 - zu III 2 a der Gründe, BA­GE 115, 353).


(6) Ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung der Be­klag­ten lässt sich § 16 Abs. 2 Be­trAVG nicht ent­neh­men, dass es „Sa­che des Ar­beit­ge­bers“ ist, „den Prüfungs­zeit­raum im Rah­men sei­ner Er­mes­sens­ent­schei­dung nach § 16 Abs. 1 Be­trAVG so zu be­stim­men, dass er auch die In­ter­es­sen der Ver­sor­gungs­empfänger nach bil­li­gem Er­mes­sen berück­sich­tigt“. Der Prüfungs­zeit­raum steht nach ständi­ger Recht­spre­chung des Se­nats ge­ra­de nicht zur Dis­po­si­ti­on des Ar­beit­ge­bers (vgl. BAG 31. Ju­li 2007 - 3 AZR 810/05 - Rn. 16, BA­GE 123, 319). Dar­an hält der Se­nat fest.

Zwar steht dem Ar­beit­ge­ber bei der An­pas­sungs­prüfung nach § 16 Abs. 1 Be­trAVG ein wei­ter Be­ur­tei­lungs- und Er­mes­sens­spiel­raum zu (vgl. BAG 29. No­vem­ber 1988 - 3 AZR 184/87 - zu 2 der Gründe, BA­GE 60, 228). So ist die zu berück­sich­ti­gen­de wirt­schaft­li­che La­ge des Ar­beit­ge­bers ein un­be­stimm­ter Rechts­be­griff, der von den Ge­rich­ten nur be­schränkt nach­prüfbar ist. Be­reits aus die­sem Grund muss dem Ar­beit­ge­ber in­so­weit ein ge­wis­ser Be­ur­tei­lungs­spiel­raum ver­blei­ben (vgl. BAG 29. No­vem­ber 1988 - 3 AZR 184/87 - aaO).
 


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Zu­dem eröff­net § 16 Abs. 1 Be­trAVG dem Ar­beit­ge­ber die Möglich­keit, ne­ben den Be­lan­gen der Ver­sor­gungs­empfänger und sei­ner ei­ge­nen wirt­schaft­li­chen La­ge noch an­de­re Kri­te­ri­en in sei­ne Prüfung und Ent­schei­dung ein­zu­be­zie­hen. Al­ler­dings muss sei­ne Ent­schei­dung ins­ge­samt bil­li­gem Er­mes­sen ent­spre­chen (BAG 11. Ok­to­ber 2011 - 3 AZR 527/09 - Rn. 50, NZA 2012, 454). Mit § 16 Abs. 1 Be­trAVG hat der Ge­setz­ge­ber dem Ar­beit­ge­ber al­ler­dings we­der ei­nen Be­ur­tei­lungs- noch ei­nen Er­mes­sens­spiel­raum im Hin­blick auf den Prüfungs­zeit­raum für die Er­mitt­lung der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze ein­geräumt. Der Ge­setz­ge­ber geht viel­mehr in § 16 Abs. 2 Nr. 2 Be­trAVG von ei­nem be­stimm­ten, ein­heit­li­chen Prüfungs­zeit­raum für den An­stieg des Ver­brau­cher­preis­in­de­xes und der Net­tolöhne aus.

(7) Ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung der Be­klag­ten kommt ei­ne die Wert­ord­nung des Grund­ge­set­zes berück­sich­ti­gen­de „ver­fas­sungs­ori­en­tier­te Aus­le­gung“ (vgl. zu die­sem Be­griff BSG 14. De­zem­ber 2006 - B 4 R 19/06 R - Rn. 14, SozR 4-3250 § 14 Nr. 3; Voßkuh­le AÖR 125, 177, 180; vgl. zum Be­griff der „ver­fas­sungs­freund­li­chen Aus­le­gung“ BFH 16. No­vem­ber 2004 - VII R 16/04 - zu II der Gründe, BFHE 207, 376; zur Ver­pflich­tung der Ge­rich­te, bei der Aus­le­gung und An­wen­dung ein­fach­recht­li­cher Nor­men, die meh­re­re Deu­tun­gen zu­las­sen, der­je­ni­gen den Vor­zug ein­zuräum­en, die den Wer­tent­schei­dun­gen der Ver­fas­sung ent­spricht und die die Grund­rech­te der Be­tei­lig­ten möglichst weit­ge­hend in prak­ti­scher Kon­kor­danz zur Gel­tung bringt vgl. BVerfG 19. Ju­li 2011 - 1 BvR 1916/09 - Rn. 86, NJW 2011, 3428; 19. April 2005 - 1 BvR 188/03 - zu C II 1 a der Gründe, BVerfGE 112, 332) oder ei­ne „ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung“ (vgl. hier­zu BVerfG 19. Au­gust 2011 - 1 BvR 2473/10, 1 BvR 2474/10 - Rn. 21, AnwBl 2011, 867; 16. De­zem­ber 2010 - 2 BvL 16/09 - Rn. 32, NVwZ-RR 2011, 387; 14. Ok­to­ber 2008 - 1 BvR 2310/06 - Rn. 57, BVerfGE 122, 39; 11. Ja­nu­ar 2005 - 2 BvR 167/02 - zu B II 1 der Gründe, BVerfGE 112, 164) des § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG da­hin, dass sich der Prüfungs­zeit­raum für die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze auf die letz­ten drei Jah­re vor dem ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag er­streckt oder sich gar auf die letz­ten drei vol­len Ka­len­der­jah­re vor dem ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag be­schränkt, nicht in Be­tracht.



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Der Ge­setz­ge­ber hat mit der Aus­ge­stal­tung der An­pas­sungs­prüfungs­pflicht in § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG da­hin­ge­hend, dass so­wohl für die Er­mitt­lung des Kauf­kraft­ver­lus­tes als auch der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze die Zeit vom Ren­ten­be­ginn bis zum An­pas­sungs­stich­tag maßgeb­lich ist, die wi­der­strei­ten­den grund­recht­li­chen Schutzgüter des Ar­beit­ge­bers und des Ver­sor­gungs­empfängers selbst in prak­ti­scher Kon­kor­danz zur Gel­tung ge­bracht. Da­bei kann da­hin­ste­hen, ob die durch die Be­stim­mung be­wirk­te Ein­schränkung der un­ter­neh­me­ri­schen Frei­heit des Ar­beit­ge­bers an den Maßstäben des Art. 14 GG, an de­nen des Art. 12 Abs. 1 GG oder - in et­wai­ger Er­man­ge­lung ei­ner be­rufs­re­geln­den Ten­denz der Vor­schrift - al­lein an dem in­so­weit grundsätz­lich sub­si­diären Art. 2 Abs. 1 GG zu mes­sen ist (zum Er­for­der­nis der be­rufs­re­geln­den Ten­denz der Ge­set­zes­be­stim­mung vgl. BVerfG 29. Fe­bru­ar 2012 - 1 BvR 2378/10 - Rn. 45; 11. Ju­li 2006 - 1 BvL 4/00 - Rn. 82, BVerfGE 116, 202; zur Sub­si­dia­rität von Art. 2 Abs. 1 GG als Prüfungs­maßstab ge­gen-über an­de­ren Frei­heits­rech­ten vgl. BVerfG 23. No­vem­ber 2006 - 1 BvR 1909/06 - Rn. 38, AP BGB § 307 Nr. 22; 11. Ju­li 2006 - 1 BvL 4/00 - Rn. 82, aaO). Der Ge­setz­ge­ber hat die un­ter­neh­me­ri­sche Frei­heit des Ar­beit­ge­bers - am Zweck der Norm ge­mes­sen - nicht un­verhält­nismäßig be­schränkt. Die Re­ge­lung ist zur Zweck­er­rei­chung ge­eig­net und er­for­der­lich. Der Ge­setz­ge­ber hat die wi­der­strei­ten­den grund­recht­li­chen Schutzgüter von Ar­beit­ge­ber und Ver­sor­gungs­empfänger, de­ren Be­triebs­ren­ten­ansprüche zu den durch Art. 14 GG geschütz­ten Rechts­po­si­tio­nen zählen (vgl. et­wa BVerfG 8. Mai 2012 - 1 BvR 1065/03, 1 BvR 1082/03 - Rn. 41 mwN; BAG 10. Fe­bru­ar 2009 - 3 AZR 610/07 - Rn. 27, AP Be­trAVG § 16 Nr. 70; 28. Mai 2002 - 3 AZR 422/01 - zu B II 1 c der Gründe, BA­GE 101, 186), auch an­ge­mes­sen ab­ge­wo­gen. Dass der nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG maßgeb­li­che Prüfungs­zeit­raum auch für die Be­stim­mung der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze nicht zur Dis­po­si­ti­on des Ar­beit­ge­bers steht, son­dern den Zeit­raum vom Ren­ten­be­ginn bis zum je­weils ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag er­fasst, ist des­halb von Ver­fas­sungs we­gen nicht zu be­an­stan­den.


(a) § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG ver­folgt den (le­gi­ti­men) Zweck, ei­ne in­fla­ti­ons­be­ding­te Aus­zeh­rung der Be­triebs­ren­ten zu ver­mei­den und so das
 


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ursprüng­lich vor­aus­ge­setz­te Verhält­nis von Leis­tung und Ge­gen­leis­tung wie­der­her­zu­stel­len (vgl. BAG 21. Au­gust 2010 - 3 AZR 589/00 - Rn. 15, BA­GE 98, 349). Dies ge­schieht in der Re­gel durch den Aus­gleich des Kauf­kraft­ver­lus­tes. Zur Er­rei­chung die­ses Ziels ist ei­ne Re­ge­lung, die auf den vol­len An­pas­sungs­be­darf seit Ren­ten­be­ginn ab­stellt und des­halb den Prüfungs­zeit­raum als den Zeit­raum vom Ren­ten­be­ginn bis zum je­weils ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag be­stimmt, als Mit­tel of­fen­sicht­lich ge­eig­net. Sie ist zur Zweck­er­rei­chung auch er­for­der­lich. Ein an­de­res, gleich wirk­sa­mes, die un­ter­neh­me­ri­sche Frei­heit des Ar­beit­ge­bers aber we­ni­ger ein­schränken­des Mit­tel steht nicht zur Verfügung. Die Be­gren­zung des An­pas­sungs­be­darfs durch die Net­to­ver­dienst­ent­wick­lung der ak­ti­ven Ar­beit­neh­mer er­for­dert ei­nen Gleich­lauf der Prüfungs­zeiträume. Ei­ne Be­gren­zung des Prüfungs­zeit­raums im Hin­blick auf die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze auf die letz­ten drei Jah­re oder vol­len drei Ka­len­der­jah­re vor dem je­wei­li­gen ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag wäre kein glei­cher­maßen wirk­sa­mes Mit­tel. Ei­ne iso­lier­te, je­weils auf drei Jah­re be­zo­ge­ne Be­trach­tungs­wei­se würde da­zu führen, dass den Be­triebs­rent­nern Kauf­kraft­ver­lus­te ver­blei­ben, die den ak­ti­ven Mit­ar­bei­tern nicht mehr ent­ste­hen. Da­mit würden die Be­lan­ge der Ver­sor­gungs­empfänger nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt.

(b) Da­durch, dass der nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG maßgeb­li­che Prüfungs­zeit­raum auch für die Be­stim­mung der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze nicht zur Dis­po­si­ti­on des Ar­beit­ge­bers steht, son­dern vom Ren­ten­be­ginn bis zum je­wei­li­gen ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag reicht, wird der Ar­beit­ge­ber in sei­ner Un­ter­neh­mer­frei­heit und dem In­ter­es­se, sei­ne Kos­ten­be­las­tung möglichst ge­ring zu hal­ten, nicht un­an­ge­mes­sen ein­ge­schränkt.

(aa) Der Ge­setz­ge­ber hat mit der in § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG im Hin­blick auf den Prüfungs­zeit­raum ge­trof­fe­nen Re­ge­lung berück­sich­tigt, dass Be­triebs­ren­ten­ansprüche zu den durch Art. 14 GG geschütz­ten Rechts­po­si­tio­nen zählen (vgl. BVerfG 8. Mai 2012 - 1 BvR 1065/03, 1 BvR 1082/03 - Rn. 41 mwN; BAG 10. Fe­bru­ar 2009 - 3 AZR 610/07 - Rn. 27, AP Be­trAVG § 16 Nr. 70; 28. Mai 2002 - 3 AZR 422/01 - zu B II 1 c der Gründe, BA­GE 101, 186) und dass die­se Ansprüche ei­nen ho­hen Wert ha­ben. Ab dem Ein­tritt des Ver­sor-



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gungs­fal­les be­strei­ten die Ver­sor­gungs­empfänger aus den Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung, ih­ren ge­setz­li­chen Ren­ten und ggf. ei­ner pri­va­ten Vor­sor­ge ih­ren Le­bens­un­ter­halt. Zu­sam­men mit der Ren­te aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und et­wai­gen Einkünf­ten aus ei­ner pri­va­ten Vor­sor­ge dient die Be­triebs­ren­te der Auf­recht­er­hal­tung des Le­bens­stan­dards, den der Ar­beit­neh­mer vor Ein­tritt des Ver­sor­gungs­fal­les er­reicht hat­te. Der Be­triebs­ren­te kommt ne­ben der Ren­te aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und der Ei­gen­vor­sor­ge ein fes­ter Platz als „zwei­te Säule“ der Al­ters­si­che­rung im staat­li­chen So­zi­al­gefüge zu (vgl. BVerfG 19. Ok­to­ber 1983 - 2 BvR 298/81 - zu C II 1 b aa der Gründe, BVerfGE 65, 196). Dass die Be­triebs­ren­ten in ih­rem Wert er­hal­ten wer­den, liegt dem­nach nicht nur im In­ter­es­se der Ver­sor­gungs­empfänger, son­dern auch im All­ge­mein­wohl­in­ter­es­se.

(bb) Die Be­schränkung der Un­ter­neh­mer­frei­heit des Ar­beit­ge­bers durch die in § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG ge­trof­fe­ne Be­stim­mung steht in ei­nem an­ge­mes­se­nen Verhält­nis zu dem mit der Re­ge­lung ver­folg­ten Zweck.

Dies folgt be­reits dar­aus, dass § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG den Ar­beit­ge­ber nicht zur An­pas­sung der Be­triebs­ren­ten, son­dern le­dig­lich zur An­pas­sungs­prüfung und Ent­schei­dung ver­pflich­tet und ihm im Rah­men die­ser Prüfung die Möglich­keit einräumt, sei­ne Be­lan­ge und In­ter­es­sen, ins­be­son­de­re sei­ne wirt­schaft­li­che La­ge, in aus­rei­chen­dem Um­fang zu berück­sich­ti­gen. Darüber hin­aus hat der Ge­setz­ge­ber mit § 16 Abs. 4 iVm. § 30c Abs. 2 Be­trAVG den In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers, sei­ne Kos­ten­be­las­tung möglichst ge­ring zu hal­ten, in­so­weit den Vor­rang vor den In­ter­es­sen des Ver­sor­gungs­empfängers an ei­ner Wie­der­her­stel­lung des ursprüng­lich vor­aus­ge­setz­ten Verhält­nis­ses von Leis­tung und Ge­gen­leis­tung ein­geräumt, als der Ar­beit­ge­ber zu ei­ner nach­ho­len­den An­pas­sung nicht ver­pflich­tet ist, so­weit zu ei­nem vor­an­ge­gan­ge­nen An­pas­sungs­ter­min die An­pas­sung we­gen sei­ner wirt­schaft­li­chen La­ge zu Recht un­ter­blie­ben ist. Hier­zu stellt ihm das Ge­setz mit § 16 Abs. 4 Satz 2 Be­trAVG zu­dem ein ver­ein­fach­tes Ver­fah­ren zur Verfügung. Darüber hin­aus hat der Ge­setz­ge­ber den Be­lan­gen des Ar­beit­ge­bers durch die re­al­lohn-be­zo­ge­ne Ober­gren­ze in § 16 Abs. 2 Nr. 2 Be­trAVG Rech­nung ge­tra­gen.
 


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(cc) Der Um­stand, dass der Prüfungs­zeit­raum vom Ren­ten­be­ginn bis zum je­wei­li­gen An­pas­sungs­stich­tag zur Er­mitt­lung der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze zu ei­nem er­heb­li­chen Ver­wal­tungs­auf­wand führen und die nach § 16 Be­trAVG grundsätz­lich er­for­der­li­che Ver­gleichs­grup­pen­bil­dung mit Unwägbar­kei­ten ver­bun­den sein kann, er­for­dert kei­ne an­de­re Be­wer­tung.


So­weit es um die Er­mitt­lung der Net­to­vergütun­gen der ak­ti­ven Beschäftig­ten zum An­pas­sungs­stich­tag geht, macht es kei­nen Un­ter­schied, ob der Prüfungs­zeit­raum vom Ren­ten­be­ginn bis zum ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag reicht oder sich le­dig­lich auf die Zeit zwi­schen dem letz­ten und dem ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag be­schränkt.

Die Er­mitt­lung der Net­to­vergütun­gen der ak­ti­ven Beschäftig­ten zum Zeit­punkt des mögli­cher­wei­se Jah­re zurück­lie­gen­den in­di­vi­du­el­len Ren­ten­be­ginns kann auf­grund der da­zu er­for­der­li­chen Er­he­bung und Si­che­rung ent­spre­chen­der Da­ten - je nach Größe und Struk­tur des Un­ter­neh­mens - zu ei­nem er­heb­li­chen Ver­wal­tungs­auf­wand führen und we­gen der nach § 16 Be­trAVG grundsätz­lich er­for­der­li­chen Ver­gleichs­grup­pen­bil­dung auch mit Unwägbar­kei­ten ver­bun­den sein. Die­se prak­ti­schen Schwie­rig­kei­ten mögen in Ein­z­elfällen dem Ar­beit­ge­ber die Dar­le­gung des Ein­wands der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze zwar er­schwe­ren, sie ma­chen ihm die­se Dar­le­gung aber nicht un­zu­mut­bar und ge­bie­ten des­halb kei­ne an­de­re Be­wer­tung.


Zum ei­nen ist es der Pra­xis über­las­sen, für die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze Mo­del­le zu ent­wi­ckeln, die ei­ne prak­ti­ka­ble und sach­ge­rech­te An­pas­sungs­prüfung ermögli­chen. § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG sieht für die Er­mitt­lung der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze kei­ne be­stimm­te Me­tho­de vor. Des­halb kann der Ar­beit­ge­ber nach bil­li­gem Er­mes­sen ent­schei­den, wie er die­se Ober­gren­ze im Ein­zel­nen er­mit­telt. Da­bei muss die Me­tho­de zwar vor al­lem dem Sinn und Zweck der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze ent­spre­chen, den Be­son­der­hei­ten des je­wei­li­gen Ver­sor­gungs­sys­tems Rech­nung tra­gen und für ei­ne hin­rei­chend zu­verlässi­ge Da­tenermitt­lung sor­gen. Al­ler­dings sind Ty­pi­sie­run­gen, Pau­scha­lie­run­gen und Ge­ne­ra­li­sie­run­gen kei­nes­falls un­ter­sagt. Sie lie­gen um so näher, je größer die Da­ten­men­ge ist und je we­ni­ger sich aus
 


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sta­tis­ti­schen Gründen ein­zel­fall­be­zo­ge­ne Un­ge­nau­ig­kei­ten aus­wir­ken. Der­ar­ti­ge Ver­ein­fa­chun­gen er­leich­tern nicht nur den Voll­zug, son­dern ver­mei­den auch Feh­ler. Der am 1. Ja­nu­ar 1999 in Kraft ge­tre­te­ne Abs. 2 Nr. 2 des § 16 Be­trAVG hat die­se Ge­stal­tungsmöglich­keit nicht be­sei­tigt. Nach die­ser Vor­schrift gilt die Ver­pflich­tung zu ei­ner er­mes­sens­feh­ler­frei­en An­pas­sungs­ent­schei­dung als erfüllt, wenn die An­pas­sung nicht ge­rin­ger ausfällt als der An­stieg der Net­tolöhne ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer­grup­pen des Un­ter­neh­mens. Die­se Be­stim­mung zwingt den Ar­beit­ge­ber zu­dem nicht zu ei­ner un­ter­neh­mens­be­zo­ge­nen Bil­dung ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer­grup­pen, son­dern ver­schafft ihm le­dig­lich erhöhte Rechts­si­cher­heit, wenn er den vom Ge­setz­ge­ber aus­drück­lich ge­bil­lig­ten Weg be­schrei­tet. Da­bei bringt die For­mu­lie­rung „gilt als erfüllt“ nur zum Aus­druck, dass es kei­ner wei­te­ren Prüfung mehr be­darf, wenn der Ar­beit­ge­ber die­sen Weg be­schrei­tet. Das heißt aber nicht, dass an­de­re Be­rech­nungs­me­tho­den er­mes­sens­feh­ler­haft sind. Wenn der Ar­beit­ge­ber sich für ei­ne an­de­re Be­rech­nungs­art ent­schei­det, ist je­doch noch ei­ne Bil­lig­keits­kon­trol­le er­for­der­lich. Da­nach ist ei­ne Ab­wei­chung von der im Ge­setz vor­ge­se­he­nen und für in­ter­es­sen­ge­recht er­ach­te­ten Be­rech­nungs­me­tho­de zwar möglich, be­darf aber ei­ner tragfähi­gen Be­gründung (vgl. BAG 30. Au­gust 2005 - 3 AZR 395/04 - zu III 2 b aa der Gründe, BA­GE 115, 353; 20. Mai 2003 - 3 AZR 179/02 - zu II 3 a und zu II 5 a der Gründe, AP Be­trAVG § 1 Aus­le­gung Nr. 1; 9. No­vem­ber 1999 - 3 AZR 432/98 - zu B II 2 b aa der Gründe, BA­GE 92, 358).


Zum an­de­ren hat der Ge­setz­ge­ber selbst dem Ar­beit­ge­ber mit § 16 Abs. 3 Nr. 1 Be­trAVG - al­ler­dings nur für Leis­tun­gen, die auf Zu­sa­gen be­ru­hen, die nach dem 31. De­zem­ber 1998 er­teilt wur­den (BAG 28. Ju­ni 2011 - 3 AZR 859/09 - Rn. 14 ff., AP Be­trAVG § 16 Nr. 74 = EzA Be­trAVG § 16 Nr. 60) - ei­ne vom Kauf­kraft­ver­lust und der re­al­lohn­be­zo­ge­nen Ober­gren­ze un­abhängi­ge Möglich­keit zur An­pas­sung der Ver­sor­gungs­leis­tun­gen ein­geräumt.

Da­mit ver­blei­ben le­dig­lich prak­ti­sche Schwie­rig­kei­ten, die dar­aus re­sul­tie­ren, dass ein Ar­beit­ge­ber, der die An­pas­sung der Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung un­ter Be­ru­fung auf die re­al­lohn­be­zo­ge­ne Ober­gren­ze li­mi­tie­ren will, be­reits bei Ren­ten­be­ginn ei­ne - je nach Größe und Struk­tur des Un­ter­neh­mens - er­heb­li­che Da­ten­men­ge er­fas­sen und in der Fol­ge­zeit wei­ter


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be­reit­hal­ten muss. Dies kann auch zu ei­nem be­acht­li­chen Ver­wal­tungs­auf­wand führen. Die­se prak­ti­schen Schwie­rig­kei­ten sind vor dem Hin­ter­grund der Zweck­set­zung des § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG, in ers­ter Li­nie ei­ne in­fla­ti­ons­be­ding­te Aus­zeh­rung der Be­triebs­ren­ten zu ver­mei­den und nur in zwei­ter Li­nie dem Ar­beit­ge­ber die Möglich­keit der Be­gren­zung des An­pas­sungs­be­darfs zu ermögli­chen, je­doch hin­zu­neh­men.


c) Nach die­sen Grundsätzen ent­spricht die Ent­schei­dung der Be­klag­ten, die Be­triebs­ren­te des Klägers zum 1. Ju­li 2009 an die Net­to­lohn­ent­wick­lung der Ar­beit­neh­mer des Kon­zerns in Deutsch­land mit Aus­nah­me der „Exe­cu­ti­ves“ in den Ka­len­der­jah­ren 2006 bis 2008 an­zu­pas­sen, nicht bil­li­gem Er­mes­sen, da die Be­klag­te nicht die Net­to­lohn­ent­wick­lung vom Ren­ten­be­ginn am 1. Ja­nu­ar 2006 bis zum An­pas­sungs­stich­tag am 1. Ju­li 2009 zu­grun­de ge­legt hat. Die Be­klag­te ist da­her ver­pflich­tet, die Be­triebs­ren­te an den in die­sem Zeit­raum ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lust an­zu­pas­sen. Der Kauf­kraft­ver­lust beträgt in der Zeit vom Ren­ten­be­ginn (1. Ja­nu­ar 2006) bis zum An­pas­sungs­stich­tag (1. Ju­li 2009) 6,04 %. Dem­nach war die Aus­gangs­ren­te des Klägers in Höhe von 3.173,00 Eu­ro zum 1. Ju­li 2009 um 191,65 Eu­ro auf 3.364,65 Eu­ro zu erhöhen.


aa) Zur Er­mitt­lung des Kauf­kraft­ver­lus­tes ist auf den Ver­brau­cher­preis­in­dex für Deutsch­land ab­zu­stel­len. Da die An­pas­sung je­weils zu ei­nem be­stimm­ten Stich­tag zu prüfen und ggf. vor­zu­neh­men ist, kommt es aus Gründen der Rechts­si­cher­heit auf die ak­tu­el­le sta­tis­ti­sche Grund­la­ge an, die zum maßgeb­li­chen An­pas­sungs­zeit­punkt vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt veröffent­licht wor­den ist (BAG 28. Ju­ni 2011 - 3 AZR 859/09 - Rn. 28 und 29, AP Be­trAVG § 16 Nr. 74 = EzA Be­trAVG § 16 Nr. 60). Dies ist der Ver­brau­cher­preis­in­dex für Deutsch­land Ba­sis: 2005. Die­ser wur­de am 29. Fe­bru­ar 2008 veröffent­licht.


Für die Er­mitt­lung des An­pas­sungs­be­darfs sind die In­dex­wer­te der Mo­na­te maßgeb­lich, die dem Ren­ten­be­ginn und dem ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag un­mit­tel­bar vor­aus­ge­hen. Nur auf die­sem We­ge ist der ge­bo­te­ne vol­le Kauf­kraft­aus­gleich si­cher­ge­stellt (BAG 25. April 2006 - 3 AZR 184/05 - Rn. 35 mwN; 28. Ju­ni 2011 - 3 AZR 859/09 - Rn. 28, AP Be­trAVG § 16 Nr. 74 = EzA Be­trAVG § 16 Nr. 60).

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bb) Da­nach beläuft sich die Teue­rungs­ra­te vom Ren­ten­be­ginn (1. Ja­nu­ar 2006) bis zum ak­tu­el­len An­pas­sungs­stich­tag (1. Ju­li 2009) auf 6,04 %. Der Ver­brau­cher­preis­in­dex für Deutsch­land Ba­sis: 2005 be­trug im De­zem­ber 2005 101,0 und im Ju­ni 2009 107,1. Dar­aus er­rech­net sich ei­ne Preis­stei­ge­rung von 6,04 % [(107,1 ./. 101,0 - 1) x 100].

II. Ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung der Vor­in­stan­zen ste­hen dem Kläger Zin­sen auf die mit dem An­trag zu 2. gel­tend ge­mach­ten mo­nat­li­chen Erhöhungs­beträge nicht be­reits seit dem 1. Sep­tem­ber 2010 zu, son­dern erst ab dem Fol­ge­tag des Ta­ges, an dem das Ur­teil rechts­kräftig wird, mit­hin ab dem 20. Ju­ni 2012. Für die da­vor lie­gen­den Zeiträume fehlt es an der not­wen­di­gen Fällig­keit der For­de­rung.


1. Der An­spruch auf Ver­zugs­zin­sen ent­steht - da Ver­zug erst ab Fällig­keit ein­tre­ten kann - frühes­tens ab der Fällig­keit der For­de­rung (vgl. Pa­landt/ Grüne­berg 71. Aufl. § 286 Rn. 13). Die Fällig­keit der An­pas­sungs­for­de­rung des Klägers tritt nicht vor der Rechts­kraft des Ur­teils im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren ein. Leis­tun­gen, die nach bil­li­gem Er­mes­sen zu be­stim­men sind, wer­den bei ge­richt­li­cher Be­stim­mung erst auf­grund ei­nes rechts­kräfti­gen Ge­stal­tungs­ur­teils nach § 315 Abs. 3 BGB fällig. Da­zu gehören auch die auf­grund ei­ner An­pas­sungs­ent­schei­dung nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG zu gewähren­den Leis­tun­gen (BAG 28. Ju­ni 2011 - 3 AZR 859/09 - Rn. 32, AP Be­trAVG § 16 Nr. 74 = EzA Be­trAVG § 16 Nr. 60).


2. Es kann of­fen­blei­ben, ob Pro­zess­zin­sen nach § 291 BGB im Fal­le der Be­stim­mung der Leis­tung durch Ge­stal­tungs­ur­teil über­haupt zu­ge­spro­chen wer­den können (da­ge­gen BGH 4. April 2006 - X ZR 122/05 - Rn. 23, BGHZ 167, 139; 4. April 2006 - X ZR 80/05 - Rn. 24, NJW-RR 2007, 56). Dem könn­te ent­ge­gen­ste­hen, dass Pro­zess­zin­sen kei­nen Schuld­ner­ver­zug vor­aus­set­zen, der Schuld­ner viel­mehr durch § 291 BGB schon des­halb ei­ner Zins­pflicht un­ter­wor­fen wird, weil er es zum Pro­zess hat kom­men las­sen und für das da­mit ver­bun­de­ne Ri­si­ko ein­ste­hen soll; die­ses Ri­si­ko kann sich nach rechts­kräfti­gem Ab­schluss des Ver­fah­rens nicht mehr ver­wirk­li­chen. Je­den­falls könn­te auch der
 


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An­spruch auf Pro­zess­zin­sen frühes­tens ab der Fällig­keit der For­de­rung (§ 291 Satz 1 Halbs. 2 BGB) ent­ste­hen.

C. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 92 Abs. 2 Nr. 1, § 97 Abs. 1 ZPO. 


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