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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Chefarzt
   
Gericht: Bundesgerichtshof
Akten­zeichen: 3 StR 239/10
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 22.12.2010
   
Leit­sätze: Zur er­for­der­li­chen Pa­ti­en­ten­aufklärung durch ei­nen Chir­ur­gen über des­sen Ab­sicht, bei ei­ner Fol­ge­be­hand­lung, die we­gen der Ver­wirk­li­chung ei­nes der Er­stope­ra­ti­on ty­pi­scher­wei­se an­haf­ten­den Ri­si­kos not­wen­dig wer­den könn­te, auch ei­ne Außen­sei­ter­me­tho­de an­zu­wen­den.
Vor­ins­tan­zen: Landgericht Mönchengladbach, Urteil vom 15.01.2010, 27 Ks 2/10 - 502 Js 1222/06
   

BUN­DES­GERICH­TSHOF

IM NA­MEN DES VOL­KES UR­TEIL

 

3 StR 239/10

vom

22. De­zem­ber 2010

 

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Auf die Re­vi­si­on des An­ge­klag­ten wird das Ur­teil des Land­ge­richts Mönchen­glad­bach vom 15. Ja­nu­ar 2010, so­weit es ihn be­trifft, mit den Fest­stel­lun­gen auf­ge­ho­ben.

Die Sa­che wird zu neu­er Ver­hand­lung und Ent­schei­dung, auch über die Kos­ten des Rechts­mit­tels, an ei­ne an­de­re Straf­kam­mer des Land­ge­richts zurück­ver­wie­sen.

 

Von Rechts we­gen

Gründe:

Das Land­ge­richt hat den An­ge­klag­ten we­gen Körper­ver­let­zung mit To­des­fol­ge zu der Frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr und drei Mo­na­ten ver­ur­teilt und de­ren Voll­stre­ckung zur Bewährung aus­ge­setzt. Hier­ge­gen rich­tet sich die auf die Ver­let­zung sach­li­chen Rechts gestütz­te Re­vi­si­on des An­ge­klag­ten. Das Rechts­mit­tel führt zur Auf­he­bung des Ur­teils und Zurück­ver­wei­sung der Sa­che.

1. Nach den Fest­stel­lun­gen der Straf­kam­mer war der An­ge­klag­te Ei­gentümer und Geschäftsführer des Kran­ken­hau­ses W. so­wie des­sen Chef­arzt der Chir­ur­gi­schen Ab­tei­lung.

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Am 10. März 2006 un­ter­zog sich die 80-jähri­ge M. in der In­ne­ren Ab­tei­lung des Kran­ken­hau­ses ei­ner Darm­spie­ge­lung. Die Un­ter­su­chung er­gab im Be­reich des Dick­darms ei­nen größeren Po­ly­pen, der sich im Rah­men der Ko­lo­sko­pie nicht vollständig ent­fer­nen ließ. Auf­grund der mit­tel­fris­tig be­ste­hen­den Ge­fahr ei­nes Darm­ver­schlus­ses hiel­ten der Chef­arzt der In­ne­ren Ab­tei­lung und ein Arzt der Chir­ur­gi­schen Ab­tei­lung ei­ne Ope­ra­ti­on für sinn­voll bzw. an­ge­zeigt. Al­ler­dings war ei­ne so­for­ti­ge Ope­ra­ti­on nicht er­for­der­lich. Es hätte da­mit oh­ne er­heb­li­che Ri­si­ken noch et­wa ein hal­bes Jahr zu­ge­war­tet wer­den können. Die Pa­ti­en­tin war der Ope­ra­ti­on eher ab­ge­neigt und zöger­te, ih­re Ein­wil­li­gung zu er­tei­len. Sie ver­blieb al­ler­dings im Kran­ken­haus und führ­te in der Fol­ge­zeit meh­re­re Aufklärungs­gespräche mit zwei im Kran­ken­haus täti­gen Ärz­ten. Im Rah­men die­ser Un­ter­re­dun­gen wur­de sie ord­nungs­gemäß über den Grund der Ope­ra­ti­on und die mit der ge­plan­ten Ent­fer­nung ei­nes Teils des Dick­darms ver­bun­de­nen Ri­si­ken auf­geklärt. Sch­ließlich wil­lig­te die Pa­ti­en­tin am 12. März 2006 in den Ein­griff ein.

Am 13. März 2006 führ­te der An­ge­klag­te die Ope­ra­ti­on durch. In der Fol­ge­zeit entzünde­te sich die Ope­ra­ti­ons­wun­de er­heb­lich. Da sich trotz der ab dem 18. März 2006 vor­ge­nom­me­nen Ga­be von An­ti­bio­ti­ka der Zu­stand der Pa­ti­en­tin ver­schlech­ter­te, ent­schloss sich der An­ge­klag­te am 20. März 2006 zur Durchführung ei­ner Re­ope­ra­ti­on, der die zu die­sem Zeit­punkt kaum mehr an-sprech­ba­re Pa­ti­en­tin durch Ni­cken zu­stimm­te. Am En­de die­ser Ope­ra­ti­on leg­te der An­ge­klag­te in die Wun­de ei­nen mit Zi­tro­nen­saft ge­tränk­ten Strei­fen ein und vernähte die Wun­de darüber. Der An­ge­klag­te war auf­grund persönli­cher be­ruf­li­cher Er­fah­run­gen der Über­zeu­gung, Zi­tro­nen­saft sei ein ge­eig­ne­tes Mit­tel zur Be­hand­lung schwer­wie­gen­der Wund­hei­lungsstörun­gen. Weil er all­ge­mein von ei­ner keimtöten­den Wir­kung des Zi­tro­nen­saf­tes aus­ging, hielt er die Ein­hal­tung von ste­ri­len Be­din­gun­gen bei des­sen Ge­win­nung nicht für er­for­der­lich. Er ließ

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den Zi­tro­nen­saft da­her in der Sta­ti­onsküche durch Pfle­ge­kräfte aus han­delsübli­chen Früch­ten mit ei­ner Haus­halts­pres­se ge­win­nen, oh­ne be­son­de­re Vor­keh­run­gen zur Gewähr­leis­tung der Ste­ri­lität des Saf­tes zu tref­fen. Tatsächlich barg der Ein­satz des so her­ge­stell­ten Zi­tro­nen­saf­tes die Ge­fahr ei­ner (wei­te­ren) bak­te­ri­el­len Ver­kei­mung der Wun­de.

Dem An­ge­klag­ten war klar, dass das Ein­brin­gen von Zi­tro­nen­saft in Wun­den nicht dem all­ge­mein übli­chen me­di­zi­ni­schen Stan­dard ent­sprach und des­sen Wir­kung so­wie all­ge­mei­ne Verträglich­keit bis­lang nicht wis­sen­schaft­lich un­ter­sucht wor­den wa­ren. Ihm war auch be­wusst, dass ei­ne Be­hand­lung mit Zi­tro­nen­saft der Ein­wil­li­gung des Pa­ti­en­ten be­durf­te und zwar auch dann, wenn der Saft nur zusätz­lich zu der übli­chen me­di­zi­ni­schen Wund­be­hand­lung ein­ge­setzt wur­de. Darüber, dass im Fall des Auf­tre­tens von Wund­hei­lungsstörun­gen an der Ope­ra­ti­ons­wun­de - der Pra­xis des An­ge­klag­ten ent­spre­chend - (auch) un­ste­ril ge­won­ne­ner Zi­tro­nen­saft in die Wun­de ein­ge­bracht wer­den würde, war die Pa­ti­en­tin je­doch zu kei­nem Zeit­punkt auf­geklärt wor­den. Wäre sie hierüber in­for­miert wor­den, so hätte sie schon in die Durchführung der ers­ten Ope­ra­ti­on nicht ein­ge­wil­ligt.

Der An­ge­klag­te wie­der­hol­te die Be­hand­lung der Ope­ra­ti­ons­wun­de mit Zi­tro­nen­saft in der Fol­ge­zeit noch zwei­mal. Am 30. März 2006 ver­starb die Pa­ti­en­tin an sep­ti­schem Herz-Kreis­lauf-Ver­sa­gen. Fach­li­che Feh­ler bei Durchführung der Ope­ra­tio­nen am 13. und 20. März 2006 er­ga­ben sich nicht. Dass das Ein­brin­gen von Zi­tro­nen­saft in die Ope­ra­ti­ons­wun­de die­se zusätz­lich bak­te­ri­ell kon­ta­mi­niert hat­te oder dass die­se Be­hand­lung für den Tod der Pa­ti­en­tin ursächlich war, konn­te das Land­ge­richt nicht fest­stel­len. Viel­mehr war to­desur-sächlich die - ty­pi­scher­wei­se bei großen Bauchope­ra­tio­nen auf­tre­ten­de - Entzündung der bei dem ers­ten Ein­griff ent­stan­de­nen Ope­ra­ti­ons­wun­de.

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Das Land­ge­richt hat die am Abend vor dem 13. März 2006 er­teil­te Ein­wil­li­gung in die ers­te Ope­ra­ti­on auf­grund ei­nes Aufklärungs­feh­lers als un­wirk­sam an­ge­se­hen. Auch wenn zu die­sem Zeit­punkt noch un­klar ge­we­sen sei, ob es zu Wund­hei­lungsstörun­gen und in­fol­ge­des­sen zu ei­nem Ein­satz von Zi­tro­nen­saft kom­me, hätte die Pa­ti­en­tin be­reits vor der ers­ten Ope­ra­ti­on darüber auf­geklärt wer­den müssen. Ei­ne Aufklärung sei auch des­halb er­for­der­lich ge­we­sen, weil die­se Me­tho­de der­art un­gewöhn­lich sei, dass al­lein der Um­stand ih­res Ein­sat­zes durch den An­ge­klag­ten da­zu ge­eig­net war, das Ver­trau­en der Pa­ti­en­tin in ei­ne sach­ge­rech­te Be­hand­lung durch ihn zu erschüttern. Zu­dem ha­be von vorn­her­ein die Ge­fahr be­stan­den, dass im Fall des späte­ren Auf­tre­tens von Wund­hei­lungsstörun­gen zum Zeit­punkt der Ent­schei­dung des An­ge­klag­ten über den Ein­satz von Zi­tro­nen­saft der Zu­stand der Pa­ti­en­tin so schlecht ge­we­sen wäre, dass sie nicht mehr oder je­den­falls nicht mehr oh­ne Ein­schränkun­gen da­zu in der La­ge ge­we­sen wäre, die Sach­la­ge zu er­fas­sen und sach­ge­recht über die Er­tei­lung ih­rer Zu­stim­mung zu die­ser Be­hand­lungs­me­tho­de zu ent­schei­den. So sei es hier auch ge­sche­hen. Dem An­ge­klag­ten sei be­wusst ge­we­sen, dass sei­ne Me­tho­de der Be­hand­lung von Wund­hei­lungsstörun­gen unüblich und un­ge­tes­tet war, auch wenn er von ih­rem Nut­zen über­zeugt ge­we­sen sein mag. Er ha­be dar­aus den rich­ti­gen Schluss ge­zo­gen, dass vor größeren Ope­ra­tio­nen, bei wel­chen die erhöhte Ge­fahr des späte­ren Auf­tre­tens von Wund­hei­lungsstörun­gen der Ope­ra­ti­ons­wun­de be­stand, von vorn­her­ein ei­ne Aufklärung des Pa­ti­en­ten über sei­ne un­gewöhn­li­chen Me­tho­den zur Be­hand­lung der­ar­ti­ger Störun­gen er­for­der­lich ist.

2. Der Schuld­spruch hält der recht­li­chen Nach­prüfung nicht stand. Ge­gen die An­nah­me des Land­ge­richts, die Ein­wil­li­gung der Pa­ti­en­tin in die Vor­nah­me des ers­ten Ein­griffs sei un­wirk­sam ge­we­sen, weil der An­ge­klag­te es pflicht­wid­rig un­ter­las­sen hat, die­se zu­vor darüber auf­zuklären, dass er im Fal­le ei­ner

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Wund­hei­lungsstörung zu de­ren Be­hand­lung auch Zi­tro­nen­saft ein­set­zen wer­de, be­ste­hen durch­grei­fen­de recht­li­che Be­den­ken.

a) Al­ler­dings ist das Land­ge­richt zunächst rechts­feh­ler­frei da­von aus­ge­gan­gen, dass je­de in die körper­li­che Un­ver­sehrt­heit ein­grei­fen­de ärzt­li­che Be­hand­lungs­maßnah­me den ob­jek­ti­ven Tat­be­stand der vorsätz­li­chen Körper­ver­let­zung erfüllt, un­abhängig da­von, ob sie le­ge ar­tis durch­geführt und er­folg­reich ist (st. Rspr.; vgl. nur die Nachw. bei Fi­scher, StGB, 58. Aufl., § 223 Rn. 9 ff.). Sie be­darf da­her ei­ner be­son­de­ren Recht­fer­ti­gung, in der Re­gel der - grundsätz­lich vor Durchführung der Be­hand­lung aus­drück­lich er­teil­ten - wirk­sa­men Ein­wil­li­gung des Pa­ti­en­ten.

Die Wirk­sam­keit der Ein­wil­li­gung setzt die Aufklärung über den Ver­lauf des Ein­griffs, sei­ne Er­folgs­aus­sich­ten, Ri­si­ken und mögli­che Be­hand­lungs­al­ter-na­ti­ven mit we­sent­lich an­de­ren Be­las­tun­gen vor­aus. Nur so wird das aus der Men­schenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) und dem all­ge­mei­nen Persönlich­keits­recht (Art. 2 Abs. 1 GG) ab­ge­lei­te­te Selbst­be­stim­mungs­recht des Pa­ti­en­ten so­wie sein Recht auf körper­li­che Un­ver­sehrt­heit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG) ge­wahrt (vgl. BGH, Ur­teil vom 14. Fe­bru­ar 1989 - VI ZR 65/88, BGHZ 106, 391; Ur­teil vom 29. Ju­ni 1995 - 4 StR 760/94, NStZ 1996, 34). In­halt­lich ist der Pa­ti­ent über die Chan­cen und Ri­si­ken der Be­hand­lung im "Großen und Gan­zen" auf­zuklären, ihm muss ein zu­tref­fen­der Ein­druck von der Schwe­re des Ein­griffs und von der Art der Be­las­tun­gen ver­mit­telt wer­den, die für sei­ne körper­li­che In­te­grität und sei­ne Le­bensführung auf ihn zu­kom­men können. Ei­ne sol­che "Grund­aufklärung" hat re­gelmäßig auch ei­nen Hin­weis auf das schwers­te, mögli­cher­wei­se in Be­tracht kom­men­de Ri­si­ko zu be­inhal­ten; ei­ne ex­ak­te me­di­zi­ni­sche Be­schrei­bung all des­sen be­darf es je­doch nicht (vgl. BGH, Ur­teil vom 12. März 1991 - VI ZR 232/90, NJW 1991, 2346). Der kon­kre­te Um­fang der Aufklärungs-

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pflicht be­stimmt sich in Abhängig­keit von der je­wei­li­gen Be­hand­lungs­maßnah­me und un­ter Berück­sich­ti­gung der Dring­lich­keit des Ein­griffs. Je we­ni­ger ein so­for­ti­ger Ein­griff me­di­zi­nisch ge­bo­ten ist, um­so ausführ­li­cher und ein­drück­li­cher ist der Pa­ti­ent, dem der Ein­griff an­ge­ra­ten wird oder der ihn selbst wünscht, über die Er­folgs­aus­sich­ten und et­wai­ge schädli­che Fol­gen zu in­for­mie­ren (vgl. BGH, Ur­teil vom 6. No­vem­ber 1990 - VI ZR 8/90, Me­dR 1991, 85; Ur­teil vom 10. Fe­bru­ar 1959 - 5 StR 533/58, BGHSt 12, 379).

Zum Kern der Pa­ti­en­ten­aufklärung über ei­nen ope­ra­ti­ven Ein­griff zählt ins­be­son­de­re die Erläute­rung des si­cher oder re­gelmäßig ein­tre­ten­den post-ope­ra­ti­ven Zu­stands (Geiß/Grei­ner, Arzt­haft­pflicht­recht, 6. Aufl., C. Haf­tung aus Aufklärungs­feh­ler Rn. 18 f.). So kann et­wa der Hin­weis auf ein ge­genüber dem Nor­mal­fall erhöhtes Wund­in­fek­ti­ons­ri­si­ko ge­bo­ten sein (OLG Hamm, Ur­teil vom 16. Ju­ni 2008 - 3 U 148/07, ju­ris; OLG Bran­den­burg, Ur­teil vom 13. No­vem­ber 2008 - 12 U 104/08, VersR 2009, 1230). Aus­nahms­wei­se ist auch über schwer­wie­gen­de Ri­si­ken ei­ner Fol­ge­be­hand­lung zu in­for­mie­ren, die trotz kunst-ge­rech­ter Ope­ra­ti­on nötig wer­den kann, weil sich ei­ne mit die­ser ver­bun­de­ne Kom­pli­ka­ti­ons­ge­fahr ver­wirk­licht. Dies folgt dar­aus, dass der Pa­ti­ent über al­le schwer­wie­gen­de Ri­si­ken, die mit ei­ner Ope­ra­ti­on ver­bun­den sind, auch dann auf­zuklären ist, wenn sie sich nur sel­ten ver­wirk­li­chen. Für die ärzt­li­che Hin­weis­pflicht kommt es ent­schei­dend nicht nur auf ei­nen be­stimm­ten Grad der Kom­pli­ka­ti­ons­dich­te, son­dern maßgeb­lich auch dar­auf an, ob das in Fra­ge ste­hen­de Ri­si­ko dem Ein­griff spe­zi­fisch an­haf­tet und bei sei­ner Ver­wirk­li­chung die Le­bensführung des Pa­ti­en­ten be­son­ders be­las­tet. In sol­chen Fällen be­steht zwi­schen ei­ner ers­ten Ope­ra­ti­on und mögli­cher­wei­se not­wen­dig wer­den­den Fol­ge­be­hand­lun­gen ein en­ger Zu­sam­men­hang, der die Aufklärung über die Ri­si­ken der späte­ren The­ra­pie schon vor dem ers­ten Ein­griff er­for­dert. So ist et­wa der Pa­ti­ent vor der Durchführung ei­ner Nie­ren­be­cken­plas­tik darüber auf­zuklä-

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ren, dass die hier­mit ver­bun­de­ne Ge­fahr ei­ner Ana­st­o­mo­s­e­in­suf­fi­zi­enz ei­ne Nach­ope­ra­ti­on er­for­der­lich ma­chen kann, die mit zehn­pro­zen­ti­ger Wahr­schein­lich­keit ei­nen Nie­ren­ver­lust zur Fol­ge hat (BGH, Ur­teil vom 9. Ju­li 1996 - VI ZR 101/95, NJW 1996, 3073). Ähn­li­ches gilt vor der Ent­fer­nung ei­ner Gal­len­bla­se, bei der mit erhöhter Wahr­schein­lich­keit ei­ne Cho­le­do­chus­re­vi­si­on vor­zu­neh­men ist, die in­fol­ge der ag­gres­si­ven Ma­ni­pu­la­ti­on an den Gal­len­we­gen in zwei Pro­zent der Fälle ei­ne Entzündung der Bauch­spei­chel­drüse auslöst (BGH, Ur­teil vom 21. No­vem­ber 1995 - VI ZR 341/94, NJW 1996, 779).

Im Rah­men der primär dem Arzt über­las­se­nen The­ra­pie­wahl ist ihm zwar die An­wen­dung ei­ner nicht all­ge­mein an­er­kann­ten Heil­me­tho­de (BGH, Ur­teil vom 29. Ja­nu­ar 1991 - VI ZR 206/90, BGHZ 113, 297; Ur­teil vom 22. Mai 2007 - VI ZR 35/06, BGHZ 172, 254) nicht un­ter­sagt. Zur Wirk­sam­keit der Ein­wil­li­gung muss der Pa­ti­ent aber über die be­ab­sich­tig­te The­ra­pie auf­geklärt wor­den sein; ne­ben der all­ge­mei­nen Aufklärung über das Für und Wi­der die­ser Me­tho­den ist auch darüber zu in­for­mie­ren, dass der ge­plan­te Ein­griff (noch) nicht me­di­zi­ni­scher Stan­dard ist und dass un­be­kann­te Ri­si­ken der­zeit nicht aus­zu­sch­ließen sind (Geiß/Grei­ner, aaO, Rn. 39, 46; Stef­fen/Pau­ge, Arzt­haf­tungs­recht, 11. Auf­la­ge 2010, B. Die Haf­tungs­tat­bestände, Rn. 454a, 455).

Die Durchführung der Aufklärung ob­liegt grundsätz­lich dem be­han­deln­den Arzt als ei­ge­ne ärzt­li­che Auf­ga­be. So­fern er sie auf ei­nen an­de­ren Arzt de-le­giert, muss er de­ren ord­nungs­gemäße Erfüllung si­cher­stel­len, sei es durch ein Gespräch mit dem Pa­ti­en­ten oder durch Über­prüfung der schrift­li­chen Erklärung in den Kran­ken­ak­ten (vgl. BGH, Ur­teil vom 7. No­vem­ber 2007 - VI ZR 206/05, BGHZ 168, 364 = NJW-RR 2007, 310; Ul­sen­hei­mer, Arzt­straf­recht in der Pra­xis, 4. Auf­la­ge 2008, Teil I § 1 Rn. 104a, Sei­te 148 und Rn. 106 aE, Sei­te 151).

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b) Nach die­sen Maßstäben war der An­ge­klag­te auf der Grund­la­ge der ge­trof­fe­nen Fest­stel­lun­gen zunächst ver­pflich­tet, die Pa­ti­en­tin - ne­ben der Aufklärung über die Ope­ra­ti­on selbst - auch über das die­sem Ein­griff ty­pi­scher­wei­se an­haf­ten­de Ri­si­ko ei­ner Wund­hei­lungsstörung auf­zuklären. Die­ser Pflicht ist er nach dem Ge­samt­zu­sam­men­hang der Ur­teils­gründe durch die Aufklärungs­gespräche sei­ner hier­zu be­auf­trag­ten Ärz­te nach­ge­kom­men.

Aber auch der - in sei­nem Kran­ken­haus übli­che - Ein­satz von mit ei­ner Haus­halts­pres­se ge­won­ne­nem Zi­tro­nen­saft zur Be­hand­lung ei­ner Wund­hei­lungsstörung war - was dem An­ge­klag­ten be­wusst war - aufklärungs­pflich­tig. Die­se Be­hand­lung stell­te ei­ne nicht dem me­di­zi­ni­schen Stan­dard ent­spre­chen­de Außen­sei­ter­me­tho­de dar, de­ren Wir­kun­gen und all­ge­mei­ne Verträglich­keit bis­lang nicht wis­sen­schaft­lich un­ter­sucht wor­den wa­ren, so dass un­be­kann­te Ri­si­ken nicht aus­ge­schlos­sen wer­den konn­ten. Die­se Aufklärung hat der An­ge­klag­te zwar nicht vor­ge­nom­men. Die­ser Man­gel führt in­des nicht da­zu, dass die Ein­wil­li­gung der Pa­ti­en­tin in die Durchführung der ers­ten (to­des­ursächli­chen) Darm­ope­ra­ti­on un­wirk­sam ge­we­sen wäre und sich der An­ge­klag­te mit die­sem Ein­griff da­her ei­ner rechts­wid­ri­gen gefähr­li­chen Körper­ver­let­zung schul­dig ge­macht hätte; denn über die An­wen­dung die­ser Außen­sei­ter­me­tho­de muss­te der An­ge­klag­te nicht schon vor der ers­ten Ope­ra­ti­on, son­dern erst vor dem zwei­ten ope­ra­ti­ven Ein­griff (Re­ope­ra­ti­on) aufklären. Im Ein­zel­nen:

Zwi­schen der Darm­ope­ra­ti­on und den Ri­si­ken der ge­ge­be­nen­falls not­wen­dig wer­den­den Fol­ge­be­hand­lung ei­ner Wund­hei­lungsstörung un­ter Ver­wen­dung auch von (un­ste­ril ge­won­ne­nem) Zi­tro­nen­saft be­stand kein der­art erhöhter Ge­fahr­zu­sam­men­hang, dass der An­ge­klag­te die Pa­ti­en­tin aus­nahms­wei­se schon vor dem Erst­ein­griff über Art und Ri­si­ken ei­ner et­wa er­for­der­li­chen Nach­be­hand­lung in­for­mie­ren muss­te. Die der ers­ten Darm­ope­ra­ti­on spe­zi­fisch

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an­haf­ten­de Ge­fahr war al­lein der Ein­tritt ei­ner Wund­in­fek­ti­on. De­ren Be­hand­lung war aber ge­ra­de nicht not­wen­dig mit ei­nem schwe­ren Ri­si­ko ver­bun­den, des­sen Rea­li­sie­rung die künf­ti­ge Le­bensführung der Pa­ti­en­tin in be­son­ders be­las­ten­der Wei­se - wie et­wa der Ver­lust ei­nes Or­gans - be­ein­träch­tigt hätte. So war die zusätz­li­che Ver­wen­dung von Zi­tro­nen­saft schon nicht die ein­zi­ge, al­ter­na­tiv­lo­se Möglich­keit zur Be­hand­lung ei­ner nach der Darm­ope­ra­ti­on auf­tre­ten­den Wund­in­fek­ti­on. Viel­mehr hätte die­se - wie es hier zunächst auch ge­sche­hen ist - al­lein in der all­ge­mein übli­chen Wei­se durch die Ga­be von An­ti­bio­ti­ka bekämpft wer­den können. Nach dem Auf­tre­ten der Wund­in­fek­ti­on stand auch noch aus­rei­chend Zeit zur Verfügung, um mit der Pa­ti­en­tin ein die Fra­ge der ein­zu­set­zen­den Be­hand­lungs­me­tho­de be­tref­fen­des Aufklärungs­gespräch zu führen und sie über die Wahl der Be­hand­lungs­al­ter­na­ti­ve ent­schei­den zu las­sen. In­so­weit darf - ent­ge­gen der An­sicht des Land­ge­richts - nicht aus­sch­ließlich auf den Zeit­punkt un­mit­tel­bar vor Durchführung der Re­ope­ra­ti­on ab­ge­stellt wer­den, in dem die Pa­ti­en­ten in ih­rem ge­sund­heit­li­chen Zu­stand be­reits er­heb­lich re­du­ziert war. Viel­mehr ist der Zeit­punkt in den Blick zu neh­men, in dem sich erst­mals die Not­wen­dig­keit der Be­hand­lung ei­ner Wund­hei­lungsstörung er­gab. Nach den Fest­stel­lun­gen ent­wi­ckel­te sich die­se nach dem ers­ten Ein­griff in­des über meh­re­re Ta­ge und führ­te nach fünf Ta­gen zu ei­ner Be­hand­lung mit An­ti­bio­ti­ka. Wei­te­re zwei Ta­ge später nahm der An­ge­klag­te den zwei­ten Ein­griff vor, über den die Pa­ti­en­tin un­mit­tel­bar da­vor - trotz ih­res kaum mehr an­sprech­ba­ren Zu­stan­des - auf­geklärt wer­den konn­te. Sie hätte da­her schon Ta­ge zu­vor über den ge­plan­ten zusätz­li­chen Ein­satz von Zi­tro­nen­saft un­ter­rich­tet wer­den können. Letzt­lich war das mit dem Ein­brin­gen un­ste­ri­len Zi­tro­nen­saf­tes (ne­ben der wei­te­ren Ga­be von An­ti­bio­ti­ka) ver­bun­de­ne Ri­si­ko ei­ner zusätz­li­chen bak­te­ri­el­len Kon­ta­mi­nie­rung der Wun­de für die künf­ti­ge Le­bensführung der Pa­ti­en­tin nicht ent­fernt mit der Ge­fahr et­wa ei­ner Entzündung der Bauch­spei­chel­drüse, des Ver­lusts ei­nes Or­gans oder ei­ner ähn­li­chen Be­ein­träch­ti­gung der körper­li-

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chen In­te­grität zu ver­glei­chen. Dem­ent­spre­chend hat das Land­ge­richt auch nicht fest­zu­stel­len ver­mocht, dass sich die Ver­wen­dung des Zi­tro­nen­saf­tes nach­tei­lig auf den wei­te­ren Ver­lauf der In­fek­ti­on aus­wirk­te und zum Ver­ster­ben der Pa­ti­en­tin bei­trug. Bei die­ser Sach­la­ge war der An­ge­klag­te zu ei­ner Aufklärung der Pa­ti­en­tin über die even­tu­ell ergänzen­de An­wen­dung von Zi­tro­nen­saft im Fal­le ei­ner Wund­hei­lungsstörung auch nicht un­ter dem As­pekt schon vor der ers­ten Ope­ra­ti­on ver­pflich­tet, dass die Pa­ti­en­tin in Kennt­nis der vom An­ge­klag­ten prak­ti­zier­ten An­wen­dung die­ser Außen­sei­ter­me­tho­de bei ei­ner Nach­be­hand­lung be­reits in den ers­ten Ein­griff nicht ein­ge­wil­ligt hätte.

c) Nach al­le­dem kann dem An­ge­klag­ten kei­ne Körper­ver­let­zung mit To­des­fol­ge an­ge­las­tet wer­den, weil we­der die Zwei­tope­ra­ti­on noch das Ein­brin­gen von Zi­tro­nen­saft in die Wun­de mit­ursächlich für das Ver­ster­ben der Pa­ti­en­tin war. De­ren Tod wur­de viel­mehr al­lein durch die in­fol­ge der Er­stope­ra­ti­on ent­stan­de­ne Wund­in­fek­ti­on ver­ur­sacht. Da der An­ge­klag­te den ers­ten Ein­griff nach den bis­he­ri­gen Fest­stel­lun­gen der ärzt­li­chen Kunst ent­spre­chend durch­geführt und die Pa­ti­en­tin über die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken - ins­be­son­de­re auch die ty­pi­sche Ge­fahr ei­ner Wund­in­fek­ti­on - ord­nungs­gemäß auf­geklärt hat­te, war die­se Ver­let­zung der körper­li­chen In­te­grität der Pa­ti­en­tin durch de­ren Ein­wil­li­gung ge­recht­fer­tigt. Da­mit hat der An­ge­klag­te in­so­weit kei­ne rechts­wid­ri­ge (gefähr­li­che) Körper­ver­let­zung be­gan­gen. Hin­ge­gen hat sich der An­ge­klag­te auf Grund­la­ge der ge­trof­fe­nen Fest­stel­lun­gen durch die Re­ope­ra­ti­on der gefähr­li­chen Körper­ver­let­zung schul­dig ge­macht, weil er sei­ne Pa­ti­en­tin vor die­sem Ein­griff nicht über das be­ab­sich­tig­te Ein­brin­gen von Zi­tro­nen­saft in die Wun­de aufklärte und da­her die von der Pa­ti­en­tin für die­se Ope­ra­ti­on er­teil­te Ein­wil­li­gung un­wirk­sam war.

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Ei­ne ent­spre­chen­de Abände­rung des Schuld­spruchs ist dem Se­nat in­des ver­wehrt, da nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann, dass der neue Tatrich­ter Fest­stel­lun­gen trifft, die ei­ne Ver­ur­tei­lung we­gen Körper­ver­let­zung mit To­des­fol­ge tra­gen. In der neu­en Haupt­ver­hand­lung wird ins­be­son­de­re - un­ter Berück­sich­ti­gung zum Zeit­punkt der Er­stope­ra­ti­on even­tu­ell vor­han­de­ner ärzt­li­cher Richt­li­ni­en und mit sach­verständi­ger Hil­fe (vgl. et­wa BGH, Be­schluss vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07, GesR 2008, 361) - mögli­chen (wei­te­ren) Feh­lern des An­ge­klag­ten bei Be­hand­lung und Aufklärung der Pa­ti­en­tin nach­zu­ge­hen sein. In­so­fern weist der Se­nat auf Fol­gen­des hin:

Auf der Grund­la­ge der bis­he­ri­gen Fest­stel­lun­gen zum Be­hand­lungs­ver­lauf ist of­fen, ob bei der Pa­ti­en­tin vor dem ers­ten Ein­griff ei­ne vor­beu­gen­de Ga­be von An­ti­bio­ti­ka statt­ge­fun­den hat, ei­ne Darm­rei­ni­gung durch­geführt wur­de und die Pa­ti­en­tin über das even­tu­el­le Un­ter­las­sen die­ser mögli­cher­wei­se ge­bo­te­nen ope­ra­ti­ons­vor­be­rei­ten­den Maßnah­men auf­geklärt wor­den ist. Auch ei­ne Ver­ab­rei­chung entzündungs­hem­men­der Mit­tel un­mit­tel­bar nach dem ers­ten Dar­m­ein­griff ist nicht fest­ge­stellt. Un­geklärt ist schließlich, wes­halb die Re­ope­ra­ti­on erst sie­ben Ta­ge nach der ers­ten Ope­ra­ti­on er­folgt ist.

Be­cker

Pfis­ter

von Li­e­nen

Hu­bert

Schäfer

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