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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Kündigung, Zugang
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Köln
Akten­zeichen: 2 Sa 210/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 07.09.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 15.10.2008, 3 Ca 1573/08
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, 2 Sa 210/09

 

Te­nor:

Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln vom 15.10.2008 – 3 Ca 1573/08 – teil­wei­se ab­geändert:

Der Kla­ge­an­trag zu 1 wird vollständig ab­ge­wie­sen.

Die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens trägt die Kläge­rin. Die Kos­ten des erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­rens trägt die Kläge­rin zu 2/3, die Be­klag­te zu 1/3.

Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

 

Tat­be­stand:

Die Par­tei­en strei­ten im Be­ru­fungs­ver­fah­ren nur noch dar­um, ob ihr Ar­beits­verhält­nis am 31.03.2008 oder be­reits am 29.02.2008 ge­en­det.

Die am 20.01.1981 ge­bo­re­ne Kläge­rin war seit dem 03.02.2003 Ar­beit­neh­me­rin der Be­klag­ten. Auf das Ar­beits­verhält­nis fin­det das Kündi­gungs­schutz­ge­setz kei­ne An­wen­dung. Die ver­ein­bar­te Net­to­vergütung von 1.300,00 € ent­spricht ei­ner Brut­to­vergütung von ca. 2.142,00 €. Am 31.01.2008 kam es am Ar­beits­platz der Kläge­rin zu ei­nem Kon­flikt, in des­sen Ver­lauf die Kläge­rin ih­ren Ar­beits­platz ver­ließ. Die Be­klag­te ent­schied sich, das Ar­beits­verhält­nis or­dent­lich zu kündi­gen und die Kläge­rin für den Ver­lauf der Kündi­gungs­frist von der Ar­beits­leis­tung frei zu stel­len.

Die Be­klag­te ließ das Kündi­gungs­schrei­ben durch den Mit­ar­bei­ter O G in der Wei­se über­brin­gen, dass die­ser den Ehe­mann der Kläge­rin, mit dem er seit vie­len Jah­ren be­freun­det war, an des­sen Ar­beits­platz im O M am Nach­mit­tag auf­such­te. Nach Be­haup­tung der Be­klag­ten überg­ab er ihm nach Schil­de­rung des Sach­ver­halts das Kündi­gungs­schrei­ben mit der Bit­te, es an sei­ne Frau wei­ter­zu­lei­ten. Dies ha­be der Ehe­mann der Kläge­rin zu­ge­sagt. Die Kläge­rin be­haup­tet dem ge­genüber, ihr Ehe­mann ha­be Herrn G kei­ner­lei Zu­sa­ge ge­macht, son­dern erklärt, dass nicht er, son­dern sei­ne

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Ehe­frau in ei­nem Ar­beits­verhält­nis mit der Be­klag­ten stünde. For­ma­litäten möge man in­tern re­geln. Herr G ha­be so­dann das ver­schlos­se­ne Schrei­ben am Ar­beits­platz des Ehe­man­nes zurück­ge­las­sen. Dort ha­be es der Ehe­mann zunächst lie­gen ge­las­sen und erst am 01.02.2008 mit nach Hau­se ge­nom­men.

Zwi­schen den Par­tei­en ist strei­tig, ob der Ehe­mann der Kläge­rin grundsätz­lich als Emp­fangs­bo­te an­zu­se­hen ist und ob des­halb die Kläge­rin das Kündi­gungs­schrei­ben als am 31.01.2008 zu­ge­gan­gen ge­gen sich gel­ten las­sen muss, da bei übli­cher Sorg­falt der Ehe­mann das Schrei­ben noch am 31.01.2008 der Kläge­rin zur Kennt­nis ge­bracht hätte. Das Ar­beits­ge­richt hat die An­sicht ver­tre­ten, Ehe­leu­te sei­en un­ter­ein­an­der nie­mals als Emp­fangs­bo­ten an­zu­se­hen, viel­mehr sei le­dig­lich denk­bar, dass der Ehe­mann der Kläge­rin Bo­te des Ar­beit­ge­bers, al­so des Ver­sen­ders, sei. Die Verzöge­rung sei da­mit dem Ar­beit­ge­ber zu­zu­rech­nen.

Mit der Be­ru­fung be­an­tragt die Be­klag­te, 

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln vom 15.10.2008 – 3 Ca 1573/08 – teil­wei­se ab­zuändern und die Kla­ge in­so­weit ab­zu­wei­sen, als fest­ge­stellt wur­de, dass das Ar­beits­verhält­nis über dem 29.02.2008 bis zum 31.03.2008 be­stan­den hat.

Die Kläge­rin be­an­tragt, 

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen. 

Im Be­ru­fungs­ver­fah­ren ver­tie­fen bei­de Par­tei­en ih­re An­sich­ten zu der Fra­ge, ob al­lein durch die Ei­gen­schaft, mit dem Empfänger ei­ne Erklärung ver­hei­ra­tet zu sein, nach der Ver­kehrs­an­schau­ung die Emp­fangs­bo­te­nei­gen­schaft ver­bun­den ist, oder ob dies nur dann der Fall ist, wenn die Sen­dung in­ner­halb der Ehe­woh­nung an den Ehe­gat­ten über­ge­ben wird. Hin­sicht­lich der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird gemäß § 313 ZPO auf den Ak­ten­in­halt Be­zug ge­nom­men.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

Die zulässi­ge und frist­ge­rech­te Be­ru­fung der Be­klag­ten ist be­gründet. Als Zu­gangs­da­tum des Kündi­gungs­schrei­bens ist der Kläge­rin der 31.01.2008 zu­zu­rech­nen. Da­mit lief die Kündi­gungs­frist am 29.02.2008 ab.

Nach Aus­wer­tung der teil­wei­se auch älte­ren Li­te­ra­tur ge­langt das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu der Über­zeu­gung, dass auch der­zeit wohl heu­te noch von ei­ner Ver­kehrs­sit­te aus­ge­gan­gen wer­den kann, wo­nach der Ehe­gat­te ei­ner Par­tei je­weils in der Wei­se dem Pflich­ten­kreis des Adres­sa­ten ei­nes Schrei­bens zu­ge­ord­net ist, dass er als Bo­te des Adres­sa­ten zur Ent­ge­gen­nah­me und Wei­ter­rei­chung des Schrei­bens als ein­ge­setzt an­ge­se­hen wer­den kann. Da­bei wird in der Li­te­ra­tur re­gelmäßig kein Un­ter­schied ge­macht, ob der als Emp­fangs­bo­te in die­ser Wei­se ein­ge­setz­te Ehe­gat­te außer­halb oder in­ner­halb der Ehe­woh­nung an­ge­trof­fen wird. Ge­lingt es das Schrei­ben dem Emp­fangs­bo­ten zu über­ge­ben, ist für den Zeit­punkt des Zu­gangs nur noch der­je­ni­ge Zeit­raum hin­zu­zu­rech­nen, den der Bo­te benötigt, um das Schrei­ben bei re­gelmäßigem Ver­lauf der Din­ge an den Adres­sa­ten aus­zuhändi­gen. Dies war auch Ge­gen­stand der dis­ku­tier­ten Ent­schei­dung des BGH vom 17.03.1994 (BGH, NJW 1994, Sei­te 2613, 2614). In die­sem Fall hat­te es der BGH nicht für aus­rei­chend an­ge­se­hen, dass das Schrei­ben in die Woh­nung des Empfängers ge­langt war, da sich der Adres­sat dort dau­er­haft nicht auf­hielt. Gleich­wohl hat er die Ehe­frau des Adres­sa­ten als Emp­fangs­bo­tin an­ge­se­hen und den Zu­gang auf den Zeit­punkt fest­ge­setzt, den die Emp­fangs­bo­tin noch benötigt hätte, um das in der Woh­nung be­find­li­che Schrei­ben un­verzüglich an den Empfänger wei­ter­zu­lei­ten.

Für die Emp­fangs­bo­te­nei­gen­schaft auch außer­halb des Wohn­be­reichs spricht sich 

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aus­drück­lich Stau­din­ger BGB § 130 Nr. 57 aus. Eben­so ver­tre­ten dies Pa­landt/Hein­richs BGB 66. Auf­la­ge, § 133 Nr. 9, Er­man/Palm BGB 12. Aufl. § 130 Nr. 12, Prütting/We­gen /Wein­reich BGB 4. Aufl. § 130 Nr. 17, MüKo/Förs­ler BGB 3. Aufl. § 130 Nr. 17b. Hin­sicht­lich der on­line-Kom­men­ta­re wird glei­ches im Beck-on­line-Kom­men­tar zu § 130 Rand­num­mer 25 ver­tre­ten.

Asl Emp­fangs­bo­te wird da­bei re­gelmäßig die Per­son an­ge­se­hen, die vom Adres­sa­ten mit ei­ner aus­drück­li­chen Emp­fangs­ermäch­ti­gung aus­ge­stat­tet wur­de. Der Emp­fangs­bo­te hat die Funk­ti­on ei­nes "ex­ter­nen" Brief­kas­tens. Der Nach­weis, dass der Emp­fangs­bo­te tatsächlich vom Erklärungs­empfänger zum Emp­fang von Sen­dun­gen und Schriftstücken ein­ge­setzt wur­de, ist dann ent­behr­lich, wenn nach der Ver­kehrs­sit­te da­von aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass auf­grund des persönli­chen Verhält­nis­ses die Emp­fangs­ermäch­ti­gung re­gelmäßig ge­ge­ben ist. Da­bei spielt es kei­ne Rol­le, ob der Emp­fangs­bo­te im Haus­halt an­ge­trof­fen wur­de oder außer­halb. Ein Ein­brin­gen des Briefs in die Woh­nung z.B. durch Schie­ben un­ter der Türe hin­durch, be­darf oh­ne­hin kei­ner Per­son mit Bo­te­nei­gen­schaft, da in­ner­halb der Woh­nung mit ei­ner Kennt­nis­nah­me bei nächs­ter Ge­le­gen­heit zu rech­nen ist, un­abhängig da­von, ob die Türe durch ei­nen Hand­wer­ker, ein Kind oder den Ehe­gat­ten geöff­net wur­de.

Trotz die­ser ein­hel­li­gen Li­te­ra­tur­an­sicht ist es nach An­sicht der Kam­mer al­ler­dings durch­aus erwägens­wert, ob die bloße Tat­sa­che der Ehe­sch­ließung ge­eig­net ist, an­zu­neh­men, dass nun­mehr der Ehe­gat­te auch für den Emp­fang von frist­ge­bun­de­nen und ge­ge­be­nen­falls nach­tei­li­gen Schriftstücken zuständig ge­wor­den ist. Ge­gen ei­ne sol­che Emp­fangs­bo­te­nei­gen­schaft kraft Ver­kehrs­sit­te spricht ins­be­son­de­re, dass ge­ra­de bei nach­tei­li­gen Schriftstücken der Emp­fangs­bo­te in ei­nem Ge­wis­sens­kon­flikt ist, ob er ei­genmäch­tig ver­su­chen soll, den Zu­gang zu verzögern, mögli­cher­wei­se in Un­kennt­nis, dass dem Empfänger gleich­wohl ein frist­ge­rech­ter Zu­gang zu­ge­rech­net wird. Auch ei­ne im Ein­ver­neh­men mit dem Empfänger prak­ti­zier­te Zu­gangs­ver­wei­ge­rung führt nach An­sicht der Recht­spre­chung zur Zu­gangs­fik­ti­on, während die nicht ab­ge­spro­che­ne Ver­wei­ge­rung, als Emp­fangs­bo­te tätig zu wer­den, den Zu­gang hin­dern soll (BAG v. 11.11.1992, 2 AZR 328/92). Zu­dem er­scheint auch frag­lich, ob ein Un­ter­schied in der Ver­kehrs­sit­te zwi­schen Ehe­gat­ten und un­ver­hei­ra­tet zu­sam­men­le­ben­den Paa­ren ge­recht­fer­tigt ist, denn bei letz­te­ren wird so­weit er­sicht­lich nicht von ei­ner Ver­kehrs­sit­te zum Emp­fang von Schriftstücken aus­ge­gan­gen. Die "ex­ter­ne Brief­kas­ten­ei­gen­schaft" des Ehe­gat­ten stellt eher ei­nen grund­ge­setz­wid­ri­gen Nach­teil der Ehe dar statt ei­nen Vor­teil.

Zu­dem ist auch zu erwägen, ob ei­ne Per­son, die Kraft Ver­kehrs­sit­te als "Emp­fangs­ein­rich­tung" des Erklärungs­empfängers an­ge­se­hen wer­den darf, über­haupt die­se Ei­gen­schaft selbstständig wie­der be­sei­ti­gen kann. Denn die Ver­kehrs­sit­te er­setzt nur den Nach­weis der aus­drück­li­chen persönli­chen Ermäch­ti­gung zum Emp­fang für den Erklärungs­empfänger. Bei aus­drück­lich erklärter Emp­fangs­bo­te­nermäch­ti­gung wäre ein wei­sungs­wid­ri­ges Ver­hal­ten des Emp­fangs­bo­ten eben­falls als wirk­sa­mer Zu­gang dem Erklärungs­empfänger zu­zu­rech­nen. An­de­rer­seits er­ge­ben sich auch Pro­ble­me in dem Fall, dass der Empfänger ei­ne Emp­fangs­bo­te­nei­gen­schaft kraft Ver­kehrs­sit­te be­sei­ti­gen möch­te. Die An­wei­sung, nichts ent­ge­gen­zu­neh­men, gilt als kol­lu­si­ves Zu­sam­men­wir­ken und be­wirkt erst recht den frist­ge­rech­ten Zu­gang. Muss dann der Empfänger den po­ten­ti­el­len Ver­sen­dern vor Ver­sandt mit­ge­teilt ha­ben, dass er den Ehe­gat­ten aus­drück­lich nicht als Emp­fangs­bo­ten ak­zep­tiert, um die Emp­fangs­bo­te­nei­gen­schaft kraft Ver­kehrs­sit­te zu
be­sei­ti­gen?

Ge­gen ei­ne ge­ne­rel­le Emp­fangs­bo­te­nei­gen­schaft spricht auch, dass die Möglich­keit, ein Schriftstück von Zeu­gen in den Brief­kas­ten oder un­mit­tel­bar in den Wohn­be­reich ein­brin­gen zu las­sen, aus­rei­chend ist, um re­gelmäßig ei­nen si­che­ren, nach­weis­ba­ren Zu­gang ei­ner schrift­li­chen Erklärung be­wir­ken zu können. Nach An­sicht der Kam­mer ist es da­mit zu­min­dest erwägens­wert, ob die Emp­fangs­bo­te­nei­gen­schaft ei­nes Ehe­gat­ten kraft Ver­kehrs­sit­te nicht zu­min­dest in Zwei­fel ge­zo­gen wer­den kann. An­ge­sichts der

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übe­rein­stim­men­den Kom­men­tar­li­te­ra­tur sieht sich die Kam­mer al­ler­dings dar­an ge­hin­dert, ei­ne be­reits der­zeit be­ste­hen­de ge­gen­tei­li­ge Ver­kehrs­sit­te fest­zu­stel­len.

Der Ehe­mann der Kläge­rin hat auch nicht wirk­sam das Tätig­wer­den als Emp­fangs­bo­te ab­ge­lehnt. In­so­weit kann der strei­ti­ge Kläger­vor­trag un­ter­stellt wer­den, dass der Ehe­mann in ers­ter Li­nie dar­auf ver­wie­sen ha­be, die An­ge­le­gen­heit müsse zwi­schen der Kläge­rin und der Be­klag­ten ge­re­gelt wer­den. Aus die­ser Erklärung ließ sich je­doch nicht hin­rei­chend deut­lich ent­neh­men, dass er sich im kon­kre­ten Fall wei­ge­re, als Emp­fangs­bo­te tätig zu wer­den. Dies hätte der Ehe­mann deut­li­cher in der Wei­se zum Aus­druck brin­gen müssen, dass er den Zeu­gen G auf­ge­for­dert hätte, das Schrei­ben wie­der mit­zu­neh­men oder dass er ihm erklärt hätte, er wer­de das Schrei­ben ver­nich­ten, nicht aber mit nach Hau­se neh­men. In die­sem Zu­sam­men­hang ist auch die Erklärung zu wer­ten, er ha­be das Schrei­ben dann am Ar­beits­platz ver­ges­sen. Dies spricht dafür, dass der grundsätz­li­che Über­brin­ger­wil­le je­den­falls am En­de des Gesprächs mit dem Zeu­gen, bei dem das Schriftstück dem Ehe­mann über­las­sen wur­de, ge­ge­ben war.

Da­mit er­gibt sich, dass der Ehe­mann der Kläge­rin nach der bis­her herr­schen­den Ver­kehrs­sit­te zum Emp­fang von frist­ge­bun­de­nen Schriftstücken re­gelmäßig auch außer­halb des Haus­halts ermäch­tigt war, dass er nicht in hin­rei­chend deut­li­cher Wei­se die Tätig­keit als Bo­te ab­ge­lehnt und ins­be­son­de­re ge­genüber dem Zeu­gen nicht aus­rei­chend deut­lich ge­macht hat, dass er nicht so, wie es von der Ver­kehrs­sit­te er­war­tet wird, re­agie­ren wird. Da­mit dürf­te die Be­klag­te da­mit rech­nen, dass das Kündi­gungs­schrei­ben der Kläge­rin noch am 31.01. zu­geht, nämlich dann, wenn der Ehe­mann sei­ne Tätig­keit be­en­det und nach Hau­se geht. Das bloße Ver­ges­sen des Schrei­bens am Ar­beits­platz ist der Kläge­rin zu­zu­rech­nen und führt da­zu, dass die Kläge­rin so be­han­delt wird, als sei das Schrei­ben be­reits am 31.01.von ihr in Emp­fang ge­nom­men wor­den.

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 ZPO. Die Re­vi­si­on wur­de zu­ge­las­sen, da die Fra­ge, ob auch un­ter heu­ti­gen Le­bens­be­din­gun­gen re­gelmäßig von der Emp­fangs­bo­te­nei­gen­schaft ei­nes Ehe­gat­ten aus­zu­ge­hen ist, von all­ge­mei­ner Be­deu­tung ist.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der Kläge­rin

RE­VISION

ein­ge­legt wer­den.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: 0361 2636 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Nr. 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung der Mit­glie­der die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on oder ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder Zu­sam­men­schlus­ses mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten. 

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den. 

Olesch

Hei­ning

Rath

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