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Bun­des­tag be­schließt För­der­pro­gramm für Lang­zeit­ar­beits­lo­se.

Schwer ver­mit­tel­ba­re Lang­zeit­ar­beits­lo­se sol­len ab Ok­to­ber 2007 be­son­de­re fi­nan­zi­el­le Leis­tun­gen er­hal­ten: Zwei­tes Ge­setz zur Än­de­rung des Zwei­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch - Per­spek­ti­ven für Lang­zeit­ar­beits­lo­se mit be­son­de­ren Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen - Job­Per­spek­ti­ve
13.08.2007. Die Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on im Bun­des­tag hat ihr För­der­pro­gramm für Lang­zeit­ar­beits­lo­se, die Leis­tun­gen nach dem SGB II be­zie­hen ("er­werbs­fä­hi­ge Hil­fe­be­dürf­ti­ge"), Ge­setz wer­den las­sen.

Der erst vor we­ni­gen Wo­chen, näm­lich am 19.06.2007 un­ter dem Ti­tel "Zwei­tes Ge­setz zur Än­de­rung des Zwei­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch - Ver­bes­se­rung der Be­schäf­ti­gungs­chan­cen von Men­schen mit Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen" ein­ge­brach­te Ge­setz­ent­wurf wur­de nun­mehr vom Bun­des­tag am 06.07.2007 mit den Stim­men der CDU/CSU und der SPD an­ge­nom­men, so dass die für et­wa 100.000 HARTZ IV-Emp­fän­ger vor­ge­se­he­nen Be­schäf­ti­gungs­zu­schüs­se wie ge­plant ab An­fang Ok­to­ber 2007 er­bracht wer­den kön­nen.

Der ur­sprüng­li­che Ge­setz­ent­wurf, über den wir be­reits be­rich­te­ten, wur­de ab­ge­se­hen von der op­ti­mis­ti­scher for­mu­lier­ten Ge­set­zes­be­zeich­nung ("Per­spek­ti­ven für Lang­zeit­ar­beits­lo­se mit be­son­de­ren Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen - Job­Per­spek­ti­ve") auf der Grund­la­ge der Emp­feh­lun­gen des Aus­schus­ses für Ar­beit und So­zia­les vom 04.07.2007 im we­sent­li­chen in fol­gen­den Punk­ten ge­än­dert:

Der Be­schäf­ti­gungs­zu­schuss setzt nicht mehr not­wen­dig vor­aus, dass der ge­för­der­te Lang­zeit­ar­beits­lo­se das 25. Le­bens­jahr voll­endet hat. Er muss aber je­den­falls 18 Jah­re alt sein. Die üb­ri­gen För­de­rungs­be­din­gun­gen blei­ben gleich:

Der Ge­för­der­te

Nach dem Ent­wurf konn­te die För­de­rung im An­schluss an die re­gu­lä­re För­de­rungs­dau­er von 24 Mo­na­ten wie­der­holt, d.h. für wei­te­re 24 Mo­na­te, er­bracht wer­den, wenn die Chan­cen des ge­för­der­ten Ar­beit­neh­mers nach wie vor so schlecht sind, dass ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit auf dem all­ge­mei­nen Ar­beits­markt oh­ne die För­de­rung vor­aus­sicht­lich in­ner­halb der nächs­ten 24 Mo­na­te nicht mög­lich ist.

Die Dis­kus­si­on hier­über hat­te er­ge­ben, dass die Mög­lich­keit der suk­zes­si­ven För­de­run­gen im 24-Mo­nats-Rhyth­mus letzt­lich auf ei­ne dau­ern­de För­de­rung hin­aus­läuft. Dies wird nun­mehr in § 16a Abs.4 Nr.1 SGB II aus­drück­lich an­er­kannt, in­dem die För­de­rung nach Ab­lauf von 24 Mo­na­ten bei gleich­blei­ben­den Um­stän­den "an­schlie­ßend oh­ne zeit­li­che Un­ter­bre­chung un­be­fris­tet" er­bracht wer­den soll.

Wie bis­her be­trägt der Be­schäf­ti­gungs­zu­schuss im Höchst­fall 75 Pro­zent des üb­li­chen Ar­beits­ent­gelts in­klu­si­ve des Ar­beit­ge­ber­an­teils am So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag.

Wäh­rend al­ler­dings im Ent­wurf vor­ge­se­hen war, dass die nach 24 Mo­na­ten wei­ter­ge­führ­te An­schluss­för­de­rung in der Re­gel um zehn Pro­zent­punk­te ge­gen­über der bis­he­ri­gen För­de­rungs­hö­he zu ver­min­dern ist, heißt es nun­mehr in § 16a Abs.5 SGB II, dass der Be­schäf­ti­gungs­zu­schuss bei ei­ner (un­be­fris­te­ten) Fort­füh­rung der För­de­rung um "bis zu" 10 Pro­zent­punk­te ver­min­dert wer­den "kann", so­weit die Leis­tungs­fä­hig­keit des Hil­fe­be­dürf­ti­gen zu­ge­nom­men hat und sich die Ver­mitt­lungs­hemm­nis­se ver­rin­gert ha­ben. Die Kür­zung der För­de­rung um 10 Pro­zent­punk­te bei ei­ner Wei­ter­för­de­rung nach der ers­ten be­fris­te­ten För­der­pha­se wird da­mit zu ei­ner Er­mes­sens­vor­schrift.

An­ders als an­de­re Lohn­zu­schüs­se der Ar­beits­ver­wal­tung zielt der zum 01.10.2007 ein­ge­führ­te Be­schäf­ti­gungs­zu­schuss nicht dar­auf ab, dass die fi­nan­zi­ell ge­för­der­ten Ar­beits­ver­hält­nis­se dau­er­haft be­ste­hen blei­ben, d.h. im bes­ten Fall auch nach Aus­lau­fen der För­de­rung noch wei­ter auf­recht er­hal­ten wer­den.

Viel­mehr sieht das Ge­setz um­ge­kehrt vor, dass der Ar­beit­ge­ber das ge­för­der­te Ar­beits­ver­hält­nis zu dem Zeit­punkt kün­di­gen kann, in dem die För­de­rung aus­läuft (§ 16a Abs.8 Nr.2 SGB II). Da­zu passt, dass die För­de­rung nach Ab­lauf der ers­ten 24monatigen För­der­pha­se oh­ne zeit­li­che Un­ter­bre­chung un­be­fris­tet wei­ter­ge­führt wer­den kann, wo­bei die Kür­zung der För­de­rungs­hö­he ei­ne blo­ße Kann-Be­stim­mung ist.

Das Ge­setz geht da­her er­sicht­lich da­von aus, dass die Hil­fe­be­dürf­ti­gen dau­er­haft ge­för­dert wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 13. September 2016

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