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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Befristung: Schriftform
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 7 AZR 1048/06
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 16.04.2008
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Reutlingen, Urteil vom 23.02.2006, 2 Ca 305/05
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 6. November 2006, 4 Sa 28/06
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

7 AZR 1048/06
4 Sa 28/06
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ba­den-Würt­tem­berg

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

16. April 2008

UR­TEIL

Schie­ge, Ur­kunds­be­am­ter

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf Grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 16. April 2008 durch den Vi­ze­präsi­den­ten des Bun­des­ar­beits­ge­richts Dörner, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, den Rich­ter
 


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am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Koch so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Spie und Vor­bau für Recht er­kannt:

Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 6. No­vem­ber 2006 - 4 Sa 28/06 - wird zurück­ge­wie­sen.

Der Kläger hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob ihr Ar­beits­verhält­nis auf Grund Be­fris­tung am 30. Ju­ni 2005 ge­en­det hat.

Der Kläger war nach Be­en­di­gung sei­ner Aus­bil­dung bei der Be­klag­ten als In­dus­trie­me­cha­ni­ker zunächst auf Grund zwei­er be­fris­te­ter Ar­beits­verträge bis zum 31. Ja­nu­ar 2004 bzw. 31. De­zem­ber 2004 als Fach­ar­bei­ter in de­ren Werk R beschäftigt. En­de No­vem­ber 2004 in­for­mier­te der zuständi­ge Meis­ter den Kläger darüber, dass ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung auf sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beits­platz nicht in Be­tracht kom­me. Der Per­so­nal­re­fe­rent der Be­klag­ten, Herr F, äußer­te ge­genüber dem Kläger, dass ei­ne be­fris­te­te Wei­ter­beschäfti­gungsmöglich­keit auf ei­nem an­de­ren Ar­beits­platz in der Werk­statt 078410 möglich sei. Herr F und der Kläger ver­ein­bar­ten, dass sich der Kläger bei dem zu-ständi­gen Meis­ter vor­stel­len sol­le. Der Kläger nahm den Vor­stel­lungs­ter­min ab­spra­che­gemäß wahr.


Un­ter dem 6. De­zem­ber 2004 er­stell­te Herr F ei­nen Ar­beits­ver­trag in Form ei­nes An­schrei­bens an den Kläger. Der Ar­beits­ver­trag lau­tet aus­zugs­wei­se wie folgt:


„Wir stel­len Sie als Pro­duk­ti­ons­fach­ar­bei­ter für un­ser R Werk in der Werk­statt 078410 ein. Das Ar­beits­verhält­nis be­ginnt am 01. Ja­nu­ar 2005 und en­det am 30. Ju­ni 2005, oh­ne dass es ei­ner Kündi­gung be­darf.


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Die Ein­stel­lung er­folgt be­fris­tet nach § 14 Abs. 1 Teil­zeit-und Be­fris­tungs­ge­setz, auf­grund des Be­su­ches der Tech­ni­ker­schu­le ei­ner un­se­rer Mit­ar­bei­ter (Per­so­nal­num­mer: 6194906).


...

Die­sen Ver­trag er­hal­ten Sie in dop­pel­ter Aus­fer­ti­gung. Schi­cken Sie uns bit­te die Ko­pie möglichst bald un­ter­schrie­ben zurück.“

Die Be­klag­te über­sand­te dem Kläger den von ihr be­reits un­ter­zeich­ne­ten Ar­beits­ver­trag in zwei­fa­cher Aus­fer­ti­gung, wo­bei der Zu­gangs­zeit­punkt des An­schrei­bens zwi­schen den Par­tei­en strei­tig ist.

Zu ei­nem nicht näher be­kann­ten Zeit­punkt im De­zem­ber 2004 er­hielt der Kläger von ei­ner Mit­ar­bei­te­rin der Per­so­nal­ab­tei­lung die Mit­tei­lung, dass er sei­ne Ar­beit am 4. Ja­nu­ar 2005 um 14.00 Uhr an­tre­ten sol­le. An die­sem Tag überg­ab der Kläger kurz nach der Auf­nah­me der Ar­beit ein von ihm un­ter­zeich­ne­tes Ex­em­plar des Ar­beits­ver­trags ei­nem Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten.

Mit sei­ner am 21. Ju­li 2005 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat der Kläger die Un­wirk­sam­keit der zum 30. Ju­ni 2005 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung gel­tend ge­macht und ge­meint, das Schrift­for­mer­for­der­nis des § 14 Abs. 4 Tz­B­fG sei nicht ge­wahrt. Er hat be­haup­tet, das An­schrei­ben der Be­klag­ten mit dem Ar­beits­ver­trag am 4. Ja­nu­ar 2005 sei­nem Brief­kas­ten ent­nom­men und die­sen erst nach Schicht­be­ginn un­ter­zeich­net zu ha­ben.

Der Kläger hat be­an­tragt,

1. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en auf Grund Be­fris­tung nicht be­en­det ist und über dem 30. Ju­ni 2005 un­be­fris­tet fort­be­steht,

2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, den Kläger bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Ver­fah­rens zu un­veränder­ten ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen als Me­cha­ni­ker wei­ter­zu­beschäfti­gen.

Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt. 



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Bei­de Vor­in­stan­zen ha­ben die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­ne Anträge wei­ter, während die Be­klag­te die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on be­an­tragt.


Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on des Klägers ist nicht be­gründet. Die Vor­in­stan­zen ha­ben die Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge zu Recht ab­ge­wie­sen. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en hat auf Grund der in dem schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag vom 6. De­zem­ber 2004/4. Ja­nu­ar 2005 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung mit Ab­lauf des 30. Ju­ni 2005 ge­en­det. Die Be­fris­tung ist nicht nach § 14 Abs. 4 Tz­B­fG, § 125 Satz 1 BGB nich­tig. Als der Kläger ein Ex­em­plar des zu­vor von Ver­tre­tern der Be­klag­ten un­ter­schrie­be­nen Ar­beits­ver­trags un­ter­zeich­net hat, ha­ben die Par­tei­en nicht nur ei­ne zu­vor münd­lich und da­mit form­nich­tig ver­ein­bar­te Be­fris­tung schrift­lich nie­der­ge­legt, son­dern ei­ne ei­genständi­ge Be­fris­tungs­ab­re­de ge­trof­fen. An­de­re Un­wirk­sam­keits­gründe hat der Kläger in der Re­vi­si­ons­in­stanz nicht mehr gel­tend ge­macht. Der zu 2. ge­stell­te Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag fällt dem Se­nat nicht zur Ent­schei­dung an.

I. Die zum 30. Ju­ni 2005 ver­ein­bar­te Be­fris­tung ist nicht nach § 14 Abs. 4 Tz­B­fG, § 125 Satz 1 BGB nich­tig.

1. Nach § 125 Satz 1 BGB ist ei­ne Be­fris­tungs­ab­re­de, die dem ge­setz­lich nor­mier­ten Schrift­for­mer­for­der­nis nicht genügt, nich­tig mit der Fol­ge, dass der Ar­beits­ver­trag nach § 16 Satz 1 Tz­B­fG als auf un­be­stimm­te Zeit ge­schlos­sen gilt. Ver­ein­ba­ren die Par­tei­en vor Ver­trags­be­ginn zunächst nur münd­lich die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags und hal­ten sie die münd­lich ge­trof­fe­ne Be­fris­tungs­ab­re­de in ei­nem nach Ver­trags­be­ginn un­ter­zeich­ne­ten Ar­beits­ver­trag schrift­lich fest, ist die zunächst münd­lich ver­ein­bar­te Be­fris­tung nach § 14 Abs. 4 Tz­B­fG, § 125 Satz 1 BGB nich­tig, so dass bei Ver­trags­be­ginn ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis ent­steht. Die späte­re schrift­li­che Nie­der­le­gung der zunächst nur münd­lich ver­ein­bar­ten Be­fris­tung führt nicht da­zu, dass die zu-

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nächst form­nich­ti­ge Be­fris­tung rück­wir­kend wirk­sam wird (vgl. hier­zu ausführ­lich BAG 16. März 2005 - 7 AZR 289/04 - BA­GE 114, 146 = AP Tz­B­fG § 14 Nr. 16 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 17, zu I 2 der Gründe; 1. De­zem­ber 2004 - 7 AZR 198/04 - BA­GE 113, 75 = AP Tz­B­fG § 14 Nr. 15 = EzA BGB 2002 § 623 Nr. 3, zu B I 4 a und b der Gründe). Da­durch kann al­len­falls das bei Ver­trags­be­ginn nach § 16 Satz 1 Tz­B­fG ent­stan­de­ne un­be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis nachträglich be­fris­tet wer­den, was bei Vor­lie­gen ei­nes die Be­fris­tung recht­fer­ti­gen­den sach­li­chen Grun­des zulässig ist (BAG 1. De­zem­ber 2004 - 7 AZR 198/04 - aaO, zu B I 4 b der Gründe). Hier­zu sind al­ler­dings auf die Her­beiführung die­ser Rechts­fol­ge ge­rich­te­te Wil­lens­erklärun­gen der Par­tei­en er­for­der­lich. Dar­an fehlt es in der Re­gel, wenn die Par­tei­en nach Ver­trags­be­ginn le­dig­lich ei­ne be­reits zu­vor münd­lich ver­ein­bar­te Be­fris­tung in ei­nem schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag nie­der­le­gen. Da­durch wol­len sie im All­ge­mei­nen nur das zu­vor Ver­ein­bar­te schrift­lich fest­hal­ten und kei­ne ei­genständi­ge rechts­ge­stal­ten­de Re­ge­lung tref­fen (BAG 1. De­zem­ber 2004 - 7 AZR 198/04 - aaO). An­ders verhält es sich, wenn die Par­tei­en vor Ver­trags­be­ginn und vor Un­ter­zeich­nung des schrift­li­chen Ar­beits­ver­trags münd­lich kei­ne Be­fris­tung ver­ein­bart ha­ben oder wenn sie ei­ne münd­li­che Be­fris­tungs­ab­re­de ge­trof­fen ha­ben, die in­halt­lich mit der in dem später un­ter­zeich­ne­ten schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag ent­hal­te­nen Be­fris­tung nicht übe­rein­stimmt. In die­sem Fall wird in dem schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag nicht le­dig­lich ei­ne zu­vor ver­ein­bar­te münd­li­che Be­fris­tung schrift­lich nie­der­ge­legt, son­dern ei­ne da­von ab­wei­chen­de und da­mit ei­genständi­ge Be­fris­tungs­ab­re­de ge­trof­fen, durch die das zunächst bei Ver­trags­be­ginn un­be­fris­tet ent­stan­de­ne Ar­beits­verhält­nis nachträglich be­fris­tet wird. Ent­spricht die Ver­trags­ur­kun­de den Vor­aus­set­zun­gen des § 126 BGB, ist die Be­fris­tung nicht we­gen ei­nes Ver­s­toßes ge­gen das Schrift­for­mer­for­der­nis des § 14 Abs. 4 Tz­B­fG un­wirk­sam (BAG 13. Ju­ni 2007 - 7 AZR 700/06 - Rn. 18, AP Tz­B­fG § 14 Nr. 39 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 40).


2. Die Rechts­la­ge ist wie­der­um an­ders zu be­ur­tei­len, wenn der Ar­beit­ge­ber den Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags von der Un­ter­zeich­nung der Ver­trags­ur­kun­de durch den Ar­beit­neh­mer abhängig ge­macht hat. Ein ihm ge­genüber bis zur Ar­beits­auf­nah­me ab­ge­ge­be­nes schrift­li­ches Ver­trags­an­ge­bot
 


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kann der Ar­beit­neh­mer nur durch ei­ne den An­for­de­run­gen des § 126 Abs. 2 BGB genügen­de An­nah­me­erklärung an­neh­men.

Hat der Ar­beit­ge­ber in den Ver­trags­ver­hand­lun­gen der Par­tei­en den Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags aus­drück­lich un­ter den Vor­be­halt ei­nes schrift­li­chen Ver­trags­schlus­ses ge­stellt oder dem Ar­beit­neh­mer die schrift­li­che Nie­der­le­gung des Ver­ein­bar­ten an­gekündigt, so ist die­se Erklärung oh­ne Hin­zu­tre­ten von außer­gewöhn­li­chen Umständen nach dem maßgeb­li­chen Empfänger­ho­ri­zont (§§ 133, 157 BGB) da­hin­ge­hend zu ver­ste­hen, dass der Ar­beit­ge­ber dem sich aus § 14 Abs. 4 Tz­B­fG er­ge­ben­den Schrift­form­ge­bot ent­spre­chen will und sei­ne auf den Ver­trags­schluss ge­rich­te­te Erklärung nur durch ei­ne die Form des § 126 Abs. 2 BGB genügen­de Un­ter­zeich­nung der Ver­trags­ur­kun­de(n) an­ge­nom­men wer­den kann. Dies gilt glei­cher­maßen, wenn der Ar­beit­ge­ber dem Ar­beit­neh­mer - oh­ne vor­an­ge­gan­ge­ne Ab­spra­che - ein von ihm be­reits un­ter­schrie­be­nes Ver­trags­for­mu­lar mit der Bit­te um Un­ter­zeich­nung über­sen­det. Auch in die­sen Fällen macht der Ar­beit­ge­ber hin­rei­chend deut­lich, dass der Ver­trag nur bei Wah­rung des Schrift­for­mer­for­der­nis­ses des § 14 Abs. 4 Tz­B­fG zu­stan­de kom­men soll. Der Ar­beit­neh­mer kann in die­sen und an­de­ren Fällen, in de­nen der Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags nach den Ver­trags­umständen von der Ein­hal­tung des Schrift­for­mer­for­der­nis­ses abhängen soll, ein ihm vor­lie­gen­des schrift­li­ches Ver­trags­an­ge­bot des Ar­beit­ge­bers nicht durch die Ar­beits­auf­nah­me kon­klu­dent, son­dern nur durch die Un­ter­zeich­nung der Ver­trags­ur­kun­de an­neh­men. Nimmt der Ar­beit­neh­mer vor die­sem Zeit­punkt die Ar­beit auf, be­steht zwi­schen den Par­tei­en nur ein fak­ti­sches Ar­beits­verhält­nis, weil es an der Ab­ga­be der zum Ver­trags­schluss er­for­der­li­chen übe­rein­stim­men­den Wil­lens­erklärun­gen fehlt. Da­bei kann da­hin­ste­hen, ob die Ar­beits­auf­nah­me des Ar­beit­neh­mers als ein kon­klu­den­tes An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags zu den zu­vor ver­ein­bar­ten Be­din­gun­gen an­ge­se­hen wer­den kann. Hat der Ar­beit­ge­ber durch sein vor der Ar­beits­auf­nah­me lie­gen­des Ver­hal­ten ver­deut­licht, dass er den Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags von der Ein­hal­tung des Schrift­form­ge­bots des § 14 Abs. 4 Tz­B­fG abhängig ma­chen will, liegt in der bloßen Ent­ge­gen­nah­me der Ar­beits­leis­tung des Ar­beit­neh­mers re­gelmäßig kei­ne


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An­nah­me ei­nes ver­meint­li­chen Ver­trags­an­ge­bots des Ar­beit­neh­mers. Der Ar­beit­neh­mer kann das schrift­li­che An­ge­bot des Ar­beit­ge­bers dann noch nach der Ar­beits­auf­nah­me durch die Un­ter­zeich­nung des Ar­beits­ver­trags an­neh­men.

3. Nach die­sen Grundsätzen ist das Schrift­for­mer­for­der­nis des § 14 Abs. 4 Tz­B­fG im Streit­fall ge­wahrt. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts lag ei­ne von bei­den Par­tei­en un­ter­zeich­ne­te und da­mit den An­for­de­run­gen des § 126 Abs. 2 Satz 1 BGB genügen­de Ur­kun­de über die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2005 bis zum 30. Ju­ni 2005 vor. Es kann da­hin­ste­hen, zu wel­chem Zeit­punkt der Kläger den be­reits von der Be­klag­ten un­ter­zeich­ne­ten Ar­beits­ver­trag un­ter­schrie­ben hat. Selbst wenn dies erst nach der Ar­beits­auf­nah­me am 4. Ja­nu­ar 2005 er­folgt sein soll­te, wäre die Be­fris­tung nicht nach § 14 Abs. 4 Tz­B­fG, § 125 Satz 1 BGB un­wirk­sam. Die Par­tei­en ha­ben in dem schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag nicht nur ei­ne zu­vor münd­lich und da­mit form­nich­tig ver­ein­bart Be­fris­tung schrift­lich nie­der­ge­legt, son­dern ei­ne ei­genständi­ge Be­fris­tungs­ab­re­de ge­trof­fen. Nach den vom Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­trof­fe­nen Fest­stel­lun­gen ha­ben die Par­tei­en vor der Un­ter­zeich­nung des Ar­beits­ver­trags am 4. Ja­nu­ar 2005 kei­ne münd­li­che Be­fris­tungs­ab­re­de zum 30. Ju­ni 2005 ver­ein­bart.

a) Der Kläger hat die An­nah­me des Lan­des­ar­beits­ge­richts, zwi­schen den Par­tei­en sei in dem zwi­schen Herrn F und dem Kläger geführ­ten Gespräch kei­ne Ei­ni­gung über ei­ne bis zum 30. Ju­ni 2005 be­fris­te­te Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses er­zielt wor­den, in der Re­vi­si­ons­in­stanz nicht mehr in Fra­ge ge­stellt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat auch in re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den­der Wei­se die Auf­for­de­rung zur Ar­beits­auf­nah­me durch die Mit­ar­bei­te­rin von Herrn F nicht als An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags gewürdigt. Ei­ne hier­ge­gen ge­rich­te­te Re­vi­si­onsrüge hat der Kläger nicht er­ho­ben.

b) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist zu­tref­fend da­von aus­ge­gan­gen, dass der Kläger nicht durch die Ar­beits­auf­nah­me am 4. Ja­nu­ar 2005 kon­klu­dent das in dem An­schrei­ben der Be­klag­te vom 6. De­zem­ber 2004 lie­gen­de An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags an­ge­nom­men hat. Dies folgt zwar

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nicht aus der ent­spre­chen­den An­wen­dung der Aus­le­gungs­re­gel des § 154 Abs. 2 BGB. Da­nach ist bei Ver­ein­ba­rung ei­ner Ver­trags­be­ur­kun­dung im Zwei­fel an­zu­neh­men, dass kei­ne Ver­trags­bin­dung ent­steht, so­lan­ge die Be­ur­kun­dung nicht er­folgt ist. § 154 Abs. 2 BGB ist vor­lie­gend nicht un­mit­tel­bar an­wend­bar, da die Be­fris­tungs­ab­re­de nicht der Be­ur­kun­dung be­darf, son­dern nach § 14 Abs. 4 Tz­B­fG dem Schrift­for­mer­for­der­nis des § 126 Abs. 2 BGB un­ter­liegt. § 154 Abs. 2 BGB ist ent­ge­gen ei­ner im Schrift­tum (Gau­mann FA 2002, 40, 41 ff.) ver­tre­te­nen Auf­fas­sung auch nicht ent­spre­chend auf den Ab­schluss ei­ner Be­fris­tungs­ab­re­de nach dem Tz­B­fG her­an­zu­zie­hen. Hier­ge­gen spricht schon, dass es sich bei § 14 Abs. 4 Tz­B­fG nicht um ein ge­willkürtes, son­dern um ein ge­setz­li­ches Schrift­for­mer­for­der­nis iSd. § 126 BGB han­delt. Der Form­zwang für das Rechts­geschäft be­ruht nicht auf ei­ner Ab­spra­che der Par­tei­en, son­dern auf ei­ner ge­setz­li­chen An­ord­nung. Über die sich aus der Ver­let­zung ei­nes kon­sti­tu­ti­ven ge­setz­li­chen Schrift­for­mer­for­der­nis­ses er­ge­ben­den Rechts­fol­gen können die Ver­trags­par­tei­en re­gelmäßig nicht dis­po­nie­ren (§ 125 Satz 1 BGB). Sch­ließlich be­trifft § 154 Abs. 2 BGB die Be­ur­kun­dung des ge­sam­ten Ver­trags, während sich das Schrift­form­ge­bot des § 14 Abs. 4 Tz­B­fG nicht auf den ge­sam­ten Ar­beits­ver­trag, son­dern nur auf die Ver­ein­ba­rung sei­ner zeit­lich be­grenz­ten Dau­er er­streckt.


c) Die Be­klag­te hat ihr An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags aber von der Un­ter­zeich­nung des schrift­li­chen Ar­beits­ver­trags durch den Kläger abhängig ge­macht. Der Kläger konn­te das An­ge­bot der Be­klag­ten da­her nicht durch sei­ne Ar­beits­auf­nah­me, son­dern nur durch die Un­ter­zeich­nung des be­reits von der Be­klag­ten un­ter­schrie­be­nen Ar­beits­ver­trags an­neh­men.


Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts hat die Be­klag­te dem Kläger mit ih­rem Schrei­ben vom 6. De­zem­ber 2004 ei­nen be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2005 bis zum 30. Ju­ni 2005 an­ge­bo­ten. Die­ses An­ge­bot muss­te der Kläger we­gen der gleich­zei­ti­gen Über­sen­dung des be­reits von der Be­klag­ten un­ter­zeich­ne­ten Ar­beits­ver­trags­ent­wurfs und der im An­schrei­ben geäußer­ten Bit­te um des­sen bal­di­ge Rück­ga­be
 


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da­hin­ge­hend ver­ste­hen, dass die Be­klag­te die An­nah­me ih­res Ver­trags­an­ge­bots an die Un­ter­zeich­nung des Ar­beits­ver­trags durch den Kläger ge­bun­den hat­te. Be­son­de­re Umstände, die im Streit­fall ei­ne an­de­re Aus­le­gung der zum Ver­trags­schluss führen­den Erklärun­gen der Par­tei­en ge­bie­ten würden, hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht fest­ge­stellt. Auch nach sei­ner ein­zel­fall­be­zo­ge­nen Würdi­gung kam es der Be­klag­ten auf die Un­ter­zeich­nung des über­sand­ten Ar­beits­ver­trags­ent­wurfs durch den Kläger vor sei­nem Ar­beits­an­tritt an. Die Re­vi­si­on hat die­se An­nah­me zwar in Zwei­fel ge­zo­gen, da­bei aber kei­nen re­vi­si­ons­recht­lich er­heb­li­chen Rechts­feh­ler des Be­ru­fungs­ge­richts auf­ge­zeigt. Es ver­letzt nicht Denk­ge­set­ze, wenn das Lan­des­ar­beits­ge­richt aus der Bit­te der Be­klag­ten um als­bal­di­ge Rück­ga­be des be­reits von ihr un­ter­zeich­ne­ten Ar­beits­ver­trags­ent­wurfs ge­schlos­sen hat, dass es der Be­klag­ten da­bei um die Ein­hal­tung der Schrift­form vor der Ar­beits­auf­nah­me des Klägers ging. Viel­mehr ist sein Aus­le­gungs­er­geb­nis nach dem maßgeb­li­chen Empfänger­ho­ri­zont we­gen der sich für den Ar­beit­ge­ber aus der Miss­ach­tung des Schrift­for­mer­for­der­nis­ses des § 14 Abs. 4 Tz­B­fG er­ge­ben­den Rechts­fol­gen na­he­lie­gend. Da­nach konn­te der Kläger das An­ge­bot der Be­klag­ten nicht durch die Auf­nah­me der ihm zu­ge­wie­se­nen Ar­beit an­neh­men, son­dern nur durch die Un­ter­zeich­nung der Ver­trags­ur­kun­de.


d) In der Auf­for­de­rung zum Ar­beits­an­tritt durch die Per­so­nal­sach­be­ar­bei­te­rin im De­zem­ber 2004 lag auch kein er­neu­tes An­ge­bot der Be­klag­ten zum Ab­schluss ei­nes bis zum 30. Ju­ni 2005 be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags. Der vom Kläger in der Re­vi­si­ons­be­gründung ge­hal­te­ne Vor­trag, die Mit­ar­bei­te­rin von Herrn F ha­be ihm ge­genüber als Erklärungs­bo­tin ein ei­genständi­ges münd­li­ches An­ge­bot zum Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags des hier­zu be­vollmäch­tig­ten Per­so­nal­lei­ters über­mit­telt, das er durch die Ar­beits­auf­nah­me am 4. Ja­nu­ar 2005 an­ge­nom­men ha­be, ist als neu­es Vor­brin­gen in der Re­vi­si­ons­in­stanz nicht berück­sich­ti­gungsfähig und über­dies sub­stanz­los.


II. Der Kläger hat in der Re­vi­si­ons­in­stanz wie be­reits in der Be­ru­fungs­in­stanz nicht in Fra­ge ge­stellt, dass die Be­fris­tung bis zum 30. Ju­ni 2005 durch
 


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den in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG ent­hal­te­nen Sach­grund der Ver­tre­tung ge­recht­fer­tigt ist.

III. Der auf Wei­ter­beschäfti­gung ge­rich­te­te Hilfs­an­trag zu 2. fällt dem Se­nat nicht zur Ent­schei­dung an. Er ist für den Fall des Ob­sie­gens mit dem Kla­ge­an­trag zu 1. ge­stellt. Die­se in­ner­pro­zes­sua­le Be­din­gung tritt nicht ein.

IV. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.

Dörner 

Gräfl 

Koch

Spie 

Vor­bau

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