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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: AGG
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 3 AZR 20/07
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 14.01.2009
   
Leit­sätze:

Ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner sind in der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung hin­sicht­lich der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung Ehe­gat­ten gleich­zu­stel­len, so­weit am 1. Ja­nu­ar 2005 zwi­schen dem Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten und dem Ver­sor­gungs­schuld­ner noch ein Rechts­verhält­nis be­stand.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Bonn, Landesarbeitsgericht Köln
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


3 AZR 20/07
7 Sa 139/06
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Köln

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

14. Ja­nu­ar 2009

UR­TEIL

Kauf­hold, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Drit­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 14. Ja­nu­ar 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Rei­ne­cke, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Krem­hel­mer und Dr. Zwan­zi­ger so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Ober­ho­fer und Stem­mer für Recht er­kannt:
 


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1. Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln vom 19. Ju­li 2006 - 7 Sa 139/06 - wird zurück­ge­wie­sen.


2. Der Kläger hat die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob dem Kläger als ein­ge­tra­ge­nem Le­bens­part­ner des früher bei der Be­klag­ten beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers S ei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung zu­steht.


Der Kläger leb­te seit dem Jahr 1977 mit Herrn S bis zu des­sen Tod zu­sam­men. Bei­de be­gründe­ten mit­ein­an­der am 2. Au­gust 2001 ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner­schaft. Herr S wur­de am 1. De­zem­ber 1947 ge­bo­ren und ver­starb am 25. Au­gust 2001. Er war vom 1. Ja­nu­ar 1973 bis 12. No­vem­ber 1999 bei der Be­klag­ten beschäftigt. Der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung bei der Be­klag­ten lag schon während die­ser Zeit der Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­trag der Deut­schen Wel­le zu­grun­de (hier­nach: Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­trag). Des­sen § 13 sieht ua. vor:


Wit­wen- und Wit­wer­ren­te
(1) Der über­le­ben­de Ehe­gat­te des Be­rech­tig­ten erhält, wenn die Ehe bis zum To­de des Be­rech­tig­ten be­stan­den hat, ei­ne Wit­wen- oder Wit­wer­ren­te, falls der Be­rech­tig­te im Zeit­punkt sei­nes To­des Al­ters­ren­te oder Ren­te we­gen ver­min­der­ter Er­werbsfähig­keit er­hal­ten hat oder zu be­an­spru­chen ge­habt hätte.“


Der Kläger be­gehrt die Zah­lung ei­ner Wit­wer­ren­te in un­strei­ti­ger Höhe von 197,29 Eu­ro für die Zeit ab Sep­tem­ber 2001. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, ihm ste­he die im Ta­rif­ver­trag vor­ge­se­he­ne Wit­wer­ver­sor­gung zu. Das
 


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er­ge­be sich aus ei­ner ergänzen­den Aus­le­gung des Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­tra­ges, je­den­falls aber aus Gleich­be­hand­lungs­ge­sichts­punk­ten un­ter Berück­sich­ti­gung eu­ro­pa­recht­li­cher Vor­ga­ben.

Der Kläger hat zu­letzt sinn­gemäß be­an­tragt, 


die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn für die Zeit ab Sep­tem­ber 2001, hilfs­wei­se seit Ja­nu­ar 2005 Wit­wer­ren­te iHv. 197,29 Eu­ro mo­nat­lich zu zah­len.


Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, Ansprüche auf Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung hätte der Kläger nicht.


Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Die da­ge­gen ge­rich­te­te Be­ru­fung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­nen zu­letzt ge­stell­ten An­trag wei­ter. Die Be­klag­te be­gehrt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.

Ent­schei­dungs­gründe


Die Re­vi­si­on ist nicht be­gründet. Die Kla­ge ist zulässig, der ein­heit­lich zu ver­ste­hen­de An­trag aber un­be­gründet.

A. Ge­gen die Zulässig­keit der Kla­ge be­ste­hen kei­ne durch­grei­fen­den Be­den­ken: Der Kläger hat für die von ihm ver­lang­ten mo­nat­li­chen Zah­lun­gen kei­nen Fällig­keits­ter­min ge­nannt, be­gehrt je­doch er­sicht­lich Zah­lung nach Ab­lauf des Ka­len­der­mo­nats. Da­mit ist der An­trag be­stimmt ge­nug (§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO). So­weit sich da­nach die Kla­ge auf künf­ti­ge Zeiträume rich­tet, ist sie le­dig­lich an den Ein­tritt ei­nes Ka­len­der­ta­ges ge­knüpft und nicht von ei­ner Ge­gen­leis­tung abhängig. Dies ist nach §§ 257, 258 ZPO zulässig. Aus dem Vor­trag des Klägers er­gibt sich, dass er künf­ti­ge Leis­tun­gen be­grenzt auf sei­ne Le­bens­dau­er ver­langt.
 


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B. Die Kla­ge ist nicht be­gründet. Da­bei ist ent­spre­chend den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts und mit den Par­tei­en da­von aus­zu­ge­hen, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Be­klag­ten mit dem ver­stor­be­nen Le­bens­part­ner des Klägers der Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­trag an­zu­wen­den war. Dem Kläger ste­hen die von ihm gel­tend ge­mach­ten Ansprüche den­noch nicht zu. Ei­ne - ergänzen­de - Aus­le­gung des Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­tra­ges zu sei­nen Guns­ten kommt nicht in Be­tracht. Im vor­lie­gen­den Fall er­ge­ben sich Ansprüche zu­dem we­der aus dem AGG noch aus all­ge­mei­nen Grundsätzen der Gleich­be­hand­lung. Wei­ter­ge­hen­de Ansprüche können auch nicht aus dem eu­ropäischen Recht ab­ge­lei­tet wer­den.


I. Der Kläger kann sich nicht auf ei­ne - ergänzen­de - Aus­le­gung des Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­tra­ges stützen.

Nach § 13 des Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­tra­ges wird un­ter den dort ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen ei­ne „Wit­wen- oder Wit­wer­ren­te“ an den „über­le­ben­den Ehe­gat­ten des Be­rech­tig­ten“ ge­zahlt. Vor­aus­set­zung der Hin­ter­blie­be­nen­ren­te ist da­bei nicht, dass der be­rech­tig­te Ar­beit­neh­mer bei Ein­tritt sei­nes To­des schon ei­ne be­trieb­li­che Al­ters­ren­te be­zo­gen hat, viel­mehr er­fasst die For­mu­lie­rung „zu be­an­spru­chen ge­habt hätte“ in § 13 Abs. 1 des Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­tra­ges auch Ren­ten­an­wart­schaf­ten. Dass der ver­stor­be­ne Herr S vor sei­nem Tod bei der Be­klag­ten aus­ge­schie­den ist, steht da­bei ei­nem An­spruch nicht ent­ge­gen, da er be­reits ei­ne un­ver­fall­ba­re Ver­sor­gungs­an­wart­schaft er­wor­ben hat­te (§ 2 Abs. 1 und 5, § 30f Be­trAVG). Darüber be­ste­hen zwi­schen den Par­tei­en auch kei­ne un­ter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen. Die ta­rif­li­che Re­ge­lung nimmt je­doch hin­sicht­lich der An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen auf die Ehe Be­zug, nicht auf ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner­schaft. Bei­de sind zu un­ter­schei­den (vgl. BAG 29. April 2004 - 6 AZR 101/03 - zu 2 b der Gründe mwN, BA­GE 110, 277).

Der Ta­rif­ver­trag ist auch nicht des­halb lücken­haft ge­wor­den und ergänzend aus­zu­le­gen, weil während sei­ner Lauf­zeit mit Wir­kung vom 1. Au­gust 2001 durch das Le­bens­part­ner­schafts­ge­setz (hier­nach: LPartG) das Rechts­in­sti­tut der ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft ein­geführt wur­de (Art. 1, 5 des


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Ge­set­zes zur Be­en­di­gung der Dis­kri­mi­nie­rung gleich­ge­schlecht­li­cher Ge­mein­schaf­ten: Le­bens­part­ner­schaf­ten vom 16. Fe­bru­ar 2001, BGBl. I S. 266). Ei­ne ergänzen­de Ta­rif­aus­le­gung schei­det aus. Hier hat­ten die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en nicht das Ziel, um­fas­send für den ge­sam­ten als Hin­ter­blie­be­ne in Be­tracht kom­men­den Per­so­nen­kreis ei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung si­cher­zu­stel­len. Sie woll­ten er­kenn­bar nur ei­ne Vor­schrift für die tatsächlich ge­re­gel­ten Fälle, ua. für den Fall der Ehe, schaf­fen (an­ders für den Orts­zu­schlag nach dem BAT: BAG 29. April 2004 - 6 AZR 101/03 - BA­GE 110, 277).

II. Bei der hier vor­lie­gen­den Fall­ge­stal­tung folgt der An­spruch des Klägers auch nicht aus dem AGG.

1. Al­ler­dings ge­bie­tet die­ses Ge­setz die Gleich­stel­lung von Ehe­gat­ten und Part­nern ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft hin­sicht­lich der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung bei be­trieb­li­cher Al­ters­ver­sor­gung.

a) § 2 Abs. 2 Satz 2 AGG steht nicht ent­ge­gen. Er enthält kei­ne „Be­reichs­aus­nah­me“ für die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung, son­dern le­dig­lich ei­ne Kol­li­si­ons­re­gel: Wenn und so­weit das Be­triebs­ren­ten­ge­setz be­stimm­te Un­ter­schei­dun­gen enthält, die ei­nen Be­zug zu den in § 1 AGG erwähn­ten Merk­ma­len ha­ben, hat das AGG kei­nen Vor­rang, son­dern es ver­bleibt bei den Re­ge­lun­gen im Be­triebs­ren­ten­ge­setz (BAG 11. De­zem­ber 2007 - 3 AZR 249/06 - zu II 1 a der Gründe, AP AGG § 2 Nr. 1 = EzA AGG § 2 Nr. 1). Ei­ne sol­che Fall­ge­stal­tung liegt hier nicht vor. „Hin­ter­blie­be­ne“ im Sin­ne des Be­triebs­ren­ten­ge­set­zes können je­den­falls sol­che Per­so­nen sein, die nach dem Recht der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung als Be­rech­tig­te ei­ner „Ren­te we­gen To­des“ in Be­tracht kom­men (vgl. BAG 18. No­vem­ber 2008 - 3 AZR 277/07 - zu B I 2 a der Gründe). Da­her fal­len ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner schon des­halb un­ter den Hin­ter­blie­be­nen­be­griff, weil sie nach § 46 Abs. 4 SGB VI in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung Ehe­gat­ten gleich­ge­stellt sind. Der Se­nat kann des­halb of­fen­las­sen, ob ei­ne über das Recht der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung hin­aus­ge­hen­de Er­wei­te­rung des Krei­ses der Hin­ter­blie­be­nen im Sin­ne des Be­trAVG über­haupt in Be­tracht kommt (eben­so be­reits BAG 18. No­vem­ber 2008 - 3 AZR 277/07 - aaO).
 


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b) Ei­ne eu­ro­pa­rechts­kon­for­me Aus­le­gung des AGG er­gibt, dass ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­nern in der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung im sel­ben Um­fan­ge wie Ehe­gat­ten ei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung zu­steht.

aa) Das AGG er­ging als Art. 1 des Ge­set­zes zur Um­set­zung eu­ropäischer Richt­li­ni­en zur Ver­wirk­li­chung des Grund­sat­zes der Gleich­be­hand­lung (vom 14. Au­gust 2006, BGBl. I S. 1897). Ent­spre­chend sei­nem Ti­tel und nach dem Wil­len des his­to­ri­schen Ge­setz­ge­bers (BT-Drucks. 16/1780 S. 23) soll es der Um­set­zung der EG-Richt­li­ni­en die­nen, die die Gleich­be­hand­lung re­geln. Da­zu gehört auch die Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf (ABl. EG Nr. L 303 vom 2. De­zem­ber 2000, S. 16; hier­nach: Rah­men­richt­li­nie). Die­se Richt­li­nie soll nach ih­rem Art. 1 ei­nen all­ge­mei­nen Rah­men zur Bekämp­fung der Dis­kri­mi­nie­rung ua. we­gen der se­xu­el­len Aus­rich­tung bzw., wie es in § 1 AGG heißt, se­xu­el­len Iden­tität schaf­fen. Das AGG ist des­halb in Übe­rein­stim­mung mit der Richt­li­nie aus­zu­le­gen. Das ent­spricht dem EG-recht­li­chen Ge­bot der ge­mein­schafts­kon­for­men Aus­le­gung na­tio­na­len Rechts (vgl. da­zu nur EuGH 5. Ok­to­ber 2004 - C-397/01 bis C-403/01 - [Pfeif­fer ua.] Rn. 114, Slg. I 2004, 8835).


bb) Nach der Rah­men­richt­li­nie sind über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner und über­le­ben­de Ehe­gat­ten dann gleich­zu­be­han­deln, wenn sie sich in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on be­fin­den. Das ist auch für die Aus­le­gung des AGG zu­grun­de zu le­gen. Ei­ne Vor­la­ge an den EuGH, den Großen Se­nat des BAG oder den Ge­mein­sa­men Se­nat der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des ist nicht er­for­der­lich.


(1) Die in­so­weit auf­tre­ten­den Rechts­fra­gen hat der Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Ge­mein­schaf­ten mit Ur­teil vom 1. April 2008 (- C-267/06 - [Ma­ru­ko] AP Richt­li­nie 2000/78/EG Nr. 9 = EzA EG-Ver­trag 1999 Richt­li­nie 2000/78 Nr. 4; hier­nach: Ma­ru­ko-Ur­teil) ent­schie­den. Da­nach gilt:


Es liegt ei­ne un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der se­xu­el­len Aus­rich­tung iSv. Art. 2 Abs. 2 Buchst. a der Rah­men­richt­li­nie vor, wenn sich über-
 


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le­ben­de Ehe­gat­ten und über­le­ben­de Le­bens­part­ner ei­nes Ar­beit­neh­mers in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on im Hin­blick auf die Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung be­fin­den, ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­nern im Ge­gen­satz zu Ehe­part­nern aber kei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung zu­steht. Maßgeb­lich für die Ver­gleich­bar­keit ist da­bei, ob die Le­bens­part­ner­schaft nach na­tio­na­lem Recht Per­so­nen glei­chen Ge­schlechts in ei­ne Si­tua­ti­on ver­setzt, die in Be­zug auf die Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung der Si­tua­ti­on von Ehe­gat­ten ver­gleich­bar ist (EuGH 1. April 2008 - C-267/06 - [Ma­ru­ko] Rn. 72 f., aaO). Et­was an­de­res folgt auch nicht aus dem 22. Erwägungs­grund der Rah­men­richt­li­nie, wo­nach die Richt­li­nie die ein­zel­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten über den Fa­mi­li­en­stand und da­von abhängi­ge Leis­tun­gen un­berührt lässt. In­so­weit soll nur klar­ge­stellt wer­den, dass die Richt­li­nie die Zuständig­keit der Mit­glied­staa­ten für fa­mi­li­en­recht­li­che Re­ge­lun­gen nicht berührt, oh­ne je­doch Dis­kri­mi­nie­run­gen zu ermögli­chen, die von der Richt­li­nie ver­bo­ten sind (EuGH 1. April 2008 - C-267/06 - [Ma­ru­ko] Rn. 59, aaO).


Das ist auch für die Aus­le­gung des AGG maßgeb­lich und vom Se­nat sei­ner Ent­schei­dung zu­grun­de zu le­gen.

(2) Es be­darf we­der ei­ner Vor­la­ge an den Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Ge­mein­schaf­ten nach Art. 234 EG noch ei­ner sol­chen an den Großen Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts nach § 45 Abs. 2 ArbGG oder an den Ge­mein­sa­men Se­nat der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des nach § 2 Abs. 1 iVm. § 11 RsprEinhG.

Die EG-recht­li­chen Fra­gen sind auf­grund des Ma­ru­ko-Ur­teils ein­deu­tig zu be­ant­wor­ten, ei­ne Vor­la­ge ist da­her ent­behr­lich (vgl. EuGH 6. Ok­to­ber 1982 - C-283/81 - [Srl CIL­FIT] Slg. I 1982, 3415). Eben­so we­nig be­darf es ei­ner Vor­la­ge an den Großen Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts oder an den Ge­mein­sa­men Se­nat der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des:

Al­ler­dings hat der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts (26. Ok­to­ber 2006 - 6 AZR 307/06 - zu II 5 e der Gründe, AP BGB § 611 Kir­chen­dienst Nr. 49 = EzA BGB 2002 § 611 Kirch­li­che Ar­beit­neh­mer Nr. 9, in­so­weit nicht ab­ge­druckt in BA­GE 120, 55) an­ge­nom­men, die Rah­men­richt-


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li­nie sei so aus­zu­le­gen, dass ei­ne An­knüpfung von Leis­tun­gen an die un­ter­schied­li­chen Fa­mi­li­enstände Ehe und ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner­schaft dem nicht ent­ge­gen­ste­he. Dies wer­de durch die Be­gründungs­erwägung in Nr. 22 klar­ge­stellt. Fer­ner ha­ben so­wohl der Vier­te Zi­vil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs (14. Fe­bru­ar 2007 - IV ZR 267/04 - zu II 3 b bb der Gründe, NJW-RR 2007, 1441) als auch der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts mit Ur­teil vom 25. Ju­li 2007 (- 6 C 27.06 - zu 1 b dd (2) der Gründe, BVerw­GE 129, 129) an­ge­nom­men, bei ei­ner der­ar­ti­gen un­ter­schied­li­chen Be­hand­lung lie­ge al­len-falls ei­ne mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung im Sin­ne der Richt­li­nie vor. Es sei we­gen ei­nes ty­pi­sier­ten ge­rin­ge­ren Ver­sor­gungs­be­darfs von über­le­ben­den Le­bens­part­nern ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft ge­recht­fer­tigt, wenn Ehe-gat­ten und ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner hin­sicht­lich der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung un­ter­schied­lich be­han­delt würden. Der BGH hat fer­ner an­ge­nom­men, Erwägungs­grund 22 die­ser Richt­li­nie bestäti­ge die­se An­nah­me, da ei­ne An­knüpfung nicht an die se­xu­el­le Ori­en­tie­rung, son­dern an den Fa­mi­li­en­stand vor­lie­ge. In glei­cher Wei­se hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt mit Ur­teil vom 26. Ja­nu­ar 2006 (- 2 C 43.04 - BVerw­GE 125, 79) den Erwägungs­grund auf­ge­fasst.


Die­se Ent­schei­dun­gen sind je­doch vor dem klären­den Ma­ru­ko-Ur­teil des EuGH vom 1. April 2008 er­gan­gen, in dem das EG-Recht nun­mehr an­ders aus­ge­legt wur­de. Da­durch sind die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Vor­la­ge an den Großen Se­nat und an den Ge­mein­sa­men Se­nat ent­fal­len. So­wohl die Di­ver­genz­vor­la­ge nach § 45 Abs. 2 ArbGG als auch die Vor­la­ge an den Ge­mein­sa­men Se­nat der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des dient der „Wah­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung“ (so die For­mu­lie­rung in Art. 95 Abs. 3 Satz 1 GG für den Ge­mein­sa­men Se­nat). Die­ser Zweck er­for­dert ei­ne An­ru­fung des Großen Se­nats des Bun­des­ar­beits­ge­richts oder des Ge­mein­sa­men Se­nats nicht, so­weit der EuGH in sei­ner aus dem Vor­la­ge­ver­fah­ren nach Art. 234 EG fol­gen­den Zuständig­keit eu­ro­pa­recht­li­che Fra­gen geklärt hat. Die Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung ist dann be­reits durch die Ent­schei­dung des EuGH gewähr­leis­tet.
 


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Fra­gen na­tio­na­len Rechts, auch sol­che mit eu­ro­pa­recht­li­chem Be­zug, die ei­ne Vor­le­gung er­for­der­lich ma­chen würden, stel­len sich vor­lie­gend nicht. Der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat sich in sei­ner Ent­schei­dung nicht mit der Aus­le­gung des AGG be­fasst, weil es für den dort streit­be­fan­ge­nen Zeit­raum noch nicht in Kraft ge­tre­ten war (26. Ok­to­ber 2006 - 6 AZR 307/06 - zu II 5 c der Gründe, AP BGB § 611 Kir­chen­dienst Nr. 49 = EzA BGB 2002 § 611 Kirch­li­che Ar­beit­neh­mer Nr. 9, in­so­weit nicht ab­ge­druckt in BA­GE 120, 55). Der Vier­te Zi­vil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat in sei­nem Ur­teil (14. Fe­bru­ar 2007 - IV ZR 267/04 - zu II 3 b cc der Gründe, NJW-RR 2007, 1441) an­ge­nom­men, das AGG ge­he nicht über die Richt­li­nie hin­aus. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ist in der ge­nann­ten Ent­schei­dung vom 25. Ju­li 2007 außer­dem da­von aus­ge­gan­gen, es lie­ge al­len­falls ei­ne sach­lich ge­recht­fer­tig­te mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung iSv. § 3 Abs. 2 AGG vor, die ge­recht­fer­tigt sei (- 6 C 27/06 - zu 1 b cc (2) (2.2) der Gründe, BVerw­GE 129, 129). We­der der Bun­des­ge­richts­hof noch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ha­ben ei­nen Rechts­satz da­hin­ge­hend auf­ge­stellt, dass das AGG nicht eu­ro­pa­rechts­kon­form im Sin­ne der Rah­men­richt­li­nie aus­zu­le­gen ist; sie ha­ben viel­mehr die­se Richt­li­nie her­an­ge­zo­gen und das AGG und die Richt­li­nie gleich­ge­rich­tet aus­ge­legt.

Mit Ur­teil vom 15. No­vem­ber 2007 (- 2 C 33/06 - zu 1 c der Gründe, NJW 2008, 868) hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zwar Ausführun­gen zum AGG ge­macht, sich je­doch auf die Re­ge­lung des § 24 AGG gestützt. Nach die­ser Vor­schrift gilt das Ge­setz ua. für Be­am­te nur „un­ter Berück­sich­ti­gung ih­rer be­son­de­ren Rechts­stel­lung“ und nur „ent­spre­chend“. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat an­ge­nom­men, das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz ge­he dem AGG vor. Ei­ne Aus­sa­ge zum Ar­beits­recht ist da­mit nicht ge­trof­fen.

cc) Hin­ter­blie­be­ne Le­bens­part­ner ei­nes Ar­beit­neh­mers be­fin­den sich nach deut­schem Recht in Be­zug auf die Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung in ei­ner Si­tua­ti­on, die mit der Si­tua­ti­on von hin­ter­blie­be­nen Ehe­gat­ten ei­nes Ar­beit­neh­mers ver­gleich­bar ist. Ihr Aus­schluss von der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung stellt des-halb im Rah­men der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung des Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten we­gen der se­xu­el­len Iden­tität (§§ 1,

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3 Abs. 1 Satz 1 AGG) dar, wenn - wie hier - dem über­le­ben­den Ehe­gat­ten ei­nes Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten ei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung zu­ge­sagt ist.


(1) Ei­ne Ver­gleich­bar­keit der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung von Ehe­gat­ten und ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­nern schei­det nicht be­reits des­halb aus, weil nach Art. 6 Abs. 1 GG die Ehe un­ter dem be­son­de­ren Schutz der staat­li­chen Ord­nung steht.

Die­se Ver­fas­sungs­norm ver­wehrt es zwar dem Ge­setz­ge­ber, an­de­re Le­bens­for­men ge­genüber der Ehe zu begüns­ti­gen, enthält je­doch kei­ne Ver­pflich­tung, an­de­re Le­bens­for­men ge­genüber der Ehe zu be­nach­tei­li­gen. Es be­steht kein „Ab­stands­ge­bot“ zwi­schen der Ehe und an­de­ren Le­bens­for­men (BVerfG 17. Ju­li 2002 - 1 BvF 1/01, 1 BvF 2/01 - zu B II 1 c cc der Gründe, BVerfGE 105, 313). Da­mit ist es Sa­che des ein­fa­chen Ge­setz­ge­bers zu be­stim­men, ob und in­wie­weit er zwi­schen der Ehe und der ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft ei­ne ver­gleich­ba­re Si­tua­ti­on schafft.


Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht aus dem Nicht­an­nah­me­be­schluss der Ers­ten Kam­mer des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 20. Sep­tem­ber 2007 (- 2 BvR 855/06 - zu B II 1 b aa der Gründe, NJW 2008, 209). Auch da­nach „bleibt es“ dann, „wenn die Ver­fas­sung selbst ei­ne Un­ter­schei­dung vor­nimmt“, „Sa­che des Ge­setz­ge­bers, wie er die­se Un­ter­schei­dung hand­habt“. Dass in dem Nicht­an­nah­me­be­schluss von ei­nem „Dif­fe­ren­zie­rungs­ge­bot“ die Re­de ist, drückt hin­sicht­lich der Re­ge­lungs­zuständig­keit des ein­fa­chen Ge­setz­ge­bers nichts an­de­res aus.


(2) Der ein­fa­che Ge­setz­ge­ber hat für Ar­beits­verhält­nis­se hin­sicht­lich der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung ei­ne ver­gleich­ba­re La­ge zwi­schen Ehe­gat­ten und ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­nern ge­schaf­fen.


Das ge­schah je­doch nicht be­reits durch das LPartG in der ursprüng­li­chen, am 1. Au­gust 2001 in Kraft ge­tre­te­nen Fas­sung. Al­ler­dings sah be­reits die­ses Ge­setz in § 5 ei­ne Un­ter­halts­pflicht für Le­bens­part­ner un­ter­ein­an­der vor und erklärte in­so­weit die für Ehe­leu­te gel­ten­den Re­ge­lun­gen der §§ 1360a und 1360b BGB für ent­spre­chend an­wend­bar. Das Ge­setz hat­te aber Fra­gen der
 


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Al­ters­ver­sor­gung für ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner nicht zum Ge­gen­stand. Ins­be­son­de­re sah es für den Fall der Auf­he­bung der Le­bens­part­ner­schaft, an­ders als das BGB bei der Ehe­schei­dung (da­zu §§ 1587 ff. BGB), kei­nen Ver­sor­gungs­aus­gleich vor.

Das änder­te sich je­doch durch das Ge­setz zur Übe­r­ar­bei­tung des Le­bens­part­ner­schafts­rechts (vom 15. De­zem­ber 2004, BGBl. I S. 3396; hier­nach: Übe­r­ar­bei­tungs­ge­setz), das nach sei­nem Art. 7 Abs. 1 am 1. Ja­nu­ar 2005 in Kraft trat. Mit dem Ge­setz soll nach dem Wil­len des his­to­ri­schen Ge­setz­ge­bers „das Recht der Le­bens­part­ner­schaft weit­ge­hend an das Recht der Ehe an-ge­gli­chen wer­den“ (BT-Drucks. 15/3445). Im Be­reich der Al­ters­ver­sor­gung ist die­ses Ziel, so­weit es Ar­beit­neh­mer be­trifft, um­fas­send um­ge­setzt wor­den: Die Einführung von § 20 LPartG durch Art. 1 Übe­r­ar­bei­tungs­ge­setz schuf die Vor­aus­set­zun­gen dafür, dass bei Auf­he­bung der Le­bens­part­ner­schaft ein Ver­sor­gungs­aus­gleich nach dem Mo­dell, wie es auch für die Ehe­schei­dung gilt, durch­geführt wird. Durch Art. 3 Übe­r­ar­bei­tungs­ge­setz wur­de das SGB VI ent­spre­chend an­ge­passt und § 46 Abs. 4 SGB VI in das Recht der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ein­gefügt. Da­nach gilt für den An­spruch auf Wit­wen- oder Wit­wer­ren­te als Hei­rat auch die Be­gründung ei­ner Le­bens­part­ner­schaft und als Ehe auch ei­ne Le­bens­part­ner­schaft, als Wit­we und Wit­wer auch ein über­le­ben­der Le­bens­part­ner und als Ehe­gat­te auch ein Le­bens­part­ner. Nun­mehr ist das bei Beschäfti­gung im Sin­ne des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts und da­mit „ins­be­son­de­re in ei­nem Ar­beits­verhält­nis“ (§ 7 Abs. 1 Satz 1 SGB IV) gel­ten­de Ren­ten­recht für Ehe­leu­te und ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner übe­rein­stim­mend ge­re­gelt.

Ei­ne Ände­rung des Be­triebs­ren­ten­ge­set­zes war zur Schaf­fung ei­ner ver­gleich­ba­ren Rechts­la­ge be­zo­gen auf Ar­beit­neh­mer nicht er­for­der­lich. Die­ses Ge­setz macht kei­ne nähe­ren Vor­ga­ben für die Aus­ge­stal­tung von Ver­sor­gungs­zu­sa­gen; es sieht we­der ei­nen An­spruch auf be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung noch ei­nen sol­chen auf Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung vor.


(3) Die­se vom Ge­setz­ge­ber ge­schaf­fe­ne Ver­gleich­bar­keit zwi­schen Ehe und ein­ge­tra­ge­ner Le­bens­part­ner­schaft ist für die Be­ur­tei­lung be­triebs­ren­ten-
 


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recht­li­cher Re­ge­lun­gen zur Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung der maßgeb­li­che An-knüpfungs­punkt.

Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung sind in ers­ter Li­nie Vergütung des be­rech­tig­ten Ar­beit­neh­mers, die er als Ge­gen­leis­tung für die im Ar­beits­verhält­nis zurück­ge­leg­te Be­triebs­zu­gehörig­keit erhält. Der Ar­beit­neh­mer er­wirbt für sich selbst und, falls zu­ge­sagt, zu Guns­ten sei­ner Hin­ter­blie­be­nen Ver­sor­gungs­ansprüche, die im Ver­sor­gungs­fall zu erfüllen sind. Ob sich ein Ar­beit­neh­mer hin­sicht­lich der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­neh­mer in ei­ner ver­gleich­ba­ren La­ge be­fin­det, ist da­nach zu be­ur­tei­len, ob ei­ne un­ter­schied­li­che Vergütungshöhe ge­recht­fer­tigt ist, der Ar­beit­neh­mer al­so ei­ne Kürzung sei­nes Ar­beits­ent­gelts hin­neh­men muss (vgl. BAG 5. Sep­tem­ber 1989 - 3 AZR 575/88 - zu II 1 b der Gründe, BA­GE 62, 345; zu­stim­mend BGH 20. Sep­tem­ber 2006 - IV ZR 304/04 - zu II 3 b der Gründe; BGHZ 169, 122). Maßgeb­lich ist da­bei das Ver­sor­gungs­in­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers, der die Be­triebs­zu­gehörig­keit zurück­ge­legt und die Ar­beits­leis­tung er­bracht hat. Das knüpft an das Näheverhält­nis zwi­schen dem Ar­beit­neh­mer und den durch die Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung begüns­ti­gen Per­so­nen an. Da­bei können sich zwar zu ei­ner Dif­fe­ren­zie­rung be­rech­ti­gen­de Un­ter­schei­dun­gen auch aus ei­ner un­ter­schied­li­chen ge­setz­li­chen Aus­ge­stal­tung die­ses Näheverhält­nis­ses er­ge­ben (vgl. BAG 18. No­vem­ber 2008 - 3 AZR 277/07 - zu B I 2 b der Gründe). Ist die ge­setz­li­che Aus­ge­stal­tung - wie hier - je­doch ge­ra­de nicht un­ter­schied­lich son­dern ver­gleich­bar, kann sie ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung im Ar­beits- und im dar­an an­knüpfen­den Ver­sor­gungs­verhält­nis nicht recht­fer­ti­gen.

Die Ers­te Kam­mer des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat in ih­rem Nicht­an­nah­me­be­schluss vom 6. Mai 2008 (- 2 BvR 1830/06 - zu III 2 b der Gründe, EzA EG-Ver­trag 1999 Richt­li­nie 2000/78 Nr. 5) für das öffent­li­che Dienst­recht an­ge­nom­men, für die Aus­ge­stal­tung der Be­am­ten­be­sol­dung sei nicht die zi­vil­recht­li­che Si­tua­ti­on zwi­schen den ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­nern ent­schei­dend. Die­se An­nah­me ist für den vor­lie­gen­den Fall nicht ein­schlägig. An­ders als im Ar­beits­recht gilt im Be­am­ten­recht das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip. Eben­so ist es un­er­heb­lich, dass nach An­sicht des

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Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts lan­des­recht­lich ge­schaf­fe­ne Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen für Frei­be­ruf­ler nicht an die bun­des­recht­li­che Re­ge­lung der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung an­knüpfen müssen (da­zu BVerwG 25. Ju­li 2007 - 6 C 27.06 - zu 1 b bb (3) der Gründe, BVerw­GE 129, 129).


dd) Es be­ste­hen auch kei­ne tatsächli­chen Un­ter­schie­de, die die An­nah­me recht­fer­ti­gen, die Si­tua­ti­on sei nicht ver­gleich­bar. Auch in­so­weit er­gibt sich aus dem Nicht­an­nah­me­be­schluss der Ers­ten Kam­mer des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 6. Mai 2008 (- 2 BvR 1830/06 - zu III 2 b der Gründe, EzA EG-Ver­trag 1999 Richt­li­nie 2000/78 Nr. 5) nichts an­de­res.

Der Be­schluss geht für das Be­sol­dungs­recht der Be­am­ten da­von aus, die dort vor­ge­nom­me­ne Un­ter­schei­dung beim Ver­hei­ra­te­ten­zu­schlag sei auch nach der Rah­men­richt­li­nie in der Aus­le­gung durch das Ma­ru­ko-Ur­teil des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs vom 1. April 2008 ge­recht­fer­tigt. Das fol­ge aus dem in der Le­bens­wirk­lich­keit an­zu­tref­fen­den ty­pi­schen Be­fund, dass in der Ehe ein Ehe­gat­te na­ment­lich we­gen der Auf­ga­be der Kin­der­er­zie­hung und hier­durch be­ding­ter Ein­schränkun­gen bei der ei­ge­nen Er­werbstätig­keit tatsächlich Un­ter­halt vom Ehe­gat­ten er­hal­te und so ein er­wei­ter­ter Ali­men­ta­ti­ons­be­darf ent­ste­he. Der Ge­setz­ge­ber ha­be bei der ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft in der Le­bens­wirk­lich­keit kei­nen ty­pi­scher­wei­se be­ste­hen­den Le­bens­un­ter­halts­be­darf ge­se­hen, der ei­ne Gleich­stel­lung na­he­le­gen könn­te.

Die­se Ausführun­gen be­tref­fen die Fra­ge, in­wie­weit der Ge­setz­ge­ber in § 40 Abs. 1 Nr. 1 BBesG ei­ne Un­ter­schei­dung zwi­schen ver­hei­ra­te­ten und in ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft le­ben­den Be­am­ten tref­fen durf­te. Auch in­so­fern ist zu berück­sich­ti­gen, dass es im Ar­beits­verhält­nis um ei­ne Kürzung der Ar­beits­vergütung geht, im vor­lie­gen­den Fall für den Ar­beit­neh­mer, dem ei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung zu­ge­sagt wur­de. Das ist für die Be­rech­ti­gung von Un­ter­schei­dun­gen von be­son­de­rer Be­deu­tung, wenn es - wie hier - um den An­wen­dungs­be­reich ei­nes eu­ropäischen Ver­bots der un­mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung geht (vgl. BAG 5. Sep­tem­ber 1989 - 3 AZR 575/88 - zu
 


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II 1 c der Gründe, BA­GE 62, 345). Die Be­rech­ti­gung ei­ner un­ter­schied­li­chen Be­hand­lung ist vor die­ser recht­li­chen Aus­gangs­si­tua­ti­on zu be­wer­ten.


Da­bei kann da­hin­ste­hen, ob und ggf. un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen in ei­ner Ver­sor­gungs­ord­nung ein ty­pi­sier­ter un­ter­schied­li­cher Ver­sor­gungs-be­darf des Hin­ter­blie­be­nen nicht nur als sach­li­cher Grund für ei­ne Un­ter­schei­dung her­an­ge­zo­gen wer­den kann, son­dern mögli­cher­wei­se darüber hin­aus auch die An­nah­me ei­ner nicht ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on recht­fer­tigt. Je­den­falls müssen die maßgeb­li­chen Re­ge­lun­gen an Un­ter­schei­dun­gen von Ge­wicht an­knüpfen. Das schließt es aus, für die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung an Un­ter­schei­dungs­merk­ma­le an­zu­knüpfen, die kei­nen un­mit­tel­ba­ren tatsächli­chen Zu­sam­men­hang mit ei­nem un­ter­schied­li­chen Ver­sor­gungs­be­darf her­stel­len (vgl. BAG 26. Sep­tem­ber 2000 - 3 AZR 387/99 - EzA Be­trAVG § 1 Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung Nr. 8: Haupternährer­klau­sel). Dem wird die Un­ter­schei­dung zwi­schen ein­ge­tra­ge­ner Le­bens­part­ner­schaft ei­ner­seits und Ehe an­de­rer­seits nicht ge­recht, weil sich die Le­bens­si­tua­tio­nen in­ner­halb bei­der Grup­pen zu un­ter­schied­lich dar­stel­len. Ins­be­son­de­re ist es nicht un­gewöhn­lich, dass in ei­ner Ehe kei­ne Kin­der er­zo­gen wer­den oder dies nicht zu er­heb­li­chen Ver­sor­gungs­nach­tei­len für ei­nen Ehe­part­ner führt. An­de­rer­seits ist Kin­der­er­zie­hung auch in ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaf­ten nicht aus­ge­schlos­sen, wo­von be­reits § 9 LPartG aus­geht.


ee) Ein an­de­res Er­geb­nis folgt auch nicht dar­aus, dass die hier streit­be­fan­ge­ne Re­ge­lung durch Ta­rif­ver­trag ge­trof­fen wur­de.

Das AGG ver­bie­tet ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung in kol­lek­tiv­recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 AGG) und da­mit auch in Ta­rif­verträgen. Die Re­ge­lung des § 15 Abs. 3 AGG, nach der ei­ne Entschädi­gungs­pflicht bei An­wen­dung kol­lek­tiv­recht­li­cher Ver­ein­ba­run­gen un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen ent­fal­len soll, ist hier nicht ein­schlägig. Es geht nicht um Entschädi­gung, son­dern um Erfüllungs­ansprüche. Eben­so gilt die Rah­men­richt­li­nie, wie sich aus Art. 16 Buchst. b er­gibt, auch für Ta­rif­verträge. Das ist mit höher­ran­gi­gem Recht ver­ein­bar.
 


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Die in Art. 9 Abs. 3 GG geschütz­te Ko­ali­ti­ons­frei­heit ist nicht ver­letzt. Mit der Schaf­fung der ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft trägt der Ge­setz­ge­ber Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 GG Rech­nung, in­dem er den Le­bens­part­nern zu ei­ner bes­se­ren Ent­fal­tung ih­rer Persönlich­keit ver­hilft und Dis­kri­mi­nie­run­gen ab­baut (BVerfG 17. Ju­li 2002 - 1 BvF 1/01, 1 BvF 2/01 - zu B II 1 b bb der Gründe, BVerfGE 105, 313). Glei­ches gilt für das aus dem AGG fol­gen­de Ver­bot der an die gleich­ge­schlecht­li­che Le­bens­part­ner­schaft an-knüpfen­den Dis­kri­mi­nie­rung. Da­mit liegt ein Ge­mein­wohl­be­lang vor, dem ver­fas­sungs­recht­li­cher Rang gebührt. Der dar­an ge­knüpfte Ein­griff des Ge­setz­ge­bers ist auch verhält­nismäßig: Ei­ne we­ni­ger weit ge­hen­de Ein­griffsmöglich­keit be­steht nicht. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ent­schei­den, ob über­haupt ei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung gewährt und wie die­se der Höhe nach aus­ge­stal­tet wird. Dem be­trof­fe­nen Per­so­nen­kreis er­wach­sen da­ge­gen bei der Aus­ge­stal­tung ih­res Le­bens er­heb­li­che Vor­tei­le (vgl. zu den Vor­aus­set­zun­gen ei­nes Ein­griffs in die Ko­ali­ti­ons­frei­heit: BVerfG 3. April 2001 - 1 BvL 32/97 - zu B 1 und 3 der Gründe, BVerfGE 103, 293).


Das gilt auch vor dem Hin­ter­grund des der Aus­le­gung des AGG zu­grun­de lie­gen­den Ge­mein­schafts­rechts. Auch die im EG-Primärrecht durch die Re­ge­lung in Art. 139 EG-Ver­trag über den Dia­log zwi­schen den So­zi­al­part­nern (da­zu EuGH 21. Sep­tem­ber 1999 - C-67/96 - [Al­ba­ny] Slg. I 1999, 5751) und durch Art. 136 EG-Ver­trag iVm. Art. 6 der Eu­ropäischen So­zi­al­char­ta und Nr. 11 - 14 der „Ge­mein­schafts­char­ta der So­zia­len Grund­rech­te der Ar­beit­neh­mer“ (vgl. da­zu EuGH 11. De­zem­ber 2007 - C-438/05 - [Vi­king] Rn. 43, AP EG Art. 43 Nr. 3 = EzA GG Art. 9 Ar­beits­kampf Nr. 141; 18. De­zem­ber 2007 - C-341/05 - [La­val] Rn. 90, AP EG Art. 49 Nr. 15 = EzA GG Art. 9 Ar­beits­kampf Nr. 142) geschütz­te Ta­rif­au­to­no­mie ist nicht ver­letzt.

Art. 13 EG überträgt der Ge­mein­schaft die Zuständig­keit, Dis­kri­mi­nie­run­gen ua. we­gen der se­xu­el­len Aus­rich­tung „zu bekämp­fen“ (vgl. EuGH 11. Ju­li 2006 - C-13/05 - [Na­vas] Rn. 55, Slg. I 2006, 6467). Da­mit wird deut­lich, dass das Primärrecht der Ge­mein­schaft die­se Dis­kri­mi­nie­run­gen ab­lehnt. Die Eu­ropäische So­zi­al­char­ta er­kennt an, dass al­le Ar­beit­neh­mer das Recht auf ge­rech­te Ar­beits­be­din­gun­gen ha­ben (Teil I Nr. 2). Nach dem Vor-
 


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spruch der Ge­mein­schafts­char­ta der So­zia­len Grund­rech­te der Ar­beit­neh­mer ist zur Wah­rung der Gleich­be­hand­lung „ge­gen Dis­kri­mi­nie­run­gen jeg­li­cher Art“ vor­zu­ge­hen. Da­mit sind EG-recht­li­che Maßnah­men zum Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz ge­recht­fer­tigt, so­lan­ge die Ta­rif­au­to­no­mie - wie hier - nicht un­verhält­nismäßig ein­ge­schränkt wird.


ff) Zu Recht hält die Be­klag­te dem Kläger auch nicht ih­ren be­son­de­ren Rechts­sta­tus nach dem Ge­setz über die Rund­funk­an­stalt des Bun­des­rechts „Deut­sche Wel­le“ - Deut­sche-Wel­le-Ge­setz - (hier­nach: DWG) vom 16. De­zem­ber 1997 (BGBl. I S. 3094), zu­letzt geändert durch Ge­setz vom 15. De­zem­ber 2004 (BGBl. I S. 3456), ent­ge­gen.


Nach § 1 Abs. 1 DWG ist die Be­klag­te ei­ne An­stalt öffent­li­chen Rechts. Be­die­nen sich öffent­li­che Ar­beit­ge­ber - wie hier die Be­klag­te - ar­beits­recht­li­cher Re­ge­lungs­me­cha­nis­men, führt dies da­zu, dass die all­ge­mein für al­le Ar­beit­ge­ber gel­ten­den ar­beits­recht­li­chen Grundsätze An­wen­dung fin­den (vgl. BAG 29. April 2004 - 6 AZR 101/03 - zu 4 b cc der Gründe, BA­GE 110, 277).


Auch aus Gründen des Ten­denz­schut­zes er­ge­ben sich kei­ne Be­son­der­hei­ten. Nach § 4 DWG hat die Be­klag­te die Auf­ga­be, Deutsch­land als eu­ropäisch ge­wach­se­ne Kul­tur­na­ti­on und frei­heit­lich ver­fass­ten de­mo­kra­ti­schen Rechts­staat verständ­lich zu ma­chen so­wie deut­schen und an­de­ren Sicht­wei­sen zu we­sent­li­chen The­men, vor al­len Din­gen der Po­li­tik, Kul­tur und Wirt­schaft so­wohl in Eu­ro­pa wie in an­de­ren Kon­ti­nen­ten ein Fo­rum zu ge­ben mit dem Ziel, das Verständ­nis und den Aus­tausch der Kul­tu­ren und der Völker zu fördern. Da­bei fördert die Be­klag­te ins­be­son­de­re die deut­sche Spra­che. Kei­nes die­ser Zie­le wird gefähr­det oder die Be­klag­te dar­an ge­mes­sen un­glaubwürdig, wenn sie hin­ter­blie­be­nen ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­nern ih­rer Ar­beit­neh­mer ei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung gewährt.


Der Se­nat hat nicht über die Fra­ge ent­schie­den, ob und ggf. wel­che Ansprüche ge­genüber Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten und ih­ren Ein­rich­tun­gen bestünden (vgl. zu die­ser Pro­ble­ma­tik im Zu­sam­men­hang mit ergänzen­der Aus­le­gung von kirch­li­chen Re­ge­lun­gen: BAG 26. Ok­to­ber 2006 - 6 AZR 307/06 - BA­GE 120, 55).


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c) Wenn da­nach - wie in der hier streit­be­fan­ge­nen Ver­sor­gungs­ord­nung - ei­ne nach dem AGG un­er­laub­te Be­nach­tei­li­gung vor­liegt, hat der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer ei­nen An­spruch auf das vor­ent­hal­te­ne Ar­beits­ent­gelt. Das folgt aus der Wer­tung in § 2 Abs. 1 Nr. 2 und § 8 Abs. 2 AGG (BT-Drucks. 16/1780 S. 25) und gilt auch für die Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung (BAG 11. De­zem­ber 2007 - 3 AZR 249/06 - zu II 3 a der Gründe, AP AGG § 2 Nr. 1 = EzA AGG § 2 Nr. 1). Nach dem Rechts­ge­dan­ken des § 328 BGB kann die­sen An­spruch auch der über­le­ben­de Hin­ter­blie­be­ne gel­tend ma­chen (vgl. BAG 27. Ju­ni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - zu B III 3 a der Gründe, BA­GE 118, 340).


d) Ob­wohl so­mit über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner nach dem AGG in glei­chem Maße wie über­le­ben­de Ehe­gat­ten ei­nen An­spruch auf Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung in der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung ha­ben, kann der Kläger dar­aus für sich nichts ab­lei­ten, da der vor­lie­gen­de Fall nicht dem zeit­li­chen An­wen­dungs­be­reich des AGG un­terfällt.

aa) Nach Art. 4 des „Ge­set­zes zur Um­set­zung eu­ropäischer Richt­li­ni­en zur Ver­wirk­li­chung des Grund­sat­zes der Gleich­be­hand­lung“, das am 17. Au­gust 2006 verkündet wur­de, trat das AGG am 18. Au­gust 2006 in Kraft. Über­g­angs­be­stim­mun­gen fin­den sich in § 33 AGG.

Nach § 33 Abs. 1 AGG, der sich ent­ge­gen sei­nem Wort­laut nicht nur auf Be­nach­tei­li­gun­gen we­gen des Ge­schlechts und se­xu­el­le Belästi­gun­gen be­zieht, ist das vor In­kraft­tre­ten des AGG an­zu­wen­den­de Recht auf Sach­ver­hal­te an­zu­wen­den, die am 18. Au­gust 2006 be­reits ab­ge­schlos­sen wa­ren. Neu­es Recht ist da­ge­gen an­zu­wen­den, wenn nach dem 17. Au­gust 2006 Tat­sa­chen ent­ste­hen, die für die Be­nach­tei­li­gungs­ver­bo­te des AGG er­heb­lich sind. Maßgeb­lich ist die Be­nach­tei­li­gungs­hand­lung. Das ist zwar in der Re­gel die zu­grun­de lie­gen­de Ent­schei­dung des Ar­beit­ge­bers (vgl. BAG 16. Sep­tem­ber 2008 - 9 AZR 791/07 - zu A II 1 a aa der Gründe mwN). Der wei­te­re Be­stand ei­nes Dau­er­schuld­verhält­nis­ses und die in ihm lau­fend aus­geübte Be­nach­tei­li­gung stellt aber eben­falls ei­ne die Be­nach­tei­li­gung be­gründen­de Tat­sa­che dar. Sie löst da­her die zeit­li­che An­wend­bar­keit des AGG aus. Es geht nicht um ei­ne ein­zel­ne, den Sta­tus des Ar­beit­neh­mers be­tref­fen­de, un­er­laubt

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be­nach­tei­li­gen­de Ent­schei­dung, mit der die Dis­kri­mi­nie­rung be­reits ab­ge­schlos­sen ist. Der maßgeb­li­che Vor­gang ist bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes noch nicht ab­ge­schlos­sen und kann nicht künst­lich auf­ge­teilt wer­den (vgl. Suckow in Schleu­se­ner/Suckow/Voigt AGG 2. Aufl. § 33 Rn. 3).


Das wird durch die in § 33 Abs. 2 - 4 AGG ge­re­gel­ten Aus­nah­me­tat­bestände für den zi­vil­recht­li­chen Teil des AGG bestätigt, bei de­ren Vor­lie­gen in wei­ter­be­ste­hen­den Dau­er­schuld­verhält­nis­sen un­ter be­stimm­ten Umständen noch das al­te Recht An­wen­dung fin­det. Die­ser Aus­nah­men hätte es nicht be­durft, wenn nicht das Ge­setz auf nach dem In­kraft­tre­ten des AGG fort-be­ste­hen­de Dau­er­schuld­verhält­nis­se und dort fort­ge­setz­te Be­nach­tei­li­gun­gen grundsätz­lich an­wend­bar wäre.

bb) Gründe des Ver­trau­ens­schut­zes ste­hen dem nicht ent­ge­gen. Es ist we­der vor­ge­tra­gen noch sonst er­sicht­lich, dass „das fi­nan­zi­el­le Gleich­ge­wicht des Sys­tems“ der Al­ters­ver­sor­gung bei der Be­klag­ten durch „das Feh­len ei­ner zeit­li­chen Be­schränkung“ „rück­wir­kend erschüttert“ wird, wie es im Ma­ru­ko-Ur­teil vom 1. April 2008 (- C-267/06 - [Ma­ru­ko] Rn. 77 ff., AP Richt­li­nie 2000/78/EG Nr. 9 = EzA EG-Ver­trag 1999 Richt­li­nie 2000/78 Nr. 4) for­mu­liert ist. Da­nach ist es hier nicht ge­bo­ten, Ver­trau­ens­schutz für Beschäfti­gungs­zei­ten in Be­tracht zu zie­hen, die vor Er­lass des Ma­ru­ko-Ur­teils lie­gen. Auch die ver­fas­sungs­recht­lich gel­ten­den Grundsätze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Verhält­nismäßig­keit (da­zu BVerfG 30. Sep­tem­ber 1987 - 2 BvR 933/82 - zu C II 4 der Gründe, BVerfGE 76, 256) ver­lan­gen nicht mehr (aA im Er­geb­nis Bau­er/Ar­nold NJW 2008, 3377, 3380 ff.: An­wen­dung des AGG nur auf Beschäfti­gungs­zei­ten seit sei­nem In­kraft­tre­ten).


cc) Maßgeb­lich ist bei der Be­ur­tei­lung der zeit­li­chen An­wend­bar­keit des AGG auf das Dau­er­schuld­verhält­nis ab­zu­stel­len, hin­sicht­lich des­sen der persönli­che An­wen­dungs­be­reich des Ge­set­zes eröff­net ist. Das AGG gilt nur für Beschäftig­te (§ 6 Abs. 1 AGG), nicht für de­ren Hin­ter­blie­be­ne. Das ist eu­ro­pa-recht­lich nicht zu be­an­stan­den (vgl. EuGH 23. Sep­tem­ber 2008 - C-427/06 - [Bartsch] Rn. 17, EzA EG-Ver­trag 1999 Richt­li­nie 2000/78 Nr. 7). Zwar muss der durch die Rah­men­richt­li­nie geschütz­te Ar­beit­neh­mer nicht selbst ei­nes der
 


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Merk­ma­le auf­wei­sen, hin­sicht­lich de­rer ei­ne un­er­laub­te Be­nach­tei­li­gung ein-tre­ten kann. Das ändert je­doch nichts dar­an, dass die Rah­men­richt­li­nie nur Dis­kri­mi­nie­run­gen er­fasst, de­nen der Ar­beit­neh­mer aus­ge­setzt ist (vgl. EuGH 17. Ju­li 2008 - C-303/06 - [Cole­man] EzA EG-Ver­trag 1999 Richt­li­nie 2000/78 Nr. 6).


Die An­wen­dung des AGG setzt des­halb vor­aus, dass un­ter sei­nem zeit­li­chen Gel­tungs­be­reich noch ein Rechts­verhält­nis zwi­schen dem Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten und dem Ver­sor­gungs­schuld­ner be­stand. Das ist hier nicht der Fall, da Herr S, der ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner des Klägers und ehe­ma­li­ge Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten, be­reits vor In­kraft­tre­ten des AGG ver­stor­ben ist. Der Se­nat kann des­halb of­fen las­sen, ob für den An­spruch auf Gleich­be­hand­lung bei In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes ein Ar­beits­verhält­nis be­ste­hen muss oder ob es aus­reicht, wenn der Ar­beit­neh­mer mit Be­triebs­ren­ten­ansprüchen bzw. un­ver­fall­ba­ren An­wart­schaf­ten aus­ge­schie­den ist.


2. Auch nach dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz ste­hen dem Kläger kei­ne Ansprüche zu.

Al­ler­dings sind auch die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en - zu­min­dest aus der Schutz­pflicht­funk­ti­on der Grund­rech­te - an den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG) ge­bun­den (vgl. BAG 27. Mai 2004 - 6 AZR 129/03 - zu B II und III der Gründe, BA­GE 111, 8; 12. De­zem­ber 2006 - 3 AZR 716/05 - zu II 1 a cc der Gründe, EzA Be­trAVG § 1 Nr. 88). Der In­halt der für die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en des­halb nach deut­schem Recht gel­ten­den Pflicht zur Gleich­be­hand­lung ist da­bei, eben­so wie es für sons­ti­ge Rechts­grundsätze gilt, eu­ro­pa­rechts­kon­form zu er­mit­teln (vgl. zur EG-rechts­kon­for­men Aus­le­gung nur: EuGH 5. Ok­to­ber 2004 - C-397/01 bis C-403/01 - [Pfeif­fer ua.] Rn. 114, Slg. I 2004, 8835), und muss den Vor­ga­ben der Rah­men­richt­li­nie ent­spre­chen. Das gilt zu­min­dest für Zei­ten nach Ab­lauf der in der Rah­men­richt­li­nie vor­ge­se­he­nen Um­set­zungs­frist für das Merk­mal „se­xu­el­le Aus­rich­tung“ am 2. De­zem­ber 2003 (Art. 18 Abs. 1 Rah­men­richt­li­nie). Ent­spre­chend dem Schutz­zweck der spe­zi­el­len Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te führen Gleich­heits­verstöße da­zu, dass die aus­ge­schlos­se­nen Ar­beit­neh­mer die­sel­ben Leis­tun­gen ver­lan­gen können wie


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die Begüns­tig­ten (vgl. BAG 28. Mai 1996 - 3 AZR 752/95 - zu III 1 a der Gründe, AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Me­tall­in­dus­trie Nr. 143 = EzA GG Art. 3 Nr. 55).


Da­mit gilt ab dem In­kraft­tre­ten des Übe­r­ar­bei­tungs­ge­set­zes am 1. Ja­nu­ar 2005 das­sel­be wie für den Zeit­raum ab In­kraft­tre­ten des AGG: We­gen der vom deut­schen Ge­setz­ge­ber ge­schaf­fe­nen ver­gleich­ba­ren La­ge sind Ehe­leu­te und ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner in der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung hin­sicht­lich der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung ab die­sem Zeit­punkt gleich­zu­be­han­deln. Der Ge­setz­ge­ber hat für Zeiträume da­vor ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner­schaf­ten und Ehen hin­sicht­lich der Al­ters­ver­sor­gung der Ar­beit­neh­mer nicht gleich­ge­stellt. Da­her war de­ren La­ge bis da­hin nicht ver­gleich­bar. Das ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Art. 6 Abs. 1 GG, nach dem die Ehe un­ter dem be­son­de­ren Schutz der staat­li­chen Ord­nung steht, be­rech­tigt den Ge­setz­ge­ber, die Ehe ge­genüber an­de­ren Le­bens­for­men her­aus­zu­he­ben und zu begüns­ti­gen. Die Ver­fas­sung selbst bil­det mit Art. 6 Abs. 1 GG den sach­li­chen Grund für ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung (BVerfG 17. Ju­li 2002 - 1 BvF 1/01, 1 BvF 2/01 - zu B II 1 c cc der Gründe, BVerfGE 105, 313; BVerwG 15. No­vem­ber 2007 - 2 C 33/06 - zu 2 a der Gründe, NJW 2008, 868; BFH 20. Ju­ni 2007 - II R 56/05 - zu II 1 a der Gründe, BFHE 217, 183). An die­se ver­fas­sungs­gemäße Un­ter­schei­dung durf­ten die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en, de­nen nur ei­ne gleich­heits-und sach­wid­ri­ge Außer­acht­las­sung der Be­lan­ge von Ehe und Fa­mi­lie ver­bo­ten ist (BAG 30. Ok­to­ber 2008 - 6 AZR 712/07 - zu II 1 der Gründe), an­knüpfen und von ei­ner Gleich­stel­lung für Per­so­nen, die vor­her ver­star­ben und des­halb nicht mehr in ei­nem Rechts­verhält­nis zum Ar­beit­ge­ber stan­den, ab­se­hen.


III. Wei­ter­ge­hen­de Ansprüche kann der Kläger auch nicht aus dem eu­ropäischen Recht un­mit­tel­bar ab­lei­ten, et­wa des­we­gen weil es sich bei der Be­klag­ten als An­stalt des öffent­li­chen Rechts um ei­ne öffent­li­che Stel­le der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land als Mit­glied­staat der EG han­delt (vgl. da­zu BAG 3. April 2007 - 9 AZR 823/06 - zu II 5 der Gründe mwN, BA­GE 122, 54). Nach dem Vor­ge­sag­ten kann der Kläger aus der Rah­men­richt­li­nie für Zeiträume vor dem 1. Ja­nu­ar 2005 nichts her­lei­ten. Wei­ter­ge­hen­de Ansprüche er­ge­ben sich



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auch nicht aus dem EG-Primärrecht. Auch da­nach kommt es für ei­ne un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung dar­auf an, ob die be­trof­fe­nen Per­so­nen sich in ei­ner ver­gleich­ba­ren La­ge be­fin­den (vgl. EuGH 9. De­zem­ber 2004 - C-19/02 - [Hlo­zek] Rn. 44 mit um­fas­sen­den Nach­wei­sen für Art. 141 EG, Slg. I 2004, 11491).


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