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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Kündigungsschutzklage, Parteibezeichnung, Partnerschaft
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 2 AZR 525/05
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 01.03.2007
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: ArbG Darmstadt Hessisches Landesarbeitsgericht
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

2 AZR 525/05
17/10 Sa 2021/03
Hes­si­sches
Lan­des­ar­beits­ge­richt

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

1. März 2007

UR­TEIL

Jatz, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Zwei­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf Grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 1. März 2007 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Rost, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Bröhl und Schmitz-Scho­le­mann so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Be­cker­le und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Pitsch für Recht er­kannt:


Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 12. Au­gust 2005 - 17 Sa 2021/03 - auf­ge­ho­ben.

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Die Sa­che wird zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung - auch über die Kos­ten der Re­vi­si­on - an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Wirk­sam­keit ei­ner außer­or­dent­li­chen, hilfs­wei­se or­dent­li­chen Ar­beit­ge­berkündi­gung.

Der im Zeit­punkt der Kla­ge­er­he­bung 57 Jah­re al­te, ver­hei­ra­te­te Kläger ist bei der Be­klag­ten bzw. de­ren Rechts­vorgängern seit dem 1. Ja­nu­ar 1973 als Ar­chi­tekt mit ei­ner zu­letzt er­ziel­ten Brut­to­mo­nats­vergütung von 4.860,37 Eu­ro beschäftigt. Ursprüng­lich war der Kläger bei dem Ar­chi­tek­tenbüro „N GbR“ beschäftigt. Anläss­lich des Zu­sam­men­schlus­ses zwi­schen „N GbR“ und „D GbR“ wur­de der Kläger durch Ar­beits­ver­trag vom 3. De­zem­ber 1996 in die neue „N Ar­chi­tek­ten Part­ner­schaft“ über­nom­men. Der Ar­beits­ver­trag enthält kei­nen Hin­weis auf ei­ne Ein­tra­gung im Part­ner­schafts­re­gis­ter. Im Jahr 2001 wur­de der Kläger „aus dem An­ge­stell­ten­verhält­nis bei N Ar­chi­tek­ten­part­ner­schaft“ als Ar­chi­tekt von der be­klag­ten Part­ner­schaft N Ar­chi­tek­ten über­nom­men.

Mit Schrei­ben vom 19. Mai 2003 kündig­te die Be­klag­te dem Kläger frist­los, hilfs­wei­se frist­ge­recht. Sie wirft ihm ins­be­son­de­re Fehl­ver­hal­ten bei der Ab­nah­me von Roh­bau­ar­bei­ten vor. Das Kündi­gungs­schrei­ben ist auf ei­nem Brief­bo­gen mit dem Brief­kopf „N Ar­chi­tek­ten“ ge­fer­tigt und von dem Part­ner N über der Un­ter­schrifts­zei­le „N Ar­chi­tek­ten“ un­ter­zeich­net.

Der Kläger hat ge­gen die­se Kündi­gung Kündi­gungs­schutz­kla­ge er­ho­ben. In der Kla­ge­schrift sei­nes An­walts sind als Be­klag­te „die Dipl.-Ing. Ar­chi­tek­ten N und M“ un­ter der stets gleich ge­blie­be­nen Adres­se des Ar­chi­tek­tenbüros in S auf­geführt. Der Kla­ge­schrift war das Kündi­gungs­schrei­ben bei­gefügt. Die am 22. Mai 2003 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­ne Kla­ge ist den bei­den Part­nern am 7. Ju­ni 2003 zu­ge­stellt wor­den. Am 12. Ju­ni 2003 hat sich der jet­zi­ge Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Be­klag­ten für sie be­stellt und mit Schrift­satz vom 18. Ju­ni 2003 gerügt, die Be­klag­ten sei­en nicht pas­siv­le­gi­ti­miert, Ar­beit­ge­be­rin des Klägers sei die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft ge­we­sen.

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Der Kläger hat zunächst gel­tend ge­macht, die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft könne - wie ge­sche­hen - auch un­ter der Be­zeich­nung „N und M“ ver­klagt wer­den, vor­sorg­lich be­an­tra­ge er ei­ne Ru­brums­be­rich­ti­gung. Im ab­sch­ließen­den Kam­mer­ter­min vor dem Ar­beits­ge­richt be­an­trag­te der Kläger oh­ne Ein­schränkung die Be­rich­ti­gung des Ru­brums auf „Part­ner­schaft N Ar­chi­tek­ten“. In der Sa­che hat der Kläger das Vor­lie­gen ei­nes Kündi­gungs­grun­des be­strit­ten und die Ein­zel­voll­macht des Part­ners N gerügt.

Der Kläger hat be­an­tragt 


fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis auf Grund der außer­or­dent­li­chen, hilfs­wei­se or­dent­li­chen Kündi­gung vom 19. Mai 2003 nicht auf­gelöst wor­den ist.

Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Kla­ge ge­gen sie sei nicht frist­ge­recht gem. § 4 KSchG er­ho­ben wor­den. Die späte­re „Ru­brums­be­rich­ti­gung“ wah­re die Frist nicht. Im Übri­gen sei die außer­or­dent­li­che, je­den­falls die or­dent­li­che Kündi­gung we­gen er­heb­li­cher Pflicht­ver­let­zun­gen des Klägers ge­recht­fer­tigt.

Das Ar­beits­ge­richt hat im Güte­ter­min am 11. Ju­li 2003 die Par­tei­en dar­auf hin­ge­wie­sen, nach der vorläufi­gen Auf­fas­sung des Ge­richts sei ei­ne Ru­brums­be­rich­ti­gung möglich, wenn ei­ne Falsch­be­zeich­nung des Ar­beit­ge­bers vor­lie­ge, aber gleich­zei­tig mit der Kla­ge­schrift das Kündi­gungs­schrei­ben vor­ge­legt wer­de, aus der her­vor­ge­he, wer die Kündi­gung erklärt ha­be. Im Kam­mer­ter­min vom 20. No­vem­ber 2003 hat das Ar­beits­ge­richt durch ge­son­der­ten Be­schluss das Ru­brum da­hin­ge­hend be­rich­tigt, dass auf der Be­klag­ten­sei­te an­statt der Ar­chi­tek­ten N und M die „Part­ner­schaft N Ar­chi­tek­ten“ ver­klagt ist. So­dann hat das Ar­beits­ge­richt hin­sicht­lich der frist­lo­sen Kündi­gung nach dem Kla­ge­an­trag er­kannt, hin­sicht­lich der frist­ge­rech­ten Kündi­gung die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Hier­ge­gen ha­ben bei­de Par­tei­en Be­ru­fung ein­ge­legt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten die Kla­ge ins­ge­samt we­gen Versäum­ung der Kla­ge­frist ab­ge­wie­sen. Mit sei­ner vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­nen Kla­ge­an­trag wei­ter.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on ist be­gründet. Die Kündi­gungs­schutz­kla­ge ist frist­ge­recht gem. § 4 KSchG ge­gen die be­klag­te Part­ner­schaft er­ho­ben wor­den. Es steht man­gels hin-


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rei­chen­der Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt noch nicht fest, ob die Kündi­gung der Be­klag­ten das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en be­en­det hat.


I. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat an­ge­nom­men, die Aus­le­gung der Kla­ge­schrift er­ge­be, dass sich die Kla­ge nicht von An­fang an ge­gen die Be­klag­te, son­dern zunächst ge­gen de­ren Part­ner N und M ge­rich­tet ha­be. Dem ein­deu­ti­gen Wort­laut der Kla­ge­schrift ste­he im Er­geb­nis nicht ent­ge­gen, dass mit der Kla­ge das Kündi­gungs­schrei­ben in Ko­pie vor­ge­legt wor­den sei. Die späte­ren Schriftsätze des Klägers im erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren bestätig­ten, dass der Kläger nicht die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft, son­dern die bei­den Part­ner N und M ha­be ver­kla­gen wol­len, und zwar in die­ser Funk­ti­on und nicht et­wa als Ge­sell­schaf­ter ei­ner über­haupt nicht exis­ten­ten Ge­sell­schaft bürger­li­chen Rechts. Die Um­stel­lung des Be­klag­ten­ru­brums auf die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft stel­le in Wahr­heit ei­nen Par­tei­wech­sel dar. Zum Zeit­punkt des Par­tei­wech­sels sei die Frist des § 4 Satz 1 KSchG je­doch schon ab­ge­lau­fen ge­we­sen.

II. Dem folgt der Se­nat nicht. Im Ge­gen­satz zu der Rechts­auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts rich­te­te sich die Kündi­gungs­schutz­kla­ge von vorn­her­ein ge­gen die Part­ner­schaft N Ar­chi­tek­ten. Das Kla­ge­ru­brum war des­halb ent­spre­chend zu be­rich­ti­gen. Die un­rich­ti­ge Par­tei­be­zeich­nung in der Kla­ge­schrift war so­mit unschädlich.

1. Die Par­tei­en ei­nes Pro­zes­ses sind vom Kläger in der Kla­ge­schrift zu be­zeich­nen. Ist die Be­zeich­nung nicht ein­deu­tig, so ist die Par­tei durch Aus­le­gung zu er­mit­teln. Selbst bei äußer­lich ein­deu­ti­ger, aber of­fen­kun­dig un­rich­ti­ger Be­zeich­nung ist grundsätz­lich die­je­ni­ge Per­son als Par­tei an­ge­spro­chen, die er­kenn­bar durch die Par­tei­be­zeich­nung be­trof­fen wer­den soll (so schon BGH 24. Ja­nu­ar 1952 - III ZR 196/50 - BGHZ 4, 328; BAG 27. No­vem­ber 2003 - 2 AZR 692/02 - BA­GE 109, 47; 12. Fe­bru­ar 2004 - 2 AZR 136/03 - AP KSchG 1969 § 4 Nr. 50 = EzA KSchG § 4 nF Nr. 66). Es kommt dar­auf an, wel­cher Sinn der von der kla­gen­den Par­tei in der Kla­ge­schrift gewähl­ten Par­tei­be­zeich­nung bei ob­jek­ti­ver Würdi­gung des Erklärungs­in­halts bei­zu­le­gen ist. Ent­schei­dend ist die Wah­rung der recht­li­chen Iden­tität. Bleibt die Par­tei nicht die-sel­be, liegt kei­ne Be­rich­ti­gung vor, son­dern es wird im We­ge der Par­teiände­rung ei­ne an­de­re Par­tei in den Pro­zess ein­geführt. Ei­ne un­ge­naue oder er­kenn­bar fal­sche Par­tei­be­zeich­nung ist hin­ge­gen unschädlich und kann je­der­zeit von Amts we­gen rich­tig ge­stellt wer­den (BAG 15. März 2001 - 2 AZR 141/00 - AP KSchG 1969 § 4 Nr. 46 = EzA KSchG § 4 nF Nr. 61; 21. Fe­bru­ar 2002 - 2 AZR 55/01 - EzA KSchG § 4 nF Nr. 63; 27. No­vem­ber 2003 - 2 AZR 692/02 - aaO).


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2. Ist ei­ne Ge­sell­schaft (et­wa ei­ne KG oder GbR) Ar­beit­ge­be­rin des kla­gen­den Ar­beit­neh­mers, so ist bei ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge be­son­ders sorgfältig zu prüfen, ob le­dig­lich ei­ne fal­sche Par­tei­be­zeich­nung vor­liegt, wenn der Ar­beit­neh­mer nicht sei­ne Ar­beit­ge­be­rin, son­dern de­ren Ge­sell­schaf­ter ver­klagt. Für die Par­tei­stel­lung in ei­nem Pro­zess ist nicht al­lein die for­mel­le Be­zeich­nung der Par­tei in der Kla­ge­schrift maßgeb­lich. Er­gibt sich in ei­nem Kündi­gungs­rechts­streit aus den ge­sam­ten er­kenn­ba­ren Umständen, et­wa aus dem der Kla­ge­schrift bei­gefügten Kündi­gungs­schrei­ben, wer als be­klag­te Par­tei ge­meint ist, so ist ei­ne Be­rich­ti­gung des Ru­brums un­be­denk­lich möglich. So kann bei­spw. das Ru­brum be­rich­tigt wer­den, wenn der Kläger in der Kla­ge­schrift - irrtümlich - nicht sei­nen Ar­beit­ge­ber, son­dern des­sen Be­vollmäch­tig­ten als Be­klag­ten be­nannt hat (st. Rspr., zu­letzt BAG 15. März 2001 - 2 AZR 141/00 - AP KSchG 1969 § 4 Nr. 46 = EzA KSchG § 4 nF Nr. 61 mwN; 21. Fe­bru­ar 2002 - 2 AZR 55/01 - EzA KSchG § 4 nF Nr. 63). Lässt sich aus der Kla­ge­schrift oder den bei­gefügten Un­ter­la­gen ent­neh­men, dass die Ge­sell­schaft als Ar­beit­ge­be­rin gekündigt hat und der Ar­beit­neh­mer mit sei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge ge­gen ei­ne Kündi­gung sei­ner Ar­beit­ge­be­rin vor­ge­hen will, so ist re­gelmäßig ei­ne Klar­stel­lung des Kla­ge­ru­brums möglich und er­for­der­lich. Für die Aus­le­gung, dass der Ar­beit­neh­mer ge­gen die Ge­sell­schaf­ter, die kei­ne Ar­beit­ge­ber­stel­lung hat­ten und des­halb auch nicht gekündigt ha­ben, mit der Kündi­gungs­schutz­kla­ge vor­ge­hen woll­te, be­darf es be­son­de­rer An­halts­punk­te.

3. Nichts an­de­res gilt, wenn sich ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge ge­gen ei­ne Part­ner­schafts­ge­sell­schaft nach dem Part­ner­schafts­ge­sell­schafts­ge­setz (Ge­setz über Part­ner­schafts­ge­sell­schaf­ten An­gehöri­ger Frei­er Be­ru­fe vom 25. Ju­li 1994) (BGBl. I S. 1744) oder die Part­ner ei­ner sol­chen Ge­sell­schaft rich­tet. Durch die­ses Ge­setz ist für die An­gehöri­gen Frei­er Be­ru­fe die Möglich­keit ge­schaf­fen wor­den, sich un­abhängig von den bis­lang be­ste­hen­den ge­setz­li­chen Möglich­kei­ten (et­wa BGB-Ge­sell­schaft, GmbH) zu ei­ner Ge­sell­schaft ei­ge­ner Form zu­sam­men­zu­sch­ließen, auf die weit­ge­hend die Vor­schrif­ten des Han­dels­ge­setz­bu­ches ent­spre­chend an­wend­bar sind (vgl. Münche­ner Hand­buch des Ge­sell­schafts­rechts I./Sal­ger 2. Aufl. § 36 Rn. 7 ff.; Meili­cke/Graf v. West­pha­len/Hoff­mann/Lenz/Wolff PartGG 2. Aufl. § 7 Rn. 1 ff.; Kars­ten Schmidt Ge­sell­schafts­recht 4. Aufl. § 64 I). Vor­lie­gend von Be­deu­tung ist vor al­lem § 7 Abs. 2 PartGG; da­nach ist § 124 HGB ent­spre­chend an­wend­bar, die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft kann al­so un­ter ih­rem Na­men vor Ge­richt kla­gen und ver­klagt wer­den. Rich­ti­ge Par­tei für ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge ge­gen ei­ne Part­ner­schafts­ge­sell­schaft ist des­halb die Ge­sell­schaft selbst und sind nicht de­ren Ge­sell­schaf­ter. Wie et­wa bei der BGB-Ge­sell­schaft (hier­zu BGH 15. Ja­nu­ar 2003 - XII ZR 300/99 - BB 2003, 438) ist


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je­doch bei ei­ner Kla­ge ge­gen ei­ne Part­ner­schafts­ge­sell­schaft nach dem Part­ner­schafts­ge­sell­schafts­ge­setz stets vor­ran­gig zu prüfen, ob ei­ne Kla­ge ge­gen die Ge­sell­schaf­ter nicht in Wahr­heit ge­gen die Ge­sell­schaft selbst ge­rich­tet sein soll. Dies gilt ins­be­son­de­re für ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge.

Ei­ne ent­spre­chen­de Aus­le­gung der Kla­ge als Kla­ge ge­gen die Ge­sell­schaft ist erst recht des­halb re­gelmäßig ge­bo­ten, weil die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft erst seit 1995 für den Zu­sam­men­schluss der An­gehöri­gen Frei­er Be­ru­fe als Ge­sell­schafts­form zur Verfügung steht und nur lang­sam ei­ne ge­wis­se Ver­brei­tung fin­det (Kars­ten Schmidt Ge­sell­schafts­recht 4. Aufl. § 64 I 2 e).

4. Das Re­vi­si­ons­ge­richt hat die in der Kla­ge­schrift ent­hal­te­ne Par­tei­be­zeich­nung als pro­zes­sua­le Wil­lens­erklärung selbst aus­zu­le­gen (BGH 4. Ju­ni 1981 - VII ZR 174/80 - WM 1981, 829). Hier­bei kommt es dar­auf an, wel­cher Sinn die­ser pro­zes­sua­len Erklärung aus ob­jek­ti­ver Sicht bei­zu­le­gen ist. Bei er­kenn­bar äußer­lich un­rich­ti­ger Be­zeich­nung ist grundsätz­lich die Per­son als Par­tei an­zu­se­hen, die er­kenn­bar durch die feh­ler­haf­te Par­tei­be­zeich­nung nach de­ren ob­jek­ti­vem Sinn be­trof­fen wer­den soll. Ent­schei­dend ist, wel­chen Sinn die Erklärung aus der Sicht des Ge­richts und des Pro­zess­geg­ners hat (BGH 15. Mai 2006 - II ZB 5/05 - NJW-RR 2006, 1569). Hier­bei ist das tatsächli­che Vor­brin­gen der Kla­ge­par­tei zu­grun­de zu le­gen, auf de­ren Rechts­auf­fas­sung kommt es nicht an (so schon RG 25. Mai 1938 - II 165/37 - RGZ 157, 369). Er­gibt sich aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang der Pro­zes­serklärung des Klägers, wer als Par­tei ge­meint ist, so scha­det es nicht, dass der Kläger im Pro­zess zunächst die An­sicht ver­tritt, die be­klag­te Par­tei könne auch so wie ge­sche­hen be­zeich­net wer­den, und sich nur hilfs­wei­se auf das Er­for­der­nis ei­ner Ru­brums­be­rich­ti­gung be­ruft.


5. Da­nach steht fest, dass der Kläger mit sei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge von vorn­her­ein die aus den ursprüng­lich „Be­klag­ten“ be­ste­hen­de Part­ner­schafts­ge­sell­schaft ver­klagt hat. Das Be­klag­ten­ru­brum war ent­spre­chend zu be­rich­ti­gen. Es han­delt sich um ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge, die je­den­falls un­ter den ge­ge­be­nen Umständen vom Kläger sinn­voll nur ge­gen sei­nen rich­ti­gen Ar­beit­ge­ber ge­rich­tet wer­den konn­te. Es war der Kla­ge auch das Kündi­gungs­schrei­ben bei­gefügt, aus dem sich er­gab, ge­gen wes­sen Kündi­gung, nämlich die Kündi­gung der Part­ner­schafts­ge­sell­schaft sich die Kündi­gungs­schutz­kla­ge rich­ten soll­te. Al­le Umstände spre­chen eher dafür, dass der Kläger die Kla­ge nur irrtümlich no­mi­nell ge­gen die bei­den Part­ner der Part­ner­schafts­ge­sell­schaft ge­rich­tet hat. Ir­gend­wel­che Umstände, die auf ei­nen Wil­len schließen las­sen könn­ten, dass der Kläger an­statt sei­nes Ar­beit­ge­bers, der gekündigt hat, die bei-
 


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den Part­ner mit ei­ner we­nig Er­folg ver­spre­chen­den Kündi­gungs­schutz­kla­ge über­zie­hen woll­te, sind nicht er­kenn­bar. Auch das Pro­zess­ver­hal­ten des Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers bie­tet kei­nen hin­rei­chen­den An­halts­punkt für ei­ne ab­wei­chen­de Aus­le­gung. Nach den zu­tref­fen­den Hin­wei­sen des Ar­beits­ge­richts im Güte­ter­min und im Kam­mer­ter­min, es lie­ge le­dig­lich ei­ne Falsch­be­zeich­nung des Ar­beit­ge­bers vor und ei­ne Ru­brums­be­rich­ti­gung sei möglich, steht der ge­trof­fe­nen Aus­le­gung nicht ent­ge­gen, dass der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Klägers vor dem Ar­beits­ge­richt zunächst ne­ben an­de­ren Ar­gu­men­ten die Rechts­an­sicht ver­tre­ten hat, auch die gewähl­te Par­tei­be­zeich­nung der Be­klag­ten sei hin­rei­chend ge­we­sen.

III. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sich - von sei­nem Stand­punkt aus kon­se­quent - mit der Fra­ge der Wirk­sam­keit der frist­lo­sen, hilfs­wei­se or­dent­li­chen Kündi­gung der Be­klag­ten nicht aus­ein­an­der­ge­setzt und hier­zu auch kei­ne Fest­stel­lun­gen ge­trof­fen. Dies wird nach der Zurück­ver­wei­sung nach­zu­ho­len sein.

Rost 

Bröhl 

Schmitz-Scho­le­mann

Rost für den we­gen Be­en­di­gung der Amts­zeit an der Un­ter­schrift ver­hin­der­ten eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Be­cker­le

Pitsch

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