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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Ausgleichsklausel, Vergleichsmehrwert
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz
Akten­zeichen: 1 Ta 179/11
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 10.10.2011
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Koblenz, Beschluss vom 21.06.2011, 4 Ca 1100/11
   

Ak­ten­zei­chen:
1 Ta 179/11
4 Ca 1100/11
ArbG Ko­blenz
Ent­schei­dung vom 10.10.2011

Te­nor:
1. Die Be­schwer­de des Be­schwer­deführers ge­gen den Wert­fest­set­zungs­be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ko­blenz vom 21.06.2011 - 4 Ca 1100/11 - wird auf Kos­ten des Be­schwer­deführers zurück­ge­wie­sen.
2. Ein Rechts­mit­tel ge­gen die­se Ent­schei­dung ist nicht ge­ge­ben.

Gründe:
I.
Im vor­lie­gen­den Be­schwer­de­ver­fah­ren be­gehrt der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Klägers die Fest­set­zung ei­nes höhe­ren Ver­gleichs­mehr­werts.

Der Kläger war bei der Be­klag­ten seit März 2008 als lei­ten­der An­ge­stell­ter mit den Auf­ga­ben­be­rei­chen Lei­ter der Buch­hal­tung, Or­ga­ni­sa­ti­on, all­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­ar­bei­ten zu ei­nem Brut­to­mo­nats­ge­halt von ins­ge­samt 5842,90 Eu­ro beschäftigt. Zu­vor war der Kläger seit dem Jahr 1979 bei der Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten tätig, so dass die Be­klag­te die­se Beschäfti­gung auf die Beschäfti­gungs­zeit bei ihr an­ge­rech­net hat. Die Be­klag­te hat das mit dem Kläger be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis mit Schrei­ben vom 23.03.2011 außer­or­dent­lich mit so­zia­ler Aus­lauf­frist gekündigt.

Der Kläger hat ne­ben ei­ner ent­spre­chen­den Kündi­gungs­schutz­kla­ge auch Kla­ge auf Zah­lung aus­ste­hen­den Lohns er­ho­ben.

Aus der im Pro­zess vor­ge­leg­ten außer­ge­richt­li­chen Kor­re­spon­denz der Par­tei­en ist er­sicht­lich, dass die Be­klag­te dem Kläger vor­warf, ein ihm zu­ge­wie­se­nes Pro­jekt nicht be­ar­bei­tet und da­mit die Ar­beit ver­wei­gert zu ha­ben. Die Be­klag­te erklärte des­halb ge­genüber dem Kläger mit Schrei­ben vom 01.12.2010 außer­ge­richt­lich, sie wer­de ihn für den Fall, dass sei­ne Ar­beits­ver­wei­ge­rung zu ei­ner Scha­dens­er­satz­ver­pflich­tung ge­genüber ih­rem Ver­trags­part­ner führen wer­de, "voll­umfäng­lich persönlich haft­bar ma­chen". Mit Schrift­satz vom 04.02.2011 erklärte die Be­klag­te ge­genüber dem Kläger in ei­nem zwi­schen den Par­tei­en geführ­ten Ab­mah­nungs­pro­zess, ihr Ver­trags­part­ner ha­be sie mitt­ler­wei­le auf Scha­dens­er­satz ver­klagt und die Ansprüche auf ei­nen sie­ben­stel­li­gen Eu­ro-Be­trag be­zif­fert. Kon­kre­te Scha­dens­er­satz­ansprüche ge­gen den Kläger äußer­te oder be­zif­fer­te die Be­klag­te je­doch we­der in die­sem noch im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren oder außer­ge­richt­lich.

Die Par­tei­en ha­ben den vor­lie­gen­den Rechts­streit am 20.06.2011 durch Ver­gleich be­en­det. Dar­in ha­ben sie un­ter an­de­rem ver­ein­bart, dass mit Erfüllung die­ses Ver­gleichs al­le Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis er­le­digt sein soll­ten (Zif­fer 9).

Nach Anhörung der Be­tei­lig­ten hat das Ar­beits­ge­richt mit Be­schluss vom 21.06.2011 den Ge­gen­stands­wert un­ter an­de­rem für den Ver­gleich auf 26.793,05 Eu­ro fest­ge­setzt.

Der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Klägers hat ge­gen die­sen ihm am 30.06.2011 zu­ge­stell­ten Be­schluss am Fol­ge­tag Be­schwer­de ein­ge­legt und be­gehrt die Fest­set­zung ei­nes Ver­gleichs­mehr­werts von 526.793,05 Eu­ro. Nach An­sicht des Be­schwer­deführers ha­be das Ar­beits­ge­richt Zif­fer 9 des Ver­gleichs nicht aus­rei­chend hoch be­wer­tet. Die­se Ab­gel­tungs­klau­sel sei im Hin­blick auf die mit Schrei­ben vom 01.12.2010 an­gekündig­ten Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen der Be­klag­ten ge­genüber dem Kläger ver­ein­bart wor­den. Aus­ge­hend von der sei­tens der Be­klag­ten ge­nann­ten ge­gen sie ge­rich­te­ten For­de­rung im sie­ben­stel­li­gen Be­reich und un­ter Vor­nah­me ei­nes Ab­schlags nach Berück­sich­ti­gung ei­ner mögli­chen Be­schränkung der Haf­tung des Klägers sei die Aus­gleichs­klau­sel bezüglich ei­ner mit­er­le­dig­ten Scha­dens­er­satz­for­de­rung mit ca 500.000,- Eu­ro zu be­wer­ten.

Das Ar­beits­ge­richt hat der Be­schwer­de mit Be­schluss vom 01.08.2011 teil­wei­se ab­ge­hol­fen und den Ver­gleichs­wert un­ter Erhöhung um ein Brut­to­mo­nats­ge­halt des Klägers für Zif­fer 9 des Ver­gleichs auf 32.635,95 Eu­ro fest­ge­setzt. Im Übri­gen hat es der Be­schwer­de nicht ab­ge­hol­fen. Das Ar­beits­ge­richt hat dies da­mit be­gründet, das wirt­schaft­li­che In­ter­es­se des Klägers be­mes­se sich nach dem Scha­dens­er­satz­ri­si­ko, dem sich der Kläger im Zeit­punkt des Ver­gleichs­ab­schlus­ses rea­lis­ti­scher­wei­se aus­ge­setzt ge­se­hen ha­be. Die­ses sei vor­lie­gend un­ter Ein­be­zie­hung der Grundsätze der be­schränk­ten Ar­beit­neh­mer­haf­tung ma­xi­mal mit ei­ni­gen Brut­to­mo­nats­gehältern zu be­mes­sen ge­we­sen, wes­halb ei­ne Be­wer­tung der Klau­sel mit ei­nem Brut­to­mo­nats­ge­halt an­ge­sichts des noch nicht geklärten Ver­schul­dens­grads des Klägers an­ge­mes­sen sei. Das Ar­beits­ge­richt hat das Ver­fah­ren hin­sicht­lich des Teils der Be­schwer­de, dem es nicht ab­ge­hol­fen hat, dem Lan­des­ar­beits­ge­richt zur Ent­schei­dung vor­ge­legt.

II. Die Be­schwer­de des Klägers ist zulässig. Sie wur­de ins­be­son­de­re form- und frist­ge­recht ein­ge­legt. Auch über­steigt der Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des nach der Teil­ab­hil­fe den Min­dest­be­schwer­de­wert von 200,-- € im Sin­ne von § 33 Abs. 3 S.1 RVG.

In der Sa­che hat das Rechts­mit­tel je­doch kei­nen Er­folg. Die Be­schwer­de ist un­be­gründet, da das Ar­beits­ge­richt Zif­fer 9 des Ver­gleichs je­den­falls nicht zu nied­rig be­wer­tet hat. Ei­ne möglich Abände­rung des Be­schlus­ses des Ar­beits­ge­richts zum Nach­teil des Be­schwer­deführers ist dem Be­schwer­de­ge­richt auf­grund des Ver­bots der re­for­ma­tio in pei­us nach § 33 Abs. 3 RVG ver­wehrt.
Wer­den in ei­nem Ver­gleich ne­ben den streit­ge­genständ­li­chen Ansprüchen auch nicht rechtshängi­ge Ansprüche oder Rech­te ge­re­gelt, ist der Ver­gleichs­wert in der Re­gel durch ei­ne Wert­ad­di­ti­on der er­fass­ten Ansprüche zu er­mit­teln, wo­bei der Ein­zel­wert des zusätz­lich ge­re­gel­ten Ge­gen­stan­des selbständig nach den all­ge­mei­nen Be­wer­tungs­re­geln der §§ 39 ff GKG und §§ 3 ff ZPO zu be­zif­fern sind. Ei­ne vol­le Wert­ad­di­ti­on kommt nur in Be­tracht, wenn es sich bei den zusätz­lich ge­re­gel­ten Ge­genständen je­weils um selbständi­ge und - nach Maßga­be von Nr. 1000 des Vergütungs­ver­zeich­nis­ses der An­la­ge 1 zum RVG - zwi­schen den Par­tei­en strei­ti­ge Ansprüche han­delt. Dies ent­spricht ständi­ger Recht­spre­chung der Be­schwer­de­kam­mer (vgl. nur LAG Rhein­land-Pfalz Be­schl. v. 21.08.2009 - 1 Ta 190/09 und Be­schl. v. 22.12.2009 - 1 Ta 287/09).
Der Ver­gleichs­mehr­wert rich­tet sich dann nach dem wirt­schaft­li­chen In­ter­es­se der Ver­trags­par­tei­en an der kon­kre­ten Ver­gleichs­re­ge­lung. Ver­ein­ba­ren die Par­tei­en die Ab­gel­tung sämt­li­cher noch zwi­schen ih­nen be­ste­hen­der be­strit­te­ner For­de­run­gen mit der Erfüllung des Ver­gleichs, ist die ent­spre­chen­de Klau­sel grundsätz­lich mit ei­nem wirt­schaft­li­chen Mehr­wert in vol­ler Höhe der mit­er­le­dig­ten Ansprüche an­zu­set­zen (vgl. LAG Rhein­land-Pfalz, Be­schl. v. 20.10.2008 – 1 Ta 177/08).
Vor­aus­set­zung hierfür ist al­ler­dings, dass die durch ei­ne Ab­gel­tungs­klau­sel er­le­dig­ten For­de­run­gen zum Zeit­punkt des Ver­gleichs­schlus­ses be­reits so­weit ma­ni­fes­tiert und kon­kre­ti­siert sind, dass der je­wei­li­ge For­de­rungs­geg­ner die Reich­wei­te der Ab­gel­tung einschätzen kann. Dies ist ins­be­son­de­re dann der Fall, wenn die For­de­rung rechtshängig ge­macht wur­de oder über ih­re Höhe so­gar schon ge­richt­lich Be­weis er­ho­ben wor­den ist (vgl. hier­zu LAG Rhein­land-Pfalz, Be­schl. v. 20.10.2008 – 1 Ta 177/08). Es ist al­ler­dings nicht er­for­der­lich, dass der For­de­rungs­in­ha­ber sei­nen Wil­len zur Durch­set­zung der For­de­rung durch die Ein­lei­tung ei­nes ge­richt­li­chen Ver­fah­rens do­ku­men­tiert, es genügt, dass die For­de­rung so­weit präzi­siert und ak­tua­li­siert ist, dass der For­de­rungs­geg­ner aus­ge­hend von ei­ner ob­jek­tiv vernünf­ti­gen Hand­lungs­wei­se des For­de­rungs­in­ha­bers von ei­ner Gel­tend­ma­chung der For­de­rung ihm ge­genüber aus­ge­hen muss (LAG Rhein­land-Pfalz, Be­schl. v. 22.10.2008 – 1 Ta 177/08). Hin­ge­gen sind le­dig­lich de­kla­ra­to­ri­sche Aus­gleichs­klau­seln (vgl. LAG Köln, Be­schl. v. 28.10.2010 - 2 Ta 316/10; LAG Schles­wig-Hol­stein, Be­schl. v. 06.03.1997 – 4 Ta 110/96) bzw. Ab­gel­tungs­klau­seln bezüglich For­de­run­gen, die le­dig­lich po­ten­ti­ell hätten gel­tend ge­macht wer­den können, als nicht streit­wert­erhöhend zu be­wer­ten, weil in die­sen Fällen die Vor­aus­set­zun­gen der Nr. 1000 VV RVG hin­sicht­lich der Bei­le­gung ei­nes Streits oder ei­ner Un­ge­wiss­heit nicht erfüllt sind (vgl. LAG Rhein­land-Pfalz, Be­schl. v. 20.12.2007 – 1 Ta 279/07). An­dern­falls müss­ten sol­che de­kla­ra­to­ri­schen Re­ge­lun­gen, die häufig le­dig­lich zur Ab­si­che­rung der endgülti­gen Aus­ein­an­der­set­zung in ei­nen Ge­samt­ver­gleich auf­ge­nom­men wer­den, stets streit­wert­erhöhend berück­sich­tigt wer­den, in­dem man sämt­li­che theo­re­tisch be­ste­hen­den For­de­run­gen der Par­tei­en ge­gen­ein­an­der be­wer­tet (vgl. LAG Rhein­land-Pfalz, Be­schl. v. 20.12.2007 - 1 Ta 279/07; LAG Düssel­dorf, Be­schl. v. 27.11.1980 - 7 Ta 189/80). Dies würde ge­ra­de in Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren we­gen außer­or­dent­li­cher Kündi­gun­gen, in de­nen oft­mals der Kündi­gungs­grund die Ver­let­zung von Vermögens­in­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers ist und in de­nen des­halb der Ar­beit­ge­ber pau­schal Scha­dens­er­satz­ansprüche be­haup­tet, zur Fol­ge ha­ben, dass jed­we­de ein­mal va­ge im Rau­me ste­hen­den be­haup­te­ten Scha­dens­po­si­tio­nen in die Be­wer­tung mit ein­be­zo­gen wer­den müss­ten. Dies ist je­doch nicht in Ein­klang mit dem Merk­mal "Streit/Un­ge­wiss­heit" der Par­tei­en über ei­ne For­de­rung zu brin­gen, da hierfür min­des­tens er­for­der­lich ist, dass Ge­gen­stand und Um­fang der For­de­rung so weit für den For­de­rungs­geg­ner fass­bar sind, dass er sich ei­ne Mei­nung über den tatsächli­chen Be­stand der For­de­rung bil­den und sie einschätzen und ge­ge­be­nen­falls bekämp­fen kann. Hierfür ist nicht zwangsläufig ei­ne ge­naue Be­zif­fe­rung der For­de­rung not­wen­dig (so aber Koch in Er­fur­ter Kom­men­tar, 11. Aufl. 2011, ArbGG, § 12, Rn. 21). Er­for­der­lich ist je­doch, dass ih­re un­gefähre Höhe für den For­de­rungs­geg­ner fass­bar ist. Ist ei­ne For­de­rung we­der nach Grund noch nach Höhe abschätz­bar, son­dern im Vor­feld des Ver­gleichs le­dig­lich pau­schal ein­mal be­haup­tet wor­den, oh­ne dass der For­de­rungs­geg­ner (noch) ernst­haft mit der Durch­set­zung des An­spruchs rech­nen muss, kann ih­re Ab­gel­tung für ihn da­her (noch) kei­nen wirt­schaft­li­chen Wert ha­ben.

Im Streit­fal­le war für den Kläger - je­den­falls im Zeit­punkt des Ver­gleichs­ab­schlus­ses - nicht er­sicht­lich, in­wie­weit die Be­klag­te ei­nen mögli­chen Scha­den noch gel­tend ma­chen und auch durch­set­zen würde. Bis zum Ver­gleichs­schluss war nicht er­kenn­bar, ob der Be­klag­ten über­haupt ein Scha­den ent­ste­hen würde, da der Pro­zess vor dem Lu­xem­bur­ger Ge­richt ge­gen sie noch nicht ab­ge­schlos­sen wor­den war. Die Be­klag­te hat zu­dem ih­re be­haup­te­ten Scha­dens­er­satz­ansprüche dem Kläger ge­genüber we­der rechtshängig noch kon­kret fass­bar be­nannt oder so­gar gel­tend ge­macht. Sie ha­be sich le­dig­lich früher ein­mal in ei­nem außer­ge­richt­li­chen Schrei­ben und münd­lich dem Kläger ge­genüber ei­nes Scha­dens­er­satz­an­spru­ches un­ter ge­wis­sen Vor­aus­set­zun­gen berühmt, oh­ne die­sen in der Fol­ge­zeit zu be­zif­fern und oh­ne dass der Kläger kon­kret abschätzen konn­te, wel­chem Scha­dens­er­satz­ri­si­ko er tatsächlich aus­ge­setzt war. Auch blieb völlig of­fen, wel­cher Ver­schul­dens­grad des Klägers im Hin­blick auf die Ver­ur­sa­chung ei­nes et­wai­gen Scha­dens an­zu­neh­men sein würde. Grund und Höhe ei­ner ge­genüber dem Kläger auch nur an­satz­wei­se in den Raum ge­stell­ten oder so­gar gel­tend ge­mach­ten For­de­rung wa­ren für die­sen bis zum Ver­gleichs­schluss we­der einschätz- noch be­zif­fer­bar. Folg­lich hat auch der Be­schwer­deführer hin­sicht­lich sei­nes Be­gehrs le­dig­lich ei­ne sehr pau­scha­le Schätzung vor­neh­men können, die auf der nicht nach­prüfba­ren An­nah­me be­ruht, der Kläger ha­be da­mit rech­nen müssen, we­gen ei­nes an­tei­li­gen Ver­schul­dens mit ¼ der For­de­rung ge­gen die Be­klag­te in An­spruch ge­nom­men zu wer­den.
Zu­dem er­scheint es mehr als zwei­fel­haft, ob die Be­klag­te tatsächlich be­ab­sich­tig­te, ih­re For­de­rung auch durch­zu­set­zen. Für den Kläger war dies je­den­falls nicht mehr er­kenn­bar. Die Par­tei­en ha­ben im Ver­gleich die außer­or­dent­li­che Kündi­gung in ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung mit ei­ner ent­spre­chen­den Ge­halts­nach­zah­lungs­ver­pflich­tung um­ge­wan­delt. In Zif­fer 4 des Ver­gleichs hat sich die Be­klag­te zu­dem ver­pflich­tet, dem Kläger zusätz­lich für den Ver­lust sei­nes Ar­beits­plat­zes ei­ne Ab­fin­dung in Höhe von 9 Mo­nats­gehältern auf Ba­sis sei­nes Grund­lohns zu zah­len. Auch dies deu­tet dar­auf hin, dass ein Wil­le der Be­klag­ten zur Gel­tend­ma­chung ei­ner Scha­dens­er­satz­for­de­rung zum Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses nicht mehr vor­han­den war.
Es ist da­her nicht er­kenn­bar, dass im maßgeb­li­chen Zeit­punkt des Ver­gleichs­ab­schlus­ses ei­ne kon­kre­te strei­ti­ge Scha­dens­er­satz­for­de­rung der Be­klag­ten zwi­schen den Par­tei­en über­haupt im Rau­me stand, an de­ren Ab­gel­tung ein mess­ba­res wirt­schaft­li­ches In­ter­es­se des Klägers be­stand.

Nach al­le­dem war die un­be­gründe­te Be­schwer­de mit der Kos­ten­fol­ge aus § 97 Abs. 1 ZPO i. V. m. Nr. 8614 der An­la­ge 1 zu § 3 Abs. 2 GKG zurück­zu­wei­sen.

Ein Rechts­mit­tel ist ge­gen die­sen Be­schluss nach § 33 Abs. 4 S. 3 RVG nicht ge­ge­ben.

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