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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Urlaub: Krankheit, Krankheit: Urlaub, Urlaubsabgeltung, Mehrurlaub
   
Gericht: Landesarbeitsgericht München
Akten­zeichen: 3 Sa 280/10
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 29.07.2010
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht München, Urteil vom 11.02.2010, 3 Ca 10454/09
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 22.05.2012, 9 AZR 618/10
   

3 Sa 280/10

3 Ca 10454/09 (ArbG München)

 

Verkündet am: 29.07.2010

Kübler Ur­kunds­be­am­ter der Geschäfts­stel­le

 

Lan­des­ar­beits­ge­richt München

Im Na­men des Vol­kes

UR­TEIL

In dem Rechts­streit


A.
A-Straße, A-Stadt

- Kläger und Be­ru­fungskläger -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:
Rechts­anwälte B. B-Straße, B-Stadt

ge­gen

E.
C-Straße, B-Stadt

- Be­klag­ter und Be­ru­fungs­be­klag­ter -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:
Rechts­anwälte D. D-Straße, B-Stadt

 

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hat die 3. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts München auf Grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 9. Ju­li 2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Dr. Ro­sen­fel­der und die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Ja­giel­la-Stüwe und Hu­ber

für Recht er­kannt:

1. Auf die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das En­dur­teils des Ar­beits­ge­richts München vom 11.02.2010 - 3 Ca 10454/09 - geändert:

Der Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger € 3.118,52 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus € 8.033,71 für die Zeit vom 01.04.2009 bis 30.07.2009, aus € 3.264,94 für die Zeit vom 31.07.2009 bis 26.11.2009 und aus € 3.118,52 seit 27.11.2009 zu zah­len.

2. Die Kos­ten des Rechts­streits wer­den dem Be­klag­ten auf­er­legt.

3. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

Tat­be­stand:

Die Par­tei­en strei­ten um die Ab­gel­tung über­ge­setz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laubs, den der Kläger we­gen dau­er­haf­ter Ar­beits­unfähig­keit bis zum Aus­schei­den aus dem Ar­beits­verhält­nis nicht mehr ein­brin­gen konn­te.

Der Kläger war vom 01.01.1976 bis zum 31.03.2009 beim Be­klag­ten der U. B-Stadt als tech­ni­scher An­ge­stell­ter beschäftigt. Der Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en vom 02.01.1976 be­stimmt in § 2, dass sich das Ar­beits­verhält­nis nach den Vor­schrif­ten des Bun­des-An­ge­stell­ten-Ta­rif­ver­tra­ges vom 23.02.1961, den zur Ergänzung so­wie Ände­rung ab­ge-

 

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schlos­se­nen bzw. künf­tig ab­zu­sch­ließen­den Ta­rif­verträgen und der Son­der­re­ge­lung zum BAT be­misst.

Der Kläger war vom 23.10.2007 bis zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses am 31.03.2009 durch­ge­hend ar­beits­unfähig und krank­ge­schrie­ben.

Nach Ablösung des Bun­des-An­ge­stell­ten-Ta­rif­ver­tra­ges durch den Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) fand seit 01.11.2006 der Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst der Länder (TV-L) auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en An­wen­dung.

Der Kläger hat mit Kla­ge vom 13.07.2009 Ab­gel­tung von 59 Ur­laubs­ta­gen - 15 Ta­ge aus dem Jahr 2007, 35 Ta­ge aus dem Jahr 2008 und (auf­ge­run­det) neun Ta­ge aus dem Jahr 2009 - in Höhe von ins­ge­samt 8.088,16 € gel­tend ge­macht, wo­bei es sich um ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laub nach § 3 BUrlG, um Zu­satz­ur­laub für schwer­be­hin­der­te Men­schen gem. § 125 SGB IX und um über­ge­setz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laub nach § 26 Abs. 1 TV-L han­del­te. Im Lau­fe des Rechts­streits galt der Be­klag­te den noch nicht in Na­tur ein­ge­brach­ten ge­setz­li­chen Ur­laub so­wie den Zu­satz­ur­laub für schwer­be­hin­der­te Men­schen für die Jah­re 2007, 2008 und 2009 ab und zahl­te auf die­se Ansprüche ins­ge­samt 4.914,89 € brut­to an den Kläger aus. Die Par­tei­en ha­ben in­so­weit im ers­ten Rechts­zug übe­rein­stim­men­de Er­le­di­gungs­erklärun­gen ab­ge­ge­ben und erst­in­stanz­lich zu­letzt nur noch um die Ab­gel­tung über­ge­setz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laubs nach § 26 TV-L im Um­fang von je­weils zehn Ta­gen für die Jah­re 2007 und 2008 so­wie drei Ta­gen für das Jahr 2009 ge­strit­ten, wo­bei sie übe­rein­stim­mend von ei­ner Ab­gel­tung je Ur­laubs­tag in Höhe von 135,59 € brut­to aus­ge­hen.

Der Kläger hat, Be­zug neh­mend auf die Recht­spre­chung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs und des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum Ver­fall von Ur­laub bei dau­er­haf­ter Ar­beits­unfähig­keit (EuGH 20.01.2009 - C-350/06 und C-520/06 - „Schultz-Hoff, Strin­ger“ u. a., im Fol­gen­den: „Schultz-Hoff“; BAG 24.03.2009 - 9 AZR 983/07), vor­ge­bracht, er könne auch Ab­gel­tung des über­ge­setz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laubs ver­lan­gen, weil § 26 TV-L nicht zwi­schen dem ge­setz­li­chen und dem ta­rif­li­chen Ur­laub dif­fe­ren­zie­re. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en sei­en bei Schaf­fung des § 26 TV-L übe­rein­stim­mend da­von aus­ge­gan­gen, dass we­gen Ar­beits­unfähig­keit nicht ge­nom­me­ner Ur­laub, der we­gen Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht

 

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mehr ein­ge­bracht wer­den könne, ver­fal­le, und zwar so­wohl der ge­setz­li­che Min­des­t­ur­laub als auch der ta­rif­ver­trag­li­che Mehran­spruch, und dass dem­zu­fol­ge kein An­spruch auf Ur-laubs­ab­gel­tung be­ste­he. Dies ha­be bei Schaf­fung des TV-L der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­spro­chen. So­mit hätten die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en kei­nen An­lass für ei­ne aus­drück­li­che Re­ge­lung des Ver­falls ge­se­hen. Bestätigt wer­de dies auch durch die ta­rif­li­che Vor­ge­schich­te. Die Vorgänger­vor­schrift des § 26 TV-L - § 51 BAT - ha­be bis 1986 aus­drück­lich ge­re­gelt, dass ein An­spruch auf Ur­laubs­ab­gel­tung auch dann be­ste­he, wenn der Ur­laub we­gen Ar­beits­unfähig­keit bis zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht mehr gewährt wer­den könne. Dar­auf hätten die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en durch den 55. Ände­rungs­ver­trag zum BAT § 51 BAT mit Wir­kung zum 01.01.1987 da­hin­ge­hend geändert, dass nun­mehr hin­sicht­lich der Ab­gel­tung von Ur­laub kei­ne ta­rif­li­chen Be­son­der­hei­ten mehr ge­gol­ten hätten, son­dern die vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­wi­ckel­ten Recht­spre­chungs­grundsätze zur An­wen­dung ge­kom­men sei­en, wo­nach der ge­sam­te Ur­laubs­an­spruch, der vor Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses we­gen Ar­beits­unfähig­keit nicht mehr ge­nom­men wer­den konn­te, dem Ver­fall un­ter­lag.

Der Kläger hat des­halb im ers­ten Rechts­zug be­an­tragt:

Der Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger 3.118,52 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 8.033,71 € für die Zeit vom 01.04.2009 bis 30.07.2009, aus 3.264,94 € für die Zeit vom 31.07.2009 bis 26.11.2009 und aus 3.118,52 € seit dem 27.11.2009 zu be­zah­len.

Der Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt.

Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, je­den­falls der zu­letzt noch al­lei­ne streit­ge­genständ­li­che über­ge­setz­li­che ta­rif­li­che Ur­laubs­an­spruch des Klägers sei ver­fal­len, weil § 26 TV-L zwi­schen dem ge­setz­li­chen Ur­laub ei­ner­seits und dem ta­rif­ver­trag­li­chen Mehr­ur­laub an­de­rer­seits dif­fe­ren­zie­re. Dies wer­de schon im Wort­laut des § 26 Abs. 2 TV-L deut­lich, wo­nach das Bun­des­ur­laubs­ge­setz „im Übri­gen ... mit fol­gen­den Maßga­ben“ gel­te. Vor al­lem aus § 26 Abs. 2 a TV-L wer­de deut­lich, dass der ta­rif­ver­trag­li­che Mehr­ur­laub ver­fal­le, wenn er we­gen Ar­beits­unfähig­keit in­ner­halb des Über­tra­gungs­zeit­raums nicht an­ge­tre­ten wer­den könne. Auch wenn die Rechts­fol­ge des Ver­falls in der ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lung nicht

 

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aus­drück­lich an­ge­spro­chen wer­de, sei doch die un­aus­ge­spro­che­ne Rechts­fol­ge des Ur­laubs­ver­falls ein­deu­tig.

Das Ar­beits­ge­richt München hat mit En­dur­teil vom 11.02.2010, auf das hin­sicht­lich des un­strei­ti­gen Sach­ver­halts und des strei­ti­gen Vor­trags der Par­tei­en im Ers­ten Rechts­zug so­wie der Ein­zel­hei­ten der recht­li­chen Erwägun­gen des Erst­ge­richts ver­wie­sen wird, die Kla­ge ab­ge­wie­sen.

Es hat zur Be­gründung aus­geführt, der über­ge­setz­li­che ta­rif­li­che Ur­laub sei nach § 26 Abs. 2 a TV-L und § 7 Abs. 3 BUrlG ver­fal­len und da­her nicht gem. § 7 Abs. 4 BUrlG ab­zu­gel­ten. Die vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG 24.03.2009 - 9 AZR 983/07) ge­for­der­te richt­li­ni­en­kon­for­me Fort­bil­dung des § 7 Abs. 3 und 4 BUrlG er­ge­be, dass Ur­laubs­ansprüche nicht erlöschten, wenn Ar­beit­neh­mer bis zum En­de des Ur­laubs­jahrs und/oder des Über­tra­gungs­zeit­raums in­fol­ge Krank­heit ar­beits­unfähig sei­en. Dies gel­te aber nach der ge­nann­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts nicht für den über­ge­setz­li­chen Mehr­ur­laub, wenn die (Ar­beits­ver­trags- oder Ta­rif­ver­trags-)Par­tei­en den Mehr­ur­laub vom ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laub ab­ge­kop­pelt hätten. Die­sen Mehr­ur­laub könn­ten die Par­tei­en frei re­geln. Al­ler­dings müss­ten für ei­nen sol­chen Re­ge­lungs­wil­len der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zu­fol­ge deut­li­che An­halts­punk­te be­ste­hen. Sol­che An­halts­punk­te sei­en hier ge­ge­ben. Sie ergäben sich aus der Re­ge­lung des § 26 Abs. 2 b TV-L be­tref­fend die Zwölf­te­lung des Ur­laubs bei Be­ginn und En­de im Ka­len­der­jahr, wo­bei § 5 BUrlG un­berührt blei­be mit der Fol­ge, dass der Ar­beit­neh­mer bei ei­nem Aus­schei­den in der zwei­ten Jah­reshälf­te zwar den vol­len Jah­res­ur­laub nach § 5 Abs. 1 BUrlG er­wer­be, hin­sicht­lich des ta­rif­li­chen Ur­laubs je­doch nur ei­nen Teil­ur­laubs­an­spruch, fer­ner aus § 26 Abs. 1 Satz 6 TV-L, wo be­stimmt sei, dass Bruch­tei­le von Ur­laubs­ta­gen von un­ter 0,5 an­ders als beim ge­setz­li­chen Ur­laub nicht ma­the­ma­tisch kor­rekt berück­sich­tigt wer­den, son­dern un­berück­sich­tigt blei­ben. Es sei nicht er­for­der­lich, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en im Ta­rif­ver­trag ge­ra­de hin­sicht­lich des Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruchs ei­ne aus­drück­li­che Re­ge­lung ge­trof­fen hätten. Aus­rei­chend sei die Ab­kop­pe­lung des über­ge­setz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laubs von dem ge­setz­li­chen Ur­laub ge­ne­rell.

 

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Der Kläger hat ge­gen das ihm am 02.03.2010 zu­ge­stell­te En­dur­teil vom 11.02.2010 mit ei­nem am 25.03.2010 beim Be­ru­fungs­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se zu­gleich be­gründet.

Er pflich­tet dem Ar­beits­ge­richt in der Dar­stel­lung der jüngs­ten Recht­spre­chung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs und des Bun­des­ar­beits­ge­richts bei, meint aber, das vom Ar­beits­ge­richt ge­fun­de­ne Er­geb­nis des Ver­falls des ta­rif­ver­trag­li­chen Mehr­ur­laubs sei feh­ler­haft. Mit der An­nah­me, es rei­che für die Ab­kop­pe­lung des ta­rif­li­chen Mehr­ur­laubs vom ge­setz­li­chen Ur­laub aus, wenn die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en den über­ge­setz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laubs­an­spruch über­haupt ge­genüber dem ge­setz­li­chen Ur­laubs­an­spruch dif­fe­ren­ziert ge­re­gelt hätten, ver­ken­ne das Ar­beits­ge­richt den recht­li­chen An­satz des Bun­des­ar­beits­ge­richts, das die Fra­ge der Ab­kop­pe­lung aus­drück­lich im Hin­blick auf die­je­ni­gen Re­ge­lun­gen der KA­VO be­hand­le, die sich spe­zi­ell mit der Ab­gel­tung nicht gewähr­ten Ur­laubs be­fas­sen. Da­ge­gen be­fas­se sich das Bun­des­ar­beits­ge­richt nicht mit an­de­ren Re­ge­lun­gen der KA­VO, in de­nen bei an­de­ren Fra­gen des Ur­laubs eben­falls vom Bun­des­ur­laubs­ge­setz ab­ge­wi­chen wer­de. Die vom Ar­beits­ge­richt für maßge­bend an­ge­se­hen An­halts­punk­te für ei­ne Ab­kop­pe­lung - die Re­ge­lung des § 26 Abs. 2 b TV-L be­tref­fend die Zwölf­te­lung des Ur­laubs so­wie die Be­stim­mung des § 26 Abs. 1 Satz 6 TV-L über die Nicht­berück­sich­ti­gung von Bruch­tei­len von we­ni­ger als ei­nem hal­ben Ur­laubs­tag - beträfen je­weils ei­ne ganz an­de­re Ma­te­rie. Dem Bun­des­ar­beits­ge­richt zu­fol­ge sei ei­ne Ab­wei­chung vom Ge­set­zes­recht je­doch „nur aus­nahms­wei­se“ an­zu­neh­men, wenn hierfür deut­li­che An­halts­punk­te bestünden. Auf ei­nen Ver­trau­ens­schutz könne sich der Be­klag­te ab Be­kannt­wer­den des Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 02.08.2006 nicht be­ru­fen.

Im Übri­gen wie­der­holt der Kläger sein erst­in­stanz­li­ches Vor­brin­gen.

Er be­an­tragt:

1. das En­dur­teil des Ar­beits­ge­richts München vom 1.02.2010 (3 Ca 10454/09) wird ab­geändert.

 

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2. Der Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger 3.118,52 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 8.033,71 € für die Zeit vom 01.04.2009 bis 30.07.2009, aus 3.264,94 € für die Zeit vom 31.07.2009 bis 26.11.2009 und aus 3.118,52 € seit dem 27.11.2009 zu be­zah­len.

Der Be­klag­te be­an­tragt, die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Er wie­der­holt sei­nen erst­in­stanz­li­chen Vor­trag und führt ergänzend aus, die For­mu­lie­rung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ma­che deut­lich, dass sich aus dem Ein­zel­ar­beits­ver­trag bzw. dem Ta­rif­ver­trag nur ge­ne­rell ei­ne Un­ter­schei­dung zwi­schen dem ge­setz­li­chen und dem über­ge­setz­li­chen Ur­laub er­ge­ben müsse, um von ei­ner selbstständi­gen Re­ge­lung der Ab­gel­tung des ta­rif­li­chen Mehr­ur­laubs aus­ge­hen zu können.

Hin­sicht­lich des sons­ti­gen Vor­brin­gens der Par­tei­en im zwei­ten Rechts­zug wird auf die Schriftsätze des Klägers vom 25.03.2010 und des Be­klag­ten vom 27.05.2010 so­wie auf die Sit­zungs­nie­der­schrift vom 09.07.2010 ver­wie­sen.

Ent­schei­dungs­gründe:

Die Be­ru­fung des Klägers ist be­gründet. Es ist da­von aus­zu­ge­hen, dass der gel­tend ge­mach­te über­ge­setz­li­che Ur­laub, den der Kläger krank­heits­be­dingt je­weils bis zum En­de des Ur­laubs­jahrs bzw. des Über­tra­gungs­zeit­raums nicht ein­brin­gen konn­te, ab­zu­gel­ten ist.

1. Das Ar­beits­ge­richt hat die vom Bun­des­ar­beits­ge­richt im An­schluss an die Ent­schei­dung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs vom 20.01.2009 (C-350/06 und C-520/06, „Schultz-Hoff“) in sei­ner Ent­schei­dung vom 24.03.2009 - 9 AZR 983/07 - ent­wi­ckel­ten Grundsätze im Aus­gangs­punkt zu­tref­fend wie­der­ge­ge­ben. Da­nach ist in richt­li­ni­en­kon­for­mer Fort­bil­dung von § 7 Abs. 3 und 4 BUrlG an­zu­neh­men, dass ge­setz­li­che Ur­laubs-

 

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ab­gel­tungs­ansprüche nicht erlöschen, wenn Ar­beit­neh­mer bis zum En­de des Ur­laubs­jahrs und/oder des Über­tra­gungs­zeit­raums er­krankt und des­we­gen ar­beits­unfähig sind, weil es Wort­laut, Sys­te­ma­tik und Zweck der in­ner­staat­li­chen Re­ge­lun­gen und die Zie­le des Art. 7 Abs. 1 und 2 der Richt­li­nie 2003/88/EG und der re­gelmäßig an­zu­neh­men­de Wil­le des na­tio­na­len Ge­setz­ge­bers zur ord­nungs­gemäßen Um­set­zung von Richt­li­ni­en ge­bie­ten, § 7 Abs. 4 BUrlG da­hin­ge­hend te­leo­lo­gisch zu re­du­zie­ren, dass die zeit­li­chen Be­schränkun­gen des Ur­laubs­an­spruchs in § 7 Abs. 3 Sätze 1, 3 und 4 BUrlG im Fal­le der krank­heits­be­ding­ten Ar­beits­unfähig­keit bis zum En­de des Ur­laubs­jah­res und/oder Über­tra­gungs­zeit­raums nicht be­ste­hen, weil der An­spruch je­des Ar­beit­neh­mers auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub ein be­son­ders be­deut­sa­mer Grund­satz des So­zi­al­rechts der Ge­mein­schaf­ten sei, von dem nicht ab­ge­wi­chen wer­den dürfe. Das Er­for­der­nis der Erfüll­bar­keit der Frei­stel­lung, der Ver­fall des Ur­laubs­an­spruchs und der Sur­ro­ga­ti­ons­cha­rak­ter des Ab­gel­tungs­an­spruchs sei­en im Ge­set­zes­wort­laut nicht aus­drück­lich an­ge­legt und dem Ge­set­zes­zu­sam­men­hang nicht in ei­ner Wei­se zu ent­neh­men, die je­de an­de­re Aus­le­gung aus­sch­ließe. Der Ver­fall sei in § 7 Abs. 3 und 4 BUrlG nicht aus­drück­lich an­ge­ord­net, die Ab­gel­tung im Wort­laut des § 7 Abs. 4 BUrlG nicht da­von abhängig ge­macht, dass der Ur­laubs­an­spruch erfüll­bar sei.

Das Ar­beits­ge­richt ist - im An­schluss an die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 24.03.2009 (9 AZR 983/07) - zu Recht auch da­von aus­ge­gan­gen, dass die Par­tei­en des Ein­zel­ar­beits­ver­tra­ges Ur­laubs- und Ur­laubs­ab­gel­tungs­ansprüche, die den von Art. 7 Abs. 1 der Ar­beits­zeit­richt­li­nie gewähr­leis­te­ten und von § 3 Abs. 1 BUrlG be­gründe­ten Min­des­t­ur­laubs­an­spruch von vier Wo­chen über­stei­gen, frei re­geln können, dass je­doch für ei­nen Re­ge­lungs­wil­len der Par­tei­en des Ein­zel­ar­beits­ver­tra­ges, der zwi­schen ge­setz­li­chen und über­ge­setz­li­chen ver­trag­li­chen Ansprüchen un­ter­schei­det, im Rah­men der Aus­le­gung nach §§ 133, 157 BGB deut­li­che An­halts­punk­te be­ste­hen müssen.

2. Die Be­ru­fungs­kam­mer ver­mag je­doch dem Ar­beits­ge­richt nicht dar­in zu fol­gen,
dass un­ter An­wen­dung der dar­ge­leg­ten recht­li­chen Grundsätze vor­lie­gend der zu­letzt streit­ge­genständ­li­che ta­rif­li­che Ur­laub nach § 26 TV-L ver­fal­len sei, da die den TV-L schließen­den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en hin­rei­chend deut­lich zwi­schen ge­setz­li­chem und über­ge­setz­li­chem, ta­rif­li­chem Ur­laub un­ter­schie­den hätten und es so zu ei­ner Ab­kop­pe­lung des ta­rif­ver­trag­li­chen Mehr­ur­laubs vom ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laub ge­kom­men sei.

 

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a) Zwar ist dem Ar­beits­ge­richt zu­zu­ge­ben, dass sich ein Wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en zur un­ter­schied­li­chen Be­hand­lung von ge­setz­li­chen und über­ge­setz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laubs­ansprüchen aus § 26 Abs. 2 b TV-L und aus § 26 Abs. 1 Satz 6 TV-L er­gibt.

Das Ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend her­aus­ge­ar­bei­tet, dass sich aus der Zwölf­te­lungs-Re­ge­lung im Fal­le des Be­ginns oder En­des des Ar­beits­verhält­nis­ses im Lau­fe ei­nes Jah­res un­ter Bei­be­hal­tung des § 5 BUrlG ei­ne deut­li­che Un­ter­schei­dung je­den­falls hin­sicht­lich der Rechts­fol­gen bei Aus­schei­den ei­nes Ar­beit­neh­mers in der zwei­ten Jah­reshälf­te er­gibt, weil hier der Ar­beit­neh­mer nach § 5 Abs. 1 BUrlG den vol­len (Min­dest-) Ur­laubs­an­spruch er­wirbt, während er hin­sicht­lich des (ta­rif­li­chen) Mehr­ur­laubs­an­spruchs nach § 26 Abs. 2 TV-L le­dig­lich ei­nen Teil­ur­laubs­an­spruch er­wer­be. Auch be­deu­tet § 26 Abs. 1 Satz 6 TV-L in­so­weit ei­ne Ab­wei­chung von den Grundsätzen des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes, als nach § 5 Abs. 2 BUrlG hin­sicht­lich des ge­setz­li­chen Ur­laubs Bruch­tei­le von Ur­laubs­ta­gen un­ter 0,5 „ma­the­ma­tisch kor­rekt“ berück­sich­tigt wer­den, wo­ge­gen sol­che Bruch­tei­le nach der ge­nann­ten Ta­rif­ver­trags­be­stim­mung „un­ter den Tisch fal­len“.

b) Al­ler­dings be­tref­fen die ge­nann­ten Re­ge­lun­gen nicht den Ver­fall oder die Ab­gel­tung von Ur­laubs­ansprüchen, son­dern ganz an­de­re ur­laubs­recht­li­che Fra­gen bzw. Re­ge­lungs­kom­ple­xe.

aa) Die Re­ge­lung des § 26 Abs. 2 b TV-L be­trifft den Um­fang des ta­rif­li­chen Ur­laubs­an­spruchs als sol­chen im Fal­le des Ein­tritts oder Aus­tritts aus dem Ar­beits­verhält­nis während des Ka­len­der­jah­res. Die­se „Ab­kop­pe­lung“ des ta­rif­li­chen Mehr­ur­laubs vom ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laub kann, wor­auf das Ar­beits­ge­richt zu Recht hin­ge­wie­sen hat, zu un­ter­schied­li­chen Rechts­fol­gen bei ei­nem Aus­schei­den aus dem Ar­beits­verhält­nis in der zwei­ten Hälfe ei­nes Ka­len­der­jah­res führen. Die­se Rechts­fol­ge be­trifft so­mit ei­ne Vor­fra­ge der Ab­gel­tung von Rest­ur­laub, der bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses noch be­steht bzw. noch nicht in na­tu­ra ein­ge­bracht ist. Die Fra­gen der Ab­gel­tung bzw. des Ver­falls von Rest­ur­laub ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en aber da­mit nicht ge­re­gelt - so­mit auch nicht i. S. ei­ner Ab­kop­pe­lung vom ge­setz­li­chen Ur­laub.

 

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bb) Das Glei­che gilt hin­sicht­lich der Re­ge­lung des § 26 Abs. 1 Satz 6 TV-L. Zum ei­nen
stellt die­se Be­stim­mung - wor­auf die Be­ru­fung zu Recht hin­weist - kei­ne Ab­wei­chung von § 5 BUrlG dar, weil sie nicht den dort ge­re­gel­ten Teil­ur­laub be­trifft, son­dern die Ur­laubs­dau­er bei Ab­wei­chun­gen von der Fünf-Ta­ge-Wo­che. Zum an­de­ren gilt auch hier, dass es nicht um die Fra­gen der Ab­gel­tung oder des Ver­falls von Ur­laub geht, son­dern um die - ggf. vor­ge­la­ger­te - Fra­ge des Um­fangs des Ur­laubs, der, falls er bis zum En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht ein­ge­bracht wur­de, un­ter Umständen ab­zu­gel­ten ist.

c) Aus der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 24.03.2009 (9 AZR 983/07)
folgt, dass sich die Ab­kop­pe­lung des über­ge­setz­li­chen Ur­laubs vom ge­setz­li­chen Ur­laub ge­ra­de auf die Re­ge­lung von Ab­gel­tung und Ver­fall des Ur­laubs­an­spruchs, al­so auf die kon­kre­te ur­laubs­recht­li­che Re­ge­lungs­fra­ge be­zie­hen muss, die den eu­ro­pa­recht­li­chen Schutz durch Art. 7 der Richt­li­nie 2003/88/EG be­trifft, und dass ei­ne Un­ter­schei­dung zwi­schen dem über­ge­setz­li­chen und dem ge­setz­li­chen Ur­laub in ir­gend­wel­chen an­de­ren Ein­zel­punk­ten in­so­weit nicht genügt, wenn sich die ta­rif­li­che Re­ge­lung des Mehr­ur­laubs nicht ins­ge­samt in wei­ten Tei­len von der Re­ge­lung des ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laubs löst.

aa) Dies folgt schon dar­aus, dass das Bun­des­ar­beits­ge­richt (aaO, Ju­ris - Rn. 85)
zwei­mal vom „Ver­fall“ und ein­mal von der „Ab­gel­tung“ spricht, die im dort in Be­zug ge­nom­me­nen Kol­lek­tiv­recht - der Kirch­li­chen Ar­beits- und Vergütungs­ord­nung (KA­VO) für die (Erz-)Bistümer Aa­chen, Es­sen, Köln, Müns­ter (nord­rhein-westfäli­scher Teil) und Pa­der­born - i. S. ei­ner sol­chen Ab­kop­pe­lung ge­re­gelt sei­en. Dies spricht dafür, dass nicht jeg­li­che Ab­wei­chung bei ein­zel­ver­trag­li­chen oder kol­lek­tiv­ver­trag­li­chen Re­ge­lung über den über­ge­setz­li­chen Ur­laub Dif­fe­ren­zie­run­gen sind, die den Ar­beits­ver­trags- oder den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en frei­ge­stellt sind, son­dern sich ge­ra­de auf den Be­reich von Ver­fall und Ab­gel­tung be­zie­hen müssen. Sonst wäre die Ar­gu­men­ta­ti­on des Bun­des­ar­beits­ge­richts kaum verständ­lich.

bb) Hin­zu kommt, dass dem Bun­des­ar­beits­ge­richt zu­fol­ge sol­che Ab­wei­chun­gen der
Ver­trags­part­ner vom Ge­set­zes­recht nur „aus­nahms­wei­se“ an­zu­neh­men sind, und dass es hierfür „deut­li­cher An­halts­punk­te“ be­darf.

d) Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind hier nicht ge­ge­ben.

 

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aa) Denn so­wohl dem Wort­laut als auch der Sys­te­ma­tik des § 26 TV-L ist zu ent­neh­men, dass nur ein­zel­ne - und zwar we­der den Ver­fall noch die Ab­gel­tung von Ur­laub be­tref­fen­de - Teil­kom­ple­xe bzw. Teil­fra­gen des Ur­laubs­rechts nach dem Wil­len der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ab­wei­chend vom Ge­setz ge­re­gelt und grundsätz­lich auch der über­ge­setz­li­che ta­rif­ver­trag­li­che Mehr­ur­laub dem Ge­set­zes­recht un­ter­stellt wer­den soll­ten. § 26 Abs. 2 Satz 1 TV-L be­stimmt, dass, ab­ge­se­hen von den in Abs. 1 nor­mier­ten Be­son­der­hei­ten, „im Übri­gen“ das Bun­des­ur­laubs­ge­setz „mit fol­gen­den Maßga­ben“ gilt. Dies be­deu­tet, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en nur punk­tu­el­le Ab­wei­chun­gen vom ge­setz­li­chen Ur­laubs­recht schaf­fen woll­ten, z. B. bei der Ur­laubs­dau­er im Fal­le ei­ner Ab­wei­chung von der Fünf-Ta­ge-Wo­che (§ 26 Abs. 1 Satz 6 TV-L) und bei der Re­ge­lung der Ur­laubs­dau­er im Fal­le ei­nes Aus­schei­dens in der zwei­ten Jah­reshälf­te (vgl. § 26 Abs. 2 b TV-L).

bb) Es kann so­mit auch nicht an­ge­nom­men wer­den, dass sich die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en „in wei­ten Tei­len“ vom ge­setz­li­chen Ur­laubs­re­gime gelöst und statt­des­sen ei­ge­ne Re­geln i. S. ei­ner ei­genständi­gen, zu­sam­menhängen­den und in sich kon­sis­ten­ten Ord­nung auf­ge­stellt ha­ben.

cc) Nach al­lem ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en we­der die Ab­gel­tung und den Ver­fall
des über­ge­setz­li­chen ta­rif­li­chen Mehr­ur­laubs noch die­sen Mehr­ur­laub ge­ne­rell ei­nem ei­ge­nen Ur­laubs­re­gime un­ter­wor­fen. Der bis zum En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses des Klägers krank­heits­be­dingt nicht ein­ge­brach­te Ur­laub ist des­halb ab­zu­gel­ten.

3. Die Zahl der ab­zu­gel­ten­den Ur­laubs­ta­ge so­wie die Höhe des Ab­gel­tungs­an­spruchs je Ur­laubs sind un­strei­tig.

4. Ein Ver­trau­ens­schutz steht dem Be­klag­ten nicht zu, da die mit Kla­ge­ein­gang
13.07.2009 gel­tend ge­mach­ten Ansprüche nach Be­kannt­ga­be der Vor­la­ge­ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 02.08.2006 er­ho­ben wur­den und zum da­ma­li­gen Zeit­punkt noch nicht ver­fal­len wa­ren (BAG 24.03.2009 - 9 AZR 983/07, Ju­ris - Rn. 69).

 

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5. Der Kläger hat An­spruch auf die gel­tend ge­mach­ten Zin­sen nach §§ 280 Abs. 2, 286 BGB.

6. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO.

7. Die Re­vi­si­on wird für den Be­klag­ten zu­ge­las­sen. Nähe­res hier­zu ist der nach­fol­gen­den Rechts­mit­tel­be­leh­rung zu ent­neh­men.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung:

Ge­gen die­ses Ur­teil kann der Be­klag­te Re­vi­si­on ein­le­gen.

Für den Kläger ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat ein­ge­legt und in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten be­gründet wer­den.

Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung des Ur­teils.

Die Re­vi­si­on muss beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Post­an­schrift:

Bun­des­ar­beits­ge­richt

99113 Er­furt

Te­le­fax-Num­mer:

0361 2636-2000

 

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ein­ge­legt und be­gründet wer­den.

Die Re­vi­si­ons­schrift und die Re­vi­si­ons­be­gründung müssen von ei­nem Rechts­an­walt un­ter­zeich­net sein.

Es genügt auch die Un­ter­zeich­nung durch ei­nen Be­vollmäch­tig­ten der Ge­werk­schaf­ten und von Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie von Zu­sam­men­schlüssen sol­cher Verbände
- für ih­re Mit­glie­der
- oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der

oder

von ju­ris­ti­schen Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich in wirt­schaft­li­chem Ei­gen­tum ei­ner der im vor­ge­nann­ten Ab­satz be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen,
- wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt
- und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In je­dem Fall muss der Be­vollmäch­tig­te die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Zur Möglich­keit der Re­vi­si­ons­ein­le­gung mit­tels elek­tro­ni­schen Do­ku­ments wird auf die Ver­ord­nung über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr beim Bun­des­ar­beits­ge­richt vom 09.03.2006 (BGBl. I, 519 ff.) hin­ge­wie­sen. Ein­zel­hei­ten hier­zu un­ter http://www.bun­des­ar­beits­ge­richt.de/.

 

Dr. Ro­sen­fel­der

Ja­giel­la-Stüwe 

Hu­ber

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