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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Altersdiskriminierung, Diskriminierung: Alter, Arbeitszeitverringerung, Teilzeit
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Hamm
Akten­zeichen: 8 Sa 942/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 30.01.2014
   
Leit­sätze:

1. Sieht ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung die Ermäßigung der wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 38 Std./Wo­che ab dem 40. Le­bens­jahr auf 36,5 Std./Wo­che und ab dem 50. Le­bens­jahr auf 35 Std./Wo­che vor, so kann die hier­in be­gründe­te Dif­fe­ren­zie­rung nach dem Le­bens­al­ter nicht als durch das ge­stei­ger­te Er­ho­lungs­bedürf­nis älte­rer Ar­beit­neh­mer ge­recht­fer­tigt an­ge­se­hen wer­den, wenn die Al­tersermäßigung (an­tei­lig) auch auf Teil­zeit­beschäftig­te An­wen­dung fin­det. Das Mo­tiv der Gleich­be­hand­lung von Teil­zeit- und Voll­zeit­beschäftig­ten ver­mag hier­an nichts zu ändern.

2. Die Un­wirk­sam­keit der Re­ge­lung hat ei­ne „An­pas­sung nach oben“ in der Wei­se zur Fol­ge, dass die Ar­beits­zeit­verkürzung auf 35 Std./Wo be­reits vor Voll­endung des 50. Le­bens­jah­res be­an­sprucht wer­den kann.

3. Hat der AN da­nach wöchent­lich mehr St­un­den ge­ar­bei­tet, als dies sei­ner re­du­zier­ten Ar­beits­ver­pflich­tung ent­sprach, steht ihm für die Ver­gan­gen­heit ein An­spruch auf Scha­dens­er­satz in Geld zu.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Herford, Urteil vom 18.06.2013, 1 Ca 1445/12
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 22.10.2015, 8 AZR 168/14
   

Te­nor:

Die Be­ru­fun­gen ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Her­ford vom 18.06.2013 – 1 Ca 1445/13 – wer­den mit der Maßga­be zurück­ge­wie­sen, dass der Ur­teils­te­nor nach Neu­fas­sung des Kla­ge­an­tra­ges hin­sicht­lich des Fest­stel­lungs­be­geh­rens wie folgt ge­fasst wird:

Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin Ar­beits­vergütung zu zah­len in Höhe von der den Voll­zeit­beschäftig­ten gewähr­ten Vergütung.

Von den Kos­ten des 2. Rechts­zu­ges trägt die Kläge­rin 1/6, die Be­klag­te 5/6.

Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

Tat­be­stand

Mit ih­rer Kla­ge macht die 1964 ge­bo­re­ne Kläge­rin, wel­che seit dem Jah­re 1990 bei der be­klag­ten Ge­werk­schaft bzw. de­ren Rechts­vorgänge­rin als
Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te mit ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von der­zeit 28,5 St­un­den beschäftigt ist, ei­nen An­spruch auf Scha­dens­er­satz we­gen un­zulässi­ger Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung gel­tend.

Die­sen An­spruch stützt die Kläge­rin auf den Stand­punkt, die in § 9 der all­ge­mei­nen Ar­beits­be­din­gun­gen (AAB) ge­trof­fe­ne Re­ge­lung, nach wel­cher die wöchent­li­che Ar­beits­zeit der älte­ren Beschäftig­ten stu­fen­wei­se ab dem 40. Le­bens­jahr und er­neut ab dem 50. Le­bens­jahr um je 1,5 Std. ab­ge­senkt wer­de, ver­s­toße ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot des § 7 Abs. 1 i.V.m. § 1 AGG, da in un­zulässi­ger Wei­se an das Merk­mal des Al­ters an­ge­knüpft wer­de. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten lie­ge kei­ne zulässi­ge un­ter­schied­li­che Be­hand­lung we­gen des Al­ters im Sin­ne des § 10 AGG vor. Ins­be­son­de­re könne die Al­ters­staf­fe­lung nicht da­mit ge­recht­fer­tigt wer­den, dass hier­mit dem al­ters­be­ding­ten Nach­las­sen der körper­li­chen und geis­ti­gen Kräfte und ei­nem ge­stei­ger­ten Er­ho­lungs­bedürf­nis älte­rer Ar­beit­neh­mer Rech­nung ge­tra­gen wer­den soll. Zum ei­nen sei nicht er­sicht­lich, dass be­reits mit dem Le­bens­al­ter von 40 Jah­ren die Leis­tungsfähig­keit des Ar­beit­neh­mers nach­las­se und aus die­sem Grun­de ei­ne Kom­pen­sa­ti­on durch Ar­beits­zeit­verkürzung ge­bo­ten sei. Zum an­de­ren ste­he es mit dem an­geb­li­chen Ziel des Ge­sund­heits­schut­zes in Wi­der­spruch, dass die Re­ge­lung auch auf Teil­zeit­kräfte An­wen­dung fin­de, wel­chen zusätz­lich das Wahl­recht zu­ge­bil­ligt wer­de, an­stel­le ei­ner an­tei­li­gen Ar­beits­zeit­verkürzung ei­ne ent­spre­chen­de Vergütungs­erhöhung zu er­hal­ten, wie dies anläss­lich der Voll­endung ih­res 40. Le­bens­jah­res auch bei der Kläge­rin selbst ge­hand­habt wor­den sei. Da im Fal­le der Un­wirk­sam­keit ei­ner Al­ters­staf­fe­lung al­lein ei­ne An­pas­sung „nach oben“ in Be­tracht kom­me, müsse sie – die Kläge­rin - so ge­stellt wer­den, als ha­be sie be­reits das 50. Le­bens­jahr voll­endet und die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner ent­spre­chen­den an­tei­li­gen Ar­beits­zeit­verkürzung er­reicht. Da ihr die zu be­an­spru­chen­de Ar­beits­zeit­verkürzung in der Ver­gan­gen­heit nicht gewährt wor­den sei, ste­he ihr hierfür ein Aus­gleich in Geld, und zwar in rech­ne­risch un­strei­ti­ger Höhe von 104,-- € brut­to/Mo­nat nebst Zin­sen zu. Für den wei­te­ren Zeit­raum bis zum Er­rei­chen des 50. Le­bens­jah­res be­gehrt die Kläge­rin ei­ne Klärung der Rechts­la­ge in Form ei­nes Fest­stel­lungs­be­geh­rens. Dem­ge­genüber hat die Be­klag­te im We­sent­li­chen vor­ge­tra­gen, die in § 9 AAB vor­ge­se­he­ne Al­ters­staf­fe­lung die­ne dem ge­stei­ger­ten Er­ho­lungs­bedürf­nis älte­rer Ar­beit­neh­mer und stel­le da­nach ei­ne nach § 10 Satz 1 AAG zulässi­ge un­ter­schied­li­che Be­hand­lung we­gen Al­ters dar. Dass die Re­ge­lung auch auf Teil­zeit­kräfte An­wen­dung fin­de, recht­fer­ti­ge sich un­ter dem Ge­sichts­punkt der Gleich­be­hand­lung von Teil­zeit- und Voll­zeit­beschäftig­ten und könne da­nach nicht be­an­stan­det wer­den.

Durch Ur­teil vom 18.06.2013 (Bl. 82 ff. d. A.), auf wel­ches we­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach­ver­halts und der Fas­sung der Anträge – ge­rich­tet auf Zah­lung von je 104,-- Eu­ro brut­to nebst Zin­sen für die Mo­na­te Ok­to­ber 2011 bis ein­sch­ließlich Mai 2013 so­wie auf Fest­stel­lung der maßgeb­li­chen Be­rech­nungs­grund­la­gen für das Ge­halt der Kläge­rin – ver­wie­sen wird, hat das Ar­beits­ge­richt die Zah­lungs­ansprüche der Kläge­rin für den Zeit­raum Ok­to­ber 2011 bis ein­sch­ließlich Ja­nu­ar 2012 we­gen Versäum­ung der Zwei­mo­nats­frist des § 15 Abs. 4 AGG ab­ge­wie­sen und im Übri­gen den Zah­lungs­anträgen so­wie dem ver­folg­ten Fest­stel­lungs­an­trag auf der Grund­la­ge des Kläger­vor­brin­gens ent­spro­chen. Mit ih­rer recht­zei­tig ein­ge­leg­ten und be­gründe­ten Be­ru­fung be­gehrt die Be­klag­te die Abände­rung der ar­beits­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung mit dem Ziel der vollständi­gen Kla­ge­ab­wei­sung, wo­hin­ge­gen die Kläge­rin mit ih­rer – vom Ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen – Be­ru­fung gel­tend macht, die in § 15 Abs. 4 AGG vor­ge­se­he­ne Zwei­mo­nats­frist sei durch die Sechs­mo­nats­frist des § 26 ABB ab­geändert wor­den. Zwar las­se § 15 Abs. 4 AGG ei­ne Ände­rung der Zwei­mo­nats­frist an sich nur durch ei­ne ta­rif­li­che Re­ge­lung zu. Un­ter Berück­sich­ti­gung des Um­stan­des, dass die Ge­werk­schaf­ten die Ar­beits­be­din­gun­gen ih­rer Beschäftig­ten nicht durch Ta­rif­ver­trag, son­dern zulässi­ger­wei­se durch Be­triebs­ver­ein­ba­rung re­gel­ten, sei ei­ne ent­spre­chen­de An­wen­dung der ge­nann­ten Vor­schrift auch auf die hier vor­lie­gen­de Re­ge­lung der Ar­beits­be­din­gun­gen durch Ge­samt­be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­bo­ten, um ei­ne Schlech­ter­stel­lung der Ge­werk­schafts­beschäftig­ten zu ver­mei­den. Von der wei­te­ren Dar­stel­lung des Sach­ver­halts wird gemäß § 69 Abs. 2 ArbGG 5 ab­ge­se­hen.

Ent­schei­dungs­gründe

Die bei­der­seits ein­ge­leg­ten Be­ru­fun­gen blei­ben oh­ne Er­folg.

B. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist un­be­gründet.

I. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten be­ste­hen ge­gen die Zulässig­keit der Kla­ge­anträge kei­ne Be­den­ken.

1. Mit der sprach­li­chen Neu­fas­sung des Fest­stel­lungs­an­tra­ges ist dem Er­for­der­nis Rech­nung ge­tra­gen, dass als Ge­gen­stand der Fest­stel­lungs­kla­ge al­lein ein Rechts­verhält­nis bzw. ei­ne hier­aus fol­gen­de Be­rech­ti­gung oder Ver­pflich­tung in Be­tracht kommt (§ 256 Abs. 1 ZPO).

2. Der Zulässig­keit der Fest­stel­lungs­kla­ge steht auch nicht der Um­stand ent­ge­gen, dass im Lau­fe des Ver­fah­rens wei­te­re als die be­zif­fert ein­ge­klag­ten Mo­nats­beträge fällig ge­wor­den und be­zif­fer­bar ge­wor­den sind. Zu ei­ner lau­fen­den Ak­tua­li­sie­rung und Kla­ge­er­wei­te­rung in Form ei­nes be­zif­fer­ten An­tra­ges be­steht je­den­falls dann kei­ne Not­wen­dig­keit, wenn der Streit der Par­tei­en al­lein den Grund des An­spruchs be­trifft und des­halb zu er­war­ten steht, dass auf die ge­richt­li­che Fest­stel­lung hin nicht al­lein die be­zif­fert ein­ge­klag­ten Rückstände, son­dern auch die bis zum Ur­teil­s­er­lass auf­ge­lau­fe­nen wei­te­ren Dif­fe­renz­beträge aus­ge­zahlt wer­den.

3. Das In­ter­es­se an als­bal­di­ger Fest­stel­lung folgt oh­ne Wei­te­res dar­aus, dass die Be­klag­te ei­ne ent­spre­chen­de Zah­lungs­ver­pflich­tung leug­net und das Be­ste­hen die­ser Ver­pflich­tung vom Ge­richt nicht al­lein als Vor­fra­ge der gel­tend ge­mach­ten Zah­lungs­anträge ge­prüft, son­dern – wie in § 256 Abs. 2 ZPO vor­ge­se­hen - an der Rechts­kraft der Ent­schei­dung teil­ha­ben soll.

4. Sch­ließlich be­gründet auch der Um­stand, dass die Kläge­rin zwi­schen­zeit­lich am 04.01.2014 das 50. Le­bens­jahr voll­endet hat und zu er­war­ten steht, dass die Be­klag­te ab dem Mo­nat Ja­nu­ar 2014 ihr die frag­li­che Ermäßigung der Ar­beits­zeit gem. § 9 AAB gewähren wird, kei­ne Not­wen­dig­keit, das Fest­stel­lungs­be­geh­ren aus­drück­lich zeit­lich zu be­gren­zen. Der Streit der Par­tei­en be­trifft nicht ei­nen auf § 9 ABB ge­rich­te­ten Erfüllungs­an­spruch für die Zeit ab Er­rei­chen der maßgeb­li­chen Al­ters­gren­ze von 50 Jah­ren, viel­mehr ver­langt die Kläge­rin Scha­dens­er­satz in Geld un­ter dem Ge­sichts­punkt der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung für ei­nen Zeit­raum, in wel­chem sie noch nicht das 50. Le­bens­jahr er­reicht hat, je­doch so ge­stellt wer­den will, als hätte sie das be­tref­fen­de Le­bens­al­ter be­reits er­reicht. Auf die­ser Grund­la­ge ver­steht es sich von selbst, dass das Fest­stel­lungs­be­geh­ren der Kläge­rin nicht zeit­lich un­be­schränkt, son­dern auf den Zeit­raum der an­geb­li­chen Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung be­zo­gen ist. Die­ses Verständ­nis ist auch aus Sicht der Be­klag­ten nicht zwei­fel­haft, nach­dem die Kläge­rin – wie die Par­tei­en in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor­ge­tra­gen ha­ben - für die Zeit ab Voll­endung des 50. Le­bens­jah­res kei­ne an­tei­li­ge Ent­gel­terhöhung bei gleich­blei­ben­der Ar­beits­zeit, son­dern ei­ne tatsächli­che Her­ab­set­zung der zu leis­ten­den Ar­beits­stun­den be­an­tragt hat.

II. In der Sa­che er­wei­sen sich Fest­stel­lungs- und Leis­tungs­an­trag der Kläge­rin als be­gründet. Die Kam­mer tritt der ar­beits­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung in der Be­gründung bei, dass die in § 9 AAB ge­trof­fe­ne Re­ge­lung über die Ermäßigung der Ar­beits­zeit für älte­re Ar­beit­neh­mer in ih­rer kon­kre­ten Aus­prägung ge­gen das Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung in § 7 Abs. 1 i.V.m. § 1 AGG verstößt mit der Fol­ge, dass die Be­klag­te der Kläge­rin gemäß § 15 Abs. 1 AGG Scha­dens­er­satz – und zwar in Geld – zu leis­ten hat.

1. Auch wenn man – ab­wei­chend vom Stand­punkt des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils -da­von aus­geht, dass die in § 9 Abs. 1 AAB vor­ge­se­he­ne Verkürzung der Ar­beits­zeit für älte­re Ar­beit­neh­mer ins­ge­samt - oder je­den­falls, so­weit sie in der zwei­ten Stu­fe an das 50. Le­bens­jahr an­knüpft - das zulässi­ge Ziel ver­folgt, dem ge­stei­ger­ten Er­ho­lungs­bedürf­nis älte­rer Beschäftig­ter Rech­nung zu tra­gen, die­ses Ziel ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung we­gen Al­ters im Sin­ne des § 10 Satz 1 AGG recht­fer­tigt und in der ge­trof­fe­nen Re­ge­lung hin­rei­chend deut­lich zum Aus­druck kommt, folgt aus der Ein­be­zie­hung der Teil­zeit­beschäftig­ten in die vor­ge­se­he­ne Ar­beits­zeit­verkürzung so­wie aus der die­sem Per­so­nen­kreis ein­geräum­ten Wahlmöglich­keit, an­stel­le ei­ner Ar­beits­zeit­verkürzung ei­nen Aus­gleich in Geld im We­ge der Auf­sto­ckung der Ar­beits­vergütung zu er­lan­gen, dass die Re­ge­lung in die­ser Aus­ge­stal­tung nicht als sach­lich ge­recht­fer­tig­te Bes­ser­stel­lung älte­rer Ar­beit­neh­mer an­ge­se­hen wer­den kann. Der Ge­sichts­punkt des Ge­sund­heits­schut­zes trägt je­den­falls in Be­zug auf die Grup­pe der Teil­zeit­beschäftig­ten die vor­ge­nom­me­ne Dif­fe­ren­zie­rung nicht.

Während in Be­zug auf die Grup­pe der Voll­zeit­beschäftig­ten der Ge­dan­ke des Ge­sund­heits­schut­zes durch Ar­beits­zeit­ermäßigung für älte­re Ar­beit­neh­mer als nach­voll­zieh­bar er­scheint und die gewähl­te Aus­ge­stal­tung der Re­ge­lung mit ei­ner Ab­sen­kung der Wo­chen­ar­beits­zeit von 38 auf 36,5 St­un­den be­reits ab dem 40. Le­bens­jahr noch von der Einschätzungs­präro­ga­ti­ve der Be­triebs­par­tei­en ge­deckt an­zu­se­hen sein mag, trifft der Ge­sichts­punkt des Über­for­de­rungs­schut­zes und des ge­stei­ger­ten Er­ho­lungs­bedürf­nis­ses auf die Grup­pe der Teil­zeit­kräfte er­sicht­lich nicht in ver­gleich­ba­rer Wei­se zu. Wenn zur Kom­pen­sa­ti­on der nach­las­sen­den Ar­beits­kraft ei­nes Voll­zeit­beschäftig­ten die­sem ei­ne Ar­beits­zeit­ermäßigung ge­genüber ei­nem jun­gen Ar­beit­neh­mer im Um­fang von ma­xi­mal drei St­un­den gewährt wird und dem­ent­spre­chend da­von aus­ge­gan­gen wird, dass bei ei­ner ver­blei­ben­den Ar­beits­zeit von 35 St­un­den/Wo­che ei­ne Über­for­de­rung des älte­ren Ar­beit­neh­mers ver­mie­den wird, so ist nicht ein­sich­tig, war­um ein teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer, der nur 20 oder 30 St­un­den/Wo­che ar­bei­tet und aus die­sem Grun­de mit sei­ner ar­beits­ver­trag­li­chen Tätig­keit von den an­ge­nom­me­nen Gren­zen der Leis­tungsfähig­keit weit ent­fernt bleibt, gleich­wohl ei­ne an das Le­bens­al­ter an­knüpfen­de Ar­beits­zeit­verkürzung er­hal­ten soll, ob­wohl auf ihn der Ge­sichts­punkt ei­nes ge­stei­ger­ten Bedürf­nis­ses, sich von der Ar­beit zu er­ho­len, er­sicht­lich nicht zu­trifft. Auch wenn nicht ver­kannt wird, dass auch ein teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer in­fol­ge der Be­las­tung durch Kin­der­zie­hung, Pfle­ge na­her An­gehöri­ger o. ä. nicht we­ni­ger als ein Voll­zeit­beschäftig­ter an sei­ne Be­las­tungs­gren­zen ge­lan­gen kann und aus die­sem Grun­de eben­falls die Verkürzung der Ar­beits­zeit der Kom­pen­sa­ti­on al­ters­be­dingt nach­las­sen­der Leis­tungsfähig­keit die­nen könn­te, trifft dies je­den­falls nicht auf die ge­sam­te Grup­pe der Teil­zeit­beschäftig­ten zu. Wie die Vor­schrift des § 8 Tz­B­fG zeigt, for­dert ein Teil­zeit­ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers kei­ner­lei sach­li­che Be­gründung auf Sei­ten des Ar­beit­neh­mers, viel­mehr können auch in­di­vi­du­el­le Wünsche der Le­bensführung da­zu führen, dass ein Ar­beit­neh­mer ei­ne Teil­zeit­beschäfti­gung wählt, um so mehr Frei­raum für die pri­va­te Le­bens­ge­stal­tung zu er­hal­ten und ent­we­der aus wirt­schaft­li­chen Gründen auf ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung nicht an­ge­wie­sen oder zu ei­nem ge­wis­sen Kon­sum­ver­zicht be­reit ist. Letz­te­re Grup­pe mag zwar ei­ne Min­der­heit un­ter den Teil­zeit­beschäftig­ten dar­stel­len; dem­ge­genüber kann aber je­den­falls nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass ty­pi­scher­wei­se je­der Teil­zeit­beschäftig­te sei­ne Leis­tungsfähig­keit im sel­ben Maße wie ein voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer ausschöpft und wie die­ser aus Gründen des ge­stei­ger­ten Er­ho­lungs­bedürf­nis­ses auf ei­ne Ermäßigung der wöchent­li­chen Ar­beits­zeit an­ge­wie­sen ist. Erst recht zeigt der Um­stand, dass den älte­ren Teil­zeit­beschäftig­ten die Möglich­keit ein­geräumt wird, an­stel­le ei­ner pro­por­tio­na­len Ar­beits­zeit­verkürzung ei­ne ent­spre­chen­de Vergütungs­erhöhung zu be­an­spru­chen, dass das Ziel, dem al­ters­be­ding­ten Nach­las­sen der Ar­beits­kraft und ei­nem hier­durch ge­stei­ger­ten Er­ho­lungs­bedürf­nis Rech­nung zu tra­gen, in Be­zug auf die Grup­pe der Teil­zeit­beschäftig­ten voll­kom­men zurück­tritt. Aus Sicht der
Teil­zeit­kraft, wel­che bei Er­rei­chen des 40. und 50. Le­bens­jah­res an­stel­le ei­ner Ar­beits­zeit­verkürzung je­weils ei­ne Vergütungs­erhöhung erfährt, stellt sich die Re­ge­lung des § 9 AAB als ei­ne am Le­bens­al­ter aus­ge­rich­te­te Staf­fe­lung der Ar­beits­vergütung dar, wel­che den Maßstäben des § 10 AGG nicht genügt.

2. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten lässt sich die Ein­be­zie­hung der Teil­zeit­kräfte in das Sys­tem des § 9 AAB auch nicht mit der Not­wen­dig­keit be­gründen, Teil­zeit- und Voll­zeit­kräfte gleich zu be­han­deln. Aus­ge­hend da­von, dass die Al­ters­staf­fe­lung in § 9 AAB dem Ge­sund­heits­schutz älte­rer Ar­beit­neh­mer die­nen soll, die we­gen ih­rer Voll­zeit­beschäfti­gung ein ge­stei­ger­tes Er­ho­lungs­bedürf­nis auf­wei­sen, liegt auf der Hand, dass für ei­ne an­tei­li­ge Leis­tungs­gewährung an Teil­zeit­kräfte kein Raum ist. Der Grund für die vor­ge­se­he­ne Ab­sen­kung der Ar­beits­zeit - nämlich die Kom­pen­sa­ti­on für das al­ters­be­ding­te Ab­sin­ken des Leis­tungs­vermögens und des hier­durch ge­stei­ger­ten Er­ho­lungs­bedürf­nis­ses – trifft auf die Grup­pe der Teil­zeit­beschäftig­ten nicht, und zwar auch nicht pro­por­tio­nal im Verhält­nis von Teil­zeit zu Voll­zeit, zu. Um­ge­kehrt folgt aus der Tat­sa­che, dass die Re­ge­lung des § 9 AAB nicht zwi­schen Voll­zeit und Teil­zeit­beschäftig­ten un­ter­schei­det, dass die Re­ge­lung in die­ser Aus­ge­stal­tung nicht als durch ge­sund­heits­po­li­ti­sche Zie­le ge­recht­fer­tigt an­ge­se­hen wer­den kann.

3. Die Be­klag­te trägt auch nicht et­wa vor, die An­wen­dung des § 9 AAB auf Teil­zeit­kräfte sei – ab­wei­chend vom wah­ren Re­ge­lungs­ge­halt – irrtümlich er­folgt, bei zu­tref­fen­der Aus­le­gung re­ge­le § 9 AAB in recht­lich un­be­denk­li­cher Wei­se al­lein Ansprüche der Voll­zeit­beschäftig­ten. Wie sich viel­mehr aus dem Vor­trag der Be­klag­ten er­gibt, soll die Ein­be­zie­hung der Teil­zeit­beschäftig­ten in die be­tref­fen­de Re­ge­lung nach dem Wil­len der Be­triebs­par­tei­en dem Ziel die­nen, Teil­zeit­beschäftig­te und Voll­zeit­beschäftig­te gleich zu be­han­deln. Auf die­ser Grund­la­ge liegt aber nicht et­wa ei­ne feh­ler­haf­te An­wen­dung des § 9 AAB vor, viel­mehr enthält die Re­ge­lung des § 9 AAB selbst ei­nen Ver­s­toß ge­gen das Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung.

4. Er­weist sich da­mit die in § 9 AAB vor­ge­se­he­ne Al­ters­staf­fe­lung als un­wirk­sam, so er­gibt sich als Rechts­fol­ge der un­zulässi­gen An­knüpfung der Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen an das Le­bens­al­ter ein An­spruch der Kläge­rin auf Gewährung von Scha­dens­er­satz gemäß § 15 Abs. 1 AGG. Dem­ent­spre­chend ist die Kläge­rin so zu stel­len, als wenn sie be­reits das 50. Le­bens­jahr voll­endet und da­mit ei­ne Re­du­zie­rung ih­rer Ar­beits­zeit auf 35 St­un­den/Wo­che er­reicht hätte. Zu­tref­fend hat das Ar­beits­ge­richt hier­zu aus­geführt, dass die Be­sei­ti­gung der Dis­kri­mi­nie­rung in ei­nem der­ar­ti­gen Fall nur durch ei­ne An­pas­sung „nach oben“ er­fol­gen kann.

5. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten kommt als Form des Scha­dens­er­sat­zes al­lein ein Aus­gleich in Geld in Be­tracht. An­ders als et­wa beim Scha­dens­er­satz für zu Un­recht nicht gewähr­ten Ur­laub in Form der Na­tu­ral­re­sti­tu­ti­on durch Nach­gewährung von „Er­satz­ur­laub“ schei­tert ei­ne nachträgli­che Verkürzung der Ar­beits­zeit schon des­halb aus, weil die Ver­pflich­tung zur Ar­beits­leis­tung strikt zeit­ge­bun­den ist. In­fol­ge der un­ter­blie­be­nen Ar­beits­zeit­verkürzung hat die Kläge­rin zusätz­li­che Ar­beits­leis­tung er­bracht, wel­che ent­spre­chend zu vergüten ist.

6. Ge­gen die Be­rech­nung der Kla­ge­for­de­rung sind kei­ne Be­den­ken zu er­ken­nen.

7. Aus den vor­ste­hen­den Gründen er­weist sich auch der - sprach­lich le­dig­lich neu ge­fass­te – Fest­stel­lungs­an­trag als be­gründet. Da­nach hat die Be­klag­te die Kläge­rin bei der Be­rech­nung der Ar­beits­vergütung so zu stel­len, als ob sie be­reits das 50. Le­bens­jahr voll­endet hätte. Die­se an ein fik­ti­ves Le­bens­al­ter an­knüpfen­de Ver­pflich­tung be­schränkt sich der Na­tur der Sa­che nach auf den Zeit­raum vor tatsäch­li­cher Voll­endung des 50. Le­bens­jah­res, oh­ne dass es ei­ner aus­drück­li­chen zeit­li­chen Be­gren­zung im Ur­teils­te­nor be­darf.

B. Auch die – vom Ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­ne – Be­ru­fung der Kläge­rin, be­tref­fend die Ab­wei­sung der ein­ge­klag­ten mo­nat­li­chen Dif­fe­renz­beträge für die Mo­na­te Ok­to­ber 2011 bis ein­sch­ließlich Ja­nu­ar 2012, ist un­be­gründet.

I. Zu­tref­fend hat das Ar­beits­ge­richt er­kannt, dass die von der Kläge­rin ver­folg­ten Scha­dens­er­satz­ansprüche der Aus­schluss­frist des § 15 Abs. 4 AGG un­ter­lie­gen. Mit ih­rem Gel­tend­ma­chungs­schrei­ben vom 02.04.2012 hat die Kläge­rin da­nach al­lein Ansprüche ab dem Mo­nat Fe­bru­ar 2012 recht­zei­tig gel­tend ge­macht.

II. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin wird die in § 15 Abs. 4 AGG vor­ge­se­he­ne Zwei­mo­nats­frist nicht durch die Re­ge­lung der sechs­mo­na­ti­gen Aus­schluss­frist des § 26 AAB ver­drängt.

1. Zwar sieht die Vor­schrift des § 15 Abs. 4 ei­ne Öff­nungs­klau­sel vor. Zum ei­nen er­scheint je­doch zwei­fel­haft, ob ei­ne all­ge­mei­ne Aus­schluss­frist, die – wie § 26 AAB - al­le bei­der­sei­ti­gen Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis er­fasst, zur Abände­rung der be­son­de­ren Frist des § 15 Abs. 4 AGG ge­eig­net ist, wie dies im Schrift­tum an­ge­nom­men wird (vgl. z. B. Dei­nert in Däubler/Bertz­bach, AGG 2. Aufl., § 15 Rn 103; Bau­er/Göpfert/Krie­ger, AGG, 3. Aufl., § 15 Rn 61). Ge­gen ein sol­ches Verständ­nis spricht im­mer­hin der Um­stand, dass die be­son­ders kurz be­mes­se­ne ge­setz­li­che Zwei­mo­nats­frist dem Ziel dient, ei­ne zeit­na­he Klärung der An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen zu er­rei­chen. Wenn das Ge­setz spe­zi­ell für der­ar­ti­ge Ansprüche ein ge­stei­ger­tes Bedürf­nis nach Rechts­si­cher­heit berück­sich­tigt wis­sen will und die­sem An­lie­gen durch ei­ne en­ge Fris­ten­re­ge­lung Rech­nung trägt, mit ei­ner Öff­nungs­klau­sel al­ler­dings Raum dafür lässt, dass die Ta­rif­par­tei­en auf­grund der ih­nen zu­ste­hen­den Ver­ant­wor­tung und un­ter Berück­sich­ti­gung der je­wei­li­gen Be­son­der­hei­ten der vom ta­rif­li­chen Gel­tungs­be­reich er­fass­ten Bran­chen und Be­trie­be ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen ver­ein­ba­ren können, so er­scheint nicht un­zwei­fel­haft, ob in der Ver­ein­ba­rung all­ge­mei­ner ta­rif­li­che Aus­schluss­fris­ten ei­ne Ab­be­din­gung der spe­zi­el­len Fris­ten­re­ge­lung des § 15 Abs. 4 AGG ge­se­hen wer­den kann. Die­se Be­den­ken gel­ten erst recht für Fall, dass die ta­rif­li­che Re­ge­lung zu ei­nem Zeit­punkt vor In­kraft­tre­ten des AGG ver­ein­bart wor­den ist und da­mit der Wil­le, von der ge­setz­li­chen Öff­nungs­klau­sel Ge­brauch zu ma­chen, zwangläufig fehlt.

2. Zum an­de­ren gewährt § 15 Abs. 4 AGG die Möglich­keit zu ei­ner ab­wei­chen­den Fris­ten­re­ge­lung al­lein den Ta­rif­par­tei­en. Die in der Ge­samt­be­triebs­ver­ein­ba­rung vor­ge­se­he­ne Aus­schluss­frist des § 26 AAB steht ei­ner ta­rif­li­chen Re­ge­lung nicht gleich. Al­lein der Um­stand, dass die Ar­beits­be­din­gun­gen der Ge­werk­schafts­beschäftig­ten nicht durch Ta­rif­verträge, son­dern – zulässi­ger­wei­se – durch Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­re­gelt wer­den, recht­fer­tigt kei­ne Gleich­set­zung der Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen mit der in § 15 Abs. 4 AGG ge­for­der­ten ta­rif­li­chen Re­ge­lung. Für die An­nah­me ei­ner plan­wid­ri­gen Ge­set­zeslücke sind kei­ne An­halts­punk­te er­sicht­lich. Der Um­stand, dass für den Be­reich der Ge­werk­schafts­beschäftig­ten ei­ne ta­rif­li­che Re­ge­lung fehlt, be­ruht nicht et­wa auf ei­nem ge­setz­lich be­gründe­ten Re­ge­lungs­hin­der­nis, son­dern auf dem Wil­lens­ent­schluss, kei­ne Ta­rif­verträge ab­zu­sch­ließen. In­so­weit be­steht kein Un­ter­schied zu den in kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern, für wel­che die Ar­beits­be­din­gun­gen ganz über­wie­gend auf dem sog. drit­ten Weg ver­ein­bart wer­den. Auch an­sons­ten kann ein ta­ri­f­un­wil­li­ger Ar­beit­ge­ber zum Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges nur ver­an­lasst wer­den, wenn sich genügend Ar­beit­neh­mer zu ei­ner Ge­werk­schaft zu­sam­men­sch­ließen und auf­grund ent­spre­chen­der „Mäch­tig­keit“ recht­lich und tatsächlich in der La­ge sind, ei­nen Ta­rif­ab­schluss zu er­zwin­gen. Das Feh­len ei­ner ta­rif­li­chen Re­ge­lung stellt da­mit kei­ne recht­lich vor­ge­ge­be­ne Be­son­der­heit dar, wel­che et­wa vom Ge­setz­ge­ber über­se­hen wor­den wäre. Viel­mehr trifft es für sämt­li­che Ar­beit­neh­mer, de­ren Ar­beits­be­din­gun­gen nicht ta­rif­lich ge­re­gelt sind, zu, dass sie die von § 15 AGG er­fass­ten Ansprüche in­ner­halb der re­gulären Zwei­mo­nats­frist gel­tend ma­chen müssen.

Auch aus der von der Kläge­rin zi­tier­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 20.02.2001 (1 AZR 322/00) folgt nichts an­de­res. Nach dem In­halt der ge­nann­ten Ent­schei­dung verstößt es zwar nicht ge­gen die Sperr­wir­kung des § 77 Abs. 3 Be­trVG, wenn die Ar­beits­be­din­gun­gen der Ge­werk­schafts­beschäftig­ten durch Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­re­gelt wer­den. Dies be­ruht in­des­sen nicht auf ei­ner Son­der­stel­lung der Ge­werk­schaf­ten und Ge­werk­schafts­beschäftig­ten, son­dern dar­auf, dass die Sperr­wir­kung des § 77 Abs. 3 ta­rif­lich ge­re­gel­te oder übli­cher­wei­se ta­rif­lich ge­re­gel­te Ar­beits­be­din­gun­gen be­trifft. Wenn die Ge­werk­schaft kei­ne Ta­rif­verträge ab­sch­ließt, fehlt es am Merk­mal der Ta­rifüblich­keit. Al­lein der Um­stand, dass in der­ar­ti­gen Fällen die Sperr­wir­kung des Ta­rif­ver­tra­ges zurück­tritt, be­deu­tet nicht, dass die sol­cher­maßen zulässi­gen Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen ta­rif­ver­trags­ver­tre­te­nen Cha­rak­ter be­an­spruch können und bei der An­wen­dung ge­setz­li­cher Ta­riföff­nungs­klau­sel ta­rif­li­chen Re­geln gleich­zu­stel­len sind. Die Rechts­macht, von der ge­setz­li­chen Re­ge­lung des § 15 Abs. 4 AGG ab­zu­wei­chen, hat der Ge­setz­ge­ber – si­cher nicht oh­ne Grund, son­dern mit Rück­sicht auf de­ren ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­te Kom­pe­tenz zur Re­ge­lung der Ar­beits- und Wirt­schafts­be­din­gun­gen - al­lein den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en, nicht hin­ge­gen den Be­triebs­par­tei­en ein­geräumt. Hier­an sind die Ge­rich­te ge­bun­den.

Dem­ent­spre­chend muss es da­mit sein Be­wen­den ha­ben, dass die Ansprüche der Kläge­rin bis ein­sch­ließlich Ja­nu­ar 2012 man­gels recht­zei­ti­ger Gel­tend­ma­chung er­lo­schen sind.

C. Hin­sicht­lich der Kos­ten­ver­tei­lung ver­bleibt es bei der ar­beits­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung.

D. Die Kam­mer hat die Re­vi­si­on ge­gen das Ur­teil gemäß § 72 Abs. 2 ArbGG 31 zu­ge­las­sen.

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