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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Arbeitsvertrag, Befristung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg
Akten­zeichen: 6 Sa 28/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 26.09.2013
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Reutlingen - 1 Ca 87/13
   

Ur­schrift

Ak­ten­zei­chen:
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6 Sa 28/13
1 Ca 87/13 (ArbG Reut­lin­gen)


verkündet am 26.09.2013

 

Kee­ber
Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le
 


Lan­des­ar­beits­ge­richt
Ba­den-Würt­tem­berg


Im Na­men des Vol­kes
 

Ur­teil

In dem Rechts­streit

 


- Kläger/Be­ru­fungskläger -
Proz.-Bev.:

 

ge­gen

 

- Be­klag­te/Be­ru­fungs­be­klag­te -
Proz.-Bev.:

 

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg - 6. Kam­mer - durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Müller, den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Brink­mann und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Leon­hardt auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 26.09.2013


für Recht er­kannt:


1. Auf die Be­ru­fung des Klägers wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Reut­lin­gen vom 04.04.2013, Az. 1 Ca 87/13, ab­geändert.

2. Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nicht auf­grund der am 24.05.2012 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung mit Ab­lauf des 31.01.2013 be­en­det wor­den ist.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, den Kläger bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Rechts­streits zu un­veränder­ten ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen als Pro­duk­ti­ons­fach­mann in de­ren Be­trieb in Reut­lin­gen wei­ter zu beschäfti­gen.

4. Die Be­klag­te trägt die Kos­ten des Rechts­streits.

5. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

- 2 -


Tat­be­stand


Die Par­tei­en strei­ten über die Wirk­sam­keit ei­ner sach­grund­lo­sen Be­fris­tung.

Die Par­tei­en schlos­sen fol­gen­de, je­weils sach­grund­los be­fris­te­te Ar­beits­verträge: von 27.08.2007 bis 30.11.2007, am 24.01.2011 für die Zeit von 01.02.2011 bis 30.06.2011, am 10.06.2011 für die Fol­ge­zeit bis 31.05.2012 und am 24.05.2012 für die Fol­ge­zeit bis 31.01.2013. Der Kläger ver­dien­te zu­letzt 2.674,59 EUR brut­to mo­nat­lich. Mit der am 20.02.2013 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen und den Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten der Be­klag­ten am 25.02.2013 zu­ge­stell­ten Kla­ge macht der Kläger die Ent­fris­tung sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses und Wei­ter­beschäfti­gung gel­tend.

Der Kläger hat die An­sicht ver­tre­ten,
auf­grund der Vor­beschäfti­gung im Jahr 2007 sei die nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG zulässi­ge Höchst­be­fris­tungs­dau­er für ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung über­schrit­ten. Die vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­geführ­te Drei­jah­res­gren­ze für die Vor­beschäfti­gung stel­le ei­ne un­zulässi­ge Rechts­fort­bil­dung dar. Sie sei vom Wort­laut der Norm nicht ge­deckt.

Der Kläger hat be­an­tragt,

1. Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nicht auf­grund der am 24.05.2012 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung am 31.01.2013 be­en­det wor­den ist.

2. Im Fall des Ob­sie­gens mit dem An­trag zu 1 wird die Be­klag­te ver­ur­teilt, den Kläger bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Ver­fah­rens zu un­veränder­tem ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen als Pro­duk­ti­ons­fach­mann in de­ren Be­trieb in Reut­lin­gen wei­ter zu beschäfti­gen.


Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.


Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Es hat sich der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts an­ge­schlos­sen.

Das am 04.04.2013 verkünde­te Ur­teil hat der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Klägers am 10.04.2013 zu­ge­stellt er­hal­ten. Die Be­ru­fung ist am 07.05.2013 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen und de­ren Be­gründung in­ner­halb der verlänger­ten Frist am 10.07.2013.

- 3 -


Zur Be­gründung der Be­ru­fung ver­weist der Kläger auf das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Gel­sen­kir­chen vom 26.02.2013 (5 Ca 2133/12), das in­zwi­schen in der Be­ru­fung beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm anhängig ist (4 Sa 524/13). Im Übri­gen be­harrt der Kläger auf sei­nem Rechts­stand­punkt.

Der Kläger be­an­tragt,

1. Das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Reut­lin­gen vom 04.04.2013, Az. 1 Ca 87/13, ab­zuändern.

2. Fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nicht auf­grund der am 24.05.2012 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung am 31.01.2013 be­en­det wor­den ist.

3. Im Fal­le des Ob­sie­gens mit dem An­trag zu Zif­fer 1 die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, den Kläger bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Ver­fah­rens zu un­veränder­tem ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen als Pro­duk­ti­ons­fach­mann in de­ren Be­trieb in Reut­lin­gen wei­ter zu beschäfti­gen.


Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.


We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach­vor­trags wird auf den In­halt der in bei­den In­stan­zen zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze und An­la­gen, den Tat­be­stand des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils und die Pro­to­kol­le der münd­li­chen Ver­hand­lun­gen in bei­den In­stan­zen ver­wie­sen.


Ent­schei­dungs­gründe

I.

Die Be­ru­fung des Klägers ist statt­haft (§ 64 Abs. 1 und 2 ArbGG), sie ist form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den (§§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, 519 Abs. 1 und 2, 520 Abs. 3 ZPO) und auch im Übri­gen zulässig.

II.

Die Be­ru­fung ist be­gründet. Die zu­letzt für die Dau­er von 01.06.2012 bis 31.01.2013 ver­ein­bar­te Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Vor­lie­gen ei­nes Sach­grun­des ist un­zulässig.

- 4 -

Das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en be­steht da­her fort. Der Kläger hat An­spruch auf vorläufi­ge Wei­ter­beschäfti­gung bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Rechts­streits.

1. Die Kla­ge ist recht­zei­tig in­ner­halb von 3 Wo­chen nach dem ver­ein­bar­ten En­de des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges er­ho­ben wor­den (§ 17 Satz 1 Tz­B­fG).

2. Die ka­len­dermäßige Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges oh­ne Vor­lie­gen ei­nes sach­li­chen Grun­des ist bis zur Dau­er von 2 Jah­ren zulässig; bis zu die­ser Ge­samt­dau­er von 2 Jah­ren ist auch die höchs­tens drei­ma­li­ge Verlänge­rung ei­nes ka­len­der­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges zulässig. Ei­ne Be­fris­tung nach Satz 1 ist nicht zulässig, wenn mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber be­reits zu­vor ein be­fris­te­tes oder un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis be­stan­den hat, § 14 Abs. 2 Satz 1 und 2 Tz­B­fG.

a) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat mit Ur­teil vom 06.04.2011 (7 AZR 716/09) ent­schie­den, dass der Möglich­keit, ein Ar­beits­verhält­nis nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG oh­ne Grund bis zu 2 Jah­ren zu be­fris­ten, ein frühe­res Ar­beits­verhält­nis des Ar­beit­neh­mers mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber nicht nach § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ent­ge­gen­steht, wenn das En­de des vor­an­ge­gan­ge­nen Ar­beits­verhält­nis­ses mehr als 3 Jah­re zurück­liegt (aaO Rn. 13 der Gründe). Mit Ur­teil vom 21.09.2011 (7 AZR 375/10) hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt die Ent­schei­dung vom 06.04.2011 (7 AZR 716/09) aus­drück­lich bestätigt. In den bei­den Ent­schei­dun­gen hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt mit se­man­tisch be­mer­kens­wer­ten Ausführun­gen die Auf­fas­sung ver­tre­ten, der Wort­laut des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ge­bie­te zwin­gend kein be­stimm­tes Aus­le­gungs­er­geb­nis. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat die Norm dann ver­fas­sungs­kon­form da­hin aus­ge­legt, dass sie kein zeit­lich un­ein­ge­schränk­tes Zu­vor­beschäfti­gungs­ver­bot enthält und im We­ge der Rechts­fort­bil­dung die Verjährungs­frist des § 195 BGB von 3 Jah­ren als an­ge­mes­se­ne "Lücke" zwi­schen ei­ner Vor- und Nach­beschäfti­gung an­ge­se­hen. Die­ser Recht­spre­chung schließt sich die Kam­mer nicht an.

b) Nach Auf­fas­sung der Kam­mer verstößt die Norm nicht ge­gen Art. 12 GG. Darüber hin­aus ste­hen Wort­laut und Ge­set­zes­ge­schich­te des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ei­ner ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung ent­ge­gen. Statt der in An­leh­nung an die ge­setz­li­che Verjährungs­frist des § 195 BGB pos­tu­lier­ten Drei­jah­res­frist hätte – wenn über­haupt – ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung nach Art und Um­stand der Vor­beschäfti­gung und da­mit ei­ne te­leo­lo­gi­sche Re­duk­ti­on der Norm na­he ge­le­gen. Sch­ließlich wäre we­gen Di­ver­genz zur Recht­spre­chung des 2. Se­nats ein Ver­fah­ren nach § 45 Abs. 2 und 3 ArbGG not­wen­dig ge­we­sen.

- 5 -

(1) Die Kam­mer teilt die se­man­ti­schen Bemühun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts nicht und hält den Wort­laut der Norm "be­reits zu­vor" für ein­deu­tig, wie es der 7. Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richt in sei­ner frühe­ren Recht­spre­chung (Be­schluss vom 29.07.2009 7 AZN 368/09 Rn. 2 der Gründe) noch ver­tre­ten hat, so dass die Vor­schrift ih­rem Wort­laut nach jeg­li­che Vor­beschäfti­gung er­fasst.

(2) In der Ent­schei­dung vom 06.04.2011 (7 AZR 716/09 Rn. 19 der Gründe) räumt der 7. Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts selbst ein, dass die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Ge­set­zes für das Feh­len ei­ner zeit­li­chen Ein­schränkung des Vor­beschäfti­gungver­bots spre­chen kann, weil der Ge­setz­ge­ber ent­spre­chen­de Vor­schläge im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren (zB Preis BT-Drucks 14/4625 S. 18) nicht auf­ge­nom­men hat. Dem Ge­setz­ge­ber kann da­her kein Wil­le zur Einführung ei­ner Zeit­gren­ze un­ter­stellt wer­den, den er er­kenn­bar be­wusst nicht geäußert hat. Da­mit ver­bie­tet sich auch ei­ne Rechts­fort­bil­dung, wie sie der 7. Se­nat vor­ge­nom­men hat.

(3) § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG verstößt nicht ge­gen Art. 12 GG, weil die Norm im An­schluss an ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung ei­ne Be­fris­tung mit Sach­grund zulässt. Zum Bei­spiel ist ein Sach­grund die Be­fris­tung zur Er­pro­bung (§ 14 Abs. 1 Nr. 5 Tz­B­fG), so dass ein Stu­dent, der in ei­nem Un­ter­neh­men beschäftigt war, nach ab-ge­schlos­se­nem Stu­di­um je­den­falls zum Zwe­cke der Er­pro­bung be­fris­tet ein­ge­stellt wer­den kann.

(4) Ei­nen an Sinn und Zweck des Ge­set­zes (Ver­hin­de­rung von Ket­ten­ar­beits­verträgen) ori­en­tier­te ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung ge­bie­tet nicht zwin­gend die Einführung ei­ner Zeit­gren­ze. Dem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt am 06.04.2011 (7 AZR 716/09) ent­schie­de­nen Fall lag der zur Haupt­kri­tik am zeit­lich un­be­schränk­ten Vor­beschäfti­gungs­ver­bot ty­pi­sche Fall zu Grun­de, dass die Kläge­rin im Rah­men ih­rer (hier aka­de­mi­schen) Aus­bil­dung mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber als Träger der Uni­ver­sität ein Ar­beits­verhält­nis be­gründet hat­te wie nach ih­rer Aus­bil­dung im Rah­men der Ausübung ih­res er­lern­ten Be­rufs als Leh­re­rin als Träger des Schul­we­sens. Ge­ge­be­nen­falls hätte sich die Norm da­her auch ver­fas­sungs­kon­form da-hin te­leo­lo­gisch re­du­zie­ren las­sen, dass Vor­beschäfti­gun­gen als Ne­bentätig­keit während ei­ner Aus­bil­dung un­berück­sich­tigt blei­ben. Im vor­lie­gen­den Fall war der Kläger nicht im Rah­men ei­ner Aus­bil­dung zu­vor beschäftigt, son­dern als ge­werb­li­cher Mit­ar­bei­ter vor­her wie nach­her.

- 6 -

(5) Auch die An­leh­nung an die Verjährungs­frist des § 195 BGB er­scheint nicht zwin­gend. In § 14 Tz­B­fG selbst fin­den sich Fris­ten, die hätten her­an­ge­zo­gen wer­den können, nämlich die Höchst­be­fris­tungs­dau­er von 2 Jah­ren (§ 14 Abs. 2 Satz1 Tz­B­fG) und von 4 Jah­ren für neu ge­gründe­te Un­ter­neh­men (§ 14 Abs. 2a Satz 1 Tz­B­fG).

(6) Sch­ließlich teilt die Kam­mer die im Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 06.04.2011 (7 AZR 716/09) geäußer­te Rechts­auf­fas­sung nicht, es sei kein Ver­fah­ren nach § 45 Abs. 2 und 3 ArbGG not­wen­dig ge­we­sen (aaO Rn. 40 der Gründe). Der 7. Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts legt nur die feh­len­de Di­ver­genz zum Ur­teil des 2. Se­nats vom 06.11.2003 (2 AZR 690/02) dar, nicht aber die zum Ur­teil des Zwei­ten Se­nats vom 13.05.2004 (2 AZR 426/03 Rn. 28 der Gründe). In die­sem Ur­teil führt der Zwei­te Se­nat aus: „ Das An­schluss­ver­bot des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG er­fasst nach sei­nem Wort­laut und dem Sinn und Zweck der Re­ge­lung den vor­lie­gen­den Sach­ver­halt. Das An­schluss­ver­bot enthält … auch kei­ne zeit­li­che Be­gren­zung. Auf den zeit­li­chen Ab­stand zwi­schen dem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis und dem nun­mehr oh­ne Sach­grund be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis kommt es grundsätz­lich nicht an.“ Bei die­ser For­mu­lie­rung kann das Wort „grundsätz­lich“ nicht als of­fen aus­ge­legt wer­den. Viel­mehr ist es nicht an­ders als „stets“ zu ver­ste­hen.

(7) Der Ent­schei­dung der Kam­mer kommt für die Be­klag­te kei­ne Rück­wir­kung zu, weil die Be­fris­tungs­ket­te am 01.02.2011, al­so noch vor Verkündung des Ur­teils des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 06.04.2011 (7 AZR 716/09), be­gon­nen hat. Zu die­sem Zeit­punkt muss­te die Be­klag­te noch von der bis da­hin gel­ten­den Recht­spre­chung aus­ge­hen, der sich die Kam­mer im vor­lie­gen­den Ur­teil an­sch­ließt.

Auf­grund der Vor­beschäfti­gung des Klägers von 27.08.2007 bis 30.11.2007 war die sach­grund­lo­se Be­fris­tung sei­nes Ar­beits­ver­tra­ges ab 01.02.2011, zu­letzt am 24.05.2012 für die Zeit von 01.06.2012 bis 31.01.2013 nicht zulässig. Die Ent­fris­tungs­kla­ge des Klägers ist be­gründet.

3. Da das Ar­beits­verhält­nis fort­be­steht, über­wiegt das In­ter­es­se des Klägers an sei­ner vorläufi­gen Wei­ter­beschäfti­gung bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Rechts­streits das Nicht­beschäfti­gungs­in­ter­es­se der Be­klag­ten. Der Kläger hat ei­nen vorläufi­gen Wei­ter­beschäfti­gungs­an­spruch gemäß §§ 611, 613, 242 BGB iVm. Art. 1 und 2 GG. Die Be­ru­fung ist be­gründet.

- 7 -

III.

Die Be­klag­te trägt als un­ter­le­ge­ne Par­tei die Kos­ten des Rechts­streits, § 91 Abs. 1 ZPO.

IV.

Die Zu­las­sung der Re­vi­si­on ist we­gen Di­ver­genz ver­an­lasst, § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG.


Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil kann die Be­klag­te schrift­lich Re­vi­si­on ein­le­gen. Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat, die Re­vi­si­ons­be­gründung in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten bei dem

Bun­des­ar­beits­ge­richt
Hu­go-Preuß-Platz 1
99084 Er­furt

ein­ge­hen.

Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­on und die Re­vi­si­ons­be­gründung müssen von ei­nem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Pro­zess­be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

a. Rechts­anwälte,

b. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,

c. ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die die Vor­aus­set­zun­gen des § 11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 5 ArbGG erfüllen.

 

 

 

- 8 -

In den Fällen der lit. b und c müssen die han­deln­den Per­so­nen die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.
 

 

Müller  

Brink­mann  

Leon­hardt

 

Hin­weis:
Die Geschäfts­stel­le des Bun­des­ar­beits­ge­richts wünscht die Vor­la­ge der Schriftsätze in sie­ben­fa­cher Fer­ti­gung, für je­den wei­te­ren Be­tei­lig­ten ei­ne wei­te­re Mehr­fer­ti­gung.

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