Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Be­schäf­ti­gungs­chan­cen­ge­setz, Teil 2: Frei­wil­li­ge Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung

Ver­si­che­rungs­mög­lich­keit für Exis­tenz­grün­der wird er­wei­tert und ver­teu­ert: Bun­des­tag Druck­sa­che 17/1945 und 17/2454

23.08.2010. Die wirt­schaft­lich schwie­ri­ge Si­tua­ti­on zwingt zu ei­nem wei­te­ren Aus­bau der Ar­beits­markt­för­de­run­gen.

Da­her hat der Bun­des­tag vor kur­zem ein Ge­setz mit dem wohl­klin­gen­den Na­men "Be­schäf­ti­gungs­chan­cen­ge­setz" ver­ab­schie­det.

Das Ge­setz, das zum Jah­res­wech­sel 2010/2011 in Kraft tre­ten wird, bringt im we­sent­li­chen ei­ne Ver­län­ge­rung der Son­der­re­ge­lung zum Kurz­ar­bei­ter­geld (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 10/162 Be­schäf­ti­gungs­chan­cen­ge­setz, Teil 1: Kurz­ar­beit).

Dar­über hin­aus schafft das Ge­setz erst­mals die Mög­lich­keit für Exis­tenz­grün­der, sich wei­ter ge­gen das Ri­si­ko der Ar­beits­lo­sig­keit zu ver­wi­chern. Die­se Maß­nah­me ist vor dem Hin­ter­grund zu se­hen, dass der Sprung von der Ar­beits­lo­sig­keit in die Selb­stän­dig­keit oft nicht von Er­folg ge­krönt ist.

Die in § 28a So­zi­al­ge­setz­buch Drit­tes Buch (SGB III) ge­re­gel­te Mög­lich­keit, in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ein Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis auf An­trag ein­zu­ge­hen (frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung), wur­de mit den Ar­beits­markt­re­for­men ein­ge­führt und ist zur Zeit noch bis zum 31.12.2010 be­fris­tet.

Sie be­steht für Aus­lands­be­schäf­tig­te und ar­beits­lo­se Exis­tenz­grün­der, wenn sie ei­ne Tä­tig­keit im Um­fang von min­des­tens 15 St­un­den pro Wo­che aus­üben und Pfle­ge­per­so­nen, die min­des­tens 14 St­un­den pro Wo­che in die Pfle­ge na­her An­ge­hö­ri­ger in­ves­tie­ren.

Im Un­ter­schied zum bis­he­ri­gen Recht sieht das Be­schäf­ti­gungs­chan­cen­ge­setz vor, dass von die­sen wö­chent­li­chen Min­dest­stun­den­zah­len ge­le­gent­lich (nach un­ten) ab­ge­wi­chen wer­den kann, wenn die­se von ge­rin­ger Dau­er sind. Die Ge­set­zes­la­ge wird da­mit an die bis­he­ri­ge Ver­wal­tungs­pra­xis an­ge­passt, die schwan­ken­de Be­schäf­ti­gungs­zei­ten bei selb­stän­di­ger Be­schäf­ti­gung be­rück­sich­tigt. Kom­bi­niert wird dies mit ei­ner Ru­hens­re­ge­lung, die ei­ne zeit­wei­li­ge „Aus­zeit“ von der frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung (bei­spiels­wei­se für kurz­zei­ti­ge Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se) er­laubt.

Die frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung setzt ei­ne ge­wis­se Dau­er vor­he­ri­ger Ver­si­che­rung in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung vor­aus. Es wird nun auch mög­lich sein, die­se Zei­ten durch Zei­ten der frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung zu er­fül­len.

Die­se Mög­lich­keit wird je­doch be­grenzt, um Miss­brauchs- und Mit­nah­me­ef­fek­te zu ver­mei­den. Die frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung ist dem­ent­spre­chend aus­ge­schlos­sen, wenn der An­trag­stel­ler be­reits frei­wil­lig als Selb­stän­di­ger ver­si­chert war, sei­ne (in­halt­lich glei­che) Tä­tig­keit zwei­mal un­ter­bro­chen und in den Un­ter­bre­chungs­zei­ten ei­nen An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld gel­tend ge­macht hat.

Bis­her war es not­wen­dig, den An­trag auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach Auf­nah­me der je­wei­li­gen Be­schäf­ti­gung zu stel­len. Künf­tig wird die­ser Zeit­raum auf drei Mo­na­te aus­ge­dehnt. Die Zah­lun­gen er­fol­gen zu­dem schon (rück­wir­kend) ab dem Zeit­punkt, zu dem die nö­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen und nicht erst ab An­trag­stel­lung.

Exis­tenz­grün­dern und häus­li­chen Pfle­gern ha­ben da­mit in der sehr auf­wands­in­ten­si­ven Ein­ar­bei­tungs­pha­se deut­lich mehr Zeit, um das Für und Wi­der der Ver­si­che­rung ab­zu­wä­gen. Die Über­le­gungs­frist ist schon al­lein des­halb von zu­neh­men­der Be­deu­tung, weil sich die Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge bei mehr­jäh­rig be­ste­hen­der Selbst­stän­dig­keit im Jahr 2011 im Ver­gleich zu 2010 ver­dop­peln und im Jahr 2012 so­gar ver­vier­fa­chen.

Auch wenn die dann fäl­li­gen rund 70 Eu­ro mo­nat­lich auf den ers­ten Blick im­mer noch mo­de­rat wir­ken, ist zu be­den­ken, dass ei­ne Jah­res­aus­ga­be von über 800 Eu­ro bei Klein­un­ter­neh­mern ein tie­fes Loch in die Ta­schen rei­ßen kann. Hier stellt sich die Fra­ge, ob die Ver­si­che­rungs­kos­ten nicht im Ein­zel­fall da­zu bei­tra­gen, dass die Ver­si­che­rung be­nö­tigt wird...

Das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis kann künf­tig durch Kün­di­gung be­en­det wer­den, al­ler­dings nur erst­mals nach fünf Jah­ren mit ei­ner Frist von drei Mo­na­ten zum En­de ei­nes Ka­len­der­mo­nats. Da­mit soll laut Re­gie­rungs­be­grün­dung „dem So­li­dar­ge­dan­ken hin­rei­chend Rech­nung“ ge­tra­gen wer­den.

Da aber nach wie vor das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis eben­falls en­det, wenn der Ver­si­cher­te mit der Bei­trags­zah­lung län­ger als drei Mo­na­te in Ver­zug ist, liegt die Über­le­gung na­he, die Ver­si­che­rung ganz un­so­li­da­risch im Zwei­fel lie­ber auf die­se Wei­se en­den zu las­sen. Wer zur Zeit schon frei­wil­lig ver­si­chert ist, bleibt es au­to­ma­tisch auch wei­ter­hin, hat je­doch bis 31.03.2011 ein zum 31.12.2010 zu­rück­wir­ken­des Son­der­kün­di­gungs­recht.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 2. Januar 2014

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880