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Ta­rif­ei­ni­gung bei Schle­cker

Schle­cker beugt sich of­fen­bar öf­fent­li­chem Druck
03.06.2010. In meh­re­ren Bei­trä­gen ( Ar­beits­recht ak­tu­ell: 10/053 "Pre­kä­re Ar­beits­ver­hält­nis­se bei Schle­cker", 10/054 "XL-Märk­te bei Schle­cker" und 10/055 "Schle­ckers Vor­ge­hen in der Kri­tik") be­rich­te­ten wir über das in die Kri­tik ge­ra­te­ne Vor­ge­hen der Dro­ge­rie­markt­ket­te Schle­cker.

Jetzt ha­ben sich Ver­di und Schle­cker auf ei­nen ein­heit­li­chen Ta­rif ge­ei­nigt.

Die Kritik an Schlecker

Schle­cker hat­te al­te Fi­lia­len ge­schlos­sen und in un­mit­tel­ba­rer Nähe so ge­nann­te XL-Märk­te er­rich­tet. Den Beschäftig­ten der al­ten Fi­lia­len wur­de dann gekündigt, und ih­nen über ei­ne of­fen­bar ex­tra dafür ge­gründe­tes Leih­ar­beits­un­ter­neh­men ei­ne Neu­ein­stel­lung in den XL-Märk­ten an­ge­bo­ten, zu bis zu 50 Pro­zent nied­ri­ge­ren St­un­denlöhnen.

Die „Schle­cker XL GmbH“, die die XL-Märk­te be­treibt ist zu­dem nicht ta­rif­ge­bun­den.

Schle­cker stand des­halb we­gen Lohn­dum­ping, des Miss­brauchs von Leih­ar­beit und „Ta­rif­flucht“ in der öffent­li­chen Kri­tik.

Einigung über Tarifvertrag mit Verdi

Die­se Kri­tik hat of­fen­sicht­lich ge­fruch­tet und Schle­cker hat sich zu Ta­rif­ver­hand­lun­gen mit Ver­di be­reit erklärt. Für die rund 34.000 Beschäftig­ten wur­de ei­ne Ei­ni­gung er­zielt. „Durch das selbst­be­wuss­te und ent­schie­de­ne Ein­tre­ten der Beschäftig­ten und ih­rer Be­triebsräte ist es uns ge­mein­sam ge­lun­gen, ei­ne kri­ti­sche Öffent­lich­keit auf­zurütteln. Es ist der Hartnäckig­keit der Beschäftig­ten und ih­ren mas­si­ven Pro­tes­ten und De­mons­tra­tio­nen zu ver­dan­ken, dass Schle­cker jetzt bei den XL-Märk­ten zur ta­rif­li­chen Nor­ma­lität und Ver­ant­wor­tung ge­fun­den hat“, erklärte die stell­ver­tre­ten­de Ver­di-Vor­sit­zen­de Mar­g­ret Mönig-Raa­ne am Diens­tag in Frank­furt am Main (Ver­di, Pres­se­mit­tei­lung vom 01.06.2010).

Das Verhandlungsergebnis

Für die Mit­ar­bei­ter der al­ten Fi­lia­len wur­de ein Ta­rif­ver­trag zur Beschäfti­gungs­si­che­rung ab­ge­schlos­sen, nach dem frei­wer­den­de Stel­len in den XL-Märk­ten be­vor­zugt mit Mit­ar­bei­tern der al­ten Fi­lia­len be­setzt oder al­ter­na­tiv Er­satz­ar­beitsplätze an­ge­bo­ten wer­den müssen.

Zu­dem wur­de ein So­zi­al­ta­rif­ver­trag ab­ge­schlos­sen, in dem Ab­fin­dun­gen für den Fall von Ent­las­sun­gen vor­ge­se­hen sind.

Für die Mit­ar­bei­ter der XL-Fi­lia­len wur­de ein Ver­trag zur Ta­rif­bin­dung ge­schlos­sen. Der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Flächen­ta­rif­ver­trag für den Ein­zel­han­del, der bun­des­weit gel­ten soll, wird da­nach ab dem 01.07.2010 nicht nur auf die Ar­beits­verhält­nis­se der Mit­ar­bei­ter der al­ten Fi­lia­len son­dern auch auf die der XL-Markt-Mit­ar­bei­ter an­ge­wen­det.

Künf­tig sol­len Verkäufer bzw. Kas­sie­rer 1.481 EUR brut­to pro Mo­nat er­hal­ten, nach sechs Jah­ren Tätig­keit 2.108 EUR. Für selbstständi­ge­re Tätig­kei­ten ist ein Ein­stiegs­ge­halt von 1.925 EUR brut­to vor­ge­se­hen, das sich nach sechs Jah­ren Beschäfti­gung auf 2.367 EUR erhöht (Ta­ges­spie­gel vom 01.06.2010, „Schle­cker zahlt jetzt Ta­rif“). Außer­dem soll die um­strit­te­ne Leih­ar­beit zum Jah­res­en­de aus­lau­fen.

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Letzte Überarbeitung: 16. September 2016

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