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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Betriebsrat: Schulung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Akten­zeichen: 9 TaBV 329/08
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 06.02.2009
   
Leit­sätze:

1. Auch die Teil­nah­me ei­ner stell­ver­tre­ten­den Schriftführe­rin des Be­triebs­rats an ei­ner Schu­lungs­ver­an­stal­tung zum The­ma "Pro­to­kollführung mit Hil­fe der Text­ver­ar­bei­tung" kann für die Ar­beit des Be­triebs­rats er­for­der­lich sein.

2. Grundsätz­lich kommt es für die Be­ur­tei­lung der Er­for­der­lich­keit dar­auf an, ob der Be­triebs­rat aus der Sicht ei­nes vernünf­ti­gen Drit­ten un­ter den zur Zeit der Be­schluss­fas­sung ge­ge­be­nen Umständen die Teil­nah­me des Be­triebs­rats­mit­glieds an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung für er­for­der­lich hal­ten durf­te (BAG EzB Be­trVG § 37 Nr. 158). Be­ur­teilt der Be­triebs­rat die Er­for­der­lich­keit nach den zu die­sem Zeit­punkt ge­ge­be­nen Umständen feh­ler­haft, tre­ten aber vor Be­ginn der Schu­lungs­ver­an­stal­tung Umstände ein, die die Teil­nah­me des Be­triebs­rats­mit­glieds an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung nun­mehr er­for­der­lich ma­chen, ist ent­schei­dend, dass die Teil­nah­me zur Zeit der Schu­lungs­ver­an­stal­tung er­for­der­lich war.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Düsseldorf, Beschluss vom 15.09.2008, 2 BV 79/08
   

9 TaBV 329/08

2 BV 79/08
Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf 

Verkündet

am 06. Fe­bru­ar 2009

Lam­bertz
Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT DÜSSEL­DORF

BESCHLUSS

In dem Be­schluss­ver­fah­ren

un­ter Be­tei­li­gung

1. des Be­triebs­rats der Fir­ma B. T., Be­zirk Düssel­dorf/Neuss, vertr. d. d. Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de J. W., N. str. 127, E.,

- An­trag­stel­ler und Be­schwer­de­geg­ner -

Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwältin I.,
X. str. 21, E.,

2. der Fir­ma B. T., vertr. d. d. In­ha­ber B. T., B.-T.-Straße, Q., - Be­tei­lig­te zu 2) und Be­schwer­deführe­rin -

Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte Prof. Dr. L. u.a.,
X. hal­de 22, T.,

3. der Frau J. W., I. Land­str. 32, E.,

- Be­tei­lig­te zu 3) -

hat die 9. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Anhörung vom 06.02.2009
durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt Hein­lein als Vor­sit­zen­de so­wie die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Ra­eder und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Specht

b e s c h l o s s e n :

Der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 15.09.2008 – 2 BV 79/08 – wird teil­wei­se ab­geändert und wie folgt neu ge­fasst:

 

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Dem An­trags­geg­ner wird auf­ge­ge­ben, die Be­tei­lig­te zu 3) von der Ver­pflich­tung zur Zah­lung der Schu­lungs­kos­ten für ih­re Teil­nah­me an dem Se­mi­nar der ver.di b+b Ta­gung „Pro­to­kollführung mit Hil­fe der Text­ver­ar­bei­tung – Die ord­nungs­gemäße Sit­zungs­nie­der­schrift mit EDV Un­terstützung“ vom 18.02. bis 20.02.2008 in H. in Höhe von 556,40 EUR so­wie der Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­kos­ten in Höhe von 182,72 EUR frei­zu­stel­len. Im Übri­gen wird der An­trag zurück­ge­wie­sen.

Die wei­ter­ge­hen­de Be­schwer­de wird zurück­ge­wie­sen.

Die Rechts­be­schwer­de wird für die Be­tei­lig­te zu 2) zu­ge­las­sen. Für den An­trag­stel­ler und die Be­tei­lig­te zu 3) wird die Rechts­be­schwer­de nicht zu­ge­las­sen.

G r ü n d e :

I.

Die Be­tei­lig­ten strei­ten darüber, ob die Be­tei­lig­te zu 2) (im Be­schluss des Ar­beits­ge­richts als An­trags­geg­ner be­zeich­net) ver­pflich­tet ist, die Be­tei­lig­te zu 3) (im Be­schluss des Ar­beits­ge­richts als Be­tei­lig­te zu 1) be­zeich­net) von der Ver­pflich­tung zur Zah­lung der Kos­ten für ih­re Teil­nah­me an ei­ner Schu­lungs­ver­an­stal­tung zum The­ma „Pro­to­kollführung mit Hil­fe der Text­ver­ar­bei­tung – Die ord­nungs­gemäße Sit­zungs­nie­der­schrift mit EDV-Un­terstützung“ frei­zu­stel­len.

Die Be­tei­lig­te zu 2) (Ar­beit­ge­be­rin) be­treibt bun­des­weit ein Dro­ge­rie­un­ter­neh­men. Der An­trag­stel­ler ist der für 27 Ver­kaufs­stel­len in Neuss und Düssel­dorf am 28.03.2007 gewähl­te Be­triebs­rat. Die Be­tei­lig­te zu 3) ist des­sen Vor­sit­zen­de.

 

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Die Be­tei­lig­te zu 3) und die stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Be­triebs­rats, Frau W., nah­men vom 18.02. bis 20.02.2008 an dem von der ver.di b+b ver­an­stal­te­ten Se­mi­nar „Pro­to­kollführung mit Hil­fe der Text­ver­ar­bei­tung“ teil. Auf die Ein­zel­hei­ten der Se­mi­nar­aus­schrei­bung ein­sch­ließlich des Se­mi­nar­plans wird Be­zug ge­nom­men (Bl. 11 und 12 d. A.).

Der Be­triebs­rat be­schloss am 27.11.2007, dass Frau L., Frau W. und die Be­tei­lig­te zu 3) an dem Se­mi­nar teil­neh­men. Zu die­sem Zeit­punkt wa­ren Frau L. Schriftführe­rin des Be­triebs­rats und Frau W. de­ren Stell­ver­tre­te­rin. Zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt leg­te Frau L. ihr Be­triebs­rats­amt zum 01.01.2008 nie­der und Frau W. wur­de zur Schriftführe­rin, die Be­tei­lig­te zu 3) zur stell­ver­tre­ten­den Schriftführe­rin be­stimmt.

Mit Schrei­ben vom 02.01.2008 teil­te die Ar­beit­ge­be­rin dem Be­triebs­rat mit, die Se­min­ar­teil­nah­me sei nur für die Schriftführe­rin Frau W. ge­neh­migt. Ver­pfle­gungs­kos­ten über­neh­me sie nicht. In­so­weit wer­de ei­ne Auslöse nach den be­trieb­li­chen Spe­sensätzen gewährt. Die­se be­tra­ge bei Ab­we­sen­heit von 10 bis 14 St­un­den 6,00 €, von 14 bis 24 St­un­den 12,00 € und bei Ab­we­sen­heit je vol­len Tag 24 St­un­den 24,00 €.

Mit Schrei­ben vom 14.03.2008 teil­te die ver.di b+b dem Be­triebs­rat mit, die Se­min­ar­gebühr be­tra­ge pro Teil­neh­me­rin 556,40 € und die Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­kos­ten betrügen je­weils 202,50 €. Der Be­triebs­rat wur­de zu­gleich ge­be­ten, die Schu­lungs­kos­ten im ar­beits­ge­richt­li­chen Be­schluss­ver­fah­ren gel­tend zu ma­chen. Aus ei­ner Rech­nung der ver.di b+b an die Be­tei­lig­te zu 3) vom 05.02.2008 er­gibt sich, dass sich die Se­min­ar­gebühr aus ei­nem Net­to­be­trag von 520,00 € so­wie 7 % Mehr­wert­steu­er zu­sam­men­setzt. In ei­ner Rech­nung der ver.di b+b an die Be­tei­lig­te zu 2) vom 20.02.2008 sind die Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­kos­ten auf­ge­schlüsselt. Da­nach beträgt der Ge­samt­preis für zwei Über­nach­tun­gen 100,00 € und der für Ver­pfle­gung 70,16 €. Hin­zu­ge­rech­net wird die Mehr­wert­steu­er von 19 %. Mit Schrei­ben vom 29.02.2008 teil­te die ver.di b+b der Be­tei­lig­ten zu 3) mit, sie sei ge­genüber der Bil­dungs-

 

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stätte/dem Se­mi­nar­ho­tel mit ei­nem Be­trag von 202,50 € in Vor­la­ge ge­be­ten und bat um Über­wei­sung die­ses Be­tra­ges auf ihr Kon­to.

Im vor­lie­gen­den Be­schluss­ver­fah­ren ha­ben sich der Be­triebs­rat und die Ar­beit­ge­be­rin durch Teil­ver­gleich vom 13.08.2008 ge­ei­nigt, dass die Ar­beit­ge­be­rin Frau W. von den Se­mi­nar­kos­ten und den Über­nach­tungs­kos­ten in Höhe von ei­ner­seits 556,40 € und an­de­rer­seits 202,50 € frei­stellt.

Der Be­triebs­rat hat zu­letzt be­an­tragt,

die Be­tei­lig­te zu 3) von der Ver­pflich­tung zur Zah­lung der Schu­lungs­kos­ten für ih­re Teil­nah­me an dem Se­mi­nar der ver.di b+b Ta­gung „Pro­to­kollführung mit Hil­fe der Text­ver­ar­bei­tung – Die ord­nungs­gemäße Sit­zungs­nie­der­schrift mit EDV Un­terstützung“ vom 18.02.2008 in H. in Höhe von 556,40 € so­wie der Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­kos­ten in Höhe von 202,50 € frei­zu­stel­len.

Die Ar­beit­ge­be­rin hat be­an­tragt,

den An­trag zurück­zu­wei­sen.

Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, je­den­falls für die Stell­ver­tre­te­rin der Schriftführe­rin und sons­ti­ge Be­triebs­rats­mit­glie­der sei die Teil­nah­me an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung nicht er­for­der­lich.

Das Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf hat durch Be­schluss vom 15.09.2008, auf des­sen In­halt Be­zug ge­nom­men wird, dem An­trag statt­ge­ge­ben.

Ge­gen den ihr am 25.09.2008 zu­ge­stell­ten Be­schluss hat die Ar­beit­ge­be­rin mit ei­nem am 16.10.2008 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­schwer­de ein­ge­legt und die­se mit ei­nem am 24.10.2008 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz be­gründet.

 

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Der Be­triebs­rat hat im Anhörungs­ter­min vor der Be­schwer­de­kam­mer erklärt, er ak­zep­tie­re, dass die Ar­beit­ge­be­rin an­stel­le der in Rech­nung ge­stell­ten Ver­pfle­gungs­kos­ten die Auslöse nach den von ihr mit­ge­teil­ten be­trieb­li­chen Spe­sensätzen zahlt.

Die Ar­beit­ge­be­rin ist der Auf­fas­sung, die Teil­nah­me der Be­tei­lig­ten zu 3) an dem Se­mi­nar sei nicht er­for­der­lich ge­we­sen, da sie zum maßgeb­li­chen Zeit­punkt der Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats nicht stell­ver­tre­ten­de Schriftführe­rin ge­we­sen sei. Da Ver­tre­tungsfälle für die Schriftführe­rin Frau W. zeit­lich denk­bar ge­ring sei­en, ände­re der Um­stand, dass die Be­tei­lig­te zu 3) nun­mehr stell­ver­tre­ten­de Schriftführe­rin sei, aber auch nichts dar­an, dass ih­re Teil­nah­me an dem Spe­zi­als­e­mi­nar nicht er­for­der­lich ge­we­sen sei.

Die Ar­beit­ge­be­rin be­an­tragt,

den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 15.09.2008 – 2 BV 79/08 – ab­zuändern und den An­trag zurück­zu­wei­sen.

Der Be­triebs­rat be­an­tragt,

die Be­schwer­de zurück­zu­wei­sen.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Be­tei­lig­ten wird auf die Schriftsätze und den sons­ti­gen Ak­ten­in­halt Be­zug ge­nom­men.

 

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II.

Die Be­schwer­de ist zulässig (§§ 87 Abs. 1, Abs. 2, 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG, 519, 520 Abs. 3 ZPO), je­doch über­wie­gend un­be­gründet. Sie ist le­dig­lich hin­sicht­lich ei­nes Teils der vom Ar­beits­ge­richt zu­er­kann­ten Ver­pfle­gungs­kos­ten be­gründet.

1. Der An­trag ist zulässig.

Für den im Be­schluss­ver­fah­ren gel­tend zu ma­chen­den Frei­stel­lungs­an­spruch nach § 40 Abs. 1 Be­trVG i. V. m. § 37 Abs. 6 Be­trVG ist der Be­triebs­rat an­trags­be­rech­tigt. Nach ständi­ger Recht­spre­chung des BAG zählen zu den Kos­ten der Tätig­keit des Be­triebs­rats auch die Schu­lungs­kos­ten sei­ner Mit­glie­der (BAG vom 28.06.1995, AP Nr. 48 zu § 40 Be­trVG 1972).

Die Be­tei­lig­te zu 3) war im vor­lie­gen­den Be­schluss­ver­fah­ren gemäß § 83 Abs. 3 ArbGG zu be­tei­li­gen (BAG vom 15.01.1992, AP Nr. 41 zu § 40 Be­trVG 1972). Sie ist zum Anhörungs­ter­min vor der Be­schwer­de­kam­mer un­ent­schul­digt nicht er­schie­nen. Da­mit ist der Pflicht zu ih­rer Anhörung genügt (§ 83 Abs. 4 Satz 2 ArbGG).

2. Der An­trag ist im We­sent­li­chen be­gründet.

a) Der Ar­beit­ge­ber hat nach § 40 Abs. 1 Be­trVG die durch die Tätig­keit des
Be­triebs­rats ent­ste­hen­den Kos­ten zu tra­gen. Da­zu gehören auch die Kos­ten, die anläss­lich der Teil­nah­me ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds an ei­ner Schu­lungs­ver­an­stal­tung nach § 37 Abs. 6 Be­trVG ent­stan­den sind, so­fern das dort ver­mit­tel­te Wis­sen für die Be­triebs­rats­ar­beit er­for­der­lich ist. Da­bei setzt die Pflicht zur Kos­ten­tra­gung ei­nen wirk­sa­men Ent­sen­de­be­schluss des Be­triebs­rats vor­aus (BAG vom 08.03.2000, AP Nr. 68 zu § 40 Be­trVG 1972).

 

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Nach der Recht­spre­chung des BAG ist die Ver­mitt­lung von Kennt­nis­sen für die Be­triebs­rats­ar­beit er­for­der­lich, wenn die­se un­ter Berück­sich­ti­gung der kon­kre­ten Verhält­nis­se im Be­trieb und im Be­triebs­rat not­wen­dig sind, da­mit der Be­triebs­rat sei­ne ge­genwärti­gen oder in na­he Zu­kunft an­ste­hen­den Auf­ga­ben sach- und fach­ge­recht erfüllen kann. Da­zu be­darf es der Dar­le­gung ei­nes ak­tu­el­len oder ab­seh­ba­ren be­trieb­li­chen oder be­triebs­rats­be­zo­ge­nen An­las­ses, aus dem sich der Schu­lungs­be­darf er­gibt. Le­dig­lich bei erst­mals gewähl­ten Be-triebs­rats­mit­glie­dern wird auf ei­ne nähe­re Dar­le­gung der Schu­lungs­bedürf­tig­keit ver­zich­tet, wenn es sich um die Ver­mitt­lung von Grund­kennt­nis­sen im Be­triebs­ver­fas­sungs­recht, im all­ge­mei­nen Ar­beits­recht und für den Be­reich der Ar­beits­si­cher­heit und Un­fall­verhütung han­delt (BAG vom 19.07.1995, AP Nr. 110 zu § 37 Be­trVG 1972).

Bei sei­ner Be­schluss­fas­sung hat der Be­triebs­rat die Fra­ge der Er­for­der­lich­keit nicht nach sei­nem sub­jek­ti­ven Er­mes­sen zu be­ant­wor­ten; viel­mehr muss er sich auf den Stand­punkt ei­nes vernünf­ti­gen Drit­ten stel­len, der die In­ter­es­sen des Be­trie­bes ei­ner­seits und die des Be­triebs­rats und der Ar­beit­neh­mer­schaft an­de­rer­seits ge­gen­ein­an­der ab­zuwägen hat. Ent­schei­dend ist da­bei nach der Recht­spre­chung des BAG der Zeit­punkt der Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats; un­er­heb­lich ist, ob aus späte­rer Sicht rück­bli­ckend be­trach­tet die Teil­nah­me an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung im streng ob­jek­ti­ven Sinn er­for­der­lich war. Die ge­richt­li­che Kon­trol­le muss sich so­mit dar­auf be­schränken, ob ein vernünf­ti­ger Drit­ter un­ter den im Zeit­punkt der Be­schluss­fas­sung ge­ge­be­nen Umständen eben­falls ei­ne der­ar­ti­ge Ent­schei­dung ge­trof­fen hätte (BAG vom 10.11.1993, EzB Be­trVG § 37 Nr. 158).

b) Die Be­tei­lig­te zu 3) hat auf­grund ei­nes wirk­sa­men Ent­sen­de­be­schlus­ses an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung „Pro­to­kollführung mit Hil­fe der Text­ver­ar­bei­tung“ vom 18.02. bis 20.02.2008 teil­ge­nom­men. Die ihr durch die Schu­lungs­ver­an­stal­tung ver­mit­tel­ten Kennt­nis­se wa­ren auch für die Be­triebs­rats­ar­beit er­for­der­lich.

 

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Der Be­triebs­rat hat den Be­schluss am 27.11.2007 ge­fasst. In der Ein­la­dung für die Be­triebs­rats­sit­zung am 27.11.2007 ist die Be­schluss­fas­sung über die Teil­nah­me u.a. der Be­tei­lig­ten zu 3) als Ta­ges­ord­nungs­punkt 8) vor­ge­se­hen. Von der Ar­beit­ge­be­rin wird auch, je­den­falls im Be­schwer­de­ver­fah­ren, nicht mehr be­strit­ten, dass ei­ne ord­nungs­gemäße Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats er­folgt ist, be­vor die Schu­lungs­ver­an­stal­tung statt­ge­fun­den hat.

Es han­del­te sich nicht um ei­ne Schu­lungs­ver­an­stal­tung, in der Grund­kennt­nis­se des Be­triebs­ver­fas­sungs­rechts oder all­ge­mei­nen Ar­beits­rechts ver­mit­telt wur­den. Viel­mehr hat­te sie spe­zi­el­le Fra­gen zur Pro­to­kollführung bei Ver­hand­lun­gen im Be­triebs­rat mit Hil­fe der Text­ver­ar­bei­tung zum The­ma und war nach dem In­halt der Se­mi­nar­aus­schrei­bung auch nur für Schriftführer und Schriftführe­rin­nen von Be­triebs- und Per­so­nalräten vor­ge­se­hen. Es be­durf­te so­mit im vor­lie­gen­den Be­schluss­ver­fah­ren sei­tens des Be­triebs­rats der Dar­le­gung, dass un­ter Berück­sich­ti­gung der kon­kre­ten Verhält­nis­se im Be­trieb und im Be­triebs­rat ein Schu­lungs­be­darf für die Be­tei­lig­te zu 3) be­stand. Hier­zu hat die­ser aus¬rei­chend vor­ge­tra­gen. Die Er­for­der­lich­keit der Schu­lung für die Ar­beit des Be­triebs­rats ist zu be­ja­hen, denn die Be­tei­lig­te zu 3) wur­de vor ih­rer Teil­nah­me an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung zur stell­ver­tre­ten­den Schriftführe­rin des Be­triebs­rats be­stellt. Auch in Be­zug auf ih­re Per­son be­stand ein ent­spre­chen­der Schu­lungs­be­darf.

Nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Be­trVG ist über je­de Ver­hand­lung des Be­triebs­rats ei­ne Nie­der­schrift auf­zu­neh­men, die min­des­tens den Wort­laut der Be­schlüsse und die Stim­men­mehr­heit, mit der sie ge­fasst sind, enthält. Ha­ben der Ar­beit­ge­ber oder ein Be­auf­trag­ter ei­ner Ge­werk­schaft an der Sit­zung teil­ge­nom­men, ist dem Ar­beit­ge­ber oder dem Be­auf­trag­ten nach § 34 Abs. 2 Satz 1 Be­trVG der ent­spre­chen­de Teil der Nie­der­schrift ab­schrift­lich aus­zuhändi­gen. In die­sem Fall ge­langt das Sit­zungs­pro­to­koll so­mit auch an Per­so­nen oder Stel­len, die nicht dem Be­triebs­rat an­gehören. Darüber hin­aus kann das Sit­zungs­pro­to­koll in Rechts­strei­tig­kei­ten Be­weis­mit­tel für die Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats sein (§ 416 ZPO). Ein den Ver­lauf der Be­triebs­rats­ver­hand­lun­gen rich­tig und

 

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vollständig wie­der­ge­ben­des Sit­zungs­pro­to­koll ist des­halb für die Ar­beit des Be­triebs­rats von er­heb­li­cher Be­deu­tung, ins­be­son­de­re dann, wenn Vor­ha­ben des Ar­beit­ge­bers ver­han­delt wer­den, die den Be­stand oder den In­halt von Ar­beits­verhält­nis­sen der Be­triebs­an­gehöri­gen be­tref­fen, sei es Kündi­gun­gen, sei es Ver­set­zun­gen, sei es Be­triebsände­run­gen. In sol­chen Fällen wird ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Be­triebs­rat sich nicht da­mit be­gnügen, in die Nie­der­schrift den Wort­laut der Be­schlüsse und die Stim­men­mehr­heit, mit der sie ge­fasst wur­den, auf­zu­neh­men, son­dern er wird auch den Ver­lauf der Dis­kus­si­on im Be­triebs­rat wie­der­ge­ben.

Hat der Be­triebs­rat ei­nen Schriftführer gewählt, ob­liegt es die­sem, die Nie­der­schrift zu fer­ti­gen. Nach § 34 Abs. 1 Satz 2 Be­trVG ist die Nie­der­schrift vom Vor­sit­zen­den des Be­triebs­rats und ei­nem wei­te­ren Be­triebs­rats­mit­glied zu un­ter­zeich­nen. Wur­de ein Schriftführer be­stellt, hat die­ser die Nie­der­schrift ne­ben dem Vor­sit­zen­den zu un­ter­zeich­nen (Fit­ting-En­gels-Schmidt, Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz, 23. Aufl., § 34 Rdn. 19; Ri­char­di-Thüsing, Be­triebs­ver­fas­sungs-ge­setz, 10. Aufl., § 34 Rdn. 9). Der Schriftführer fer­tigt al­so nicht nur das Sit­zungs­pro­to­koll, son­dern über­nimmt mit sei­ner Un­ter­schrift – ne­ben dem Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den – auch die Ver­ant­wor­tung für des­sen Rich­tig­keit und Vollständig­keit. Er übt mit­hin ei­ne Spe­zi­al­funk­ti­on für den Be­triebs­rat aus. Be­sitzt er nicht die not­wen­di­gen Kennt­nis­se, um sei­ne Auf­ga­be sach- und fach­ge­recht erfüllen zu können, ist sei­ne Teil­nah­me an ei­ner die ent­spre­chen­den Kennt­nis­se ver­mit­teln­den Schu­lungs­ver­an­stal­tung da­her im Sin­ne von § 37 Abs. 6 Be­trVG er­for­der­lich.

Nichts an­de­res gilt für den Ver­tre­ter des Schriftführers. Auch die­ser muss die not­wen­di­gen Kennt­nis­se be­sit­zen, um die Sit­zungs­nie­der­schrift ord­nungs­gemäß fer­ti­gen zu können. Da­bei kann es bei der Be­ur­tei­lung der Er­for­der­lich­keit nicht dar­auf an­kom­men, in wel­chem zeit­li­chen Um­fang der Schriftführer vor­aus­sicht­lich an der Teil­nah­me an Be­triebs­rats­sit­zun­gen ver­hin­dert sein wird. Denn ei­ne sol­che Pro­gno­se würde außer Acht las­sen, dass der Schriftführer auch un­vor­her­ge­se­hen, ins­be­son­de­re we­gen nicht pro­gnos­ti­zier­ba­rer Er­kran-

 

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kun­gen aus­fal­len kann. Auch in ei­nem sol­chen Fall muss ei­ne ord­nungs­gemäße Nie­der­schrift über die Ver­hand­lun­gen des Be­triebs­rats ge­fer­tigt wer­den. Der Um­stand, dass die Be­tei­lig­te zu 3) le­dig­lich stell­ver­tre­ten­de Schriftführe­rin des Be­triebs­rats ist, steht der Er­for­der­lich­keit ih­rer Teil­nah­me an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung so­mit nicht ent­ge­gen. Da nicht er­sicht­lich ist, dass die Be­tei­lig­te zu 3) die Kennt­nis­se be­reits be­saß, die in dem Se­mi­nar ver­mit­telt wur­den, und die Be­tei­lig­te zu 2) dies auch nicht be­haup­tet hat, ist mit­hin der Schu­lungs­be­darf auch für die Be­tei­lig­te zu 3) zu be­ja­hen.

Zwar trifft es zu, dass die Be­tei­lig­te zu 3) zu dem Zeit­punkt, als der Be­triebs­rat den Ent­sen­de­be­schluss ge­fasst hat, nicht stell­ver­tre­ten­de Schriftführe­rin war und zu die­sem Zeit­punkt dem Be­triebs­rat auch noch nicht be­kannt war, dass die Schriftführe­rin Frau L. ihr Be­triebs­rats­amt nie­der­le­gen und die Be­tei­lig­te zu 3) zur stell­ver­tre­ten­den Schriftführe­rin gewählt würde. Tatsächlich hat der Be­triebs­rat bei sei­ner Be­schluss­fas­sung die Ent­sen­dung der Be­tei­lig­ten zu 3) für er­for­der­lich ge­hal­ten, weil sie Vor­sit­zen­de des Be­triebs­rats ist. Dem Vor­sit­zen­den des Be­triebs­rats ob­liegt nach § 34 Abs. 1 Satz 2 Be­trVG die Un­ter­zeich­nung der Ver­hand­lungs­nie­der­schrift. Da das Se­mi­nar „Pro­to­kollführung mit Hil­fe der Text­ver­ar­bei­tung“ je­doch für Schriftführer und Schriftführe­rin­nen an­ge­bo­ten und nach dem Se­mi­nar­plan u.a. geübt wur­de, wie ein Pro­to­koll an­ge­fer­tigt wird, Fra­gen der Ar­beit mit dem PC be­han­delt wur­den und brei­ten Raum die Er­stel­lung und Nut­zung von Vor­la­gen ein­ge­nom­men hat, war die Teil­nah­me der Be­tei­lig­ten zu 3) in ih­rer Ei­gen­schaft als Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de je­den­falls an die­sen Tei­len der Ver­an­stal­tung nicht er­for­der­lich. Ei­ne für die Ar­beit des Be­triebs­rats nur teil­wei­se er­for­der­li­che Schu­lung be­rech­tigt aber al­len­falls zum zeit­wei­sen Be­such der Schu­lungs­ver­an­stal­tung (BAG vom 28.05.1976, AP Nr. 24 zu § 37 Be­trVG 1972).

Es kann in­des­sen nicht dar­auf an­kom­men, dass die Be­tei­lig­te zu 3) zum Zeit­punkt der Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats noch nicht des­sen stell­ver­tre­ten­de Schriftführe­rin war, sie die­se Funk­ti­on viel­mehr erst zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt über­nom­men hat und zum Zeit­punkt der Be­schluss­fas­sung dem Be­triebs-

 

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rat auch noch nicht be­kannt war, dass sie zur stell­ver­tre­ten­den Schriftführe­rin gewählt würde. Nach dem Wort­laut des § 37 Abs. 6 Satz 1 i. V. m. Abs. 2 Be­trVG sind Mit­glie­der des Be­triebs­rats für die Teil­nah­me an Schu­lungs- und Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen frei­zu­stel­len, so­weit die­se Kennt­nis­se ver­mit­teln, die für die Ar­beit des Be­triebs­rats er­for­der­lich sind. Tatsächlich hat die Ver­an­stal­tung sol­che Kennt­nis­se ver­mit­telt. Tatsächlich hat der Be­triebs­rat die Teil­nah­me der Be­tei­lig­ten zu 3) auch vor Durchführung der Ver­an­stal­tung be­schlos­sen.

Die Fra­ge der Er­for­der­lich­keit hat der Be­triebs­rat bei sei­ner Be­schluss­fas­sung zwar feh­ler­haft be­ur­teilt. Den Be­ur­tei­lungs­spiel­raum, der dem Be­triebs­rat ein­zuräum­en ist, wenn er prüft, ob die Teil­nah­me ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds an ei­ner Schu­lungs­ver­an­stal­tung für die Ar­beit des Be­triebs­rats er­for­der­lich ist, hat er da­her zum Zeit­punkt der Be­schluss­fas­sung über­schrit­ten. Der Feh­ler wirkt sich aber auf die Er­for­der­lich­keit der Schu­lungs­maßnah­me nicht aus. Ei­ne er­neu­te Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats zu ver­lan­gen, wäre rei­ne Förme­lei. Die Zu­bil­li­gung ei­nes Be­ur­tei­lungs­spiel­raums bei der Be­schluss­fas­sung über die Teil­nah­me ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds an ei­ner Schu­lungs­ver­an­stal­tung trägt dem Um­stand Rech­nung, dass der Be­triebs­rat die Be­ur­tei­lung auf der Grund­la­ge ei­ner Pro­gno­se vor­zu­neh­men hat. Später ein­tre­ten­de Ent­wick­lun­gen und Verände­run­gen sol­len ihm nicht rück­bli­ckend ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, wenn sie zur Zeit der Be­schluss­fas­sung nicht von ihm vor­her­ge­se­hen wer­den konn­ten. Tre­ten da­ge­gen vor dem Be­ginn der Schu­lungs­ver­an­stal­tung Umstände ein, die da­zu führen, dass die ursprüng­lich nicht vor­lie­gen­de Er­for­der­lich­keit nun­mehr vor­liegt, be­darf es ei­nes sol­chen Schut­zes nicht.

Würde in ei­nem sol­chen Fall der Schu­lungs­be­darf ver­neint, weil er zur Zeit der Be­schluss­fas­sung nicht vor­han­den war, hätte dies auch Kon­se­quen­zen für den um­ge­kehr­ten Fall, dass der Be­triebs­rat die Teil­nah­me ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds zur Zeit sei­ner Be­schluss­fas­sung für er­for­der­lich hal­ten durf­te, die Er­for­der­lich­keit aber vor Be­ginn der Schu­lungs­ver­an­stal­tung wegfällt. Hätte et­wa das Be­triebs­rats­mit­glied Frau L. nach der Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats, aber vor Be­ginn der Schu­lungs­ver­an­stal­tung le­dig­lich ih­re Funk­ti­on als Schriftführe-

 

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rin nie­der­ge­legt, hätte sie – wenn es auf den Zeit­punkt der Be­schluss­fas­sung ankäme – an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung teil­neh­men dürfen, ob­wohl die ihr dort ver­mit­tel­ten Kennt­nis­se für die Ar­beit des Be­triebs­rats nicht mehr er­for­der­lich wa­ren. Die­ses Er­geb­nis kann nicht zu­tref­fen. Für den vor­lie­gen­den Streit­fall be­deu­tet dies, dass die Er­for­der­lich­keit der Teil­nah­me der Be­tei­lig­ten zu 3) an der Schu­lungs­ver­an­stal­tung zu be­ja­hen ist, auch wenn zur Zeit der Be­schluss­fas­sung die die Er­for­der­lich­keit be­gründen­den Umstände für den Be­triebs­rat noch nicht vor­her­seh­bar wa­ren.

c) Die Be­tei­lig­te zu 2) ist ver­pflich­tet, die Be­tei­lig­te zu 3) von den Kos­ten des Se­mi­nars in Höhe von 556,40 € so­wie von Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­kos­ten in Höhe von 182,72 € frei­zu­stel­len.

Wer­den die Se­min­ar­gebühren als Pau­schal­preis in Rech­nung ge­stellt, genügen nach der Recht­spre­chung des BAG die An­ga­be des ver­ein­bar­ten Be­tra­ges und der Hin­weis auf die Pau­scha­lie­rung (BAG vom 30.03.1994, AP Nr. 42 zu § 40 Be­trVG 1972). Aus der vom Be­triebs­rat vor­ge­leg­ten Se­mi­nar­aus­schrei­bung er­gibt sich, dass der Schu­lungs­ver­an­stal­ter die Se­min­ar­gebühr in Höhe von 520,00 € pau­schal in Rech­nung ge­stellt hat. Zuzüglich Mehr­wert­steu­er in Höhe von 7 % be­tra­gen die Se­min­ar­gebühren so­mit 556,40 €. Ei­ne Auf­schlüsse­lung, weil es sich bei der ver.di b+b um ei­nen ge­werk­schaft­li­chen Ver­an­stal­ter han­delt, ist nicht er­for­der­lich. Nach der Recht­spre­chung des BAG kommt ei­ne Auf­schlüsse­lung pau­scha­ler Schu­lungs­gebühren dann, wenn sich ein in der Rechts­form ei­nes ge­meinnützi­gen Ver­eins geführ­ter ge­werk­schaft­li­cher Schu­lungs­ver­an­stal­ter auf die Durchführung be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­cher Schu­lun­gen be­schränkt, erst bei Vor­lie­gen kon­kre­ter An­halts­punk­te für ei­ne Geg­ner­fi­nan­zie­rung in Be­tracht (BAG vom 17.06.1998, AP Nr. 62 zu § 40 Be­trVG 1972). Aus der Se­mi­nar­aus­schrei­bung er­gibt sich, dass die ver.di Bil­dung + Be­ra­tung als ge­meinnützi­ge GmbH fir­miert. Tat­sa­chen, dass die­ser Se­mi­nar­ver­an­stal­ter auch ge­werk­schaft­li­che Schu­lun­gen durchführt oder An­halts­punk­te dafür, dass die Kos­ten­tra­gungs­pflicht zur in­di­rek­ten Geg­ner­fi­nan­zie­rung führen würde, hat die Be­tei­lig­te zu 2) nicht vor­ge­tra­gen.

 

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Die Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­kos­ten hat der Be­triebs­rat durch Vor­la­ge der Rech­nung vom 20.02.2008 auf­ge­schlüsselt. Da­nach hat die Be­tei­lig­te zu 2) die Be­tei­lig­te zu 3) von Über­nach­tungs­kos­ten in Höhe von 100,00 € für zwei Über­nach­tun­gen frei­zu­stel­len. Ver­pfle­gungs­kos­ten kann die Be­tei­lig­te zu 3) in Höhe von 48,00 € ver­lan­gen. Nach der Recht­spre­chung des BAG ist ei­ne im Be­trieb be­ste­hen­de, zu­mut­ba­re all­ge­mei­ne Rei­se­kos­ten­re­ge­lung für Be­triebs­rats­mit­glie­der anläss­lich der Teil­nah­me an ei­ner Schu­lungs- und Bil­dungs­ver­an­stal­tung nach § 37 Abs. 6 Be­trVG ver­bind­lich, wenn die Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­kos­ten vom Be­triebs­rats­mit­glied be­ein­flusst wer­den können. In die­sem Fall wird der sich aus § 40 Abs. 1 Be­trVG er­ge­ben­de Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch des Be­triebs­rats für die Rei­se­kos­ten des Be­triebs­rats­mit­glieds der Höhe nach durch die Rei­se­kos­ten­re­ge­lung be­grenzt (BAG vom 28.03.2007, AP Nr. 89 zu § 40 Be­trVG 1972). Da der Be­triebs­rat in dem Anhörungs­ter­min vor der Be­schwer­de­kam­mer erklärt hat, er ak­zep­tie­re die be­trieb­li­chen Spe­sensätze, sind nun­mehr die­se dem Frei­stel­lungs­an­spruch zu­grun­de zu le­gen. An­de­rer­seits be­darf es da­nach nicht mehr des Ab­zugs ei­ner Haus­halts­er­spar­nis und der Kos­ten der all­ge­mei­nen Le­bensführung von der von der Bil­dungsstätte in Rech­nung ge­stell­ten Ver­pfle­gungs­pau­scha­le.

Hin­zu­zu­rech­nen ist den Über­nach­tungs- und Ver­pfle­gungs­kos­ten die Mehr­wert­steu­er in Höhe von 19 %. So­weit das Ar­beits­ge­richt der Be­tei­lig­ten zu 2) auf­ge­ge­ben hat, die Be­tei­lig­te zu 3) von der Ver­pflich­tung zur Zah­lung von Ver­pfle­gungs­kos­ten in Höhe von 70,16 € frei­zu­stel­len, ist die Be­schwer­de mit­hin in Höhe ei­nes Teil­be­tra­ges von 22,16 € be­gründet.

3. Die Zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de für die Be­tei­lig­te zu 2) be­ruht auf
§§ 92 Abs. 1 Satz 2, 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG.

Für den Be­triebs­rat und die Be­tei­lig­te zu 3) war die Rechts­be­schwer­de nicht zu­zu­las­sen. Ein ge­setz­li­cher Zu­las­sungs­grund liegt in­so­weit nicht vor.

 

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RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­sen Be­schluss kann von der Be­tei­lig­ten zu 2)

R E C H T S B E S C H W E R D E

ein­ge­legt wer­den.

Für den An­trag­stel­ler und die Be­tei­lig­te zu 3) ist kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Rechts­be­schwer­de muss

in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat

nach der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Be­schlus­ses schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: 0361 2636 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Rechts­be­schwer­de­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Nr. 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­vert­re-

 

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tung der Mit­glie­der die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on oder ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder Zu­sam­men­schlus­ses mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Rechts­be­schwer­de­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

 

Hein­lein 

Ra­eder 

Specht

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