Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Chefarzt
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Hamm
Akten­zeichen: 10 TaBV 24/08
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 10.10.2008
   
Leit­sätze: Der Chef­arzt als Lei­ter ei­ner klei­ne­ren Ab­tei­lung ei­nes Kran­ken­hau­ses ist re­gelmäßig nicht lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 S. 2 Be­trVG.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Hagen
   

10 TaBV 24/08

5 BV 41/04
Ar­beits­ge­richt Ha­gen

10 (13) TaBV 165/05
Be­schwer­de zurück­ge­wie­sen
07.07.2006

7 ABR 61/06
Be­schluss auf­ge­ho­ben,
zurück­ver­wie­sen
10.10.2007

7 ABR 97/08

 

Verkündet am: 10.10.2008

Neu­ge­bau­er Re­gie­rungs­beschäftig­te als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm

Im Na­men des Vol­kes

Be­schluss

In dem Be­schluss­ver­fah­ren

mit den Be­tei­lig­ten

hat die 10. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm
auf die münd­li­che Anhörung vom 10.10.2008
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Schier­baum

 

- 2 - 

so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Hop­mann und Baum

be­schlos­sen:

Auf die Be­schwer­de des Be­triebs­rats wird der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ha­gen vom 26.07.2005 – 5 BV 41/04 – ab­geändert.

Es wird fest­ge­stellt, dass der Be­tei­lig­te zu 3., Herr Dr. G1 O1, nicht lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Be­trVG ist.

Die Rechts­be­schwer­de zum Bun­des­ar­beits­ge­richt wird zu­ge­las­sen.

Gründe:

A

Die Be­tei­lig­ten strei­ten darüber, ob der Be­tei­lig­te zu 3., Herr Dr. O1, als lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Be­trVG an­zu­se­hen ist.

Die zu 2. be­tei­lig­te Ar­beit­ge­be­rin be­treibt in S1 ein Kran­ken­haus, in dem der­zeit et­wa 530 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, da­von der­zeit et­wa 95 Ärz­tin­nen und Ärz­te beschäftigt sind. Die Kli­nik ist in acht me­di­zi­ni­sche Ab­tei­lun­gen auf­ge­teilt, de­nen – bis auf die Rönt­gen­ab­tei­lung – je­weils ein bzw. zwei lei­ten­de Ab­tei­lungsärz­te als Chefärz­te vor­ste­hen. Bei die­sen Ab­tei­lun­gen han­delt es sich um die me­di­zi­ni­sche Kli­nik, in der im Jah­re 2006

21 Ärz­te beschäftigt wa­ren, die chir­ur­gi­sche Kli­nik mit sei­ner­zeit 16 Ärz­ten, die Frau­en­kli­nik mit sei­ner­zeit 9 Ärz­ten, die Ab­tei­lung für Anästhe­sie/In­ten­siv mit ins­ge­samt sei­ner­zeit

13 Ärz­ten, die Kin­der­kli­nik mit sei­ner­zeit 8 Ärz­ten, die uro­lo­gi­sche Kli­nik mit sei­ner­zeit mit

8 Ärz­ten und die Ra­dio­lo­gie mit sei­ner­zeit mit 2 Ärz­ten. Seit dem Jah­re 2006 sind in sämt­li­chen Sta­tio­nen und Ab­tei­lun­gen wei­te­re Ärz­te ein­ge­stellt wor­den.
Seit dem 01.07.2004 wur­de in der Kli­nik in S1 zusätz­lich ei­ne ger­ia­tri­sche Ab­tei­lung in Be­trieb ge­nom­men, die seit­her von dem Be­tei­lig­ten zu 3., der zum 15.06.2004 als „Chef­arzt für die Akut­geria­trie so­wie für die noch zu er­rich­ten­de ger­ia­tri­sche Ta­ges­kli­nik" gemäß Dienst­ver­trag vom 22.04.2004 (Bl. 16 ff.d.A.) ein­ge­stellt wur­de, ge­lei­tet wird. In der Ab­tei­lung Ger­ia­trie wa­ren im Jah­re 2006 ne­ben dem Be­tei­lig­ten zu 3. als Chef­arzt ein Ober­arzt, drei As­sis­tenzärz­te so­wie im Pfle­ge­be­reich 26,5 Voll­kräfte tätig. Im Som­mer 2008 wur­de in der

 

- 3 - 

Ab­tei­lung Ger­ia­trie ein zwei­ter Ober­arzt ein­ge­stellt. In­zwi­schen sind dort ein­sch­ließlich des Be­tei­lig­ten zu 3. acht Ärz­te so­wie et­wa 20 Ar­beit­neh­mer/in­nen in der Pfle­ge tätig.

Der Dienst­ver­trag des Be­tei­lig­ten zu 3. vom 22.04.2004 lau­tet aus­zugs­wei­se wie folgt:

§ 1
„Tätig­keit und Auf­ga­ben­ge­biet

1) Der Dienst­neh­mer wird mit Wir­kung vom 15.06.2004 als Chef­arzt für die Akut­geria­trie so­wie für die noch zu er­rich­ten­de ger­ia­tri­sche Ta­ges­kli­nik ein­ge­stellt. Sein Auf­ga­ben­ge­biet um­fasst die Rech­te und Pflich­ten ei­nes Chef­arz­tes der Ger­ia­tri­schen Ab­tei­lung.

2) Der Dienst­neh­mer ist lei­ten­der An­ge­stell­ter. Er ist nach Ab­spra­che mit den Fach­kol­le­gen und im Rah­men des Per­so­nal­bud­gets zur selbständi­gen Ein­stel­lung und Ent­las­sung von ärzt­li­chen Mit­ar­bei­tern be­rech­tigt. Ar­beits­zeug­nis­se wer­den von ihm und der Ver­wal­tungs­lei­tung ge­mein­sam un­ter­zeich­net. Die Ver­wal­tungs­lei­tung hat hier­bei ins­be­son­de­re auf die Übe­rein­stim­mung mit den ar­beits­recht­li­chen Be­stim­mun­gen zu ach­ten.

3) Wei­te­re sei­ner Stel­lung als lei­ten­der Mit­ar­bei­ter ent­spre­chen­de Auf­ga­ben können ihm über­tra­gen wer­den. Der Dienst­ge­ber hat das Recht, struk­tu­rel­le und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Verände­run­gen im Be­triebs­ab­lauf vor­zu­neh­men.

4) Der Dienst­neh­mer ist ge­genüber dem me­di­zi­ni­schen Per­so­nal grundsätz­lich wei­sungs­be­rech­tigt; ge­genüber Ärz­ten je­doch nur in­so­weit, als die­se ihm in ih­rem Auf­ga­ben­ge­biet nach­ge­ord­net sind.

5) ...

§ 5
All­ge­mei­ne Rech­te und Pflich­ten

1) Der Dienst­neh­mer be­tei­ligt sich im er­for­der­li­chen Um­fang an sol­chen Gre­mi­en, die der Dienst­ge­ber im Hin­blick auf ein op­ti­ma­les Be­triebs­ma­nage­ment für not­wen­dig er­ach­tet. Er un­terstützt die Fort­bil­dung der nach­ge­ord­ne­ten Mit­ar­bei­ter gemäß dem stand ih­rer Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten und bil­det sich selbständig wei­ter. Auf Ver­lan­gen des Dienst­ge­bers hat der Dienst­neh­mer sei­ne ei­ge­ne Wei­ter­bil­dung nach­zu­wei­sen.

2) Die Dienst­auf­sicht über den Dienst­neh­mer hat im All­ge­mei­nen der Dienst­ge­ber. Im Spe­zi­el­len ist der Dienst­neh­mer in ärzt­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten dem Ärzt­li­chen Di­rek­tor, in Ver­wal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten der Ver­wal­tungs­lei­tung un­ter­stellt. Der Dienst­neh­mer wirkt an der Um­set­zung dienst­li­cher An­ord­nun­gen und Wei­sun­gen so­wie ge­setz­li­cher Vor­schrif­ten mit. Bei Kom­pe­tenz­kon­flik­ten ist die Ent­schei­dung der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung der H1 K5 S1 GmbH ein­zu­ho­len.

3) ....

 

- 4 - 

§ 6
Be­son­de­re Rech­te und Pflich­ten

1) Der Dienst­neh­mer führt Heil­be­hand­lun­gen selbständig, ei­gen­ver­ant­wort­lich, ko­ope­ra­tiv und nach den Re­geln der ärzt­li­chen Kunst auf dem je­weils neu­es­ten Stand der ge­si­cher­ten wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­se durch. Der Um­fang sei­ner Leis­tun­gen wird durch Leis­tungs­spek­trum und Jah­res­bud­get des Dienst­ge­bers be­grenzt. Bei­de wer­den zu Jah­res­an­fang im Me­di­zi­ni­schen Ziel­plan ge­mein­sam ab­ge­stimmt.

2) ..."

Das Jah­res­grund­ge­halt des Be­tei­lig­ten zu 3. be­trug im Jah­re 2006 180.000,00 €.

In der von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­nen Kli­nik in S1 ist ei­ne Be­triebs­lei­tung ge­bil­det, die aus der Geschäftsführung, dem Ärzt­li­chen Di­rek­tor und der Pfle­ge­dienst­lei­tung be­steht. Die Geschäftsführung vor Ort ob­liegt der­zeit dem Geschäftsführer S8. Der Geschäftsführer H6 ist gleich­zei­tig Re­gio­nal­geschäftsführer der Re­gi­on West, in der neun Häuser ver­tre­ten sind. Zum Ärzt­li­chen Di­rek­tor ist der Chef­arzt der Ab­tei­lung Anästhe­sie und In­ten­siv­me­di­zin, Herr Dr. S12, gewählt.

Seit Ein­rich­tung der ger­ia­tri­schen Ab­tei­lung wer­den auf­grund des Fest­stel­lungs­be­schei­des der Be­zirks­re­gie­rung Arns­berg vom 09.09.2004 (Bl. 142 ff.d.A.) in der Kli­nik S1 acht sta­ti­onäre Fach­ge­bie­te mit ins­ge­samt 405 sta­ti­onären Bet­ten be­treut. Da­zu gehört auch die ger­ia­tri­sche Ab­tei­lung mit 41 sta­ti­onären Bet­ten so­wie seit dem 15.02.2006 mit wei­te­ren 15 ta­ges­kli­ni­schen Bet­ten.

Im Jah­re 2005 er­wirt­schaf­te­te die Kli­nik S1 im Leis­tungs­be­reich, der die Erlöse der Kran­ken­haus­be­hand­lung wie­der­gibt, ei­nen Be­trag von über 33 Mil­lio­nen Eu­ro. Da­von ent­fie­len auf die Ger­ia­trie 3,3 Mil­lio­nen Eu­ro. Dies mach­te ei­nen An­teil von 10,3 % aus. Im Jah­re 2006 be­trug die­ser An­teil 11,6 %, im Jah­re 2007 12 %.

Seit der Ein­stel­lung des Be­tei­lig­ten zu 3. be­steht zwi­schen dem in der Kli­nik gewähl­ten Be­triebs­rat, der aus 13 Per­so­nen be­steht, und der Ar­beit­ge­be­rin Streit über die Fra­ge, ob der Be­tei­lig­te zu 3. als Chef­arzt lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Be­trVG ist. Mit

 

- 5 - 

dem am 29.04.2004 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen An­trag vom 08.09.2004 lei­te­te der Be­triebs­rat das vor­lie­gen­de Be­schluss­ver­fah­ren ein.

Der Be­triebs­rat hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass der Be­tei­lig­te zu 3. kein lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Be­trVG sei. Die bloße Be­zeich­nung in § 1 Abs. 2 Satz 1 des Dienst­ver­tra­ges ha­be kei­ner­lei Be­deu­tung. Darüber hin­aus feh­le es an der tatsächli­chen Be­rech­ti­gung des Be­tei­lig­ten zu 3., selbständig Ein­stel­lun­gen und Ent­las­sun­gen vor­zu­neh­men. Be­reits nach der Re­ge­lung in § 1 Abs. 2 Satz 2 des Dienst­ver­tra­ges sei ei­ne Ab­spra­che mit den Fach­kol­le­gen er­for­der­lich, die Ein­stel­lun­gen müss­ten sich im Rah­men des Per­so­nal­bud­gets hal­ten. Die bloße Wei­sungs­be­fug­nis und die Ausübung der Fach­auf­sicht sei für den Sta­tus als lei­ten­der An­ge­stell­ter un­er­heb­lich. Der Be­tei­lig­te zu 3. sei so­wohl dem Ärzt­li­chen Di­rek­tor als auch der Ver­wal­tungs­lei­ter un­ter­stellt und da­mit ge­ra­de nicht al­lein ent­schei­dungs­be­fugt.
Im Übri­gen könne von ei­ner un­ter­neh­me­ri­schen Tätig­keit des Be­tei­lig­ten zu 3. kei­ne Re­de sein, da er den An­teil an dem Kran­ken­haus­bud­get für sei­ne Ab­tei­lung zu­ge­wie­sen be­kom­me.

Der Be­triebs­rat hat be­an­tragt,

fest­zu­stel­len, dass der Be­tei­lig­te zu 3., Herr Dr. G1 O1, kein lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne von § 5 Abs. 3 Be­trVG ist.

Die Ar­beit­ge­be­rin hat be­an­tragt,

den An­trag zurück­zu­wei­sen.

Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass der Be­tei­lig­te zu 3. lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Be­trVG sei. In § 1 Abs. 2 Satz 2 des Dienst­ver­tra­ges sei die Be­rech­ti­gung zur selbständi­gen Ein­stel­lung und Ent­las­sung von ärzt­li­chen Mit­ar­bei­tern nicht nur für den Ein­zel­fall, son­dern ge­ne­rell für die Beschäftig­ten­grup­pe der Ärz­te in der ger­ia­tri­schen Ab­tei­lung vor­ge­se­hen. Dem­ent­spre­chend ha­be der Be­tei­lig­te zu 3. die As­sis­tenzärz­te für sei­ne Ab­tei­lung oh­ne wei­te­re Be­tei­li­gung der Kran­ken­haus­ver­wal­tung aus­gewählt und Be­wer­bungs­un­ter­la­gen le­dig­lich zur Er­le­di­gung der For­ma­litäten, ins­be­son­de­re we­gen der Be­tei­li­gung des Be­triebs­ra­tes, an die Per­so­nal­ver­wal­tung wei­ter­ge­lei­tet. Auch die vor­ge­se­he­ne Un­ter­schrifts­re­ge­lung, nach der künf­tig der Be­tei­lig­te zu 3. die An­stel­lungs­verträge mit den nach­ge­ord­ne­ten Ärz­ten sei­ner Ab­tei­lung zu­sam­men mit der Ver­wal­tungs­lei­tung un­ter­zeich­nen sol­le, spre­che für das Vor­lie­gen ei­ner

 

- 6 - 

selbständi­gen Ein­stel­lungs­be­fug­nis. Zu­dem er­ge­be sich aus § 1 Abs. 4 des Dienst­ver­tra­ges die Wei­sungs­be­rech­ti­gung ge­genüber sei­nen ärzt­li­chen Mit­ar­bei­tern.
Der Be­tei­lig­te zu 3. neh­me mit der Lei­tung der Ger­ia­trie auch ei­nen be­acht­li­chen Teil­be­reich der un­ter­neh­me­ri­schen Ge­samt­auf­ga­be im Kli­ni­kum S1 wahr. Dies zei­ge be­reits der pro­zen­tua­le Bet­ten­an­teil der Ab­tei­lung von 10 % am Ge­samt­bet­ten­be­stand. Außer­dem sei­en dem Be­tei­lig­ten zu 3. ne­ben der rein ärzt­lich-me­di­zi­ni­schen Lei­tung sei­ner Ab­tei­lung wei­te­re Be­fug­nis­se und Auf­ga­ben über­tra­gen wor­den. Da­zu gehöre et­wa sei­ne Teil­nah­me an ei­ner Len­kungs­grup­pe im Rah­men ei­nes um­fas­sen­den Qua­litäts­ma­nage­ment oder die Wahr­neh­mung von Auf­ga­ben im Mar­ke­ting des Kli­ni­kums. Sch­ließlich wer­de die Stel­lung des Be­tei­lig­ten zu 3. als Lei­tungs­kraft auch noch da­durch un­ter­strit­ten, dass bei Kom­pe­tenz­strei­tig­kei­ten nicht der al­lein­ver­tre­tungs­be­rech­tig­te Geschäftsführer das Sa­gen ha­be, son­dern nach der Re­ge­lung in § 5 Abs. 3 Satz 4 des Dienst­ver­tra­ges ei­ne Ent­schei­dung der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung ein­zu­ho­len sei.

Nach Durchführung ei­ner Be­weis­auf­nah­me hat das Ar­beits­ge­richt durch Be­schluss vom 26.07.2005 den An­trag des Be­triebs­ra­tes zurück­ge­wie­sen und zur Be­gründung aus­geführt, der Be­tei­lig­te zu 3. sei lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Be­trVG, da er nach sei­nem Ar­beits­ver­trag und nach sei­ner Stel­lung im Un­ter­neh­men zur selbständi­gen Ein­stel­lung und Ent­las­sung der Ärz­te in der von ihm ge­lei­te­ten Ab­tei­lung be­fugt sei. Die­se Ein­stel­lungs- und Ent­las­sungs­be­fug­nis sei auch nicht in­ner­be­trieb­lich be­schränkt. Darüber hin­aus han­de­le es sich bei der von dem Be­tei­lig­ten zu 3. ge­lei­te­ten ger­ia­tri­schen Ab­tei­lung um ei­nen für das Un­ter­neh­men re­le­van­ten Be­reich, weil die dor­ti­ge Bet­ten­an­zahl ei­nen An­teil von 10 % am Ge­samt­be­stand aus­ma­che.

Die vom Be­triebs­rat hier­ge­gen form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te und be­gründe­te Be­schwer­de zum Lan­des­ar­beits­ge­richt hat­te kei­nen Er­folg. Durch Be­schluss der er­ken­nen­den Be­schwer­de­kam­mer vom 07.07.2006 – 10 (13) TaBV 165/05 – wur­de die Be­schwer­de des Be­triebs­rats un­ter Zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de zum Bun­des­ar­beits­ge­richt zurück­ge­wie­sen. Auf die Gründe des Be­schlus­ses der Be­schwer­de­kam­mer vom 07.07.2006 wird Be­zug ge­nom­men.

Die ge­gen den Be­schluss vom 07.07.2006 vom Be­triebs­rat ein­ge­leg­te Rechts­be­schwer­de zum Bun­des­ar­beits­ge­richt hat­te Er­folg. Durch Be­schluss vom 10.10.2007 – 7 ABR 61/06 – hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt den Be­schluss der er­ken­nen­den Be­schwer­de­kam­mer vom 07.07.2006 auf­ge­ho­ben und die Sa­che zur neu­en Anhörung und Ent­schei­dung an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen. Auf die Gründe des Be­schlus­ses des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 10.10.2007 – 7 ABR 61/06 - wird Be­zug ge­nom­men.

 

- 7 - 

Der Be­triebs­rat ist nach wie vor der Auf­fas­sung, dass der Be­tei­lig­te zu 3. kein lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Be­trVG sei. Ins­be­son­de­re gehöre er nicht zu dem Per­so­nen­kreis des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG. Auch wenn dem Be­tei­lig­ten zu 3. bei der Be­set­zung von Arzt­stel­len in sei­ner Ab­tei­lung ein Vor­schlags­recht zu­ste­he, neh­me die tatsächli­che Ein­stel­lung die Ver­wal­tung vor. Der Be­tei­lig­te zu 3. un­ter­schrei­be we­der Ar­beits­verträge noch Kündi­gun­gen oder Auf­he­bungs­verträge. Ent­spre­chen­de Vorgänge würden von der Kran­ken­haus­lei­tung, ins­be­son­de­re vom Geschäftsführer und Per­so­nal­lei­ter, be­ar­bei­tet und auch un­ter­schrie­ben. Die Per­so­nal­ver­ant­wor­tung des Be­tei­lig­ten zu 3. be­zie­he sich le­dig­lich auf die ärzt­li­chen Mit­ar­bei­ter in sei­ner Ab­tei­lung und da­mit auf ei­nen außer­or­dent­lich ge­rin­gen Per­so­nen­kreis.
Bei der Ger­ia­trie han­de­le es sich darüber hin­aus um ei­ne re­la­tiv klei­ne Ab­tei­lung mit le­dig­lich 41 Plan­bet­ten ge­genüber ins­ge­samt 403 Plan­bet­ten. Die­se Ab­tei­lung sei so klein, dass sie nur mit ei­nem Chef­arzt be­setzt sei, während an­de­re Ab­tei­lun­gen mit zwei Chefärz­ten be­setzt sei­en.
Der Be­tei­lig­te zu 3. sei ge­genüber den Pfle­ge­kräften auch nicht wei­sungs­be­fugt, die­se un­terlägen dem Wei­sungs­recht der Pfle­ge­dienst­lei­tung. Nur im Rah­men sei­ner ärzt­li­chen Zuständig­keit sei der Be­tei­lig­te zu 3. be­rech­tigt, fach­li­che An­wei­sun­gen zu er­tei­len. Die ge­sam­te Ver­wal­tung des Pfle­ge­per­so­nals er­fol­ge durch die Pfle­ge­dienst­lei­tung.
Der Be­tei­lig­te zu 3. sei bei der in­halt­li­chen Aus­ge­stal­tung sei­ner Tätig­kei­ten auch nicht voll­kom­men frei und kei­nen Wei­sun­gen un­ter­wor­fen. Als an­ge­stell­ter Arzt im H1-Kon­zern sei er ver­pflich­tet, die Richt­li­ni­en der ärzt­li­chen Fach­grup­pe des H1-Kon­zerns zu be­ach­ten und auch in­so­weit die Vor­ga­ben der ört­li­chen Geschäftsführung zu be­ach­ten. In­so­weit sei er auch dem Ärzt­li­chen Di­rek­tor un­ter­stellt, in Ver­wal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten der Ver­wal­tungs­lei­tung.
Der Be­tei­lig­te zu 3. sei auch nicht be­rech­tigt, auf das Jah­res­bud­get im Sin­ne ei­ner ak­ti­ven Mit­wir­kung Ein­fluss zu neh­men und selbst zu be­stim­men. Das Bud­get wer­de ihm oh­ne sein Mit­wir­ken letzt­lich vor­ge­ge­ben. So­weit in § 6 Abs. 1 Satz 3 des Dienst­ver­tra­ges ei­ne ge­mein­sa­me Ab­stim­mung vor­ge­se­hen sei, führe dies nicht zu ei­nem an­de­ren Er­geb­nis.
Auch der Um­stand, dass mit dem Be­tei­lig­ten zu 3. ein so­ge­nann­tes Ziel­ein­kom­men ver­ein­bart sei, ma­che den Be­tei­lig­ten zu 3. nicht zum lei­ten­den An­ge­stell­ten. Die Ver­ein­ba­rung ei­nes Ziel­ein­kom­mens sei nichts Be­son­de­res und ha­be nichts mit der Stel­lung ei­nes lei­ten­den An­ge­stell­ten zu tun.
Das glei­che gel­te für die Be­tei­li­gung des Be­tei­lig­ten zu 3. an der Eröff­nung der Ta­ges­kli­nik. Die Eröff­nung der ger­ia­tri­schen Ta­ges­kli­nik ge­he auf ei­ne Ent­schei­dung der

 

- 8 - 

Geschäftsführung zurück. Al­lein der Um­stand, dass der Be­tei­lig­te zu 3. in­so­weit in­itia­tiv ge­wor­den sei, ma­che ihn nicht zum lei­ten­den An­ge­stell­ten. Die Ent­schei­dung über die Eröff­nung der Ta­ges­kli­nik ha­be nicht der Be­tei­lig­te zu 3. ge­trof­fen, son­dern die Un­ter­neh­mens­lei­tung, zu der der Be­tei­lig­te zu 3. nicht gehöre. Eben­so we­nig sei ent­schei­dungs­er­heb­lich, ob auf An­re­gung des Be­tei­lig­ten zu 3. ein fachärzt­li­cher Kon­si­li­ar­dienst ein­ge­rich­tet wor­den sei.

Auch aus den von der Ar­beit­ge­be­rin vor­ge­tra­ge­nen Um­satz­plan­zah­len er­ge­ben sich nicht, dass der Be­tei­lig­te zu 3. lei­ten­der An­ge­stell­ter wäre. Auch die übri­gen Chefärz­te in der Kli­nik in S1 sei­en kei­ne lei­ten­den An­ge­stell­ten, mit Aus­nah­me des Chef­arz­tes, der Ärzt­li­cher Di­rek­tor sei und da­mit zum dreiköpfi­gen Führungs­kreis des Un­ter­neh­mens gehöre. Der Sta­tus des Be­tei­lig­ten zu 3. als lei­ten­der An­ge­stell­ter könne auch nicht mit dem ge­ne­rel­len Leit­bild ei­nes Chef­arz­tes be­gründet wer­den.

Der Be­triebs­rat be­an­tragt,

den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ha­gen vom 26.07.2005 – 5 BV 41/04 – ab­zuändern und fest­zu­stel­len, dass Herr Dr. G1 O1, Be­tei­lig­ter zu 3., nicht lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne von § 5 Abs. 3 Be­trVG ist.

Die Ar­beit­ge­be­rin be­an­tragt,

die Be­schwer­de zurück­zu­wei­sen.

Sie ist der Auf­fas­sung, dass der Be­tei­lig­te zu 3. als lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG an­zu­se­hen sei. Dies er­ge­be sich aus sei­ner Stel­lung als Chef­arzt in dem von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­nen Kran­ken­haus.
Von sei­ner durch Dienst­ver­trag über­tra­ge­nen selbständi­gen Ein­stel­lungs- und Ent­las­sungs­be­fug­nis von ärzt­li­chen Mit­ar­bei­tern ha­be er in der jünge­ren Ver­gan­gen­heit durch Ein­stel­lung von ins­ge­samt Ärz­tin­nen und Ärz­ten Ge­brauch ge­macht. Auch bei der in­halt­li­chen Aus­ge­stal­tung sei­ner Tätig­keit sei er voll­kom­men frei und kei­nen Wei­sun­gen un­ter­wor­fen. Er de­fi­nie­re die Ar­beits­abläufe für sämt­li­che Ar­beit­neh­mer in der von ihm geführ­ten ger­ia­tri­schen Kli­nik und ge­stal­te die in ihr be­ste­hen­de Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on ei­gen­ver­ant­wort­lich. Er tra­ge die Letzt­ver­ant­wor­tung für sei­nen Be­reich. Die Pflich­ten des Be­tei­lig­ten zu 3. aus dem Dienst­ver­trag vom 22.04.2004 sei­en nicht nur auf die

 

- 9 - 

ord­nungs­gemäße Führung der Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on be­schränkt, sie ziel­ten darüber hin­aus auch auf die Si­che­rung des un­ter­neh­me­ri­schen Er­fol­ges der Ar­beit­ge­be­rin. Nach § 6 Abs. 1 Satz 3 des An­stel­lungs­ver­tra­ges ha­be er für die von ihm geführ­te Kli­nik zu An­fang ei­nes je­den Jah­res ge­mein­sam mit der Ar­beit­ge­be­rin das Leis­tungs­spek­trum und das Jah­res­bud­get fest­zu­le­gen, das sich im Jah­re 2007 für die Ger­ia­trie auf 4,1 Mil­lio­nen und für das ge­sam­te Kli­ni­kum auf 34 Mil­lio­nen Eu­ro be­lau­fen ha­be.

Aus­druck der un­ter­neh­me­ri­schen Ver­ant­wor­tung des Be­tei­lig­ten zu 3. sei fer­ner der Be­zug ei­nes Ziel­ein­kom­mens in Höhe von 265.000,00 €, das er nur er­rei­chen könne, wenn er die zwi­schen ihm und der Ar­beit­ge­be­rin ver­ein­bar­ten un­ter­neh­me­ri­schen Zie­le erfülle. Da­mit wer­de er un­mit­tel­bar für den wirt­schaft­li­chen Er­folg der von ihm geführ­ten Ger­ia­trie in die Ver­ant­wor­tung ge­nom­men. Die Stel­lung des Be­tei­lig­ten zu 3. als „Me­di­zi­ni­scher Un­ter­neh­mer" wer­de da­durch ver­deut­licht, dass er schon am Auf­bau der von ihm geführ­ten Kli­nik we­sent­lich be­tei­ligt ge­we­sen sei. Ins­be­son­de­re be­ru­he die Eröff­nung der ger­ia­tri­schen Ta­ges­kli­nik 15 Bet­ten im Jah­re 2007 auf der Initia­ti­ve des Be­tei­lig­ten zu 3., der auch die Um­set­zung die­ses Pro­jek­tes ge­lei­tet ha­be. Auf sei­ne An­re­gung sei auch ei­ne wei­te­re Ober­arzt­stel­le in der Ger­ia­trie ge­schaf­fen wor­den.
Die wirt­schaft­li­che Be­deu­tung der vom Be­tei­lig­ten zu 3. geführ­ten Ger­ia­trie sei evi­dent. Die Um­satz­ent­wick­lung in der Ger­ia­trie sei po­si­tiv, im Jah­re 2010 wer­de sie vor­aus­sicht­lich der zweit­größte Um­satz­träger des ge­sam­ten Kli­ni­kums sein. Im Jah­re 2015 wer­de die Ger­ia­trie be­reits 20 % des Um­sat­zes des Kli­ni­kums er­wirt­schaf­ten. Der der­zei­ti­ge An­teil von 12 % des Ge­samt­um­sat­zes zei­ge, von wel­cher er­heb­li­chen stra­te­gi­schen Be­deu­tung die Ger­ia­trie für die Ar­beit­ge­be­rin sei.

Die Ger­ia­trie wer­de auch in der Öffent­lich­keit als ei­genständi­ge Ein­heit wahr­ge­nom­men und präge gleich­zei­tig das Er­schei­nungs­bild des Kli­ni­kums S1 maßgeb­lich mit. Dies er­ge­be sich be­reits aus dem Kom­mu­nal­wahl­pro­gramm der SPD in S1 für die Jah­re 1999 bis 2004 (Bl. 218 ff.d.A.). Haupt­auf­ga­be ei­nes Chef­arz­tes sei es, die me­di­zi­ni­sche Qua­lität, die Wirt­schaft­lich­keit und das Image ei­nes Kran­ken­hau­ses ge­mein­sam mit den in­ter­nen Part­nern zu op­ti­mie­ren.
Der Be­tei­lig­te zu 3. verfüge als Chef­arzt über in langjähri­ger Pra­xis nach­ge­wie­se­ne her­aus­ra­gen­de Er­fah­run­gen, Kennt­nis­se, Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten. Tatsächlich sei auch der Chef­arzt in der kli­ni­schen Rea­lität in­ner­halb sei­ner Ab­tei­lung der ab­so­lu­te Herr­scher, an dem sich die ge­sam­te be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on aus­rich­te und mit dem es sich gut­zu­stel­len gel­te, da er al­lein über den Er­folg der in sei­ner Ab­tei­lung täti­gen Mit­ar­bei­ter ent­schei­de. Die­sem Leit­bild entsprächen auch die tatsächli­chen Verhält­nis­se der Ger­ia­trie des Kli­ni­kums

 

- 10 - 

S1: Der Be­tei­lig­te zu 3. re­ge­le nämlich oh­ne Ab­spra­che mit dem Ärzt­li­chen Di­rek­tor oder sons­ti­gen Stel­len der Kli­nik­lei­tung selbständig sämt­li­che die Ger­ia­trie be­tref­fen­den Fra­gen der be­trieb­li­chen Ord­nung, ins­be­son­de­re die La­ge der Ar­beits­zeit und des Ur­laubs des ärzt­li­chen Per­so­nals so­wie die Einführung tech­ni­scher Ein­rich­tun­gen.
Der Be­tei­lig­te zu 3. ste­he auch in ei­nem natürli­chen In­ter­es­sen­ge­gen­satz zu Mit­ar­bei­tern der von ihm geführ­ten Kli­nik. In­so­weit er­schie­ne es ge­ra­de zu wi­der­sin­nig, wenn der Be­tei­lig­te zu 3. selbst zu dem vom Be­triebs­rat re­präsen­tier­ten Per­so­nen­kreis gehöre. Die sich er­ge­ben­den Kon­se­quen­zen, falls der Be­triebs­rat auch für ei­nen Chef­arzt zuständig wäre, sei­en un­vor­stell­bar und ge­ra­de­zu ab­surd. Der Be­triebs­rat könne nicht ernst­haft ein Mit­be­stim­mungs­recht et­wa über Be­ginn und En­de der tägli­chen Ar­beits­zeit ei­nes Chef­arz­tes nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 Be­trVG, über ei­ne et­wai­ge Verlänge­rung der be­triebsübli­chen Ar­beits­zeit ei­nes Chef­arz­tes nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 Be­trVG oder gar über die Vergütung des Chef­arz­tes nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 Be­trVG be­an­spru­chen. Der In­ter­es­sen­ge­gen­satz zwi­schen Be­triebs­rat und Chef­arzt wer­de zusätz­lich durch die straf­recht­li­che Letzt­ver­ant­wort­lich­keit des Be­tei­lig­ten zu 3. als Chef­arzt für et­wai­ge Be­hand­lungs­feh­ler ak­zen­tu­iert.
Der Be­tei­lig­te zu 3. sei auch für die Fort­ent­wick­lung „sei­ner" Kli­nik so­wohl in me­di­zi­ni­scher wie auch in kaufmänni­scher Hin­sicht ver­ant­wort­lich. In die­sem Zu­sam­men­hang führe der Be­tei­lig­te zu 3. jähr­li­che Leis­tungs- und Struk­tur­gespräche mit der kaufmänni­schen Geschäftsführung und ha­be ihr Re­chen­schaft über die Kos­ten­struk­tur sei­ner Ab­tei­lung ab­zu­le­gen.

Selbst wenn Zwei­fel an der Stel­lung des Be­tei­lig­ten zu 3. als lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG bestünden, führe zu­min­dest die Zwei­fels­re­ge­lung des § 5 Abs. 4 Nr. 4 Be­trVG zu dem Er­geb­nis, dass der Be­tei­lig­te zu 3. nicht zu den vom Be­triebs­rat ver­tre­te­nen Ar­beit­neh­mern zähle.

Im Übri­gen wird auf den wei­te­ren In­halt der von den Be­tei­lig­ten ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst de­ren An­la­gen ergänzend Be­zug ge­nom­men.

B

Die zulässi­ge Be­schwer­de des Be­triebs­rats ist be­gründet.

I.

 

- 11 - 

Der Fest­stel­lungs­an­trag des Be­triebs­rats ist zulässig.

1. Der Be­triebs­rat ver­folgt sein Be­geh­ren zu­tref­fend im Be­schluss­ver­fah­ren nach den §§ 2 a, 80 Abs. 1 ArbGG. Zwi­schen den Be­tei­lig­ten ist ei­ne be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che An­ge­le­gen­heit strei­tig, nämlich die Fra­ge, ob der Be­tei­lig­te zu3. lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Be­trVG ist.

2. Die An­trags­be­fug­nis des Be­triebs­rats und die Be­tei­li­gung der Ar­beit­ge­be­rin er­ge­ben sich aus den §§ 10, 83 Abs. 3 ArbGG. Auch der Mit­ar­bei­ter, Herr Dr. O1, um des­sen Sta­tus als lei­ten­der An­ge­stell­ter es geht, ist im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren vom Ar­beits­ge­richt zu Recht be­tei­ligt wor­den (BAG, 23.01.1986 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 30; LAG Düssel­dorf, 22.03.1993 – LA­GE Be­trVG 1972 § 5 Nr. 21; Fit­ting/En­gels/Schmidt/Tre­bin­ger/Lin­sen­mai­er, Be­trVG, 24. Aufl., § 5 Rn. 425).

3. Für den Fest­stel­lungs­an­trag des Be­triebs­rats be­steht auch ein Rechts­schutz­in­ter­es­se an der Klärung der Fra­ge des be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Sta­tus des Be­tei­lig­ten zu 3., § 256 ZPO. Das er­gibt sich dar­aus, dass so­wohl für den Be­triebs­rat wie für die Ar­beit­ge­be­rin der per­so­nel­le Kom­pe­tenz­be­reich des Be­triebs­rats geklärt wer­den muss. Des­halb kann der Ar­beit­neh­mer­sta­tus oder der ei­nes – lei­ten­den – An­ge­stell­ten je­der­zeit – auch oh­ne ei­nen kon­kre­ten, ak­tu­el­len Streit darüber oder oh­ne Klärung strei­ti­ger Ein­zel­fra­gen aus dem Ar­beits­verhält­nis – im Be­schluss­ver­fah­ren geklärt wer­den (BAG, 23.01.1986 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 30; BAG, 20.07.1994 – AP ZPO 1977 § 256 Nr. 26; LAG Ber­lin, 05.03.1990 – LA­GE Be­trVG 1972 § 5 Nr. 18 = NZA 1990, 577; LAG Düssel­dorf, 22.03.1993 – LA­GE Be­trVG 1972 § 5 Nr. 21; Fit­ting, a.a.O., § 5 Rn. 427; GK/Raab, Be­trVG, 8. Aufl., § 5 Rn. 206 m.w.N.).

II.

Der Fest­stel­lungs­an­trag des Be­triebs­rats ist be­gründet.

Der Be­tei­lig­te zu 3. ist kein lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Be­trVG.

1. Der Sta­tus des Be­tei­lig­ten zu 3. als lei­ten­der An­ge­stell­ter er­gibt sich nicht aus § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Be­trVG.
Die Vor­aus­set­zun­gen des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Be­trVG lie­gen nicht vor, wenn die Ein­stel­lungs- und Ent­las­sungs­be­fug­nis des An­ge­stell­ten nur von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung

 

- 12 - 

für den Be­trieb und da­mit auch für das Un­ter­neh­men ist. Be­steht die Per­so­nal­be­fug­nis nach § 5 Abs. 3 Nr. 1 Be­trVG nur für ei­ne klei­ne An­zahl von Ar­beit­neh­mern, liegt die für die Stel­lung ei­nes lei­ten­den An­ge­stell­ten er­for­der­li­che un­ter­neh­me­ri­sche Per­so­nal­ver­ant­wor­tung nur vor, wenn die Ein­stel­lungs- und Ent­las­sungs­be­fug­nis ge­ra­de für ei­nen für das Un­ter­neh­men qua­li­ta­tiv be­deut­sa­men Per­so­nen­kreis be­steht. Dies ist bei dem Be­tei­lig­ten zu 3. als Chef­arzt der ger­ia­tri­schen Ab­tei­lung der Kli­nik der Ar­beit­ge­be­rin ge­ra­de nicht der Fall. Dies hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt durch Be­schluss vom 10.10.2007 - 7 ABR 61/06 – (AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 72 = DB 2008, 590) mit Bin­dungs­wir­kung für die er­ken­nen­de Be­schwer­de­kam­mer gemäß §§ 96 Abs. 1 ArbGG, 563 Abs. 2 ZPO fest­ge­stellt. In­so­weit kann auf die Gründe des Be­schlus­ses des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 10.10.2007 Be­zug ge­nom­men wer­den.

2. Ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung der Ar­beit­ge­be­rin ist der Be­tei­lig­te zu 3. auch kein lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG.

a) Gemäß § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG ist lei­ten­der An­ge­stell­ter, wer nach Ar­beits­ver­trag und Stel­lung im Un­ter­neh­men oder im Be­trieb re­gelmäßig sons­ti­ge Auf­ga­ben wahr­nimmt, die für den Be­stand und die Ent­wick­lung des Un­ter­neh­mens oder ei­nes Be­trie­bes von Be­deu­tung sind und de­ren Erfüllung be­son­de­re Er­fah­run­gen und Kennt­nis­se vor­aus­setzt, wenn er da­bei ent­we­der die Ent­schei­dun­gen im We­sent­li­chen frei von Wei­sun­gen trifft oder sie maßgeb­lich be­ein­flusst.

aa) Dies er­for­dert die Wahr­neh­mung ty­pisch un­ter­neh­me­ri­scher (Teil-)Auf­ga­ben, so­dass grundsätz­lich Tätig­kei­ten aus dem Be­reich der wirt­schaft­li­chen, tech­ni­schen, kaufmänni­schen, or­ga­ni­sa­to­ri­schen, per­so­nel­len und wis­sen­schaft­li­chen Lei­tung des Un­ter­neh­mens in Be­tracht kom­men (BAG, 29.01.1980 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 22; BAG, 06.12.2001 – AP ZPO § 263 Nr. 3). Um von ei­ner un­ter­neh­me­ri­schen (Teil-)Auf­ga­be zu spre­chen, muss dem lei­ten­den An­ge­stell­ten recht­lich und tatsächlich ein ei­ge­ner, er­heb­li­cher Ent­schei­dungs­spiel­raum zur Verfügung ste­hen, das heißt, er muss mit weit­ge­hen­der Wei­sungs­frei­heit oder Selbst­be­stim­mung im Rah­men sei­nes Tätig­keits­be­reichs ver­se­hen sein (BAG, 23.01.1986 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 32) und kraft sei­ner lei­ten­den Funk­ti­on maßgeb­li­chen Ein­fluss auf die Un­ter­neh­mensführung ausüben.

bb) Der Ein­fluss auf die Un­ter­neh­mensführung kann dar­in be­ste­hen, dass der lei­ten­de An­ge­stell­te selbst die Ent­schei­dun­gen trifft, aber auch dar­in, dass er Kraft sei­ner Schlüssel­po­si­ti­on Vor­aus­set­zun­gen schafft, an de­nen die Un­ter­neh­mens­lei­tung schlech­ter­dings nicht vor­bei­ge­hen kann (BAG, 17.12.1974 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 7;

 

- 13 - 

BAG, 19.11.1974 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 2; BAG, 11.01.1995 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 55; BAG, 06.12.2001 – AP ZPO § 263 Nr. 3). Denn auf­grund weit­rei­chen­der tech­ni­scher, wirt­schaft­li­cher und so­zia­ler Verände­run­gen ist der ei­gent­li­che Ar­beit­ge­ber kaum mehr in der La­ge, sämt­li­che Un­ter­neh­mens­funk­tio­nen selbst aus­zuüben. Er be­darf der ge­ziel­ten Vor­be­rei­tung durch be­son­ders qua­li­fi­zier­te Per­so­nen, die Sach­ver­hal­te struk­tu­rie­ren, Pro­ble­me ana­ly­sie­ren und dar­auf auf­bau­end Vor­schläge un­ter­brei­ten und da­mit die un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung maßgeb­lich be­stim­men. Auf die­se Wei­se ver­lan­gen sie ei­nen er­heb­li­chen Ein­fluss auf die Führung des Un­ter­neh­mens.

cc) Je tie­fer die kon­kre­te Ent­schei­dungs­stu­fe in der Un­ter­neh­mens­hier­ar­chie liegt, auf der der An­ge­stell­te un­ter­neh­mens- oder be­triebs­lei­ten­de Auf­ga­ben­stel­lun­gen erfüllt, um­so größer ist die Wahr­schein­lich­keit, dass we­sent­li­che un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dungs­spielräume auf den höhe­ren Ent­schei­dungs­stu­fen be­reits ver­braucht wur­den. Von wel­cher De­le­ga­ti­ons­stu­fe ab lei­ten­de An­ge­stell­te im Un­ter­neh­men nicht mehr beschäftigt wer­den, lässt sich nur im je­wei­li­gen Ein­zel­fall be­stim­men (BAG, 23.01.1986 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 32; BAG, 06.12.2001 – AP ZPO § 263 Nr. 3). Der maßgeb­li­che Ein­fluss fehlt je­den­falls dann, wenn der An­ge­stell­te nur bei der rein ar­beits­tech­ni­schen, vor­pro­gram­mier­ten Durchführung un­ter­neh­me­ri­scher Ent­schei­dun­gen ein­ge­schal­tet wird, et­wa im Rah­men von Auf­sichts- oder Über­wa­chungs­funk­tio­nen (BAG, 19.11.1974 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 2; BAG, 09.12.1975 – AP Be­trVG 1972 § 5 Nr. 11; BAG, 06.12.2001 – AP ZPO § 263 Nr. 3).

dd) Ob Chefärz­te als Lei­ter ei­ner Ab­tei­lung ei­nes Kran­ken­hau­ses als lei­ten­de An­ge­stell­te in dem vor­ge­nann­ten Sin­ne an­zu­se­hen sind, wird in der ar­beits­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung und der ar­beits­recht­li­chen Li­te­ra­tur nicht ein­heit­lich be­ur­teilt (vgl. ei­ner­seits: LAG Han­no­ver, 09.02.1954 – DB 1954, 328; LAG Köln, 20.11.1990 – 9 Sa 452/90 -; Moll, Das Kran­ken­haus, 1997, 316 ff., 321; Di­rin­ger, NZA 2003, 890, 894; ders., Me­dR 2003, 200; Laufs, ArztR, § 12 Rn. 8; Ri­char­di, Be­trVG, 11. Aufl., § 5 Rn. 256; Ne­ben­dahl, Fest­schrift 25 Jah­re Deut­scher An­walts­ver­ein, S. 113, 114; GK/Raab, a.a.O., § 5 Rn. 125; an­de­rer­seits: LAG Thürin­gen, 06.07.2000 – LA­GE Be­trVG 1972 § 5 Nr. 22; LAG Ba­den-Würt­tem­berg, 13.02.1992 – LA­GE KSchG § 14 Nr. 2; ArbG Suhl, 02.08.1996 - ArztR 1997, 203; Gen­zel in Laufs, ArztR, § 90 Rn. 40 a; Schaub, Ar­beits­rechts­hand­buch, 11. Aufl., § 16 Rn. 21; Däubler/Kitt­ner/Kle­be/Trit­tin, Be­trVG, 11. Aufl., § 5 Rn. 248 t; Zuck, NZA 1994, 961, 965; Dahm/Lück, Me­dR 1992, 1 ff. m.j.w.N.).

b) Die nach der o.g. Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts er­for­der­li­che Ein­zel­fall­prüfung hat nach Auf­fas­sung der er­ken­nen­den Be­schwer­de­kam­mer er­ge­ben, dass

 

- 14 - 

der Be­tei­lig­te zu 3. auch kein lei­ten­der An­ge­stell­ter im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG ist.

aa) Der Um­stand, dass der Be­tei­lig­te zu 3. nach § 1 Abs. 2 Satz 1 des Dienst­ver­tra­ges vom 22.04.2004 als lei­ten­der An­ge­stell­ter be­zeich­net wor­den ist, ist un­er­heb­lich. Die Be­zeich­nung des Be­tei­lig­ten zu 3. als lei­ten­der An­ge­stell­ter im Dienst­ver­trag reicht nicht aus, um von ei­ner tatsächlich be­ste­hen­den lei­ten­den An­ge­stell­ten­ei­gen­schaft im Sin­ne des Ge­set­zes aus­zu­ge­hen. Da § 5 Abs. 3 Satz 2 Be­trVG zwin­gen­des Recht dar­stellt, ist die Ei­gen­schaft des Be­tref­fen­den als lei­ten­der An­ge­stell­ter ei­ner Par­tei­ver­ein­ba­rung ent­zo­gen.

bb) Auch aus der Per­so­nal­ver­ant­wor­tung des Be­tei­lig­ten zu 3. für die ärzt­li­chen Mit­ar­bei­ter der ger­ia­tri­schen Ab­tei­lung lässt sich nicht die Ei­gen­schaft des Be­tei­lig­ten zu 3. als lei­ten­der An­ge­stell­ter ab­lei­ten. Die bloße Per­so­nal­ver­ant­wor­tung ist kein Tat­be­stands­merk­mal des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG (BAG, 06.12.2001 – AP ZPO § 263 Nr. 3). Al­lein die dem Be­tei­lig­ten zu 3. über­tra­ge­ne Ein­stel­lungs- und Ent­las­sungs­be­fug­nis des ärzt­li­chen Per­so­nals sei­ner Ab­tei­lung so­wie der Um­stand, dass er der fach­li­che Vor­ge­setz­te der ärzt­li­chen Mit­ar­bei­ter der Ger­ia­trie ist, führen nicht da­zu, dass der Be­tei­lig­te zu 3. Auf­ga­ben wahr­nimmt, die für den Be­stand und die Ent­wick­lung der Kli­nik S1 von Be­deu­tung sind. Die Ein­stel­lungs- und Ent­las­sungs­be­fug­nis ist dem Be­tei­lig­ten zu 3. nur für ei­ne verhält­nismäßig ge­rin­ge An­zahl von Mit­ar­bei­tern über­tra­gen. Aus dem Be­schluss des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 10.10.2007 er­gibt sich be­reits, dass ei­ne er­for­der­li­che un­ter­neh­me­ri­sche Per­so­nal­ver­ant­wor­tung nur dann vor­liegt, wenn die Ein­stel­lungs- und Ent­las­sungs­be­fug­nis ge­ra­de für ei­nen für das Un­ter­neh­men qua­li­ta­tiv be­deut­sa­men Per­so­nen­kreis be­steht. Die Per­so­nal­kom­pe­tenz muss sich auf Ar­beit­neh­mer er­stre­cken, die ent­we­der hoch­qua­li­fi­zier­te Tätig­kei­ten mit ent­spre­chen­den Ent­schei­dungs­spielräum­en ausüben oder ei­nen für das Un­ter­neh­men her­aus­ge­ho­be­nen Geschäfts­be­reich be­treu­en. Dies hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt in dem Be­schluss vom 10.10.2007 im vor­lie­gen­den Fall ge­ra­de ver­neint.

cc) Der Be­tei­lig­te zu 3. nimmt ne­ben sei­ner Per­so­nal­ver­ant­wor­tung auch kei­ne sons­ti­gen ty­pisch un­ter­neh­me­ri­schen Auf­ga­ben wahr und trifft auch sonst kei­ne Ent­schei­dun­gen, an de­nen die Un­ter­neh­mens­lei­tung schlech­ter­dings nicht vor­bei­ge­hen kann.
Un­be­strit­ten hat ein Chef­arzt ei­ner Ab­tei­lung ei­nes Kran­ken­hau­ses ei­ne her­aus­ra­gen­de ärzt­li­che Ver­ant­wor­tung. Zu­tref­fend ist auch, dass der Chef­arzt in sei­ner ärzt­li­chen Tätig­keit ei­gen­ver­ant­wort­lich han­delt und an Wei­sun­gen nicht ge­bun­den ist. Ins­be­son­de­re der Chef­arzt, der die ärzt­li­che Ge­samt­ver­ant­wor­tung für die von ihm ge­lei­te­te Ab­tei­lung ei­nes

 

- 15 - 

Kran­ken­hau­ses trägt, muss über ei­ne ganz her­aus­ra­gen­de Fach­kom­pe­tenz verfügen, um sei­nen Auf­ga­ben als Chef­arzt ge­recht wer­den zu können. Die­se ärzt­li­che Ver­ant­wor­tung er­gibt sich aber primär nicht aus dem Dienst­verhält­nis des Be­tei­lig­ten zu 3., son­dern aus­sch­ließlich aus dem Be­rufs­recht (§ 1 Abs. 2 BÄO) und kommt al­len Ärz­ten – auch den nach­ge­ord­ne­ten – im Verhält­nis zum Dienst­herrn in glei­cher Wei­se zu, mag der Chef­arzt auch in­nerärzt­lich be­stim­mend sein. Als Ab­gren­zungs­kri­te­ri­um für die Be­stim­mung, ob ein Chef­arzt lei­ten­der An­ge­stell­ter ist oder nicht, ist die ärzt­li­che Ver­ant­wor­tung in­so­weit un­ge­eig­net (Dahm/Lück, Me­dR 1992, 1 ff., 4). Die ärzt­li­che Fach­kom­pe­tenz ei­nes Chef­arz­tes kann nicht mit ei­ner un­ter­neh­me­ri­schen Kom­pe­tenz im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG gleich­ge­setzt wer­den. „Un­ter­neh­me­ri­sche" Funk­tio­nen übt ein Chef­arzt nur dann aus, wenn ihm ne­ben der rein ärzt­lich-me­di­zi­ni­schen Lei­tung sei­ner Ab­tei­lung wei­te­re Be­fug­nis­se über­tra­gen sind, et­wa auf dem Ge­biet der Wirt­schaftsführung des Un­ter­neh­mens, der Bud­get­ver­ant­wor­tung, der Un­ter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on oder aber im Be­reich der Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten (LAG Thürin­gen, 06.07.2000 – LA­GE Be­trVG 1972 § 5 Nr. 22). Hier­aus folgt, dass ein Chef­arzt nur dann als lei­ten­der An­ge­stell­ter an­ge­se­hen wer­den kann, wenn er auch Mit­glied der Kran­ken­haus­ver­wal­tung ist, wie dies et­wa beim Ärzt­li­chen Di­rek­tor der Fall ist (Schaub, a.a.O., § 16 Rn. 22; Zuck, NZA 1994, 961, 965).

dd) Der­ar­ti­ge un­ter­neh­me­ri­sche (Teil-)Auf­ga­ben nimmt der Be­tei­lig­te zu 3. nach sei­nem Ar­beits­ver­trag und sei­ner Stel­lung in der Kli­nik S1 auch nach dem Vor­brin­gen der Ar­beit­ge­be­rin nicht wahr. We­der ist der Be­tei­lig­te zu 3. Mit­glied der Kran­ken­haus­ver­wal­tung der Ar­beit­ge­be­rin, noch spielt sich sei­ne Tätig­keit auf der Len­kungs­ebe­ne des Kli­ni­kums S1 auf der all­ge­mei­nen Führungs­ebe­ne ab. Der Be­tei­lig­te zu 3. selbst trifft ne­ben der rein ärzt­lich-me­di­zi­ni­schen Lei­tung der Ger­ia­trie kei­ne un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dun­gen, er schafft auch nicht kraft sei­ner Po­si­ti­on als Chef­arzt Vor­aus­set­zun­gen, an de­nen die Un­ter­neh­mens­lei­tung der Ar­beit­ge­be­rin schlech­ter­dings nicht vor­bei­ge­hen kann.

Aus § 6 Abs. 1 des Dienst­ver­tra­ges des Be­tei­lig­ten zu 3., wo­nach Leis­tungs­spek­trum und Jah­res­bud­get für die ger­ia­tri­sche Ab­tei­lung zu Jah­res­an­fang im me­di­zi­ni­schen Ziel­plan ge­mein­sam zwi­schen der Ar­beit­ge­be­rin und dem Be­tei­lig­ten zu 3. ab­ge­stimmt wer­den, er­gibt sich nicht, dass dem Be­tei­lig­ten zu 3. ty­pi­sche un­ter­neh­me­ri­sche Auf­ga­ben, die ihn zu ei­nem lei­ten­den An­ge­stell­ten ma­chen, über­tra­gen sind. Das Leis­tungs­spek­trum so­wie das Jah­res­bud­get wer­den nicht, wie die Ar­beit­ge­be­rin meint, nach § 6 Abs. 1 Satz 3 des Dienst­ver­tra­ges durch den Be­tei­lig­ten zu 3. mit der Ar­beit­ge­be­rin fest­ge­legt, sie wer­den viel­mehr ge­mein­sam ab­ge­stimmt. Die­ser Be­griff der Ab­stim­mung in § 6 Abs. 1 Satz 3 des Dienst­ver­tra­ges be­deu­tet aber nicht, dass da­mit ein ho­hes Maß von ei­ge­ner Ent­schei­dungs­frei­heit bzw. Ent­schei­dungs­be­ein­flus­sung beim Be­tei­lig­ten zu 3. lie­gen. Auch

 

- 16 - 

wenn die Ar­beit­ge­be­rin sich we­gen des Jah­res­bud­gets mit dem Be­tei­lig­ten zu 3. ab­zu­stim­men hat, bleibt es letzt­lich bei der Ent­schei­dungs­be­fug­nis der Ar­beit­ge­be­rin. Muss et­was mit­ein­an­der ab­ge­stimmt wer­den, be­deu­tet das, dass et­was mit je­man­den be­spro­chen und dann auf glei­che Wei­se ge­stal­tet wer­den muss (Wah­rig, Deut­sches Wörter­buch 1986). Sich mit je­man­dem ab­stim­men hat le­dig­lich die Be­deu­tung, dass et­was mit je­man­dem in Ein­klang ge­bracht wer­den muss (Du­den, Großes Wörter­buch der deut­schen Spra­che, Band 1, 1977). Der Be­griff der Ab­stim­mung be­sagt da­ge­gen nichts darüber, wer die letz­te Ent­schei­dung trifft. In­so­weit lässt sich der Be­griff der Ab­stim­mung eher mit dem Be­griff des Be­neh­mens gleich­set­zen. Hier­un­ter ist le­dig­lich ei­ne Mit­wir­kungs­form zu ver­ste­hen, die schwächer ist als das Ein­ver­neh­men oder die Zu­stim­mung. Be­neh­men be­darf kei­ner Wil­lensübe­rein­stim­mung, ver­langt je­doch ein Min­dest­maß an Ein­flussmöglich­keit auf die Wil­lens­bil­dung des an­de­ren (BAG, 13.03.2003 – AP BGB § 611 Arzt-Kran­ken­haus-Ver­trag Nr. 47). In­so­weit be­steht nach § 6 Abs. 1 Satz 3 des Dienst­ver­tra­ges bei der Fest­le­gung des Jah­res­bud­gets zwar ei­ne Be­rech­ti­gung und ei­ne Ver­pflich­tung des Be­tei­lig­ten zu 3., sei­ne Vor­stel­lun­gen hin­sicht­lich der Führung der Ab­tei­lung Ger­ia­trie ein­zu­brin­gen. Die Ent­schei­dung über die Fest­le­gung des Jah­res­bud­gets trifft aber nicht der Be­tei­lig­te zu 3.. Die Ver­pflich­tung zur Ab­stim­mung be­deu­tet auch nicht, dass der Be­tei­lig­te zu 3. kraft sei­ner Po­si­ti­on als Chef­arzt Vor­aus­set­zun­gen für das Jah­res­bud­gets der Ger­ia­trie schafft, an de­nen die Un­ter­neh­mens­lei­tung nicht vor­bei­ge­hen kann.
Auch der Um­stand, dass sich das Jah­res­bud­get der Ger­ia­trie im Jah­re 2007 auf 4,1 Mil­lio­nen Eu­ro be­lief, führ­te zu kei­ner an­de­ren Be­wer­tung. Im Ge­gen­satz zum Ge­samt­bud­get für das ge­sam­te Kli­ni­kum ist das Bud­get der Ger­ia­trie nicht von er­heb­li­cher un­ter­neh­me­ri­scher Be­deu­tung, es beträgt le­dig­lich ca. 12 %.
Dies deckt sich mit dem von der Ar­beit­ge­be­rin in der Be­schwer­de­instanz vor­ge­tra­ge­nen Um­satz­an­teil der Ger­ia­trie am Ge­samt­um­satz der Kli­nik. Be­reits das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat in der den Be­tei­lig­ten be­kann­ten Ent­schei­dung vom 10.10.2007 aus­geführt, dass der auf die Ger­ia­trie ent­fal­len­de Um­satz­an­teil im Ver­gleich zu den an­de­ren me­di­zi­ni­schen Ab­tei­lun­gen nicht von be­son­de­rer Be­deu­tung für die Ar­beit­ge­be­rin ist.

Auch der Um­stand, dass der Be­tei­lig­te zu 3. am Auf­bau der von ihm geführ­ten Kli­nik we­sent­lich be­tei­ligt war und die Eröff­nung der ger­ia­tri­schen Ta­ges­kli­nik mit 15 Bet­ten auf sei­ne Initia­ti­ve zurück­geht, macht den Be­tei­lig­ten zu 3. nicht zu ei­nem lei­ten­den An­ge­stell­ten im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG. Die­se Tätig­kei­ten ge­hen nicht weit über die rein ärzt­lich-me­di­zi­ni­schen Tätig­kei­ten ei­nes Chef­arz­tes hin­aus. Auch die in § 5 Abs. 1 des Dienst­ver­tra­ges an­ge­spro­che­nen Tätig­kei­ten sind kei­ne un­ter­neh­me­ri­schen Tätig­kei­ten im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG. Dass der Be­tei­lig­te zu 3. die Ar­beit­ge­be­rin in der me­di­zi­ni­schen Fach­grup­pe Ger­ia­trie auf der Ebe­ne des H1-Kon­zerns ver­tritt, ist den ärzt­lich-

 

- 17 - 

me­di­zi­ni­schen Auf­ga­ben ei­nes Chef­arz­tes zu­zu­ord­nen. Auch die Ver­pflich­tung des Chef­arz­tes zur Aus-, Wei­ter- und Fort­bil­dung und zur Si­cher­stel­lung des ärzt­li­chen Un­ter­richts rich­tet sich in ers­ter Li­nie an den Chef­arzt als Arzt ent­spre­chend den be­rufs­recht­li­chen Vor­ga­ben (Dahm/Lück, Me­dR 1992, 1, 5).

Die Ar­beit­ge­be­rin kann zur Be­gründung des Sta­tus des Be­tei­lig­ten zu 3. als lei­ten­der An­ge­stell­ter auch nicht dar­auf ver­wei­sen, dass nach landläufi­ger Mei­nung der Chef­arzt in der kli­ni­schen Rea­lität in­ner­halb sei­ner Ab­tei­lung der ab­so­lu­te Herr­scher sei, an dem sich die ge­sam­te be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on aus­rich­te. Die Mei­nung der Öffent­lich­keit über Chefärz­te ent­schei­det nicht über de­ren Sta­tus als lei­ten­der An­ge­stell­ter. Un­er­heb­lich ist auch das Selbst­verständ­nis von be­trof­fe­nen Chefärz­ten. An­ge­stell­te gehören nur dann zu den lei­ten­den An­ge­stell­ten, wenn sie die be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen des § 5 Abs. 3 Satz 2 Be­trVG erfüllen.
In die­sem Zu­sam­men­hang ist auf § 18 Abs. 1 Nr. 1 AZG hin­zu­wei­sen, wo­nach die Be­stim­mun­gen des AZG nicht an­zu­wen­den sind auf lei­ten­de An­ge­stell­te im Sin­ne des § 5 Abs. 3 Be­trVG so­wie auf Chefärz­te. Aus die­ser Dif­fe­ren­zie­rung in § 18 Abs. 1 Nr. 1 AZG folgt, dass auch der Ge­setz­ge­ber da­von aus­geht, dass ein Chef­arzt nicht von vorn­her­ein lei­ten­der An­ge­stell­ter ist, son­dern den Schutz des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes ge­nießt (Gen­zel, a.a.O., § 90 Rn. 40 a; Som­mer, ZBVR on­line 5/2008, S. 9; vgl. auch Di­rin­ger, NZA 2003, 890, 892). Sch­ließlich folgt auch aus § 35 Abs. 1 Satz 3 KHG NRW, dass le­dig­lich der an der Be­triebs­lei­tung be­tei­lig­te Ärzt­li­che Di­rek­tor maßgeb­li­chen Ein­fluss auf die Un­ter­neh­mensführung hat. Der Ent­schei­dungs­spiel­raum des Be­tei­lig­ten zu 3. als Chef­arzt ist hin­ge­gen nicht we­sent­lich un­ter­neh­mens­be­zo­gen, son­dern pa­ti­en­ten­be­zo­gen und erklärt sich aus den Be­son­der­hei­ten des Arzt-Pa­ti­en­ten-Verhält­nis­ses ent­spre­chend den be­rufs­recht­li­chen Vor­ga­ben. Die ärzt­lich-me­di­zi­ni­schen Ent­schei­dun­gen ei­nes Chef­arz­tes sind von vorn­her­ein der Dis­po­si­ti­on des Ar­beit­ge­bers ent­zo­gen, mag auch die Po­si­ti­on des Chef­arz­tes von her­aus­ge­ho­be­nem Ver­trau­en und ent­spre­chen­der An­er­ken­nung ge­kenn­zeich­net sein. So­weit es um den Be­stand und die Ent­wick­lung des Un­ter­neh­mens Kran­ken­haus geht, blei­ben die Kom­pe­ten­zen des Be­tei­lig­ten zu 3. als Chef­arzt hin­ter den von der Recht­spre­chung auf­ge­stell­ten An­for­de­run­gen zurück.

3. Da nach Würdi­gung der Ge­samt­umstände des vor­lie­gen­den Fal­les für die Be­schwer­de­kam­mer kei­ne recht­li­chen Zwei­fel an dem Aus­le­gungs­er­geb­nis be­ste­hen, ver­bie­tet sich ein Rück­griff auf § 5 Abs. 4 Be­trVG. § 5 Abs. 4 Be­trVG enthält Aus­le­gungs­re­geln, die in Fällen, in de­nen die Zu­ord­nung des An­ge­stell­ten zum funk­tio­na­len Grund­tat­be­stand des § 5 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Be­trVG zwei­fel­haft blei­ben, ei­ne Ent­schei­dungs­hil­fe ge­ben sol­len. Die Be­stim­mung ist da­nach nur ei­ne Ori­en­tie­rungs­hil­fe in

 

- 18 - 

Grenzfällen (BAG, 06.12.2001 – AP ZPO § 263 Nr. 3). Ein sol­cher Grenz­fall liegt hier nicht vor.

III.

Die Be­schwer­de­kam­mer hat we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung die Rechts­be­schwer­de zum Bun­des­ar­beits­ge­richt nach den §§ 92 Abs. 1 Satz 2, 72 Abs. 2 ArbGG zu­ge­las­sen.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung:

Ge­gen die­sen Be­schluss kann von der Ar­beit­ge­be­rin und dem Be­tei­lig­ten zu 3.

Rechts­be­schwer­de

ein­ge­legt wer­den.

Für die wei­te­ren Be­tei­lig­ten ist ge­gen die Ent­schei­dung kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Rechts­be­schwer­de muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: (0361) 2636 - 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Be­schlus­ses, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach des­sen Verkündung.

 

- 19 - 

Die Rechts­be­schwer­de­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Nr. 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung der Mit­glie­der die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on oder ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder Zu­sam­men­schlus­ses mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Rechts­be­schwer­de­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­te zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* Ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

 

Schier­baum 

Hop­mann 

Baum
/N.

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 10 TaBV 24/08  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880