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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Lohn und Gehalt
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 5 AZR 436/08
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 22.04.2009
   
Leit­sätze: Ein auffälli­ges Miss­verhält­nis zwi­schen Leis­tung und Ge­gen­leis­tung im Sin­ne von § 138 Abs. 2 BGB liegt vor, wenn die Ar­beits­vergütung nicht ein­mal zwei Drit­tel ei­nes in der be­tref­fen­den Bran­che und Wirt­schafts­re­gi­on übli­cher­wei­se ge­zahl­ten Ta­rif­lohns er­reicht.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Hamburg 26. Kammer, 21. Mai 2007, Az: 26 Ca 241/02, Urteil Landesarbeitsgericht Hamburg 1. Kammer, 17. April 2008, Az: 1 Sa 10/07, Urteil
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


5 AZR 436/08
1 Sa 10/07
Lan­des­ar­beits­ge­richt
Ham­burg

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

22. April 2009

UR­TEIL

Met­ze, Ur­kunds­be­am­ter

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Be­klag­ter, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­ons­be­klag­ter,

hat der Fünf­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 22. April 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Müller-Glöge, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Mi­kosch und Brein­lin­ger so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Reh­wald und Dr. Dom­brow­sky für Recht er­kannt:
 


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1. Auf die Re­vi­si­on der Kläge­rin wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ham­burg vom 17. April 2008 - 1 Sa 10/07 - auf­ge­ho­ben.


2. Die Sa­che wird zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung - auch über die Kos­ten der Re­vi­si­on - an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Kläge­rin ver­langt we­gen Lohn­wu­chers Nach­zah­lung wei­te­rer Vergütung.

Die Kläge­rin war von 1992 bis zum 31. Mai 2002, eben­so wie ihr Ehe­mann, als un­ge­lern­te Hilfs­kraft im Gar­ten­bau­be­trieb des Be­klag­ten beschäftigt. Die Par­tei­en sind nicht ta­rif­ge­bun­den. Die Kläge­rin ist Por­tu­gie­sin und der deut­schen Spra­che nicht mäch­tig. Gemäß ei­nem in por­tu­gie­sisch ab­ge­fass­ten Ar­beits­ver­trag er­hielt sie ei­nen St­un­den­lohn von 6,00 DM net­to, für Ar­beit an Sonn­ta­gen zusätz­lich pau­schal 10,00 DM net­to. Ab dem 1. Ja­nu­ar 2002 erhöhte der Be­klag­te den St­un­den­lohn auf 3,25 Eu­ro net­to. Die Kläge­rin ar­bei­te­te im Zeit­raum von De­zem­ber 1999 bis Mai 2002 durch­schnitt­lich 269 St­un­den/Mo­nat, wo­bei in den Win­ter­mo­na­ten 42 bis 274 St­un­den und in der übri­gen Zeit 219 bis 352 St­un­den mo­nat­lich an­fie­len.

Die Ehe­leu­te wohn­ten ge­mein­sam mit zwei min­derjähri­gen Kin­dern auf dem Be­triebs­gelände in S. Die Kläge­rin nutz­te hier meh­re­re hun­dert Qua­drat­me­ter für sich als Gemüse­gar­ten und ei­nen Schup­pen als Hühner­stall, für den der Be­klag­te den elek­tri­schen Strom be­zahl­te. Der Be­klag­te leg­te in den Lohn­ab­rech­nun­gen der Kläge­rin den an­tei­li­gen Wert des Sach­be­zugs für die Wohnstätte ein­sch­ließlich der über­nom­me­nen Ne­ben­kos­ten fest, und zwar von 1999 bis 2002 zwi­schen 140,00 DM net­to und 76,25 Eu­ro net­to mo­nat­lich.



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Die Kläge­rin hat im Ju­ni 2002 Stu­fen­kla­ge er­ho­ben. Die Ent­gelt­ver­ein­ba­rung sei we­gen Lohn­wu­chers nich­tig. Sie, die Kläge­rin, sei im Prin­zip An­alpha­be­tin. Auf­grund feh­len­der Sprach­kennt­nis­se, ih­res ge­rin­gen Bil­dungs­stands und ih­rer Un­kennt­nis über Ar­beit­neh­mer­schutz­vor­schrif­ten ha­be sie das Ver­hal­ten des Be­klag­ten hin­neh­men müssen. Der Be­klag­te schul­de für De­zem­ber 1999 bis Mai 2002 die übli­che Vergütung abzüglich der er­brach­ten Zah­lun­gen. Zu­grun­de zu le­gen sei die Lohn­grup­pe 7 des Lohn­ta­rif­ver­trags für die Gar­ten­bau­be­trie­be in den Ländern Schles­wig-Hol­stein, Ham­burg, Nie­der­sach­sen und Bre­men zzgl. al­ler Zu­la­gen und Zu­schläge.


Die Kläge­rin hat zu­letzt be­an­tragt,

den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, an sie 36.855,96 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. vier Pro­zent bzw. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins nach ei­ner be­stimm­ten zeit­li­chen Staf­fe­lung zu zah­len.


Der Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Ein Lohn­wu­cher lie­ge nicht vor. Maßstab hierfür könne nicht der Ta­rif­ver­trag sein, da sich die Par­tei­en be­wusst nicht ta­rif­lich ge­bun­den hätten. Die durch die Leis­tung der Kläge­rin er­ziel­te Wertschöpfung ent­spre­che nicht der ta­rif­li­chen Vergütung. Nur Un­ter­neh­men auf ei­nem höhe­ren wirt­schaft­li­chen Ni­veau, nicht aber Fa­mi­li­en­be­trie­be, könn­ten den Ta­rif­lohn oh­ne Gefähr­dung ih­rer Exis­tenz zah­len. Sein Be­trieb für Schnit­tro­sen­kul­tu­ren sei an­ge­sichts der Bil­lig­kon­kur­renz und des ho­hen Aus­schussan­teils der Wa­re nur als Fa­mi­li­en­be­trieb zu führen. Ver­gleich­ba­re Be­trie­be würden kei­ne höhe­ren Löhne zah­len. Al­len­falls 40 % der Gärt­ne­rei­be­trie­be Ham­burgs sei­en im Ar­beit­ge­ber­ver­band or­ga­ni­siert. Die Kläge­rin ar­bei­te das gan­ze Jahr hin­durch, weil sie inständig dar­um ge­be­ten ha­be. Ansprüche vor dem 1. Ja­nu­ar 2000 sei­en verjährt.


Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Kläge­rin zurück­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Kläge­rin ih­ren An­trag wei­ter.
 


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Ent­schei­dungs­gründe


Die Re­vi­si­on ist be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt durf­te den Tat­be­stand des Lohn­wu­chers mit der von ihm ge­ge­be­nen Be­gründung nicht ver­nei­nen. Das führt zur Auf­he­bung des an­ge­foch­te­nen Ur­teils, § 562 ZPO. Für ei­ne ab­sch­ließen­de Ent­schei­dung über die Kla­ge be­darf es wei­te­rer Fest­stel­lun­gen.

I. Nach § 138 Abs. 2 BGB ist ein Rechts­geschäft nich­tig, durch das sich je­mand un­ter Aus­beu­tung der Zwangs­la­ge, der Un­er­fah­ren­heit oder des Man­gels an Ur­teils­vermögen ei­nes an­de­ren für ei­ne Leis­tung Vermögens­vor­tei­le ver­spre­chen oder gewähren lässt, die in ei­nem auffälli­gen Miss­verhält­nis zu der Leis­tung ste­hen. Die Re­ge­lung gilt auch für das auffälli­ge Miss­verhält­nis zwi­schen dem Wert der Ar­beits­leis­tung und der Lohnhöhe in ei­nem Ar­beits­verhält­nis. Ein wu­cherähn­li­ches Geschäft liegt nach § 138 Abs. 1 BGB vor, wenn Leis­tung und Ge­gen­leis­tung in ei­nem auffälli­gen Miss­verhält­nis zu­ein­an­der ste­hen und wei­te­re sit­ten­wid­ri­ge Umstände, zB ei­ne ver­werf­li­che Ge­sin­nung des durch den Ver­trag ob­jek­tiv Begüns­tig­ten, hin­zu­tre­ten (BAG 26. April 2006 - 5 AZR 549/05 - BA­GE 118, 66, 71 f.; BGH 13. Ju­ni 2001 - XII ZR 49/99 - zu 4 b der Gründe, NJW 2002, 55, 56, je­weils mwN). Verstößt die Ent­gel­tab­re­de ge­gen § 138 BGB, schul­det der Ar­beit­ge­ber gem. § 612 Abs. 2 BGB die übli­che Vergütung.


1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat für die Be­ur­tei­lung des Wu­cher­tat­be­stands auf die Verhält­nis­se am 1. Ja­nu­ar 1994 ab­ge­stellt, als das zunächst be­fris­tet ab­ge­schlos­se­ne Ar­beits­verhält­nis ein­ver­nehm­lich fort­ge­setzt wur­de. Dem­ge­genüber kommt es bei ar­beits­ver­trag­li­chen Vergütungs­ver­ein­ba­run­gen auf den je­weils streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum an. Ei­ne Ent­gelt­ver­ein­ba­rung kann bei Ver­trags­ab­schluss noch wirk­sam sein, je­doch im Lau­fe der Zeit, wenn sie nicht an die all­ge­mei­ne Lohn- und Ge­halts­ent­wick­lung an­ge­passt wird, ge­gen § 138 BGB ver­s­toßen (Se­nat 26. April 2006 - 5 AZR 549/05 - BA­GE 118, 66, 72). Dafür spricht schon der Wort­laut des § 138 Abs. 2 BGB, der ne­ben
 


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dem „sich ver­spre­chen las­sen“, das „sich gewähren las­sen“ aus­drück­lich ein­be­zieht. Letz­te­res be­trifft nicht al­lein das Erfüllungs­geschäft und ge­schieht auch nach Ver­trags­schluss durch Rechts­geschäft, weil die bei­der­sei­ti­gen Leis­tun­gen wei­ter­hin von dem übe­rein­stim­men­den Wil­len der Ver­trags­par­tei­en ge­tra­gen sind. Bei ei­nem un­ter Umständen jahr­zehn­te­lan­gen Ar­beits­verhält­nis kann nicht al­lein an die Verhält­nis­se bei Ver­trags­schluss an­ge­knüpft wer­den und die wei­te­re Ent­wick­lung un­berück­sich­tigt blei­ben.


2. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Berück­sich­ti­gung des Ge­samt­cha­rak­ters des Ar­beits­verhält­nis­ses ab­ge­lehnt. Dies ist rechts­feh­ler­haft. Wu­cher ist ei­ne be­son­de­re Aus­prägung der Sit­ten­wid­rig­keit nach § 138 Abs. 1 BGB. Die Sit­ten­wid­rig­keit ei­ner Ent­gelt­ver­ein­ba­rung ist nicht al­lein nach der ver­ein­bar­ten Ent­gelthöhe zu be­ur­tei­len (Se­nat 26. April 2006 - 5 AZR 549/05 - BA­GE 118, 66, 71 f.). Ins­be­son­de­re die über­lan­gen, das ge­setz­lich Zulässi­ge weit über­stei­gen­den und zu­dem un­re­gelmäßigen Ar­beits­zei­ten be­ein­flus­sen die Be­ur­tei­lung der Sit­ten­wid­rig­keit der Ent­gelt­ver­ein­ba­rung. Sie ver­deut­li­chen die sit­ten­wid­ri­ge Aus­beu­tung der Kläge­rin.


II. Für die wei­te­re Prüfung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt von Fol­gen­dem aus­zu­ge­hen:

1. Ein auffälli­ges Miss­verhält­nis zwi­schen Leis­tung und Ge­gen­leis­tung liegt vor, wenn die Ar­beits­vergütung nicht ein­mal zwei Drit­tel ei­nes in der be­tref­fen­den Bran­che und Wirt­schafts­re­gi­on übli­cher­wei­se ge­zahl­ten Ta­rif­lohns er­reicht.

a) Das auffälli­ge Miss­verhält­nis be­stimmt sich nach dem ob­jek­ti­ven Wert der Leis­tung des Ar­beit­neh­mers. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­klag­ten ist nicht der sog. An­eig­nungs­wert für den Un­ter­neh­mer maßge­bend. Aus­gangs-punkt der Wert­be­stim­mung sind in der Re­gel die Ta­riflöhne des je­wei­li­gen Wirt­schafts­zweigs. Sie drücken den ob­jek­ti­ven Wert der Ar­beits­leis­tung aus, wenn sie in dem be­tref­fen­den Wirt­schafts­ge­biet übli­cher­wei­se ge­zahlt wer­den. Ent­spricht der Ta­rif­lohn da­ge­gen nicht der ver­kehrsübli­chen Vergütung, son­dern liegt die­se un­ter­halb des Ta­rif­lohns, ist von dem all­ge­mei­nen Lohn-
 


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ni­veau im Wirt­schafts­ge­biet aus­zu­ge­hen (Se­nat 24. März 2004 - 5 AZR 303/03 - BA­GE 110, 79, 83; 23. Mai 2001 - 5 AZR 527/99 - zu II 2 a der Gründe, EzA BGB § 138 Nr. 29; 11. Ja­nu­ar 1973 - 5 AZR 321/72 - zu I 2 b der Gründe, AP GG Art. 3 Nr. 110).

Die Be­stim­mung des Werts der Leis­tung an­hand des Ta­rif­lohns schränkt nicht die ne­ga­ti­ve Ko­ali­ti­ons­frei­heit der Par­tei­en, ins­be­son­de­re des Be­klag­ten, ein. Hier­durch wird auch kein fak­ti­scher Zwang oder er­heb­li­cher Druck zum Ver­bands­bei­tritt aus­geübt. Die ein­schlägi­gen Ta­rif­verträge wer­den le­dig­lich recht­statsächlich als Ver­gleichs­maßstab zur Be­stim­mung der übli­chen und an­ge­mes­se­nen Vergütungshöhe her­an­ge­zo­gen. Das Grund­recht der ne­ga­ti­ven Ko­ali­ti­ons­frei­heit gem. Art. 9 Abs. 3 GG schützt nicht da­vor, die Er­geb­nis­se von Ko­ali­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen als An­knüpfungs­punkt für Re­ge­lun­gen und Be­wer­tun­gen zu neh­men (BVerfG 11. Ju­li 2006 - 1 BvL 4/00 - BVerfGE 116, 202, 218 f.).

b) Das Miss­verhält­nis ist auffällig, wenn es ei­nem Kun­di­gen, ggf. nach Aufklärung des Sach­ver­halts, oh­ne wei­te­res ins Au­ge springt (BGH 22. April 1997 - 1 StR 701/96 - BGHSt 43, 53, 60).


aa) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat­te in­so­weit bis­her kei­nen Richt­wert zu ent­wi­ckeln (vgl. Se­nat 24. März 2004 - 5 AZR 303/03 - BA­GE 110, 79, 84). Der Bun­des­ge­richts­hof hat dem­ge­genüber in ei­nem Fall des Lohn­wu­chers gem. § 302a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 StGB aF die tatrich­ter­li­che Würdi­gung des Land­ge­richts, ein auffälli­ges Miss­verhält­nis lie­ge bei ei­nem Lohn iHv. zwei Drit­teln des in ei­nem für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärten Ta­rif­ver­trag ge­re­gel­ten Ent­gelts vor, re­vi­si­ons­recht­lich ge­bil­ligt (BGH 22. April 1997 - 1 StR 701/96 - BGHSt 43, 53). Der Se­nat hält nun­mehr eben­falls ei­ne Gren­ze von zwei Drit­teln für zu-tref­fend, un­ter­halb de­rer man­gels be­son­de­rer Umstände des Falls Lohn­wu­cher an­zu­neh­men ist. Wird der übli­che Lohn in ei­nem der­ar­ti­gen Aus­maß un­ter­schrit­ten, liegt ei­ne ganz er­heb­li­che, oh­ne wei­te­res ins Au­ge fal­len­de und re­gelmäßig nicht mehr hin­nehm­ba­re Ab­wei­chung vor, für die es ei­ner spe­zi­fi­schen Recht­fer­ti­gung be­darf. Die Verhält­nis­se auf dem Ar­beits­markt können auch nicht mit den Ge­ge­ben­hei­ten bei Ra­ten­kre­dit­geschäften gleich­ge­setzt

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wer­den, bei de­nen ei­ne größere Ab­wei­chung noch to­le­riert wer­den konn­te (vgl. Se­nat 24. März 2004 - 5 AZR 303/03 - aaO). Dem­ent­spre­chend fin­det sich bei den In­stanz­ge­rich­ten (vgl. et­wa LAG Ber­lin 20. Fe­bru­ar 1998 - 6 Sa 145/97 - zu 2.2 der Gründe, NZA-RR 1998, 392; LAG Bre­men 17. Ju­ni 2008 - 1 Sa 29/08 - zu I 2 c aa der Gründe, LA­GE BGB 2002 § 138 Nr. 1; LAG Rhein­land-Pfalz 19. Mai 2008 - 5 Sa 6/08 - zu II der Gründe; LAG Ber­lin-Bran­den­burg 28. Fe­bru­ar 2007 - 15 Sa 1363/06 - zu 2 der Gründe) und im Schrift­tum (vgl. nur Pe­ter AuR 1999, 289, 293; Ger­hard Rei­ne­cke NZA 2000 Bei­la­ge zu Heft 3 S. 23, 32; Lak­ies NZA-RR 2002, 337, 341; zurück­hal­tend Schaub/Linck ArbR-Hdb. 12. Aufl. § 36 Rn. 11; an­ders MünchArbR/Ha­nau 2. Aufl. § 63 Rn. 6, der als Faust­re­gel die Hälf­te des Markt­lohns an­nimmt) weit­ge­hend Übe­rein­stim­mung im Be­reich ei­nes Richt­werts von zwei Drit­teln des übli­chen Lohns.


bb) Die Grenz­zie­hung bei ei­ner Un­ter­schrei­tung des Ta­rif­lohns um mehr als ein Drit­tel berück­sich­tigt be­reits, dass Ta­rif­verträge viel­fach Zu­satz­leis­tun­gen vor­se­hen. Zu ver­glei­chen ist dem­nach die re­gelmäßig ge­zahl­te Vergütung mit dem re­gelmäßigen Ta­rif­lohn. Ta­rif­li­che Zu­la­gen und Zu­schläge für be­son­de­re Ar­bei­ten und Ar­beits­zei­ten oder aus be­stimm­ten Anlässen sind eben­so we­nig ein­zu­be­zie­hen wie un­re­gelmäßige Zu­satz­leis­tun­gen ei­nes Ar­beit­ge­bers im strei­ti­gen Ar­beits­verhält­nis. Der­ar­ti­ge Leis­tun­gen be­stim­men grundsätz­lich we­der den ver­kehrsübli­chen Wert der Ar­beit als sol­chen noch den Cha­rak­ter des Ar­beits­verhält­nis­ses. Nur die ge­ne­ra­li­sie­ren­de Be­trach­tungs­wei­se ermöglicht ei­ne prak­ti­ka­ble Be­stim­mung des maßgeb­li­chen Grenz­werts.

cc) Be­son­de­re Ein­zel­umstände können die Be­ur­tei­lung der sit­ten­wid­ri­gen Aus­beu­tung eben­so wie die Be­stim­mung des Werts der Ar­beits­leis­tung be­ein­flus­sen. An­ge­sichts der Viel­ge­stal­tig­keit der Fälle und des Zwecks von § 138 BGB, Ein­zel­fall­ge­rech­tig­keit her­zu­stel­len, ist die Berück­sich­ti­gung der kon­kre­ten Umstände un­ver­zicht­bar. So ent­sprach ein 75 % der Ta­rif­vergütung un­ter­schrei­ten­des Ge­halt ei­ner Lehr­kraft nicht mehr den gu­ten Sit­ten gem. § 138 BGB, weil die öffent­li­che Hand dem Ar­beit­ge­ber 97 % der Per­so­nal­kos­ten als Zu­schuss gewähr­te und da­mit Vor­ga­ben zur Vergütungshöhe ver­bin­den durf­te (Se­nat 26. April 2006 - 5 AZR 549/05 - BA­GE 118, 66, 72 ff.). Um­ge­kehrt

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kom­men Ab­schläge beim Wert der Ar­beits­leis­tung von Ar­beit­neh­mern mit be­son­ders ein­fa­chen Tätig­kei­ten oder mit er­heb­li­chen Leis­tungs­de­fi­zi­ten in Be­tracht, wenn der ein­schlägi­ge Ta­rif­ver­trag auf die­se Per­so­nen kei­ne Rück­sicht nimmt. Das gilt ins­be­son­de­re für Fälle, in de­nen der Ar­beit­neh­mer zu den ein­schlägi­gen Ta­rif­be­din­gun­gen re­gelmäßig über­haupt kei­nen Ar­beit­ge­ber fin­den würde. Je­den­falls kann die weit­ge­hen­de Sub­ven­tio­nie­rung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses durch die öffent­li­che Hand ei­ne ent­schei­den­de Rol­le spie­len. Für Aus­zu­bil­den­de hält § 17 BBiG ei­ne Son­der­vor­schrift be­reit. Die hier­zu er­gan­ge­ne Recht­spre­chung (vgl. Se­nat 10. April 1991 - 5 AZR 226/90 - BA­GE 68, 10, 15 f.) lässt sich nicht auf Ar­beits­verhält­nis­se über­tra­gen.


Be­son­de­re Umstände sind ggf. auch sons­ti­ge geld­wer­te oder nicht geld­wer­te Ar­beits­be­din­gun­gen. Die­se können für die er­for­der­li­che Ge­samt­be­trach­tung ge­ra­de in Grenzfällen von Be­deu­tung sein. Wir­ken sich nicht-berück­sich­ti­gungsfähi­ge ta­rif­li­che Zu­satz­leis­tun­gen (oben II 1 b bb) prak­tisch er­heb­lich aus, können sie im Ein­zel­fall zu ei­ner Kor­rek­tur der Zwei-Drit­tel-Gren­ze führen.


2. Die Vergütung der Kläge­rin lag im Streit­zeit­raum un­ter­halb von zwei Drit­teln des maßgeb­li­chen Ta­rif­lohns. Be­son­de­re Umstände für ei­ne Ver­schie­bung der Gren­ze zu­guns­ten des Be­klag­ten sind nicht er­sicht­lich. Al­ler­dings hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Üblich­keit des Lohns in den Gar­ten­bau­be­trie­ben der Re­gi­on nicht aus­drück­lich fest­ge­stellt.

a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat ge­prüft, ob der Be­klag­te ver­pflich­tet war, der Kläge­rin Ent­gel­terhöhun­gen an­zu­bie­ten, um ein auffälli­ges Miss­verhält­nis zwi­schen Leis­tung und Ge­gen­leis­tung im Streit­zeit­raum zu ver­mei­den. Es hat in­so­weit zu Recht bei der Be­wer­tung der Leis­tung des Be­klag­ten die re­gel-mäßigen Sach­bezüge der Kläge­rin ein­be­zo­gen. Der An­satz des Sach­be­zugs in der vom Be­klag­ten selbst zu­grun­de ge­leg­ten Höhe ist nicht zu be­an­stan­den. Ge­gen die Be­ur­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, die ent­spre­chen­den Beträge sei­en an­ge­mes­sen, er­hebt we­der der Be­klag­te noch die Kläge­rin ei­ne re­vi­si­ons­recht­lich durch­grei­fen­de Rüge. Eben­so hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend den St­un­den­lohn der Lohn­grup­pe 7 (Ar­beit­neh­mer oh­ne gärt­ne­ri­sche Be­rufs-


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aus­bil­dung nach zweijähri­ger Be­triebs­zu­gehörig­keit) für Beschäftig­te im gärt­ne­ri­schen Be­reich von Gar­ten­bau­be­trie­ben des Lohn­ta­rif­ver­trags für die Gar­ten­bau­be­trie­be in den Ländern Schles­wig-Hol­stein, Ham­burg, Nie­der­sach­sen und Bre­men her­an­ge­zo­gen und die Zu­schläge, das Ur­laubs­geld und die sons­ti­gen Ne­ben­leis­tun­gen des Rah­men­ta­rif­ver­trags un­berück­sich­tigt ge­las­sen. Rechts­feh­ler sind auch bei der Um­rech­nung der Net­to­stun­den­vergütung in ei­nen Brut­to­be­trag an­hand der ein­zel­nen Mo­na­te nicht er­sicht­lich. Auf die­ser Grund­la­ge hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­ge­stellt, die Kläge­rin ha­be im Durch­schnitt der Mo­na­te pro Ar­beits­stun­de 65 % des Ta­ri­fent­gelts be­zo­gen. Hier­ge­gen hat der Be­klag­te kei­ne er­heb­li­chen Rügen er­ho­ben. Er­rech­net man ent­ge­gen der Me­tho­de des Lan­des­ar­beits­ge­richts aus der Net­to­stun­den­vergütung der Kläge­rin auf der Grund­la­ge der ta­rif­li­chen Ar­beits­zeit, der ge­setz­li­chen Höchst­ar­beits­zeit oder der tatsächlich durch­schnitt­lich er­brach­ten Ar­beits­zeit un­ter Berück­sich­ti­gung der persönli­chen Verhält­nis­se der Kläge­rin (Lohn­steu­er­klas­se IV, 2 Kin­der­frei­beträge, römisch-ka­tho­lisch, ge­setz­lich ver­si­chert) ei­nen Brut­to­lohn oder auf der Grund­la­ge des ta­rif­li­chen Brut­to­stun­den­lohns un­ter Berück­sich­ti­gung der persönli­chen Verhält­nis­se der Kläge­rin ei­nen (ta­rif­li­chen) Net­to­stun­den­lohn, er­gibt sich eben­falls je­weils ei­ne Un­ter­schrei­tung des Ta­rif­lohns um mehr als ein Drit­tel.


b) Be­son­de­re Gründe, zu­guns­ten des Be­klag­ten von der Zwei-Drit­tel-Gren­ze ab­zu­wei­chen, be­ste­hen nicht. Die ge­rin­ge wirt­schaft­li­che Leis­tungsfähig­keit des Be­triebs ist hierfür un­er­heb­lich. Die Ge­samt­schau der Ar­beits­be­din­gun­gen der Kläge­rin spricht eher ge­gen den Be­klag­ten (oben I 2).


c) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Üblich­keit des Ta­rif­lohns nicht fest­ge­stellt. Es hat an­ge­nom­men, die ver­trag­li­che Ne­ben­pflicht auf An­pas­sung der Vergütung set­ze ei­ne deut­li­che und greif­ba­re Un­ter­schrei­tung des Ta­ri­fent­gelts und ein un­zwei­fel­haft be­ste­hen­des auffälli­ges Miss­verhält­nis vor­aus, wofür ei­ne durch­schnitt­li­che Vergütung iHv. 65 % des Ta­ri­fent­gelts nicht aus­rei­che. Das Ar­beits­ge­richt hat nicht auf die Üblich­keit des Ta­rif­lohns ab­ge­stellt, weil es al­lein die Verhält­nis­se am 1. Ja­nu­ar 1994 zu­grun­de ge­legt hat. Die von ihm ein¬ge­hol­ten Auskünf­te, wo­nach der Or­ga­ni­sa­ti­ons­grad der Ar­beit­ge­ber zwi­schen

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60 und 70 % be­tra­ge, hat es aus­drück­lich nicht zur Grund­la­ge sei­ner Ent­schei­dung ge­macht. Die­se Fra­ge ist zwi­schen den Par­tei­en strei­tig ge­blie­ben. Sie ist im neu­en Be­ru­fungs­ver­fah­ren zu klären. Ei­ne Üblich­keit der Ta­rif­vergütung kann an­ge­nom­men wer­den, wenn mehr als 50 % der Ar­beit­ge­ber ei­nes Wirt­schafts­ge­biets ta­rif­ge­bun­den sind oder wenn die or­ga­ni­sier­ten Ar­beit­ge­ber mehr als 50 % der Ar­beit­neh­mer ei­nes Wirt­schafts­ge­biets beschäfti­gen. Dem­ge­genüber ist der Or­ga­ni­sa­ti­ons­grad der Ar­beit­neh­mer we­ni­ger aus­sa­ge­kräftig, denn die­ser führt oh­ne Ta­rif­bin­dung der Ar­beit­ge­ber nicht zur Üblich­keit ent­spre­chen­der Ta­ri­fent­gel­te. Auf die vom Be­klag­ten gel­tend ge­mach­ten Be­son­der­hei­ten sei­nes Be­triebs kommt es je­den­falls nicht an.

3. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die sub­jek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen des Lohn­wu­chers oder ei­nes wu­cherähn­li­chen Rechts­geschäfts nicht aus­drück­lich fest­ge­stellt.


a) Der Tat­be­stand des Lohn­wu­chers setzt vor­aus, dass der „Wu­che­rer“ die beim an­de­ren Teil be­ste­hen­de Schwäche­si­tua­ti­on (Zwangs­la­ge, Un­er­fah­ren­heit, man­geln­des Ur­teils­vermögen, er­heb­li­che Wil­lens­schwäche) aus­beu­tet, al­so sie sich in Kennt­nis vom Miss­verhält­nis der bei­der­sei­ti­gen Leis­tun­gen be­wusst zu­nut­ze macht (BGH 8. Ju­li 1982 - III ZR 1/81 - zu I 2 c der Gründe, NJW 1982, 2767, 2768). Zur Aus­beu­tung der Si­tua­ti­on der Kläge­rin noch im Streit­zeit­raum hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt kei­ne nähe­ren Fest­stel­lun­gen ge­trof­fen.

b) Auch das wu­cherähn­li­che Rechts­geschäft setzt in sub­jek­ti­ver Hin­sicht vor­aus, dass der begüns­tig­te Ver­trags­teil Kennt­nis vom Miss­verhält­nis der bei­der­sei­ti­gen Leis­tun­gen hat. Sei­ne ver­werf­li­che Ge­sin­nung ist nicht nur dann zu be­ja­hen, wenn er als der wirt­schaft­lich oder in­tel­lek­tu­ell Über­le­ge­ne die schwäche­re La­ge des an­de­ren Teils be­wusst zu sei­nem Vor­teil aus­nutzt, son­dern auch dann, wenn er sich leicht­fer­tig der Ein­sicht ver­sch­ließt, dass sich der an­de­re nur we­gen sei­ner schwäche­ren La­ge oder un­ter dem Zwang der Verhält­nis­se auf den ungüns­ti­gen Ver­trag einlässt (Se­nat 22. März 1989 - 5 AZR 151/88 - zu IV 2 der Gründe; BAG 30. Ju­li 1985 - 3 AZR 401/83 - zu III 3 der Gründe, AP BGB § 138 Nr. 39 = EzA BGB § 138 Nr. 18; BGH 13. Ju­ni

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2001 - XII ZR 49/99 - zu 4 b der Gründe mwN, NJW 2002, 55, 56). Ein be­son­ders auffälli­ges Miss­verhält­nis zwi­schen Leis­tung und Ge­gen­leis­tung spricht oh­ne wei­te­res für ei­ne ver­werf­li­che Ge­sin­nung des Begüns­tig­ten. Im Übri­gen muss sich die­ser auch dann, wenn das be­ste­hen­de Miss­verhält­nis be­reits ei­nen hin­rei­chend si­che­ren Schluss auf den sub­jek­ti­ven Tat­be­stand zulässt, nach der all­ge­mei­nen Le­bens­er­fah­rung zu­min­dest leicht­fer­tig der Er­kennt­nis ver­schlos­sen ha­ben, es lie­ge ein sol­ches Miss­verhält­nis vor (BGH 13. Ju­ni 2001 - XII ZR 49/99 - aaO).


Im Ar­beits­verhält­nis wird re­gelmäßig da­von aus­ge­gan­gen wer­den können, dass die ein­schlägi­gen Ta­riflöhne den Ar­beit­ge­bern be­kannt sind; denn sie sind für die Ar­beit­ge­ber ei­ner­seits von ho­hem In­ter­es­se, an­de­rer­seits für sie oh­ne be­son­de­re Schwie­rig­keit zu be­schaf­fen. Da­mit ist der Markt­wert der Ar­beits­leis­tung je­den­falls er­kenn­bar, wenn sich ein Schluss auf die Üblich­keit des Ta­rif­lohns im Wirt­schafts­ge­biet auf­drängt. Ob dies der Fall ist, hängt von den Umständen ab und be­darf hin­sicht­lich des Be­klag­ten noch tatrich­ter­li­cher Fest­stel­lung und Be­wer­tung. Da­ge­gen steht fest, dass der Be­klag­te den Wert sei­ner Ge­gen­leis­tun­gen ein­sch­ließlich der Sach­bezüge ent­spre­chend den Lohn­ab­rech­nun­gen kann­te. Maßge­bend ist die Kennt­nis der für die Be­ur­tei­lung er­heb­li­chen Umstände. Es hilft dem Be­klag­ten da­her nichts, wenn er die Zwei-Drit­tel-Gren­ze nicht kann­te und sich et­wa we­gen wirt­schaft­li­cher Not­wen­dig­kei­ten als Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mer oh­ne Ta­rif­bin­dung für be­rech­tigt hielt, die Kläge­rin für 6,00 DM bzw. 3,25 Eu­ro/St­un­de zu beschäfti­gen.


4. Die Ein­re­de der Verjährung für die Ansprüche aus der Zeit vor dem 1. Ja­nu­ar 2000, al­so hin­sicht­lich der Nach­for­de­rung für De­zem­ber 1999, wird er­folg­los blei­ben. Be­steht der Kla­ge­an­spruch, ist er gem. § 614 BGB am 1. Ja­nu­ar 2000 fällig ge­wor­den. In­so­weit galt gem. § 196 Abs. 1 Nr. 9 BGB aF in Verb. mit Art. 229 § 6 Abs. 1 und 3 EGBGB ei­ne zweijähri­ge Verjährungs­frist, die gem. § 201 Satz 1 BGB aF und § 198 Satz 1 BGB aF mit dem Schluss des Jah­res 2000 be­gann. Die Kläge­rin hat im Ju­ni 2002 und da­mit vor Frist­ab­lauf ei­ne Stu­fen­kla­ge er­ho­ben, mit der sie die vol­le Zah­lung auf der Grund­la­ge des
 


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Ta­rif­lohns ver­langt hat. Die Stu­fen­kla­ge hemmt die Verjährung im Rah­men des ge­stell­ten An­trags, § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB.

5. Die Aus­schluss­frist gem. § 15 Ziff. 2 des Rah­men­ta­rif­ver­trags für die Gar­ten­bau­be­trie­be fin­det man­gels Ta­rif­ge­bun­den­heit der Par­tei­en kei­ne An­wen­dung. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­klag­ten ändert dar­an die Her­an­zie­hung ta­rif­li­cher Re­ge­lun­gen zur Be­stim­mung der übli­chen Vergütung nichts.

6. So­fern die Kla­ge dem Grun­de nach ge­recht­fer­tigt ist, muss das 31 Lan­des­ar­beits­ge­richt über die Höhe der Ansprüche un­ter Zu­grun­de­le­gung des ta­rif­li­chen St­un­den­lohns oh­ne Zu­schläge, Zu­la­gen und Son­der­leis­tun­gen (oben II 1 b bb) ent­schei­den.

Müller-Glöge 

Mi­kosch 

Brein­lin­ger

R. Reh­wald 

Dom­brow­sky

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