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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Direktionsrecht, Weisungsrecht, Kündigung: Änderungskündigung, Personalverantwortung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Köln
Akten­zeichen: 10 Sa 328/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 11.12.2009
   
Leit­sätze:

1. Die für die Ausübung des Di­rek­ti­ons­rechts nach § 106 Ge­wO zu prüfen­de Gleich­wer­tig­keit der zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben be­stimmt sich nach der Ver­kehrs­auf­fas­sung und dem sich dar­aus er­ge­ben­den So­zi­al­bild, wo­bei hierfür Kri­te­ri­en u. a die An­zahl der un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­ter oder der Um­fang der Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se über den Ein­satz von Sach­mit­teln oder ei­ner Per­so­nal­ka­pa­zität sind. (Rn.32)

2. Drin­gen­de be­trieb­li­che In­ter­es­sen für ei­ne Ände­rungskündi­gung sind nicht da­mit zu be­gründen, dass auf­grund ei­ner un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung ein neu­er Auf­ga­ben­be­reich ge­schaf­fen wird, für den auf­grund des vom Ar­beit­ge­ber an­ge­nom­me­nen An­for­de­rungs­pro­fils der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer benötigt wer­den soll, wenn sein bis­he­ri­ger Tätig­keits­be­reich un­verändert fort­be­steht. (Rn.38)

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 11.01.2009, 10 Ca 7830/08
   

10 Sa 328/09

10 Ca 7830/08

Ar­beits­ge­richt Köln

Verkündet am 11. De­zem­ber 2009

Dal­le­ma­gne,

Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT KÖLN

 

IM NA­MEN DES VOL­KES

 

UR­TEIL

In dem Rechts­streit

 

hat die 10. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 11.12.2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Dr. Sta­schik als Vor­sit­zen­den so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Ger­res­heim und Müller, Uwe

für R e c h t er­kannt:

1. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln vom 11.01.2009 – 10 Ca 7830/08 – wird zurück­ge­wie­sen.

2. Die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens trägt die Be­klag­te.

3. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

T a t b e s t a n d

Die Par­tei­en strei­ten um die Wirk­sam­keit der Ver­set­zung und ei­ner vor­sorg­li­chen Ände­rungskündi­gung ge­genüber dem Kläger.

Der 1953 ge­bo­re­ne, ge­schie­de­ne Kläger, Va­ter ei­nes volljähri­gen Soh­nes, ist seit dem 01.07.1994 mit ei­nem mo­nat­li­chen Brut­to­ein­kom­men von zu­letzt 7.089,-- EUR bei der Be­klag­ten beschäftigt. Gemäß der


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Ar­beits­platz­be­schrei­bung vom 19.01.2000 war der Kläger als Grup­pen­lei­ter für Test­sys­te­me beschäftigt, wo­bei ihm fünf Mit­ar­bei­ter un­ter­stellt wa­ren. Im Be­trieb der Be­klag­ten wird ein Wind­tun­nel zum Test von Mo­dell-Pro­to­ty­pen neu­er Flug­zeu­ge ein­ge­setzt. Ins­ge­samt sind ca. 36 Mit­ar­bei­ter bei der Be­klag­ten tätig.

Im Ju­ni 2007 er­folg­te in der Per­son des Geschäftsführers der Be­klag­ten ein Wech­sel auf den jet­zi­gen Geschäftsführer Dr. D .

Mit Schrei­ben vom 28.09.2007 er­teil­te die Be­klag­te dem Kläger ei­ne schrift­li­che Ab­mah­nung we­gen des Vor­wurfs un­ent­schul­dig­ten Feh­lens.

Der Kläger er­hielt ei­ne Ar­beits­platz­be­schrei­bung un­ter dem 29.01.2008 als Se­nio­rin­ge­nieur mit der Zuständig­keit für spe­zi­el­le Ent­wick­lungs­pro­jek­te. Im Or­ga­ni­gramm der Be­klag­ten aus Fe­bru­ar 2008 ist der Kläger un­ter die­ser Funk­ti­on oh­ne Un­ter­stel­lung ihm zu­ge­wie­se­ner Mit­ar­bei­ter auf­geführt. Die vom Kläger zu­vor aus­geübte Tätig­keit als Grup­pen­lei­ter der Test­sys­te­me ist aus­weis­lich des Or­ga­ni­gramms aus Fe­bru­ar 2008 von sei­nem bis­he­ri­gen Stell­ver­tre­ter, dem Mit­ar­bei­ter J be­setzt.

Ge­gen die­se Maßnah­me wand­te sich der Kläger mit sei­ner un­ter dem AZ: 10 Ca 4743/08 beim Ar­beits­ge­richt Köln anhängig ge­we­se­nen Kla­ge.

Der Kläger war im Zeit­raum vom 10.01. bis 30.06.2008 länge­re Zeit ar­beits­unfähig. Im Rah­men der Ar­beits­unfähig­keit er­folg­te ei­ne Wie­der­ein­glie­de­rung nach dem sog. Ham­bur­ger Mo­dell. Ab dem 01.07.2008 war der Kläger zunächst wie­der im Rah­men ei­ner Voll­zeit­beschäfti­gung bei der Be­klag­ten tätig. Ab 08.07.2008 war der Kläger er­neut ar­beits­unfähig er­krankt.

Mit Schrei­ben vom 09.07.2008 mahn­te die Be­klag­te den Kläger er­neut we­gen der Ver­let­zung ar­beits­ver­trag­li­cher Pflich­ten ab und be­rief sich hier­bei zum ei­nen auf den Vor­wurf, der Kläger ha­be sich in sei­ner ei­ge­nen An­ge­le­gen­heit mit Schrei­ben vom 20.06.2008 un­mit­tel­bar mit Mit­glie­dern des Auf­sichts­rats der Be­klag­ten in Kon­takt ge­setzt, oh­ne sich vor­her mit der Geschäftsführung ab­zu­stim­men. Zu­dem wur­de dem Kläger in der Ab­mah­nung


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vor­ge­hal­ten, er ha­be sich un­mit­tel­bar nach dem Güte­ter­min vom 07.07.2008 ge­genüber sei­nem bis­he­ri­gen Stell­ver­tre­ter, Herrn J , geäußert, der Güte­ter­min sei zu sei­nen Guns­ten aus­ge­gan­gen und Herr J sol­le die Zeit bis zum Kam­mer­ter­min nut­zen, da der Kläger um sei­ne frühe­re Funk­ti­on kämp­fen würde, wo­durch Druck auf Herrn J vom Kläger aus­geübt und der Be­triebs­frie­den mas­siv gestört wor­den sei.

Mit Schrei­ben vom 19.08.2008, wel­ches dem Kläger am 20.08.2008 zu­ge­gan­gen ist, erklärte die Be­klag­te ei­ne Ände­rungskündi­gung vom 19.08.2008 mit Wir­kung zum 31.01.2009 mit dem An­ge­bot, ab 31.01.2009 als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te für die Be­klag­te tätig zu wer­den. Ei­ne wei­te­re Ände­rungskündi­gung vom 19.08.2008 mit Wir­kung zum 31.01.2009 ver­bun­den mit dem An­ge­bot, ab 01.02.2009 als Se­nio­rin­ge­nieur für sie zu ar­bei­ten, ging dem Kläger am 21.08.2008 zu.

Mit zwei Schrei­ben vom 04.09.2008 erklärte der Kläger hin­sicht­lich der bei­den Ände­rungskündi­gun­gen je­weils die An­nah­me un­ter dem Vor­be­halt, dass die­se nicht so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt sei­en.

Mit sei­ner am 08.09.2008 beim Ar­beits­ge­richt in Köln ein­ge­gan­ge­nen Ände­rungs­schutz­kla­ge vom sel­ben Tag, hat der Kläger die Un­wirk­sam­keit der Ände­rungskündi­gun­gen gel­tend ge­macht.

Er hat hier­zu die An­sicht ver­tre­ten, die auf­grund der Ar­beits­platz­be­schrei­bung vom 29.01.2008 er­folg­te Ver­set­zung des Klägers auf den Ar­beits­platz als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te sei nicht vom ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­recht ge­deckt. Die neue Funk­ti­on be­inhal­te im Ge­gen­satz zu sei­ner frühe­ren Auf­ga­be als Grup­pen­lei­ter für Test­sys­te­me nicht die Führungs­ver­ant­wor­tung für ihm un­ter­stell­te Mit­ar­bei­ter. Die ers­te, ihm am 20.08.2008 zu­ge­gan­ge­ne Ände­rungskündi­gung vom 19.08.2008 sei we­gen Nicht­ein­hal­tung der Kündi­gungs­frist un­wirk­sam, da das Ände­rungs­an­ge­bot be­reits am 31.01.2009 wir­ken sol­le und da­mit nicht die erst an die­sem Tag ab­lau­fen­de Kündi­gungs­frist ge­wahrt blei­be. Auch die zwei­te, dem Kläger am 21.08.2008 zu­ge­gan­ge­ne Ände­rungskündi­gung mit dem ab 01.02.2009


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gel­ten­den An­ge­bot sei un­wirk­sam. Ein aus­rei­chen­der be­triebs­be­ding­ter Ände­rungs­grund sei nicht ge­ge­ben. Die bis­he­ri­ge Beschäfti­gungsmöglich­keit für den Kläger sei nicht ent­fal­len, son­dern wer­de vom bis­he­ri­gen Stell­ver­tre­ter, dem Mit­ar­bei­ter J , un­verändert wahr­ge­nom­men. Die Ein­rich­tung der neu­en Stel­le als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te sei willkürlich. Ein un­ter­neh­me­ri­sches Kon­zept für die neu­ge­schaf­fe­ne Stel­le ha­be die Be­klag­te nicht vor­ge­tra­gen, son­dern le­dig­lich pau­schal auf die Not­wen­dig­keit der Er­neue­rung der zen­tra­len Test­sys­te­me als Auf­ga­ben­feld hin­ge­wie­sen. Hierfür be­ste­he schon ei­ne Ar­beits­grup­pe mit dem Ti­tel „ETW-Neue An­for­de­run­gen und Ver­bes­se­run­gen“. Oh­ne­hin sei­en kei­ne Mit­tel für neue Pro­jek­te vor­han­den, da­her sei die Funk­ti­on des Se­nio­rin­ge­nieurs le­dig­lich ei­ne vir­tu­el­le neue Po­si­ti­on. Im Rah­men sei­ner Wie­der­ein­glie­de­rung und Ar­beitstätig­keit im Zeit­raum vom 02.06. – 08.07.2008 ha­be der Kläger da­her sei­ne Ar­beits­auf­ga­ben in­ner­halb des zeit­li­chen Rah­mens von 2 St­un­den täglich er­le­di­gen können. Zu­dem rügt der Kläger die Durchführung ei­ner ord­nungs­gemäßen So­zi­al­aus­wahl. Auch per­so­nen- bzw. ver­hal­tens­be­ding­te Kündi­gungs­gründe sei­en nicht ge­ge­ben. Man­geln­de Führungs­qua­litäten des Klägers sei­en von der Be­klag­ten nur vor­ge­scho­ben. Ei­ne ho­he Per­so­nal­fluk­tua­ti­on in sei­ner Ar­beits­grup­pe könne dem Kläger ver­ant­wort­lich nicht zu­ge­ord­net wer­den, da die­se nicht von ihm ver­an­lasst sei. Kon­flik­te mit der Geschäfts­lei­tung sei­en nicht vom Kläger zu ver­ant­wor­ten. Im Jahr 2005 sei die Aus­ein­an­der­set­zung we­gen der Ver­pflich­tung zur Do­ku­men­ta­ti­on der ein­zel­nen Ar­beits­stun­den we­gen der zahl­rei­chen Über­stun­den ent­stan­den. Im Jahr 2006 ha­be der Kläger Frei­zei­ten mit Zu­stim­mung der Geschäftsführung in An­spruch ge­nom­men, um sei­ne zahl­rei­chen Über­stun­den ab­zu­bau­en. Un­zu­tref­fend sei, dass der Kläger die Mit­glie­der sei­ner Grup­pe zur Teil­nah­me an ge­mein­sa­men Es­sen und an­de­ren Ak­ti­vitäten ge­zwun­gen ha­be. Im Jahr 2008 ha­be der Kläger den Ur­laub zwei­er Ar­beit­neh­mer auf Druck der Geschäfts­lei­tung we­gen wich­ti­ger Tests strei­chen müssen. Die Ab­mah­nung vom 28.09.2007 we­gen un­ent­schul­dig­tem Feh­len des Klägers sei un­be­rech­tigt. Der Kläger ha­be die Verlänge­rung der Mit­tags­pau­se an dem be­tref­fen­den Ar­beits­tag mit sei­nem Vor­ge­setz­ten ab­ge­spro­chen. Auch die Ab­mah­nung vom 09.07.2008 sei un­wirk­sam, da der Kläger sei­nem bis­he­ri­gen Stell­ver­tre­ter, dem Mit­ar­bei­ter J , nach dem Güte­ter­min vom 07.07.2008 nicht ge­droht ha­be und


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die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Auf­sichts­rats­mit­glied über sei­ne Ar­beits­si­tua­ti­on auf Nach­fra­ge die­ses Auf­sichts­rats­mit­glie­des er­folgt sei. Auf krank­heits­be­ding­te Gründe könne die Be­klag­te ih­re Ände­rungskündi­gung nicht stützen. In Kürze ste­he ei­ne Re­ha­bi­li­ta­ti­ons­maßnah­me in ei­nem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus an. Ärzt­li­cher­seits wer­de die Rück­kehr an sei­nen al­ten Ar­beits­platz oh­ne­hin als förder­lich an­ge­se­hen.

Der Kläger hat be­an­tragt,

1. fest­zu­stel­len, dass die Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen durch die Kündi­gung vom 19.08.2008, zu­ge­gan­gen am 20.08.2008, (so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt und rechts-) un­wirk­sam ist;

2. fest­zu­stel­len, dass die Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen durch die Kündi­gung vom 19.08.2008, zu­ge­gan­gen am 21.08.2008, (so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt und rechts-) un­wirk­sam ist.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Sat­zung des Klägers von sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beits­be­reich auf den Ar­beits­platz als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te sei vom ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­recht nach Ar­ti­kel 1.1 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 07.06.1994 ge­deckt. Die not­wen­di­gen Er­neue­rungs­pro­jek­te im Be­reich der zen­tra­len Test­sys­te­me soll­ten in Zu­kunft durch ei­ne ei­gens ge­schaf­fe­ne Po­si­ti­on mit op­ti­ma­ler Be­set­zung – durch den Kläger – er­le­digt wer­den. Die­se Po­si­ti­on sei mit der der vier Grup­pen­lei­ter gleich­ge­ord­net. Die Ände­rungskündi­gun­gen vom 19.08.2008 sei­en aus die­sem Grund le­dig­lich vor­sorg­lich er­folgt. Die Ände­rungskündi­gun­gen sei­en be­triebs­be­dingt be­gründet, da die neue Stel­le als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te zu be­set­zen sei. Zu­dem könne sich die Be­klag­te auf per­so­nen- bzw.


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ver­hal­tens­be­ding­te Gründe für die Ände­rungskündi­gung be­ru­fen. Der Kläger le­ge ei­nen un­an­ge­mes­se­nen au­to­ritären Führungs­stil ge­genüber sei­nen Grup­pen­mit­glie­dern an den Tag. Dar­aus re­sul­tie­re die ho­he Per­so­nal­fluk­tua­ti­on in sei­ner Ar­beits­grup­pe, in der seit 1999 fünf Mit­ar­bei­ter aus­ge­schie­den sei­en. Die feh­len­de Eig­nung des Klägers do­ku­men­tie­re sich auch in sei­nen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit der Geschäfts­lei­tung. Im Jahr 2005 ha­be es ei­nen Dis­put des Klägers mit der Geschäfts­lei­tung ge­ge­ben, da von ihm ver­langt wor­den sei, sei­ne Ar­beits­stun­den zu do­ku­men­tie­ren. Im Jahr 2006 ha­be es Mit­ar­bei­ter­be­schwer­den aus sei­ner Grup­pe über den man­geln­den Ar­beits­ein­satz des Klägers ge­ge­ben. Im Jahr 2007 ha­be der Kläger sei­ne Team­mit­glie­der ge­zwun­gen, an ge­mein­sa­men Ak­ti­vitäten ge­gen de­ren Wil­len teil­zu­neh­men. Im Jahr 2008 sei ei­ne Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem Kläger und Mit­ar­bei­tern sei­ner Grup­pe we­gen der Ur­laubs­gewährung in der Ar­beits­grup­pe er­folgt. Die Ab­mah­nung vom 28.09.2007 sei we­gen un­ent­schul­dig­tem Feh­len des Klägers be­rech­tigt. Kon­se­quenz des Ver­hal­tens des Klägers sei ge­we­sen, dass die Mit­glie­der sei­ner Ar­beits­grup­pe we­gen der zum 10.12.2007 an­ste­hen­den Rück­kehr des Klägers nach vor­an­ge­gan­ge­ner Ar­beits­unfähig­keit auf sei­nen Ar­beits­platz ge­genüber der Be­klag­ten erklärt hätten, die Grup­pe sei nicht mehr be­reit, den Kläger als Grup­pen­lei­ter zu ak­zep­tie­ren. Die Be­klag­te hat sich zu­dem auf die Ab­mah­nung vom 09.07.2008 be­ru­fen, da die dor­ti­gen Vorwürfe hin­sicht­lich der Dro­hung des Klägers ge­genüber sei­nem Nach­fol­ger J und Kon­takt­auf­nah­me mit dem Auf­sichts­rats­mit­glied an der Geschäfts­lei­tung vor­bei be­rech­tigt sei­en. Ei­ne ne­ga­ti­ve Ge­sund­heits­pro­gno­se sei we­gen der lang­an­dau­ern­den Ar­beits­unfähig­keit des Klägers ge­ge­ben, da kei­ne An­halts­punk­te für ei­ne Bes­se­rung sei­ner psy­chi­schen Er­kran­kung an­ge­sichts der Kon­flikt­la­ge mit sei­ner Ar­beits­grup­pe ge­ge­ben sei­en.

Das Ar­beits­ge­richt Köln hat durch Ur­teil vom 14.01.2009 – 10 Ca 7830/08 – die Kla­ge für zulässig und be­gründet ge­hal­ten. Die Ände­rung des Ar­beits­be­reichs des Klägers sei nicht vom Di­rek­ti­ons­recht der Be­klag­ten ge­deckt. Die Klau­sel in Art. 1.1 des schrift­li­chen Ar­beits­ver­tra­ges aus dem Jahr 1994 bezüglich der Zu­wei­sung un­ter­wer­ti­ger Tätig­kei­ten sei un­wirk­sam. Die Auf­ga­be des Se­nio­rin­ge­nieurs für spe­zi­el­le Pro­jek­te sei nicht ge­genüber dem

 

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bis­he­ri­gen Auf­ga­ben­be­reich des Klägers als Grup­pen­lei­ter Test­sys­te­me gleich­wer­tig. Ins­be­son­de­re die bis­he­ri­ge Per­so­nal­ver­ant­wor­tung feh­le im neu­en Auf­ga­ben­be­reich. Wenn der Wech­sel auf ei­ne St­abs­stel­le oh­ne Per­so­nal­ver­ant­wor­tung als gleich­wer­tig an­ge­se­hen wer­den sol­le, dann müsse der Ver­lust der Per­so­nal­ver­ant­wor­tung durch ei­nen Kom­pe­tenz­zu­wachs an an­de­rer Stel­le, der vor­lie­gend nicht zu er­ken­nen sei, kom­pen­siert wer­den. Auch die vor­sorg­li­che Ände­rungskündi­gung sei nicht hin­rei­chend so­zi­al ge­recht­fer­tigt. Be­triebs­be­ding­te Ände­rungs­gründe sei­en nicht zu er­ken­nen, da der bis­he­ri­ge Ar­beits­be­reich des Klägers un­verändert be­ste­hen blei­be. Ver­hal­tens­be­ding­te Ände­rungs­gründe lägen nicht vor, da die Be­klag­te ein Fehl­ver­hal­ten des Klägers nach der letz­ten Ab­mah­nung vom 09.07.2008 nicht vor­tra­ge. Auch per­so­nen­be­dingt könne die Be­klag­te die Ände­rungskündi­gung nicht hin­rei­chend be­gründen. Es lägen kei­ne An­halts­punk­te dafür dar, dass der Kläger auf­grund sei­ner Er­kran­kung nicht die bis­he­ri­ge, aber ei­ne an­de­re, nämlich die ihm zu­ge­dach­te neue Tätig­keit ver­rich­ten können wer­de.

Ge­gen das ihr am 11.02.2009 zu­ge­stell­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln vom 14.01.2009 hat die Be­klag­te am 10.03.2009 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis 14.05.2009 am 08.05.2009 schrift­lich be­gründet.

Die Be­klag­te ver­bleibt bei ih­rer An­sicht, die Verände­rung des Auf­ga­ben­be­reichs des Klägers sei vom Di­rek­ti­ons­recht der Be­klag­ten ge­deckt. Der Kläger ha­be kei­nen An­spruch dar­auf, dau­er­haft ei­ne Stel­le mit Per­so­nal­ver­ant­wor­tung aus­zuüben. Die neue Stel­le als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te be­wir­ke ei­nen er­heb­li­chen Zu­wachs an Kom­pe­ten­zen hin­sicht­lich der tech­ni­schen und stra­te­gi­schen Aus­rich­tung der Stel­le. Ei­ne Kom­pen­sa­ti­on könne ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts Köln oh­ne­hin nicht zur Vor­aus­set­zung ge­macht wer­den. Im Be­triebs­ab­lauf der Be­klag­ten sei­en Hier­ar­chi­en un­be­deu­tend. Je­den­falls die vor­sorg­li­che Ände­rungskündi­gung sei so­zi­al ge­recht­fer­tigt. Be­triebs­be­ding­te Gründe lägen vor, da die Be­klag­te nicht dar­an ge­hin­dert sein dürfe, den von ihr neu ge­schaf­fe­nen Ar­beits­platz als Se­nio­rin­ge­nieur nach sinn­vol­lem


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An­for­de­rungs­pro­fil zu be­set­zen. Zu­dem macht die Be­klag­te wei­ter per­so­nen-und/oder ver­hal­tens­be­ding­te Gründe für die Ände­rungskündi­gung gel­tend.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die Schriftsätze der Par­tei­en nebst den zu den Ak­ten ge­reich­ten An­la­gen, wel­che Ge­gen­stand der münd­li­chen Ver­hand­lung wa­ren, ergänzend ver­wie­sen.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

Die zulässi­ge Be­ru­fung ist un­be­gründet, da das Ar­beits­ge­richt Köln zu Recht und mit zu­tref­fen­der Be­gründung die von der Be­klag­ten an­ge­streb­te Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen des Klägers we­der auf­grund der Ausübung des Di­rek­ti­ons­rech­tes noch durch den Aus­spruch der Ände­rungskündi­gun­gen vom 19.08.2008 als wirk­sam an­ge­se­hen hat.

I. Die Be­ru­fung ist zulässig, da sie statt­haft nach § 64 Abs. 1, 2 ArbGG und frist- so­wie form­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den ist (§§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 S. 1 ArvGG, 520 ZPO).

II. In der Sa­che hat das Rechts­mit­tel je­doch kei­nen Er­folg.

1. Zu Recht hat das Ar­beits­ge­richt Köln fest­ge­stellt, dass die von der Be­klag­ten­sei­te ge­woll­te Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen des Klägers – die Zu­wei­sung der Tätig­kei­ten ei­nes Se­nio­rin­ge­nieurs für spe­zi­el­le Pro­jek­te - von ih­rem ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­recht nicht um­fasst ist.

a. Zunächst ist mit dem Ar­beits­ge­richt da­von aus­zu­ge­hen, dass auch mit Rück­sicht auf den kon­kret auf die Kündi­gung vom 19.08.2008 be­zo­ge­nen Ände­rungs­schutz­an­trag des Klägers die Wirk­sam­keit der Ver­tragsände­rung auf­grund der Ausübung des ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Wei­sungs­rechts zu prüfen ist. Zu Recht hat das Ar­beits­ge­richt in die­sem Zu­sam­men­hang auf die Ent­schei­dung des BAG vom 26.08.2008 (1 AZR 353/07, DB 2009, Sei­te 461 f.)


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hin­ge­wie­sen. Nach die­ser Ent­schei­dung setzt die Be­gründet­heit ei­ner Ände­rungs­schutz­kla­ge im Sin­ne von § 4 S. 2 KSchG vor­aus, dass in dem Zeit­punkt, zu wel­chem die Ände­rungskündi­gung aus­ge­spro­chen wird, das Ar­beits­verhält­nis nicht oh­ne­hin schon zu den­je­ni­gen Be­din­gun­gen be­steht, die dem Ar­beit­neh­mer mit der Kündi­gung an­ge­tra­gen wer­den. Ist zu die­sem Zeit­punkt die ent­spre­chen­de Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen auf an­de­rem We­ge be­reits ein­ge­tre­ten – et­wa auf­grund wirk­sa­mer Ausübung des Di­rek­ti­ons­rechts durch den Ar­beit­ge­ber – kann die Ände­rungs­schutz­kla­ge kei­nen Er­folg ha­ben. Zwar kann sich die Ände­rungskündi­gung in ei­nem sol­chen Fall selbst bei An­nah­me der geänder­ten Be­din­gun­gen un­ter dem Vor­be­halt des § 2 S. 1 KSchG als „überflüssig“ und da­mit we­gen Ver­s­toßes ge­gen den Verhält­nismäßig­keits­grund­satz als un­wirk­sam er­wei­sen. Streit­ge­gen­stand ist aber nicht die Wirk­sam­keit der Kündi­gung, son­dern der In­halt der für das Ar­beits­verhält­nis gel­ten­den Ar­beits­be­din­gun­gen. Die Fest­stel­lun­gen, dass die dem Ar­beit­neh­mer mit der Ände­rungskündi­gung an­ge­tra­ge­nen neu­en Ar­beits­be­din­gun­gen nicht gel­ten, kann das Ge­richt nicht tref­fen, wenn sich das Ar­beits­verhält­nis bei Kündi­gungs­aus­spruch aus an­de­ren Gründen be­reits nach den frag­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen rich­tet (vgl. BAG, Ur­teil vom 26.08.2008 – 1 AZR 353/07 - , a.a.O. m.w.N.).

b. Gemäß § 106 Abs. 1 S. 1 Ge­wO be­stimmt der Ar­beit­ge­ber kraft sei­nes Di­rek­ti­ons­rechts die nähe­ren Ein­zel­hei­ten der Er­brin­gung der ge­schul­de­ten Ar­beits­leis­tung, ins­be­son­de­re den Ort, die Zeit und den nähe­ren In­halt. Das Di­rek­ti­ons­recht kann durch Ge­setz, Ta­rif­ver­trag, Be­triebs­ver­ein­ba­rung oder ein­zel­ne Ar­beits­verträge ein­ge­schränkt sein.

Aus­weis­lich des Ar­beits­ver­tra­ges des Klägers vom 9. Ju­ni 1994 ist die­ser ab dem 01.07.1994 als Grup­pen­lei­ter Test­sys­te­me der Be­klag­ten beschäftigt wor­den. Die Zu­wei­sung ei­ner an­de­ren Tätig­keit im Sin­ne von § 106 S. 1 Ge­wO ist nur in­so­weit wirk­sam, so­fern ei­ne Kon­kre­ti­sie­rung der ver­trag­lich ge­schul­de­ten Tätig­keit im Rah­men des Ar­beits­ver­tra­ges statt­fin­det (vgl. BAG, Ur­teil vom 09.05.2006 – 9 AZR 424/05 - , NZA 2007, Sei­te 145 ff.).
 


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c. Die ar­beit­ge­ber­sei­tig vor­for­mu­lier­te Ver­trags­be­din­gung im Art. 1 Abs. 2 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 09.06.1994 führt nicht zu ei­ner Er­wei­te­rung des Di­rek­ti­ons­rech­tes der Be­klag­ten mit der Fol­ge, dass die­se in der La­ge wäre, dem Kläger auch ge­rin­ger wer­ti­ge Tätig­kei­ten zu­zu­wei­sen. In Art. 1 Abs. 2 des Ar­beits­ver­tra­ges ist ge­re­gelt, dass der Kläger auch mit solch an­de­ren Auf­ga­ben und Ver­ant­wort­lich­kei­ten be­traut wer­den kann, die sei­ner Aus­bil­dung und Er­fah­rung ent­spre­chen. Ei­ne Aus­le­gung die­ser Klau­sel da­hin­ge­hend, dass hier­mit die Zu­wei­sung auch un­ter­wer­ti­ger Tätig­kei­ten ermöglicht sein sol­le, bleibt da­durch ver­wehrt, dass in die­sem Fall von ei­nem schwer­wie­gen­den Ein­griff in den ge­setz­lich gewähr­leis­te­ten In­halts­schutz im Ar­beits­verhält­nis und ei­ner da­mit ein­her­ge­hen­den Un­ver­ein­bar­keit mit § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB aus­zu­ge­hen ist (vgl. BAG, Ur­teil vom 09.05.2006 – 9 AZR 424/05 - , a.a.O.).

d. Es ist auch an der Au­f­as­sung des Ar­beits­ge­richts fest­zu­hal­ten, dass die
Tätig­keitsüber­tra­gung ge­genüber dem Kläger hin­sicht­lich der Auf­ga­ben ei­nes Se­nio­rin­ge­nieurs für spe­zi­el­le Pro­jek­te nicht von ei­ner Kon­kre­ti­sie­rung der ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Auf­ga­ben ge­deckt ist, da es sich nicht um gleich­wer­ti­ge Tätig­kei­ten han­delt.

Die Gleich­wer­tig­keit der ar­beits­ver­trag­li­chen Auf­ga­ben be­stimmt sich grundsätz­lich aus der auf den Be­trieb ab­ge­stell­ten Ver­kehrs­auf­fas­sung und dem sich dar­aus er­ge­ben­den So­zi­al­bild (vgl. BAG, Ur­teil vom 30.08.1995 – 1 AZR 47/95 - , NZA 1996, Sei­te 440 ff.). Kri­te­ri­en der Gleich­wer­tig­keit sind die An­zahl der un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­ter oder der Um­fang der Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se über den Ein­satz von Sach­mit­teln oder ei­ner Per­so­nal­ka­pa­zität (LAG Hamm, Ur­teil vom 09.01.1997 – 17 Sa 1554/96 - , NZA-RR 1997, Sei­te 337). Nach der Ent­schei­dung des LAG Köln vom 22.12.2004 (7 Sa 839/04, AuR 2005, Sei­te 423) be­stimmt sich die Gleich­wer­tig­keit ei­ner Tätig­keit da­bei nicht nur nach dem un­mit­tel­ba­rem Tätig­keits­in­halt selbst, son­dern auch nach den be­trieb­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen, un­ter de­nen die Tätig­keit aus­geübt wer­den soll. Zu die­sen Rah­men­be­din­gun­gen zählt ins­be­son­de­re die Ein­ord­nung der Stel­le in die Be­triebs­hier­ar­chie eben­so wie z. B. die Fra­ge, ob, und wenn ja, in wel­chem Um­fang die Tätig­keit mit Vor­ge­setz­ten­funk­tio­nen ge­genüber an­de­ren


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Mit­ar­bei­tern ver­bun­den ist. Nicht zu­letzt durch die vor­ge­nann­ten Rah­men­be­din­gun­gen wird maßgeb­lich das so­zia­le An­se­hen be­ein­flusst, dass mit der Ausübung ei­ner be­stimm­ten ver­trag­li­chen Tätig­keit ver­bun­den ist.

Durch den von der Be­klag­ten­sei­te be­ab­sich­tig­ten Wech­sel des Klägers von sei­ner Po­si­ti­on als Grup­pen­lei­ter Test­sys­te­me zum Auf­ga­ben­feld ei­nes Se­nio­rin­ge­nieurs für spe­zi­el­le Pro­jek­te wird in die ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Rah­men­be­din­gun­gen er­heb­lich ein­ge­grif­fen. Zum ei­nen soll der Kläger da­mit die bis­he­ri­ge Per­so­nal­ver­ant­wor­tung für fünf ihm un­ter­stell­te Mit­ar­bei­ter ver­lie­ren. Zu­dem ist nicht zu er­ken­nen, in­wie­weit dem Kläger im Rah­men sei­ner ihm zu­ge­dach­ten neu­en Po­si­ti­on als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te ei­ne Ent­schei­dungs­be­fug­nis über den Ein­satz kon­kre­ter Sach­mit­tel zu­kom­men soll. Da­mit aber fin­det ein gra­vie­ren­der Ein­griff in den ver­trag­li­chen Be­sitz­stand des Klägers statt, der maßgeb­lich durch das So­zi­al­bild sei­ner bis­he­ri­gen Tätig­keit als Grup­pen­lei­ter Test­sys­te­me ge­prägt ist, statt.

2. Die Ände­rungskündi­gun­gen vom 19.08.2008 er­wei­sen sich als un­wirk­sam und da­mit nicht ge­eig­net, den von der Be­klag­ten­sei­te an­ge­streb­ten Wech­sel des Klägers in die Funk­ti­on als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te zu be­wir­ken, da sie so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt gemäß §§ 2, 1 Abs. 2 KSchG sind. Die für die so­zia­le Recht­fer­ti­gung der Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen be­triebs-, ver­hal­tens- oder per­so­nen­be­ding­ter Art lie­gen nicht vor.

a. Ein drin­gen­des be­trieb­li­ches Er­for­der­nis nach § 1 Abs. 2 S. 1 KSchG ist
nicht an­zu­neh­men.

Ei­ne be­triebs­be­ding­te or­dent­li­che Ände­rungskündi­gung kann nur dann wirk­sam sein, wenn sich der Ar­beit­ge­ber bei ei­nem an sich an­er­ken­nens­wer­ten An­lass dar­auf be­schränkt hat, le­dig­lich sol­che Ände­run­gen vor­zu­schla­gen, die der Ar­beit­neh­mer bil­li­ger­wei­se hin­neh­men muss. Im Rah­men der §§ 1, 2 KSchG ist da­bei zu prüfen, ob das Beschäfti­gungs­bedürf­nis für den be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mer zu den bis­he­ri­gen Ver­trags­be­din­gun­gen ent­fal­len ist


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(BAG, Ur­teil vom 01.03.2007 – 2 AZR 580/05 - , NZA 2007, Sei­te 1445 ff.). Die Ände­run­gen müssen ge­eig­net und er­for­der­lich sein, um den In­halt des Ar­beits­ver­tra­ges den geänder­ten Beschäfti­gungsmöglich­kei­ten an­zu­pas­sen (vgl. BAG, Ur­teil vom 26.06.2008 – 2 AZR 139/07 - , NZA 2008, Sei­te 1182 ff.).

Ei­nem drin­gen­den be­trieb­li­chen Er­for­der­nis steht be­reits der Um­stand ent­ge­gen, dass das Beschäfti­gungs­bedürf­nis für den Kläger zu den bis­he­ri­gen Ver­trags­be­din­gun­gen – al­so auf dem Ar­beits­platz als Grup­pen­lei­ter Test­sys­te­me – nicht ent­fal­len ist, da die­ser Ar­beits­be­reich un­strei­tig zu den bis­he­ri­gen Ar­beits­be­din­gun­gen wei­ter fort­be­steht und dem­ent­spre­chend nun­mehr vom bis­he­ri­gen Stell­ver­tre­ter des Klägers aus­gefüllt wird.

Die Be­klag­te kann ent­ge­gen ih­rer Rechts­auf­fas­sung ih­re drin­gen­den be­trieb­li­chen In­ter­es­sen nicht da­mit be­gründen, dass sie auf­grund ih­rer un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung den neu­en ar­beits­ver­trag­li­chen Auf­ga­ben­be­reich ei­nes Se­nio­rin­ge­nieurs für spe­zi­el­le Pro­jek­te mit ei­nem An­for­de­rungs­pro­fil ge­schaf­fen hat, für wel­chen sie zwin­gend auf­grund der dafür er­for­der­li­chen Fähig­kei­ten und Er­fah­run­gen ei­nen in­ner­be­trieb­li­chen Be­wer­ber benöti­ge.

Zum ei­nen ist da­mit noch nicht hin­rei­chend be­gründet, war­um sich die auf ei­nen in­ner­be­trieb­li­chen Be­wer­ber ein­engen­de Aus­wahl le­dig­lich auf den Kläger be­schränkt hat und an­de­re Grup­pen­lei­ter der Be­klag­ten für ei­ne sol­che Tätig­keit nicht in Be­tracht ge­kom­men sein soll­ten. Zum an­de­ren fühlt sich die Be­klag­te of­fen­sicht­lich sel­ber nicht mehr an ih­re ei­ge­nen Vor­ga­ben hin­sicht­lich des An­for­de­rungs­pro­files ge­bun­den, was sich dar­an zeigt, dass sie im ei­ge­nen Schrift­satz in der Be­ru­fungs­in­stanz vom 02.11.2009 ab­sch­ließend ergänzt, dass sie für den Fall ei­ner die Be­ru­fung zurück­wei­sen­den Ent­schei­dung ge­hal­ten sei, den für den Kläger vor­ge­se­he­nen Ar­beits­platz an­der­wei­tig zu be­set­zen, da ei­ne noch wei­ter­dau­ern­de Va­kanz im Hin­blick auf die Be­deu­tung der Auf­ga­ben für den Be­stand der Be­klag­ten nicht länger hin­nehm­bar sei. Hier­aus ist zu fol­gern, dass die Be­klag­te das von ihr auf­ge­stell­te An­for­de­rungs­pro­fil sel­ber nicht als ab­so­lut zwin­gend an­sieht, son­dern an­de­re Be­set­zungsmöglich­kei­ten bezüglich der Stel­le ei­nes Se­nio­rin­ge­nieurs für spe­zi­el­le Pro­jek­te sel­ber er­kennt.
 


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Die Ar­gu­men­ta­ti­on der Be­klag­ten be­geg­net al­ler­dings zu­dem grundsätz­li­chen Be­den­ken, da es ihr die Möglich­keit eröff­nen würde, per­so­nenge­nau die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne be­triebs­be­ding­te Ände­rungskündi­gung schaf­fen zu können, in­dem sie durch ein auf ei­ne in­ner­be­trieb­li­che Be­set­zung zie­len­des An­for­de­rungs­pro­fil die Fi­xie­rung auf ei­nen be­stimm­ten Ar­beit­neh­mer her­beiführt.

b. Auch ver­hal­tens­be­ding­te Ände­rungs­gründe sind nicht zu er­ken­nen. Dies gilt be­reits des­we­gen, weil der Kläger auch nach dem Vor­trag der Be­klag­ten nach dem Aus­spruch der letz­ten Ab­mah­nung vom 09.07.2008 mit Rück­sicht auf die seit­her un­un­ter­bro­che­ne Ar­beits­unfähig­keit kei­ne Pflicht­ver­let­zun­gen mehr be­gan­gen hat.

Der Ar­beit­ge­ber gibt durch den Aus­spruch ei­ner Ab­mah­nung kund, er se­he das Ar­beits­verhält­nis noch nicht als so gestört an, dass ihm ei­ne wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit mit dem Ar­beit­neh­mer nicht mehr möglich sei. Nach § 1 KSchG ist ei­ne Kündi­gung nur dann ge­recht­fer­tigt, wenn Gründe vor­lie­gen, die ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers ent­ge­gen­ste­hen, was nach herr­schen­der Auf­fas­sung bei al­len Kündi­gungs­gründen fest­zu­stel­len ist. Da­mit ist die ne­ga­ti­ve Pro­gno­se Vor­aus­set­zung für die ein­sei­ti­ge Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses durch ei­ne Kündi­gung, die ei­nes recht­fer­ti­gen­den Grun­des be­darf. Die ne­ga­ti­ve Pro­gno­se kann der Ar­beit­ge­ber nur mit dem Vor­trag be­gründen, in Zu­kunft sei mit wei­te­ren Störun­gen zu rech­nen. Re­gelmäßig lie­gen die­se Vor­aus­set­zun­gen nur dann vor, wenn der Ar­beit­neh­mer nach ei­ner vor­an­ge­gan­ge­nen Ab­mah­nung sein be­an­stan­de­tes Ver­hal­ten wei­ter fort­setzt. An­de­rer­seits zeigt ein Ar­beit­ge­ber der ab­mahnt, dass ihm ei­ne ab­sch­ließen­de ne­ga­ti­ve Pro­gno­se noch nicht möglich ist. Hat er das aber selbst durch ei­ne Ab­mah­nung zu er­ken­nen ge­ge­ben, dann kann er ei­ne späte­re ne­ga­ti­ve Pro­gno­se nur durch neue Tat­sa­chen be­le­gen, und zwar auch durch sol­che, die bei der Ab­mah­nung zwar schon vor­la­gen, ihm aber noch nicht be­kannt wa­ren. Die Ab­mah­nung führt dem­gemäß hin­sicht­lich der zum Zeit­punkt ih­rer Er­tei­lung vor­lie­gen­den und be­kann­ten Gründe zum Ver­zicht auf das Kündi­gungs­recht. Tre­ten wei­te­re Gründe hin­zu oder wer­den sie erst nach der Ab­mah­nung


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be­kannt, dann kann zur Be­gründung der Kündi­gung auch un­terstützend auf die ab­ge­mahn­ten Gründe zurück­ge­grif­fen wer­den, so­fern und so­weit sie auch oh­ne Ab­mah­nung oder auf­grund ei­ner frühe­ren Ab­mah­nung, die die Warn­funk­ti­on erfüllt, er­heb­lich sind (vgl. BAG, Urt. vom 10.11.1988 – 2 AZR 215/88 - , NZA 1989, Sei­te 633 ff.).

c. Auch un­ter per­so­nen­be­ding­ten As­pek­ten er­weist sich die Ände­rungskündi­gung vom 19.08.2008 als nicht so­zi­al ge­recht­fer­tigt. Die Er­kran­kung des Klägers ist nicht ge­eig­net, die Ände­rungskündi­gun­gen aus per­so­nen­be­ding­ten Gründen zu recht­fer­ti­gen.

Ist ein Ar­beit­neh­mer auf Dau­er krank­heits­be­dingt nicht mehr in der La­ge die ge­schul­de­te Ar­beit auf sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beits­platz zu leis­ten, so ist er zur Ver­mei­dung ei­ner Kündi­gung auf ei­nem lei­dens­ge­rech­ten Ar­beits­platz im Be­trieb oder Un­ter­neh­men wei­ter­zu­beschäfti­gen, falls ein sol­cher gleich­wer­ti­ger oder je­den­falls zu­mut­ba­rer Ar­beits­platz frei und der Ar­beit­neh­mer für die dort zu leis­ten­de Ar­beit ge­eig­net ist (BAG, Ur­teil vom 29.01.1997 – 2 AZR 9/96 - , NZA 1997, Sei­te 709 ff.).

Zu­tref­fend hat das Ar­beits­ge­richt dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Be­klag­te kei­ne hin­rei­chen­den An­halts­punk­te dafür vor­ge­tra­gen hat, dass der Kläger auf sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beits­platz dau­er­haft nicht mehr ein­setz­bar sein wer­de. Dem steht die Hand­lungs­wei­se der Be­klag­ten ent­ge­gen, die aus­weis­lich der Zu­wei­sung der neu­en Ar­beits­auf­ga­be als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­duk­te, die nach Dar­stel­lung der Be­klag­ten ei­ne be­son­de­re be­trieb­li­che Dring­lich­keit be­sitzt, von ei­ner Rück­kehr des Klägers in den Be­trieb der Be­klag­ten aus­geht. War­um der Kläger nach Auf­fas­sung der Be­klag­ten in sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beits­be­reich dau­er­haft ar­beits­unfähig blei­ben und im Ge­gen­satz da­zu in sei­nem neu­en Auf­ga­ben­be­reich als Se­nio­rin­ge­nieur von ei­ner po­si­ti­ven Pro­gno­se aus­ge­gan­gen wer­den soll, hat die Be­klag­te nicht hin­rei­chend dar­ge­legt. Die Be­zug­nah­me auf die feh­len­den Führungs­ei­gen­schaf­ten des Klägers und den dar­aus re­sul­tie­ren­den Kon­flikt mit den Mit­ar­bei­tern sei­ner Ar­beits­grup­pe ist für das Ent­ste­hen und die Fort­dau­er der de­pres­si­ven Er­kran­kun­gen des Klägers nicht hin­rei­chend schlüssig. Eben­so


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plau­si­bel ist der Be­gründungs­an­satz des Klägers hierfür, der auf sei­ne Dif­fe­ren­zen mit der Geschäfts­lei­tung und die ihn be­las­ten­de Ver­set­zung auf den neu­en Ar­beits­platz als Se­nio­rin­ge­nieur für spe­zi­el­le Pro­jek­te ver­weist.

III. Da die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­zu­wei­sen war, trägt sie als un­ter­le­ge­ne Par­tei nach § 97 ZPO die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens.

IV. Die Re­vi­si­on war nach § 72 Abs. 2 ArbGG mit Rück­sicht auf die grundsätz­li­che Be­deu­tung der An­ge­le­gen­heit zu­zu­las­sen.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der be­klag­ten Par­tei

R E V I S I O N

ein­ge­legt wer­den.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: 0361 2636 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,

2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,

3. ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Nr. 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung der Mit­glie­der die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on oder ei­nes an­de­ren


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Ver­ban­des oder Zu­sam­men­schlus­ses mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

 

Dr. Sta­schik

Ger­res­heim

Müller, Uwe
 

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