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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Betriebsvereinbarung, Gesamtzusage
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 3 AZR 960/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 23.02.2016
   
Leit­sätze: Ei­ne Um­deu­tung ei­ner un­wirk­sa­men Be­triebs­ver­ein­ba­rung in ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge nach § 140 BGB ist möglich, wenn hin­rei­chen­de An­halts-punk­te für ei­nen ent­spre­chen­den hy­po­the­ti­schen Ver­pflich­tungs­wil­len des Ar­beit­ge­bers be­ste­hen. Der Um­deu­tung von Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen über Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung steht kei­ne ge­genüber Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen er­schwer­te Abände­rungsmöglich­keit der Ge­samt­zu­sa­ge ent­ge­gen; sie ent­spre­chen sich im We­sent­li­chen.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 27.5.2009 - 9/10 Ca 6285/08
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 3.7.2013 - 6 Sa 1321/12
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

3 AZR 960/13
6 Sa 1321/12
Hes­si­sches
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
23. Fe­bru­ar 2016

UR­TEIL

Kauf­hold, Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Drit­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 23. Fe­bru­ar 2016 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Zwan­zi­ger, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Spin­ner, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Ah­rendt so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Wi­sch­nath und Brun­ke für Recht er­kannt:

 

- 2 - 

Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 3. Ju­li 2013 - 6 Sa 1321/12 - auf­ge­ho­ben.

Der Rechts­streit wird zur neu­er­li­chen Ver­hand­lung und Ent­schei­dung - auch über die Kos­ten der Re­vi­si­on - an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten darüber, nach wel­cher Ver­sor­gungs­ord­nung sich die Be­triebs­ren­te des Klägers be­rech­net.

Der 1941 ge­bo­re­ne Kläger war vom 1. Ju­li 1976 bis zum 31. März 2003 bei der Be­klag­ten bzw. ih­ren Rechts­vorgänge­rin­nen beschäftigt.

Mit Schrei­ben vom Ok­to­ber 1977 hat­te ei­ne Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten ihm ua. erklärt:

„...

wir freu­en uns, Ih­nen mit­tei­len zu können, daß wir Sie in un­ser Ver­sor­gungs­werk auf­ge­nom­men ha­ben. Über die Leis­tun­gen die­ser Ein­rich­tung in­for­miert Sie die bei­gefügte Ver­sor­gungs­ord­nung.

Die an­re­chen­ba­ren Dienst­jah­re im Sin­ne des Ar­ti­kels 3 der Ver­sor­gungs­ord­nung zählen ab

1. Ju­li 1976.

...“

Die „Ver­sor­gungs­ord­nung ‚V-AG in Z, Di­rek­ti­on für Deutsch­land, Fas­sung 1976“ (im Fol­gen­den VO 1976) enthält ua. fol­gen­de Re­ge­lun­gen:

 

- 3 -

„We­sen der be­trieb­li­chen Ver­sor­gung

Ar­ti­kel 1

Die V-Ak­ti­en­ge­sell­schaft in Z, Di­rek­ti­on für Deutsch­land, nach­ste­hend Ge­sell­schaft ge­nannt, gewährt ih­ren Mit­ar­bei­tern zusätz­lich zu den Leis­tun­gen der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ei­ne be­trieb­li­che Ver­sor­gung.

Die Ver­sor­gung um­faßt ei­ne Al­ters-, In­va­li­ditäts- und Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung, de­ren Um­fang sich nach der An­zahl der an­re­chen­ba­ren Dienst­jah­re und der Höhe der an­re­chen­ba­ren Be­sol­dung des Mit­ar­bei­ters rich­tet. Für die Ver­sor­gung sind die nach­ste­hen­den Be­stim­mun­gen maßge­bend.

...

An­re­chen­ba­re Dienst­jah­re

Ar­ti­kel 3

Als an­re­chen­ba­re Dienst­jah­re gel­ten al­le Jah­re und Tei­le von Jah­ren, die der Mit­ar­bei­ter nach Voll­endung des 20. Le­bens­jah­res bis zum Ein­tritt des Ver­sor­gungs­fal­les, längs­tens je­doch bis zur Voll­endung des 65. Le­bens­jah­res un­un­ter­bro­chen in den Diens­ten ei­ner Ge­sell­schaft der deut­schen Z Ver­si­che­rungs-Grup­pe zurück­ge­legt hat. Je­der vol­le Ka­len­der­mo­nat der an­re­chen­ba­ren Dienst­zeit wird als 1/12 ei­nes an­re­chen­ba­ren Dienst­jah­res ge­rech­net.

An­re­chen­ba­re Be­sol­dung

Ar­ti­kel 4

Als an­re­chen­ba­re Be­sol­dung gilt das im Ge­halts­ta­rif­ver­trag für das pri­va­te Ver­si­che­rungs­ge­wer­be fest­ge­leg­te Mo­nats­ge­halt in der End­stu­fe der­je­ni­gen Ge­halts­grup­pe bzw. Ge­halts­zwi­schen­grup­pe, die gemäß Dienst­ver­trag des Mit­ar­bei­ters für sei­ne Be­sol­dung im Mo­nat Ja­nu­ar des Jah­res maßge­bend ist, in dem der Ver­sor­gungs­fall ein­tritt bzw. ein­ge­tre­ten ist. Fer­ner wird ge­ge­be­nen­falls die ta­rif­li­che Ver­ant­wor­tungs­zu­la­ge an­ge­rech­net.

...

Höhe der Ver­sor­gungs­leis­tun­gen

Ar­ti­kel 6

Die Höhe der Ren­ten hängt von der An­zahl der an­re­chen­ba­ren Dienst­jah­re so­wie von der an­re­chen­ba­ren Be­sol-

 

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dung ab. Da­bei wer­den Tei­le der an­re­chen­ba­ren Be­sol­dung un­ter­schied­lich berück­sich­tigt, wenn sie ei­ner­seits das im Ge­halts­ta­rif­ver­trag fest­ge­leg­te Mo­nats­ge­halt in der End­stu­fe der Ge­halts­grup­pe VII, nach­ste­hend Ta­rif­gren­ze VII ge­nannt, oder an­de­rer­seits die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung der An­ge­stell­ten, nach­ste­hend Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze ge­nannt, über­stei­gen. Als Gren­zen gel­ten je­weils die Beträge, die im Mo­nat Ja­nu­ar des Jah­res maßge­bend sind, in dem der Ver­sor­gungs­fall ein­tritt bzw. ein­ge­tre­ten ist.

a) Al­ters­ren­te

Die Höhe der mo­nat­li­chen Al­ters­ren­te beträgt für je-des an­re­chen­ba­re Dienst­jahr

- 0,7 %, ins­ge­samt je­doch nicht mehr als 25 % des Teils der an­re­chen­ba­ren Be­sol­dung, der we­der die Ta­rif­gren­ze VII noch die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze über­steigt, plus

- 0,5 % des Teils der an­re­chen­ba­ren Be­sol­dung, der die Ta­rif­gren­ze VII, je­doch nicht die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze über­steigt, plus

- 1,5 % des Teils der an­re­chen­ba­ren Be­sol­dung, der die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze über­steigt.

Bei vor­ge­zo­ge­ner Al­ters­ren­te wird die An­wart­schaft auf Al­ters­ren­te um 0,4 % für je­den Mo­nat gekürzt, um den der Ren­ten­be­ginn vor­ge­zo­gen wird.

...

So­wohl die Al­ters- wie die In­va­li­den­ren­te ei­nes Jah­res dürfen bei Ein­tritt des Ver­sor­gungs­fal­les zu­sam­men mit den Leis­tun­gen aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung 75 % der Brut­to­bezüge des Ka­len­der­jah­res vor Ein­tritt des Ver­sor­gungs­fal­les - beim Wer­beaußen­dienst der Brut­to­bezüge abzüglich Wett­be­werbs­pro­vi­sio­nen und Pro­vi­sio­nen aus der ei­ge­nen Agen­tur bzw. die ga­ran­tier­ten Bezüge des letz­ten Ka­len­der­jah­res - nicht über­stei­gen. ...

Ände­run­gen der Ver­sor­gung

Ar­ti­kel 12

Die Ge­sell­schaft hofft und er­war­tet, die Ver­sor­gungs­zu­sa­gen oh­ne Ein­schränkung auf­recht­er­hal­ten zu können. Sie behält sich je­doch vor, die zu­ge­sag­ten Leis­tun­gen zu kürzen oder ein­zu­stel­len, wenn

 

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- die wirt­schaft­li­che La­ge der Ge­sell­schaft sich nach-hal­tig so we­sent­lich ver­schlech­tert hat, daß ihr ei­ne Auf­recht­er­hal­tung der zu­ge­sag­ten Ver­sor­gungs­leis­tun­gen nicht mehr zu­ge­mu­tet wer­den kann oder

- der Per­so­nen­kreis, die Beiträge, die Leis­tun­gen oder das Pen­sio­nie­rungs­al­ter bei der ge­setz­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung oder an­de­ren Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen mit Rechts­an­spruch sich we­sent­lich ändern oder

- die recht­li­che, ins­be­son­de­re die steu­er­recht­li­che Be­hand­lung der Auf­wen­dun­gen, die zur planmäßigen Fi­nan­zie­rung der Ver­sor­gungs­leis­tun­gen und zur Un­terstützung der ei­gen­ver­ant­wort­li­chen Vor­sor­ge der Mit­ar­bei­ter von der Ge­sell­schaft ge­macht wer­den oder ge­macht wor­den sind, sich so we­sent­lich ändert, daß der Ge­sell­schaft die Auf­recht­er­hal­tung der zu­ge­sag­ten Leis­tun­gen nicht mehr zu­ge­mu­tet wer-den kann.

In ei­nem sol­chen Fall dürfen we­der die zur Erfüllung der Leis­tun­gen aus den Ver­sor­gungs­zu­sa­gen auf­ge­wen­de­ten Mit­tel ih­rem Zweck ent­frem­det noch be­reits zu­ge­spro­che­ne Ver­sor­gungs­leis­tun­gen berührt wer­den.

...“

Im Jahr 1977 un­ter­zeich­ne­ten der „Ge­samt­be­triebs­rat“ und die „Geschäfts­lei­tung“ ei­ne un­da­tier­te „Ge­mein­sa­me Erklärung zur Ände­rung der be­trieb­li­chen Ver­sor­gung der Ge­sell­schaf­ten der deut­schen Z Ver­si­che­rungs-Grup­pe“ (im Fol­gen­den Ge­mein­sa­me Erklärung). Zu die­ser Un­ter­neh­mens­grup­pe gehörte auch die da­ma­li­ge Ar­beit­ge­be­rin des Klägers. Die Ge­mein­sa­me Erklärung re­gelt Ein­zel­hei­ten für be­stimm­te Ar­beit­neh­mer­grup­pen und hat ua. fol­gen­den In­halt:

„1. Der Ände­rung der be­trieb­li­chen Ver­sor­gung lie­gen zu­grun­de:

- die neue Ver­sor­gungs­ord­nung in der Fas­sung von 1976

- das Merk­blatt zur Di­rekt­ver­si­che­rung

- das Merk­blatt über die Leis­tun­gen bei Unfällen

- die­se ge­mein­sa­me Erklärung.

 

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2. Je­der neu ein­tre­ten­de Mit­ar­bei­ter erhält vor oder bei Dienstein­tritt die Ver­sor­gungs­ord­nung mit dem Merk­blatt zur Di­rekt­ver­si­che­rung, nach Ab­lauf der Pro­be­zeit das Merk­blatt über die Leis­tun­gen bei Unfällen aus­gehändigt. Der Mit­ar­bei­ter erhält ei­ne Ver­sor­gungs­zu­sa­ge, so­bald er die Vor­aus­set­zun­gen gemäß Ar­ti­kel 2 der Ver­sor­gungs­ord­nung erfüllt und sei­ne Zu­stim­mung er­teilt hat.

...“

Nach den vom Kläger mit Ver­fah­rensrügen an­ge­grif­fe­nen Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts wur­de die VO 1976 zeit­gleich mit der Ge­mein-sa­men Erklärung ver­laut­bart.

Bei den ver­schie­de­nen Ge­sell­schaf­ten der Z Ver­si­che­rungs­grup­pe be­stan­den in der Bun­des­re­pu­blik ein­zel­ne Be­triebsräte. Die­se in ver­schie­de­nen Be­trie­ben un­ter­schied­li­cher Un­ter­neh­men gewähl­ten Be­triebsräte bil­de­ten ein ge­son­der­tes Ver­hand­lungs­gre­mi­um, das im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch „Ge­samt­be­triebs­rat“ ge­nannt wur­de. Da­bei han­delt es sich je­doch nicht um ei­nen Ge­samt­be­triebs­rat nach § 47 Abs. 1 Be­trVG, da die­ses Gre­mi­um für ver­schie­de­ne Un­ter­neh­men ge­bil­det wor­den war. Ei­ne ta­rif­li­che Re­ge­lung nach § 3 Be­trVG aF be­stand nicht.

Im Jahr 1990 wur­de in der Un­ter­neh­mens­grup­pe, dem die da­ma­li­ge Ar­beit­ge­be­rin des Klägers an­gehörte, ei­ne Kos­ten­kom­mis­si­on ge­bil­det, die die Auf­ga­be hat­te, Ein­spar­po­ten­tia­le zu er­mit­teln und Maßnah­men zu ih­rer Rea­li­sie­rung vor­zu­schla­gen. Mit Schrei­ben vom 11. De­zem­ber 1990 teil­te die Z Ver­si­che­run­gen al­len an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern im In­nen-und Außen­dienst der Z Ver­si­che­run­gen Deutsch­land, so auch dem Kläger, Fol­gen­des mit:

„...

wie Sie wis­sen, ha­ben wir in un­se­re Über­le­gun­gen, die Kos­ten­si­tua­ti­on zu ver­bes­sern, auch die Auf­wen­dun­gen für un­se­re über­durch­schnitt­lich aus­ge­stat­te­te Ver­sor­gungs­zu­sa­ge - ein­sch­ließlich Di­rekt­ver­si­che­rung - ein­be­zo­gen.

 

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Wir freu­en uns, Ih­nen bestäti­gen zu können, daß für al­le an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter des Außen- und In­nen­diens­tes, die vor dem 01.01.1991 in die Diens­te der Z Ver­si­che­run­gen Deutsch­land ge­tre­ten sind und ei­ne Ver­sor­gungs­zu­sa­ge nach der Ver­sor­gungs­ord­nung 1976 er­hal­ten ha­ben, die ge­ge­be­ne Ver­sor­gungs­zu­sa­ge auch wei­ter­hin be­ste­hen­bleibt, in­so­fern al­so der Be­sitz­stand ge­wahrt ist.

Wir konn­ten da­mit zwar den Wunsch des Ge­samt­be­triebs­ra­tes, die Ver­sor­gungs­zu­sa­ge auch künf­tig für neue Mit­ar­bei­ter auf­recht­zu­er­hal­ten, nicht erfüllen, wer­den uns aber bemühen, die Ver­sor­gungs­bedürf­nis­se der neu­en Mit­ar­bei­ter bei der Neu­re­ge­lung un­se­rer be­trieb­li­chen Ver­sor­gung weit­ge­hend zu be­den­ken.

Wir schließen die Ver­sor­gungs­re­ge­lung von 1976 mit Wir­kung ab 01.01.1991 für neu ein­tre­ten­de Mit­ar­bei­ter mit dem Ziel, sie den im Markt übli­chen Verhält­nis­sen an­zu­pas­sen. Darüber wer­den wir mit dem Ge­samt­be­triebs­rat ver­han­deln.“

Mit Schrei­ben vom 28. Mai 1991 wies die Per­so­nal­ab­tei­lung der Z Ver­si­che­run­gen al­le Mit­ar­bei­ter, die ei­ne Ver­sor­gungs­zu­sa­ge nach der
VO 1976 er­hal­ten hat­ten, auf Fol­gen­des hin:

„...

die für die Höhe der Ver­sor­gungs­leis­tun­gen maßgeb­li­che Ta­rif­gren­ze gemäß Ar­ti­kel 6 der Ver­sor­gungs­ord­nung 1976 be­mißt sich nun­mehr seit der ab 01.01.1991 gülti­gen Neu­ord­nung der Ta­rif­grup­pen an der Ta­rif­grup­pe VIII.

Dem­ent­spre­chend heißt es mit Wir­kung ab 01.01.1991 in Ar­ti­kel 6 der Ver­sor­gungs­ord­nung 1976 bei im übri­gen un­veränder­tem In­halt

an­stel­le von ‚Ge­halts­grup­pe VII’ ‚Ge­halts­grup­pe VIII

und

an­stel­le von ‚Ta­rif­gren­ze VII’ ‚Ta­rif­gren­ze VIII’.“

Am 30. Ju­ni 1993 schlos­sen die „Ge­sell­schaf­ten der Z Ver­si­che­run­gen Deutsch­land“ und der „Ge­samt­be­triebs­rat der Z Ver­si­che­run­gen Deutsch­land“ die „Be­triebs­ver­ein­ba­rung zur Abände­rung der Ver­sor­gungs­ord­nung 1976“ (im Fol­gen­den Ver­ein­ba­rung 1993) ab. In die­ser heißt es ua.:

 

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„1. An­re­chen­ba­re Be­sol­dung Ar­ti­kel 4 erhält fol­gen­de Fas­sung:

Grund­la­ge für die Be­rech­nung von Ver­sor­gungs­leis­tun­gen nach Art. 5 ist die im Ja­nu­ar 1993 bei Voll­zeit­beschäfti­gung maßgeb­li­che an­re­chen­ba­re Be­sol­dung. ...

Die an­re­chen­ba­re Be­sol­dung wird bei Ta­rif­stei­ge­run­gen je­weils zum 1.1. des Fol­ge­jah­res um die Hälf­te des Stei­ge­rungs­pro­zent­sat­zes an­ge­paßt.

Bei Höher­grup­pie­rung in­ner­halb des Ta­rif­be­rei­ches gilt die an­ge­paßte an­re­chen­ba­re Be­sol­dung für die er­reich­te Ta­rif­grup­pe bzw. Zwi­schen­grup­pe.

...

Für die Be­rech­nung der Ver­sor­gungs­leis­tun­gen gilt bei al­len Mit­ar­bei­tern die an­ge­paßte an­re­chen­ba­re Be­sol­dung vom Mo­nat Ja­nu­ar des Jah­res, in dem der Ver­sor­gungs­fall ein­tritt.

...

3. Die­se Ver­ein­ba­rung tritt mit Wir­kung vom 1. Ju­li 1993 in Kraft und kann mit ei­ner Frist von sechs Mo­na­ten zum En­de des Ka­len­der­jah­res, erst­mals zum 31. De­zem­ber 1998, von bei­den Sei­ten gekündigt wer­den.

...“

Der Kläger nimmt seit dem 1. April 2003 sei­ne Ren­te aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung vor­ge­zo­gen in An­spruch. Im Ja­nu­ar 2003 lag die Vergütung nach der End­stu­fe der Ta­rif­grup­pe VIII bei 3.693,00 Eu­ro, die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung war auf 5.100,00 Eu­ro fest­ge­setzt. Das Grund­ge­halt des Klägers be­lief sich auf 4.641,00 Eu­ro. Die an­re­chen­ba­re Be­sol­dung nach Nr. 1 Ver­ein­ba­rung 1993 be­trug 4.136,00 Eu­ro.

Die Be­klag­te zahlt - eben­falls seit dem 1. April 2003 - an den Kläger ei­ne mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te, die sie auf der Grund­la­ge ei­ner an­re­chen­ba­ren Be­sol­dung iHv. 4.136,00 Eu­ro ent­spre­chend der Ver­ein­ba­rung 1993 und un­ter Be­ach­tung der Ge­mein­sa­men Erklärung er­rech­net hat. Die Be­triebs­ren­te des Klägers be­lief sich zunächst auf mo­nat­lich 614,20 Eu­ro brut­to. Zum 1. Ju­li 2006

 

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pass­te die Be­klag­te die­se Ren­te um 6,1361 vH (= 37,69 Eu­ro) an und zahl­te ab dem 1. Ju­li 2006 an den Kläger mo­nat­lich ei­nen Be­trag iHv. 651,89 Eu­ro brut­to.

Mit sei­ner am 3. Sep­tem­ber 2008 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat der Kläger die Be­klag­te auf Zah­lung ei­ner höhe­ren Be­triebs­ren­te in An­spruch ge­nom­men. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, ihm ste­he ei­ne mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te iHv. 710,33 Eu­ro brut­to zu. Sei­ne Be­triebs­ren­te be­rech­ne sich aus­sch­ließlich auf der Grund­la­ge der VO 1976. Des­halb sei von ei­ner an-re­chen­ba­ren Be­sol­dung iHv. 4.641,00 Eu­ro aus­zu­ge­hen. Die Ver­ein­ba­rung 1993 ha­be die VO 1976 nicht wirk­sam ab­gelöst. Die VO 1976 sei ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge. Sie sei nicht be­triebs­ver­ein­ba­rungs­of­fen, da sie nicht mit dem Be­triebs­rat ab­ge­stimmt sei. Der VO 1976 lie­ge auch kei­ne kol­lek­tiv-recht­li­che Ver­ein­ba­rung zwi­schen der Be­klag­ten und dem Be­triebs­rat zu­grun­de. Et­was an­de­res fol­ge nicht aus der Ge­mein­sa­men Erklärung. Die­se sei den Mit­ar­bei­tern nicht be­kannt ge­macht wor­den. Im Übri­gen sei die Ge­mein­sa­me Erklärung kei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung, sie ent­hal­te le­dig­lich ei­ne in­ter­ne Re­ge­lung der An­wen­dungsfälle der VO 1976. Die Be­klag­te ha­be zu­dem kei­ne sach­lich-pro­por­tio­na­len Gründe für ei­nen Ein­griff in sei­ne auf­grund der VO 1976 er­wor­be­nen An­wart­schaf­ten vor­ge­tra­gen. Darüber hin­aus ha­be die Be­klag­te mit ih­rem Schrei­ben vom 11. De­zem­ber 1990 ei­ne wei­te­re An­wen­dung der VO 1976 ga­ran­tiert.

Der Kläger hat zu­letzt - so­weit für die Re­vi­si­on von Be­deu­tung - be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn rückständi­ge Be­triebs­ren­te für die Zeit von Ja­nu­ar 2005 bis Au­gust 2008 iHv. 2.512,64 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 1.693,81 Eu­ro seit dem 21. Ju­ni 2007 und aus je 58,49 Eu­ro seit dem je­wei­li­gen Mo­nats­zwei­ten vom 2. Ju­li 2007 bis zum 2. Sep­tem­ber 2008 zu zah­len,

2. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, an ihn ab dem 1. Sep­tem­ber 2008 ei­ne mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te iHv. 710,33 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab Fällig­keit des je­wei­li­gen Ren­ten­be­tra­ges zuzüglich der tur­nusmäßigen Erhöhung zu zah­len.

 

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Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die VO 1976 sei durch die Ver­ein­ba­rung 1993 wirk­sam ab­gelöst wor­den. Dem ste­he ihr Schrei­ben vom 11. De­zem­ber 1990 nicht ent­ge­gen. In die­sem Schrei­ben ha­be sie le­dig­lich ei­ne Be­sitz­stands­wah­rung zu­ge­sagt und kei­nen Ver­zicht auf Ände­rungsmöglich­kei­ten erklärt. Die VO 1976 sei ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung. Et­wa ab 1973 hätten der Be­triebs­rat F und der Ge­samt­be­triebs­rat die Be­klag­te im Hin­blick auf die be­reits be­ste­hen­de Ver­sor­gungs­ord­nung bei den Z Ge­sell­schaf­ten dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die­se der Mit­be­stim­mung des Be­triebs­rats un­ter­lie­ge. Es sei dar­auf­hin zu Ver­hand­lun­gen mit dem Be­triebs­rat F ge­kom­men, die sich über et­wa drei Jah­re hin­ge­zo­gen und schließlich zum Ab­schluss der Ge­mein­sa­men Erklärung geführt hätten. Da­mit sei ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung über die VO 1976 zu­stan­de ge­kom­men. Die VO 1976 sei Be¬stand­teil der Ge­mein­sa­men Erklärung. Zu­min­dest sei die VO 1976 be­triebs­ver­ein­ba­rungs­of­fen. Sie sei ent­spre­chend der Ge­mein­sa­men Erklärung be­kannt ge­macht wor­den. Für die Ar­beit­neh­mer sei da­mit hin­rei­chend er­kenn­bar ge­we­sen, dass die Ver­sor­gungs­leis­tun­gen in Ab­stim­mung mit dem Ge­samt­be­triebs­rat ver­spro­chen wur­den und dass die­se Leis­tun­gen auch in der Zu­kunft Abände­run­gen durch den Ge­samt­be­triebs­rat zugäng­lich sein würden. Die Neu­re­ge­lung durch die Ver­ein­ba­rung 1993 wah­re auch die Grundsätze der Verhält­nismäßig­keit und des Ver­trau­ens­schut­zes. Die Ver­ein­ba­rung 1993 führe nicht zu ei­nem Ein­griff in den er­dien­ten Teil­be­trag oder die er­dien­te Dy­na­mik. Für ei­nen Ein­griff auf der drit­ten Be­sitz­stands­stu­fe lägen sach­lich-pro­por­tio­na­le Gründe vor.

Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge - so­weit für das Re­vi­si­ons­ver­fah­ren von In­ter­es­se - statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­ge­wie­sen. Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten hat der Se­nat mit Ur­teil vom 17. April 2012 (- 3 AZR 401/10 -) das Be­ru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben und den Recht­streit an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat im neu­er­li­chen Be­ru­fungs­ver­fah­ren die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Es hat nach der von ihm durch­geführ­ten Be­weis­auf­nah­me an­ge­nom­men, es ste­he fest, dass die VO 1976 nicht vor der Ge­mein­sa­men Erklärung aus dem

 

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Jahr 1977 ver­laut­bart wor­den sei und da­mit die Ver­sor­gungs­ansprüche des Klägers auf ei­ner un­wirk­sa­men - weil mit ei­nem be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich nicht exis­ten­ten Gre­mi­um ab­ge­schlos­se­nen - Be­triebs­ver­ein­ba­rung be­ruh­ten. Die­se un­wirk­sa­me Be­triebs­ver­ein­ba­rung könne nicht in ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge um­ge­deu­tet wer­den und stel­le da­mit kei­ne Rechts­grund­la­ge für das Kla­ge­be­geh­ren des Klägers dar. Je­den­falls ha­be die Be­klag­te die VO 1976 in der­sel­ben Wei­se ändern können, in der sie ursprüng­lich er­las­sen wur­de, mit­hin durch ei­ne Ver­ein­ba­rung mit dem nicht exis­ten­ten „Ge­samt­be­triebs­rat“. Es sei durch die Ver­ein­ba­rung 1993 auch nicht in er­dien­te An­wart­schaf­ten ein­ge­grif­fen wor­den. Da­ge­gen rich­tet sich die Re­vi­si­on des Klägers, mit der er die Wie­der­her­stel­lung des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils er­strebt. Die Be­klag­te be­gehrt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on ist be­gründet. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­ge­be­nen Be­gründung konn­te die Kla­ge nicht ab­ge­wie­sen wer­den. Für das Be­geh­ren des Klägers be­steht ei­ne An­spruchs­grund­la­ge. Ob die Kla­ge be­gründet ist, kann der Se­nat auf der Grund­la­ge der bis­he­ri­gen Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts nicht ab­sch­ließend be­ur­tei­len. Dies führt zur Auf­he­bung des Be­ru­fungs­ur­teils und zur neu­er­li­chen Zurück­ver­wei­sung des Rechts­streits an das Lan­des­ar­beits­ge­richt.

I. Das an­ge­foch­te­ne Ur­teil ist - ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers - nicht be­reits des­halb rechts­feh­ler­haft, weil das Lan­des­ar­beits­ge­richt bei sei­ner neu­er­li­chen Ent­schei­dung ge­gen die Bin­dungs­wir­kung nach § 563 Abs. 2 ZPO ver­s­toßen hat.

1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist nach § 72 Abs. 5 ArbGG iVm. § 563 Abs. 2 ZPO an die recht­li­che Be­ur­tei­lung des ers­ten Re­vi­si­ons­ur­teils vom 17. April 2012 (- 3 AZR 401/10 -) ge­bun­den, die der Auf­he­bung zu­grun­de ge­le-

 

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gen hat. Nach § 72 Abs. 5 ArbGG iVm. § 563 Abs. 2 ZPO hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die recht­li­che Be­ur­tei­lung, die der Auf­he­bung des frühe­ren Be­ru­fungs­ur­teils durch das Bun­des­ar­beits­ge­richt zu­grun­de ge­le­gen hat, sei­ner neu­en Ent­schei­dung zu­grun­de zu le­gen. Da­mit soll ver­mie­den wer­den, dass die endgülti­ge Ent­schei­dung der Sa­che verzögert oder gar ver­hin­dert wird, weil kei­nes der bei­den Ge­rich­te sei­ne Rechts­auf­fas­sung ändert und der Rechts­streit des­halb ständig zwi­schen dem Be­ru­fungs­ge­richt und dem Re­vi­si­ons­ge­richt hin-und her­ge­scho­ben wird (vgl. BGH 21. No­vem­ber 2006 - XI ZR 347/05 - Rn. 20; GmS-OGB 6. Fe­bru­ar 1973 - GmS-OGB 1/72 - BGHZ 60, 392). Die ver­fah­rens­recht­li­chen Bin­dun­gen die­nen dem höher­ran­gi­gen Zweck, ei­nen als­bal­di­gen Rechts­frie­den zwi­schen den Pro­zess­par­tei­en her­bei­zuführen. Sie sind ten­den­zi­ell ei­ner Rechts­kraft ver­gleich­bar. Dem­ent­spre­chend ist das Be­ru­fungs­ge­richt an die der Auf­he­bung zu­grun­de lie­gen­de Rechts­auf­fas­sung selbst dann ge­bun­den, wenn nach sei­ner An­sicht ein Rechts­satz über­se­hen oder ein sol­cher irrtümlich falsch aus­ge­legt wor­den ist (BGH 21. No­vem­ber 2006 - XI ZR 347/05 - Rn. 20). Die Bin­dung an das zurück­wei­sen­de Ur­teil be­steht selbst bei ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken des Be­ru­fungs­ge­richts (vgl. BVerfG 4. Ok­to­ber 1983 - 2 BvL 8/83 - zu B 2 und 3 der Gründe, BVerfGE 65, 132).

Die Bin­dungs­wir­kung bei Zurück­ver­wei­sun­gen ist auf die ra­tio de­ci­den­di - die tra­gen­de Be­gründung - des Re­vi­si­ons­ur­teils be­schränkt. Das können nur Ausführun­gen sein, mit de­nen das Re­vi­si­ons­ge­richt die Rechts­auf­fas­sung der Vor­in­stanz ver­wirft. Bestäti­gen­de Ausführun­gen des Re­vi­si­ons­ge­richts in der auf­he­ben­den Ent­schei­dung sind da­ge­gen ob­iter dic­ta, al­so nicht tra­gen­de Ent­schei­dungs­gründe, da auf ih­nen die zur Zurück­ver­wei­sung führen­de Ent­schei­dung nicht be­ru­hen kann. Des­halb kann die Vor­in­stanz ih­re ursprüng­li­che Rechts­auf­fas­sung auf­ge­ben, so­weit sie vom Re­vi­si­ons­ge­richt ge­bil­ligt wur­de (vgl. Zöller/Heßler ZPO 31. Aufl. § 563 Rn. 3a).

2. Der Se­nat hat das den Rechts­streit an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wei­sen­de Ur­teil vom 17. April 2012 (- 3 AZR 401/10 -) da­mit be­gründet, die Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts sei un­zu­tref­fend, es ha­be sich bei der VO 1976 um ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge ge­han­delt, die durch die Ge­mein­sa­me

 

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Erklärung aus dem Jahr 1977 nicht zum Ge­gen­stand ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­wor­den sei, sie ha­be da­her durch ei­ne nach­fol­gen­de Be­triebs­ver­ein­ba­rung nicht zum Nach­teil der Ar­beit­neh­mer geändert wer­den können. Der Se­nat hat dem­ge­genüber un­ter Rn. 19 sei­ner Ent­schei­dung (BAG 17. April 2012 - 3 AZR 401/10 -) aus­geführt, die VO 1976 sei Ge­gen­stand der Ge­mein­sa­men Erklärung aus dem Jahr 1977. Die Ge­mein­sa­me Erklärung sei - vor­aus­ge­setzt auf Be­triebs­rats­sei­te sei sie von ei­nem im Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz vor­ge­se­he­nen Gre­mi­um ab­ge­schlos­sen wor­den - ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung. Sie könne da­her durch ei­ne nach­fol­gen­de Be­triebs­ver­ein­ba­rung un­ter Be­ach­tung der Grundsätze der Verhält­nismäßig­keit und des Ver­trau­ens­schut­zes ab­gelöst wer­den. Wei­ter hat der Se­nat un­ter Rn. 27 ff. aus­geführt, die Ansprüche des Klägers aus der VO 1976 be­ruh­ten un­ter die­ser Vor­aus­set­zung un­abhängig da­von, ob die VO 1976 den be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mern erst nach Ab­schluss der Ge­mein­sa­men Erklärung oder zu­vor be­kannt ge­ge­ben wur­de, was das Lan­des­ar­beits­ge­richt bis­lang nicht fest­ge­stellt ha­be, auf ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung. Falls die VO 1976 den Ar­beit­neh­mern erst nach dem Zu­stan­de­kom­men der Ge­mein­sa­men Erklärung be­kannt ge­macht wor­den sein soll­te, hat der Se­nat an­ge­nom­men, die VO 1976 sei von vorn­her­ein Be­stand­teil der Ge­mein­sa­men Erklärung und da­mit selbst Be­triebs­ver­ein­ba­rung. An­sch­ließend hat sich der Se­nat mit der Fra­ge be­fasst, wel­che Fol­gen es hat, soll­te die Ge­mein­sa­me Erklärung erst nach Be­kannt­ga­be der VO 1976 ge­schaf­fen wor­den sein. In die­sem Zu­sam­men­hang führt der Se­nat aus, dass ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge vorläge, auf der die Rech­te des Klägers ursprüng­lich be­ruht hätten, die­se je­doch in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung auf­ge­gan­gen wäre, die oh­ne Wei­te­res durch die späte­re Be­triebs­ver­ein­ba­rung ab­gelöst wer­den könne.

3. Der Se­nat hat da­mit für die Auf­he­bungs­ent­schei­dung tra­gend al­lein dar­auf ab­ge­stellt, dass die Be­gründung des Lan­des­ar­beits­ge­richts un­ter der von ihm zu­grun­de ge­leg­ten Vor­aus­set­zung, der „Ge­samt­be­triebs­rat“ sei ord­nungs-gemäß ge­bil­det, nicht zu­tref­fe. Die Zurück­ver­wei­sung hat da­her dem Lan­des­ar­beits­ge­richt in ers­ter Li­nie die Möglich­keit eröff­net, die­se Vor­aus­set­zung zu prüfen. Der Se­nat hat je­doch nicht tra­gend dar­auf ab­ge­stellt, dass die VO 1976 in

 

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je­dem Fall den Rechtscha­rak­ter ei­ner Ge­samt­zu­sa­ge hat­te. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt konn­te da­her - je­den­falls oh­ne Ver­s­toß ge­gen die Bin­dungs­wir­kung nach § 563 Abs. 2 ZPO - dar­auf er­ken­nen, dass die VO 1976 erst nach Schaf­fung der Ge­mein­sa­men Erklärung be­kannt ge­ge­ben wur­de und da­mit ggf. de­ren recht­li­ches Schick­sal teilt.

II. Das an­ge­foch­te­ne Ur­teil ist je­doch rechts­feh­ler­haft, so­weit das Lan­des­ar­beits­ge­richt - oh­ne nähe­re Be­gründung - an­ge­nom­men hat, die als Be­triebs­ver­ein­ba­rung un­wirk­sa­me Ge­mein­sa­me Erklärung, könne nicht in ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge um­ge­deu­tet wer­den, wes­halb es an ei­ner wirk­sa­men Rechts­grund­la­ge für das Kla­ge­be­geh­ren feh­le. Es ist nicht aus­ge­schlos­sen, ei­ne un­wirk­sa­me Be­triebs­ver­ein­ba­rung in ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge um­zu­deu­ten. Die VO 1976 iVm. der Ge­mein­sa­men Erklärung kann in ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge um­ge­deu­tet wer­den. Da­mit be­steht ei­ne An­spruchs­grund­la­ge un­abhängig da­von, ob die VO 1976, wie vom Lan­des­ar­beits­ge­richt an­ge­nom­men, - wo­ge­gen der Kläger je­doch Ver­fah­rensrügen er­ho­ben hat - erst mit der ge­mein­sa­men Erklärung oder - wie vom Kläger be­haup­tet - be­reits zu­vor ver­laut­bart wor­den war.

1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist zunächst zu Recht da­von aus­ge­gan­gen, dass die Ge­mein­sa­me Erklärung als Be­triebs­ver­ein­ba­rung un­wirk­sam ist, weil auf Be­triebs­rats­sei­te mit dem „Ge­samt­be­triebs­rat“ ein Gre­mi­um ge­han­delt hat, das vom Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz nicht vor­ge­se­hen ist (vgl. BAG 17. April 2012 - 3 AZR 401/10 - Rn. 39; 17. März 2010 - 7 AZR 706/08 - Rn. 21; 13. Fe­bru­ar 2007 - 1 AZR 184/06 - Rn. 16, BA­GE 121, 168).

2. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist es nicht aus­ge­schlos­sen, ei­ne un­wirk­sa­me Be­triebs­ver­ein­ba­rung ent­spre­chend § 140 BGB in ei­ne ver­trag­li­che Ein­heits­re­ge­lung (Ge­samt­zu­sa­ge oder gebündel­te Ver­trags­an­ge­bo­te) um­zu­deu­ten. Ei­ne sol­che Um­deu­tung kommt al­ler­dings nur in Be­tracht, wenn be­son­de­re Umstände die An­nah­me recht­fer­ti­gen, der Ar­beit­ge­ber ha­be sich un­abhängig von der Be­triebs­ver­ein­ba­rung auf je­den Fall ver­pflich­ten wol­len, sei­nen Ar­beit­neh­mern die in die­ser vor­ge­se­he­nen Leis­tun­gen zu gewähren. Da­bei ist ins­be­son­de­re zu berück­sich­ti­gen, dass sich der Ar­beit-

 

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ge­ber von ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung durch Kündi­gung je­der­zeit lösen kann, während ei­ne Ände­rung der Ar­beits­verträge, zu de­ren In­halt ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge wird, grundsätz­lich nur ein­ver­nehm­lich oder durch ge­richt­lich über­prüfba­re Ände­rungskündi­gung möglich ist. Ein hy­po­the­ti­scher Wil­le des Ar­beit­ge­bers, sich un­abhängig von der Wirk­sam­keit ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung auf Dau­er ein­zel­ver­trag­lich zu bin­den, kann da­her nur in Aus­nah­mefällen an­ge­nom­men wer­den (vgl. BAG 19. Ju­ni 2012 - 1 AZR 137/11 - Rn. 21; 17. März 2010 - 7 AZR 706/08 - Rn. 26; 30. Mai 2006 - 1 AZR 111/05 - Rn. 34, BA­GE 118, 211).

3. Ei­ne sol­che Aus­nah­me ist vor­lie­gend ge­ge­ben. Die als Be­triebs­ver­ein­ba­rung un­wirk­sa­me VO 1976 iVm. der Ge­mein­sa­men Erklärung stellt ei­ne wirk­sa­me Ge­samt­zu­sa­ge dar, auch wenn die VO 1976 erst mit der Ge­mein­sa­men Erklärung - wo­von das Lan­des­ar­beits­ge­richt aus­ge­gan­gen ist - ver­laut­bart wor­den sein soll­te.

a) Der Se­nat ist - ent­ge­gen der in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Se­nat geäußer­ten Rechts­auf­fas­sung der Be­klag­ten - nicht nach § 563 Abs. 2 ZPO ge­hin­dert, ei­ne sol­che Um­deu­tung zu prüfen. Zwar ist auch der Se­nat im nach­fol­gen­den Re­vi­si­ons­ver­fah­ren - von hier nicht vor­lie­gen­den Aus­nah­men ab­ge­se­hen - an die recht­li­che Be­ur­tei­lung in der zurück­ver­wei­sen­den Ent­schei­dung im vor­an­ge­gan­ge­nen Re­vi­si­ons­ver­fah­ren ge­bun­den (vgl. BAG 10. No­vem­ber 2015 - 3 AZR 390/14 - Rn. 13 mwN). Der Se­nat hat aber im vor­aus­ge­gan­ge­nen Re­vi­si­ons­ur­teil (BAG 17. April 2012 - 3 AZR 401/10 -) we­der ge­prüft, ob ei­ne Um­deu­tung der VO 1976 iVm. der Ge­mein­sa­men Erklärung in Be­tracht kommt, wenn sie als Be­triebs­ver­ein­ba­rung un­wirk­sam ist, noch die Auf­he­bung des da­mals an­ge­foch­te­nen Be­ru­fungs­ur­teils tra­gend da­mit be­gründet. Die­se Fra­ge war da­her nicht Ge­gen­stand sei­ner recht­li­chen Be­ur­tei­lung. Auf das von der Be­klag­ten in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Se­nat erörter­te Pro­blem, ob die­se Fra­ge Ge­gen­stand der Be­ur­tei­lung hätte sein müssen, kommt es nicht an.

 

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b) Es kann vor­lie­gend da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass sich der Ar­beit­ge­ber un­abhängig von der Be­triebs­ver­ein­ba­rung auf je­den Fall ver­pflich­ten woll­te, die in der VO 1976 zu­ge­sag­ten Leis­tun­gen zu er­brin­gen. Er hat­te be­reits vor Er­lass der VO 1976 in den 1960er-Jah­ren ei­ne Ver­sor­gungs­ord­nung er­las­sen und sei­nen Ar­beit­neh­mern auf de­ren Grund­la­ge Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu­ge­sagt. Im Hin­blick auf das durch das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz 1972 ge­schaf­fe­ne Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats ha­ben der Ar­beit­ge­ber und der „Ge­samt­be­triebs­rat“ über Jah­re ver­han­delt und sich dann auf die VO 1976 iVm. der Ge­mein­sa­men Erklärung verständigt. Es sind kei­ne An­halts­punk­te dafür er­kenn­bar, dass der Ar­beit­ge­ber künf­tig kei­ne Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung mehr zu­sa­gen woll­te.

c) Des Wei­te­ren ist zu be­ach­ten, dass sich die Möglich­kei­ten des Ar­beit­ge­bers, sich von ei­ner Ge­samt­zu­sa­ge über Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung ei­ner­seits und ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung über sol­che Leis­tun­gen an­de­rer­seits zu lösen, nicht we­sent­lich un­ter­schei­den. Der Ar­beit­ge­ber kann sich auch von sei­nen auf Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen be­ru­hen­den Ver­pflich­tun­gen auf Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung durch Kündi­gung der Be­triebs­ver­ein­ba­rung nur un­ter Be­ach­tung der Grundsätze der Verhält­nismäßig­keit und des Ver­trau­ens­schut­zes lösen. Die­se Grundsätze gel­ten auch bei Ge­samt­zu­sa­gen, mit de­nen der Ar­beit­ge­ber - wie re­gelmäßig - Leis­tun­gen nach den je­weils bei ihm gel­ten­den Ver­sor­gungs­re­ge­lun­gen zu­sagt.

aa) Zwar räumt § 77 Abs. 5 Be­trVG das Kündi­gungs­recht für Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen un­ein­ge­schränkt ein. Die Ausübung die­ses Rechts auch durch den Ar­beit­ge­ber be­darf kei­ner Recht­fer­ti­gung und un­ter­liegt kei­ner in­halt­li­chen Kon­trol­le (st. Rspr., vgl. et­wa BAG 10. März 1992 - 3 ABR 54/91 - zu II 2 c der Gründe, BA­GE 70, 41; 11. Mai 1999 - 3 AZR 21/98 - zu II 1 der Gründe, BA­GE 91, 310; 17. Au­gust 1999 - 3 ABR 55/98 - zu B I 4 a der Gründe, BA­GE 92, 203; 18. Sep­tem­ber 2001 - 3 AZR 728/00 - zu II 2 b aa der Gründe, BA­GE 99, 75). Al­ler­dings kann, so­weit es um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung geht, der Ar­beit­neh­mer grundsätz­lich er­war­ten, dass er für die von ihm er­brach­ten Vor­leis­tun­gen durch Be­triebs­zu­gehörig­keit, die er nur ein-

 

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mal er­brin­gen kann, auch die ihm in Aus­sicht ge­stell­te Ge­gen­leis­tung erhält, so­weit dem nicht Gründe auf Sei­ten des Ar­beit­ge­bers ent­ge­gen­ste­hen, die sei-ne schützens­wer­ten In­ter­es­sen über­wie­gen las­sen (vgl. BAG 11. Mai 1999 - 3 AZR 21/98 - zu III 2 a der Gründe, aaO). Vor die­sem Hin­ter­grund ist die sich aus § 77 Abs. 5 Be­trVG für die An­wart­schaf­ten er­ge­ben­de ein­schnei­den­de Wir­kung der Kündi­gung ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung über be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung mit­hil­fe der aus dem Rechts­staats­prin­zip (Art. 20 Abs. 3 GG) fol­gen­den Grundsätze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Verhält­nismäßig­keit zu be­gren­zen (vgl. BAG 11. Mai 1999 - 3 AZR 21/98 - zu III 2 der Gründe, aaO). Des­halb ge­hen die Möglich­kei­ten ei­nes Ar­beit­ge­bers, durch Kündi­gung ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung über be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung auf die Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten der begüns­tig­ten Ar­beit­neh­mer ein­zu­wir­ken, nicht wei­ter als die Möglich­kei­ten der Be­triebs­part­ner im Rah­men von Auf­he­bungs- oder Ände­rungs­ver­ein­ba­run­gen (vgl. BAG 11. Mai 1999 - 3 AZR 21/98 - zu III 2 a der Gründe, aaO). Die auf­grund ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung er­dien­ten Be­sitzstände der bis­her Begüns­tig­ten wer­den ge­genüber ei­ner Kündi­gung eben­so geschützt wie ge­genüber ei­ner ablösen­den Be­triebs­ver­ein­ba­rung (BAG 15. Fe­bru­ar 2011 - 3 AZR 35/09 - Rn. 64; 11. Mai 1999 - 3 AZR 21/98 - zu III 2 a der Gründe, aaO). Bei ei­ner ablösen­den Be­triebs­ver­ein­ba­rung sind Ein­grif­fe in An­wart­schaf­ten nur un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen zulässig. Den ab­ge­stuf­ten Be­sitzständen der Ar­beit­neh­mer müssen ent­spre­chend ab­ge­stuf­te, un­ter­schied­lich ge­wich­te­te Ein­griffs­gründe des Ar­beit­ge­bers ge­genüber­ge­stellt wer­den (BAG 15. Fe­bru­ar 2011 - 3 AZR 35/09 - Rn. 65).

bb) Nichts an­de­res gilt re­gelmäßig für auf Ge­samt­zu­sa­gen be­ru­hen­de Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung. Auch die­se können vom Ar­beit­ge­ber grundsätz­lich un­ter Berück­sich­ti­gung der Grundsätze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Verhält­nismäßig­keit geändert wer­den.

(1) Der Ar­beit­ge­ber, der Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung im We­ge ei­ner Ge­samt­zu­sa­ge ver­spricht, will die­se nach ein­heit­li­chen Re­geln, dh. als Sys­tem, er­brin­gen. Da die Gel­tung der Re­ge­lun­gen auf ei­nen länge­ren, un­be­stimm­ten Zeit­raum an­ge­legt ist, sind die­se von vorn­her­ein auch für die Be-

 

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güns­tig­ten er­kenn­bar ei­nem mögli­chen künf­ti­gen Ände­rungs­be­darf aus­ge­setzt. Ein sol­ches Sys­tem darf so­mit nicht er­star­ren. Der Ar­beit­ge­ber sagt da­her mit ei­ner Ge­samt­zu­sa­ge im Re­gel­fall nur ei­ne Ver­sor­gung nach den je­weils bei ihm gel­ten­den Ver­sor­gungs­re­geln zu. Nur so wird ei­ne ein­heit­li­che An­wen­dung der Ver­sor­gungs­ord­nung auf al­le Ar­beit­neh­mer und Ver­sor­gungs­empfänger des Ar­beit­ge­bers, für die die Ver­sor­gungs­ord­nung gel­ten soll, si­cher­ge­stellt (BAG 10. März 2015 - 3 AZR 56/14 - Rn. 32). Ihm steht da­her auch oh­ne Ände­rungskündi­gung ei­ne Neu­re­ge­lung of­fen.

(2) Ei­ne ge­ge­be­ne Ände­rungsmöglich­keit be­rech­tigt aber den Ar­beit­ge­ber eben­so we­nig wie die Be­triebs­par­tei­en zu be­lie­bi­gen Ein­grif­fen in die Be­sitz-stände der Ar­beit­neh­mer. So­wohl das Ge­brauch­ma­chen von ei­nem Ände­rungs­vor­be­halt als auch späte­re Be­triebs- oder Dienst­ver­ein­ba­run­gen, die Ansprüche aus ei­ner frühe­ren Be­triebs- oder Dienst­ver­ein­ba­rung ein­schränken, un­ter­lie­gen ei­ner Rechts­kon­trol­le. Die Grundsätze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Verhält­nismäßig­keit dürfen nicht ver­letzt wer­den (vgl. BAG 18. Sep­tem­ber 2012 - 3 AZR 415/10 - Rn. 34, BA­GE 143, 90). Da da­von aus­zu­ge­hen ist, dass sich der Ar­beit­ge­ber mit ei­ner Ge­samt­zu­sa­ge, die Ände­rungsmöglich­kei­ten eröff­net, nur die Ände­run­gen vor­be­hal­ten will, die den von der Recht­spre­chung ent­wi­ckel­ten Grundsätzen ent­spre­chen, ist - so­fern kei­ne An­halts­punk­te für ei­ne ge­gen­tei­li­ge Aus­le­gung be­ste­hen - an­zu­neh­men, dass sich der Ar­beit­ge­ber le­dig­lich die in die­sem Rah­men zulässi­gen Ände­run­gen vor­behält; denn nur dann ent­spricht der Ände­rungs­vor­be­halt auch den Vor­ga­ben von § 308 Nr. 4 BGB (vgl. BAG 18. Sep­tem­ber 2012 - 3 AZR 415/10 - aaO).

4. Auf die vom Kläger er­ho­be­nen Ver­fah­rensrügen, mit de­nen er sich ge­gen die Fest­stel­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts wen­det, die VO 1976 sei erst nach dem Zu­stan­de­kom­men der Ge­mein­sa­men Erklärung ver­laut­bart wor­den, kommt es nicht an. Auch wenn die VO 1976 be­reits vor der Ge­mein­sa­men Erklärung ver­laut­bart wor­den sein soll­te, ändert sich im Er­geb­nis nichts. Dann bil­de­te sie als Ge­samt­zu­sa­ge die Grund­la­ge für die denk­ba­ren Ansprüche des Klägers auf Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung. Durch die späte­re Ge­mein­sa­me Erklärung würde sich - we­gen der Un­wirk­sam­keit der Ge­mein­sa-

 

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men Erklärung als Be­triebs­ver­ein­ba­rung - nichts am Rechtscha­rak­ter der VO 1976 geändert ha­ben.

III. Das an­ge­foch­te­ne Ur­teil stellt sich nicht aus an­de­ren Gründen als rich­tig dar (§ 561 ZPO). Zwar hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt im Aus­gangs­punkt zu Recht an­ge­nom­men, der Ar­beit­ge­ber sei be­rech­tigt ge­we­sen, die VO 1976 un­ter Be­tei­li­gung des „Ge­samt­be­triebs­rats“ und da­mit in der­sel­ben Wei­se zu ändern, wie die­se ursprüng­lich er­las­sen wur­de. Al­ler­dings sind sol­che Ände­run­gen nur un­ter Be­ach­tung der Grundsätze der Verhält­nismäßig­keit und des Ver­trau­ens­schut­zes zulässig. Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt rechts­feh­ler­haft ver­kannt.

1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat im Er­geb­nis zu Recht an­ge­nom­men, dass es der Be­klag­ten grundsätz­lich möglich war, in die Ver­sor­gungs­re­ge­lun­gen nach der VO 1976 durch die Ver­ein­ba­rung 1993 ein­zu­grei­fen und da­durch die Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten ih­rer Ar­beit­neh­mer zu schmälern.

Die Ansprüche auf be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung des Klägers be­ruh­ten ursprüng­lich auf der VO 1976, die - wie oben aus­geführt - un­abhängig vom Zeit­punkt ih­rer Ver­laut­ba­rung ei­ne wirk­sa­me Ge­samt­zu­sa­ge dar­stellt. Die­se Ge­samt­zu­sa­ge ver­weist nach den dar­ge­stell­ten Grundsätzen dy­na­misch auf die beim Ar­beit­ge­ber je­weils gel­ten­den Ver­sor­gungs­be­stim­mun­gen. Der Ar­beit­ge­ber war da­her be­rech­tigt, die Zu­sa­ge im Rah­men des recht­lich Zulässi­gen auch ein­sei­tig zu ändern. Dass er sich da­bei mit ei­nem Gre­mi­um ab­ge­spro­chen hat, das be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich nicht exis­tiert, ist unschädlich, zu­mal die­ses auch bei der Schaf­fung der Re­ge­lung mit­ge­wirkt hat­te.

2. Al­ler­dings müssen da­bei die Grundsätze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Verhält­nismäßig­keit ge­wahrt wer­den. Die­se hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt rechts­feh­ler­haft nicht an­ge­wandt.

a) Die Grundsätze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Verhält­nismäßig­keit hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt für Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten durch ein drei­stu­fi­ges Prüfungs­sche­ma präzi­siert (st. Rspr. seit BAG 17. April 1985 - 3 AZR

 

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72/83 - zu B II 3 c der Gründe, BA­GE 49, 57). Den ab­ge­stuf­ten Be­sitzständen der Ar­beit­neh­mer sind ent­spre­chend ab­ge­stuf­te, un­ter­schied­lich ge­wich­te­te Ein­griffs­gründe des Ar­beit­ge­bers ge­genüber­zu­stel­len (vgl. et­wa BAG 15. Ja­nu­ar 2013 - 3 AZR 169/10 - Rn. 51 mwN, BA­GE 144, 160). Der un­ter der Gel­tung der bis­he­ri­gen Ord­nung und in dem Ver­trau­en auf de­ren In­halt be­reits er­dien­te und ent­spre­chend § 2 Abs. 1, Abs. 5 Satz 1 Be­trAVG er­mit­tel­te Teil­be­trag kann hier­nach nur in sel­te­nen Aus­nah­mefällen ent­zo­gen wer­den. Das setzt zwin­gen­de Gründe vor­aus. Zuwächse, die sich - wie et­wa bei end­ge­halts­be­zo­ge­nen Zu­sa­gen - dienst­zeit­un­abhängig aus va­ria­blen Be­rech­nungs­fak­to­ren er­ge­ben (er­dien­te Dy­na­mik), können nur aus trif­ti­gen Gründen ge­schmälert wer­den. Für Ein­grif­fe in dienst­zeit­abhängi­ge, noch nicht er­dien­te Zu­wachs­ra­ten genügen sach­lich-pro­por­tio­na­le Gründe (vgl. et­wa BAG 9. De­zem­ber 2014 - 3 AZR 323/13 - Rn. 21 mwN, BA­GE 150, 147).

b) Ob die Ände­run­gen durch die Ver­ein­ba­rung 1993 wirk­sam sind und sich die Ansprüche des Klägers auf Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung nach der VO 1976 in der Fas­sung der Ver­ein­ba­rung 1993 rich­ten, steht noch nicht fest. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat das hierfür vom Se­nat ent­wi­ckel­te drei­stu­fi­ge Prüfungs­sche­ma nicht an­ge­wen­det.

aa) Auf der Grund­la­ge der Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts kann nicht be­ur­teilt wer­den, ob die Neu­re­ge­lun­gen in den er­dien­ten und ent­spre­chend § 2 Abs. 1, Abs. 5 Satz 1 Be­trAVG er­mit­tel­ten Teil­be­trag ein­grei­fen oder ob ein Ein­griff in die er­dien­te Dy­na­mik vor­liegt. Die An­nah­me des Lan­des­ar­beits­ge­richts, die Ver­ein­ba­rung 1993 ha­be nicht in er­dien­te An­wart­schaf­ten ein­ge­grif­fen, kann an­hand der bis­he­ri­gen Fest­stel­lun­gen nicht nach­voll­zo­gen wer­den. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat rechts­feh­ler­haft die tatsächli­chen Grund­la­gen für ei­ne der­ar­ti­ge An­nah­me nicht ge­prüft. Zu­min­dest ein Ein­griff in die er­dien­te Dy­na­mik ist nicht gänz­lich fern­lie­gend.

(1) Bei der er­dien­ten Dy­na­mik folgt der Wert­zu­wachs der An­wart­schaft al­lein der künf­ti­gen Ent­wick­lung va­ria­bler Be­rech­nungs­fak­to­ren. Der Zweck ei­ner sol­chen dienst­zeit­un­abhängi­gen Stei­ge­rung (Dy­na­mik) be­steht nicht dar­in, fort-

 

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dau­ern­de Be­triebs­zu­gehörig­keit des Ver­sor­gungs­anwärters pro­por­tio­nal zu vergüten und zum Maßstab der Ren­ten­be­rech­nung zu ma­chen. Viel­mehr geht es dar­um, ei­nen sich wan­deln­den Ver­sor­gungs­be­darf fle­xi­bel zu er­fas­sen. Ei­ne sol­che Dy­na­mik ist im Zeit­punkt der Verände­rung ei­ner Ver­sor­gungs­zu­sa­ge be­reits im Um­fang der bis da­hin ge­leis­te­ten Be­triebs­zu­gehörig­keit an­tei­lig er­dient, denn in­so­weit hat der Ar­beit­neh­mer die von ihm ge­for­der­te Ge­gen­leis­tung be­reits er­bracht (BAG 12. Fe­bru­ar 2013 - 3 AZR 636/10 - Rn. 64 mwN). Die er­dien­te Dy­na­mik baut da­bei auf dem er­dien­ten Teil­be­trag auf. Der er­dien­te Teil­be­trag er­rech­net sich zeitra­tier­lich ent­spre­chend § 2 Abs. 1 Be­trAVG, wo­bei be­zo­gen auf den Ablöse­zeit­punkt auch der Fest­schrei­be­ef­fekt und die Verände­rungs­sper­re ent­spre­chend § 2 Abs. 5 Satz 1 Be­trAVG zu berück­sich­ti­gen sind. Auch die vom Ar­beit­neh­mer er­dien­te Dy­na­mik be­rech­net sich ent­spre­chend § 2 Abs. 1 Be­trAVG un­ter Berück­sich­ti­gung der Verände­rungs­sper­re nach § 2 Abs. 5 Be­trAVG zeit­an­tei­lig; al­ler­dings greift im Hin­blick auf den va­ria­blen Be­rech­nungs­fak­tor der Fest­schrei­be­ef­fekt nach § 2 Abs. 5 Be­trAVG nicht ein (vgl. BAG 10. März 2015 - 3 AZR 56/14 - Rn. 42; 30. Sep­tem­ber 2014 - 3 AZR 998/12 - Rn. 32).

(2) Da­nach ist ein Ein­griff in die er­dien­te Dy­na­mik nicht gänz­lich fern­lie­gend.

(a) Nach Art. 6 VO 1976 ist die Höhe der Be­triebs­ren­te so­wohl von den an­re­chen­ba­ren Dienst­jah­ren gem. Art. 3 VO 1976 als auch von der an­re­chen­ba­ren Be­sol­dung nach Art. 4 VO 1976 abhängig. Nach Art. 4 Satz 1 VO 1976 gilt als an­re­chen­ba­re Be­sol­dung das im Ge­halts­ta­rif­ver­trag für das pri­va­te Ver­si­che­rungs­ge­wer­be fest­ge­leg­te Mo­nats­ge­halt in der End­stu­fe der­je­ni­gen Ge­halts­grup­pe bzw. Ge­halts­zwi­schen­grup­pe, die gemäß Dienst­ver­trag des Mit­ar­bei­ters für sei­ne Be­sol­dung im Mo­nat Ja­nu­ar des Jah­res maßge­bend ist, in dem der Ver­sor­gungs­fall ein­tritt bzw. ein­ge­tre­ten ist. Die­se Be­stim­mung ist durch Nr. 1 Ver­ein­ba­rung 1993 da­hin neu ge­fasst wor­den, dass Grund­la­ge für die Be­rech­nung von Ver­sor­gungs­leis­tun­gen nach Art. 5 VO 1976 die im Ja­nu­ar 1993 bei Voll­zeit­beschäfti­gung maßgeb­li­che an­re­chen­ba­re Be­sol­dung ist und dass die­se bei Ta­rif­stei­ge­run­gen je­weils zum 1. Ja­nu­ar des Fol­ge­jah­res, dh.

 

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erst­mals ab dem 1. Ja­nu­ar 1994, um die Hälf­te des Stei­ge­rungs­pro­zent­sat­zes an­ge­passt wird. Zu­dem gilt bei Höher­grup­pie­rung in­ner­halb des Ta­rif­be­rei­ches die an­ge­pass­te an­re­chen­ba­re Be­sol­dung für die er­reich­te Ta­rif­grup­pe bzw. Zwi­schen­grup­pe.

(b) Das deu­tet dar­auf hin, dass sich künf­ti­ge Ent­gelt­stei­ge­run­gen nicht mehr so güns­tig auf die Be­wer­tung von Beschäfti­gungs­zei­ten vor dem Ablöse­zeit­punkt aus­wir­ken wie dies nach der VO 1976 der Fall ist. Nr. 1 Ver­ein­ba­rung 1993 verändert die ge­halts­abhängi­ge Dy­na­mik in­so­weit, als zum Ablöse­zeit­punkt in den Be­rech­nungs­fak­tor „an­re­chen­ba­re Be­sol­dung“ ver­schlech­ternd ein­ge­grif­fen wird. Art. 6 iVm. Art. 4 VO 1976 sieht mit dem Be­rech­nungs­fak­tor „an­re­chen­ba­re Be­sol­dung“ ei­ne dienst­zeit­un­abhängi­ge Stei­ge­rungsmöglich­keit (Dy­na­mik) vor. Der Wert­zu­wachs der An­wart­schaft rich­tet sich - oh­ne Bin­dung an die Dienst­zeit - mit der An­knüpfung an die an­re­chen­ba­re Be­sol­dung nach der künf­ti­gen Ent­wick­lung ei­nes va­ria­blen Be­mes­sungs­fak­tors.

bb) Die Ver­ein­ba­rung 1993 greift je­den­falls in die künf­ti­gen dienst­zeit­abhängi­gen Zuwächse ein, denn ab dem 1. Ju­li 1993 wird die an­re­chen­ba­re Be­sol­dung bei Ta­rif­stei­ge­run­gen je­weils zum 1. Ja­nu­ar des Fol­ge­jah­res nur noch um die Hälf­te des Stei­ge­rungs­pro­zent­sat­zes an­ge­passt. Die­se Wir­kungs­wei­se von Nr. 1 Ver­ein­ba­rung 1993 führt da­zu, dass die im Ver­sor­gungs­fall „Al­ter“ er­reich­ba­re Be­triebs­ren­te nach der Neu­re­ge­lung ge­rin­ger ausfällt als nach der VO 1976. Ob die dafür er­for­der­li­chen sach­lich-pro­por­tio­na­len Gründe vor­ge­le­gen ha­ben, hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt eben­falls nicht ge­prüft.

IV. Bei der neu­er­li­chen Ver­hand­lung und Ent­schei­dung wird das Lan­des­ar­beits­ge­richt nun­mehr zu prüfen ha­ben, auf wel­cher Stu­fe der Ein­griff er­folgt ist und ob die dafür er­for­der­li­chen Gründe vor­ge­le­gen ha­ben. Soll­te le­dig­lich ein Ein­griff in künf­ti­ge dienst­zeit­abhängi­ge Zuwächse vor­lie­gen und die Be­klag­te sich auf wirt­schaft­li­che Gründe be­ru­fen, wird das Lan­des­ar­beits­ge­richt die vom Se­nat mit Ur­tei­len vom 9. De­zem­ber 2014 (- 3 AZR 323/13 - Rn. 36 ff., BA­GE 150, 147; ua.) so­wie mit Ur­tei­len vom 16. Ju­ni 2015 (- 3 AZR 390/13 - Rn. 36 ff.; ua.) präzi­sier­ten Vor­aus­set­zun­gen für das Vor­lie­gen sach­lich-

 

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pro­por­tio­na­ler Gründe zu be­ach­ten ha­ben. Soll­te sich die Be­klag­te auf ei­ne Fehl­ent­wick­lung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung be­ru­fen, wird das Lan­des­ar­beits­ge­richt die vom Se­nat hier­zu ent­wi­ckel­ten Grundsätze (BAG 10. No­vem­ber 2015 - 3 AZR 390/14 - Rn. 39) be­ach­ten müssen. Da­bei wird es ggf. zu berück­sich­ti­gen ha­ben, dass die VO 1976 aus­weis­lich des Schrei­bens der Z Ver­si­che­run­gen Deutsch­land für Neu­ein­trit­te ab dem 1. Ja­nu­ar 1991 ge­schlos­sen wur­de und es sich bei der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge nach der VO 1976 we­gen der Re­ge­lung in Art. 6 VO 1976 um ei­ne Ge­samt­ver­sor­gung han­delt.

Zwan­zi­ger 

Spin­ner 

Ah­rendt

Wi­sch­nath 

Brun­ke

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