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Pro­vi­si­on

In­for­ma­tio­nen zum The­ma Pro­vi­si­on: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, was man un­ter ei­ner Pro­vi­si­on ver­steht und wel­che Ar­ten von Pro­vi­sio­nen es gibt, wer An­spruch auf Zah­lung ei­ner Pro­vi­si­on hat und wel­che ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen beim The­ma Pro­vi­si­on zu be­ach­ten sind.

Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, ob ein Pro­vi­si­ons­an­spruch auch nach Ver­trags­be­en­di­gung ent­ste­hen kann, wel­che Fol­gen die un­ter­blie­be­ne Durch­füh­rung des pro­vi­si­ons­pflich­ti­gen Ge­schäfts hat und wie sich der Pro­vi­si­ons­an­spruch bei Krank­heit oder Ur­laub be­rech­net.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Was versteht man unter eine Provision?

Ei­ne Pro­vi­si­on ist ei­ne Vergütung für die Ver­mitt­lung oder den Ab­schluss von Verträgen. Ei­ne Pro­vi­si­on ist da­mit ei­ne er­folgs­abhängi­ge Form der Vergütung: Wer vie­le Verträge ver­mit­telt oder zum Ab­schluss bringt, d.h. „gu­te Zah­len schreibt“, ver­dient ent­spre­chend gut. Wer we­ni­ger er­folg­reich ist, ver­dient dem­ent­spre­chend we­ni­ger gut.

Wel­che Mühen und wie­viel Zeit der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te für den Er­folg auf­ge­wandt hat, ist bei der Pro­vi­si­on da­ge­gen un­er­heb­lich. Es zählt al­lein der Er­folg.

Welche Arten von Provisionen gibt es?

Ei­ne Ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on ist für den Nach­weis der Ge­le­gen­heit zum Ver­trags­ab­schluss zu zah­len, die An­zei­ge der Möglich­keit ei­nes Geschäfts wird vergütet. An­statt von Ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on spricht man da­her auch von Nach­weis­pro­vi­si­on. Der al­lei­ni­ge Nach­weis der Ab­schlußmöglich­keit genügt da­bei für den Pro­vi­si­ons­an­spruch al­ler­dings nicht. Viel­mehr muss der Ver­trag auch tatsächlich von dem Ar­beit­ge­ber bzw. Un­ter­neh­mer ab­ge­schlos­sen wer­den.

Ei­ne Ab­schluss­pro­vi­si­on ist im we­sent­li­chen das­sel­be wie ei­ne Nach­weis­pro­vi­si­on, nur dass der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te hier den pro­vi­si­ons­pflich­ti­gen Ver­trag selbst ab­sch­ließt.

Als Be­zirks­pro­vi­si­on be­zeich­net man ei­ne Pro­vi­si­on, die man erhält, wenn man ei­nen be­stimm­ten Be­zirk oder ei­nen be­stimm­ten Kun­den­kreis zu be­treu­en hat. Hier be­stimmt das Ge­setz, d.h. § 87 Abs. 2 Han­dels­ge­setz­buch (HGB), dass ein Pro­vi­si­ons­an­spruch auch für die Geschäfte be­steht, die oh­ne die Mit­wir­kung des Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­ten mit Per­so­nen sei­nes Be­zirks oder sei­nes Kun­den­krei­ses während des Ver­trags­verhält­nis­ses ab­ge­schlos­sen sind. Statt von Be­zirks­pro­vi­si­on spricht man oft auch von Be­stands­pro­vi­si­on. Der Bei­trag, den der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te zum Zu­stan­de­kom­men sol­cher Geschäfte leis­tet, ist eher ge­ring, d.h. er erschöpft sich in der Be­treu­ung ei­nes vor­han­de­nen Be­zirks oder Kun­den­be­stands.

Ähn­lich wie bei ei­ner Be­zirks­pro­vi­si­on braucht der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te auch kei­ne Geschäfts­ver­mitt­lung im Ein­zel­fall zu leis­ten, um in den Ge­nuss ei­ner Pro­vi­si­on für die Wer­bung von Neu­kun­den zu ge­lan­gen. Die­se in § 87 Abs. 1 Satz 1, 2. Al­ter­na­ti­ve HGB ge­re­gel­te Son­der­form der Pro­vi­si­on ist zu zah­len, wenn der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te ei­nen neu­en Kun­den ge­wor­ben hat und die­ser mit dem Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber ein Geschäft von der Art, für die der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te zuständig ist, ab­sch­ließt.

BEISPIEL: Ge­gen­stand des durch Pro­vi­sio­nen vergüte­ten Ver­triebs sind Lea­sing­verträge über Ko­pie­rer. Der Ver­triebs­mit­ar­bei­ter hat im Rah­men ei­ner von ihm or­ga­ni­sier­ten In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zehn In­ter­es­sen­ten für die Ko­pie­rer be­geis­tern können. Die­se zehn In­ter­es­sen­ten wen­den sich di­rekt an den Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber und schließen ei­nen Ko­pierer­lea­sing­ver­trag ab, oh­ne dass der Ver­triebs­mit­ar­bei­ter bei die­sen Verträgen kon­kret mit­ge­wirkt hat. Hier be­steht ein Pro­vi­si­ons­an­spruch für die Wer­bung von Neu­kun­den gemäß § 87 Abs. 1 Satz 1, 2. Al­ter­na­ti­ve HGB.

An­ders als ei­ne Pro­vi­si­on, die auf der Grund­la­ge der in­di­vi­du­el­len Leis­tun­gen des Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­ten ge­zahlt wird, ver­steht man un­ter ei­ner Um­satz­pro­vi­si­on in der Re­gel ei­ne Be­tei­li­gung an dem Wert sämt­li­cher Geschäfte ei­nes Un­ter­neh­mens oder ei­ner Ab­tei­lung. Die Höhe der Um­satz­pro­vi­si­on hängt da­her nicht al­lein von den Er­fol­gen des Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­ten, son­dern von dem Er­folg des ge­sam­ten Teams ab. Sie ist da­her nicht als ei­ne Pro­vi­si­on im Rechts­sin­ne, son­dern als Form der Ge­winn­be­tei­li­gung ein­zu­ord­nen.

Ne­ben dem An­spruch auf Pro­vi­si­on für ab­ge­schlos­se­ne Geschäfte hat der Han­dels­ver­tre­ter gemäß § 87 Abs. 4 HGB auch An­spruch auf ei­ne In­kas­so­pro­vi­si­on für die von ihm auf­trags­gemäß ein­ge­zo­ge­nen Beträge.

Wer hat Anspruch auf Zahlung einer Provision?

In ers­ter Li­nie wer­den freie Han­dels­ver­tre­ter in Form von Pro­vi­sio­nen vergütet. Han­dels­ver­tre­ter ist gemäß § 84 Abs. 1 HGB, ist, wer als selbständi­ger Ge­wer­be­trei­ben­der ständig da­mit be­traut ist, für ei­nen an­de­ren Un­ter­neh­mer - er wird vom Ge­setz ein­fach „Un­ter­neh­mer“ ge­nannt - Geschäfte zu ver­mit­teln oder in des­sen Na­men ab­zu­sch­ließen. Selbständig ist, wer im we­sent­li­chen frei sei­ne Tätig­keit ge­stal­ten und sei­ne Ar­beits­zeit be­stim­men kann.

An­ders als ein Han­dels­ver­tre­ter kann ein Ar­beit­neh­mer sei­ne Tätig­keit nicht frei ge­stal­ten und ins­be­son­de­re auch sei­ne Ar­beits­zei­ten nicht selbst fest­le­gen. Er ist viel­mehr von Wei­sun­gen sei­nes Ar­beit­ge­bers abhängig und in des­sen geschäft­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on ein­ge­glie­dert.

Auch Ar­beit­neh­mer können er­folgs­abhängig in Form von Pro­vi­sio­nen be­zahlt wer­den. Vor al­lem bei Ver­kaufs­an­ge­stell­ten ist das sinn­voll und auch in der Pra­xis die Re­gel, d.h. Ver­triebs­mit­ar­bei­ter ("sa­les ma­na­ger") ha­ben ne­ben ih­rem Fest­ge­halt, dem „Fi­xum“, meist auch ei­nen An­spruch auf Pro­vi­si­on als va­ria­ble Vergütungs­kom­po­nen­te.

Welche gesetzlichen Regelungen gelten für den Provisionsanspruch?

Die wich­tigs­ten ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten über Pro­vi­sio­nen sind im HGB ent­hal­ten, nämlich in den §§ 87 bis 87c. Die­se Vor­schrif­ten gel­ten in ers­ter Li­nie für freie Han­dels­ver­tre­ter.

Gemäß § 65 HGB gel­ten die­se Vor­schrif­ten im we­sent­li­chen auch für kaufmänni­sche An­ge­stell­te, die „Hand­lungs­ge­hil­fen“. Wenn ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bart ist, dass ein kaufmänni­scher An­ge­stell­ter für Geschäfte, die von ihm ge­schlos­sen oder ver­mit­telt wer­den, ei­ne Pro­vi­si­on er­hal­ten soll, so sind gemäß § 65 HGB die für die Han­dels­ver­tre­ter gel­ten­den Vor­schrif­ten des § 87 Abs. 1 und 3 so­wie § 87a, § 87b und § 87c an­zu­wen­den.

Die o.g. ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten re­geln, wann ei­ne Pro­vi­si­on fällig wird, was bei der Be­rech­nung ih­rer Höhe zu be­ach­ten ist und was der Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber bei der Ab­rech­nung der Pro­vi­si­on zu be­ach­ten hat.

Unter welchen Umständen entsteht ein Provisionsanspruch?

Ein Pro­vi­si­ons­an­spruch ent­steht un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen:

  • Es be­steht ein auf den Ver­trieb aus­ge­rich­te­tes Ver­trags­verhält­nis, an dem auf der ei­nen Sei­te der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te - als frei­er Han­dels­ver­tre­ter oder als Ar­beit­neh­mer - und auf der an­de­ren Sei­te der Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber be­tei­ligt sind.
  • Es kommt zu ei­nem wirk­sa­men Geschäfts­ab­schluss zwi­schen Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber und ei­nem Kun­den.
  • Der Geschäfts­ab­schluss ist ent­we­der auf die Tätig­keit des Han­dels­ver­tre­ters oder Ver­kaufs­mit­ar­bei­ters zurück­zuführen, d.h. oh­ne die­se Tätig­keit wäre das Geschäft nicht zu­stan­de ge­kom­men, oder es kommt in dem Be­zirk, der dem Han­dels­ver­tre­ters oder Ver­kaufs­mit­ar­bei­ter zu­ge­wie­sen ist, zu­stan­de.

Kann ein Provisionsanspruch auch nach Vertragsbeendigung entstehen?

Ja, man spricht hier von Über­hang­pro­vi­si­on.

Der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te kann ei­ne Über­hang­pro­vi­si­on gemäß § 87 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB auch für ein Geschäft ver­lan­gen, das erst nach Be­en­di­gung des Han­dels­ver­tre­ter- bzw. Ar­beits­verhält­nis­ses ab­ge­schlos­sen wur­de,

  • wenn der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te das Geschäft ver­mit­telt oder es ein­ge­lei­tet und so vor­be­rei­tet hat, dass der Ab­schluß über­wie­gend auf sei­ne Tätig­keit zurück­zuführen ist, und
  • wenn das Geschäft in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist nach Be­en­di­gung des Ver­trags­verhält­nis­ses ab­ge­schlos­sen wor­den ist.

Da­ne­ben ist ei­ne Über­hang­pro­vi­si­on gemäß § 87 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 HGB zu zah­len, wenn dem Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­ten oder dem Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber vor Be­en­di­gung des Ver­trags­verhält­nis­ses das An­ge­bot des Kun­den zum Ab­schluss ei­nes pro­vi­si­ons­pflich­ti­gen Geschäfts zu­ge­gan­gen ist.

Die Über­hang­pro­vi­si­on der aus­ge­schie­de­nen Ver­triebs­kraft ist ge­genüber den Pro­vi­si­ons­ansprüchen des Nach­fol­gers vor­ran­gig. Dies er­gibt sich aus § 87 Abs. 1 Satz 2 HGB, der be­stimmt, dass ein An­spruch auf Pro­vi­si­on für den „am­tie­ren­den“ Han­dels­ver­tre­ter nicht be­steht, wenn und so­weit die Pro­vi­si­on nach § 87 Abs. 3 HGB dem aus­ge­schie­de­nen Han­dels­ver­tre­ter zu­steht.

Darüber hin­aus sieht das Ge­setz auch die Möglich­keit ei­ner Auf­tei­lung der Pro­vi­si­on zwi­schen dem aus­ge­schie­de­nen Han­dels­ver­tre­ter und sei­nem Nach­fol­ger vor (§ 87 Abs. 3 Satz 2 HGB), wenn ei­ne Auf­tei­lung we­gen der be­son­de­ren Umstände des je­wei­li­gen Fal­les ge­recht ist. In die­sem Fall wird die Über­hang­pro­vi­si­on zu­guns­ten des Nach­fol­gers, der auch ei­nen Teil vom Ku­chen erhält, gekürzt.

Was passiert, wenn der Unternehmer bzw. Arbeitgeber die Geschäftsmöglichkeit nicht wahrnimmt?

Der Han­dels­ver­tre­ter hat kei­nen An­spruch dar­auf, dass der Un­ter­neh­mer, für den er Geschäfte ver­mit­telt, die ihm nach­ge­wie­se­nen Ge­le­gen­hei­ten zum Ver­trags­schluss auch wahr­nimmt, d.h. die ihm nach­ge­wie­se­nen Verträge mit Kun­den ab­sch­ließt. Die­ser Grund­satz gilt auch im Verhält­nis zwi­schen Ar­beit­ge­ber und pro­vi­si­ons­be­rech­tig­tem Ver­triebs­mit­ar­bei­ter. Der Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber ist - Pro­vi­si­ons­ver­ein­ba­rung hin oder her - frei in sei­ner Ent­schei­dung darüber, mit wel­chen Kun­den er wel­che Verträge ab­sch­ließen möch­te.

Ob es von die­sem Grund­satz Aus­nah­men ge­ben könn­te, in de­nen die „grund­lo­se“ Ab­leh­nung ei­nes der Ver­triebs­kraft nach­ge­wie­se­nen Geschäfts ei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch nach sich zieht, ist in der Recht­spre­chung bis­lang nicht ab­sch­ließend geklärt.

Was passiert, wenn der Vertrag nicht durchgeführt wird?

Der Pro­vi­si­ons­an­spruch setzt nach dem Ge­setz im all­ge­mei­nen vor­aus, dass der pro­vi­si­ons­pflich­ti­ge, von der Ver­triebs­kraft ver­mit­tel­te Ver­trag bei­der­seits durch­geführt wird. Das ist nicht der Fall, wenn der Kun­de sei­ne Leis­tung nicht er­bringt. So­bald dies fest­steht, entfällt der Pro­vi­si­ons­an­spruch und be­reits emp­fan­ge­ne Zah­lun­gen bzw. Vorschüsse sind zurück­zu­er­stat­ten (§ 87a Abs. 2 HGB).

Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter ha­ben An­spruch auf ei­ne Pro­vi­si­on, so­bald der Ver­si­che­rungs­neh­mer die Prämie ge­zahlt hat, aus der sich die Pro­vi­si­on nach dem Ver­trags­verhält­nis be­rech­net (§ 92 Abs. 4 HGB).

Wird der pro­vi­si­ons­pflich­ti­ge Ver­trag da­ge­gen nicht vom Kun­den, son­dern vom Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber nicht ver­trags­gemäß durch­geführt, behält die Ver­triebs­kraft ih­ren Pro­vi­si­ons­an­spruch. Die­ser entfällt nur dann, wenn der Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber den pro­vi­si­ons­pflich­ti­gen Ver­trag aus Gründen, die er nicht zu ver­tre­ten hat, nicht durchführt (§ 87a Abs. 3 HGB).

Wann wird der Provisionsanspruch fällig?

So­weit kei­ne vor­ran­gig zu be­ach­ten­den ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen be­ste­hen, wird der An­spruch auf Pro­vi­si­on am letz­ten Tag des Mo­nats fällig, in dem der Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber über ihn ab­zu­rech­nen hat (§ 87a Abs. 4 HGB). Die Ab­rech­nung ist im all­ge­mei­nen bis zum En­de des Mo­nats, der auf den Mo­nat der Ver­trags­ausführung folgt, zu er­stel­len (§ 87c Abs. 1 HGB).

BEISPIEL: Ein Han­dels­ver­tre­ter oder ein Ver­triebs­mit­ar­bei­ter hat im Ja­nu­ar ei­nen Ver­trag mit ei­nem Kun­den ab­ge­schlos­sen, der auf­grund die­ses Ver­trags sei­ne Zah­lun­gen im Lau­fe des Fe­bru­ar er­bringt. Im Fe­bru­ar er­bringt auch der Un­ter­neh­mer bzw. Ar­beit­ge­ber sei­ne ver­trag­lich ge­schul­de­te Leis­tung. Ist der Ab­rech­nungs­zeit­raum für die Ab­rech­nung der Pro­vi­si­on nicht ver­trag­lich auf zwei oder drei Mo­na­te verlängert wor­den, ist die Ab­rech­nung spätes­tens bis En­de März zu er­stel­len. Bis spätes­tens En­de März ist auch die Pro­vi­si­on zu zah­len.

Was ist bei der Abrechnung der Provision zu beachten?

Wie oben erwähnt, ist der Pro­vi­si­ons­an­spruch im all­ge­mei­nen mo­nat­lich ab­zu­rech­nen, wo­bei der Ab­rech­nungs­zeit­raum ver­trag­lich auf ma­xi­mal drei Mo­na­te verlängert wer­den kann. Maßgeb­lich für den Be­ginn der Frist für die Ab­rech­nung ist die Ver­trags­ausführung (§ 87c Abs. 1 HGB).

Ne­ben der Ab­rech­nung kann der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te Er­tei­lung ei­nes sog. Buch­aus­zugs ver­lan­gen (§ 87c Abs. 2 HGB). In den Buch­aus­zug sind al­le in den Un­ter­la­gen des Un­ter­neh­mers bzw. Ar­beit­ge­bers vor­han­de­nen In­for­ma­tio­nen auf­zu­neh­men, die für die Be­rech­nung des Pro­vi­si­ons­an­spruchs von Be­deu­tung sind, ins­be­son­de­re Verträge, Rech­nun­gen, Mah­nun­gen und dgl.

Über den - schrift­li­chen - Buch­aus­zug hin­aus kann der Pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te münd­li­che Mit­tei­lung über al­le Umstände ver­lan­gen, die für den Pro­vi­si­ons­an­spruch, sei­ne Fällig­keit so­wie sei­ne Be­rech­nung we­sent­lich sind (§ 87c Abs. 3 HGB).

Wie berechnet sich der Provisionsanspruch bei Krankheit oder Urlaub?

Wer als Ar­beit­neh­mer pro­vi­si­ons­be­rech­tigt ist, hat ei­nen An­spruch auf Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall so­wie auf Gewährung be­zahl­ten Ur­laubs.

Für pro­vi­si­ons­be­rech­tig­te Han­dels­ver­tre­ter gibt es sol­che Ansprüche im all­ge­mei­nen nicht. Al­ler­dings können Han­dels­ver­tre­ter, wenn sie als Ein­fir­men­ver­tre­ter oh­ne ei­ge­ne An­ge­stell­te tätig sind, als ar­beit­neh­merähn­li­che Per­so­nen gemäß § 2 Bun­des­ur­laubs­ge­setz (BUrlG) ei­nen Ur­laubs­an­spruch ha­ben.

In Fällen von Krank­heit und Ur­laub ent­steht nicht sel­ten Streit über die Fra­ge, in wel­chem Um­fang dem aus die­sen Gründen vorüber­ge­hend ab­we­sen­den Ver­triebs­mit­ar­bei­ter Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen als Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall gemäß dem Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­setz (EZFG) bzw. als Ur­laubs­ent­gelt nach dem BUrlG zu­ste­hen.

Da nach § 4 EZFG die im Krank­heits­fall zu zah­len­de Vergütung nach dem Lohn­aus­fall­prin­zip zu be­rech­nen ist, ist dar­auf ab­zu­stel­len, wel­che Pro­vi­sio­nen der Ar­beit­neh­mer ver­dient hätte, wäre er nicht er­krankt. Hier­zu enthält § 4 Abs. 1a Satz 2 EFZG ei­ne auf er­folgs­abhängi­ge va­ria­ble Vergütungs­be­stand­tei­le zu­ge­schnit­te­ne Son­der­re­gel. Da­nach ist bei ei­ner er­geb­nis­habhängi­gen Vergütung der vom Ar­beit­neh­mer in der für ihn maßge­ben­den re­gelmäßigen Ar­beits­zeit „er­ziel­ba­re Durch­schnitts­ver­dienst“, d.h. der von ihm zu er­zie­len­de Pro­vi­si­ons­durch­schnitt zu­grun­de zu le­gen.

Da­her ist - trotz des an sich bei der Ent­gelt­fort­zah­lung gel­ten­den Lohn­aus­fall­prin­zips - ei­ne sach­ge­rech­te Schätzung un­ter Berück­sich­ti­gung ver­gan­ge­ner Zeiträume vor­zu­neh­men. Bei jah­res­zeit­li­chen Um­satz­schwan­kun­gen sind der Vor­mo­nat oder die letz­ten drei Vor­mo­na­te als Grund­la­ge für die Schätzung in der Re­gel un­ge­eig­net. Rich­ti­ger ist es in sol­chen Fällen, den Pro­vi­si­ons­durch­schnitt der letz­ten zwölf Mo­na­te zu­grun­de zu le­gen.

An­ders als nach dem EZFG be­misst sich die Höhe des Ur­laubs­ent­gelts nach dem Durch­schnitts­ge­halt, das der Ar­beit­neh­mer während der letz­ten 13 Wo­chen vor dem Ur­laubs­be­ginn be­zo­gen hat­te (§ 11 Abs. 1 Satz 1 BUrlG). Der vom Ar­beit­ge­ber als Teil des Ur­laubs­ent­gelts fort­zu­zah­len­de Pro­vi­si­ons­aus­fall ist da­her auf der Grund­la­ge der letz­ten 13 ab­ge­rech­ne­ten Wo­chen zu be­rech­nen.

Wo finden Sie mehr zum Thema Provision?

Wei­terführen­de In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Pro­vi­si­on in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:

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Letzte Überarbeitung: 5. August 2016

Bewertung: Pro­vi­si­on 4.5 von 5 Sternen (10 Bewertungen)

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