Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Ärz­te­streik an kom­mu­na­len Kran­ken­häu­sern

Mar­bur­ger Bund ruft Ärz­te an kom­mu­na­len Kran­ken­häu­sern zum Streik auf: Rund 55.000 Ärz­te an et­wa 700 kom­mu­na­len Kran­ken­häu­ser soll­ten am letz­ten Don­ners­tag die Ar­beit für ei­nen Warn­streik un­ter­bre­chen

18.03.2008. Der Mar­bur­ger Bund hat­te die et­wa 55.000 Ärz­te der ca. 700 kom­mu­na­len Kran­ken­häu­ser da­zu auf­ge­ru­fen, am Don­ners­tag, den 13.03.2008 im Rah­men ei­nes vor­über­ge­hen­den Warn­streiks die Ar­beit nie­der­zu­le­gen.

Da­mit soll­te den For­de­run­gen der Kli­nik­ärz­te in der drit­ten Run­de der Mit­te Ja­nu­ar 2008 be­gon­ne­nen Ta­rif­ver­hand­lun­gen Nach­druck ver­lie­hen wer­den.

Vor­aus­ge­gan­gen war dem der­zei­ti­gen Ta­rif­kon­flikt die Kün­di­gung der Ent­gelt­re­ge­lun­gen des Ta­rif­ver­trags für Ärz­tin­nen und Ärz­te an kom­mu­na­len Kran­ken­häu­sern ("TV-Ärz­te/VKA"), vom 17.06.2006, durch den Mar­bur­ger Bund, die erst­mals zum 31.12.2007 mög­lich war (§ 39 Abs.4 Buchst. E) TV-Ärz­te/VKA) und auch „frist­ge­recht“ zu die­sem Da­tum aus­ge­spro­chen wur­de. Seit dem 01.01.2008 sind die Ent­gelt­re­ge­lun­gen des TV-Ärz­te/VKA da­her nur noch im Rah­men der Nach­wir­kung ge­mäß § 4 Abs.5 TVG ver­bind­lich. Auch die Frie­dens­pflicht der Kli­nik­ärz­te kom­mu­na­ler Häu­ser be­steht im Rah­men von Ta­rif­lohn­ver­hand­lun­gen der­zeit nicht mehr.

Der Mar­bur­ger Bund for­dert Lohn­er­hö­hun­gen von durch­schnitt­lich 10,19 Pro­zent, die al­ler­dings für die un­ter­schied­li­chen Ta­rif­grup­pen (Arzt, Fach­arzt, Ober­arzt, lei­ten­der Ober­arzt) un­ter­schied­lich hoch aus­fal­len sol­len. Zu­dem geht es um die For­de­rung nach ei­ner „leis­tungs­ge­rech­ten Be­zah­lung“ auf der Grund­la­ge von Ar­beits­zeit­er­fas­sungs­sys­te­men, mit de­ren Hil­fe Über­stun­den ge­nau­er er­fasst und ent­spre­chend ver­gü­tet wer­den sol­len.

Vor dem Hin­ter­grund der oft als un­at­trak­tiv emp­fun­de­nen Be­din­gun­gen ärzt­li­cher Tä­tig­keit in kom­mu­na­len Häu­sern be­fürch­ten die dort tä­ti­gen Ärz­te ei­nen fort­schrei­ten­den Ver­lust an Wett­be­werbs­fä­hig­keit nicht nur im in­ter­na­tio­na­len, son­dern auch im na­tio­na­len Ver­gleich. In Ver­laut­ba­run­gen des Mar­bur­ger Bun­des ist hier von ei­ner dro­hen­den Ab­wärts­spi­ra­le die Re­de, d.h. man sieht die Exis­tenz kom­mu­na­ler Kran­ken­häu­ser durch wei­ter sin­ken­de Ge­häl­ter und ei­nen da­durch be­ding­ten zu­neh­men­den Ärz­te­man­gel ge­fähr­det.

Auf der an­de­ren Sei­te ver­weist die Ver­ei­ni­gung Kom­mu­na­ler Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de auf die schwie­ri­ge fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der kom­mu­na­len Kran­ken­häu­ser. Da­her ist man der­zeit nur zu ei­nem „drei­tei­li­gen An­ge­bot“ be­reit. Die­ses soll aus „Ent­gel­ter­hö­hung, Ar­beits­zeit­er­hö­hung und Aus­bau der Leis­tungs­ori­en­tie­rung“ be­ste­hen.

Die Ent­gel­ter­hö­hung soll sich an der der üb­ri­gen Be­schäf­tig­ten in den kom­mu­na­len Kran­ken­häu­sern ori­en­tie­ren, de­nen 5 Pro­zent mehr Lohn an­ge­bo­ten wur­de.

Der­zeit kein The­ma bei den Ta­rif­ver­hand­lun­gen ist die - an sich drin­gend klä­rungs­be­dürf­ti­ge - ta­rif­ver­trag­li­che De­fi­ni­ti­on der Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Ein­grup­pie­rung als „Ober­arzt“ (Ent­gelt­grup­pe III).

Not­wen­dig ist nach der­zei­ti­ger Fas­sung der Ein­grup­pie­rungs­merk­ma­le, dass ei­nem Arzt die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für selb­stän­di­ge Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik bzw. Ab­tei­lung vom Ar­beit­ge­ber aus­drück­lich über­tra­gen wor­den ist (§ 16 Buchst. c) TV-Ärz­te/VKA). Die­se Ein­grup­pie­rungs­merk­ma­le füh­ren seit In­kraft­tre­ten des TV-Ärz­te/VKA zu Strei­tig­kei­ten bis hin zu ar­beits­ge­richt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen.

Da die­se ta­rif­li­che Be­stim­mung je­doch frü­hes­tens zum 31.12.2009 ge­kün­digt wer­den kann (§ 40 Abs.3 TV-Ärz­te/VKA), wird man mit ihr wohl noch min­des­tens zwei Jah­re le­ben müs­sen.

Die Ver­gü­tung der an Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken tä­ti­gen Ärz­te ist der­zeit eben­falls kein Streit­punkt, da die Ent­gelt­re­ge­lun­gen des Ta­rif­ver­trags für Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken ("TV-Ärz­te"), vom 30.10.2006, erst­mals zum 31.12.2008 ge­kün­digt wer­den kön­nen (§ 39 Abs.4 Buchst. e) TV-Ärz­te).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Vor­gang fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 14. September 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Autorenprofil

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880