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Ar­beits­ge­richt Ber­lin - Be­triebs­rat: Auf­lö­sungs­an­trag we­gen Ko­ope­ra­ti­ons­ver­wei­ge­rung?

H & M nimmt Auf­lö­sungs­an­trag ge­gen Be­triebs­rat we­gen be­harr­li­cher Blo­cka­de der wö­chent­li­chen Per­so­nal­ein­satz­pla­nung zu­rück: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Be­schluss­ver­fah­ren zum Ak­ten­zei­chen 34 BV 9857/11
18.08.2011. Oh­ne ein OK des Be­triebs­rats kann der Ar­beit­ge­ber we­der Be­ginn und En­de der täg­li­chen Ar­beits­zeit noch die Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit auf die Wo­chen­ta­ge fest­le­gen, denn der Be­triebs­rat hat hier ge­mäß § 87 Abs.1 Nr.2 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) ein Mit­be­stim­mungs­recht. Stimmt der Be­triebs­rat ei­ner Per­so­nal­ein­satz­pla­nung des Ar­beit­ge­bers nicht zu, muss die­ser die Ei­ni­gungs­stel­le an­ru­fen, de­ren Spruch die Ei­ni­gung zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat er­setzt.

Für den Ar­beit­ge­ber ist die­ses Ve­to­recht des Be­triebs­rats är­ger­lich, wenn die­ser bei Per­so­nal­ein­satz­pla­nun­gen im­mer wie­der aus den glei­chen Grün­den mau­ert und da­mit ein (teu­res) Ei­ni­gungs­stel­len­ver­fah­ren er­zwingt, ob­wohl er auf­grund ei­ni­ger ge­gen ihn er­gan­ge­ner Sprü­che der Ei­ni­gungs­stel­le wis­sen soll­te, dass sei­ne Ver­wei­ge­rungs­hal­tung vom Be­trVG nicht ge­deckt ist. Aber kann der Ar­beit­ge­ber des­halb die ge­richt­li­che Auf­lö­sung des Be­triebs­rats we­gen gro­ber Pflicht­ver­let­zung be­an­tra­gen? H & M in Ber­lin hat das ver­sucht.

Der Be­triebs­rat der H & M-Fi­lia­le in der Fried­rich­stra­ße hat­te sein OK zur wö­chent­li­chen Per­so­nal­ein­satz­pla­nung im­mer wie­der we­gen Per­so­nal­knapp­heit ver­wei­gert. Das ist aber kein vom Be­trVG ge­deck­ter Ver­wei­ge­rungs­grund, so die Ei­ni­gungs­stel­le in meh­re­ren Fäl­len. Trotz­dem ver­wei­ger­te der Be­triebs­rat wei­ter­hin sei­ne Zu­stim­mung zur Ein­satz­pla­nung - we­gen Per­so­nal­knapp­heit. H & M be­wer­te­te das als gro­be Pflicht­ver­let­zung und be­an­trag­te die Auf­lö­sung des Be­triebs­rats ge­mäß § 23 Abs.1 Be­trVG.

Im An­hö­rungs­ter­min vor dem Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat H & M vor­ges­tern sei­nen ge­gen den Be­triebs­rat der Fi­lia­le Fried­rich­stra­ße ge­rich­te­ten Auf­lö­sungs­an­trag zu­rück­ge­nom­men. Das war klug, denn ob der An­trag Er­folg ge­habt hät­te, ist frag­lich. Die Ei­ni­gungs­stel­le ist kein Ge­richt, ob­wohl sie meist un­ter Vor­sitz ei­nes Ar­beits­rich­ters tagt, so dass der Be­triebs­rat nicht ver­pflich­tet ist, ih­rer Rechts­mei­nung zu fol­gen. Zu­dem kann es sich kein Ein­zel­händ­ler leis­ten, als Be­triebs­rats­fres­ser da­zu­ste­hen.

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Letzte Überarbeitung: 19. Dezember 2013

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