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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Mitbestimmung in sozialen Angelegenheiten, Betriebsrat, Parkplatz
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Köln
Akten­zeichen: 8 TaBV 4/10
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 12.05.2010
   
Leit­sätze:

1. Die Nut­zungs­be­rech­ti­gung zur Verfügung ste­hen­den Park­raums un­ter­liegt bezüglich ei­ner hier­bei vor­zu­neh­men­den Be­stim­mung der ein­zel­nen Per­so­nen aus dem be­rech­tig­ten Per­so­nen­kreis dem Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 Be­trVG.(Rn.48)

2. Ei­ne der­ar­ti­ge in­di­vi­dua­li­sier­te Re­ge­lung, die dem Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats un­ter­liegt, liegt auch vor, so­weit der Ar­beit­ge­ber mit ei­ner ge­ne­rell abs­trak­ten Be­stim­mung ei­nes Per­so­nen­krei­ses de­ren Park­be­rech­ti­gung fest­legt, da für al­le Ar­beit­neh­mer des abs­trakt de­fi­nier­ten Per­so­nen­krei­ses aus­rei­chend Parkplätze vor­han­den sind, al­ler­dings im Be­trieb mit den je­wei­li­gen de­fi­nier­ten Per­so­nen­krei­sen ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­mer in an­de­ren Be­rei­chen beschäftigt wer­den, de­nen die Park­be­rech­ti­gung nicht ein­geräumt ist.(Rn.56)

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Köln, Beschluss vom 26.11.2009, 10 BV 176/09
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 07.022012, 1 ABR 63/10
   

8 TaBV 4/10

10 BV 176/09

Ar­beits­ge­richt Köln

Verkündet am 12. Mai 2010

Ur­kunds­be­am­ter der Geschäfts­stel­le

 

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT KÖLN

 

BESCHLUSS

In dem Be­schluss­ver­fah­ren

mit den Be­tei­lig­ten

 

1. - An­trag­stel­ler -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:

2. - Be­schwer­deführe­rin -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:

hat die 8. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln auf die münd­li­che Anhörung vom 12.05.2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt J als Vor­sit­zen­den so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. S und P

b e s c h l o s s e n :

Die Be­schwer­de der Be­tei­lig­ten zu 2) ge­gen den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Köln vom 26.11.2009 wird zurück­ge­wie­sen.

Die Te­n­o­rie­rung wird aus Klar­stel­lungs­gründen neu ge­fasst:

1. Der Be­tei­lig­ten zu 2) wird auf­ge­ge­ben, die Fest­le­gung vom 06.02.2009 be­tref­fend die Be­rech­ti­gung zum Par­ken


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im Si­cher­heits­be­reich auf dem Be­triebs­gelände auf­zu­he­ben, so­weit es nicht um die Park­be­rech­ti­gung der Mit­glie­der der GBL-Run­de geht.

2. Der Be­tei­lig­ten zu 2) wird auf­ge­ge­ben, es künf­tig zu un­ter­las­sen, ein­sei­tig oh­ne Be­ach­tung des Mit­be­stim­mungs­rechts des Be­tei­lig­ten zu 1) fest­zu­le­gen, wel­che Per­so­nen­grup­pen von Ar­beit­neh­mern im Sin­ne des § 5 Abs. 1 Be­trVG be­rech­tigt sind, den mit Schrei­ben vom 06.02.2009 zur Verfügung ge­stell­ten Park­raum im Si­cher­heits­be­reich zu nut­zen.

3. Der Be­tei­lig­ten zu 2) wird auf­ge­ge­ben, es künf­tig zu un­ter­las­sen, oh­ne Be­ach­tung der Mit­be­stim­mungs­recht des Be­tei­lig­ten zu 1) ein­zel­nen Ar­beit­neh­mern/in­nen im Sin­ne des § 5 Abs. 1 Be­trVG das kos­ten­lo­se Par­ken im Si­cher­heits­be­reich zu gewähren.

Die Rechts­be­schwer­de wird zu­ge­las­sen.

Gründe:

I.

Die Be­tei­lig­ten strei­ten über ein Mit­be­stim­mungs­recht des Be­tei­lig­ten zu 1) bei der Fest­le­gung von Per­so­nen­grup­pen, die be­rech­tigt sind, im Si­cher­heits­be­reich des Be­triebs­geländes der Be­tei­lig­ten zu 2) zu par­ken.

Die Be­tei­lig­te zu 2) ist die Be­trei­ber­ge­sell­schaft des Flug­ha­fens K/B und beschäftigt 1840 Mit­ar­bei­ter. Der Be­tei­lig­te zu 1) ist der dort ge­bil­de­te Be­triebs­rat. Die Be­tei­lig­te zu 2) hat Ih­re Un­ter­neh­mens­ver­wal­tung mit ca. 300 Beschäftig­ten ört­lich in den Si­cher­heits­be­reich des Flug­ha­fen­geländes ver­legt. In die­sem Be­reich steht Park­raum zur Verfügung.

Die Be­tei­lig­te zu 2) hat mit Schrei­ben vom 06.02.2009 fest­ge­legt, dass Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer be­stimm­ter näher be­zeich­ne­ter Grup­pen die­sen Park­raum in­ner­halb des Si­cher­heits­be­reichs nut­zen dürfen. Der hier zur Verfügung ste­hen­de Park­raum reicht für al­le Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer der im Schrei­ben vom 06.02.2009 be­zeich­ne­ter Grup­pen aus.


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Den Be­tei­lig­ten zu 1) be­tei­lig­te die Be­tei­lig­te zu 2) an der Fest­le­gung der Per­so­nen­grup­pen im Schrei­ben vom 06.02.2010 nicht.

Die Be­rech­ti­gung nach Maßga­be des Schrei­bens vom 06.02.2010 be­trifft ne­ben den so ge­nann­ten Mit­glie­dern der GBL-Run­de, die lei­ten­de An­ge­stell­te im Sin­ne des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes sind, die As­sis­tent/In­nen der Geschäftsführer, Ab­tei­lungs- und St­abs­stel­len­lei­ter, de­ren Ar­beits­be­reich im Si­cher­heits­be­reich liegt, Schwer­be­hin­der­te, de­ren Aus­weis den Ver­merk „G“, „aG“ und/oder „H“ trägt so­wie Mit­glie­der der Werks­feu­er­wehr am Wo­chen­en­de.

Der Be­tei­lig­te zu 1) ist der An­sicht, dass ihm in die­ser Fest­le­gung ein Mit­be­stim­mungs­recht gem. § 87 Be­trVG zu­ste­he und er da­her die Auf­he­bung der Re­ge­lung, die Un­ter­las­sung von de­ren Um­set­zung und die Wah­rung des Mit­be­stim­mungs­rechts bei ei­ner Neu­re­ge­lung ver­lan­gen könne.

Er hat be­an­tragt,

1. der An­trags­geg­ne­rin auf­zu­ge­ben, die Fest­le­gung vom 06.02.2009 be­tref­fend die Be­rech­ti­gung zum Par­ken im Si­cher­heits­be­reich auf dem Be­triebs­gelände der An­trags­geg­ne­rin auf­zu­he­ben.

2. der An­trags­geg­ne­rin auf­zu­ge­ben, es künf­tig zu un­ter­las­sen, ein­sei­tig oh­ne Be­ach­tung des Mit­be­stim­mungs­rechts des An­trag­stel­lers fest­zu­le­gen, wel­che Ar­beit­neh­mer/in­nen be­rech­tigt sind, mit dem PKW in den Si­cher­heits­be­reich zu fah­ren und dort zu par­ken.

3. Der An­trags­geg­ne­rin auf­zu­ge­ben, es zu un­ter­las­sen, oh­ne Be­ach­tung des Mit­be­stim­mungs­rechts des Be­triebs­rats ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter/in­nen den geld­wer­ten Vor­teil des kos­ten­lo­sen Par­kens im Si­cher­heits­be­reich zu gewähren.


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Die Be­tei­lig­te zu 2) hat be­an­tragt,

den An­trag zurück­zu­wei­sen.

Sie ist der An­sicht, die Fest­le­gung sei nicht mit­be­stim­mungs­pflich­tig. Die Fest­le­gung sei ei­ne abs­trakt-ge­ne­rel­le Re­ge­lung, die nur das „Ob“ und die Mo­da­litäten der Park­platz­nut­zung fest­le­ge, nicht aber das „Wie“. Die Fra­ge, ob Ar­beit­neh­mer oder abs­trakt ab­grenz­ba­re Grup­pen von Ar­beit­neh­mern ei­nen Park­platz be­nut­zen dürf­ten, sei ei­ne mit­be­stim­mungs­freie Un­ter­neh­mer­ent­schei­dung.

Ergänzend wird auf die Gründe des an­ge­foch­te­nen Be­schlus­ses ver­wie­sen.

Das Ar­beits­ge­richt Köln hat durch Be­schluss vom 26.11.2010 den Anträgen des Be­tei­lig­ten zu 1) statt­ge­ge­ben.

Zur Be­gründung hat es im We­sent­li­chen aus­geführt, dass die Fest­le­gun­gen des Schrei­bens vom 06.02.2010 Fra­gen der Park­platz­nut­zung all­ge­mein da­ne­ben al­ler­dings auch die in­di­vi­dua­li­sier­te Be­stim­mung des be­rech­tig­ten Per­so­nen­krei­ses beträfen. Da­mit re­ge­le das Schrei­ben vom 06.02.2010 ei­ne Fra­ge der Ord­nung des Be­trie­bes im Sin­ne des § 87 Abs. 1 Nr. 1 Be­trVG und sei in­so­fern der Mit­be­stim­mung des Be­tei­lig­ten zu 1 un­ter­wor­fen.

Ergänzend wird auf die Gründe des an­ge­foch­te­nen Be­schlus­ses ver­wie­sen.

Ge­gen die­sen Be­schluss, der der Be­tei­lig­ten zu 2) am 10.12.2009 zu­ge­stellt wur­de, wen­det die­se sich mit ih­rer am 11.01.2010 ein­ge­gan­ge­nen Be­schwer­de, die nach Verlänge­rung der Be­schwer­de­be­gründungs­frist bis zum 10.03.2010 mit Ein­gang der Be­schwer­de­be­gründungs­schrift am 10.03.2010 be­gründet wur­de.


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Die Be­tei­lig­te zu 2) macht mit der Be­schwer­de gel­tend, die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts sei in recht­li­cher Hin­sicht nicht halt­bar, da das Ge­richt feh­ler­haft da­von aus­ge­gan­gen sei, es lie­ge ei­ne in­di­vi­dua­li­sier­te Fest­le­gung des be­rech­tig­ten Per­so­nen­krei­ses vor, die mit­be­stim­mungs­pflich­tig sei. Die Fest­le­gung des Krei­ses der park­be­rech­tig­ten Per­so­nen ab­grenz­ba­rer Per­so­nen­krei­se sei nicht mit­be­stim­mungs­pflich­tig.

Zu­dem sei zu be­ach­ten, dass sich aus zwin­gen­den luft­si­cher­heits­recht­li­chen Vor­schrif­ten ei­ne Be­gren­zung der Zu­gangs­be­rech­ti­gung er­ge­be, die das vom Be­tei­lig­ten zu 1) gel­tend ge­mach­te Mit­be­stim­mungs­recht aus­schlösse.

Un­ter Ver­tie­fung des erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens weist die Be­tei­lig­te zu 2) zu­dem dar­auf hin, dass ei­ne Be­stim­mung über die Nut­zung der Park­fläche dem Ar­beit­ge­ber schon aus Art. 14 GG vor­be­hal­ten blei­ben müsse.

Die Be­tei­lig­te zu 2) be­an­tragt,

den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Köln vom 26.11.2009, Az. 10 BV 176/09 ab­zuändern und den An­trag des Be­tei­lig­ten zu 1) zurück­zu­wei­sen.

Der Be­tei­lig­te zu 1) be­an­tragt,

die Be­schwer­de zurück­zu­wei­sen.

Die Be­tei­lig­te zu 1) ver­tei­digt die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung in tatsäch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht un­ter Ver­tie­fung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stands wird auf die ein­ge­reich­ten Schriftsätze nebst An­la­gen Be­zug ge­nom­men.

Der Be­tei­lig­te zu 1) hat in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt vom 12.05.2010 klar­ge­stellt, dass sich die Ansprüche des Recht­streits im Hin­blick auf die Fest­le­gun­gen der Be­tei­lig­ten zu 2) im Schrei­ben vom 06.02.2009 le­dig­lich auf die im Schrei­ben ge­nann­ten Per­so­nen­krei­se


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be­zie­he, de­ren Ar­beit­neh­mer/In­nen Ar­beit­neh­mer im Sin­ne des § 5 Abs. 1 Be­trVG sei­en.

Die An­ord­nung der Be­rech­ti­gung zum Par­ken in Be­zug auf die Mit­glie­der der GBL-Run­de beträfen so ge­nann­te lei­ten­de An­ge­stell­te im Sin­ne des Be­triebs­ver­fas­sungs­rechts. In­so­weit sei­en durch die Fest­le­gung im Schrei­ben vom 06.02.2010 Mit­be­stim­mungs­rech­te der Be­tei­lig­ten zu 1) nicht ver­letzt.

II.

1. Die Be­schwer­de ist zulässig.

Die Be­tei­lig­te zu 2) hat ge­gen den ihr am 10.12.2009 zu­ge­stell­ten Be­schluss ers­ter In­stanz frist­wah­rend am 11.01.2010 Be­schwer­de ein­ge­legt. Die Be­tei­lig­te zu 2) hat­te die Be­schwer­de so­dann nach Verlänge­rung der Be­schwer­de­be­gründungs­frist bis zum 10.03.2010 mit der am 10.03.2010 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Be­schwer­de­be­gründungs­schrift frist­wah­rend be­gründet.

Die Be­schwer­de­be­gründung setzt sich im Ein­zel­nen mit dem Be­schluss ers­ter In­stanz aus­ein­an­der und er­weist sich hier­nach als ein ord­nungs­gemäß ein­ge­leg­tes und be­gründe­tes Rechts­mit­tel.

2. Im Hin­blick auf das auf­recht­er­hal­te­ne An­trags­be­geh­ren des Be­tei­lig­ten zu 1) er­weist sich die Be­schwer­de der Be­tei­lig­ten zu 2) nicht als be­gründet.

Al­ler­dings war we­gen des übe­rein­stim­men­den Hin­wei­ses der Be­tei­lig­ten zu 1) und 2), dass es sich bei der Per­so­nen­grup­pe der Mit­glie­der GBL-Run­de um lei­ten­de An­ge­stell­te han­de­le und die Klar­stel­lung des Be­tei­lig­ten zu 1), dass sich die gel­tend ge­mach­ten Ansprüche, da in­so­weit Mit­be­stim­mungs­rech­te des Be­tei­lig­ten zu 1) nicht ver­letzt sein können, nicht auf die­se Per­so­nen­grup­pen be­zie­he, die Te­n­o­rie­rung des Be­schlus­ses ers­ter In­stanz ab­zuändern und auf den bei­be­hal­te­nen Um­fang des An­trags­be­geh­rens zu be­schränken.

a) Die An­ord­nung der Be­tei­lig­ten zu 2) im Schrei­ben vom 06.02.2009 be­trifft im Hin­blick auf die sons­ti­gen Per­so­nen­grup­pen, so­weit es sich nicht um


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Mit­glie­der der GBL-Run­de han­delt, um Per­so­nen­grup­pen von Ar­beit­neh­mern und Ar­beit­neh­me­rin­nen im Sin­ne des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes.

b) Im Hin­blick auf die­se Per­so­nen und da­mit für die im Schrei­ben der Be­tei­lig­ten zu 2) ge­nann­ten

- As­sis­tent/in­nen der Geschäftsführer

- Ab­tei­lungs- und St­abs­stel­len­lei­ter, de­ren Ar­beits­platz im Si­cher­heits­be­reich liegt

- Schwer­be­hin­der­te, de­ren Aus­weis den Ver­merk „G“, „aG“ und/oder „H“ trägt und

- Mit­glie­der der Werks­feu­er­wehr am Wo­chen­en­de (Sams­tag/Sonn­tag) be­ste­hen grundsätz­lich Mit­be­stim­mungs­rech­te des Be­triebs­rats.

Der Be­tei­lig­te zu 1) ist für die Wahr­neh­mung der Mit­be­stim­mungs­rech­te im Hin­blick auf be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Fra­gen für die­se Per­so­nen­grup­pen zuständig.

c) Die An­ord­nung des Be­tei­lig­ten zu 2) im Schrei­ben vom 06.02.2009 ist un­strei­tig oh­ne Be­tei­li­gung des Be­tei­lig­ten zu 1) er­folgt. Die An­ord­nung ver­letzt ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­tei­lig­ten zu 2) die Mit­be­stim­mungs­rech­te des Be­tei­lig­ten zu 1) nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 Be­trVG.

aa) Hier­nach hat der Be­triebs­rat mit­zu­be­stim­men, in Fra­gen der Ord­nung des Be­trie­bes und des Ver­hal­tens der Ar­beit­neh­mer im Be­trieb.

Die Ord­nung des Be­trie­bes ist be­trof­fen, wenn der Ar­beit­ge­ber all­ge­mein gülti­ge, ver­bind­li­che Re­ge­lun­gen auf­stellt, die das Ver­hal­ten der Ar­beit­neh­mer be­ein­flus­sen und ko­or­di­nie­ren und ins­be­son­de­re ei­nen un­gestörten Ar­beits­ab­lauf si­chern sol­len. Zweck des Mit­be­stim­mungs­rech­tes ist die gleich be­rech­tig­te Be­tei­li­gung der Ar­beit­neh­mer an der Ge­stal­tung der be­trieb­li­chen Ord­nung (BAG vom 18.04.2000, AP Nr. 33 zu § 87 Be­trVG 1972, Über­wa­chung). Ge­gen­stand der Mit­be­stim­mung ist das be­trieb­li­che Zu­sam­men­le­ben und Zu­sam­men­wir­ken der Ar­beit­neh­mer, dass der Ar­beit­ge­ber Kraft sei­nes Di­rek­ti­ons­rechts oder sei­ner Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­fug­nis be­ein­flus­sen und ko­or­di­nie­ren kann. Ge­gen­stand und Zweck des Mit­be­stim­mungs­rechts be­gren­zen fol­ge­rich­tig die Re­ge­lungs­be­fug­nis der Be­triebs­par­tei­en (BAG vom


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21.01.2004, AP Nr. 40 zu § 87 Be­trVG 1972, Über­wa­chung; BAG vom 11.06.2002, AP Nr. 38 zu § 87 Be­trVG, Ord­nung des Be­trie­bes).

Für sämt­li­che Fra­ge­stel­lun­gen der vor­ge­nann­ten Art schei­det das Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats nur dann aus, wenn es sich um mit­be­stim­mungs­freie An­ord­nun­gen des Ar­beits­ver­hal­tens han­delt, es al­so um An­ord­nun­gen geht, die ein­zu­hal­ten sind, um die Wahr­neh­mung der ar­beits­ver­trag­li­chen Auf­ga­ben­stel­lung zu ga­ran­tie­ren (BAG vom 18.04.2000, AP Nr. 33 zu § 87 Be­trVG 1972, Über­wa­chung).

bb) Die Nut­zungs­be­rech­ti­gung zur Verfügung ste­hen­den Park­raums un­ter­liegt bezüglich ei­ner hier­bei vor­zu­neh­men­den Be­stim­mung der ein­zel­nen Per­so­nen aus dem be­rech­tig­ten Per­so­nen­kreis die­sem Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 Be­trVG.

Die­se grundsätz­li­che Be­wer­tung steht, so­weit er­sicht­lich, auch un­ter den Be­tei­lig­ten des Ver­fah­rens nicht in Streit.

Außer Streit steht im Übri­gen auch – und dies ist aus­drück­lich als zu­tref­fend ge­wer­tet zu bestäti­gen – dass im Zu­sam­men­hang mit dem Um­fang des Mit­be­stim­mungs­rech­tes des § 87 Abs. 1 Nr. 1 Be­trVG der Kern der Ei­gentümer­be­fug­nis­se des Be­tei­lig­ten zu 2), der durch Ar­ti­kel 14 GG ga­ran­tiert ist, zu be­ach­ten bleibt.

Des­halb ist es zu­tref­fend, dass die Be­tei­lig­te zu 2) dar­auf hin­weist, dass die Ent­schei­dung des Ar­beit­ge­bers darüber, ob er über­haupt Mit­tel zur Verfügung stellt, wie dies für Lohn­leis­tun­gen und So­zi­al­ein­rich­tun­gen gilt, auch bei der Fra­ge der Zur­verfügung­stel­lung von Park­raum gilt. Die Be­tei­lig­te zu 2) ist des­halb nicht ver­pflich­tet, Park­raum zum Par­ken der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer grundsätz­lich zur Verfügung zu stel­len. In die­ser all­ge­mei­nen Fra­ge­stel­lung ist die Be­tei­lig­te zu 2) im Rah­men ih­rer Ei­gentümer­be­fug­nis­se frei.

Eben­so ist die An­nah­me der Be­tei­lig­ten zu 2) zu bestäti­gen, dass Mit­be­stim­mungs­rech­te aus­schei­den, so­weit es um die Park­be­rech­ti­gung lei­ten­der An­ge­stell­ter geht. Die­ser Auf­fas­sung hat sich im Übri­gen der Be­tei­lig­te zu 1) durch sei­ne Erklärun­gen in der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 12.05.2010 an­ge­schlos­sen und da­nach nicht mehr gel­tend ge­macht, dass durch die


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An­ord­nung der Zur­verfügung­stel­lung von Park­raum für Mit­glie­der GBL-Run­de sei­ne Mit­be­stim­mungs­rech­te ver­letzt sei­en. Bei den Mit­glie­dern der GBL-Run­de han­delt es sich nämlich un­strei­tig um lei­ten­de An­ge­stell­te.

cc) Auch die wei­ter­ge­hen­de An­nah­me der Be­tei­lig­ten zu 2) mag ge­teilt wer­den, dass die ge­ne­rell abs­trak­te Be­stim­mung ei­nes Per­so­nen­krei­ses der be­rech­tigt sein soll, zur Verfügung ge­stell­ten Park­raum zu nut­zen, vom Ar­beit­ge­ber oh­ne Ver­let­zung von Mit­be­stim­mungs­rech­ten des Be­triebs­rats ein­sei­tig ge­trof­fen wer­den kann.

Ei­ne sol­che ge­ne­rell abs­trak­te Be­stim­mung ei­nes begüns­tig­ten Per­so­nen­krei­ses enthält die Fest­le­gung des Schrei­bens der Be­tei­lig­ten zu 2) vom 06.02.2009, so­weit es nicht um die Lei­ten­den An­ge­stell­ten der GBL-Run­de geht, al­ler­dings nur schein­bar.

In Wirk­lich­keit han­delt es sich bei den dor­ti­gen Fest­le­gun­gen um die in­di­vi­dua­li­sier­te Zu­ord­nung von Park­raum für aus­ge­grenz­te Tei­le ei­nes ge­ne­rell abs­trakt vor­han­de­nen Per­so­nen­krei­ses. Al­le dort ge­nann­ten Per­so­nen­krei­se sind Ar­beit­neh­mer im Sin­ne des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes. Zu al­len näher um­schrie­be­nen Grup­pen gibt es ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mern mit an­de­ren Funk­tio­nen. Dies be­trifft zum ei­nen As­sis­ten­ten und As­sis­ten­tin­nen von lei­ten­den Mit­ar­bei­tern der Be­tei­lig­ten zu 2), die nicht die Geschäftsführer der Be­tei­lig­ten zu 2) sind. Dies be­trifft zum zwei­ten Ab­tei­lungs­lei­ter, de­ren Ar­beits­platz nicht im Si­cher­heits­be­reich liegt. Wei­ter be­trifft dies schwer­be­hin­der­te Men­schen oh­ne den Ver­merk „G“, „aG“ und/oder „H“ und schließlich trifft dies zu für al­le Mit­glie­der der Werks­feu­er­wehr so­weit die­se nicht an Sams­ta­gen oder Sonn­ta­gen ein­ge­setzt sind.

Da­mit liegt in der Fest­le­gung des Per­so­nen­krei­ses des Schrei­bens vom 06.02.2009 ver­bun­den mit dem un­strei­ti­gen Um­stand, dass für al­le dort ge­nann­ten Per­so­nen­grup­pen aus­rei­chend Park­raum zur Verfügung steht, im ei­gent­li­chen nicht die ge­ne­rell abs­trak­te Be­stim­mung ei­nes Per­so­nen­krei­ses von begüns­tig­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mern vor, son­dern in Wirk­lich­keit die in­di­vi­dua­li­sier­te Fest­le­gung ei­ner Park­be­rech­ti­gung für al­le mit der abs­trak­ten Um­schrei­bung des ar­beits­ver­trag­li­chen Auf­trags ge­nann­ten Per­so­nen. Die An­ord­nung des Be­tei­lig­ten zu 2) im Schrei­ben vom 06.02.2009


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für die Be­rech­ti­gung zur Verfügung ge­stell­ten Park­raum im Si­cher­heits­be­reich nut­zen zu dürfen, wählt so­mit im Er­geb­nis un­ter ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mern be­reits die begüns­tig­ten Per­so­nen in­di­vi­du­ell aus. Dies aber, die Zu­wei­sung zur Verfügung ge­stell­ten Park­raums un­ter­liegt dem Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats.

Dies hat im Er­geb­nis zu­tref­fend das Ar­beits­ge­richt er­kannt.

3. Ge­gen­tei­li­ges lei­tet nicht dar­aus ab, dass nach den von der Be­tei­lig­ten zu 2) in Be­zug ge­nom­me­ne EU-Ver­ord­nun­gen, ins­be­son­de­re der EU-Ver­ord­nung Nr. 185/2010 die Zu­gangs­be­rech­ti­gung zum Si­cher­heits­be­reich ei­nes Flug­plat­zes vom Grund­satz her nur ge­stat­tet ist, wenn hierfür be­trieb­li­che Not­wen­dig­kei­ten be­ste­hen.

Ent­ge­gen der An­nah­me der Be­tei­lig­ten zu 2) ver­mag hier­aus nicht ab­ge­lei­tet zu wer­den, dass das Mit­be­stim­mungs­recht des Be­tei­lig­ten zu 1) da­mit aus­ge­schlos­sen wäre. An­ders als die Be­tei­lig­te zu 2) an­nimmt, bleibt viel­mehr ge­ra­de bei Über­prüfung der be­trieb­li­chen Not­wen­dig­keit ein aus­rei­chen­der Ge­stal­tungs­spiel­raum für die Be­tei­lig­te zu 2) und den Be­tei­lig­ten zu 1), bei wel­chen Per­so­nen aus der Grup­pe ins­ge­samt ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer des Un­ter­neh­mens dies be­jaht wer­den kann oder nicht. Die Vor­schrif­ten der in Be­zug ge­nom­me­nen EU-Ver­ord­nun­gen sind da­her nicht der­maßen zwin­gend, dass ei­ne Be­ur­tei­lungs- und Re­ge­lungsmöglich­keit für die Mit­be­stim­mungs­part­ner aus­zu­schei­den hätte und nur ei­ne ein­zi­ge be­reits vor­ge­ge­be­ne Ent­schei­dung für die Be­tei­lig­te zu 2) ermöglicht wäre.

Hier­nach ver­bleibt es auch un­ter Berück­sich­ti­gung der in Be­zug ge­nom­me­nen EU-Ver­ord­nun­gen da­bei, dass bei der Zu­ord­nung zur Verfügung ge­stell­ten Park­raums das Mit­be­stim­mungs­recht des Be­tei­lig­ten zu 1) zu be­ach­ten ist.

Da durch die mit Schrei­ben vom 06.02.2009 er­folg­te Zu­ord­nung – so­weit es nicht um die lei­ten­den An­ge­stell­ten der GBL-Run­de geht – be­reits in­di­vi­dua­li­siert die Park­be­rech­ti­gung den begüns­tig­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen und


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Ar­beit­neh­mern zu­er­kannt wird, ist wie dar­ge­legt das Mit­be­stim­mungs­recht des Be­tei­lig­ten zu 1 nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 ver­letzt.

4. Die Be­schwer­de der Be­tei­lig­ten zu 2) führt so­mit nicht zu ei­ner Abände­rung des Be­schlus­ses ers­ter In­stanz, so­weit es um die bei­be­hal­te­ne Be­an­tra­gung im Be­zug auf al­le als Ar­beit­neh­mer im be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Sin­ne an­zu­se­hen­den Per­so­nen geht.

III.

Die Kam­mer hat die Rechts­be­schwer­de we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung der Fra­ge­stel­lung des Rechts­streits zu­ge­las­sen.

 


Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­sen Be­schluss kann von der Be­tei­lig­ten zu 2)

R E C H T S B E S C H W E R D E

ein­ge­legt wer­den.

Für wei­te­re Be­tei­lig­te ist ein Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben.


- 12 -

Die Rechts­be­schwer­de muss

in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat

nach der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Be­schlus­ses schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: 0361 2636 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Be­schlus­ses, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Rechts­be­schwer­de­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,

2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,

3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder ei­nes an­de­ren Ver­ban­des


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oder Zu­sam­men­schlus­ses mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Rechts­be­schwer­de­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

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