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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Betriebsänderung, Mitbestimmung in wirtschaftlichen Angelegenheiten
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg
Akten­zeichen: 26 TaBV 1185/09
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 19.08.2009
   
Leit­sätze:

1. Für die Fra­ge, ob die Ei­ni­gungs­stel­le of­fen­sicht­lich un­zuständig ist, ist auf den Sach­ver­halt ab­zu­stel­len, wie er sich zum Zeit­punkt der Anhörung bzw. Ent­schei­dung dar­stellt (ArbGG/Koch § 98 Rn. 17). So­weit ei­ne Be­triebsände­rung be­reits durch­geführt ist, kommt die Ein­set­zung ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le hin­sicht­lich ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleichs nicht mehr in Be­tracht. Ist zu ver­mu­ten, dass den Maßnah­men ein ein­heit­li­ches Kon­zept zu­grun­de liegt und dass sie noch nicht ab­ge­schlos­sen sind, kommt ein In­ter­es­sen­aus­gleich für al­le nicht aus­zu­sch­ließen­den künf­ti­gen Teil­maßnah­men (hier: wei­te­re Fi­li­al­sch­ließun­gen) in Be­tracht.

2. Das Vor­lie­gen ei­nes ein­heit­li­chen Kon­zepts wird je­den­falls ver­mu­tet, wenn in kur­zer zeit­li­cher Ab­fol­ge zehn Pro­zent der Fi­lia­len ei­ner be­stimm­ten Größen­ord­nung ei­nes Be­triebs ge­schlos­sen wer­den und so­lan­ge der Ar­beit­ge­ber nicht an­hand kon­kre­ter Pla­nungs­un­ter­la­gen bzw. der Be­nen­nung der Ent­schei­dungs­träger be­legt, wann durch wen wel­che Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wor­den sind. Von dem Ver­mu­tungs­tat­be­stand wer­den auch al­le künf­ti­gen Maßnah­men er­fasst, die in das Sch­ließungs­sche­ma pas­sen.

3. Für die Be­ant­wor­tung der Fra­ge, ob ei­ne re­le­van­te Be­triebs­ein­schränkung vor­liegt, von der er­heb­li­che Tei­le der Be­leg­schaft be­trof­fen sind, ist dann nicht nur auf be­reits durch­geführ­te Maßnah­men­tei­le, son­dern auch auf ei­ne von die­sem Ver­mu­tungs­tat­be­stand er­fass­te mögli­che und nicht ganz fern lie­gen­de wei­te­re Ent­wick­lung ab­zu­stel­len. Ei­ne zeit­li­che Gren­ze ist an­zu­neh­men, wenn und so­weit sich ei­ne sol­che aus dem In­halt des ver­mu­te­ten Kon­zepts selbst bzw. ei­nem ent­spre­chen­den Vor­trag des Be­triebs­rats er­gibt.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Berlin, Beschluss vom 27.05.2009, 20 BV 8472/09
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ber­lin-Bran­den­burg

 

Verkündet

am 19. Au­gust 2009

Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)

26 TaBV 1185/09

20 BV 8472/09
Ar­beits­ge­richt Ber­lin

M., VA
als Ur­kunds­be­am­ter/in
der Geschäfts­stel­le


Im Na­men des Vol­kes

 

Be­schluss


In dem Be­schwer­de­ver­fah­ren mit den Be­tei­lig­ten

pp  

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 26. Kam­mer, auf die Anhörung vom 19. Au­gust 2009 durch den Vor­sit­zen­der Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt K. als Vor­sit­zen­den

be­schlos­sen:

Auf die Be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin wird der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 27. Mai 2009 – 20 BV 8472/09 – un­ter Zurück­wei­sung der Be­schwer­de im Übri­gen teil­wei­se ab­geändert und der Te­nor der Ent­schei­dung ins­ge­samt wie folgt neu ge­fasst:

Der Vor­sit­zen­de Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg Dr. R. P. wird zum Vor­sit­zen­den ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le mit dem Re­ge­lungs­ge­gen­stand „In­ter­es­sen­aus­gleich anläss­lich der Sch­ließung von Ver­kaufs­stel­len des Be­klag­ten im Be­zirk 263 in Ber­lin in der Zeit vom 19. Au­gust 2009 bis zum 31. Au­gust 2010 so­wie So­zi­al­plan im Hin­blick auf die Sch­ließung von Ver­kaufs­stel­len des Be­klag­ten in die­sem Be­zirk in der Zeit von Ja­nu­ar 2009 bis 31. Au­gust 2010“ be­stellt. Die Zahl der von je­der Sei­te zu be­nen­nen­den Bei­sit­zer wird auf 2 fest­ge­setzt.

 

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Gründe:

I.

Die Be­tei­lig­ten strei­ten über die Er­rich­tung ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le. Die Ar­beit­ge­be­rin be­treibt Ein­zel­han­dels­fi­lia­len, die in Be­zir­ken zu­sam­men­ge­fasst sind. Der Be­triebs­rat ist für den Be­zirk 263 er­rich­tet. In die­sem Be­zirk wa­ren im Ja­nu­ar 2009 182 Mit­ar­bei­te­rin­nen in 50 Ver­kaufs­stel­len beschäftigt. Ne­ben der Ein­zel­fir­ma des Ar­beit­ge­bers gehört zum Sch.-Kon­zern auch die Sch.-XL-GmbH. Die­se Schwes­ter­ge­sell­schaft ist nicht ta­rif­ge­bun­den. Sie eröff­net und führt sog. Sch.-XL-Märk­te. In ei­ner Haus­mit­tei­lung 25 „Sch. in­for­miert“ kündig­te die­se an, dass „sich künf­tig im­mer mehr Sch.-Märk­te in fri­schem Shop-Lay­out präsen­tie­ren“. Zwi­schen den Un­ter­neh­men fin­det ei­ne Zu­sam­men­ar­beit statt.

Im Jahr 2001 bis 2008 schloss der Ar­beit­ge­ber im Be­zirk 263 ein bis zwei, in ei­nem Jahr kei­ne und in ei­nem Jahr drei Fi­lia­len. Nach­dem in zahlei­chen Pres­se­or­ga­nen über ei­ne be­ab­sich­tig­te bun­des­wei­te Sch­ließung von ca. 4.000 Fi­lia­len des Be­klag­ten mit bis zu 200 qm und ei­ne Er­set­zung durch sog. XL-Märk­te der Sch.-XL-GmbH be­rich­tet wor­den und dem Be­triebs­rat be­kannt ge­wor­den war, dass in sei­nem Be­zirk al­lein in den Mo­na­ten Ja­nu­ar bis April 2009 vier Fi­lia­len ge­schlos­sen wer­den soll­ten, for­der­te er un­ter Hin­weis auf das ver­mu­te­te Kon­zept den Ar­beit­ge­ber mit Schrei­ben vom 13. Fe­bru­ar 2009 zu Ver­hand­lun­gen über ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan auf. Mit Schrei­ben vom 28. Fe­bru­ar 2009 wies der Ar­beit­ge­ber auf die aus sei­ner Sicht feh­len­den Vor­aus­set­zun­gen hin. Während des Be­schluss­ver­fah­rens er­folg­te ei­ne wei­te­re Fi­li­al­sch­ließung. Drei der Fi­lia­len la­gen na­he bei­ein­an­der. Ins­ge­samt wa­ren 15 Mit­ar­bei­te­rin­nen (drei je Fi­lia­le) un­mit­tel­bar be­trof­fen, mit­tel­bar darüber hin­aus wei­te­re Be­leg­schafts­mit­glie­der. Fol­gen wa­ren min­des­tens fünf (so die Ar­beit­ge­be­rin), nach Dar­stel­lung des Be­triebs­rats 17 Kündi­gun­gen und zahl­rei­che Ver­set­zun­gen. Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit bot am 10. Au­gust 2009 ei­ne Stel­le für ei­ne Fi­li­al­lei­te­rin/ei­nen Fi­li­al­lei­ter ei­nes Sch.-XL-Mark­tes in Ber­lin an. Als Ar­beit­ge­ber ist dort die „A. Sch. Zen­tral­ver­wal­tung“ an­ge­ge­ben.

Am 4. Mai 2009 ging beim Ar­beits­ge­richt Ber­lin der An­trag des Be­triebs­rats auf Ein­set­zung ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le ein. Der Be­triebs­rat hat den An­trag zunächst mit den bis­he­ri­gen und ge­plan­ten fünf Fi­li­al­sch­ließun­gen be­gründet. Außer­dem sei­en wei­te­re Fi­li­al­sch­ließun­gen zu befürch­ten. Er hat be­haup­tet, der Kon­zern­di­rek­tor Ver­trieb des Ar­beit­ge­bers, Herr B., ha­be im De­zem­ber 2008 vor lei­ten­den An­ge­stell­ten in Nord­rhein-West­fa­len verkündet, dass ei­ne suk­zes­si­ve Sch­ließung von ca. 4.000 Ver­kaufs­stel­len ge­plant sei. Es ge­he um Ver­kaufs­stel­len mit ei­ner ge­rin­gen Ver­kaufs­flächen­zahl und ei­nem nied­ri­gen Um­satz. Er befürch­te da­her in sei­nem Be­zirk die Sch­ließung von wei­te­ren 14 Ver­kaufs­stel­len mit Ver­kaufs­flächen von bis zu 200 qm und ei­nem Um­satz von bis zu 24.000 Eu­ro. Durch ei­ne be­ab­sich­tig­te Eröff­nung von ca. 500 XL-Märk­ten al­lein im Jahr 2009 kom­me es zu ei­ner

 

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Ver­drängung der Märk­te des Ar­beit­ge­bers. Es ge­be be­reits jetzt ei­ne re­ge Zu­sam­men­ar­beit ua. hin­sicht­lich der La­ger, der ge­sam­ten Lo­gis­tik usw.

Der Be­triebs­rat hat be­an­tragt,

1. Herrn Dr. R. P. zum Vor­sit­zen­den ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le mit dem Re­ge­lungs­ge­gen­stand „Ver­hand­lung ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleichs und Ab­schluss ei­nes So­zi­al­plans we­gen Sch­ließun­gen und Um­struk­tu­rie­run­gen von Ver­kaufs­stel­len“ zu be­stel­len,
2. die Zahl der von je­der Sei­te zu be­nen­nen­den Bei­sit­zer auf 2 fest­zu­set­zen.

Der Ar­beit­ge­ber hat be­an­tragt,

die Anträge zurück­zu­wei­sen.

Er hat die An­sicht ver­tre­ten, es sei so­fort er­kenn­bar, dass ei­ne Be­triebsände­rung nicht vor­lie­ge. Die Zah­len­wer­te des § 17 KSchG sei­en nicht er­reicht. Ei­ne ein­heit­li­che un­ter­neh­me­ri­sche Pla­nung lie­ge nicht vor. Außer­dem feh­le es an ei­ner ord­nungs­gemäßen Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats zur Be­auf­tra­gung sei­nes Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten.

Das Ar­beits­ge­richt hat den Anträgen statt­ge­ge­ben und das im We­sent­li­chen da­mit be­gründet, dass – un­ter Berück­sich­ti­gung des Prüfungs­maßstabs im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren - je­den­falls nicht aus­zu­sch­ließen sei, dass die durch­geführ­ten Maßnah­men auf ei­ner ein­heit­li­chen Ent­schei­dung be­ruh­ten und auch die Sch­ließung wei­te­re Fi­lia­len nicht aus­ge­schlos­sen sei, zu­mal die Sch­ließun­gen in ein be­stimm­tes Sche­ma pass­ten. Da­her kom­me es nicht dar­auf an, dass der Schwel­len­wert des § 17 KSchG noch nicht er­reicht sei. Die Be­ant­wor­tung Fra­ge, ob ei­ne kon­kre­te Pla­nung zur Sch­ließung wei­te­rer Ver­kaufs­stel­len vor­lie­ge, sei Auf­ga­be der Ei­ni­gungs­stel­le. Außer­dem er­folg­ten die Sch­ließun­gen der Ei­ni­gungs­stel­len oft kurz­fris­tig, so­dass dem Be­triebs­rat die Einschätzung er­schwert wer­de, ob und wenn ja in wel­chem Um­fang der Ar­beit­ge­ber die Sch­ließung der Ver­kaufs­stel­len pla­ne. Ein Ein­fluss auf die Pla­nung könne an­ders nicht er­reicht wer­den. Je­den­falls sei un­strei­tig auch in Ber­lin die Eröff­nung von XL-Märk­ten ge­plant.

Die Ar­beit­ge­be­rin hat ge­gen den ihr am 3. Ju­ni 2009 zu­ge­stell­ten Be­schluss am 15. Ju­ni 2009 Be­schwer­de ein­ge­legt und die­se zeit­gleich be­gründet.

Sie wie­der­holt hier­zu im We­sent­li­chen ih­ren erst­in­stanz­li­chen Vor­trag. Je­den­falls sei­en nur un­er­heb­li­che Tei­le der Be­leg­schaft be­trof­fen. Es ste­he we­der fest, dass die Eröff­nung von Dro­ge­riemärk­ten durch die Schwes­ter­ge­sell­schaft ge­plant sei, noch dass es durch die Sch­ließung von Ver­kaufs­stel­len zu ei­nem Per­so­nal­ab­bau kom­me. Der Ar­beit­ge­ber wis­se auch gar nicht, wann sei­ne Schwes­ter­ge­sell­schaft ei­ne Fi­lia­le neu eröff­ne. Ei­ne ord­nungs­gemäße Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats mit ent­spre­chen­der Ta­ges­ord­nung wer­de wei­ter­hin be­strit­ten. Lei­ter al­ler Ber­li­ner Fi­lia­len sei Herr J., was in­so­weit un­strei­tig ist.

 

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Die­ser erläuter­te in der Be­schwer­de­ver­hand­lung, dass er früher teil­wei­se das Ver­fah­ren im Zu­sam­men­hang mit der Sch­ließung von Fi­lia­len ein­be­zo­gen wor­den sei, die­se zT. auch auf sei­ne Ver­an­las­sung er­folgt sei­en. Das sei bei den letz­ten fünf Sch­ließun­gen aber nicht mehr der Fall ge­we­sen. Er sei darüber nur noch in­for­miert wor­den und ha­be die­se In­for­ma­ti­on so­dann an den Be­triebs­rat wei­ter­ge­lei­tet. Ihm sei auch die Ab­sicht wei­te­rer Fi­li­al­sch­ließun­gen nicht be­kannt. Ent­spre­chend po­si­tio­nier­te sich der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Ar­beit­ge­bers. Al­ler­dings könn­ten Pla­nun­gen auch kurz­fris­tig er­fol­gen. Die Ent­schei­dung, die Ver­kaufs­stel­le in der R. Straße zum 28. Ja­nu­ar 2009 „zu op­ti­mie­ren“ (ge­meint: zu schließen) ha­be der Ar­beit­ge­ber im No­vem­ber 2008 ge­trof­fen und Herrn J. am 19. No­vem­ber 2008 in­for­miert. Die Sch­ließung der Ver­kaufs­stel­le in der M.straße 6 am 4. Fe­bru­ar 2009 sei eben­falls im No­vem­ber 2008 ge­trof­fen und Herrn J. am 19. No­vem­ber 2008 mit­ge­teilt wor­den, der den Be­triebs­rat am 21. No­vem­ber 2009 in­for­miert ha­be. Die Ent­schei­dung über die Sch­ließung der Ver­kaufs­stel­le in der der R. Straße 56a am 22. April 2009 sei im Ent­schei­dungs­pro­zess Ja­nu­ar/Fe­bru­ar 2009 ge­trof­fen wor­den. Nach der Er­in­ne­rung des Herrn J. ha­be die­ser den Be­triebs­rat hierüber in der fünf­ten Ka­len­der­wo­che un­ter­rich­tet. Die Ent­schei­dung über die Sch­ließung der Ver­kaufs­stel­le in F. sei im Fe­bru­ar 2009 ge­trof­fen wor­den. Ursprüng­li­cher Sch­ließungs­ter­min sei der 29. April 2009 ge­we­sen. Nach der Er­in­ne­rung des Herrn J. sei der Be­triebs­rat hierüber im Fe­bru­ar 2009 un­ter­rich­tet wor­den. Nach ei­nem Per­so­nal­gespräch sei der Sch­ließungs­ter­min in Ab­stim­mung mit der Zen­tra­le des Ar­beit­ge­bers auf den 13. Mai 2009 ver­legt und der Be­triebs­rat un­verzüglich in­for­miert wor­den. Pla­nungs­un­ter­la­gen, die Sch­ließung der ein­zel­nen Ver­kaufs­stel­len be­tref­fend, ge­be es tatsächlich nicht.

Der Ar­beit­ge­ber be­an­tragt,

den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 27.05.2009 – 20 BV 8472/09 - ab­zuändern und die Anträge des Be­triebs­rats zurück­zu­wei­sen.

Der Be­triebs­rat be­an­tragt,

die Be­schwer­de zurück­zu­wei­sen.

Er ver­tieft und ergänzt sei­nen erst­in­stanz­li­chen Vor­trag ins­be­son­de­re im Hin­blick auf im Zu­sam­men­hang mit den Ver­kaufs­stel­len­sch­ließun­gen durch­geführ­te Per­so­nal­maßnah­men. Im Zu­sam­men­hang mit den Fi­li­al­sch­ließun­gen sei­en ent­ge­gen dem Vor­trag der Ar­beit­ge­be­rin neun Beschäftig­ten be­triebs­be­ding­te Be­en­di­gungskündi­gun­gen und drei wei­te­ren Be­leg­schafts­mit­glie­dern be­triebs­be­ding­te Ände­rungskündi­gun­gen aus­ge­spro­chen wor­den. Die Ände­rungs­an­ge­bo­te sei­en ab­ge­lehnt wor­den. Fünf Ver­set­zun­gen sei­en eben­falls zu berück­sich­ti­gen. Darüber hin­aus ha­be der Ar­beit­ge­ber fünf wei­te­re ver­deck­te be­triebs­be­ding­te Kündi­gun­gen un­ter An­ga­be nicht halt­ba­rer krank­heits- und

 

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ver­hal­tens­be­ding­ter Ge­sichts­punk­te aus­ge­spro­chen. Ins­ge­samt sei es zu 22 Per­so­nal­maßnah­men ge­kom­men.

Es ge­be er­heb­li­che Per­so­nal­ver­flech­tun­gen zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber und sei­ner Schwes­ter­ge­sell­schaft. So sol­len die Be­zirks­lei­ter des Be­klag­ten auch die XL-Märk­te be­treu­en, aus den Wa­ren­la­gern des Be­klag­ten sol­len auch die XL-Märk­te be­lie­fert wer­den, außer­dem würden auch Mit­ar­bei­ter der Ver­kaufs­stel­len des Be­klag­ten in XL-Märk­te ver­setzt. Mit­glie­der des Wirt­schafts­aus­schus­ses hätten dem Wirt­schafts­prüfungs­be­richt ent­neh­men können, dass Ver­kaufs­stel­len des Be­klag­ten im Zu­sam­men­hang mit der Einführung von XL-Märk­ten mas­siv zurück­geführt würden. Der Um­satzrück­gang bei dem Ar­beit­ge­ber kor­re­lie­re mit der Um­satz­stei­ge­rung bei der Schwes­ter­ge­sell­schaft und den „I. P.“-Fi­lia­len. Dem Be­schluss des Vor­sit­zen­den ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le nach § 109 Be­trVG, in dem der Ar­beit­ge­ber sehr de­tail­liert zur Be­ant­wor­tung von Fra­gen zum Zu­sam­men­hang zwi­schen der Er­rich­tung von Sch. XL-Märk­ten, „I. P.“-Fi­lia­len und der Sch­ließung sei­ner Fi­lia­len auf­ge­for­dert wor­den ist, kom­me die­ser nicht nach, ha­be ihn viel­mehr an­ge­foch­ten, was un­ter den Be­tei­lig­ten nicht strei­tig ist.

Außer­dem ver­weist er zum Zu­sam­men­hang von erhöhtem Auf­kom­men an Fi­li­al­sch­ließun­gen und der Er­rich­tung von XL-Märk­ten auf vier kon­kre­te Bei­spie­le. In­so­weit wird Be­zug ge­nom­men auf Sei­te 3 des Schrift­sat­zes des Be­triebs­rats vom 11. Au­gust 2009.

In der Be­schwer­de­ver­hand­lung vom 19. Au­gust 2009 teil­te der Be­triebs­rat mit, dass ihm durch die Fi­li­al­lei­te­rin der Fi­lia­le in der S. Straße so­eben, dh. am Mor­gen des 19. Au­gust 2009, mit­ge­teilt wor­den sei, dass in der Fi­lia­le des Ar­beit­ge­bers sechs Männer er­schie­nen sei­en, um ihr mit­zu­tei­len, dass sie be­auf­tragt sei­en, Ein­rich­tungs­ge­genstände in ein 20 Me­ter ent­fern­tes Ver­kaufs­lo­kal – ei­ne ehe­ma­li­ge Vi­deo­thek - zu brin­gen. Es sei­en auch be­reits Ein­rich­tungs­ge­genstände ab­ge­baut wor­den. Die Ver­kaufs­stel­len­lei­te­rin der be­trof­fe­nen Fi­lia­le ha­be den Be­triebs­rat auch darüber in­for­miert, dass der Ver­mie­ter der Ver­kaufs­stel­le ihr mit­ge­teilt ha­be, es sei die Er­rich­tung ei­nes XL-Mark­tes ge­plant. Während die bis­he­ri­ge Ver­kaufs­stel­le ei­ne Größe von et­was 200 qm auf­wei­se, sei die der ehe­ma­li­gen Vi­deo­thek et­wa 400 qm groß, al­so für ei­nen XL-Markt ge­eig­net. Hier­zu konn­te der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Ar­beit­ge­bers kei­ne Stel­lung­nah­me ab­ge­ben. Ihm sei da­zu nichts be­kannt.

Der Be­triebs­rat be­ruft sich zur Zulässig­keit sei­nes An­trags nun ergänzend auf sei­nen Be­schluss vom 8. Mai 2009, in dem es heißt:

„Der Be­triebs­rat be­sch­ließt in sei­ner heu­ti­gen Sit­zung die Be­auf­tra­gung und Be­vollmäch­ti­gung von Herrn RA …, zur Durch­set­zung ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleichs und So­zi­al­pla­nes we­gen Sch­ließun­gen und Um­struk­tu­rie­run­gen von Ver­kaufs­stel­len ein

 

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Be­schluss­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten, in dem fest­ge­stellt wer­den soll, dass je­de Sei­te drei Bei­sit­zer be­stim­men kann und Dr. P. als Vor­sit­zen­der be­stellt wird. …“

und ei­nen Be­schluss für die Be­schwer­de vom 26. Ju­ni 2009.

In der Sit­zung vom 8. Mai 2009 wa­ren acht Be­triebs­rats­mit­glie­der und für das er­krank­te Be­triebs­rats­mit­glied Frau M. das Er­satz­mit­glied Frau Pr. an­we­send.

We­gen der Ein­zel­hei­ten wird Be­zug ge­nom­men auf das erst- und zweit­in­stanz­li­che Vor­brin­gen der Be­tei­lig­ten. Die Un­ter­la­gen zu der Sit­zung des Be­triebs­rats sind dem Ge­richt in der Be­schwer­de­ver­hand­lung im Ori­gi­nal vor­ge­legt wor­den. Die Übe­rein­stim­mung mit den zur Ak­te ge­reich­ten Un­ter­la­gen wur­de fest­ge­stellt.

II.

1) Die Be­schwer­de ist zulässig. Sie ist statt­haft so­wie form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den.

2) Die Be­schwer­de ist be­gründet, so­weit das Ar­beits­ge­richt die Ei­ni­gungs­stel­le hin­sicht­lich des Re­ge­lungs­ge­gen­stan­des „Ver­hand­lung ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleichs“ oh­ne Be­gren­zung auf künf­ti­ge, al­so noch nicht durch­geführ­te (Teil-)Maßnah­men ein­ge­setzt hat. In­so­weit wäre die be­gehr­te Ei­ni­gungs­stel­le of­fen­sicht­lich un­zuständig iSd. § 98 Abs. 1 ArbGG. Be­gründet ist die Be­schwer­de auch, so­weit kei­ne zeit­li­che Be­gren­zung vor­ge­nom­men wor­den ist. Im Übri­gen ist die Be­schwer­de un­be­gründet. Der An­trag des Be­triebs­rats ist zulässig und in dem sich aus dem Te­nor er­ge­ben­den Um­fang be­gründet.

a) Der An­trag des Be­triebs­rats ist zulässig. Ins­be­son­de­re fehlt es auch nicht an ei­ner ord­nungs­gemäßen Be­schluss­fas­sung zur Be­auf­tra­gung sei­nes Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten.
aa) Ein sol­cher Be­schluss ist al­ler­dings so­wohl zur Ver­fah­rens­ein­lei­tung als auch zur wirk­sa­men Be­auf­tra­gung ei­nes Rechts­an­walts er­for­der­lich. Fehlt es dar­an, ist der Be­triebs­rat ge­richt­lich nicht wirk­sam ver­tre­ten und kommt ein Pro­zess­rechts­verhält­nis nicht zu­stan­de; für den Be­triebs­rat ge­stell­te Anträge sind be­reits als un­zulässig ab­zu­wei­sen. Dem­ge­genüber be­darf es kei­ner ge­son­der­ten Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­rats über die Be­vollmäch­ti­gung sei­nes Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten im Be­schwer­de­ver­fah­ren. Die ei­nem Rechts­an­walt er­teil­te Ver­fah­rens­voll­macht um­fasst auch die Be­rech­ti­gung zur Ver­tre­tung im Rah­men des Be­schwer­de­ver­fah­rens, § 80 Abs. 2, § 46 Abs. 2 ArbGG iVm. § 81 ZPO (vgl. BAG 6. De­zem­ber 2006 - 7 ABR 62/05 - AP Nr. 5, zu § 21b Be­trVG 1972, zu B I der Gründe).

Die Un­wirk­sam­keit ei­nes Be­triebs­rats­be­schlus­ses über die Ein­lei­tung ei­nes Be­schluss­ver­fah­rens und die Be­auf­tra­gung ei­nes Rechts­an­walts kann durch ei­nen ord­nungs­gemäßen späte­ren Be­schluss ge­heilt wer­den, wenn die­ser noch vor Er­lass ei­ner

 

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den An­trag als un­zulässig zurück­wei­sen­den Pro­zes­s­ent­schei­dung ge­fasst wird (vgl. BAG 18. Fe­bru­ar 2003 - 1 ABR 17/02 - BA­GE 105, 19 = AP Be­trVG 1972 § 77 Be­triebs­ver­ein­ba­rung Nr. 11 = EzA Be­trVG 2001 § 77 Nr. 4, zu B I 2 b der Gründe mwN). Zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt kann ei­ne rück­wir­ken­de Hei­lung des Man­gels nicht mehr er­fol­gen (vgl. BAG 18. Fe­bru­ar 2003 - 1 ABR 17/02 - aaO, zu B I 3 a der Gründe). Le­dig­lich der Nach­weis über die bis zum Zeit­punkt der Pro­zes­s­ent­schei­dung er­folg­te Be­schluss­fas­sung kann noch im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren geführt wer­den (vgl. BAG 18. Fe­bru­ar 2003 - 1 ABR 17/02 - aaO, zu B I 3 a der Gründe; 16. No­vem­ber 2005 - 7 ABR 12/05 - EzA Be­trVG 2002 § 80 Nr. 4, zu B I 1 a der Gründe).

bb) Bei Zu­grun­de­le­gung die­ser Grundsätze fehlt es hier nicht an ei­ner ord­nungs­gemäßen Be­schluss­fas­sung zur Be­auf­tra­gung des Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten. Der Be­triebs­rat hat je­den­falls in der Be­ru­fungs­in­stanz die Un­ter­la­gen ein­ge­reicht, aus de­nen sich die Teil­neh­mer an der Be­triebs­rats­sit­zung vom 8. Mai 2009, die Ab­stim­mungs­verhält­nis­se und der in der Sit­zung ge­fass­te Be­schluss zur Be­auf­tra­gung sei­nes Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten er­ge­ben. Die durch den Ar­beit­ge­ber ursprüng­lich nicht ganz zu Un­recht an­ge­mahn­ten Zwei­fel hin­sicht­lich der zu­vor vor­ge­leg­ten Be­schlüsse sind je­den­falls durch die in der Ver­hand­lung über­ge­be­nen Un­ter­la­gen aus­geräumt wor­den. Von neun Be­triebs­rats­mit­glie­dern nah­men an der Sit­zung acht or­dent­li­che und ein Er­satz­mit­glied teil. Der Be­schluss ist mit acht Ja-Stim­men ge­trof­fen wor­den. Nach den durch das Ge­richt in­so­weit ge­trof­fe­nen Fest­stel­lun­gen hat der Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­te der Ar­beit­ge­be­rin Einwände auch nicht mehr er­ho­ben, ins­be­son­de­re die Echt­heit der Ur­kun­den nicht in Zwei­fel ge­zo­gen.

b) Hin­sicht­lich des Re­ge­lungs­ge­gen­stan­des „In­ter­es­sen­aus­gleich we­gen Sch­ließung und Um­struk­tu­rie­rung von Ver­kaufs­stel­len“ ist die Ei­ni­gungs­stel­le of­fen­sicht­lich un­zuständig, so­weit es um Ver­hand­lun­gen über das Ob, Wie und Wann der be­reits ge­schlos­se­nen fünf Fi­lia­len geht.

aa) Im Ver­fah­ren nach § 98 ArbGG ist die ge­richt­li­che Zuständig­keitsprüfung der Ei­ni­gungs­stel­le al­ler­dings weit­ge­hend ein­ge­schränkt. Der An­trag auf Er­rich­tung ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le nach § 76 Abs. 2 Satz 2 und 3 Be­trVG kann nach § 98 Abs. 1 Satz 2 ArbGG nur zurück­ge­wie­sen wer­den, wenn die­se of­fen­sicht­lich un­zuständig ist. Of­fen­sicht­li­che Un­zuständig­keit liegt vor, wenn bei fach­kun­di­ger Be­ur­tei­lung durch das Ge­richt so­fort er­kenn­bar ist, dass das vom Be­triebs­rat in An­spruch ge­nom­me­ne Mit­be­stim­mungs­recht un­ter kei­nem denk­ba­ren recht­li­chen Ge­sichts­punkt in Fra­ge kommt. Dies erklärt sich aus den Be­son­der­hei­ten des Be­stel­lungs­ver­fah­rens, das dar­auf ge­rich­tet ist, den Be­triebs­part­nern, die kei­ne ständi­ge Ei­ni­gungs­stel­le ein­ge­rich­tet ha­ben, im Be­darfs­fal­le beim Auf­tre­ten von Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten möglichst rasch ei­ne for­mal funk­ti­onsfähi­ge Ei­ni­gungs­stel­le zur Verfügung zu stel­len. Die­se Ziel­set­zung er­for­dert ein un­kom­pli­zier­tes

 

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Be­stel­lungs­ver­fah­ren oh­ne zeit­rau­ben­de Prüfung schwie­ri­ger Rechts­fra­gen (vgl. BAG 24. No­vem­ber 1981 - 1 ABR 42/79 - AP Nr. 11 zu § 76 Be­trVG 1972 = EzA § 76 Be­trVG 1972 Nr 33, zu B 1 der Gründe). Dem ent­spricht das ver­ein­fach­te ge­richt­li­che Ver­fah­ren oh­ne Hin­zu­zie­hung der eh­ren­amt­li­chen Rich­ter un­ter Aus­schluss der Rechts­be­schwer­de. Der ein­ge­schränk­te Prüfungs­maßstab kor­re­spon­diert da­mit, dass die Ei­ni­gungs­stel­le die Vor­fra­ge ih­rer Zuständig­keit selbst prüft und sich, wenn sie die­se nicht für ge­ge­ben hält, für un­zuständig erklären kann (vgl. BAG 30. Ja­nu­ar 1990 - 1 ABR 2/89 - AP Nr. 41 zu § 87 Be­trVG 1972 Lohn­ge­stal­tung = NZA 1990, 571, zu B I 5 der Gründe, mwN). Die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts bin­det die Ei­ni­gungs­stel­le in­so­weit nicht. Sie kann un­ge­ach­tet ih­rer Er­rich­tung im Be­stel­lungs­ver­fah­ren ih­re Zuständig­keit ver­nei­nen und da­mit ei­ne Re­ge­lung ab­leh­nen.

Ist ei­ne Rechts­fra­ge durch das Bun­des­ar­beits­ge­richt höchst­rich­ter­lich ent­schie­den, so wird zu­min­dest dann die of­fen­sicht­li­che Un­zuständig­keit zu be­ja­hen sein, wenn die­se Recht­spre­chung als ge­fes­tigt an­ge­se­hen wer­den kann und an­ge­sichts un­ein­ge­schränk­ter Ak­zep­tanz kei­ne An­halts­punk­te für ein Ab­wei­chen er­kenn­bar sind (vgl. da­zu auch: LAG Ba­den-Würt­tem­berg 4. De­zem­ber 2003 - 10 TaBV 2/03 – Ju­ris, zu II 2 der Gründe, mwN, mit Anm. Bertz­bach Ju­ris­PR-ArbR 33/2004 Anm. 3). Die Sach­ver­halts­aufklärung ist auf Tat­sa­chen zur „of­fen­sicht­li­chen Un­zuständig­keit“ der Ei­ni­gungs­stel­le be­schränkt, da die endgülti­ge Klärung der Zuständig­keit der Ei­ni­gungs­stel­le ei­nem ge­son­der­ten Be­schluss­ver­fah­ren vor der voll­be­setz­ten Kam­mer vor­be­hal­ten ist (BVerfG 24. Sep­tem­ber 1986 – 1 BvR 1481/83, nv).

bb) Es ist hier so­fort er­kenn­bar, dass das vom Be­triebs­rat in An­spruch ge­nom­me­ne Mit­be­stim­mungs­recht hin­sicht­lich des Ver­suchs ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleich für be­reits ab­ge­schlos­se­ne Maßnah­me­tei­le un­ter kei­nem denk­ba­ren recht­li­chen Ge­sichts­punkt in Fra­ge kommt. Die Vor­aus­set­zun­gen für ein Mit­be­stim­mungs­recht nach § 111 Satz 3, § 112 Abs. 4 Be­trVG lie­gen hin­sicht­lich der be­reits ge­schlos­se­nen Fi­lia­len nicht mehr vor. Für die Fra­ge, ob die Ei­ni­gungs­stel­le of­fen­sicht­lich un­zuständig ist, ist auf den Sach­ver­halt ab­zu­stel­len, wie er sich zum Zeit­punkt der Anhörung bzw. Ent­schei­dung dar­stellt (ArbGG/Koch § 98 Rn. 17). Für be­reits durch­geführ­te Maßnah­men, hier die Sch­ließung von fünf Fi­lia­len im Be­zirk 263 im ers­ten Halb­jahr 2009, sieht das Ge­setz die Durchführung von In­ter­es­sen­aus­gleichs­ver­hand­lung und da­mit auch die Er­rich­tung ei­ner hier­auf be­zo­ge­nen Ei­ni­gungs­stel­le nicht vor (vgl. BAG 28. März 2006 - 1 ABR 5/05 - AP Nr. 12 zu § 112a Be­trVG 1972 = NZA 2006, 932 = EzA § 111 Be­trVG 2001 Nr. 4, zu II 1 a dd der Gründe). Die­ser kann nur vor der Durchführung ver­han­delt wer­den.

c) Nach den fest­ge­stell­ten In­di­zi­en ist es aber nicht so­fort er­kenn­bar, dass kei­ne vor Sch­ließung der Fi­lia­len im ers­ten Halb­jahr 2009 ge­plan­te und noch nicht ab­ge­schlos­se­ne mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Be­triebsände­rung nach § 111 Satz 3 Nr. 1 u. 4, § 112 Abs. 4

 

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Be­trVG vor­liegt. Auch § 112a Be­trVG steht man­gels ei­nes rei­nen Per­so­nal­ab­baus nicht ent­ge­gen. In­so­weit kom­men ein In­ter­es­sen­aus­gleich so­wie ein So­zi­al­plan in Be­tracht.

aa) Es nicht of­fen­sicht­lich aus­ge­schlos­sen, dass bei ei­ner bis­her nicht vollständig durch­geführ­ten Maßnah­me noch ein da­hin­ge­hen­der Mit­be­stim­mungs­tat­be­stand erfüllt wird. Das Recht des Be­triebs­rats auf Un­ter­rich­tung so­wie auf Ver­hand­lun­gen über das Ob, Wann und Wie der Maßnah­me kann zwar nicht erst nach de­ren teil­wei­sen Durchführung auf Grund ei­ner Zu­sam­men­rech­nung mit späte­ren Maßnah­men be­gründet wer­den. Ei­ne späte­re, von ei­ner ein­heit­li­chen vor­an­ge­gan­ge­nen Pla­nung er­fass­te Teil­maßnah­me kann aber auch nach vor­an­ge­gan­ge­nen (Teil-)Maßnah­men noch ei­nen An­spruch auf In­ter­es­sen­aus­gleichs­ver­hand­lun­gen hin­sicht­lich der ge­plan­ten, aber noch nicht durch­geführ­ten Maßnah­men recht­fer­ti­gen. In­so­weit be­steht noch die Möglich­keit der Ein­fluss­nah­me.

bb) Ein Mit­be­stim­mungs­recht nach § 111 Satz 3 Nr. 1, § 112 Abs. 4 Be­trVG ist nicht aus­zu­sch­ließen. Es kommt je­den­falls ei­ne Be­triebsände­rung in Form ei­ner Be­triebs­ein­schränkung in Be­tracht. Ganz aus­zu­sch­ließen ist darüber hin­aus auch ei­ne Be­triebsände­rung in Form ei­ner grund­le­gen­den Ände­rung der Be­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on iSd. § 111 Satz 3 Nr. 4 Be­trVG nicht.

(1) Nach § 111 Satz 3 Nr. 1 in Ver­bin­dung mit § 112 Abs. 2, Abs. 4 Be­trVG kann der Be­triebs­rat bei der Ein­schränkung von we­sent­li­chen Be­triebs­tei­len oder des gan­zen Be­trie­bes ein­sei­tig die Ei­ni­gungs­stel­le zur Ver­hand­lung ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleichs und zur Auf­stel­lung ei­nes So­zi­al­plans an­ru­fen. Ei­ne Be­triebs­ein­schränkung de­fi­niert das Bun­des­ar­beits­ge­richt als ei­ne er­heb­li­che, un­gewöhn­li­che und nicht nur vorüber­ge­hen­de Her­ab­set­zung der Leis­tungsfähig­keit des Be­trie­bes, gleichgültig, ob die Ver­min­de­rung der Leis­tungsfähig­keit durch Außer­be­trieb­set­zung von Be­triebs­an­la­gen oder durch Per­so­nal­re­du­zie­rung er­folgt (vgl. BAG 22.05.1979 - 1 ABR 17/77 – AP Nr. 4 zu § 111 Be­trVG 1972 = NJW 1980, 83, zu II 1 e der Gründe). Der Be­griff der Be­triebs­ein­schränkung ver­langt da­bei, dass ei­ne größere Zahl von Ar­beit­neh­mern be­trof­fen ist. Das er­gibt sich schon dar­aus, dass die Ein­schränkung sich auf den gan­zen Be­trieb oder doch auf we­sent­li­che Be­triebs­tei­le be­zie­hen muss. Darüber hin­aus ist in die­sem Zu­sam­men­hang all­ge­mein die Aus­gangs­vor­schrift des § 111 Satz 1 Be­trVG zu be­ach­ten, die nur sol­che Be­triebsände­run­gen an­spricht, die we­sent­li­che Nach­tei­le für die Be­leg­schaft oder er­heb­li­che Tei­le der­sel­ben zur Fol­ge ha­ben können (vgl. BAG 22.05.1979 - 1 ABR 17/77 – AP Nr. 4 zu § 111 Be­trVG 1972 = NJW 1980, 83, zu II 1 d der Gründe). Ist in die­sem Sin­ne ei­ne Be­triebsände­rung ge­ge­ben, wird nach § 111 Satz 1 Be­trVG der Ein­tritt von wirt­schaft­li­chen Nach­tei­len fin­giert (vgl. BAG 18. März 2008 - 1 ABR 77/06 - ZIP 2008, 1444, zu B II 1 b cc der Gründe). Dass tatsächlich Nach­tei­le für die Mit­ar­bei­ter ent­stan­den sind, ist nicht er­for­der­lich. Ob aus­gleichs- oder mil­de­rungswürdi­ge Nach­tei­le ent­ste­hen bzw. ent­stan­den

 

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sind, ist bei der Auf­stel­lung des So­zi­al­plans von der Ei­ni­gungs­stel­le zu prüfen und zu ent­schei­den.

(2) Die Sch­ließung von Fi­lia­len kommt da­nach grds. als Be­triebs­ein­schränkung in Be­tracht. Die Sch­ließung ein­zel­ner Fi­lia­len im Be­zirk 263 genügte die­sen An­for­de­run­gen al­ler­dings nicht. In­so­weit be­steht un­ter den Be­tei­lig­ten auch kei­ne Streit. Ein­zu­be­zie­hen sind je­doch für die Fra­ge, ob die dar­ge­stell­ten qua­li­ta­ti­ven bzw. quan­ti­ta­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind, al­le Fi­li­al­sch­ließun­gen, die auf­grund ei­ner ein­heit­li­chen Pla­nung durch­geführt wor­den sind. Ei­ne ein­heit­li­che Pla­nungs­ent­schei­dung kann auch ei­ne stu­fen­wei­se Durchführung vor­se­hen.

Ei­ne ein­heit­li­che Pla­nung ist hin­sicht­lich der fünf im Jahr 2009 ge­schlos­se­nen Fi­lia­len je­den­falls nicht of­fen­sicht­lich aus­ge­schlos­sen. Ein en­ger zeit­li­cher Zu­sam­men­hang zwi­schen meh­re­ren Ent­las­sungs­wel­len stellt ein we­sent­li­ches In­diz für ei­ne von An­fang an ein­heit­li­che Pla­nung dar (vgl. BAG 28. März 2006 - 1 ABR 5/05 - AP Nr. 12 zu § 112a Be­trVG 1972 = NZA 2006, 932 = EzA § 111 Be­trVG 2001 Nr. 4, zu B II 1 a bb der Gründe). Die­ses In­diz ist durch den Ar­beit­ge­ber nicht aus­geräumt wor­den. Er hat zwar zum Be­weis für ei­ne feh­len­de ein­heit­li­che Pla­nung Herrn J. be­nannt. Die­ser hat aber in der Ver­hand­lung ausführ­lich dar­ge­stellt, dass er ge­ra­de hin­sicht­lich der letz­ten fünf im Be­zirk 263 ge­schlos­se­nen Fi­lia­len nur noch durch die Geschäfts­lei­tung in Kennt­nis ge­setzt wor­den sei. Nach sei­ner so­wie der Dar­stel­lung des Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten in der münd­li­chen Ver­hand­lung trifft die Ent­schei­dung über die Sch­ließung der Fi­lia­le der Ar­beit­ge­ber letzt­lich al­lein. Schrift­li­che Vorgänge ge­be es hier­zu nicht. Z.T. sei­en die Sch­ließun­gen früher zwar zu­vor durch Herrn J. an­ge­regt wor­den. Ge­ra­de bei den hier streit­ge­genständ­li­chen Fi­li­al­sch­ließun­gen sei das aber nicht der Fall ge­we­sen. So­weit der Ar­beit­ge­ber – al­ler­dings auch nur für vier Fi­lia­len - zu­letzt noch mit Schrift­satz vom 17. Au­gust 2009 Mo­na­te be­nannt hat, in de­nen die Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wor­den sein sol­len, war das nicht aus­rei­chend. Un­ter­la­gen, aus de­nen sich An­halts­punk­te dafür er­ge­ben, wie Kündi­gung der Miet­verträge, Ab­mel­dung von An­schlüssen usw. sind nicht vor­ge­legt wor­den. Der als Zeu­ge be­nann­te Herr J. ist nach ei­ge­nem Be­kun­den hin­sicht­lich der fünf Fi­li­al­sch­ließun­gen selbst nur in­so­weit in die Sch­ließungs­vorgänge ein­be­zo­gen wor­den, dass ihm die­se mit­ge­teilt wor­den sind und er dies dem Be­triebs­rat wei­ter­ge­lei­tet hat. Aus­sa­gen zur zu­grun­de lie­gen­de Pla­nung - auch im Ein­zel­fall - konn­te er nach ei­ge­nen An­ga­ben des Ar­beit­ge­bers nicht tref­fen. Es wäre aber Auf­ga­be des Ar­beit­ge­bers ge­we­sen, dar­zu­le­gen und un­ter Be­weis zu stel­len, dass ei­ne neue, von An­fang an nicht vor­her­seh­ba­re Si­tua­ti­on ihn zu wei­te­ren Maßnah­men ge­zwun­gen hat, die ursprüng­lich nicht ge­plant wa­ren. Dem ist er nicht nach­ge­kom­men, so­dass es bei der Ver­mu­tung ei­ner vor­an­ge­gan­ge­nen ein­heit­li­chen Pla­nung bleibt, zu­mal die Sch­ließun­gen – wor­auf das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend hin­weist – auch in ein Sche­ma zu pas­sen schei­nen.

 

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(3) Be­reits bei Ein­be­zie­hung sämt­li­cher im Jahr 2009 ge­schlos­se­ner Fi­lia­len ist es nach den oben dar­ge­stell­ten Grundsätzen nicht of­fen­sicht­lich aus­ge­schlos­sen, dass ei­ne in­ter­es­sen­aus­gleichs- und so­zi­al­plan­pflich­ti­ge Be­triebsände­rung durch­geführt wor­den ist. Da­bei ist es an­ge­sichts der Tat­sa­che, dass hier zehn Pro­zent der Fi­lia­len ge­schlos­sen wor­den sind, auch nicht aus­zu­sch­ließen, dass ei­ne nicht nur vorüber­ge­hen­de er­heb­li­che Her­ab­set­zung der Leis­tungsfähig­keit her­bei­geführt wor­den ist. Die Sch­ließung von fünf Fi­lia­len geht je­den­falls deut­lich über den Um­fang der Fi­li­al­sch­ließun­gen in den vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­ren hin­aus. Aus­zu­sch­ließen ist auch nicht, dass ei­ne sol­che Maßnah­me zu­sam­men mit dem Per­so­nal­ab­bau (da­zu BAG 28. März 2006 - 1 ABR 5/05 – aaO., zu 2 a cc der Gründe) die not­wen­di­gen oben dar­ge­stell­ten Aus­wir­kun­gen auf die Be­leg­schaft hat­te. Hier ging es nicht um ei­nen rei­nen Per­so­nal­ab­bau. Maßgeb­lich sind da­her nicht die da­zu ent­wi­ckel­ten Grundsätze. Un­mit­tel­bar be­trof­fen wa­ren min­des­tens 15 Be­leg­schafts­mit­glie­der. Mit­tel­bar ka­men wei­te­re (auf­grund von Ver­set­zun­gen) hin­zu. An­ge­sichts der durch den Ar­beit­ge­ber nicht wi­der­leg­ten Ver­mu­tung, wo­nach auch al­len künf­ti­gen Fi­li­al­sch­ließun­gen ein ein­heit­li­ches Kon­zept zu­grun­de liegt, ist darüber hin­aus die Be­trof­fen­heit zahl­rei­cher wei­te­rer Be­leg­schafts­mit­glie­der nicht aus­ge­schlos­sen, oh­ne dass es dar­auf an­kommt, ob es sich bei der durch den Be­triebs­rat erwähn­ten Maßnah­me vom 19. Au­gust 2009 tatsächlich be­reits um ei­ne wei­te­re Fi­li­al­sch­ließung zu­guns­ten ei­nes XL-Mark­tes der Schwes­ter­ge­sell­schaft han­delt.

(4) Auch ei­ne Be­triebsände­rung in Form ei­ner grund­le­gen­den Ände­rung der Be­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on iSd. § 111 Satz 3 Nr. 4 Be­trVG ist nicht voll­kom­men aus­ge­schlos­sen. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat je­den­falls ei­ne Be­triebsände­rung un­ter dem Ge­sichts­punkt ei­ner grund­le­gen­den Ände­rung der Be­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on be­jaht, wenn durch die Sch­ließung von Fi­lia­len das We­sen der Fi­li­al­struk­tur verändert wird. Die Be­treu­ung ei­nes Teils der Kun­den in den “klei­ne­ren” Fi­lia­len kann da­nach ein We­sensele­ment der Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on dar­stel­len (vgl. BAG 29. Au­gust 2007 - 4 AZR 552/06 - AP Nr. 14 zu § 1 TVG Ta­rif­verträge: Ban­ken = NZA-RR 2008, 72, zu I 3 b dd (2) der Gründe). Da hier ei­ne Be­triebsände­rung be­reits un­ter dem Ge­sichts­punkt der Be­triebs­ein­schränkung nicht aus­zu­sch­ließen ist, muss­te der Fra­ge, ob die Sch­ließung der Fi­lia­len zu­gleich zu Ände­run­gen hin­sicht­lich der in­ner­be­trieb­li­chen Hier­ar­chie und Auf­ga­ben­ver­tei­lung geführt hat, nicht wei­ter nach­ge­gan­gen wer­den.

cc) Auch § 112a Be­trVG steht der Er­rich­tung der Ei­ni­gungs­stel­le nicht ent­ge­gen. Zwar sind die dort ge­nann­ten Zah­len hier nicht er­reicht. Es liegt aber auch kein rei­ner Per­so­nal­ab­bau vor. Ei­ne mit ei­nem Per­so­nal­ab­bau ein­her­ge­hen­de Re­du­zie­rung säch­li­cher Mit­tel führt aber in die­sem Fall erst dann zu ei­ner So­zi­al­plan­pflicht, wenn sie ih­rer­seits, ggf. un­ter Berück­sich­ti­gung des Per­so­nal­ab­baus, ei­ne Be­triebsände­rung iSv. § 111 Be­trVG dar­stellt. Er­rei­chen die Ein­schränkun­gen der sächli­chen Mit­tel die­ses Aus­maß nicht, sind sie

 

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nicht ge­eig­net, die An­wen­dung des § 112a Abs. 1 Be­trVG zu sper­ren (vgl. BAG 28. März 2006 - 1 ABR 5/05 – aaO., zu 2 a cc der Gründe). Dass die Fi­li­al­sch­ließun­gen das da­nach not­wen­di­ge Aus­maß er­reicht ha­ben, ist hier (nach dem oben Aus­geführ­ten) ge­ra­de nicht aus­ge­schlos­sen.

dd) Der Re­ge­lungs­ge­gen­stand „In­ter­es­sen­aus­gleich“ der Ei­ni­gungs­stel­le be­zieht sich auf künf­ti­ge Fi­li­al­sch­ließun­gen, zah­lenmäßig al­ler­dings un­ter Berück­sich­ti­gung der be­reits er­folg­ten. Da der Ar­beit­ge­ber An­halts­punk­te dafür, dass die Maßnah­me nicht auf ein­zel­nen Ent­schei­dun­gen be­ruht, nicht vor­ge­tra­gen hat, ist auch nicht aus­zu­sch­ließen, dass wei­te­re Fi­li­al­sch­ließun­gen be­ab­sich­tigt und von ei­nem vor­an­ge­gan­ge­nen ein­heit­li­chen Kon­zept ge­tra­gen sind. Er hat es in der Hand, durch ent­spre­chen­de Do­ku­men­ta­ti­on der Vorgänge und An­ga­be der Per­so­nen, die kon­kret für die Ent­schei­dungs­fin­dung zuständig sind, die­sen Nach­weis zu führen. So­lan­ge er dem nicht nach­kommt, bleibt es bei der Ver­mu­tung, dass an­ge­sichts des kur­zen zeit­li­chen Ab­stan­des sämt­li­che bis­he­ri­gen und in ent­spre­chen­den Abständen fol­gen­den Fi­li­al­sch­ließun­gen durch ein ein­heit­li­ches Kon­zept ge­tra­gen sind.

Der Ei­ni­gungs­stel­len­ge­gen­stand ist - auch hin­sicht­lich des So­zi­al­plans - in­so­weit zunächst auf ei­nen Zeit­raum bis En­de Au­gust 2010 be­grenzt wor­den. Zwar lässt sich den An­ga­ben des Ar­beit­ge­bers nicht ent­neh­men, dass die Maßnah­me bis da­hin be­reits vollständig ab­ge­schlos­sen sein wird. Bei ei­ner den bis­he­ri­gen Sch­ließun­gen ent­spre­chen­den zeit­li­chen Ab­fol­ge wären aber zu die­sem Zeit­punkt al­le nach dem Vor­trag des Be­triebs­rats noch in Be­tracht kom­men­den 14 Fi­lia­len ge­schlos­sen.


III.

Die Ent­schei­dung er­geht nach § 2 Abs. 2 GKG iVm § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG ge­richts­kos­ten­frei.

IV.

Ge­gen die­se Ent­schei­dung ist ein Rechts­mit­tel nicht vor­ge­se­hen, § 98 Abs. 2 Satz 4.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung:

Ge­gen die­se Ent­schei­dung gibt es kein Rechts­mit­tel.

K.

 

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Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ber­lin-Bran­den­burg

Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)

26 TaBV 1185/09

20 BV 8472/09
Ar­beits­ge­richt Ber­lin

 

Be­schluss

In dem Be­schwer­de­ver­fah­ren mit den Be­tei­lig­ten

pp

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 26. Kam­mer, durch den Vor­sit­zen­der Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt K. als Vor­sit­zen­den
am 2. Ok­to­ber 2009 be­schlos­sen:

Der Te­nor des Be­schlus­ses vom 19. Au­gust 2009 – 26 TaBV 1185/09 – wird nach § 319 ZPO we­gen of­fen­ba­rer Un­rich­tig­keit in Übe­rein­stim­mung mit dem Pro­to­koll des Verkündungs­ter­mins und zur Klar­stel­lung von Amts we­gen da­hin be­rich­tigt, dass es rich­ti­ger­wei­se heißen muss:

„Der Vor­sit­zen­de Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg Dr. R. P. wird zum Vor­sit­zen­den ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le mit dem Re­ge­lungs­ge­gen­stand „In­ter­es­sen­aus­gleich anläss­lich der Sch­ließung und Um­struk­tu­rie­rung von Ver­kaufs­stel­len des Ar­beit­ge­bers im Be­zirk 263 in Ber­lin in der Zeit vom 19. Au­gust 2009 bis zum 31. Au­gust 2010 so­wie So­zi­al­plan im Hin­blick auf die Sch­ließung und Um­struk­tu­rie­rung von Ver­kaufs­stel­len des Ar­beit­ge­bers in die­sem Be­zirk in der Zeit von Ja­nu­ar 2009 bis 31. Au­gust 2010“ be­stellt. Die Zahl der von je­der Sei­te zu be­nen­nen­den Bei­sit­zer wird auf 2 fest­ge­setzt.“

Die­se Ent­schei­dung ist un­an­fecht­bar.

K.

 

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