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LAG Ber­lin: Kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung durch Ver­stoß ge­gen Ta­rif­ver­trag bei Be­för­de­rung

Ar­beit­ge­ber kön­nen von ta­rif­li­chen Be­för­de­rungs­vor­aus­set­zun­gen ab­wei­chen, wenn die­se nur aus­rei­chen­de Be­rufs­er­fah­run­gen si­cher­stel­len sol­len: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 18.02.2011, 13 Sa 2049/10
01.08.2011. Dis­kri­mi­nie­run­gen im Sin­ne des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG) sind un­ge­recht­fer­tig­te Be­nach­tei­li­gun­gen z.B. we­gen des Ge­schlechts, der Re­li­gi­on oder des Al­ters und im Ar­beits­le­ben ver­bo­ten (§§ 7, 1 AGG). Wer da­her z.B. nur we­gen sei­nes (ju­gend­li­chen oder ho­hen) Al­ters nicht ein­stellt oder be­för­dert wird, ist von ei­ner Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung be­trof­fen und kann Scha­dens­er­satz und ei­ne Ent­schä­di­gung ein­kla­gen (§ 15 AGG). Er muss da­für nur Hilfs­tat­sa­chen (In­di­zi­en) be­wei­sen, die ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung ver­mu­ten las­sen (§ 22 AGG).

Vie­le Ent­schei­dun­gen dre­hen sich da­her um die Fra­ge, ob der Ar­beit­neh­mer ge­nü­gend für ei­ne mög­li­che Dis­kri­mi­nie­rung vor­ge­tra­gen und ob der Ar­beit­ge­ber die ei­ne dar­aus fol­gen­de Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­mu­tung wi­der­legt hat. In ei­nem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg ent­schie­de­nen Fall war aus­schlag­ge­bend, ob das Ab­wei­chen von ei­ner ta­rif­li­chen Be­för­de­rungs­re­gel ein Dis­kri­mi­nie­rungs­in­diz ist (Ur­teil vom 18.02.2011, 13 Sa 2049/10).

In dem Ta­rif­ver­trag ei­nes Spiel­ca­si­nos wur­den Ar­beit­neh­mer in ver­schie­de­ne Grup­pen un­ter­teilt. Für ei­ne Be­för­de­rung wur­de ei­ne min­des­tens ein­jäh­ri­ge Be­rufs­er­fah­rung in der nied­ri­ge­ren Grup­pe ge­for­dert. Bei ei­ner Aus­schrei­bung ließ der Ar­beit­ge­ber aber auch an­de­re Ar­beit­neh­mer zu. Ein ab­ge­lehn­ter 59-jäh­ri­ger Be­wer­ber fühl­te sich da­her al­ters­dis­kri­mi­niert und for­der­te ei­ne Ent­schä­di­gung - zu Un­recht, wie das Ar­beits­ge­richt Ber­lin (Ur­teil vom 13.08.2010, 28 Ca 10058/10) und das LAG mein­ten.

Fa­zit: Der Klä­ger ver­lor, weil die Ta­rif­re­ge­lung nicht Dis­kri­mi­nie­run­gen ge­zielt aus­glei­chen, son­dern nur aus­rei­chen­de Be­rufs­er­fah­run­gen bei Be­för­de­run­gen si­cher­stel­len will. Da­her war der Ta­rif­ver­stoß hier kein Dis­kri­mi­nie­rungs­in­diz. Und dass sich der Ar­beit­ge­ber für ei­ne jün­ge­re Be­wer­be­rin ent­schied, in­di­ziert auch kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung. Aus ei­nem lau­fen­den Ar­beits­ver­hält­nis her­aus soll­ten Ar­beit­neh­mer Dis­kri­mi­nie­rungs­kla­gen nur füh­ren, wenn sie bes­ser be­grün­det sind als hier im Streit­fall.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 8. Juni 2014

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