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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Bezugnahmeklausel, Betriebsübergang
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg
Akten­zeichen: 25 Sa 582/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 25.06.2009
   
Leit­sätze: Be­gründet ein Ta­rif­ver­trag le­dig­lich ei­ne schuld­recht­li­che Ver­pflich­tung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en zum Ab­schluss wei­te­rer Ta­rif­verträge, (Rn.74) so kann nach § 613 a Abs 1 S 2 BGB kei­ne Bin­dung des nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Be­triebs­er­werbs an die später ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge ent­ste­hen. (Rn.75)
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Brandenburg, Urteil vom 3.02.2009, 1 Ca 811/08
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24.08.2011, 4 AZR 566/09
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ber­lin-Bran­den­burg

 

Verkündet

am 25. Ju­ni 2009

Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)

25 Sa 582/09

1 Ca 811/08
Ar­beits­ge­richt Bran­den­burg an der Ha­vel

VA, H.
als Ur­kunds­be­am­ter/in
der Geschäfts­stel­le


Im Na­men des Vol­kes

 

Ur­teil

In Sa­chen

pp

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 25. Kam­mer,
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 25. Ju­ni 2009
durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Dr. Schl. als Vor­sit­zen­den
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter O. und S.
für Recht er­kannt:

I. Auf die Be­ru­fung der Kläge­rin wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Bran­den­burg a. d. Ha­vel vom 03.02.2009 - 1 Ca 811/08 - un­ter Zurück­wei­sung der Be­ru­fung im Übri­gen teil­wei­se ab­geändert:

Es wird fest­ge­stellt, dass der Ar­beit­neh­mer­bei­trag der Kläge­rin zur Pflicht­ver­si­che­rung nach § 2 des Ta­rif­ver­tra­ges über die zusätz­li­che Al­ters­vor­sor­ge der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes für den Be­reich der Kom­mu­nen vom 11. März 2002 i.d.F. des 4. Ände­rungs­ta­rif-ver­tra­ges vom 22. Ju­ni 2007 0,5 % des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts beträgt.

II. Von den Kos­ten des Rechts­streits I. In­stanz ha­ben bei ei­nem Kos­ten­streit­wert von 1.900,83 € die Kläge­rin 70 % und die Be­klag­te 30 % zu tra­gen.
Von den Kos­ten des Rechts­streits II. In­stanz ha­ben bei ei­nem Kos­ten­streit­wert von 1.498,83 € die Kläge­rin 75 % und die Be­klag­te 25 % zu tra­gen.

III. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

 

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Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob der Kläge­rin Vergütungs­dif­fe­ren­zen für den Zeit­raum Ja­nu­ar bis Ju­li 2008 in Höhe der Vergütung für das Ta­rif­ge­biet West und für un­strei­tig ge­leis­te­te Mehr­ar­beits­stun­den zu­ste­hen und darüber, wel­che Höhe der Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung nach Maßga­be des Ta­rif­ver­tra­ges für die zusätz­li­che Al­ters­ver­sor­gung der Beschäftig­ten des öf-fent­li­chen Diens­tes beträgt.

Die Kläge­rin ist seit dem 08. Mai 1989 bei der Be­klag­ten bzw. de­ren Rechts-vorgänge­rin­nen im Rah­men ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von zu­letzt 30 St­un­den im P. Kran­ken­haus R. beschäftigt. Das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin wur­de ursprüng­lich mit dem P. Kran­ken­haus R. be­gründet und ging dann im We­ge ei­nes Be­triebsüber­gangs zum 01. März 2002 auf die H. Kli­ni­ken GmbH (im Fol­gen­den: HKG) über.

In Ar­beits­ver­trag zwi­schen der Kläge­rin und dem P. Kran­ken­haus R. aus dem Jahr 1991 heißt es un­ter § 2:

„Das Ar­beits­verhält­nis be­stimmt sich nach dem Bun­des-An­ge­stell­ten-Ta­rif­ver­trag-Ost (BAT-O) und den die­sen ergänzen­den, ändern­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträgen in der für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) je­weils gel­ten­den Fas­sung so­wie nach den für An­ge­stell­te des Ar­beit­ge­bers im Ge­biet nach Ar­ti­kel 3 des Ei­ni­gungs­ver­tra­ges je­weils gel­ten­den sons­ti­gen Re­ge­lun­gen. Außer­dem fin­den die für den Ar­beit­ge­ber je­weils gel­ten­den sons­ti­gen ein­schlägi­gen Ta­rif­verträge An­wen­dung.“

Bei Ab­schluss die­ses Ar­beits­ver­trags war der Ar­beit­ge­ber der Kläge­rin – das P. Kran­ken­haus R. – über den Kran­ken­haus­träger Mit­glied der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände und da­mit an die im § 2 des Ar­beits­ver­trags be­nann­ten Ta­rif­verträge nor­ma­tiv ge­bun­den. Die HKG war eben­falls Mit­glied der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände.

Von der HKG ging das Ar­beits­verhält­nis im Rah­men ei­nes Teil­be­triebsüber-gangs – Über­gang des Fach­be­reichs 3 mit Aus­nah­me der Apo­the­ke - zum 01. Ja­nu­ar 2005 auf die Be­klag­te über. Die Be­klag­te war we­der zum Zeit-

 

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punkt des Teil­be­triebsüber­gangs am 1. Ja­nu­ar 2005 noch nach­fol­gend auf Grund Ver­bands­mit­glied­schaft ta­rif­ge­bun­den.

Anläss­lich des Teil­be­triebsüber­gangs – Über­gang des Fach­be­reichs 3 mit Aus­nah­me der Apo­the­ke - zum 01. Ja­nu­ar 2005 auf die Be­klag­te schlos­sen die HKG und der Ge­samt­be­triebs­rat der HKG un­ter dem 16. No­vem­ber 2004 ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich, der ua. fol­gen­de Re­ge­lun­gen ent­hielt:

„2. Teil­be­triebsüber­gang

Die Be­triebs­par­tei­en sind sich darüber ei­nig, dass die Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se die Vor­aus­set­zun­gen des § 613 a BGB erfüllt und des­sen Rechts­fol­gen gel­ten.

Die bei HKG und ih­ren Rechts­vorgängern bis zum Stich­tag er­wor­be­nen Rech­te aus Ta­rif­verträgen, Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen und dem je­wei­li­gen Ar­beits­ver­trag bzw. Ar­beits­verhält­nis gel­ten – ih­re Gültig­keit zum Stich­tag vor­aus­ge­setzt – beim über­neh-men­den Be­trieb da­nach fort. Sie wer­den Be­stand­teil des je­wei­li­gen Ar­beits­ver­tra­ges.

Hin­sicht­lich der wei­te­ren Be­stim­mun­gen des In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 16. No­vem­ber 2004 wird auf Bl. 17 – 19 d. A. ver­wie­sen.

Die Kläge­rin er­hielt seit dem 01. Ja­nu­ar 2005 ei­ne Vergütung gemäß der Vergütungs­grup­pe VI b des Bun­des-An­ge­stell­ten-Ta­rif­ver­tra­ges-Ost (BAT-O), Stand 31. De­zem­ber 2004 – in Höhe von der­zeit 1.747,00 € brut­to mo­nat­lich. Die­se Vergütung – ba­sie­rend auf ei­ne wöchent­li­che Ar­beits­zeit von 30 St­un­den – ent­spricht ei­nem Be­mes­sungs­satz von 92,5 % der Vergütung für das Ta­rif­ge­biet West. Die Kläge­rin ist Mit­glied der Ge­werk­schaft ver.di. Die Be­klag­te vergüte­te mit Ent­gel­tab­rech­nung für den Mo­nat De­zem­ber 2007 200 Mehr­ar­beits­stun­den auf der Ba­sis ei­ner St­un­den­vergütung von 10,99 € brut­to ins­ge­samt in Höhe von 2.198,00 € brut­to.

Mit Schrei­ben vom 07. April 2008 mach­te die Kläge­rin für die 200 ab­ge­rech­ne­ten Mehr­ar­beits­stun­den schrift­lich ei­ne For­de­rung von 532,00 € brut­to gel­tend. Die For­de­rungshöhe ent­spricht der Dif­fe­renz zur Ent­gelt­grup­pe 6 Stu­fe 6 des TVöD des Ta­bel­len­ent­gelts der An­la­ge A. Die Ent­gelt­ta­bel­le des TVöD weist

 

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dies­bezüglich ei­ne St­un­den­vergütung in Höhe von 13,65 € aus. Im Kam­mer-ter­min vor dem Ar­beits­ge­richt Bran­den­burg a. d. H. vom 03. Fe­bru­ar 2009 schlos­sen die Par­tei­en hin­sicht­lich die­ser Sum­me ei­nen Teil­ver­gleich über 402,00 € ge­schlos­sen und strei­ten nun­mehr nur noch über die Dif­fe­renz zu 532,00 €.

Mit Schrei­ben vom 09. April 2008 mach­te die Kläge­rin ei­nen An­spruch auf ta­rif­ge­rech­te Vergütung in Höhe von 100 % des Be­mes­sungs­sat­zes der Ent-gelt­ta­bel­le West für den Zeit­raum 01. Ja­nu­ar bis 31. Ju­li 2008 in Höhe von 991,55 € brut­to gel­tend.

Auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en fin­det der Ta­rif­ver­trag über die zusätz­li-che Al­ters­ver­sor­gung der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes – Al­ters­vor-sor­ge – TV kom­mu­nal (im Fol­gen­den: ATV-K) An­wen­dung. Die­ser re­gelt im § 37 a Son­der­re­ge­lun­gen für das Ta­rif­ge­biet Ost:

„(1) „Bei Pflicht­ver­si­cher­ten beträgt der Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung ab 1. Ja­nu­ar 2003 0,2 v. H. und ab 1. Ja­nu­ar 2004 0,5 v. H. des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts. Für je­den Pro­zent­punkt um den der all­ge­mei­ne Be­mes­sungs­satz Ost über dem Be-mes­sungs­satz von 92,5 v. H. an­ge­ho­ben wird, erhöht sich zeit­lich der Ar­beit­neh­mer­bei­trag um 0,2 Pro­zent­punk­te. So­weit die An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes Ost nicht in vol­len Pro­zent­punk­ten er­folgt, erhöht sich der Ar­beit­neh­mer­bei­trag an­tei­lig. Im Zeit­punkt des Er­rei­chens ei­nes Be­mes­sungs­sat­zes Ost von 97 v. H. steigt der Ar­beit­neh­mer­bei­trag auf den Höchst­satz von 2 v. H.“

(2)…

(3)…“

Un­ter dem 9. Fe­bru­ar 2005 schlos­sen die Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände ei­ner­seits und u.a. Ver.di an­de­rer­seits ei­nen „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes ab 1. Ju­li 2005 für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) – Ta­rif­be­reich Ost-“ Nach des­sen § 2 wur­de der Be­mes­sungs­satz für die Bezüge vom 1. Ju­li 2005 auf 94,0 v. H. der nach den je­wei­li­gen Ta­rif­vor­schrif­ten für den Be­reich der

 

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Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände – Ta­rif­be­reich West gel­ten­den Beträge - an­ge­ho­ben. Im Rah­men ei­nes „Ta­rif­ver­tra­ges zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes im TVöD vom 16. No­vem­ber 2007“ re­gel­ten die Ta­rif-ver­trags­par­tei­en in des­sen § 2, dass sich das Ta­bel­len­ent­gelt, der un­ter den Gel­tungs­be­reich des vor­ste­hend ge­nann­ten Ta­rif­ver­tra­ges fal­len­den Beschäftig­ten ab dem 01. Ja­nu­ar 2008 nach der An­la­ge A (VKA) rich­tet. Das Ta­bel-len­ent­gelt der An­la­ge A ent­spricht ei­nem Be­mes­sungs­satz in Höhe von 100 % des Ta­bel­len­ent­gelts für den Ta­rif­be­reich West.

Die Be­klag­te brach­te im Fall der Kläge­rin für den Zeit­raum 01. Mai 2005 bis 30. Ju­ni 2006 mo­nat­lich 0,8 v. H. des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts als Ar­beit­neh­mer­bei­trag und seit dem 01. Ju­li 2006 1,1 v. H. in Ab­zug ge­bracht.

Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, sie ha­be An­spruch auf Zah­lung des Ta­bel­len­ent­gelts gemäß der An­la­ge A (VKA) zum Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) in Höhe von 100 % des Be­mes­sungs­sat­zes für den Ta­rif­be­reich West. Sie ha­be im Rah­men ih­rer wöchent­li­chen Beschäfti­gungs­zeit von 30 St­un­den An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Brut­to­vergütung gemäß der Ent­gelt­grup­pe 6 des TVöD in Höhe von 1.888,65 € brut­to. Da sie der­zeit ei­ne Brut­to­vergütung in Höhe von 1.747,00 € er­hal­te, ha­be sie An­spruch auf die mo­nat­li­che Dif­fe­renz in Höhe von 141,65 € für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis ein­sch­ließlich Ju­li 2008. Der An­spruch er­ge­be sich aus § 2 des ge­nann­ten Ar­beits­ver­tra­ges, bei dem es sich um ei­ne so­ge­nann­te Blan­kett­ver­wei­sung han­de­le, die da­zu führe, dass auf ihr Ar­beits­verhält­nis ab dem 01. Ok­to­ber 2005 der Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst TVöD als Nach­fol­ge­re­ge­lung des BAT-O an­wend­bar sei. Da der Be­triebsüber­gang am 01. Ja­nu­ar 2005 statt­ge­fun­den ha­be, sei die Be­zug­nah­me­klau­sel des § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges nach dem 01. Ja­nu­ar 2002 Ver­trags­in­halt zwi­schen der Kläge­rin und der Be­klag­ten ge­wor­den und so­mit nicht mehr als bloße Gleich­stel­lungs­klau­sel zu ver­ste­hen. Dies er­ge­be sich auch aus Ziff. 2 Abs. 2 des In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 16. No­vem­ber 2004.

Ihr An­spruch er­ge­be sich aber auch aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 7 vom 31.01.2003 zum BAT-O in Ver­bin­dung mit § 613 a BGB. Die­ser sei auf ihr Ar­beits­verhält­nis an­wend­bar. Der Vergütungs­ver­trag Nr. 7 vom 31. Ja­nu­ar 2003 zum BAT-O (im Fol­gen­den: Vergütungs­ver­trag Nr.

 

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7), auf den sich die Kläge­rin be­ruft, enthält u.a. fol­gen­de Re­ge­lun­gen:

„§ 3 Grund­vergütun­gen, Ge­samt­vergütun­gen:

(1) „Die Grund­vergütun­gen für die An­ge­stell­ten der Vergütungs-grup­pen X bis I … be­tra­gen

a) vom 1. Ja­nu­ar bis 31. De­zem­ber 2003 91,0 v. H.
b) vom 1. Ja­nu­ar 2004 an 92,5 v. H.
der nach dem je­wei­li­gen Vergütungs­ta­rif­ver­trag zum BAT für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver-bände (VKA) gel­ten­den Beträge.“

Die An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes wird für die An­ge­stell-ten der Vergütungs­grup­pen X bis Vb … bis zum 31. De­zem­ber 2007 … ab­ge­schlos­sen.

§ 8 In-Kraft-Tre­ten, Lauf­zeit

Die­ser Ta­rif­ver­trag tritt mit Wir­kung vom 1. Ja­nu­ar 2003 in Kraft. Er kann mit ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat zum Schluss ei­nes Ka­len­der­mo­nats, frühes­tens zum 31. Ja­nu­ar 2005, schrift­lich gekündigt wer­den. Die Kündi­gung des § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 ist aus­ge­schlos­sen.“

Hin­sicht­lich der wei­te­ren Be­stim­mung des Vergütungs­ver­trags Nr. 7 vom 31. Ja­nu­ar 2003 wird auf Bl. 20 – 25 d. A. ver­wie­sen.

Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, es han­de­le sich um ei­nen so­ge-nann­ten un­mit­tel­ba­ren Stu­fen­ta­rif­ver­trag, in der die vor­ge­se­he­ne Ta­rifände­rung in zeit­li­cher Rei­hen­fol­ge kon­kret und ver­bind­lich fest­ge­legt wor­den sei. Die Be-klag­te sei we­gen § 613 a BGB an die Stu­fen­re­ge­lung ge­bun­den. Dies gel­te je­den­falls für die­je­ni­gen Stu­fen, de­ren Höhe auch be­tragsmäßig zum Zeit­punkt des Über­gangs des Ar­beits­verhält­nis­ses be­reits fest­ge­stan­den ha­be. Durch die aus­drück­li­che Unkünd­bar­keit der 100 %-igen An­glie­de­rungs­ver­ein­ba­rung wer­de der vor­be­halts­lo­se Bin­dungs­wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en des Jah­res 2003 an die letz­te Stu­fe der An­glei­chung bis 31. De­zem­ber 2007 do­ku­men­tiert. Die Unkünd­bar­keit die­ses Ver­trags­er­geb­nis­ses ha­be zur Kon-

 

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se­quenz, dass die da­mals ver­ein­bar­ten An­pas­sungs­schrit­te bis zu dem ver­ein­bar­ten Zeit­punkt bei den Ar­beit­ge­bern vor Ort voll­zo­gen sein müss­ten. Der An­spruch auf höhe­re Vergütung der Mehr­ar­beits­stun­den er­ge­be sich aus § 8 Abs. 2 des TVöD, wo­nach Beschäftig­te, für Ar­beits­stun­den, die kei­ne Über­stun­den sind, 100 v. H. bis auf 1 St­un­de ent­fal­len­den An­teils des Ta­bel­len­ent­gelts der je­wei­li­gen Ent­gelt­grup­pe und –stu­fe er­hal­ten. Da die Ent­gelt­ta­bel­le des TVöD ei­ne Stun-den­vergütung von 13,65 € brut­to aus­wei­se, könne die Kläge­rin für 200 Mehr­ar­beits­stun­den 2.730,00 € ver­lan­gen. Abzüglich des ge­zahl­ten Be­tra­ges von 2.198,00 € und des im Teil­ver­gleich er­le­dig­ten Be­tra­ges von 402,00 € brut­to er­ge­be sich ei­ne Vergütungs­dif­fe­renz von 130,00 € brut­to.

So­weit sie mit den Anträgen zu 1) und 2) un­ter­lie­ge, könne sie hilfs­wei­se die Fest­stel­lung be­an­tra­gen, dass sie nach § 37a ATV-K le­dig­lich ei­nen Ar­beit-neh­mer­bei­trag in Höhe von 0,5 v. H. zu leis­ten ha­be.

Die Kläge­rin hat be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­teil­ten, an die Kläge­rin 991,55 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit (05. Au­gust 2008) zu zah­len.

2. die Be­klag­te zu ver­ur­teil­ten, an die Kläge­rin 130,00 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit (05. Au­gust 2008) zu zah­len.

und hilfs­wei­se

fest­zu­stel­len, dass der Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung im Fal­le der Kläge­rin 0,5 % des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts be-trägt.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, der Kläge­rin stünden über die im Teil­ver-

 

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gleich an­er­kann­ten 402,00 € für den Zeit­raum Ja­nu­ar bis Ju­li 2008 ge­gen die Be­klag­te kei­ne wei­te­ren Vergütungs­ansprüche zu, da der Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin nicht an­wend­bar sei. § 2 des vor dem 1. Ja­nu­ar 2002 ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­tra­ges sei als so­ge­nann­te Gleich­stel­lungs­klau­sel zu ver­ste­hen, die al­lein dar­auf ge­rich­tet sei, die Gleich­stel­lung der nicht­or­ga­ni­sier­ten mit den ge­werk­schafts­an­gehöri­gen Ar­beit­neh­mer des Be­trie­bes zu be­wir­ken. Dar­an ände­re auch der späte­re Be­triebsüber­gang nichts. Mit der Kläge­rin sei nach Ab­schluss des In­ter­es­sen­aus­gleichs und des Be­triebsüber­gangs kein neu­er Ar­beits­ver­trag ab­ge­schlos­sen wor­den, so dass es beim Ver­trau­ens­schutz bei dem Ar­beit­ge­ber blei­be. Auch sei im In­ter­es­sen­aus­gleich un­ter Zif­fer 4.3 aus­drück­lich ge­re­gelt wor­den, dass die bis­her auf das Ar­beits­verhält­nis an­wend­ba­ren Ta­rif­verträge bis zum 31. De­zem­ber 2006 an­zu­wen­den sei­en und in Be­zug auf die Ta­bel­len­vergütung sei aus­drück­lich ver­ein­bart wor­den, dass die Beschäftig­ten mit dem Stand 31. De­zem­ber 2004 wei­ter­be­zahlt würden. Ein An­spruch der Kläge­rin be­gründe sich auch nicht aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 7. Die­ser ent­hal­te er­kenn­bar kei­ne nor­ma­ti­ve In­halts­nor­men, die auf den In­halt der ein­zel­nen Ar­beits­verhält­nis­se ein­wir­ken könn­te, son­dern ent­hal­te ei­ne Selbst­ver­pflich­tung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en, wie sich be­reits bei ständi­ger Würdi­gung der Aus­le­gung des Wort­lauts er­ge­be. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en hätten aus­drück­lich nur die An­pas­sung des Be­mes­sungs­grund­sat­zes in ei­nem zeit­li­chen Kor­ri­dor als Ziel for­mu­liert, oh­ne kon­kret fest­zu­le­gen, dass die Grund­vergütung zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt 100 % des Vergütungs­ta­rif­ver­tra­ges zum BAT-West zu be­tra­gen ha­be. Es sei­en le­dig­lich Ver­hand­lungs­per­spek­ti­ven für künf­ti­ge Ta­rif­ver­trags­ent­wick­lun­gen kon­kre­ti­siert wor­den, oh­ne ei­nen An­spruch für die be­trof­fe­nen An­ge­stell­ten be­gründen zu wol­len. Dar­aus las­se sich kei­ne Ver­pflich­tung für ei­nen Be­trie­ber­wer­ber ab­lei­ten, der nicht Mit­glied des ver­trags­sch­ließen­den Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des sei. Die feh­len­de Kündi­gungsmöglich­keit ände­re dar­an nichts, dass die­se Re­ge­lung Rechts­wir­kun­gen nur im Verhält­nis der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ent­fal­ten könne. Die Re­ge­lung des In­kraft­tre­tens, der Lauf­zeit und der Kündi­gung von Ta­rif­verträgen be­tref­fen aus­sch­ließlich das ta­rif­ver­trag­li­che Schuld­verhält­nis. Es ha­be sich le­dig­lich um ei­ne öffent­lich­keits­wirk­sa­me Be­kun­dung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ge­han­delt. Im Übri­gen sei der Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 nicht an­wend­bar, da die­ser nur für An­ge­stell­te gel­te, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des stünden, der der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände an­gehöre. Dar­an feh­le es aber,

 

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da die Be­klag­te nicht Mit­glied des kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Bran­den­burg e. V. oder ei­nes an­de­ren Mit­glied­ver­ban­des der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände sei. So­mit er­ge­be sich auch kein An­spruch auf zusätz­li­che Vergütung für die aus­ge­wie­se­nen 200 Mehr­ar­beits­stun­den im De­zem­ber 2007. Der Hilfs­an­trag der Kläge­rin sei zu un­be­stimmt und da­mit un­zulässig. Die Be­klag­te sei nach dem ein­deu­ti­gen Wort­laut des § 37 a Abs. 1 Satz 2 ATV-K ver­pflich­tet, die zu­tref­fend mit­ge­teil­ten Pro­zentsätze ab­zuführen. Die An­he­bung der ab­zuführen­den Ar­beit­neh­mer­beiträge sei nicht da­von abhängig, dass die ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer no­mi­nell ei­ne Vergütung über den Be­mes­sungs­satz von 92,5 % er­hal­ten, son­dern dass der all­ge­mei­ne Be­mes-sungs­satz Ost über 92,5 % an­ge­ho­ben wer­de. Das sei In­fol­ge der Erhöhun­gen zum 01. Ju­li 2005 und 01. Ju­li 2006 der Fall ge­we­sen. Da­durch erhöhten sich die Ar­beit­neh­mer­beiträge für al­le Ar­beit­neh­mer, die ent­spre­chend dem Ta­rif­ver­trag über die öffent­li­che Al­ter­ver­sor­gung der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes bei der Zu­satz­ver­sor­gungs­ein­rich­tung ver­si­chert sei­en. Dies gel­te auch für die Ar­beit­neh­mer, die trotz An­he­bung des all­ge­mei­nen Be­mes-sungs­sat­zes Ost nicht mehr als 92,5 % des da­ma­li­gen West­ta­ri­fes ver­dien­ten.

Das Ar­beits­ge­richt hat mit Ur­teil vom 3. Fe­bru­ar 2009 die Kla­ge ins­ge­samt ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat es - kurz zu­sam­men­ge­fasst – aus­geführt, der An­spruch auf ei­ne Vergütung nach dem TVöD er­ge­be sich nicht aus der ar­beits­ver­trag­li­chen Be­zug­nah­me­klau­sel, da die­se als Gleich­stel­lungs­ab­re­de aus­zu­le­gen sein. Ein An­spruch auf die be­gehr­te Vergütung er­ge­be sich auch nicht aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­trags Nr. 7. Die­ser sei be­reits auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin nicht an­wend­bar, da er nach des­sen § 1 nur für An­ge­stell­te gel­te, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­bands ste­hen, der der Ver­ei­ni­gung der kom­mu-na­len Ar­beit­ge­ber an­gehört. Im Übri­gen er­ge­be sich aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­trags Nr. 7 auch kein un­mit­tel­ba­rer An­spruch auf ei­ne 100 % des Ta­rif­ge­biets West ent­spre­chen­der Vergütung. Die Kläge­rin könne auch nicht mit Er­folg die Fest­stel­lung be­geh­ren, dass ihr Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung nur 0,5 % be­tra­ge. § 37a des ATV-K knüpfe ei­ne erhöhte Bei­trags­pflicht al­lein an die Erhöhung des Be­mes­sungs­sat­zes Ost über 92,5 % an. Ob der Ar­beit­neh­mer tatsächlich ei­ne Vergütung über den Be­mes­sungs­satz von 92,5 % erhält, sei un­er­heb­lich.

 

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We­gen der wei­te­ren Be­gründung wird auf die Ent­schei­dungs­gründe des an­ge­foch­te­nen Ur­teils, Blatt 79 bis 84 d. A., ver­wie­sen.

Ge­gen die­ses ihr am 4. März 2009 zu­ge­stell­te Ur­teil rich­tet sich die am 25. März 2009 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ein­ge­gan­ge­ne und am 4. Mai 2009 be­gründe­te Be­ru­fung der Kläge­rin.

Die Kläge­rin ver­tieft ih­ren erst­in­stanz­li­chen Vor­trag und ver­tritt vor­nehm­lich die Auf­fas­sung, der An­spruch der Kläge­rin auf ein Ge­halt in Höhe von 100 % des Ta­rif­ge­halts nach dem TVöD er­ge­be sich aus dem Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 vom 31. Ja­nu­ar 2003. Die­ser sei als un­mit­tel­ba­rer Stu­fen­ta­rif­ver­trag zu qua­li­fi­zie­ren, der be­reits kon­kre­te und ver­bind­li­che Fest­le­gun­gen tref­fe. Der Ta­rif­ver­trag sei auch in­so­weit be­stimmt als er die ab­sch­ließen­de An­pas­sung, mit­hin die An­pas­sung auf 100 % des Be­mes­sungs­sat­zes West ver­bind­lich vor­sah. Die Be­klag­te sei auch nach § 37a ATV-K nicht be­rech­tigt, die Kläge­rin mit mehr als 0,5 % des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts zu be­las­ten. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en sei­en von dem re­gulären Fall aus­ge­gan­gen, dass die Beschäftig­ten, die ei­ne Erhöhung des Ar­beit­neh­mer­bei­trags zur Pflicht­ver­si­che­rung zu gewärti­gen ha­ben, auch in den Ge­nuss der ent­spre­chen­den An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes Ost kom­men.

Die Kläge­rin be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Bran­den­burg a. d. Ha­vel vom 3. Fe­bru­ar 2009 – 1 Ca 811/08 – ab­zuändern und


1. die Be­klag­te zu ver­ur­teil­ten, an die Kläge­rin 991,55 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 05. Au­gust 2008 zu zah­len.

2. die Be­klag­te zu ver­ur­teil­ten, an die Kläge­rin 130,00 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 05. Au­gust 2008 zu zah­len.

hilfs­wei­se für den Fall der Ab­wei­sung der Anträge zu 1. und 2.

 

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fest­zu­stel­len, dass der Ar­beit­neh­mer­bei­trag der Kläge­rin zur Pflicht­ver­si­che­rung nach § 2 des Ta­rif­ver­trags über die zusätz­li­che Al­ters­vor­sor­ge der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes für den Be­reich der Kom­mu­nen vom 11. März 2002 i. d. F. des 4. Ände­rungs­ta­rif­ver­trags vom 22. Ju­ni 2007 0,5 % des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts beträgt.

Die Be­klag­te und Be­ru­fungs­be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Sie ver­tei­digt das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil un­ter Ver­tie­fung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie auf den Tat­be­stand der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung und die Sit­zungs­nie­der­schrif­ten bei­der In­stan­zen Be­zug ge­nom­men.


Ent­schei­dungs­gründe

A. Die Be­ru­fung hat in­so­weit Er­folg, als sie sich ge­gen die Ab­wei­sung des Hilfs­an­trags wen­det.

I. Die gemäß §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 1 und Abs. 2 Ziff. b. statt­haf­te Be­ru­fung der Kläge­rin ist von ihr frist­gemäß und form­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den (§§ 519, 520 Abs. 1 und 3 ZPO, § 66 Abs. 1 Satz 1 und 2 ArbGG). Sie ist da­mit zulässig.

II. Die Be­ru­fung ist in­so­weit un­be­gründet, als sie sich ge­gen die Ab­wei­sung der Haupt­anträge durch das Ar­beits­ge­richt wen­det. Die Kla­ge ist mit den Haupt­anträgen zwar zulässig aber – wie das Ar­beits­ge­richt mit über­zeu­gen­der Be­gründung ent­schie­den hat – un­be­gründet.

1. Die Kläge­rin hat kei­nen An­spruch auf Zah­lung von 991,55 € als Dif­fe­renz­vergütung für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis Ju­li 2008 aus § 611 BGB i.V.m. dem

 

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Ar­beits­ver­trag i.V.m. dem „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes im TVöD“ vom 16. No­vem­ber 2007 i.V.m. der An­la­ge A (VKA).

a. Der „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes im TVöD“ vom 16. No­vem­ber 2007 fin­det man­gels bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­ge­bun­den­heit nicht nor­ma­tiv gemäß § 4 Abs. 1 TVG auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung.

b. Die An­wend­bar­keit er­gibt sich auch nicht aus der ar­beits­ver­trag­li­chen Be­zug­nah­me­klau­sel in § 2 des Ar­beits­ver­trags.

aa. Bei § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges han­delt es sich um ei­ne Gleich­stel­lungs­ab­re­de im Sin­ne der frühe­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts. Nach die­ser Recht­spre­chung wa­ren bei Ta­rif­ge­bun­den­heit des Ar­beit­ge­bers - an­ders als bei nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­bern - Ver­wei­sungs­klau­seln wie die­je­ni­ge in dem Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en in al­ler Re­gel als so ge­nann­te Gleich­stel­lungs­ab­re­den aus­zu­le­gen. Dies be­ruh­te auf der Vor­stel­lung, dass mit ei­ner sol­chen von ei­nem ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­ber ge­stell­ten Ver­trags­klau­sel le­dig­lich die mögli­cher­wei­se feh­len­de Ge­bun­den­heit des Ar­beit­neh­mers an die im Ar­beits­ver­trag ge­nann­ten Ta­rif­verträge er­setzt wer­den soll, um je­den­falls zu ei­ner ver­trag­li­chen An­wen­dung des ein­schlägi­gen Ta­rif­ver­tra­ges zu kom­men und da­mit - bei de­ren ge­ne­rel­ler Ver­wen­dung - zu des­sen Gel­tung für al­le Beschäftig­ten (vgl. nur BAG 1. De­zem­ber 2004 - 4 AZR 50/04 - BA­GE 113, 40, 42 f.; 25. Sep­tem­ber 2002 - 4 AZR 294/01 - BA­GE 103, 9, 14; 21. Au­gust 2002 - 4 AZR 263/01 - BA­GE 102, 275, 278 ff .). Die­se Aus­le­gungs­re­gel hält das Bun­des­ar­beits­ge­richt zwar nicht mehr auf­recht, es wen­det sie aus Gründen des Ver­trau­ens­schut­zes aber wei­ter­hin auf die Ver­wei­sungs­klau­seln in Ar­beits­verträgen an, die vor dem In­kraft­tre­ten der Schuld­rechts­re­form zum 1. Ja­nu­ar 2002 ab­ge­schlos­sen wor­den sind (BAG 14. De­zem­ber 2005 - 4 AZR 536/04 - BA­GE 116, 326; 18. April 2007 - 4 AZR 652/05 - BA­GE 122, 74 ; 23. Ja­nu­ar 2008 - 4 AZR 602/06 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 63 = EzA TVG § 3 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 38).

bb. Der ursprüng­lich mit dem P. Kran­ken­haus R. be­gründe­te Ar­beits­ver­trag wur­de vor dem 1. Ja­nu­ar 2002 ab­ge­schlos­sen. Das P. Kran­ken­haus R. war über den Kran­ken­haus­träger Mit­glied der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände und da­mit an die im § 2 des Ar­beits­ver­trags be­nann­ten Ta­rif­verträge nor­ma­tiv ge­bun­den. Da­mit war die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­wei-

 

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sungs­klau­sel da­hin­ge­hend aus­zu­le­gen, dass durch sie le­dig­lich die mögli­cher­wei­se feh­len­de Ge­bun­den­heit des Ar­beit­neh­mers an die im Ar­beits­ver­trag ge­nann­ten Ta­rif­verträge er­setzt wer­den soll.

(1) An die­ser Aus­le­gung hat sich durch den Be­triebsüber­gang auf die HKG und die hie­si­ge Be­klag­te nichts geändert. Nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB tritt der neue Be­triebs­in­ha­ber in die Rech­te und Pflich­ten aus den im Zeit­punkt des Über­gangs be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis ein. Der Ar­beits­ver­trag selbst un­ter­liegt kei­nen Ände­run­gen, so dass ei­ne ab­wei­chen­de Aus­le­gung der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­wei­sungs­klau­sel un­ter Berück­sich­ti­gung der erst am 1. Ja­nu­ar 2002 in Kraft ge­tre­te­nen §§ 305 ff. BGB – ins­be­son­de­re § 305c Abs. 2 BGB - auf Grund der nach dem 31. De­zem­ber 2001 er­folg­ten Be­triebsübergänge nicht in Be­tracht kommt.

(2) Ei­ne an­de­re Aus­le­gung recht­fer­tigt sich auch nicht aus Ziff. 2 des an-läss­lich des Teil­be­triebsüber­gangs von der HKG auf die hie­si­ge Be­klag­te ver­ein­bar­ten In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 16. No­vem­ber 2004. Ziff. 2 Abs. 2 des In­ter­es­sen­aus­gleichs gibt le­dig­lich die Rechts­fol­gen des § 613a Abs. 1 BGB wie­der. Ei­ne ab­wei­chen­de Aus­le­gung der Ver­wei­sungs­klau­sel kann sich da-nach schon des­we­gen nicht er­ge­ben, weil sei­tens des Ar­beit­ge­bers auf Grund des Be­triebsüber­gangs kei­ne neue Wil­lens­erklärung zum Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges ab­ge­ge­ben wor­den ist, die ih­rer­seits nach den §§ 133, 157 BGB aus­zu­le­gen wäre. Viel­mehr – dies ist ge­ra­de In­halt der Ziff. 2 Abs. 2 des In­ter­es­sen­aus­gleichs – ge­hen die Rech­te und Pflich­ten qua Ge­setz auf den neu­en In­ha­ber über. Da­mit kann sich auch an dem durch Aus­le­gung des Ar­beits­ver­trags er­mit­tel­ten In­halts der Ver­wei­sungs­klau­sel in § 2 des Ar­beits­ver­trags kei­ne Ände­rung er­ge­ben.

cc. Ist die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­wei­sung als Gleich­stel­lungs­ab­re­de aus-zu­le­gen, so er­fasst sie nicht den „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes im TVöD“ vom 16. No­vem­ber 2007 i.V.m. der An­la­ge A (VKA). Die nor­ma­ti­ve Wir­kung des BAT-O und der die­sen ergänzen­den, ändern­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträge in der für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) je­weils gel­ten­den Fas­sung en­de­te mit dem Be­triebsüber­gang auf die hie­si­ge – nicht ta­rif­ge­bun­de­ne – Be­klag­te zum 1. Ja­nu­ar 2005. Bei dem Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­nes ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­neh­mers auf ei­nen nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Be­triebs­er­wer­ber wer­den

 

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nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB die Rechts­nor­men des vor dem Be­triebsüber­gang nor­ma­tiv gel­ten­den Ta­rif­wer­kes nur in der zur Zeit des Be­triebsüber­gangs gel­ten­den Fas­sung In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses zwi­schen über­nom­me­nem Ar­beit­neh­mer und Be­triebs­er­wer­ber (BAG 10. De­zem­ber 2008 - 4 AZR 881/07 – nv., zi­tiert nach ju­ris; 14. De­zem­ber 2005 - 4 AZR 536/04 - BA­GE 116, 326, 335; 20. Ju­ni 2001 - 4 AZR 295/00 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 18 = EzA BGB § 613a Nr. 203). Nach dem Be­triebsüber­gang ab­ge­schlos­se­ne Ta­rif­verträge wer­den ent­spre­chend von der Ver­wei­sungs­klau­sel nicht mehr er­fasst.

2. Der An­spruch der Kläge­rin auf Zah­lung von 991,55 € als Dif­fe­renz­vergütung für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis Ju­li 2008 er­gibt sich auch nicht aus § 611 BGB i.V.m. der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­wei­sungs­klau­sel i.V.m. dem § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 7 vom 31.01.2003 zum BAT-O.

a. Der Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 fin­det al­ler­dings auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en An­wen­dung. § 1 des Vergütungs­ta­rif­ver­trags, wo­nach der Gel­tungs­be­reich auf An­ge­stell­te, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des ste­hen, der der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände an­gehören, be­schränkt ist, steht der An­wend­bar­keit nicht ent­ge­gen. Zum Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens des Ta­rif­ver­trags am 31. Ja­nu­ar 2003 war die da­ma­li­ge Ar­beit­ge­be­rin – die HKG – Mit­glied des KAV Bran­den­burg. Der Vergütungs­ta­rif­ver­trag galt da­mit be­reits kraft beid­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung un­mit­tel­bar und zwin­gend, be­vor das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin im Rah­men des Teil­be­triebsüber­gangs auf die hie­si­ge Be­klag­te über­ging. Im Übri­gen hätte wohl auch die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­wei­sungs­klau­sel bis zum 31. De­zem­ber 2004 sei­tens der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände ab­ge­schlos­se­ne Ta­rif­verträge er­fasst. Die Fest­le­gung des Gel­tungs­be­reichs in § 1 auf An­ge­stell­te, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des ste­hen, der der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber-verbände an­gehört, steht dem nicht ent­ge­gen. Viel­mehr soll­te durch die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­wei­sungs­klau­sel ge­ra­de die Ta­rif­verträge für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände in Be­zug ge­nom­men wer­den.

b. Aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7, wo­nach die An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes für die An­ge­stell­ten u.a. der Vergütungs-

 

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grup­pen X bis V b bis zum 31. De­zem­ber 2007 ab­ge­schlos­sen sein wird, folgt aber kein An­spruch der Kläge­rin auf ei­ne Vergütung von 100 % des West­ni­veaus.

aa. Ei­nem An­spruch steht al­ler­dings nicht be­reits ent­ge­gen, dass der Re­ge­lungs­ge­halt der Ta­rif­ver­trags­nor­men nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB sta­tisch in das Ar­beits­verhält­nis über­geht, al­so in dem Ta­rif­stand bzw. Nor­men­stand, den er zur Zeit des Be­triebsüber­gangs hat. Nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB wer­den nicht die aus den Ta­rif­nor­men sich er­ge­ben­den Ar­beits­be­din-gun­gen In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses, son­dern es ge­hen die Ta­rif­nor­men zu Rech­ten und Pflich­ten der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en in das Ar­beits­verhält­nis ein (BAG 14. No­vem­ber 2007 - 4 AZR 828/06 - AP Nr. 334 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 81). Se­hen die­se Rechts­po­si­tio­nen vor, de­ren Vor­aus­set­zun­gen erst später ein­tre­ten, tritt der Er­wer­ber auch in­so­weit un­verändert in die Rechts­stel­lung des Veräußerers ein und hat die durch die Ta­rif­norm be­gründe­te Ver­pflich­tung zu erfüllen. Die Ta­rif­nor­men i.S.v. § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB gel­ten zwar sta­tisch fort, aber ei­ne in der (sta­tisch) fort­gel­ten­den Norm selbst an­ge­leg­te Dy­na­mik bleibt auf­recht­er­hal­ten (BAG 14. No­vem­ber 2007 - 4 AZR 828/06 - AP Nr. 334 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 81; BAG 19. Sep­tem­ber 2007 - 4 AZR 711/06 - AP Nr. 328 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 78). Dar­in liegt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts auch kein Ver­s­toß ge­gen die ne­ga­ti­ve Ko­ali­ti­ons­frei­heit des Be­triebs­er­wer­bers (BAG 19. Sep­tem­ber 2007 - 4 AZR 711/06 - AP Nr. 328 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 78).

bb. § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 enthält aber be­reits kei­ne Ta­rif­norm i.S.d. § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB, die als In­halts­norm i. S. d. § 1 Abs. 1 TVG un­mit­tel­bar an­spruchs­be­gründend wirkt. § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 re­gelt nicht be­reits den In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses im Rah­men ei­ner in dem Ta­rif­ver­trag selbst an­ge­leg­ten Dy­na­mik, son­dern be­gründet le­dig­lich ei­ne schuld­recht­li­che Ver­pflich­tung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en.

Bei der Fra­ge, ob ein Stu­fen­ta­rif­ver­trag be­reits an­spruchs­be­gründend ei­ne selbst an­ge­leg­te Dy­na­mik enthält, ist auf die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung des Ta­rif­ver­trags ab­zu­stel­len.

 

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(1) Han­delt es sich um ei­nen „un­mit­tel­ba­ren“ Stu­fen­ta­rif­ver­trag, der die fol­gen­den Stu­fen be­reits ab­sch­ließend re­gelt, be­gründet der Ta­rif­ver­trag be­reits den An­spruch auf die späte­ren Erhöhun­gen, so dass auch nach En­de der Ta­rif­bin­dung auf Grund des Über­gangs des Ar­beits­verhält­nis­ses auf ei­nen nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­ber sich das Ent­gelt der Ar­beit­neh­mer ent­spre­chend den fest­ge­leg­ten Stu­fen erhöht (Däubler/Lo­renz TVG 2. Aufl. § 3 Rn. 125; Wie­de­mann/Oet­ker TVG 7. Aufl. § 3 Rn. 80; Däubler NZA 1996, 225, 227; Ha­nau/Ka­nia, DB 1995 1229, 1231 f. je­weils für die Rechts­la­ge nach Ver­bands­aus­tritt des Ar­beit­ge­bers; vgl. a. BAG 4. April 2001 - 4 AZR 215/00 - AP Nr. 9 zu § 3 TVG Ver­bands­aus­tritt = EzA § 3 TVG Nr. 21; ein­schränkend im Hin­blick auf die ne­ga­ti­ve Ko­ali­ti­ons­frei­heit in­des Bau­er/Dil­ler DB 1993, 1085, 1088). In die­sem Fall ist der In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses auch für die späte­ren Stu­fen nor­ma­tiv fest­ge­legt. Die Ta­rif­nor­men ge­hen mit die­sem In­halt in das Ar­beits­verhält­nis i.S.d. § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB ein.

Ei­nen solch un­mit­tel­ba­ren Stu­fen­ta­rif­ver­trag enthält der Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 nur in § 3 Abs. 1 Un­terabs. 1, in dem die Stu­fen für die Jah­re 2003 und 2004 be­reits be­zif­fert fest­ge­legt wor­den sind. Dem­ge­genüber enthält § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 nur ei­nen Zeit­kor­ri­dor, oh­ne die Stu­fen tatsächlich fest­zu­le­gen. Ei­ner sol­chen Re­ge­lung kann be­reits des­we­gen kein nor­ma­ti­ver Ge­halt bei­ge­mes­sen wer­den, weil es für dies Stu­fen für die Jah­re 2005, 2006 und 2007 an ei­ner auch nur an­satz­wei­se be­stimm­ten Fest­le­gung fehlt. In­so­weit kann § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 nur ei­ne schuld­recht­li­che Ver­pflich­tung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en be­gründen. Dem kann auch nicht mit Er­folg ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, dass für die Vergütungs­grup­pe der Kläge­rin die An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes bis zum 31. De­zem­ber 2007 ab­ge­schlos­sen sein soll­te. Ei­ner iden­ti­schen Re­ge­lung kann nur ent­we­der nor­ma­ti­ver oder schuld­recht­li­cher Cha­rak­ter zu­kom­men. Schei­det ein nor­ma­ti­ver Cha­rak­ter we­gen der feh­len­den Fest­le­gun­gen aus, so kann sich die Ta­rif­be­stim­mung nicht in ih­rem Cha­rak­ter als rein schuld­recht­li­che Ver­ein­ba­rung oh­ne wei­te­res Zu­tun der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en wie­der ver­lie­ren. Viel­mehr be­durf­te es ei­ner späte­ren Um­set­zung der schuld­recht­li­chen Ver­pflich­tung durch späte­re Ta­rif­verträge. Ent­spre­chend ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en die Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes durch je­weils ei­genständi­ge Ta­rif­verträge – den „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes ab 1. Ju­li 2005 für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) – Ta­rif­be­reich Ost–“ vom 9. Feb-

 

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ru­ar 2005 und den „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes im TVöD“ vom 16. No­vem­ber 2007“ um­ge­setzt.

(2) Er­for­dert die Um­set­zung des Stu­fen­ta­rif­ver­trags noch den Ab­schluss von wei­te­ren Ta­rif­verträgen wird al­ler­dings teil­wei­se ver­tre­ten, ei­ne Bin­dung tre­te auch dann ein, wenn de­ren In­halt schon vom ursprüng­li­chen Stu­fen­ta­rif-ver­trag vor­weg be­stimmt ist (Däubler/Lo­renz TVG 2. Aufl. § 3 Rn. 125, für die Fort­gel­tung nach § 3 Abs. 3 TVG; a. A. Wie­de­mann/Oet­ker TVG 7. Aufl. § 3 Rn. 81). Dies ist recht­lich – zu­min­dest für den Fall des § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB – in­des nicht zu be­gründen. Ei­ne der­ar­ti­ge Ta­rif­re­ge­lung bin­det le­dig­lich die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en; es wer­den je­doch kei­ne Rech­te und Pflich­ten der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en be­gründet (vgl. Wie­de­mann/Oet­ker TVG 7. Aufl. § 3 Rn. 81). Auch wenn man mit der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts da­von aus­geht, dass nach § 613a BGB nicht die aus den Ta­rif­nor­men sich er­ge­ben­den Ar­beits­be­din­gun­gen In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses wer­den, son­dern die Ta­rif­nor­men zu Rech­ten und Pflich­ten der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en in das Ar­beits­verhält­nis ein­ge­hen (s. z.B. BAG 14. No­vem­ber 2007 - 4 AZR 828/06 - AP Nr. 334 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 81), kann nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB kei­ne Bin­dung des Be­triebs­er­wer­bers an die späte­ren Stu­fen ein­tre­ten. Vor­aus­set­zung hierfür wäre, dass Ta­rif­nor­men zu Rech­ten und Pflich­ten der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en vor­lie­gen. Rein schuld-recht­li­che Ver­pflich­tun­gen der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en können nicht in das Ar­beits­verhält­nis nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB ein­ge­hen. § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB be­trifft aus­sch­ließlich den nor­ma­ti­ven Teil ei­nes Ta­rif­ver­trags. Hin­sicht­lich der schuld­recht­li­chen Tei­le schei­det ei­ne Wei­ter­gel­tung als Ar­beits­ver­trags­in­halt aus (MüKo-BGB/Müller-Glöge 5. Aufl. § 613a Rn. 135 ErfK/Preis BGB 9. Aufl. § 613a Rn. 111; Schlie­mann NZA-Son­der­bei­la­ge 16/2003, 3, 14).

Die Kläge­rin hat dem­ent­spre­chend in Er­man­ge­lung ei­ner Rechts­grund­la­ge kei­nen An­spruch auf Zah­lung von 991,55 € als Dif­fe­renz­vergütung für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis Ju­li 2008

3. Aus den­sel­ben Gründen hat die Kläge­rin auch kei­nen An­spruch auf Zah­lung von 130,00 € für die im De­zem­ber 2007 ge­leis­te­ten Über­stun­den.

 

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III. So­weit sich die Be­ru­fung ge­gen die Ab­wei­sung auch des Hilfs­an­trags wen­det, ist sie be­gründet. Die Kla­ge ist hin­sicht­lich des Hilfs­an­trags zulässig und be­gründet.

1. Die Kla­ge ist mit dem Hilfs­an­trag zulässig. Die Par­tei­en strei­ten um ein Rechts­verhält­nis i. S. v. § 256 Abs. 1 ZPO, an des­sen Fest­stel­lung die Kläge­rin ein recht­li­ches In­ter­es­se hat. Der An­trag ist zu­min­dest in der in der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 25. Ju­ni 2009 ge­stell­ten Form i. S. d. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO hin­rei­chend be­stimmt. In der Spe­zi­fi­zie­rung des Kla­ge­an­trags liegt kei­ne Kla­geände­rung nach § 263 ZPO.

2. Die Kla­ge ist mit dem Hilfs­an­trag auch be­gründet. Der Ar­beit­neh­mer­bei­trag der Kläge­rin zur Pflicht­ver­si­che­rung nach § 2 ATV-K beträgt 0,5 % des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts.

Nach § 37a Abs. 1 Satz 1 ATV-K be­trug der Ar­beit­neh­mer­bei­trag für Pflicht­ver­si­cher­te, de­ren zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­ges Ent­gelt sich nach ei­nem für das Ta­rif­ge­biet Ost gel­ten­den Ta­rif­ver­trag be­misst, ab dem 1. Ja­nu­ar 2004 0,5 % des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts. Nach § 37a Abs. 1 Satz 2 ATV-K erhöht sich für je­den Pro­zent­punkt, um den der all­ge­mei­ne Be­mes­sungs­satz Ost über den Be­mes­sungs­satz von 92,5 % an­ge­ho­ben wird, zeit­gleich der Ar­beit­neh­mer­bei­trag um 0,2 Pro­zent­punk­te.

Für nach § 2 ATV-K pflicht­ver­si­cher­te Beschäftig­te, de­ren Vergütung sich trotz Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes Ost wei­ter­hin un­ter An­le­gung des Be­mes­sungs­sat­zes Ost von 92,5 v. H. er­rech­net, beträgt der Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung wei­ter­hin 0,5 %. Dies er­gibt ei­ne Aus­le­gung der Ta­rif­norm des § 37a Abs. 1 Satz 2 ATV-K.

a. Die Aus­le­gung des nor­ma­ti­ven Teils ei­nes Ta­rif­ver­trags folgt nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts den für die Aus­le­gung von Ge­set­zen gel­ten­den Re­geln. Da­nach ist zunächst vom Ta­rif­wort­laut aus-zu­ge­hen, wo­bei der maßgeb­li­che Sinn der Erklärung zu er­for­schen ist, oh­ne am Buch­sta­ben zu haf­ten. Bei nicht ein­deu­ti­gem Ta­rif­wort­laut ist der wirk­li­che Wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en mit zu berück­sich­ti­gen, so­weit er in den ta­rif­li­chen Nor­men sei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den hat. Ab­zu­stel­len ist fer­ner auf den ta­rif­li­chen Ge­samt­zu­sam­men­hang, weil die­ser An­halts­punk­te für den

 

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wirk­li­chen Wil­len der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en lie­fern und nur so der Sinn und Zweck der Ta­rif­norm zu­tref­fend er­mit­telt wer­den kann. Lässt dies zwei­fels­freie Aus­le­gungs­er­geb­nis­se nicht zu, können die Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen oh­ne Bin­dung an ei­ne Rei­hen­fol­ge wei­te­re Kri­te­ri­en wie die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Ta­rif­ver­trags, ge­ge­be­nen­falls auch die prak­ti­sche Ta­rifübung ergänzend hin­zu­zie­hen. Auch die Prak­ti­ka­bi­lität denk­ba­rer Aus­le­gungs­er­geb­nis­se gilt es zu berück­sich­ti­gen; im Zwei­fel gebührt der­je­ni­gen Ta­rif­aus­le­gung der Vor­zug, die zu ei­ner vernünf­ti­gen, sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten und prak­tisch brauch­ba­ren Re­ge­lung führt (vgl. z.B BAG 28. Ja­nu­ar 2009 - 4 ABR 92/07 - ZTR 2009, 132, zu B III 4. B aa der Gründe; 24. Sep­tem­ber 2008 - 4 AZR 510/07 - nv. zi­tiert nach ju­ris, zu II 3 a der Gründe; 26. Ja­nu­ar 2005 - 4 AZR 6/04 - BA­GE 113, 291, 299; 26. No­vem­ber 2003 - 4 ABR 54/02 - AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Me­tall­in­dus­trie Nr. 186 = EzA TVG § 4 Me­tall­in­dus­trie Nr. 128, , zu B II 2 b aa der Gründe; 16. Ok­to­ber 2002 - 4 AZR 429/01 - BA­GE 103, 131, zu B II 1 der Gründe).

b. Un­ter An­le­gung die­ser Aus­le­gungs­maßstäbe ist § 37a Abs. 1 Satz 2 ATV-K da­hin­ge­hend zu ver­ste­hen, dass bei Beschäftig­ten, de­ren Vergütung sich trotz Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes Ost wei­ter­hin un­ter An­le­gung des Be­mes­sungs­sat­zes Ost von 92,5 v. H. er­rech­net, der Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung wei­ter­hin 0,5 % beträgt.

aa. Zwar stellt der Wort­laut der Ta­rif­norm auf die Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes Ost ab. Je­doch ist der maßgeb­li­che Sinn der Erklärung zu er­for­schen, oh­ne am Buch­sta­ben zu haf­ten.

bb. Sinn und Zweck der Son­der­re­ge­lung des § 37a ATV-K für das Ta­rif­ge­biet Ost war die Ent­las­tung von Beschäftig­ten, de­ren Vergütung sich nach dem ge­rin­ge­ren Be­mes­sungs­satz be­misst, bei dem Bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung. Da­hin­ter steht der Wil­le, Beschäftig­ten, de­ren Ein­kom­men hin­ter dem Ni­veau des Ta­rif­ge­biets West zurück bleibt, ei­nen ge­rin­ge­ren Bei­trags­satz auf­zu­er­le­gen, um der mit dem ge­rin­ge­ren Ein­kom­men ein­her­ge­hen­den ge­rin­ge­ren fi­nan­zi­el­len Leis­tungsfähig­keit Rech­nung zu tra­gen. Die­ser Wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en hat aber auch dann Be­deu­tung, wenn sich das Ge­halt des Beschäftig­ten trotz Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes wei­ter­hin nach ei­nem Ni­veau von 92,5 % des Be­mes­sungs­sat­zes be­misst. Pro­fi­tie­ren Beschäftig­te nicht von ei­ner Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes-

 

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sungs­sat­zes, würde ei­ne den­noch voll­zo­ge­ne Erhöhung des Bei­trags­sat­zes Sinn und Zweck der Ta­rif­re­ge­lung wi­der­spre­chen

cc. Der Wort­laut der Re­ge­lung, der auf ei­ne Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes ab­stellt, steht die­sem an Sinn und Zweck der Ta­rif­re­ge­le­gung ori­en­tier­ten Aus­le­gungs­er­geb­nis nicht ent­ge­gen. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei-en ha­ben die Re­ge­lung für die Mit­glie­der der ta­rif­ver­trags­sch­ließen­den Verbände, die gemäß § 4 Abs. 1 TVG be­reits nor­ma­tiv an den ATV-K ge­bun­den sind, ge­schaf­fen. Die Beschäftig­ten, die nor­ma­tiv an den ATV-K ge­bun­den sind, hätten we­gen des­sel­ben persönli­chen ta­rif­ver­trag­li­chen Gel­tungs­be­reichs auch von ei­ner An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes durch den „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes“ vom 9. Fe­bru­ar 2005 und den „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes im TVöD“ vom 16. No­vem­ber 2007 pro­fi­tiert. In­so­weit woll­ten die Ta­rif­ver­trags­par­tei mit dem Ab­stel­len auf den all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­satz al­le Beschäftig­ten er­fas­sen, die von der Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes auch pro­fi­tie­ren. Pro­fi­tie­ren Beschäftig­te – wie vor­lie­gend die Kläge­rin – nicht von ei­ner Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes, so entspräche es nicht dem Wil­len der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en, sie den­noch mit ei­nem erhöhten Bei­trags­satt zu be­las­ten.

Der Ar­beit­neh­mer­bei­trag der Kläge­rin zur Pflicht­ver­si­che­rung nach § 2 ATV-K beträgt dem­nach wei­ter­hin 0,5 %. Ei­ne Erhöhung hat nach § 37 a Abs. 1 Satz 2 ATV-K nicht statt­ge­fun­den.

B. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 92 Abs. 1, § 97 Abs. 1 ZPO. Da-bei war die Kos­ten­tra­gungs­quo­te ers­ter In­stanz un­ter Berück­sich­ti­gung ei­nes Kos­ten­streit­werts von 1.900,83 € zu bil­den. Für die Anträge zu 1. und 2. wa­ren gemäß § 3 ZPO die je­weils ein­ge­klag­ten Beträge an­zu­set­zen. Für den Hilfs­an­trag wur­de ent­spre­chend § 42 Abs. 3 GKG der dreijähri­ge Dif­fe­renz­be­trag zwi­schen 1,1 % und 0,5 % des nach § 15 Abs. 2 ATV-K ver­sor­gungs-pflich­ti­gen Ent­gelts an­ge­setzt (0,6 % von 1747,00 € = 10,48 €; 10,48 € x 36 Mo­na­te = 377,28 €). Der Kos­ten­streit­wert der ers­ten In­stanz über­steigt wei­ter-hin den vom Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend fest­ge­setz­ten Rechts­mit­tel­streit­wert um den in dem Teil­ver­gleich vom 3. Fe­bru­ar 2009 ti­tu­lier­ten Be­trag von 402,00 €. Der ab­ge­schlos­se­ne Teil­ver­gleich ist im Hin­blick auf den Kos­ten­streit­wert nicht pri­vi­le­giert. Die Be­zug­nah­me auf den in Satz 2 der Vor­be­mer­kung 8 zum Teil 8 des Kos­ten­ver­zeich­nis­ses der An­la­ge 1 zu § 3 Abs. 2 GKG (Vor­be­mer­kung 8 KV- GKG) de­fi­nier­ten Teil­ver­gleich macht deut­lich, dass ei­ne Gebühren­pri­vi-le­gie­rung für die in der Vor­be­mer­kung 8 KV- GKG "vor die Klam­mer ge­zo­ge­nen" Ver­glei­che nur in Be­tracht kom­men soll, wenn hier­durch das ge­sam­te Ver­fah­ren be­en­det wird. Der sys­te­ma­ti­sche Zu­sam­men­hang der Vor­be­merk-

 

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ung 8 KV-GVG zu den ein­zel­nen Gebühren­tat­beständen, ins­be­son­de­re zu Nr. 8231 und 8232 KV- GKG, so­wie der Zweck der Ermäßigungs­tat­bestände ma­chen deut­lich, dass auch nach der Vor­be­mer­kung 8 KV- GKG die in dem be­tref­fen­den Rechts­zug an­ge­fal­le­ne Gebühr nur dann ent­fal­len soll, wenn durch den Ver­gleich das ge­sam­te Ver­fah­ren be­en­det wird (BAG 16. April 2008 - 6 AZR 1049/06 - EzA § 3 GKG 2004 Nr. 1 = NZA 2008, 783). Die Ent­schei­dung über die Kos­ten­tra­gungs­pflicht be­ruht in­so­weit auf § 98 Satz 1 ZPO.

C. Die Re­vi­si­on war nach § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG für bei­de Par­tei­en zu-zu­las­sen. Die Rechts­fra­ge, ob § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 ei­ne Ta­rif­norm iSd. § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB ist, die als In­halts­norm i. S. d. § 1 Abs. 1 TVG hin­sicht­lich der zukünf­ti­gen Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes un­mit­tel­bar an­spruchs­be­gründend wirkt, war hin­sicht­lich des Haupt­an­trags, mit dem die Kläge­rin un­ter­le­gen ist, ent­schei­dungs­er­heb­lich. Die Rechts­fra­ge, wie § 37a ATV-K aus­zu­le­gen ist, war für den Hilfs­an­trag, hin­sicht­lich des­sen die Be­klag­te un­ter­le­gen ist, ent­schei­dungs­er­heb­lich. Die Rechts­fra­gen hat­ten – wie sich aus dem Kläge­rin­nen­vor­trag in der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 25. Ju­ni 2009 (Bl. 117 d. A.) er­gibt - auch grundsätz­li­che Be­deu­tung.

 

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Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von d. Kläge­rin und der Be­klag­ten bei dem

Bun­des­ar­beits­ge­richt,

Hu­go-Preuß-Platz 1, 99084 Er­furt

(Post­adres­se: 99113 Er­furt),

Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­den.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb

ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat

schrift­lich beim Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­legt wer­den.

Sie ist gleich­zei­tig oder in­ner­halb

ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten

schrift­lich zu be­gründen.

Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­setz­ten Ur­teils, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Re­vi­si­on ge­rich­tet wird und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­ses Ur­teil Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­de.

Die Re­vi­si­ons­schrift und die Re­vi­si­ons­be­gründung müssen von ei­nem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als sol­che sind außer Rechts­anwälten nur fol­gen­de Stel­len zu­ge­las­sen, die zu­dem durch Per­so­nen mit Befähi­gung zum Rich­ter­amt han­deln müssen:

• Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
• ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der vor­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

Der Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments i. S. d. § 46b ArbGG genügt. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te des Bun­des­ar­beits­ge­richts un­ter www.bun­des­ar­beits­ge­richt.de.
 


Dr. Sch.

O.

S.

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