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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Gleichbehandlung, Sonderzahlung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Nürnberg
Akten­zeichen: 4 Sa 172/07
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 12.03.2008
   
Leit­sätze:

Es verstößt we­der ge­gen den ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz noch stellt es ei­ne un­zulässi­ge Maßre­ge­lung dar, wenn der Ar­beit­ge­ber am Jah­res­en­de le­dig­lich den Mit­ar­bei­tern ei­ne frei­wil­li­ge Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung gewährt, die Mo­na­te zu­vor un­ter­ta­rif­li­che neue Ar­beits­be­din­gun­gen ak­zep­tiert ha­ben. Der Ar­beit­ge­ber darf die Be­triebs­treue die­ser Mit­ar­bei­ter be­son­ders fördern und mit der Son­der­zah­lung ei­nen teil­wei­sen Aus­gleich der ent­stan­de­nen un­ter­schied­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen her­beiführen.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Würzburg, Urteil vom 19.12.2006, 10 (7) Ca 1072/06
   

4 Sa 172/07
10(7) Ca 1072/06
(Würz­burg)

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT NÜRN­BERG

IM NA­MEN DES VOL­KES
UR­TEIL
in dem Rechts­streit


A...


- Kläger und Be­ru­fungskläger -
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: ...

g e g e n

Fir­ma B...


- Be­klag­te und Be­ru­fungs­be­klag­te -
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: ...


we­gen Ar­beits­ent­gelt


Die 4. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Nürn­berg hat durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt
R o t h und die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Arlt und Zieg­ler auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 12. März 2008


für Recht er­kannt:


1. Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das En­dur­teil des Ar­beits­ge­richts Würz­burg vom 19.12.2006 - Az.: 10 (7) Ca
1072/06 – wird auf Kos­ten des Be­ru­fungsführers zurück­ge­wie­sen.


2. Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.


T a t b e s t a n d :


Die Par­tei­en strei­ten über die Aus­zah­lung ei­ner Son­der­zah­lung für das Jahr 2005.


Der Kläger ist bei der Be­klag­ten, in de­ren Dru­cke­rei­be­trieb et­wa 360 Mit­ar­bei­ter tätig sind, seit 1968 als Fach­ar­bei­ter beschäftigt, zu­letzt zu ei­ner Wo­chen­ar­beits­zeit von 35 St­un­den und ei­nem Brut­to­mo­nats­ent­gelt von EUR 2.700,--.


Die Be­klag­te ist Mit­glied des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Druck und Me­di­en Bay­ern e.V. und im De­zem­ber 2004 in den OT-Be­reich des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des über­ge­wech­selt. Der Ver­band kündig­te die bis da­hin gel­ten­den Ver­bands­ta­rif­verträge zum 31.03.2005.


Die Be­klag­te er­stell­te im Fe­bru­ar 2005 ein Stan­dard­si­che­rungs­kon­zept, das u.a. ei­ne un­be­zahl­te Erhöhung der Wo­chen­ar­beits­zeit ab dem 01.08.2005 auf 37,5 St­un­den und ab 01.07.2006 auf 40 St­un­den, die Er­stre­ckung der Re­gel­ar­beits­zeit auch auf Sams­ta­ge, ei­nen Ver­zicht auf ei­ne Ein­kom­mens­erhöhung im Jahr 2005 so­wie die er­folgs­abhängi­ge Staf­fe­lung der jähr­li­chen Ein­mal­zah­lung vor­sieht (vgl. Ko­pie Bl.48 - 72 d.A.).
Im Mo­nat März 2005 leg­te die Be­klag­te ih­ren Mit­ar­bei­tern Zu­satz­verträge zum je­wei­li­gen Ar­beits­ver­trag ent­spre­chend des In­halts des Stand­orts­si­che­rungs­kon­zepts vor.
Al­le Ar­beit­neh­mer mit Aus­nah­me des Klägers und sechs wei­te­rer Kol­le­gen ha­ben die­se Zu­satz­verträge un­ter­zeich­net.


Mit Schrei­ben vom 21.12.2005 (Ko­pie Bl. 76 d.A.) in­for­mier­te die Be­klag­te die Mit­ar­bei­ter da­von, dass al­le Mit­ar­bei­ter, die die veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen ver­ein­bart ha­ben und sich am 31.12.2005 in ei­nem un­gekündig­ten Ar­beits­verhält­nis be­fin­den, für das Jahr 2005 ei­ne ein­ma­li­ge Son­der­zah­lung er­hal­ten, die sich bei Voll­zeit­kräften auf EUR 300,-- beläuft. Der bei der Be­klag­ten be­ste­hen­de Be­triebs­rat hat­te mit Schrei­ben vom 14.12.2006 (Ko­pie Bl. 75 d.A.) der Aus­zah­lung der Son­der­zah­lung zu­ge­stimmt und die Be­klag­te zu­gleich auf­ge­for­dert, die­se frei­wil­li­ge Zah­lung al­len Ar­beit­neh­mern zu­kom­men zu las­sen.


Der bei der Aus­zah­lung nicht berück­sich­tig­te Kläger be­gehrt mit sei­ner am 09.05.2006 zum Ar­beits­ge­richt Würz­burg er­ho­be­nen Kla­ge die Gewährung der Jah­res­son­der­zah­lung zuzüglich von Zin­sen.


We­gen der Anträge der Par­tei­en und ih­res nähe­ren Vor­brin­gens im erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren wird auf den Tat­be­stand der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung Be­zug ge­nom­men.


Das Ar­beits­ge­richt Würz­burg hat mit En­dur­teil vom 19.12.2006 die Kla­ge ab­ge­wie­sen.


Ge­gen das den Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers am 06.02.2007 zu­ge­stell­te Ur­teil ha­ben die­se mit Te­le­fax vom 05.03.2007 Be­ru­fung ein­ge­legt und sie in­ner­halb der bis 10.05.2007 verlänger­ten Be­gründungs­frist mit Te­le­fax vom 30.04.2007 be­gründet.


Der Kläger be­haup­tet, die un­ter­blie­be­ne Aus­zah­lung stel­le ei­ne Be­nach­tei­li­gung i.S.d. § 612 a BGB dar. Er ha­be be­rech­tigt er­wei­se an den nach­wir­ken­den ta­rif­ver­trag­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen fest­hal­ten und die an­ge­tra­ge­nen ver­schlech­tern­den ein­zel­ver­trag­li­chen Ab­re­den ab­leh­nen dürfen. Sei­ne Wei­ge­rung sei der we­sent­li­che Be­weg­grund für die Be­klag­te ge­we­sen, ihn aus dem Kreis der An­spruchs­be­rech­tig­ten aus­zu­neh­men. Aus dem Mit­tei­lungs­schrei­ben der Be­klag­ten selbst er­ge­be sich, dass die Son­der­zah­lung als Ge­gen­leis­tung für den Ab­schluss des Ar­beits­ver­tra­ges mit veränder­ten Be­din­gun­gen ge­dacht sei. Dem Be­triebs­rat ge­genüber ha­be man sich dies­bezüglich noch auf ei­ne Ver­bes­se­rung der wirt­schaft­li­chen La­ge des Un­ter­neh­mens be­ru­fen. Hier­zu hätten auch die nicht berück­sich­tig­ten Ar­beit­neh­mer ei­nen Bei­trag ge­leis­tet. Mit der Son­der­zah­lung soll­ten nicht die Mit­ar­bei­ter mit den geänder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen zusätz­lich mo­ti­viert, son­dern viel­mehr die Mit­ar­bei­ter, die an ih­ren le­gi­ti­men ta­rif­ver­trag­li­chen Rech­ten fest­ge­hal­ten ha­ben, als „Ver­wei­ge­rer“ aus­ge­grenzt und be­straft wer­den.
Die Be­klag­te schul­de die Aus­zah­lung an ihn auch un­ter dem Ge­sichts­punkt des ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes. Es ge­be kei­nen sach­li­chen Dif­fe­ren­zie­rungs­grund, ihn von der Gewährung der Son­der­zah­lung aus­zu­sch­ließen. Die Wahr­neh­mung be­rech­tig­ter In­ter­es­sen recht­fer­ti­ge kei­ne Grup­pen­bil­dung.


Der Kläger und Be­ru­fungskläger be­an­tragt:


1. Das En­dur­teil des Ar­beits­ge­richts Würz­burg vom 19.12.2006, Az.: 10(7) Ca 1072/06, zu­ge­stellt am 06.02.2007, wird auf­ge­ho­ben.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger Eu­ro 300,-- brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 01.01.2006 zu zah­len.


Die Be­klag­te und Be­ru­fungs­be­klag­te be­an­tragt:


1. Die Be­ru­fung wird zurück­ge­wie­sen.


2. Der Be­ru­fungskläger trägt die Kos­ten bei­der Rechtszüge.


Zur Be­gründung trägt sie vor, sie ha­be sich mit der ein­ma­li­gen Son­der­zah­lung bei all den Mit­ar­bei­tern be­dan­ken wol­len, die sich im be­son­de­ren Maße für das Un­ter­neh­men und des­sen zukünf­ti­ge Wett­be­werbsfähig­keit ein­ge­setzt ha­ben und be­reit ge­we­sen sind, Ein­schnit­te in die bis­he­ri­gen Be­sitzstände hin­zu­neh­men. Die­se Mit­ar­bei­ter soll­ten zusätz­lich mo­ti­viert wer­den, sich wei­ter­hin für das Un­ter­neh­men zu en­ga­gie­ren. Ei­nem mögli­chen Weg­gang die­ser
Mit­ar­bei­ter zu an­de­ren Un­ter­neh­men mit ge­ge­be­nen­falls bes­se­ren Kon­di­tio­nen soll­te ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. Die von den Mit­ar­bei­tern in Kauf ge­nom­me­nen Ein­bußen an Frei­zeit und Ent­gelt sei­en durch die Son­der­zah­lung nur teil­wei­se aus­ge­gli­chen wor­den. Die Son­der­zah­lung ha­be nicht da­zu ge­dient, auf den Wil­lens­ent­schluss der Mit­ar­bei­ter ein­zu­wir­ken, die an ih­ren bis­he­ri­gen ta­rif­ver­trag­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen fest­hal­ten woll­ten. Da­ge­gen spre­che be­reits der zeit­li­che Ab­stand zu den Ver­trags­an­ge­bo­ten im März 2005.
Oh­ne die Op­fer­be­reit­schaft der Mit­ar­bei­ter mit den geänder­ten Ar­beits­verträgen hätte sie le­dig­lich ein aus­ge­gli­che­nes Be­triebs­er­geb­nis im Jahr 2005 aber kei­nen Ge­winn er­zielt. Der er­ziel­te Ge­winn sei al­lei­ne auf die im zwei­ten Halb­jahr ein­ge­spar­ten Per­so­nal­kos­ten in ei­ner Größe von EUR 500.000,-- zurück­zuführen. Es sei des­halb ge­recht­fer­tigt, al­lei­ne die Mit­ar­bei­ter zu ho­no­rie­ren, die durch ih­re Op­fer­be­reit­schaft die­se Ge­winn­erzie­lung ermöglicht hätten. Da sie auf die­se Be­reit­schaft auch in Zu­kunft an­ge­wie­sen sei, soll­te durch die Son­der­zah­lung hierfür ein An­reiz ge­ben wer­den.


Hin­sicht­lich wei­te­rer Ein­zel­hei­ten wird auf den In­halt der im Be­ru­fungs­ver­fah­ren ge­wech­sel­ten Schriftsätze ver­wie­sen.


Von ei­ner wei­ter­ge­hen­den Dar­stel­lung des Tat­be­stan­des wird gemäß § 69 Abs. 2 ArbGG ab­ge­se­hen.


E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :


I.


Die Be­ru­fung ist zulässig.
Sie ist statt­haft, § 64 Abs. 1, Abs. 2 a ArbGG, und auch in der ge­setz­li­chen Form und Frist ein­ge­legt und be­gründet wor­den, §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, 519, 520 ZPO.


II.


Die Be­ru­fung ist sach­lich nicht be­gründet.
Das Erst­ge­richt hat mit zu­tref­fen­der Be­gründung die Kla­ge ab­ge­wie­sen und sich hier­bei mit al­len ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­gen aus­ein­an­der­ge­setzt. In­so­weit kann voll­umfäng­lich auf die Ausführun­gen im Erst­ur­teil ver­wie­sen und von ei­ner rein wie­der­ho­len­den Dar­stel­lung der Ent­schei­dungs­gründe ab­ge­se­hen wer­den.


Im Hin­blick auf das Be­ru­fungs­vor­brin­gen sind nur noch fol­gen­de ergänzen­de Ausführun­gen ver­an­lasst.


1. Der An­spruch des Klägers auf die zusätz­li­che Ar­beit­ge­ber­leis­tung er­gibt sich nicht aus dem all­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz.


a) Der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­bie­tet dem Ar­beit­ge­ber nicht nur ei­ne sach­frem­de Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer ge­genüber an­de­ren Ar­beit­neh­mern in ver­gleich­ba­rer La­ge. Bil­det der Ar­beit­ge­ber Grup­pen von begüns­tig­ten und be­nach­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mern, muss auch die Grup­pen­bil­dung sach­li­chen Kri­te­ri­en ent­spre­chen. Der Ar­beit­ge­ber ver­letzt die­sen Grund­satz, wenn sich für die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung kein vernünf­ti­ger, aus der Na­tur der Sa­che sich er­ge­ben­der oder sonst wie sach­lich ein­leuch­ten­der Grund fin­den lässt.
Bei frei­wil­li­gen Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers heißt das, dass der Ar­beit­ge­ber die Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen so ab­zu­gren­zen hat, dass Ar­beit­neh­mer des Be­trie­bes nicht aus sach­frem­den oder willkürli­chen Gründen aus­ge­schlos­sen wer­den. Hier­bei ist der Ar­beit­ge­ber grundsätz­lich frei, den Per­so­nen­kreis ab­zu­gren­zen, dem er frei­wil­li­ge Leis­tun­gen zu­kom­men las­sen will. Er kann in die­sem Zu­sam­men­hang Ar­beit­neh­mer­grup­pen bil­den, wenn die­se Grup­pen­bil­dung nicht willkürlich, son­dern sach­lich ge­recht­fer­tigt und recht­lich zulässig ist. Die sach­li­che Recht­fer­ti­gung die­ser Grup­pen­bil­dung kann nur am Zweck der frei­wil­li­gen Leis­tung des Ar­beit­ge­bers ge­mes­sen wer­den (vgl. BAG vom 14.02.2007 -10 AZR 181/06 - NZA 2007, 558; vom 15.02.2005 - 9 AZR
116/04 - AP Nr. 15 zu § 612a BGB; vom 05.03.1980 - 5 AZR 881/78 – BA­GE 33, 57).
Verstößt der Ar­beit­ge­ber bei der Gewährung frei­wil­li­ger Leis­tun­gen ge­gen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, hat der be­nach­tei­lig­te Ar­beit­neh­mer An­spruch auf die vor­ent­hal­te­ne Leis­tung (vgl. BAG vom 15.02.2005, aaO; vom 25.11.1993 – 2 AZR 324/92 – BA­GE 75, 143).


b) Die von der Be­klag­ten mit der Gewährung ei­ner Son­der­zah­lung für das Jahr 2005 ver­folg­ten Zweck­rich­tun­gen recht­fer­ti­gen das Junk­tim zwi­schen der Gewährung der Son­der­zah­lung und den zu­vor ein­zel­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten schlech­te­ren Ar­beits­be­din­gun­gen in Be­zug auf die Ar­beits­zeit und die Ar­beits­vergütung. Die Un­ter­schei­dung zwi­schen den Ar­beit­neh­mern, die auf­grund ei­ner ein­zel­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung be­reit wa­ren, bei gleich­blei­ben­der Vergütung zusätz­li­che Ar­beits­stun­den pro Wo­che zu leis­ten und auch den Sams­tag als zu­schlags­frei­en Re­gel­ar­beits­tag zu ak­zep­tie­ren, und den

Ar­beit­neh­mern, die wei­ter­hin nur zu den nach­wir­ken­den ta­rif­ver­trag­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen be­reit wa­ren, die Ar­beit zu leis­ten, ist nicht willkürlich oder sach­fremd.


ba) Der Ar­beit­ge­be­rin darf dar­an ge­le­gen sein, Mit­ar­bei­ter auch für die Zu­kunft an sich zu bin­den, die im In­ter­es­se an der Si­che­rung von Ar­beitsplätzen zu persönli­chen Zu­geständ­nis­sen be­reit sind und sich mit der übri­gen Be­leg­schaft und dem Un­ter­neh­men in be­son­de­rem Maße iden­ti­fi­zie­ren. Dem dient die als Gra­ti­fi­ka­ti­on aus­ge­stal­te­te und da­mit auch die zukünf­ti­ge Be­triebs­treue ho­no­rie­ren­de Son­der­zah­lung für das Jahr 2005, die als Leis­tungs­vor­aus­set­zung nur den un­gekündig­ten Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses am 31.12.2005 ver­langt.

Es ist rech­ne­risch nach­voll­zieh­bar, dass die vie­len Mit­ar­bei­tern, die be­reit wa­ren, ein fi­nan­zi­el­les Op­fer zu brin­gen und wöchent­lich 2,5 Ar­beits­stun­den mehr zu leis­ten, durch die da­mit ein­ge­spar­ten Per­so­nal­kos­ten im Um­fang von meh­re­ren 100.000 Eu­ro ei­nen we­sent­li­chen Bei­trag zur Er­zie­lung ei­nes po­si­ti­ven Jah­res­er­geb­nis­ses ge­leis­tet ha­ben. Oh­ne die­se Kos­ten­ein­spa­rung hätte sich der im Jahr 2005 er­ziel­te Ge­winn so nicht rea­li­sie­ren las­sen. Die­ser soll­te nach dem Stand­ort­si­che­rungs­kon­zept da­zu die­nen, im Wett­be­werb zu be­ste­hen und durch neue In­ves­ti­tio­nen Markt­po­si­tio­nen zu ver­tei­di­gen und Ar­beitsplätze zu si­chern.


Nur wenn die Mit­ar­bei­ter länger­fris­tig be­reit wa­ren, die neu­en Ar­beits­be­din­gun­gen zu ak­zep­tie­ren, konn­te die Ar­beit­ge­be­rin da­von aus­ge­hen, dass ihr Stand­ort­si­che­rungs­kon­zept auch in Zu­kunft auf­geht. In­so­weit durf­te sie ein ge­stei­ger­tes In­ter­es­se dar­an ha­ben, ge­ra­de die­se Mit­ar­bei­ter durch ei­ne zusätz­li­che Ho­no­rie­rung der Be­triebs­treue an sich zu bin­den. Zu­mal die in Be­zug auf die Ar­beits­zeit und die Ar­beits­vergütung un­ter­ta­rif­lich be­han­del­ten Mit­ar­bei­ter stärke­ren Ver­lo­ckun­gen aus­ge­setzt sind, sich nach ei­ner Al­ter­na­tiv­beschäfti­gung zu­min­dest zu dem ta­rif­ver­trag­li­chen Ni­veau um­zu­se­hen. In­so­weit be­steht für die­sen Mit­ar­bei­ter­kreis ein stärke­rer Ab­wan­de­rungs­an­reiz als bei den Mit­ar­bei­tern, die durch die Ab­leh­nung der Ände­rungs­ver­ein­ba­run­gen sich ihr bis­he­ri­ges ta­rif­ver­trag­li­ches Ni­veau er­hal­ten ha­ben.
Die­sem verstärk­ten Ab­wan­de­rungs­an­reiz durf­te die Be­klag­te mit der Ho­no­rie­rung der Be­triebs­treue ge­zielt ent­ge­gen­wir­ken.


bb) Die Be­klag­te durf­te dem bis­her be­nach­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mer­kreis, der be­reit war, mit Wir­kung ab dem
01.08.2005 schlech­te­re Ar­beits­be­din­gun­gen zu ak­zep­tie­ren, ei­nen teil­wei­sen Aus­gleich der er­lit­te­nen Nach­tei­le zu­kom­men las­sen, um die­se Mit­ar­bei­ter zusätz­lich zu mo­ti­vie­ren und das Aus­ein­an­der­klaf­fen der Ar­beits­be­din­gun­gen nachträglich wie­der et­was ab­zu­mil­dern.

In die­sem Zu­sam­men­hang sind die Befürch­tun­gen der Ar­beit­ge­be­rin nach­voll­zieh­bar, dass ei­ne „be­triebs­at­mo­sphärisch heik­le Si­tua­ti­on“ da­durch ein­ge­tre­ten ist, dass im sel­ben Be­trieb und in der­sel­ben Ab­tei­lung Mit­ar­bei­ter zusätz­li­che Wo­chen­ar­beits­stun­den ge­son­dert ho­no­riert be­kom­men und an­de­re nicht oder bei sel­ber
Vergütung die ei­nen Mit­ar­bei-

ter be­reits nach Hau­se ge­hen können während die an­de­ren noch 2,5 Wo­chen­ar­beits­stun­den ab­zu­leis­ten ha­ben. Es ist des­halb als be­rech­tig­tes Ar­beit­ge­ber­in­ter­es­se an­er­kannt, an ei­ner Her­stel­lung ein­heit­li­cher Ar­beits­be­din­gun­gen in­ter­es­siert zu sein und ei­ne zusätz­li­che frei­wil­li­ge Ar­beit­ge­ber­leis­tung nur für den bis­her be­nach­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mer­kreis vor­zu­se­hen (vgl. hier­zu BAG vom 14.03.2007 – 5 AZR 420/06 – AP Nr. 204 zu § 242 BGB Gleich­be­hand­lung).
Die Höhe der gewähr­ten Son­der­zah­lung für das Jahr 2005 hat nur zu ei­ner teil­wei­sen (Wie­der-)An­glei­chung der Ar­beits­be­din­gun­gen geführt, denn die Mit­ar­bei­ter mit den ab 01.08.2005 ab­geänder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen hat­ten Vergütungs­ein­bußen hin­zu­neh­men, die die Höhe der Son­der­zah­lung über­stie­gen. Ein voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer hat­te nämlich im Jahr 2005 et­wa 55 zusätz­li­che Ar­beits­stun­den oh­ne Ent­gelt­aus­gleich zu leis­ten und er­hielt dafür nur ei­ne Son­der­zah­lung von EUR 300,--.


Die Mit­ar­bei­ter mit den schlech­te­ren Ar­beits­be­din­gun­gen durf­ten zu Recht da­von aus­ge­hen, dass bei ei­ner Ver­bes­se­rung der Er­trags­si­tua­ti­on im In­ter­es­se der Gleich­be­hand­lung al­ler Mit­ar­bei­ter wie­der zu glei­chen Ar­beits­be­din­gun­gen zurück­ge­kehrt wird und fi­nan­zi­ell mögli­che zusätz­li­che Ar­beit­ge­ber­leis­tun­gen hier zu ver­wandt wer­den. Dem hat die Be­klag­te durch die zeit­na­he teil­wei­se An­glei­chung der Ar­beits­be­din­gun­gen ent­spro­chen und da­mit der Ent­ste­hung be­triebs­at­mo­sphäri­scher Störun­gen in zulässi­ger Wei­se ent­ge­gen­ge­wirkt.


bc) An­de­re als die dar­ge­stell­ten Zweck­rich­tun­gen er­ge­ben sich aus dem In­halt der Mit­tei­lung an die Be­leg­schaft vom 21. De­zem­ber 2005 (Ko­pie Bl. 195 d.A.) und den dort auf­geführ­ten Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen für die Son­der­zah­lung nicht.
In­so­weit un­ter­schei­det sich die vor­lie­gen­de Fall­kon­stel­la­ti­on von der, die Ge­gen­stand der Ent­schei­dung des
Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 26.09.2007 (10 AZR 569/06 – NZA 2007, 1424) ge­we­sen ist. Bei der dor­ti­gen frei­wil­li­gen Ar­beit­ge­ber­leis­tung han­del­te es sich vor­ran­gig um ei­ne An­we­sen­heits­prämie, mit der ein An­reiz zu ge­sund­heits­be­wußtem und – fördern­dem Ver­hal­ten ge­schaf­fen wer­den soll­te und die der Un­ter­bin­dung leicht­fer­ti­ger Krank­mel­dun­gen dien­te. Der mit der Ar­beit­ge­ber­leis­tung ver­folg­te wirt­schaft­li­che und be­triebs­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Haupt­zweck konn­te auch von den Mit­ar­bei­tern er­reicht wer­den, die zu­vor ei­ner Ver­tragsände­rung nicht zu­ge­stimmt hat­ten. Nur aus die­sem Grund ist das Bun­des­ar­beits­ge­richt in der dor­ti­gen Ent­schei­dung zu ei­ner Ver­let­zung des ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes ge­langt. Hätte sich die dor­ti­ge Ar­beit­ge­ber­leis­tung aus­sch­ließlich auf den Aus­gleich ein­ge­tre­te­ner Vergütungs­nach­tei­le be­schränkt oder hätte – wie im vor­lie­gen­den Fall – die Aus­zah­lung ei­ner Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on da­zu ge­dient, bis­her be­ste­hen­de Ein­kom­mens­un­ter­schie­de bei Grup­pen von Ar­beit­neh­mern aus­zu­glei­chen, hätte sich das Bun­des­ar­beits­ge­richt auch in sei­ner Ent­schei­dung vom 26.09.2007 (vgl. Rand­zif­fern

23 und 24) an den frühe­ren Ent­schei­dun­gen vom 19.04.1995 (10 AZR 344/94 – AP Nr. 124 zu § 242 BGB Gleich­be­hand­lung) und vom 14.03.2007 (5 AZR 420/06 – AP Nr. 204 zu § 242 BGB Gleich­be­hand­lung) ori­en­tiert.


2. Die Be­schränkung des begüns­tig­ten Per­so­nen­krei­ses der Son­der­zah­lung für das Jahr 2005 verstößt nicht ge­gen das Maßre­ge­lungs­ver­bot des § 612 a BGB. Der Kläger, der sich sei­ne ta­rif­ver­trag­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen er­hal­ten hat­te, durf­te aus dem Kreis der An­spruchs­be­rech­tig­ten aus­ge­nom­men wer­den, oh­ne dass dar­in ei­ne ver­bo­te­ne Be­nach­tei­li­gung zu se­hen ist.


a) Nach § 612 a BGB darf der Ar­beit­ge­ber ei­nen Ar­beit­neh­mer bei ei­ner Ver­ein­bah­rung oder Maßnah­me nicht des­halb be­nach­tei­li­gen, weil der Ar­beit­neh­mer in zulässi­ger Wei­se sei­ne Rech­te ausübt. Ei­ne Be­nach­tei­li­gung liegt
nicht nur dann vor, wenn der Ar­beit­neh­mer ei­ne Ein­buße er­lei­det, sich al­so sei­ne Si­tua­ti­on ge­genüber dem bis­he­ri­gen Zu­stand ver­schlech­tert son­dern auch dann, wenn ihm Vor­tei­le vor­ent­hal­ten wer­den, die der Ar­beit­ge­ber Ar­beit­neh­mern gewährt, falls die­se ent­spre­chen­de Rech­te nicht aus­geübt ha­ben (so ständi­ge Recht­spre­chung des BAG, vom 18.09.2007 - 3 AZR 639/06 - EzA Nr. 30 zu § 1 Be­trAVG Gleich­be­hand­lung; vom 14.03.2007 - 5 AZR 420/06 - AP Nr. 204 zu § 242 BGB Gleich­be­hand­lung; vom 15.02.2005 - 9 AZR 116/04 - AP Nr. 15 zu § 612 a BGB; je­weils m.w.N.).


Da­bei muss die zulässi­ge Rechts­ausübung der tra­gen­de Grund für die be­nach­tei­li­gen­de Maßnah­me sein. Kei­ne Maßre­ge­lung liegt vor, wenn ei­ne Maßnah­me le­dig­lich der zulässi­gen Aus­ge­stal­tung der Ar­beits­be­din­gun­gen dient (so BAG vom 18.09.2007, aaO).

In sei­ner Ent­schei­dung vom 15.02.2005 (aaO) führt das Bun­des­ar­beits­ge­richt dies­bezüglich aus, dass das ge­setz­ge­be­ri­sche Ziel des § 612a BGB ei­ne ein­schränken­de Aus­le­gung der Norm be­dingt. Das in § 612a BGB ge­re­gel­te „be­son­de­re Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot“ soll den Ar­beit­neh­mer in sei­ner Wil­lens­frei­heit bei der Ent­schei­dung darüber schützen, ob er ein Recht ausüben will oder nicht. Die­se Ent­schei­dung soll er oh­ne Furcht vor wirt­schaft­li­chen oder sons­ti­gen Re­pres­sa­li­en des Ar­beit­ge­bers tref­fen können. Da­mit si­chert die Vor­schrift die Rech­te der Ar­beit­neh­mer.


Schutz­ziel des Maßre­ge­lungs­ver­bots ist in­des­sen nicht, den Ar­beits­ver­trags­par­tei­en die an­er­kannt zulässi­gen Möglich­kei­ten zur Ge­stal­tung der Ar­beits- und Aus­schei­dens­be­din­gun­gen zu neh­men.


In der wei­te­ren Ent­schei­dung vom 14.03.2007 (aaO) sieht das Bun­des­ar­beits­ge­richt das Maßre­ge­lungs­ver­bot nur dann als ver­letzt an, wenn zwi­schen der Be­nach­tei­li­gung und der Rechts­ausübung ein un­mit­tel­ba­rer Zu­sam­men­hang
be­steht. Die zulässi­ge Rechts­ausübung muss der tra­gen­de Grund, d.h. das we­sent­li­che Mo­tiv für die be­nach­tei­li­gen­de Maßnah­me sein. Es reicht nicht aus, dass die Rechts­ausübung nur den äußeren An­lass für die
Maßnah­me bie­tet.
Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Grundsätze hat das BAG kei­nen Ver­s­toß ge­gen das Maßre­ge­lungs­ver­bot be­jaht, wenn der Ar­beit­ge­ber bei ei­ner ge­ne­rel­len Vergütungs­erhöhung nur die Mit­ar­bei­ter be­denkt, die be­reit wa­ren zu den


Be­din­gun­gen ei­nes so­ge­nann­ten Stan­dard­ver­tra­ges zu ar­bei­ten. Tra­gen­der Be­weg­grund für den Ar­beit­ge­ber war nämlich nicht die zulässi­ge Ab­leh­nung des Stan­dard­ar­beits­ver­tra­ges durch den dor­ti­gen Kläger son­dern die Gel­tung
ver­schie­de­ner Ar­beits­ver­trags­mo­del­le. In­so­fern durf­te die Ar­beit­ge­be­rin da­von ab­se­hen, den be­reits bes­ser ge­stell­ten Ar­beit­neh­mern ei­ne wei­te­re Vergüns­ti­gung zu­kom­men zu las­sen und sich dar­auf be­schränken, mit der Zu­satz­leis­tung die Nach­tei­le der Ar­beit­neh­mer mit dem Stan­dard­ar­beits­ver­trag aus­zu­glei­chen.


b) Im vor­lie­gen­den Fall be­steht kein un­mit­tel­ba­rer Zu­sam­men­hang zwi­schen der Wei­ge­rung des Klägers, ei­nen Ände­rungs­ver­trag zu ak­zep­tie­ren, in dem die bis­her nur noch nach­wir­ken­den ta­rif­ver­trag­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen
zum Nach­teil des Ar­beit­neh­mers ab­geändert wer­den, und der Gewährung ei­ner Son­der­zah­lung für das Jahr 2005. An­ders als in dem im Ur­teil vom 12.06.2002 (10 AZR 340/01 – NZA 2002, 1389) ent­schie­de­nen Fall wur­de die (dro­hen­de) Her­aus­nah­me aus dem Kreis der begüns­tig­ten Ar­beit­neh­mer nicht als Druck­mit­tel ver­wandt, um auf den Wil­lens­ent­schluss der Ar­beit­neh­mer ein­zu­wir­ken, de­nen schlech­te­re Ar­beits­be­din­gun­gen im Rah­men ei­nes Ände­rungs­ver­tra­ges an­ge­bo­ten wor­den sind.
Im vor­lie­gen­den Fall er­folg­te die Fest­set­zung der Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen im Mo­nat De­zem­ber 2005 zeit­lich lan­ge nach den An­ge­bo­ten ei­ner Ver­tragsände­rung im Mo­nat März 2005. Hier­durch konn­te auf die durch § 612 a BGB geschütz­te Wil­lens­frei­heit der Ar­beit­neh­mer nicht mehr ein­ge­wirkt wer­den, denn die Ar­beit­neh­mer hat­ten ih­ren Wil­len be­reits vie­le Mo­na­te vor­her betätigt.


Die Her­aus­nah­me des Klägers aus dem Kreis der An­spruchs­be­rech­tig­ten war auch nicht bloße Re­ak­ti­on auf sei­ne da­ma­li­ge Wil­lens­betäti­gung. Et­wa um sein Ver­hal­ten im Nach­hin­ein zu sank­tio­nie­ren oder ihn qua­si im Rah­men
ei­ner Spe­zi­al­präven­ti­on von künf­ti­gen ver­gleich­ba­ren Ver­hal­tens­wei­sen ab­zu­hal­ten.

Die von der Be­klag­ten mit der Son­der­zah­lung ver­folg­ten Zweck­rich­tun­gen wur­den be­reits ausführ­lich dar­ge­stellt. Die Be­klag­te woll­te die zu persönli­chen Op­fern be­rei­ten Mit­ar­bei­ter mit den schlech­te­ren Ar­beits­be­din­gun­gen auch künf­tig an sich bin­den. Da sie auf­grund ih­rer schlech­te­ren Ar­beits­be­din­gun­gen höhe­ren Ab­wan­de­rungs­an­rei­zen un­ter­lie­gen, durf­te ih­re Be­triebs­treue be­son­ders ho­no­riert und gefördert wer­den.
Hin­zu kommt das An­lie­gen, im In­ter­es­se der Ho­no­rie­rung der Op­fer­be­reit­schaft und zur Ver­mei­dung be­triebs­at­mo­sphäri­scher Störun­gen durch die frei­wil­li­ge Leis­tung ent­stan­de­ne un­ter­schied­li­che Ar­beits­be­din­gun­gen teil­wei­se wie­der aus­zu­glei­chen.
In­so­weit han­delt es sich bei der Be­schränkung des begüns­tig­ten Per­so­nen­krei­ses um ei­ne an­er­kannt zulässi­ge Möglich­keit der Ge­stal­tung der Ar­beits­be­din­gun­gen zur Förde­rung der Be­triebs­treue ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer­grup­pen und zum Aus­gleich ei­ner ent­stan­de­nen un­ter­schied­li­chen Aus­ge­stal­tung der Ar­beits­be­din­gun­gen. Die Maßnah­me der Be­klag­ten hält sich da­mit im Rah­men der in den Ent­schei­dun­gen des BAG vom 18.09.2007, 14.03.2007 und 15.02.2005 (aaO) auf­ge­stell­ten Grundsätze.


3. Auf ei­ne kol­lek­tiv­recht­li­che Re­ge­lung der Be­triebs­part­ner im Rah­men der §§ 77 Abs. 2, Abs. 4 Satz 1, 87 Abs. 1 Ziff. 10 Be­trVG kann der Kläger sei­nen An­spruch nicht stützen, denn ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung zur Re­ge­lung der Son­der­zah­lung für das Jahr 2005 ist nicht ab­ge­schlos­sen wor­den.


III.


1. Der un­ter­le­ge­ne Be­ru­fungsführer hat die Kos­ten sei­nes Rechts­mit­tels zu tra­gen, § 97 Abs. 1 ZPO.


2. Für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on be­steht kein ge­setz­lich be­gründe­ter An­lass, § 72 Abs. 1 und 2 ArbGG.


Rechts­mit­tel­be­leh­rung:


Ge­gen die­ses Ur­teil ist die Re­vi­si­on nicht zulässig;
auf § 72 a ArbGG wird hin­ge­wie­sen.


Roth, Vor­sit­zen­der Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt
Arlt, Eh­ren­amt­li­cher Rich­ter
Zieg­ler, Eh­ren­amt­li­cher Rich­ter


Verkündet am 12. März 2008

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