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An­hö­rung des Be­triebs­rats bei Kün­di­gung mit Aus­lauf­frist

Wird ei­nem or­dent­lich un­künd­ba­ren Ar­beit­neh­mer au­ßer­or­dent­lich mit Aus­lauf­frist ge­kün­digt, muss der Be­triebs­rat ei­ne Wo­che Zeit zur Stel­lung­nah­me ha­ben: Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm, Ur­teil vom 05.08.2010, 15 Sa 302/10
12.07.2011. Ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung ge­mäß § 626 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) ist meist auch ei­ne frist­lo­se Kün­di­gung, d.h. die re­gu­lä­ren Kün­di­gungs­fris­ten ge­mäß § 622 BGB wer­den nicht be­ach­tet. Für sol­che Kün­di­gun­gen muss es ei­nen wich­ti­gen Grund ge­ben, der aber nicht im­mer ein Pflicht­ver­stoß sein muss. Auch Dau­er­krank­hei­ten oder Be­triebs­schlie­ßun­gen kön­nen zur au­ßer­or­dent­li­chen Kün­di­gung be­rech­ti­gen.

Sol­che au­ßer­or­dent­li­chen Kün­di­gun­gen tref­fen meist Ar­beit­neh­mer, die or­dent­lich un­künd­bar sind. Dann muss der Ar­beit­ge­ber aber ei­ne „Aus­lauf­frist“ ge­wäh­ren, die der bei or­dent­li­cher Künd­bar­keit gel­ten­den Kün­di­gungs­frist ent­spricht. Frag­lich ist, wie viel Zeit dann dem Be­triebs­rat im Rah­men der An­hö­rung ge­mäß § 102 Abs.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) für sei­ne Stel­lung­nah­me zu ge­wäh­ren ist, da das Ge­setz hier­auf kei­ne kla­re Ant­wort gibt. Da­mit be­fasst sich ein ak­tu­el­les Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm (Ur­teil vom 05.08.2010, 15 Sa 302/10).

Ei­nem or­dent­lich un­künd­ba­ren Ar­beit­neh­mer war krank­heits­be­dingt au­ßer­or­dent­lich ge­kün­digt wor­den. Der Be­triebs­rat wur­de da­zu nicht mit der für or­dent­li­che Kün­di­gun­gen gel­ten­den Wo­chen­frist des § 102 Abs.2 Satz 1 Be­trVG, son­dern nur mit der Drei­ta­ges­frist des § 102 Abs.2 Satz 3 Be­trVG an­ge­hört, die für au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gun­gen gilt. An­ders als das Ar­beits­ge­richt Iser­lohn (Ur­teil vom 17.11.2009, 5 Ca 1370/09) hielt das LAG die Wo­chen­frist für maß­geb­lich und die Kün­di­gung da­her für un­wirk­sam.

Fa­zit: Ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung mit Aus­lauf­frist ist nur wirk­sam, wenn der Be­triebs­rat wie vor or­dent­li­chen Kün­di­gun­gen be­tei­ligt wird. Denn sonst wä­ren un­künd­ba­re Ar­beit­neh­mer bei der Be­tries­rats­an­hö­rung we­gen der kür­ze­ren An­hö­rungs­frist schlech­ter ge­schützt als nor­ma­le Ar­beit­neh­mer. Ar­beit­neh­mer und Be­triebs­rat soll­ten da­her stets die Ein­hal­tung der Wo­chen­frist prü­fen. Sie kön­nen sich da­bei auf die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (Ur­teil vom 12.01.2006, 2 AZR 242/05) be­ru­fen.

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Letzte Überarbeitung: 24. August 2016

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