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Rechts­an­walts­kos­ten bei an­ge­droh­ter Kün­di­gung

Rechts­schutz­ver­si­che­run­gen sind zur Über­nah­me der Rechts­an­walts­kos­ten des Ar­beit­neh­mers ver­pflich­tet, so­bald der Ar­beit­ge­ber ei­ne Kün­di­gung an­ge­droht hat: Bun­des­ge­richts­hof, Ur­teil vom 19.11.2008, IV ZR 305/07

20.11.2008. Ein Rechts­schutz­ver­si­che­rungs­fall im Sin­ne der All­ge­mei­nen Be­din­gun­gen für die Rechts­schutz­ver­si­che­rung (ARB) liegt un­ter an­de­rem dann vor, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­nen Ver­stoß ge­gen Rechts­pflich­ten oder Rechts­vor­schrif­ten be­gan­gen hat oder ha­ben soll (§ 14 Abs. 3 Satz 1 ARB 1975 bzw. § 4 (1) c) ARB 94/2000/2008).

Dies ist bei ei­ner vom Ar­beit­ge­ber aus­ge­spro­che­nen Kün­di­gung prak­tisch im­mer der Fall, da man in den meis­ten Fäl­len be­grün­de­ter­ma­ßen be­haup­ten kann, die Kün­di­gung sei un­wirk­sam. Ist ei­ne vom Ar­beit­ge­ber aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung aber un­wirk­sam, hat der Ar­beit­ge­ber da­mit ge­gen Rechts­vor­schrif­ten ver­sto­ßen.

Legt da­her ein vom ge­kün­dig­ten Ar­beit­neh­mer be­auf­trag­ter Rechts­an­walt Kün­di­gungs­schutz­kla­ge ein oder ver­han­delt er au­ßer­ge­richt­lich über die vom Ar­beit­ge­ber aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung, muss die Rechts­schutz­ver­si­che­rung für die vom Rechts­an­walt be­rech­ne­ten Ge­büh­ren auf­kom­men.

Frag­lich und in der Re­gu­lie­rungs­pra­xis der Rechts­schutz­ver­si­che­run­gen um­strit­ten ist da­ge­gen die häu­fig vor­kom­men­de Si­tua­ti­on, dass der Ar­beit­ge­ber dem Ar­beit­neh­mer den Aus­spruch ei­ner Kün­di­gung le­dig­lich an­droht, um auf die­ser Grund­la­ge über ei­ne ein­ver­nehm­li­che Ver­trags­be­en­di­gung bzw. ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag zu ver­han­deln. Die­se Fra­ge hat der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) vor kur­zem im Sin­ne der rechts­schutz­ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer ent­schie­den: BGH, Ur­teil vom 19.11.2008, IV ZR 305/07.

Ist erst der Ausspruch einer Kündigung durch den Arbeitgeber ein Rechtsschutzfall oder bereits die Androhung der Kündigung?

Rechts­schutz­ver­si­cher­te Ar­beit­neh­mer kon­sul­tie­ren im Fal­le ei­ner an­ge­droh­ten Kündi­gung re­gelmäßig ei­nen auf Ar­beits­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­walt, wo­bei Ar­beit­neh­mer und Rechts­an­walt häufig un­ter ho­hem Zeit­druck ste­hen, so dass ei­ne ra­sche ver­bind­li­che Erklärung der Kos­tenüber­nah­me („De­ckungs­zu­sa­ge“) drin­gend zu wünschen wäre. Statt des­sen be­ginnt hier viel­fach ein ner­ven­zermürben­der Schrift­wech­sel mit der Rechts­schutz­ver­si­che­rung, da die­se die an­ge­for­der­te De­ckungs­zu­sa­ge in vie­len Fällen - oft auch endgültig - ver­wei­gert.

Zur Be­gründung führen Ver­si­che­run­gen an, ein Ver­si­che­rungs­fall sei bis­lang nicht ein­ge­tre­ten, da noch kein Rechts­ver­s­toß des Ar­beit­ge­bers vor­lie­ge. Der Ar­beit­ge­ber ha­be nämlich durch die bloße Ankündi­gung ei­ner Kündi­gung - als rei­ne Ab­sichts­erklärung - die Rechts­po­si­ti­on des rechts­schutz­ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mers noch nicht be­ein­träch­tigt. Und auch ein vom Ar­beit­ge­ber un­ter­brei­te­tes An­ge­bot, ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag ab­zu­sch­ließen, be­ein­träch­ti­ge nicht die recht­li­chen In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers.

Dem­ge­genüber ste­hen die ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer und die sie ver­tre­ten­den Rechts­an­walts­kanz­lei­en auf dem Stand­punkt, die ernst­haf­te An­dro­hung ei­ner Kündi­gung sei zu­min­dest dann ei­ne Ver­let­zung der vom Ar­beit­ge­ber zu be­ach­ten­den ar­beits­ver­trag­li­chen Fürsor­ge­pflich­ten, wenn die in Aus­sicht ge­stell­te Kündi­gung rechts­wid­rig wäre.

Dies kann zu­meist vom Ver­si­cher­ten be­haup­tet wer­den, da er die Kündi­gungs­gründe ja nicht kennt. Je­den­falls dann, wenn der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer Kündi­gungs­schutz ge­nießt, kann be­reits die ernst­haf­te An­dro­hung ei­ner (nicht be­gründe­ten und da­her bis auf wei­te­res als rechts­wid­rig an­zu­se­hen­den) Kündi­gung als Rechts­ver­s­toß an­ge­se­hen wer­den, da die Dro­hung mit ei­ner rechts­wid­ri­gen Ver­wei­ge­rung der künf­ti­gen Erfüllung lau­fen­der Ver­trags­pflich­ten ih­rer­seits be­reits ei­ne Ver­let­zung ver­trag­li­cher Ne­ben­pflich­ten dar­stellt.

Zu der Fra­ge, ob bei ei­ner vom Ar­beit­ge­ber noch nicht aus­ge­spro­che­nen, son­dern erst ein­mal nur an­ge­droh­ten Kündi­gung ein Rechts­schutz­fall ge­ge­ben ist oder nicht, hat der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) mit Ur­teil vom 19.11.2008 (IV ZR 305/07) Stel­lung ge­nom­men.

Der Fall des BGH: Rechtsanwalt verhandelt nach einer angekündigten betriebsbedingten Kündigung mit dem Arbeitgeber

Der Kläger ver­klag­te sei­ne Rechts­schutz­ver­si­che­rung auf Er­stat­tung der vom Rechts­an­walt be­rech­ne­ten Gebühren, die in ei­ner ar­beits­recht­li­chen An­ge­le­gen­heit ent­stan­den wa­ren. Nach sei­nem Ver­si­che­rungs­ver­trag war auch die Wahr­neh­mung recht­li­cher In­ter­es­sen aus Ar­beits­verhält­nis­sen ver­si­chert.

Im Aus­gangs­fall teil­te der Ar­beit­ge­ber dem Kläger mit, dass auf­grund ei­nes „Re­struk­tu­rie­rungs­pro­gram­mes“ und ei­ner be­haup­te­ten, an­geb­lich „da­mit ver­bun­de­nen Stel­len­re­du­zie­rung" be­ab­sich­tigt sei, ihm zu kündi­gen, falls er nicht ei­nen ihm an­ge­bo­te­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­neh­me. Das Auf­he­bungs­ver­trags­an­ge­bot wur­de be­fris­tet un­ter­brei­tet. An­ga­ben zur So­zi­al­aus­wahl ver­wei­ger­te der Ar­beit­ge­ber trotz Nach­fra­ge. Der vom Kläger be­auf­trag­ten Rechts­an­walt wand­te sich ge­gen die­ses Vor­ge­hen des Ar­beit­ge­bers.

In dem später ge­gen die Rechts­schutz­ver­si­che­rung geführ­ten Pro­zess ver­trat der Ar­beit­neh­mer die An­sicht, sein Ar­beit­ge­ber ha­be un­ter den ge­ge­be­nen Umständen mit der An­dro­hung ei­ner Kündi­gung die ihn tref­fen­de Fürsor­ge­pflicht ver­letzt und da­mit ei­ne Ver­trags­ver­let­zung be­gan­gen, da er ei­ne Kündi­gung in Aus­sicht ge­stellt ha­be, oh­ne Aus­kunft über die So­zi­al­aus­wahl zu er­tei­len. Die in Aus­sicht ge­stell­te Kündi­gung sei da­her als so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt und so­mit rechts­wid­rig an­zu­se­hen.

Das Amts­ge­richt Han­no­ver hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben (Ur­teil vom 15.05.2007 544 C 16386/06). Die von dem Rechts­schutz­ver­si­che­rer da­ge­gen ein­ge­leg­te Be­ru­fung hat das Land­ge­richt Han­no­ver zurück­ge­wie­sen (Ur­teil vom 17.10.2007, 6 S 43/07).

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Han­no­ver liegt ein Rechts­ver­s­toß schon in der Kündi­gungs­an­dro­hung selbst. Mit der Erklärung des Ar­beit­ge­bers, sei­ne Beschäfti­gungs­pflicht nicht mehr erfüllen zu wol­len, sei die Rechts­schutz auslösen­de Pflicht­ver­let­zung - un­abhängig da­von, ob die in Aus­sicht ge­stell­te Kündi­gung rechtmäßig sei - be­gan­gen und be­gin­ne die sich vom Rechts­schutz­ver­si­che­rer über­nom­me­ne Ge­fahr zu ver­wirk­li­chen.

Die Rechts­po­si­ti­on des Klägers sei be­reits mit der Kündi­gungs­an­dro­hung be­ein­träch­tigt. Ihr Aus­spruch nur noch ei­ne rein for­ma­le Um­set­zung der Kündi­gungs­an­dro­hung. Ei­ne wei­te­re Pflicht­ver­let­zung sah das Land­ge­richt dar­in, dass der Ar­beit­ge­ber dem Kläger trotz Auf­for­de­rung die So­zi­al­aus­wahl nicht dar­ge­legt ha­be und ihn da­mit nicht in die La­ge ver­setzt hat, ei­ne sach­ge­rech­te Ent­schei­dung tref­fen zu können.

BGH: Bereits die Androhung einer Kündigung durch den Arbeitgeber stellt einen Rechtsschutzfall dar

Der BGH hat die Re­vi­si­on des Rechts­schutz­ver­si­che­rers zurück­ge­wie­sen und da­mit die Ent­schei­dun­gen der bei­den Vor­in­stan­zen im Er­geb­nis bestätigt.

Da der BGH bis­lang nur in Form ei­ner Pres­se­mel­dung über das Ur­teil be­rich­tet hat, sind die Gründe für die­ses der­zeit nur in gro­ben Zügen be­kannt. So­weit er­sicht­lich, hält der BGH al­ler­dings nicht je­de Kündi­gungs­an­dro­hung durch ei­nen Ar­beit­ge­ber für ei­nen Rechts­schutz­fall, aber je­den­falls ei­ne Kündi­gungs­an­dro­hung un­ter den hier ge­ge­be­nen Umständen. In der Pres­se­mel­dung heißt es hier­zu:

Nach ge­fes­tig­ter und nicht um­strit­te­ner Recht­spre­chung des vier­ten Se­nats des BGH er­for­de­re die An­nah­me ei­nes Rechts­schutz­fal­les im Sin­ne der Vor­schrif­ten der ARB (§ 14 Abs.3 Satz 1 ARB 75 bzw. § 4 (1) c) ARB 94/2000/2008) ein Vor­brin­gen des Ver­si­che­rungs­neh­mers mit ob­jek­ti­vem Tat­sa­chen­kern, mit dem er den Vor­wurf ei­nes Rechts­ver­s­toßes auf­stellt und auf den er sei­ne In­ter­es­sen­ver­fol­gung stützt. Die­se Grundsätze, so stellt der BGH klar, gel­ten auch für die An­dro­hung ei­ner Kündi­gung des Ar­beits­ge­bers.

Mit sehr weit­ge­hen­de For­mu­lie­run­gen wen­det sich der BGH so­dann ge­gen Un­ter­schei­dun­gen, die teil­wei­se in der Recht­spre­chung und in der ju­ris­ti­schen Li­te­ra­tur vor­ge­nom­men würden, d.h. die ge­gen die Un­ter­schei­dung

  • zwi­schen Kündi­gungs­an­dro­hung und Kündi­gungs­aus­spruch,
  • zwi­schen ver­hal­tens- und be­triebs­be­ding­ten Kündi­gun­gen
  • und zwi­schen ein­ge­tre­te­nen oder noch be­vor­ste­hen­den Be­ein­träch­ti­gun­gen der Rechts­po­si­ti­on des Ver­si­che­rungs­neh­mers.

Eben­so­we­nig wie es auf die­se Un­ter­schie­de an­kom­me, so der BGH, ge­be es ei­ne be­son­de­re Fall­grup­pe für Kündi­gun­gen von Ver­trags­verhält­nis­sen oder gar spe­zi­ell für be­triebs­be­ding­te Kündi­gun­gen von Ar­beits­verhält­nis­sen.

Auf der Grund­la­ge die­ser all­ge­mei­nen recht­li­chen Über­le­gun­gen kam der BGH zu dem Er­geb­nis, dass auch in dem hier zu ent­schei­den­den Rechts­streit ein Rechts­schutz­fall an­zu­neh­men sei. Zur Be­gründung heißt es:

Der Kläger ha­be ein tatsächli­ches Ge­sche­hen auf­ge­zeigt, mit dem er den Vor­wurf ei­nes Rechts­ver­s­toßes durch sei­nen Ar­beit­ge­ber ver­bun­den hat­te. Die­ser ha­be ihm nämlich ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­ge­bo­ten und für den Fall der Nicht­an­nah­me ei­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung an­ge­droht. Erst später ha­be er ihm mit­ge­teilt, dass er von ei­ner ge­plan­ten Stel­len­re­du­zie­rung be­trof­fen sei, al­ler­dings An­ga­ben zur So­zi­al­aus­wahl ver­wei­gert und dann zu­gleich ein be­fris­te­tes An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges un­ter­brei­tet. An der Ernst­haf­tig­keit, das Ar­beits­verhält­nis auf die­se Wei­se auf je­den Fall be­en­den und nicht et­wa nur vor­be­rei­ten­de Gespräche über Möglich­kei­ten von be­trieb­lich be­ding­ten Stel­len­re­du­zie­run­gen und de­ren et­wai­gen Um­set­zun­gen führen zu wol­len, zwei­fel­te der BGH nicht.

Auf die­se vom Kläger be­haup­te­ten Tat­sa­chen hat­te die­ser so­dann den Vor­wurf gestützt, sein Ar­beit­ge­ber ha­be die ihm ob­lie­gen­de Fürsor­ge­pflicht ver­letzt und da­mit ei­ne Ver­trags­ver­let­zung be­gan­gen: Er ha­be ei­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung in Aus­sicht ge­stellt, oh­ne dem Kläger Aus­kunft über die So­zi­al­aus­wahl zu er­tei­len, so dass die an­ge­droh­te Kündi­gung als so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt und da­her als rechts­wid­rig an­zu­se­hen sei. Schon die­ses, vom Kläger der Rechts­schutz­ver­si­che­rung mit­ge­teil­te Ver­hal­ten des Ar­beit­ge­bers mar­kie­re den Be­ginn der Ver­wirk­li­chung der vom Rechts­schutz­ver­si­che­rer über­nom­me­nen Ge­fahr, so dass ein Rechts­schutz­fall da­mit ein­ge­tre­ten sei.

Der Ent­schei­dung des BGH ist zu­zu­stim­men, je­den­falls in sol­chen Fällen, in de­nen die vom Ar­beit­ge­ber an­ge­droh­te Kündi­gung, würde sie aus­ge­spro­chen wer­den, rechts­wid­rig wäre. Die Dro­hung mit ei­ner rechts­wid­ri­gen Kündi­gung, d.h. letzt­lich die Ankündi­gung ei­nes Ver­trags­bruchs, stellt nämlich ih­rer­seits ei­ne Ver­let­zung ver­trag­li­cher Pflich­ten dar. Auf­grund des­sen liegt ein Rechts­schutz­fall vor. An die­sem Er­ge­be­nis ändert sich selbst­verständ­lich nichts, wenn der Ar­beit­ge­ber zu­gleich mit der Kündi­gungs­an­dro­hung ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­bie­tet.

Fazit: Rechtschutzversicherte Arbeitnehmer haben künftig bessere Chancen, ihre Rechte bei Verhandlungen über einen Aufhebungsvertrag effektiv mit Hilfe eines Anwalts zu wahren

Die Ent­schei­dung des BGH ist von er­heb­li­cher Be­deu­tung für die Be­ra­tung und Ver­tre­tung rechts­schutz­ver­si­cher­ter Ar­beit­neh­mer im Vor­feld ei­ner vom Ar­beit­ge­ber einst­wei­len nur an­ge­droh­ten bzw. in Aus­sicht ge­stell­ten Kündi­gung.

Zunächst „nur“ an­ge­droh­te Kündi­gun­gen kom­men in der Pra­xis häufig vor, da Ar­beit­ge­ber in der Re­gel ein In­ter­es­se dar­an ha­ben, den Aus­spruch ei­ner Kündi­gung zu ver­mei­den, um die mit der Be­en­di­gung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses ver­bun­de­nen Kos­ten, ins­be­son­de­re für ei­ne Ab­fin­dung, frühzei­tig und rechts­ver­bind­lich steu­ern zu können. Ein Auf­he­bungs­ver­trag ist da­her für vie­le Ar­beit­ge­ber ei­ne at­trak­ti­ve­re Form der Be­en­di­gung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses als ei­ne Kündi­gung.

Es ist da­her ei­ne be­grüßens­wer­te Klar­stel­lung der Rechts­la­ge, dass der BGH nun­mehr die Po­si­ti­on rechts­schutz­ver­si­cher­ter Ar­beit­neh­mer gestärkt hat. Ins­be­son­de­re auf­grund des großen Zeit­drucks, un­ter dem ein Ar­beit­neh­mer und sein Rechts­an­walt ste­hen, wenn sie sich zu ei­ner Kündi­gungs­an­dro­hung mit gleich­zei­tig un­ter­brei­te­ten, meist frist­ge­bun­de­nen Auf­he­bungs­ver­trags­an­ge­bot erklären sol­len, ist ei­ne ra­sche Bestäti­gung der Kos­tenüber­nah­me durch die Rechts­schutz­ver­si­che­rung wünschens­wert - und da­her die bis­lang oft prak­ti­zier­te Ver­wei­ge­rungs­hal­tung ärger­lich.

Es bleibt zu hof­fen, dass Rechts­schutz­ver­si­che­run­gen das Ur­teil des BGH vom 19.11.2008 bei ih­rer Re­gu­lie­rungs­pra­xis auch wirk­lich um­set­zen und kei­ne „Aus­weich­manöver“ fah­ren, et­wa in­dem sie sich nun­mehr dar­auf ver­le­gen zu be­zwei­feln, dass ei­ne Kündi­gung ernst­haft an­ge­droht wur­de oder im Fal­le ih­res Aus­spruchs rechts­wid­rig wäre.

Ein­schränkend muss dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass sich der Ent­schei­dung des BGH - selbst­verständ­lich - nicht ent­neh­men lässt, dass die Ein­schal­tung ei­nes Rechts­an­walts bei Ver­hand­lun­gen über ei­nen vom Ar­beit­ge­ber an­ge­bo­te­nen Auf­he­bungs­ver­trag ge­ne­rell von der Rechts­schutz­ver­si­che­rung zu de­cken wäre. Viel­mehr gilt dies nur dann, wenn der Ar­beit­ge­ber zu­gleich für den Fall der Nicht­an­nah­me ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags­ver­trags­an­ge­bots mit dem Aus­spruch ei­ner rechts­wid­ri­gen Kündi­gung ge­droht hat.

Und natürlich be­steht nach wie vor kei­ne Ein­stands­pflicht von Rechts­schutz­ver­si­che­run­gen, wenn der Ar­beit­neh­mer sei­ner­seits das Ar­beits­verhält­nis ein­ver­nehm­lich im We­ge ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags be­en­den möch­te und ei­nen Rechts­an­walt da­mit be­auf­tragt, ihn des­halb zu be­ra­ten und/oder zu ver­tre­ten.

Nähe­re In­for­ma­tio­nen zu dem Vor­gang fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. Dezember 2016

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