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Per­so­nal­ge­win­nungs­zu­schlag und an­de­re Goo­dies: Ge­setz zur Un­ter­stüt­zung der Fach­kräf­te­ge­win­nung im Bund

Be­am­ten­lauf­bahn im Bund soll für Fach­kräf­te fi­nan­zi­ell at­trak­ti­ver wer­den: BR-Druck­sa­che 458/11 vom 12.08.2011
Taschenrechner auf Geldscheinen
29.09.2011. Der­zeit sind et­wa sie­ben Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te äl­ter als 50 Jah­re, denn die ge­bur­ten­star­ken Jahr­gän­ge rü­cken in die Al­ters­grup­pe der Fünf­zig­jäh­ri­gen ein - bei gleich­zei­tig seit lan­gem rück­läu­fi­gen Ge­bur­ten­zah­len. Nach Be­rech­nun­gen des In­sti­tuts Ar­beit und Qua­li­fi­ka­ti­on (IAQ) ist die öf­fent­li­che Ver­wal­tung von die­ser "Ver­grei­sung" be­son­ders stark be­trof­fen.

Au­ßer­dem ha­ben deut­sche Ar­beit­ge­ber noch ein wei­te­res Pro­blem: Seit Jah­ren herrscht Fach­kräf­te­man­gel. Ärz­te, In­ge­nieu­re und In­for­ma­ti­ker wer­den hän­de­rin­gend ge­sucht. Das hat auch der Bund er­kannt, der mit dem Mit­te Au­gust 2011 vor­ge­leg­ten „Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Un­ter­stüt­zung der Fach­kräf­te­ge­win­nung in Bund und zur Än­de­rung wei­te­rer dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten“ (BR-Druck­sa­che 458/11) Nach­wuchs an­lo­cken möch­te. Im fol­gen­den wer­den die Eck­punk­te die­ser Ge­set­zes­än­de­rung kurz vor­ge­stellt.

Personalgewinnungszuschlag soll Beamtenlaufbahn attraktiver machen

Die Möglich­keit von Son­der­zu­schlägen zur Si­che­rung der Funk­ti­ons- und Wett­be­werbsfähig­keit (§ 72 Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz - BBesG - al­te Fas­sung) soll durch ei­nen neu­en Per­so­nal­ge­win­nungs­zu­schlag er­setzt wer­den (§ 43 BBesG neue Fas­sung). Der Per­so­nal­ge­win­nungs­zu­schlag kann von der obers­ten Dienst­behörde je nach den kon­kre­ten Umständen, z.B. der La­ge auf dem Ar­beits­markt, fle­xi­bel an­ge­passt wer­den. Der Zu­schlag kann vier Jah­re lang ge­zahlt wer­den, bei Verlänge­rung höchs­tens acht Jah­re lang. Er kann als Mo­nats­be­trag (Zu­schlag), aber auch als Ein­mal­zah­lung (Prämie) aus­ge­zahlt wer­den.

Die Re­ge­lung rich­tet sich in ers­ter Li­nie an Neu­ein­stei­ger. Aber auch der ortsüberg­rei­fen­de Stel­len­wech­sel soll gefördert wer­den. Wer be­reits in ei­nem Dienst­verhält­nis zum Bund steht, hat des­halb künf­tig die Chan­ce auf ei­nen Per­so­nal­ge­win­nungs­zu­schlag, wenn zwi­schen Woh­nung und neu­em Dienst­ort min­des­tens 30 Ki­lo­me­ter lie­gen.

Besoldungsnachteile für Eltern und bei Wechsel in den Bundesdienst werden ausgeglichen

Eben­falls in ers­ter Li­nie an Neu­ein­stei­ger ge­rich­tet ist die Möglich­keit, künf­tig Kin­der­be­treu­ungs- und Pfle­ge­zei­ten wie Er­fah­rungs­zei­ten bei der Fest­set­zung der Grund­ge­halts­stu­fen zu berück­sich­ti­gen. Hier­von pro­fi­tie­ren auch Bun­des­be­am­te, die zwi­schen dem 01.07.2009 und dem (be­vor­ste­hen­den) In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes er­nannt wur­den. An­ders als bei „ech­ten“ Neu­ein­stei­gern wer­den die Zei­ten je­doch nicht au­to­ma­tisch, son­dern nur auf An­trag an­er­kannt (§ 72, § 28 Abs.1 Satz 2 BBesG - neue Fas­sung)

Zu­dem wird der Wech­sel vom Lan­des­dienst in den Bun­des­dienst mit ei­ner Aus­gleichs­zu­la­ge gefördert (vgl. § 83a Abs.2, §§ 19a, 19b BBesG). Mit ihr wer­den fi­nan­zi­el­le Nach­tei­le ver­mie­den, die sich sonst aus den un­ter­schied­li­chen Be­sol­dungs­sys­te­men in Bund und Ländern er­ge­ben können.

Besoldungsanreize für IT-Fachkräfte / Regelungen für Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft bei Ärzten

Den Man­gel an IT-Fach­kräften und Ärz­ten möch­te der Bund eben­falls durch fi­nan­zi­el­le An­rei­ze be­geg­nen. In­for­ma­ti­ker wer­den künf­tig ei­nem höher be­sol­de­ten Ein­gang­s­amt zu­ge­wie­sen (§ 23 Abs.2 BBesG neue Fas­sung) und Sa­nitätsof­fi­zie­re in Bun­des­wehr­kran­kenhäusern be­kom­men ei­ne Son­der­re­ge­lung für die Vergütung von Be­reit­schafts­dienst und Ruf­be­reit­schaft (§ 50b BBesG). Sie muss aber noch per Rechts­ver­ord­nung mit Le­ben gefüllt wer­den.

Fazit

Der Per­so­nal­ge­win­nungs­zu­schlag, die Ver­bes­se­run­gen bei der Stu­fen­fest­set­zung so­wie die bes­se­re Be­zah­lung von IT-Kräften und Ärz­ten ma­chen deut­lich, dass der Bund sei­ne Per­so­nal­pro­ble­me vor al­lem durch Vergütungs­ver­bes­se­run­gen lösen will. Dar­an führt kein Weg vor­bei, denn hier hat die Wirt­schaft die Na­se vorn. An­ge­sichts be­ste­hen­der Spar­zwänge ist aber frag­lich, ob das auf Dau­er durch­zu­hal­ten ist. Mögli­cher­wei­se soll­te man auch ei­ne Ver­bes­se­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen an­pa­cken, ins­be­son­de­re be­ste­hen­de Möglich­kei­ten der fle­xi­blen Ar­beits­zeit­ge­stal­tung ver­bes­sern, um den Bun­des­dienst at­trak­ti­ver zu ma­chen.

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Letzte Überarbeitung: 21. September 2016

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