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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: TV-Ärzte, Eingruppierung, Krankenhausarzt, Oberarzt: Eingruppierung
   
Gericht: Arbeitsgericht Düsseldorf
Akten­zeichen: 14 Ca 669/07
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 12.07.2007
   
Leit­sätze:

Die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung, für die ei­ne Ein­grup­pie­rung als Ober­arzt in die Ent­gelt­gr Ä3 Alt 1 in § 12 des Ta­rif­ver­trags für Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken vom 30.10.2006 (im Fol­gen­den: TV-Ärz­te) vor­aus­ge­setzt wird, setzt die Über­tra­gung von Auf­sichts­funk­tio­nen über ärzt­li­ches und nichtärzt­li­ches Per­so­nal vor­aus.

Die Über­tra­gung der ein­grup­pie­rungs­re­le­van­ten Auf­ga­ben durch den Chef­arzt muss sich der Kran­ken­haus­träger zu­rech­nen las­sen, wenn sie mit sei­ner Kennt­nis er­folgt und der Arzt die Tätig­keit über ei­nen er­heb­li­chen Zeit­raum ausübt, so dass bei ihm ein schützens­wer­tes Ver­trau­en ent­steht.

Vor­ins­tan­zen:
   

T a t b e s t a n d :

Die Par­tei­en strei­ten über die Ein­grup­pie­rung des Klägers so­wie über Zah­lungs­ansprüche des Klägers ge­gen die Be­klag­te.

Der Kläger ist seit dem 15.07.1997 auf der Grund­la­ge des Ar­beits­ver­tra­ges vom 14.07.1997 (Blatt 6 der Ge­richts­ak­te) zunächst bei dem N. und später bei der Be­klag­ten beschäftigt. Das Ar­beits­verhält­nis rich­tet sich laut Zif­fer 1 des Ar­beits­ver­tra­ges nach dem Bun­des-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT) vom 23. Fe­bru­ar 1961 in der für die Länder je­weils gülti­gen Fas­sung so­wie den zusätz­lich ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträgen, ins­be­son­de­re nach den Son­der­re­ge­lun­gen 2c und für be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis­se 2y.

Gemäß Ar­ti­kel I. § 2 Abs. 3 der Ver­ord­nung über die Er­rich­tung des !. e. 

E. 01.12.2000 (Blatt 105 bis 115 der Ge­richts­ak­te; im Fol­gen­den: VO) wer­den die den Fach­be­reich Me­di­zin be­tref­fen­den Ver­wal­tungs­auf­ga­ben, ein­sch­ließlich der Per­so­nal-und Wirt­schafts­ver­wal­tung vom V. wahr­ge­nom­men. Gemäß Ar­ti­kel I. § 5 VO wird das V. durch sei­nen Vor­stand ver­tre­ten.

Der Kläger ist seit dem 13.03.2003 Fach­arzt für Herz­chir­ur­gie und hat am 10.02.2005 die Fach­kun­de Echo­kar­dio­gra­phie in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie er­wor­ben. Am 15.12.2005 ab­sol­vier­te der Kläger er­folg­reich die Wei­ter­bil­dung auf dem Ge­biet der spe­zi­el­len herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­me­di­zin in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie.

Auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en fin­det seit dem 01.11.2006 der Ta­rif­ver­trag für Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken (im Fol­gen­den: TV-Ärz­te) vom 30.10.2006 An­wen­dung. § 12 TV-Ärz­te enthält die fol­gen­de Re­ge­lung:

Ober­arzt ist der­je­ni­ge Arzt, dem die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik bzw. Ab­tei­lung vom Ar­beit­ge­ber über­tra­gen wor­den ist.

Ober­arzt ist fer­ner der Fach­arzt in ei­ner durch den Ar­beit­ge­ber über­tra­ge­nen Spe­zi­al­funk­ti­on, für die die­ser er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Schwer­punkt- oder Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung for­dert.

Nach dem TV-Ärz­te beträgt das Grund­ge­halt ei­nes Fach­arz­tes in der Ent­gelt­grup­pe Ä 2 ab dem 4. Jahr 5.150,00 €. Das Grund­ge­halt ei­nes Ober­arz­tes beträgt nach der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 ab dem ers­ten Jahr 5.950,00 €. § 17 TV-Ärz­te re­gelt, dass die­se Gehälter rück­wir­kend ab dem 01.07.2006 zu zah­len sind.

In der Nie­der­schrifts­erklärung zum Ta­rif­ver­trag zur Über­lei­tung der Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken vom 30.10.2006 (im Fol­gen­den: TVÜ-Ärz­te) ha­ben die Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Länder und der Mar­bur­ger Bund un­ter Zif­fer II. zu § 4 Fol­gen­des fest­ge­hal­ten:

Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ge­hen da­von aus, dass Ärz­te, die am 31. Ok­to­ber 2006 die Be­zeich­nung Oberärz­tin/Ober­arzt führen, oh­ne die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­grup­pie­rung als Oberärz­tin be­zie­hungs­wei­se Ober­arzt nach § 12 TV-Ärz­te zu erfüllen, die Be­rech­ti­gung zur Führung ih­rer bis­he­ri­gen Be­zeich­nung nicht ver­lie­ren. Ei­ne Ein­grup­pie­rung nach Ent­gelt­grup­pe Ä 3 ist hier­mit nicht ver­bun­den. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en wer­den im Frühjahr 2007 auf Ver­lan­gen des Mar­bur­ger Bun­des ge­mein­sam die ord­nungs­gemäße Über­lei­tung in den TV-Ärz­te prüfen.

Die miss­bräuch­li­che Ent­zie­hung der Tätig­keit mit dem aus­sch­ließli­chen Ziel, ei­ne höhe­re Ein­grup­pie­rung be­zie­hungs­wei­se ei­ne Be­sitz­stand­zu­la­ge zu ver­hin­dern, ist nicht zulässig.

Im Rah­men der Ein­grup­pie­rung nach dem TV-Ärz­te stuf­te die Be­klag­te den Kläger im Sep­tem­ber 2006 vorläufig als Fach­arzt ab dem vier­ten Jahr in die Ent­gelt­grup­pe Ä 2, Stu­fe 2 ein.

Un­ter dem 05.09.2006 ant­wor­te­te Prof. Dr. H. auf ei­ne An­fra­ge der Be­klag­ten bezüglich der Ein­stu­fung und Be­stel­lung von Oberärz­ten und ständi­gen Ver­tre­tern des lei­ten­den Arz­tes un­ter an­de­rem, dass der Kläger seit 01.05.2006 als Ober­arzt in der herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­sta­ti­on der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie tätig sei (Blatt 74 der Ge­richts­ak­te). Mit Schrei­ben vom 07.12.2006 (Blatt 7 der Ge­richts­ak­te) teil­te Prof. Dr. H. dem ärzt­li­chen Di­rek­tor des V., Herrn Prof. Dr. S., mit, dass der Kläger als Ober­arzt in der Funk­ti­ons­dia­gnos­tik (EKG, UKG in Herz- und Tho­rax­chir­ur­gie) tätig ist. Des Wei­te­ren ver­tritt Prof. Dr. H. in die­sem Schrei­ben die An­sicht, dass ei­ne Ober­arzt­quo­te von 20 % be­zo­gen auf die ärzt­li­chen Mit­ar­bei­ter in ei­nem hoch spe­zia­li­sier­ten Fach wie der Herz­chir­ur­gie nicht üblich sei, er­for­der­lich sei viel­mehr ein Verhält­nis Ober­arzt : As­sis­tent von 1 : 2, was be­deu­te, dass bei 20 As­sis­tenzärz­ten in der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie 10 Oberärz­te er­for­der­lich sei­en.

Mit­te De­zem­ber 2006 grup­pier­te der Vor­stand des V. von den zehn von Prof. Dr. H. be­nann­ten Oberärz­ten die sie­ben am längs­ten zum Ober­arzt­pool gehören­den Oberärz­te in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 ein. Des Wei­te­ren ei­nig­te die Be­klag­te sich mit den Oberärz­ten Dr. M. und Dr. C. im Rah­men ih­rer Ein­grup­pie­rungs­rechts­strei­te auf ei­ne Ein­grup­pie­rung in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3. In der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie sind zur­zeit neun Oberärz­te, drei Fachärz­te (in­klu­si­ve dem Kläger) und min­des­tens sechs As­sis­tenzärz­te tätig.

Mit Schrei­ben vom 18.12.2006 (Blatt 8 der Ge­richts­ak­te) for­der­te der jet­zi­ge Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Klägers die Be­klag­te ver­geb­lich auf, den Kläger gemäß der Stu­fe 1 der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 des TV-Ärz­te seit dem 01.07.2006 zu vergüten.

Der Kläger ist der An­sicht, die Be­klag­te müsse ihn als Ober­arzt in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3, Stu­fe 1 des TV-Ärz­te ein­grup­pie­ren und den mo­nat­li­chen Dif­fe­renz­be­trag in Höhe von 800,00 € brut­to seit dem 01.07.2006 an ihn zah­len. Er be­haup­tet, am 01.05.2006 ha­be Prof. Dr. H., der Di­rek­tor der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie, ihn im Auf­trag der Be­klag­ten zum Ober­arzt er­nannt. Seit die­sem Zeit­punkt führe er die Funk­ti­ons­dia­gnos­tik als ver­ant­wort­li­cher Ober­arzt durch. Prof. Dr. H. ha­be ihm am 24.04.2006 in sei­nem Büro mit­ge­teilt, dass er ab dem 01.05.2006 als ver­ant­wort­li­cher Ober­arzt für die herz­chir­ur­gi­sche In­ten­siv­sta­ti­on zuständig sei. Dies ha­be Prof. Dr. H. dem Vor­stand des V. dann mit Schrei­ben vom 05.09.2006 mit­ge­teilt. Zusätz­lich ha­be er ihm die Spe­zi­al­funk­ti­on der EKG- und Echo­kar­dio­gra­phie-Dia­gnos­tik zum 01.05.2006 über­tra­gen und die Be­klag­te hierüber un­ter­rich­tet. Vor Ab­schluss des TV-Ärz­te sei Prof. Dr. H. in sei­ner Funk­ti­on als Di­rek­tor der Kli­nik von der Be­klag­ten be­vollmäch­tigt und so­gar ver­pflich­tet ge­we­sen, den Ärz­ten der Kli­nik, zu de­nen auch er zähle, die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- und Funk­ti­ons­be­rei­che als ver­ant­wort­li­cher Ober­arzt zu über­tra­gen, um den ord­nungs­gemäßen Kli­nik­be­trieb zu gewähr­leis­ten. Die Or­ga­ni­sa­ti­on der Kli­nik und die Zu­wei­sung der Ver­ant­wor­tungs­be­rei­che an die Oberärz­te ha­be dem Kli­nik­di­rek­tor ob­le­gen. Die Be­klag­te ha­be ihm nicht nur ge­stat­tet, die Be­zeich­nung Ober­arzt zu führen, er sei auch ent­spre­chend tätig ge­we­sen. Er sei in den Dienst­plänen und dem ärzt­li­chen Sta­ti­ons­be­set­zungs­plan auf­grund sei­ner ver­ant­wor­tungs­vol­len Tätig­keit als Ober­arzt kor­rekt geführt wor­den. Seit dem 15.09.2006 wer­de er von der Be­klag­ten in den zum 15.03. und 15.09. ei­nes je­den Jah­res ak­tua­li­sier­ten Sta­ti­ons­be­set­zungs­plänen im ZOM I (Zen­trum für ope­ra­ti­ve Me­di­zin I) als Ober­arzt geführt. In der Ver­gan­gen­heit ha­be Prof. Dr. H. die Be­trof­fe­nen je­weils münd­lich über die Ent­schei­dung der Be­klag­ten un­ter­rich­tet, den be­trof­fe­nen Ärz­ten die Tätig­keit ei­nes Ober­arz­tes zu­zu­wei­sen und ih­nen zu ge­stat­ten, die Be­zeich­nung Ober­arzt zu führen. Der Kläger meint, die Be­klag­te könne sich nicht wirk­sam auf den Stand­punkt stel­len, dass der Prof. Dr. H. die Über­tra­gung der Funk­ti­on vor­ge­nom­men und sie des­halb die Auf­ga­ben­be­reich nicht zu­ge­wie­sen ha­be. Prof. Dr. H. sei be­vollmäch­tigt ge­we­sen, die ver­ant­wor­tungs­vol­le Tätig­keit und Funk­ti­ons­zu­wei­sung auf die je­wei­li­gen Oberärz­te zu über­tra­gen. Hin­zu­kom­me, dass die Be­klag­te nach er­folg­ter Funk­ti­ons­zu­ord­nung sei­ner Tätig­keit als Ober­arzt auf dem Sta­ti­ons­plan, Vi­si­ten­kar­ten usw. be­kannt ge­macht ha­be.

Der Kläger be­haup­tet, in der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie be­treue er per­ma­nent et­wa 15 schwerst­kran­ke Pa­ti­en­ten auf der In­ten­siv- und Wach­sta­ti­on. Der Funk­ti­ons­be­reich der herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­me­di­zin sei für die Be­hand­lung der herz­chir­ur­gi­schen Pa­ti­en­ten von im­men­ser Be­deu­tung. Seit dem 15.03.2007 sei er im Rah­men des tur­nusmäßigen halbjähri­gen Wech­sels wie­der auf der Wach­sta­ti­on CH2 der herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­sta­ti­on als ver­ant­wort­li­cher Ober­arzt tätig. Auf­grund sei­ner viel­sei­ti­gen Ein­setz­bar­keit sei er zusätz­lich auch wei­ter­hin in der Funk­ti­ons­dia­gnos­tik tätig. Da­bei ver­an­las­se er EKG s und wer­te sie aus. Er führe vor­nehm­lich bei In­ten­siv­pa­ti­en­ten echo­kar­dio­gra­phi­sche Un­ter­su­chun­gen durch. Hier­bei führe er ne­ben den kon­ven­tio­nel­len Un­ter­su­chungs­tech­ni­ken (transt­ho­ra­ka­le E.) auch schwer­punktmäßig die sog. Schlu­ck­e­cho­kar­dio­gra­phie durch. Die ver­ant­wor­tungs­vol­le Aus­wer­tung die­ser Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se im Rah­men der Funk­ti­ons­dia­gnos­tik müsse vor, während und nach ei­ner Herz­ope­ra­ti­on er­fol­gen, um bei­spiels­wei­se ei­ne kor­rek­te Herz­klap­pen­funk­ti­on zu über­prüfen und ge­ge­be­nen­falls be­reits während der Ope­ra­ti­on noch Hin­wei­se auf wei­te­re ope­ra­ti­ve Maßnah­men ge­ben zu können. Es sei bei­spiels­wei­se vor­ge­kom­men, dass er auf­grund sei­ner Un­ter­su­chun­gen während ei­ner Ope­ra­ti­on dem Ope­ra­teur den Rat ge­ge­ben ha­be, ei­ne ein­ge­setz­te künst­li­che Herz­klap­pe noch ein­mal zu ent­fer­nen, weil sie nicht kor­rekt ge­ses­sen ha­be, was die­ser dann auch ge­tan ha­be. Er ha­be wei­ter­hin die Funk­ti­onstüch­tig­keit von ein­ge­setz­ten Schritt­ma­cher- und De­fi­bril­la­tor­sys­te­men zu prüfen und müsse bei die­sen u.a. auch im Rah­men ope­ra­ti­ver Ein­grif­fe spe­zi­el­le Pro­gram­mie­run­gen durchführen. Ne­ben der um­fas­sen­den Be­hand­lung von auf der In­ten­siv­sta­ti­on lie­gen­den Pa­ti­en­ten sei er auch für die Be­ur­tei­lung der Fra­ge zuständig, ob Pa­ti­en­ten von der In­ten­siv­sta­ti­on auf die Nor­mal­pfle­ge­sta­ti­on oder um­ge­kehrt ver­leg­te wer­den können bzw. müssen. Auf­grund sei­ner Tätig­keit sei ihm die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung über ei­nen selbständi­gen Teil- und Funk­ti­ons­be­reich sei­tens der Be­klag­ten im Sin­ne des Ta­rif­ver­tra­ges über­tra­gen wor­den. So­wohl bei der In­ten­siv­sta­ti­on als auch bei der Funk­ti­ons­dia­gnos­tik und der Wach­sta­ti­on han­de­le es sich um ei­genständi­ge Funk­ti­ons­be­rei­che, da ei­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ab­gren­zung in­ner­halb der Fach­ab­tei­lung vor­ge­nom­men wor­den sei. Bei den ihm über­tra­ge­nen selbständi­gen Funk­ti­ons­be­rei­chen han­de­le es sich um an­er­kann­te Spe­zi­al­ge­bie­te in­ner­halb des ärzt­li­chen Fach­ge­biets. Der Be­klag­ten lägen sei­ne An­er­ken­nun­gen für die Fach­kun­de auf dem Ge­biet Echo­kar­dio­gra­phie in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie der Ärz­te­kam­mer Nord­rhein so­wie die fa­kul­ta­ti­ve Wei­ter­bil­dung der spe­zi­el­len herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­me­di­zin in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie vor, die die­se ver­lan­ge, um auf die­sem Ge­biet die­se Spe­zi­al­funk­ti­on als ver­ant­wort­li­cher Ober­arzt wahr­zu­neh­men.

Der Kläger meint, die Be­klag­te könne die Ein­grup­pie­rung in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 nicht mit dem Hin­weis dar­auf ver­wei­gern, seit dem 01.11.2006 sei ei­ne Über­tra­gung durch den Ar­beit­ge­ber er­for­der­lich. Sie ver­ken­ne da­bei, dass ihm be­reits vor dem Ta­rif­ab­schluss die ge­nann­ten Funk­tio­nen als Ober­arzt über­tra­gen wor­den sei­en. Ei­ne aus­drück­li­che Über­tra­gung durch den Ar­beit­ge­ber spie­le auf­grund der bis­he­ri­gen Pra­xis in sol­chen Altfällen kei­ne Rol­le. Den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en sei be­kannt ge­we­sen, dass der Di­rek­tor der je­wei­li­gen Kli­nik ei­ner Uni­ver­sitätskli­nik die Kli­nik lei­te und so­mit als Ver­tre­ter des Ar­beit­ge­bers auch für die Ein­tei­lung der (Ober-)Ärz­te ver­ant­wort­lich ge­we­sen sei. Die aus­drück­li­che Über­tra­gung durch den Ar­beit­ge­ber sei al­len­falls in den Fällen not­wen­dig, in de­nen die ent­spre­chen­de Funk­ti­onsüber­tra­gung nach dem 01.11.2006 und da­mit während des gel­ten­den Ta­rif­ver­tra­ges er­fol­ge.

Die Be­klag­te sei außer­dem aus dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­pflich­tet, den ihn als Ober­arzt ein­zu­grup­pie­ren. Er sei der ein­zi­ge von den von Prof. Dr. H. be­nann­ten Oberärz­ten, den die Be­klag­te nicht ent­spre­chend ein­grup­pie­re.

Der Kläger be­an­tragt, 

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 9.600,00 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 3.200,00 € seit dem 01.11.2007 und aus je­weils 800,00 € seit dem 01.12.2006, 01.01.2007, 01.02.2007, 01.03.2007, 01.04.2007, 01.05.2007, 01.06.2007 und 01.07.2007 zu zah­len,

2. fest­zu­stel­len, dass er für die Be­klag­te seit dem 01.05.2006 als Ober­arzt im Sin­ne des § 12 TV-Ärz­te tätig ist.

Die Be­klag­te be­an­tragt, 

die Kla­ge ab­zu­wei­sen. 

Sie ist der An­sicht, der Kläger seit zu­tref­fend ein­grup­piert. Die Be­klag­te be­haup­tet, der Kläger er­brin­ge im Be­reich Funk­ti­ons­dia­gnos­tik le­dig­lich Fach­arzttätig­kei­ten. Dem Kläger sei von dem zuständi­gen V. we­der die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik bzw. der Ab­tei­lung über­tra­gen wor­den, noch ha­be das V. ihm als Fach­arzt ei­ne Spe­zi­al­funk­ti­on über­tra­gen, was Vor­aus­set­zung für die
Ein­grup­pie­rung als Ober­arzt nach dem TV-Ärz­te sei. Ent­spre­chen­de Hand­lun­gen des Vor­stan­des des V. lägen nicht vor. Prof. Dr. H. ha­be nicht in ih­rem Auf­trag oder für das V. ge­han­delt. Bei dem Kläger han­de­le es sich um ei­nen Nen­no­ber­arzt im Sin­ne des Verständ­nis­ses der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en. Prof. Dr. H. ha­be die Er­nen­nung des Klägers zum Ober­arzt kei­nes­wegs mit ihr oder dem V. bei der kon­kre­ten Auf­ga­ben­be­stim­mung ab­ge­stimmt. Ei­ne nachträgli­che In­for­ma­ti­on, wie der Kläger sie schil­de­re, könne als Über­tra­gung im ta­rif­li­chen Sin­ne nicht aus­rei­chen. Prof. Dr. H. ha­be nicht die Be­fug­nis, die von ihm ge­lei­te­te Kli­nik so zu or­ga­ni­sie­ren, dass ein­zel­ne Per­so­nen zu Oberärz­ten im ta­rif­li­chen Sin­ne wer­den. Die Tat­be­stands­merk­ma­le des TV-Ärz­te sei­en erst zum 01.11.2006 neu ein­geführt wor­den, ei­ne Be­zeich­nung als Ober­arzt vor die­sem Zeit­punkt sei für die Ein­grup­pie­rung nach dem TV-Ärz­te oh­ne Be­deu­tung, da des­sen Tat­be­stands­merk­ma­le noch nicht be­kannt ge­we­sen sei­en. Ent­schei­dend für die Ein­grup­pie­rung sei al­lein die tatsächli­che Tätig­keit des Klägers. Dem Kläger sei von ihr nicht die Spe­zi­al­funk­ti­on herz­chir­ur­gi­sche In­ten­siv­me­di­zin über­tra­gen wor­den. Sie beschäfti­ge in die­sem Be­reich ei­ne Viel­zahl von Oberärz­ten, die weit­aus er­fah­re­ner als der Kläger sei­en und über ein deut­lich höhe­res Maß aka­de­mi­sche Bil­dung und fach­li­cher Kom­pe­tenz verfügten. Das­sel­be gel­te für die Wach­sta­ti­on CH2. Ins­be­son­de­re han­de­le es sich da­bei nicht um die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik bzw. Ab­tei­lung oder ei­ne Spe­zi­al­funk­ti­on im ta­rif­li­chen Sin­ne. Die Tätig­kei­ten des Klägers be­ding­ten kei­nes­wegs, dass die­se nur von Oberärz­ten aus­geübt wer­den können. Der Kläger tra­ge nicht die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für die herz­chir­ur­gi­sche In­ten­siv­sta­ti­on.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Par­tei­vor­brin­gens wird auf den vor­ge­tra­ge­nen In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie auf die Sit­zungs­nie­der­schrif­ten Be­zug ge­nom­men.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e : 

Die Kla­ge ist zulässig, aber un­be­gründet. 

A. 

Die Kla­ge ist hin­sicht­lich bei­der Anträge zulässig. Ins­be­son­de­re liegt das für den Kla­ge­an­trag zu 2) er­for­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se auf Sei­ten des Klägers vor. Da für die Ein­grup­pie­rung nach dem TV-Ärz­te ne­ben der aus­geübten Tätig­keit auch de­ren Dau­er re­le­vant ist, hat der Kläger ein recht­li­ches In­ter­es­se an der Fest­stel­lung, dass er be­reits seit dem 01.05.2006 als Ober­arzt im Sin­ne des § 12 TV-Ärz­te tätig ist. Die­se Fra­ge wird von dem Leis­tungs­an­trag nicht vollständig er­fasst, denn die rück­wir­ken­de Zah­lung kann der Kläger nur bis zum 01.07.2006 gel­tend ma­chen.

B. 

Die Kla­ge ist je­doch nicht be­gründet. Der Kläger erfüllt nicht die Vor­aus­set­zun­gen des § 12 TV-Ärz­te zur Ein­grup­pie­rung als Ober­arzt. Nach der ers­ten Al­ter­na­ti­ve die­ser Vor­schrift kommt die von dem Kläger be­gehr­te Ein­grup­pie­rung in Be­tracht, wenn ihm als Arzt die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik bzw. Ab­tei­lung vom Ar­beit­ge­ber über­tra­gen wor­den ist, die zwei­te Al­ter­na­ti­ve setzt für die Ein­grup­pie­rung als Ober­arzt vor­aus, dass der Kläger als Fach­arzt in ei­ner durch den Ar­beit­ge­ber über­tra­ge­nen Spe­zi­al­funk­ti­on, für die die­ser ei­ne er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Schwer­punkt- oder Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung for­dert, tätig ist.

I. 

Der Kläger erfüllt nicht die Vor­aus­set­zun­gen der ers­ten Al­ter­na­ti­ve der Ent­gelt­grup­pe Ä 3.

1. Zwi­schen den Par­tei­en ist un­strei­tig, dass der Kläger über die er­for­der­li­che Ap­pro­ba­ti­on verfügt und da­mit als Arzt ein­zu­stu­fen ist.

2. Wei­te­re Vor­aus­set­zung für die Ein­grup­pie­rung in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 1. Al­ter­na­ti­ve ist nach § 12 TV-Ärz­te, dass der Kläger die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik oder Ab­tei­lung hat.

a. Das Er­for­der­nis der me­di­zi­ni­schen Ver­ant­wor­tung ist erfüllt, wenn der Arzt auch ärzt­lich tätig ist und nicht aus­sch­ließlich Ver­wal­tungs­auf­ga­ben wahr­nimmt (vgl. Bruns, Arzt­recht 2007, 60 ff.; Hill­mann-Stadt­feld, Ärz­te­blatt 2006, 23. Aus­ga­be vom 08.06.2007, S. A-1625, B-1437, C-1377). Während der BAT noch das tatsächli­che Tätig­wer­den in dem Funk­ti­ons­be­reich für die Ein­grup­pie­rung ver­lang­te, reicht nach dem TV-Ärz­te das ärzt­li­che Ma­nage­ment bzw. die ärzt­li­che Lei­tungstätig­keit aus (vgl. Bruns, a.a.O.; Hill­mann-Stadt­feld, a.a.O.). In die­sem Sin­ne in­ter­pre­tiert auch der Mar­bur­ger Bund die­ses Ein­grup­pie­rungs­merk­mal. In sei­nem im In­ter­net veröffent­lich­ten Schrei­ben vom 22.03.2007 führt er da­zu fol­gen­des aus: Mit der Über­tra­gung me­di­zi­ni­scher Ver­ant­wor­tung ist die Über­tra­gung von Auf­sichts­funk­tio­nen über ärzt­li­ches oder nichtärzt­li­ches Per­so­nal ge­meint. . Der Mar­bur­ger Bund weist in die­sem Zu­sam­men­hang des Wei­te­ren dar­auf hin, dass dies die ärzt­li­che Letzt­ver­ant­wor­tung des Ab­tei­lungs­lei­ters (Chef­arzt) nicht aus­sch­ließt. Zu berück­sich­ti­gen ist al­ler­dings, dass § 12 TV-Ärz­te für al­le Ent­gelt­grup­pen ver­langt, dass die Ärz­te ent­spre­chend ih­rer nicht nur vorüber­ge­hen­den und min­des­tens zur Hälf­te aus­zuüben­den Tätig­keit ein­grup­piert wer­den.

Funk­ti­ons­be­rei­che sind an­er­kann­te Spe­zi­al­ge­bie­te in­ner­halb ei­nes ärzt­li­chen Fach­ge­bie­tes. Der Be­griff wur­de be­reits un­ter der Gel­tung des BAT vor al­lem ana­log der ärzt­li­chen Wei­ter­bil­dungs­ord­nung ver­stan­den. An die­ser In­ter­pre­ta­ti­on des Be­griffs Funk­ti­ons­be­reich hat sich auch durch den TV-Ärz­te nichts geändert (vgl. Bruns, a.a.O.; Hill­mann-Stadt­feld, a.a.O., Schrei­ben des Mar­bur­ger Bun­des vom 22.03.2007).

Um­strit­te­ner er­scheint die Be­deu­tung des Be­griffs Teil­be­reich . Nach ei­ner An­sicht soll mit dem Be­griff Teil­be­reich be­wusst von der ärzt­li­chen Wei­ter­bil­dungs­ord­nung ab­ge­wi­chen und ärzt­li­che Tätig­kei­ten oh­ne je­den Be­zug zur ärzt­li­chen Wei­ter­bil­dungs­ord­nung er­fasst wer­den. Teil­be­reich in die­sem Sin­ne können da­nach bei­spiels­wei­se fol­gen­de Auf­ga­ben sein: Trans­fu­si­ons­ver­ant­wor­tung, Hy­gie­ne­ver­ant­wor­tung, Brust­zen­trum usw. (vgl. Bruns, a.a.O.; Hill­mann-Stadt­feld, a.a.O.). Ei­ne an­de­re An­sicht (vgl. Schrei­ben des Mar­bur­ger Bun­des vom 22.03.3007) in­ter­pre­tiert den Be­griff des Teil­be­reichs da­ge­gen als je­de vor­ge­nom­me­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ab­gren­zung in­ner­halb ei­ner Fach­ab­tei­lung, was ein­zel­ne Sta­tio­nen eben­so sein können wie or­ga­ni­sa­to­ri­sche Teil­be­rei­che (z.B. DRG-Co­die­rung, OP-Ma­nage­ment, o. ä.).

b. Un­ter Zu­grun­de­le­gung der vor­ste­hen­den Grundsätze konn­te die Kam­mer im Fal­le des Klägers nicht fest­stel­len, dass er die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Ein­grup­pie­rung als Ober­arzt in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 1. Al­ter­na­ti­ve des § 12 TV-Ärz­te erfüllt. Es kann hier da­hin­ste­hen, ob die dem Kläger zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben als Teil- oder Funk­ti­ons­be­reich der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie ein­zu­stu­fen ist, denn je­den­falls fehlt es dem Kläger an der er­for­der­li­chen me­di­zi­ni­schen Ver­ant­wor­tung im Sin­ne des TV-Ärz­te.

Der Kläger hat - trotz in­ten­si­vem Nach­fra­gen im Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung am 12.07.2007 nicht dar­ge­legt, dass ihm in Be­zug auf die über­tra­ge­nen Auf­ga­ben auch Auf­sichts­funk­tio­nen über ärzt­li­ches oder nichtärzt­li­ches Per­so­nal über­tra­gen wor­den sind. Der Kläger leg­te zwar im Ein­zel­nen dar, welch an­spruchs­vol­le me­di­zi­ni­sche Tätig­keit er ausübt. Auch trug der Kläger um­fang­reich vor, dass er für sei­ne ärzt­li­chen
Ent­schei­dun­gen eben­so wie für die Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se die Ver­ant­wor­tung trägt. Dies un­ter­schei­det je­doch den Ober­arzt nicht vom Fach­arzt. Auch der Fach­arzt trägt für sei­ne ärzt­li­che Tätig­keit die Ver­ant­wor­tung und muss ge­ge­be­nen­falls für Be­hand­lungs­feh­ler oder gar Kunst­feh­ler ge­ra­de ste­hen. Die­se Ver­ant­wor­tung meint der Ta­rif­ver­trag je­doch nicht, wie auch die zi­tier­te Stel­lung­nah­me des Mar­bur­ger Bun­des vom 22.03.2007 bestätigt. Die Ein­grup­pie­rung als Ober­arzt setzt vor­aus, dass ei­ne Vor­ge­setz­ten­funk­ti­on wahr­ge­nom­men wird. Auch der von dem Kläger vor­ge­tra­ge­ne Um­stand, dass sein Rat im Ope­ra­ti­ons­saal von Kol­le­gen gewünscht und be­ach­tet wird, reicht nicht aus, um ei­ne der­ar­ti­ge Vor­ge­setz­ten­stel­lung des Klägers an­zu­neh­men. Der Kläger hat nicht be­haup­tet, dass er im Zwei­fel ent­schei­det, wie der Ope­ra­teur zu
ver­fah­ren hat.

II. 

Der Kläger erfüllt auch nicht die Vor­aus­set­zun­gen der zwei­ten Al­ter­na­ti­ve der Ent­gelt­grup­pe Ä 3.

1. Die Be­klag­te be­strei­tet nicht, dass der Kläger seit dem 13.03.2003 Fach­arzt für Herz­chir­ur­gie ist.

2. Die zwei­te Al­ter­na­ti­ve der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 Spe­zi­al­funk­ti­on setzt des Wei­te­ren vor­aus, dass der Kläger in ei­ner Spe­zi­al­funk­ti­on tätig ist, für die der Ar­beit­ge­ber ei­ne er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Schwer­punkt- oder Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung for­dert.

Der Kläger be­ruft sich im vor­lie­gen­den Fall dar­auf, ihm sei von Prof. Dr. H. zum 01.05.2006 Spe­zi­al­funk­ti­on der EKG- und Echo­kar­dio­gra­phie-Dia­gnos­tik über­tra­gen wor­den. Im Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung am 12.07.2007 brach­te der Kläger zum Aus­druck, dass nach sei­ner An­sicht auch die Funk­ti­ons­dia­gnos­tik und die Tätig­keit auf der herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­sta­ti­on Spe­zi­al­funk­tio­nen im Sin­ne des TV-Ärz­te dar­stell­ten. Außer­dem trägt der Kläger vor, die Be­klag­te for­de­re für die Spe­zi­al­funk­ti­on herz­chir­ur­gi­sche In­ten­siv­me­di­zin die er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung.

Der Kläger hat Wei­ter­bil­dun­gen ab­sol­viert, die der De­fi­ni­ti­on der Spe­zi­al­funk­ti­on ent­spre­chen. Nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung der Ärz­te­kam­mer Nord­rhein gibt es Wei­ter­bil­dun­gen in Ge­bie­ten, Fach­arzt- und Schwer­punkt­kom­pe­ten­zen (Ab­schnitt B) und Zu­satz-Wei­ter­bil­dun­gen (Ab­schnitt C). Un­ter B Zif­fer 6.3 ist die Fach­arzt­aus­bil­dung Herz­chir­ur­gie ge­nannt. Un­ter die­sem Punkt fin­den sich dann die bei­den von dem Kläger ab­sol­vier­ten Wei­ter­bil­dun­gen, die Fach­kun­de Echo­kar­dio­gra­phie in der Herz­chir­ur­gie so­wie die fa­kul­ta­ti­ve Wei­ter­bil­dung in der spe­zi­el­len herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­me­di­zin. Der Be­reich In­ten­siv­me­di­zin fin­det sich außer­dem un­ter C 15 als Zu­satz­wei­ter­bil­dung.

In An­be­tracht der Tat­sa­che, dass die Be­klag­te be­strei­tet, dass der Kläger ei­ne Spe­zi­al­funk­ti­on im Sin­ne der Vergütungs­grup­pe Ä 3 ausübt, hätte der Kläger hier sub­stan­ti­iert dar­le­gen müssen, wel­che Zu­satz- und Schwer­punkt­wei­ter­bil­dung die Be­klag­te wann, für wel­che Funk­ti­on ver­langt hat, denn die 1. Al­ter­na­ti­ve der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 setzt ei­ne Spe­zi­al­funk­ti­on, für die der Ar­beit­ge­ber ei­ne er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Schwer­punkt- oder Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung for­dert, vor­aus. Im Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung hat der Kläger dar­ge­legt, dass Prof. Dr. H. ihn aus­ge­for­dert ha­be, die Wei­ter­bil­dung auf dem Ge­biet der spe­zi­el­len herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­me­di­zin in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie so­wie die Fach­kun­de Echo­kar­dio­gra­phie in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie zu ab­sol­vie­ren. Der Kläger hat je­doch nicht vor­ge­tra­gen, dass ihm das als Vor­aus­set­zung für ei­ne be­stimm­te Tätig­keit ab­ver­langt wor­den sei. Hin­zu kommt, dass ne­ben dem Kläger un­strei­tig noch zwei wei­te­re Ärz­te der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie die­se Fort­bil­dun­gen er­folg­reich ab­sol­viert ha­ben. Wie­so aus­ge­rech­net für den Kläger sei­tens der Be­klag­ten ei­ne sol­che Fort­bil­dung für die Ausübung ei­ner Spe­zi­al­funk­ti­on ver­langt wor­den sein soll, bleibt un­klar.

3. Sch­ließlich setzt die 2. Al­ter­na­ti­ve der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 vor­aus, dass die Spe­zi­al­funk­ti­on dem Kläger durch den Ar­beit­ge­ber über­tra­gen wor­den ist. Auch die­se Vor­aus­set­zung erfüllt der Kläger nicht.

a. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en woll­ten mit die­sem Kri­te­ri­um die schlei­chen­de Über­tra­gung von me­di­zi­ni­scher Ver­ant­wor­tung für Teil- und Funk­ti­ons­be­rei­che ver­hin­dern (so auch Bruns, a.a.O.). Folg­lich muss die Über­tra­gung durch den Kran­ken­haus­träger er­fol­gen, der die­se Be­fug­nis al­ler­dings auch auf den Chef­arzt de­le­gie­ren kann. Dies er­gibt sich zum ei­nen aus dem aus­drück­li­chen Wort­laut des § 12 TV-Ärz­te, der die Über­tra­gung durch den Ar­beit­ge­ber ver­langt. Zum an­de­ren kann aber auch der Sinn und Zweck die­ser Re­ge­lung nur der sein, ein­grup­pie­rungs­re­le­van­te Ent­schei­dun­gen dem Kran­ken­haus­träger vor­zu­be­hal­ten. Wenn die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en, die die Abläufe in ei­ner Kli­nik ge­nau ken­nen und wis­sen, dass Chefärz­te schon ein­mal ei­nen ei­ge­nen Kopf ha­ben und dann Ent­schei­dun­gen oh­ne Ab­spra­che mit der Ver­wal­tung tref­fen, ei­ne sol­che For­mu­lie­rung in ei­nen Ta­rif­ver­trag auf­neh­men, kann das nur be­deu­ten, dass hier die Per­so­nal­ho­heit des L. bzw. e. geschützt wer­den soll. Dies gilt um­so mehr, als die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en in der Ne­ben­erklärung zum TVÜ-Ärz­te aus­drück­lich zwi­schen Oberärz­ten, die ent­spre­chend ein­zu­grup­pie­ren sind, und sol­chen Oberärz­ten un­ter­schei­den, die le­dig­lich die­sen Ti­tel führen. Wenn nun der Mar­bur­ger Bund in sei­nem Schrei­ben vom 22.03.2007 ausführt, dass die Erwähnung der Über­tra­gung durch den Ar­beit­ge­ber kei­ne zusätz­li­che Ein­schränkung dar­stel­le, so kann dem nach Auf­fas­sung der Kam­mer nicht ge­folgt wer­den. Wäre die­ses Merk­mal tatsächlich überflüssig, so hätten es die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en nicht for­mu­liert. Zu­zu­stim­men ist der An­sicht des Ar­beits­ge­richts Aa­chen (vgl. Ur­teil vom 23.05.2007 6 Ca 178/07), wo­nach mit dem Kri­te­ri­um Über­tra­gung durch den Ar­beit­ge­ber nicht ge­meint sein kann, dass ein förm­li­cher Be­stel­lungs­akt durch­zuführen ist, son­dern dass es auf die Über­tra­gung der ent­spre­chen­den Auf­ga­ben an­kommt. Die­se Les­art er­scheint auch im Hin­blick auf die Mit­be­stim­mungs­rech­te der Per­so­nal­ver­tre­tung ge­bo­ten. Gemäß § 72 Abs. 1 Nr. 4 und 5 LPVG NW be­stimmt der Per­so­nal­rat so­wohl bei Höher­grup­pie­run­gen und Ver­set­zun­gen mit, d.h. der­ar­ti­ge Maßnah­men bedürfen der Zu­stim­mung des Per­so­nal­rats (§ 66 Abs.1 LPVG NW). Die §§ 110 bis 111 a LPVG NW ent­hal­ten in­so­weit kei­ne ab­wei­chen­de Re­ge­lung. Ei­ne un­ter Miss­ach­tung die­ses Mit­be­stim­mungs­rechts um­ge­setz­te Maßnah­me ist rechts­wid­rig.

Die Über­tra­gung der Auf­ga­ben kann nicht nur aus­drück­lich, son­dern auch kon­klu­dent er­fol­gen. Auch In­di­zi­en können für ei­ne Über­tra­gung spre­chen, wie z.B. die Zah­lung ei­ner Funk­ti­ons­zu­la­ge, die Erhöhung der Haft­pflicht­ver­si­che­rung für den Ober­arzt, ei­ne Wei­ter­bil­dungs­ermäch­ti­gung oder die Durchführung ei­ge­ner Dienst­be­spre­chun­gen. Im Zu­sam­men­hang mit der Über­tra­gung der Ober­arzttätig­keit gilt das Ver­bot des wi­dersprüchli­chen Ver­hal­tens bzw. der Rechts­ge­dan­ke des § 162 BGB. Ein Kran­ken­haus­träger, der ei­nem Arzt ei­ne Spe­zi­al­funk­ti­on im Sin­ne der Vergütungs­grup­pe Ä 3 zu­weist, sich dann aber wei­gert, ei­ne aus­drück­li­che Über­tra­gung vor­zu­neh­men, um auf die­se Wei­se die Höher­grup­pie­rung zu ver­ei­teln, muss sich so be­han­deln las­sen, als ha­be er die­se Über­tra­gung tatsächlich vor­ge­nom­men (vgl. Bruns, a.a.O.).

Wie das Ar­beits­ge­richt Aa­chen (Ur­teil vom 23.05.2007 6 Ca 178/07) zu­recht ausführt, kann sich ei­ne Uni­ver­sität bzw. ein Uni­ver­sitätskli­ni­kum dann nicht auf ei­ne feh­len­de ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Über­tra­gung be­ru­fen, son­dern muss sich das Han­deln des Kli­nik­di­rek­tors zu­rech­nen las­sen, wenn die Über­tra­gung in Kennt­nis der Kli­nik­lei­tung statt­fin­det und der be­trof­fe­ne Arzt die­se Tätig­keit klar er­kenn­bar über ei­nen er­heb­li­chen Zeit­raum ausübt. In ei­nem sol­chen Fall liegt ei­ne sog. Dul­dungs­voll­macht vor.

b. Un­ter Zu­grun­de­le­gung die­ser Grundsätze ist nicht von ei­ner Über­tra­gung ei­ner Spe­zi­al­funk­ti­on durch die Be­klag­te bzw. das V. auf den Kläger aus­zu­ge­hen. Die Be­klag­te muss sich das Han­deln des Prof. Dr. H. nicht zu­re­chen las­sen, ins­be­son­de­re nicht auf­grund ei­ner Dul­dungs­voll­macht. Auf­grund des Sach­vor­tra­ges des Klägers im Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung war nicht fest­zu­stel­len, dass die Ar­beit­ge­ber­sei­te vor dem Schrei­ben des Prof. Dr. H. vom 05.09.2006 Kennt­nis da­von hat­te, dass der Kläger von die­sem als Ober­arzt in der herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­sta­ti­on der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie be­zeich­net wur­de. Die Ein­zel­hei­ten der dem Kläger in­so­weit über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­ge­ben sich aus die­sem Schrei­ben nicht. Stellt man hin­sicht­lich der Kennt­nis der Be­klag­ten auf die­ses Schrei­ben ab, so wäre kein er­heb­li­cher Zeit­raum zwi­schen der Ab­leh­nung der Ein­grup­pie­rung des Klägers als Ober­arzt durch die Be­klag­te und de­ren Kennt­nis von der Tätig­keit des Klägers ver­gan­gen. Be­reits im Sep­tem­ber 2007 grup­pier­te die Be­klag­te den Kläger als Fach- und nicht als Ober­arzt ein.

Dass die Be­klag­te seit Sep­tem­ber 2006 kei­ne Verände­rung des Auf­ga­ben­ge­bie­tes des Klägers ver­an­lasst hat, er­scheint im Hin­blick auf die Nie­der­schrifts­erklärung zum TVÜ-Ärz­te nach­voll­zieh­bar und kann auf Sei­ten des Klägers nicht zu ei­nem schützens­wer­ten Ver­trau­en geführt ha­ben. Nach der Nie­der­schrifts­erklärung zum TVÜ-Ärz­te ist die miss­bräuch­li­che Ent­zie­hung der Tätig­keit mit dem aus­sch­ließli­chen Ziel, ei­ne höhe­re Ein­grup­pie­rung be­zie­hungs­wei­se ei­ne Be­sitz­stand­zu­la­ge zu ver­hin­dern, nicht zulässig. Wenn nun ein Ar­beit­ge­ber den Streit um die kor­rek­te Ein­grup­pie­rung vor Ge­richt aus­ficht, und nicht so­fort die Tätig­kei­ten ändert, die ein aus sei­ner Sicht voll­macht­lo­ser Ver­tre­ter ver­teilt hat, darf der Ar­beit­neh­mer nicht dar­auf ver­trau­en, dass der Ar­beit­ge­ber die Auf­ga­ben­zu­wei­sung als be­rech­tigt hin­nimmt.

c. Auch un­ter dem Ge­sicht­punkt der An­scheins­voll­macht kann der Kläger die von ihm be­gehr­te Ein­grup­pie­rung nicht er­rei­chen.

Ei­ne An­scheins­voll­macht liegt vor, wenn ei­ne Par­tei das ge­genüber Drit­ten den Rechts­schein ei­ner Voll­macht er­zeu­gen­de Ver­hal­ten zwar nicht kennt, es bei pflicht­gemäßer Sorg­falt aber hätte er­ken­nen und ver­hin­dern können (vgl. Ha­ber­mei­er, Beck­scher On­line-Kom­men­tar § 167 BGB RZ 16, m.w.N.). Die­se Par­tei muss sich das Ver­hal­ten des schein­ba­ren Ver­tre­ters zu­rech­nen las­sen, wenn der Geschäfts­geg­ner des­sen Ver­hal­ten nach Treu und Glau­ben und mit Rück­sicht auf die Ver­kehrs­sit­te als bei ver­kehrsmäßiger Sorg­falt dem Ver­tre­te­nen nicht ver­bor­gen blei­bend und da­mit von die­sem ge­dul­det auf­fas­sen durf­te und der Geschäfts­geg­ner in gu­tem Glau­ben zu ei­nem be­stimm­ten Han­deln ver­an­lasst wor­den ist (vgl. Ha­ber­mei­er, a.a.O.).

Aus dem Sach­vor­trag des Klägers ist nicht zu ent­neh­men, auf­grund wel­chen Ver­trau­en­stat­be­stan­des die Be­klag­te ihn zu der An­nah­me ver­an­lasst ha­ben soll, dass Prof. Dr. H. rechts­ver­bind­lich für sie han­deln kann. Al­lein der Um­stand, dass Prof. Dr. H. der Di­rek­tor der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie ist, reicht in­so­weit nicht aus. Zwi­schen den Par­tei­en ist un­strei­tig, das Prof. Dr. H. nicht Ar­beit­ge­ber des Klägers ist, un­strei­tig ist wei­ter­hin, dass Prof. Dr. H. nicht den Ar­beits­ver­trag mit dem Kläger un­ter­zeich­net hat. Der Kläger hätte hier im Ein­zel­nen vor­tra­gen müssen, auf­grund wel­chen Ver­hal­tens der Be­klag­ten er zu­recht dar­auf ver­trau­te, dass Prof. Dr. H. als Ver­tre­ter der Be­klag­ten han­del­te.

III. 

Der An­spruch des Klägers auf Ein­grup­pie­rung in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3, 1. Stu­fe kann auch nicht auf den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz gestützt wer­den.

Der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­bie­tet dem Ar­beit­ge­ber ei­ne sach­frem­de Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer ge­genüber an­de­ren Ar­beit­neh­mern in ver­gleich­ba­rer La­ge (vgl. BAG, Ur­teil vom 28.03.2007 10 AZR 261/06, zi­tiert nach Ju­ris; BAG, Ur­teil vom 14.03.2007 5 AZR 420/06, zi­tiert nach Ju­ris; BAG, Ur­teil vom 31.08.2005 5 AZR 517/04, AP Nr. 288 zu § 613a BGB; BAG, Ur­teil vom 29.09.2004 - 5 AZR 43/04, AP Nr. 192 zu § 242 BGB - Gleich­be­hand­lung).

Der Kläger hat nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert dar­ge­legt, dass die Be­klag­te glei­che Sach­ver­hal­te oh­ne recht­fer­ti­gen­den Grund un­gleich be­han­delt hat. Der Kläger selbst trägt - völlig zu Recht - vor, dass die Ein­grup­pie­rung an­hand der tatsächlich aus­geübten Tätig­keit vor­zu­neh­men ist. Dass ei­ner der von der Be­klag­ten als Ober­arzt ein­grup­pier­ten Ärz­te die­sel­be Tätig­keit ausübt wie er selbst, be­haup­tet nicht ein­mal der Kläger.

C. 

Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf §§ 46 Abs. 2 ArbGG, 91 Abs. 1 ZPO. 

Die Streit­wert­fest­set­zung er­gibt sich aus §§ 46 Abs. 2, 61 Abs. 1 ArbGG, 63 GKG, 3 ZPO. Da­bei wur­de für den An­trag zu 1) der zu­letzt ein­ge­klag­te Be­trag und für den Fest­stel­lungs­an­trag für je­den der bei­den Mo­na­te, für den die Ober­arzttätig­keit des Klägers über den Zah­lungs­zeit­raum hin­aus fest­ge­stellt wer­den soll­te, ein hal­bes Ge­halt, d.h. 2.975,00 € zu­grun­de ge­legt.

D. 

So­weit die Be­ru­fung nicht be­reits kraft Ge­set­zes zulässig ist - § 64 Abs. 2 Buchst. b) und 

c) ArbGG - war sie nicht zu­zu­las­sen. Die Rechts­sa­che hat kei­ne grundsätz­li­che Be­deu­tung, denn es han­delt sich bei dem vor­lie­gen­den Ein­grup­pie­rungs­rechts­streit um ei­ne Ein­zel­fall­ent­schei­dung. Die Aus­le­gung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges, des­sen Gel­tungs­be­reich sich über die Gren­zen des Be­zirks des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf er­streckt, war bei der Ent­schei­dung von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung, so dass auch in­so­weit ei­ne ge­son­der­te Zu­las­sung der Be­ru­fung nicht ge­bo­ten er­schien.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung 

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der kla­gen­den Par­tei 

B e r u f u n g 

ein­ge­legt wer­den. 

Für die be­klag­te Par­tei ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben. 

Die Be­ru­fung muss 

in­ner­halb ei­ner N o t f r i s t* von ei­nem Mo­nat 

beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf, Lud­wig-Er­hard-Al­lee 21, 40227 Düssel­dorf, Fax: (0211) 7770 - 2199 ein­ge­gan­gen sein.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach des­sen Verkündung

Die Be­ru­fungs­schrift muss von ei­nem Rechts­an­walt ein­ge­reicht wer­den; an sei­ne Stel­le können Ver­tre­ter ei­ner Ge­werk­schaft oder ei­ner Ver­ei­ni­gung von Ar­beit­ge­bern oder von Zu­sam­men­schlüssen sol­cher Verbände tre­ten, wenn sie kraft Sat­zung oder Voll­macht zur Ver­tre­tung be­fugt sind und der Zu­sam­men­schluss, der Ver­band oder de­ren Mit­glie­der Par­tei sind. Die glei­che Be­fug­nis ha­ben An­ge­stell­te ju­ris­ti­scher Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der zu­vor ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, so­lan­ge die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung der Mit­glie­der der Or­ga­ni­sa­ti­on ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt.

* Ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

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