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An­pas­sung der Bei­trags­gren­zen in der So­zi­al­ver­si­che­rung

Bun­des­re­gie­rung legt So­zi­al­ver­si­che­rungs­re­chen­grö­ßen für 2016 fest: Ver­ord­nung über maß­ge­ben­de Re­chen­grö­ßen der So­zi­al­ver­si­che­rung für 2016 (So­zi­al­ver­si­che­rungs-Re­chen­grö­ßen­ver­ord­nung 2016)

16.10.2015. Die Bei­trags­gren­zen in den ver­schie­de­nen Zwei­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung müs­sen jähr­lich an­ge­passt wer­den, da sich die Durch­schnitts­löh­ne bzw. Durch­schnitts­ge­häl­ter lau­fend ver­än­dern, prak­tisch im­mer nach oben hin.

An­pas­sungs­stich­tag ist der Jah­res­be­ginn. Zu­stän­dig für die An­pas­sun­gen ist die Bun­des­re­gie­rung.

Am 14.10.2015 war es wie­der so­weit: Die Bun­des­re­gie­rung hat die Bei­trags­gren­zen für das kom­men­de Jahr fest­ge­legt. Die Ver­ord­nung be­darf zwar noch der Zu­stim­mung des Bun­des­rats, doch ist die­se nur ei­ne For­ma­li­tät: Ver­ord­nung über maß­ge­ben­de Re­chen­grö­ßen der So­zi­al­ver­si­che­rung für 2016 (So­zi­al­ver­si­che­rungs-Re­chen­grö­ßen­ver­ord­nung 2016).

Anstieg der Löhne und Gehälter im Jahr 2014

Gemäß § 69 Sechs­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB VI) muss die Bun­des­re­gie­rung im Jah­re 2015 er­mit­teln und per Rechts­ver­ord­nung fest­schrei­ben, in wel­chem Um­fang sich die durch­schnitt­li­chen Brut­tolöhne bzw. Brut­to­gehälter in 2014 ge­genüber dem vor­aus­ge­gan­ge­nen Jahr 2013 ent­wi­ckelt ha­ben.

Auf die­ser Grund­la­ge muss die Bun­des­re­gie­rung durch Rechts­ver­ord­nung zum 01.01.2016 die Bei­trags­gren­zen in der Ren­ten­ver­si­che­rung und auch in den an­de­ren Zwei­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung an­pas­sen.

Im Jahr 2014 stie­gen die Löhne und Gehälter in Ge­samt­deutsch­land um 2,66 Pro­zent. Da­bei fiel die Lohn­zu­wachs­ra­te in den al­ten Bun­desländern mit 2,66 Pro­zent deut­lich ge­rin­ger aus als in den neu­en Bun­desländern, wo sie 3,39 Pro­zent be­trug (Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les, Pres­se­mel­dung vom 14.10.2015). Grund­la­ge die­ser Zah­len sind die Er­mitt­lun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes. Ein-Eu­ro-Jobs blei­ben da­bei außen vor, d.h. auf sie kommt es nicht an.

Beitragsbemessungsgrenzen 2016 in der Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung

Wie in den Vor­jah­ren so wird auch zum 01.01.2016 die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der Ren­ten­ver­si­che­rung und in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung an­stei­gen.

Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze heißt, dass das Ein­kom­men nur bis zu ei­ner be­stimm­ten Höhe der Ver­si­che­rungs­pflicht un­ter­liegt und in dem Um­fang, in dem es die­se Gren­ze über­steigt, ver­si­che­rungs­frei ist. Es un­ter­liegt in dem frei­en Teil da­her nicht der So­zi­al­ab­ga­ben­pflicht, ist dem­ent­spre­chend aber im Leis­tungs­fall (Ren­te, Ar­beits­lo­sig­keit) auch nicht ver­si­chert.

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung (West) steigt zum Jah­res­wech­sel von der­zeit 6.050,00 EUR auf 6.200,00 EUR pro Mo­nat an, d.h. der Jah­res­wert (West) erhöht sich von der­zeit 72.600 EUR auf 74.400,00 EUR. In den neu­en Bun­desländern steigt die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze zum Jah­res­wech­sel von der­zeit 5.200,00 EUR auf 5.400,00 EUR pro Mo­nat. Der Jah­res­wert (Ost) erhöht sich dem­ent­spre­chend von bis­her 62.400,00 EUR auf 64.800,00 EUR.

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ist gemäß § 341 Abs.4 Drit­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) iden­tisch mit der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der all­ge­mei­nen ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Die o.g. Ein­kom­mens­gren­zen gel­ten da­her auch für die Bei­trags­pflicht zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.

Pflichtversicherungsgrenzen und Beitragsbemessungsgrenzen 2016 in der Krankenversicherung und Pflegeversicherung

In der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) gibt es ei­ne Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze, die in der Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung nicht exis­tiert. Wer mit sei­nem Jah­res­ein­kom­men die­se Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze über­schrei­tet, kann selbst ent­schei­den, ob er bei ei­ner der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen blei­ben möch­te oder sich lie­ber bei ei­ner pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ver­si­chert.

Die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze in der GKV ist bun­des­ein­heit­lich fest­ge­legt, d.h. hier gibt es kei­ne un­ter­schied­li­chen Wer­te für West- und Ost­deutsch­land. Die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze erhöht sich zum 01.01.2016 von bis­her 54.900,00 EUR auf 56.250,00 EUR. Auf den Mo­nat ge­rech­net liegt die Gren­ze da­mit nicht mehr bei 4.575,00 EUR (2015), son­dern bei 4.687,50 EUR

Ab­ge­se­hen von der Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze gibt es auch in der GKV ei­ne Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze. Sie liegt un­ter­halb der Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze und gilt eben­falls für das ge­sam­te Bun­des­ge­biet. Ein­kom­men, die die­se Gren­ze über­schrei­ten, un­ter­lie­gen mit dem darüber lie­gen­den Teil nicht der Bei­trags­pflicht zur GKV.

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der GKV steigt zum Jah­res­wech­sel von bis­her 49.500,00 EUR pro Jahr bzw. von bis­her 4.125,00 EUR pro Mo­nat auf 50.850,00 EUR (Jahr) bzw. auf 4.237,50 EUR (Mo­nat).

Die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze und die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der GKV gel­ten auch für die Pfle­ge­ver­si­che­rung.

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Letzte Überarbeitung: 2. Juli 2018

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