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Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ja­nu­ar 2014

Ge­set­ze zur Ar­beits­markt- und So­zi­al­po­li­tik: Was än­dert sich im neu­en Jahr?

29.12.2013. Im fol­gen­den fin­den Sie ei­nen kur­zen Über­blick über die we­sent­li­chen Ge­set­zes­än­de­run­gen zur Ar­beits­markt- und So­zi­al­po­li­tik, die zum Ja­nu­ar des neu­en Jahr 2014 in Kraft tre­ten.

Wie in je­dem Jahr, so wer­den auch zu Be­ginn des Jah­res 2014 die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der Ren­ten­ver­si­che­rung und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung nach oben an­ge­passt. Auch die Pflicht­ver­si­che­rungs­gren­zen und Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung wer­den an­ge­ho­ben.

Er­höht wer­den zum 01.01.2014 auch die Re­gel­be­darfs­sät­ze bei der Grund­si­che­rung für Ar­beit­su­chen­de ("Hartz IV) und die Min­dest­löh­ne in ei­ni­gen Wirt­schafts­zwei­gen.

Wich­tig für den deut­schen Ar­beits­markt ist auch die ab Ja­nu­ar 2014 in Kraft tre­ten­de vol­le Frei­zü­gig­keit für Ar­beit­neh­mer aus Bul­ga­ri­en und Ru­mä­ni­en.

Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung

Auch zum neu­en Jahr 2014 steigt die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der Ren­ten­ver­si­che­rung und der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung wie­der an, und zwar von von 5.800 EUR (Mo­nats­ge­halt) auf 5.950 EUR (West). Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze (Ost) steigt von 4.900 EUR auf 5.000 EUR.

Dem­ent­spre­chend erhöhen sich die Jah­res­wer­te von bis­her 69.600 EUR (West) auf 71.400 EUR (West) bzw. von bis­her 58.800 EUR (Ost) auf 60.000 EUR (Ost).

Wer mehr ver­dient, muss zwar im­mer noch Beiträge zur ge­setz­li­chen Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung zah­len, doch sind Ge­halts­be­stand­tei­le, die die­se Grenz­wer­te über­stei­gen, bei­trags­frei in der Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung. Be­zo­gen auf die­se Ge­halts­be­stand­tei­le wer­den kei­ne Beiträge ab­geführt.

Pflichtversicherungsgrenzen und Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung

Die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) ist bun­des­ein­heit­lich fest­ge­legt, d.h. hier gel­ten kei­ne ver­schie­de­nen Wer­te in West- und Ost­deutsch­land. Sie erhöht sich zum neu­en Jahr von bis­her 52.200 EUR auf 53.550 EUR.

Wer mehr als 53.550 EUR ver­dient, braucht sich nicht in der GKV zu ver­si­chern, son­dern kann zu ei­ner pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung wech­seln. 

Auch in der GKV gilt ei­ne Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze. Sie liegt un­ter­halb der Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze. Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der GKV steigt zum neu­en Jahr 2014 von bis­her 47.250 EUR jähr­lich auf 48.600 EUR jähr­lich bzw. von bis­her 3.937,50 EUR mo­nat­lich auf 4.050 EUR mo­nat­lich.

Wer die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze in der GKV von 53.550 EUR nicht über­schrei­tet und da­her ver­si­che­rungs­pflich­tig in der GKV ist, un­ter­liegt auf­grund der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze nur mit dem Ein­kom­mens­teil von 48.600 EUR der Bei­trags­pflicht zur GKV. Die darüber lie­gen­den Ge­halts­be­stand­tei­le sind bei­trags­frei in der GKV.

Kurzarbeitergeld weiterhin für zwölf Monate

Nach dem Ge­setz ist die ma­xi­ma­le Be­zugs­dau­er für das Kurz­ar­bei­ter­geld ei­gent­lich auf sechs Mo­na­te be­grenzt. Die­se Be­gren­zung der Be­zugs­dau­er wur­de im Zu­ge der 2008 ein­set­zen­den Re­zes­si­on im­mer wie­der ge­lo­ckert, d.h. die Höchst­dau­er des Kurz­ar­bei­ter­gel­des verlängert.

Nach­dem die Bun­des­re­gie­rung die ma­xi­ma­le Be­zugs­dau­er be­reits bis En­de 2013 auf zwölf Mo­na­te verlängert hat­te (Ver­ord­nung über die Be­zugs­dau­er für das Kurz­ar­bei­ter­geld, vom 07.12.2012, BGBl I, S.2570), hat sie nun­mehr er­neut be­schlos­sen, dass das Kurz­ar­bei­ter­geld auch in 2014 wei­ter­hin nicht nur für sechs Mo­na­te, son­dern für bis zu zwölf Mo­na­te gewährt wer­den kann.

  • Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les, Das ändert sich im neu­en Jahr

Hartz IV

Wie schon zu Be­ginn des Jah­res 2013 erhöhen sich auch zum Ja­nu­ar 2014 die Re­gel­be­dar­fe in der Grund­si­che­rung für Ar­beit­su­chen­de („Hartz IV“).

Für al­lein­ste­hen­de und al­lein­er­zie­hen­de Leis­tungs­be­rech­tig­te erhöht sich der Re­gel­be­darf von der­zeit mo­nat­lich 382 EUR auf 391 EUR (Re­gel­be­darfs­stu­fe 1). Wer mit ei­nem Part­ner in ei­nem ge­mein­sa­men Haus­halt zu­sam­men­lebt, erhält statt bis­her 345 EUR ab Ja­nu­ar 353 EUR (Re­gel­be­darfs­stu­fe 2).

Er­wach­se­ne Leis­tungs­be­rech­tig­te, die kei­nen ei­ge­nen und kei­nen ge­mein­sa­men Haus­halt mit ei­nem Part­ner führen, be­kom­men bis­her 306 EUR mo­nat­lich und ab Ja­nu­ar 313 EUR (Re­gel­be­darfs­stu­fe 3).

Sch­ließlich gibt es für Ju­gend­li­che von 14 bis un­ter 18 Jah­re mo­nat­lich 296 EUR (bis­her: 289 EUR - Re­gel­be­darfs­stu­fe 4), für Kin­der von sechs bis 13 Jah­ren mo­nat­lich 261 EUR (bis­her: 255 EUR - Re­gel­be­darfs­stu­fe 5) und für Kin­der bis fünf Jah­ren mo­nat­lich 229 EUR (bis­her: 224 EUR Re­gel­be­darfs­stu­fe 6).

  • Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les, Das ändert sich im neu­en Jahr

Volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Bulgarien und Rumänien

Zum Jah­res­en­de 2013 lau­fen die bis­he­ri­gen Über­g­angs­be­stim­mun­gen für Ar­beit­neh­mer aus Bul­ga­ri­en und Rumänien aus. Ab Ja­nu­ar 2014 können da­her bul­ga­ri­sche und rumäni­sche Ar­beit­neh­mer die vol­le für EU-Bürger gel­ten­de Ar­beit­neh­mer­freizügig­keit in An­spruch neh­men.

Eben­falls zum Jah­res­en­de 2013 tre­ten die Freizügig­keits­be­schränkun­gen für Ent­sen­dun­gen in den Bran­chen Bau, Gebäuderei­ni­gung und In­nen­de­ko­ra­ti­on außer Kraft.

Mindestlöhne

Min­destlöhne gel­ten für die acht Bran­chen, die in § 4 Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) ge­nannt wer­den, al­so z.B. die Bau­bran­che oder das Be­wa­chungs­ge­wer­be, darüber hin­aus für Pfle­ge­bran­che auf der Grund­la­ge von § 11 AEntG und der Ver­ord­nung über zwin­gen­de Ar­beits­be­din­gun­gen für die Pfle­ge­bran­che so­wie für die Zeit­ar­beit auf der Grund­la­ge von § 3a Ar­beit­neh­mer-Über­las­sungs­ge­setz (AÜG) und der Ers­ten Ver­ord­nung über ei­ne Lohn­un­ter­gren­ze in der Ar­beit­neh­merüber­las­sung.

Über die­se zehn Bran­chen hin­aus gel­ten Lohn­un­ter­gren­zen auch für wei­te­re Bran­chen, und zwar auf der Grund­la­ge von Ta­rif­verträgen, die für all­ge­mein ver­bind­lich erklärt wur­den, z.B. für das Elek­tro­hand­werk.

In ei­ni­gen die­ser "Min­dest­lohn­bran­chen" erhöhen sich die der­zeit gel­ten­den Min­destlöhne zum 01.01.2014:

In der Ar­beit­neh­merüber­las­sung (Leih­ar­beit, Zeit­ar­beit) erhöhen sich die Min­destlöhne von der­zeit 8,19 EUR auf 8,50 EUR pro St­un­de (West) und von der­zeit 7,50 EUR auf 7,86 EUR pro St­un­de (Ost) gemäß ei­ner ta­rif­ver­trag­li­chen Ei­ni­gung zwi­schen der Ver­hand­lungs­ge­mein­schaft Zeit­ar­beit (VGZ) und den DGB-Ge­werk­schaf­ten.

Im Bau­haupt­ge­wer­be (Wer­ker) wird der Min­dest­lohn von der­zeit 11,05 EUR auf 11,10 EUR pro St­un­de (West) und von der­zeit 10,25 EUR auf 10,50 EUR pro St­un­de (Ost) erhöht.

In der be­ruf­li­chen Aus- und Wei­ter­bil­dung wer­den die Min­destlöhne für pädago­gi­sche Mit­ar­bei­ter von der­zeit 12,60 EUR auf 13,00 EUR pro St­un­de (West) und von der­zeit 11,25 EUR auf 11,65 EUR pro St­un­de (Ost) an­ge­ho­ben.

Im Dach­de­ck­er­hand­werk gibt es ei­ne Erhöhung des Min­dest­lohns von der­zeit 11,20 EUR auf 11,55 pro St­un­de (West und Ost).

Im Elek­tro­hand­werk wer­den die Min­destlöhne von der­zeit 9,90 EUR pro St­un­de auf 10,00 EUR pro St­un­de (al­te Bun­desländer) und von der­zeit 8,85 EUR pro St­un­de auf 9,10 EUR pro St­un­de (neue Bun­desländer und Ber­lin) an­ge­ho­ben.

Im Gebäuderei­ni­gung (In­nen- und Un­ter­halts­rei­ni­gung) wer­den die Min­destlöhne von der­zeit 9,00 EUR auf 9,31 EUR pro St­un­de (West) und von der­zeit 7,56 EUR auf 7,96 EUR pro St­un­de (Ost) auf­ge­bes­sert.

 

Letzte Überarbeitung: 4. Oktober 2016

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