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So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag, SV-Bei­trag

In­for­ma­tio­nen zum The­ma So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag, SV-Bei­trag: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, wor­in der So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag bzw. SV-Bei­trag be­steht, wer den So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag be­rech­nen und ab­füh­ren muss und wann und wie dies zu ge­sche­hen hat.

Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wie sich der Ge­samt­ver­si­che­rungs­bei­trag kon­rket be­rech­net, wie sich die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in den ver­schie­de­nen Zwei­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung auf den SV-Bei­trag aus­wir­ken und wel­che Um­la­gen und Bei­trä­ge zur ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung der Ar­beit­ge­ber zu tra­gen hat. Schließ­lich wird er­klärt, wie die die So­zi­al­ab­ga­ben in der sog. Gleit­zo­ne be­rech­net wer­den.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Worin besteht der Sozialversicherungsbeitrag bzw. SV-Beitrag?

Der So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag oder kurz: SV-Bei­trag be­steht aus Beiträgen

Die ins­ge­samt auf­zu­brin­gen­den So­zi­al­ab­ga­ben um­fas­sen nicht nur die­se Beiträge, die im Prin­zip hälf­tig vom Ar­beit­ge­ber und vom Ar­beit­neh­mer auf­zu­brin­gen sind, son­dern darüber hin­aus Zah­lun­gen, für die al­lein der Ar­beit­ge­ber auf­kom­men muss. Da­bei han­delt es sich um

  • die Um­la­ge U1 als Ab­si­che­rung für Lohn­fort­zah­lungs­kos­ten, die auf Grund­la­ge die­ser Um­la­ge von der Kran­ken­kas­se teil­wei­se er­stat­tet wer­den,
  • die Um­la­ge U2 als Ab­si­che­rung für Mut­ter­schutz­auf­wen­dun­gen, die auf Grund­la­ge die­ser Um­la­ge von der Kran­ken­kas­se er­stat­tet wer­den,
  • die In­sol­venz­geld­um­la­ge, teil­wei­se Um­la­ge U3 ge­nannt, mit der die Auf­wen­dun­gen der Ar­beits­an­gen­tur für das In­sol­venz­geld fi­nan­ziert wer­den.

Wer muss den Sozialversicherungsbeitrag berechnen und abführen?

Der Ar­beit­ge­ber muss die den So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag be­rech­nen und abführen, da nur er dafür nach dem Ge­setz ver­ant­wort­lich ist. Er ist der al­lei­ni­ge Bei­trags­schuld­ner. Der Ar­beit­neh­mer kann da­her, von sel­te­nen Aus­nah­men ab­ge­se­hen, nicht auf Zah­lung des So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trags in An­spruch ge­nom­men wer­den.

Ist der Arbeitnehmer zur Mitwirkung bei der Abführung des SV-Beitrags verpflichtet?

Der Ar­beit­neh­mer ist zwar nicht da­zu ver­pflich­tet, an der Be­rech­nung und Abführung der So­zi­al­ab­ga­ben ak­tiv mit­zu­wir­ken. Er hat al­ler­dings die Pflicht, ei­nen vom Ar­beit­ge­ber be­rech­ne­ten Ab­zug von sei­nem Brut­to­lohn zu dul­den. Außer­dem muss er es dul­den, dass der auf ihn ent­fal­len­de An­teil am So­zi­al­bei­trag an die Ein­zugs­stel­le wei­ter­ge­lei­tet bzw. ab­geführt wird. Da­zu heißt es in § 28g Satz 1 und 2 Vier­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IV):

"Der Ar­beit­ge­ber (...) hat ge­gen den Beschäftig­ten ei­nen An­spruch auf den vom Beschäftig­ten zu tra­gen­den Teil des Ge­samt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trags. Die­ser An­spruch kann nur durch Ab­zug vom Ar­beits­ent­gelt gel­tend ge­macht wer­den."

Der An­spruch des Ar­beit­ge­bers auf Vor­nah­me ei­nes Ab­zugs vom Lohn be­ruht auf der ge­setz­li­chen Pflicht des Ar­beit­neh­mers, sich am SV-Bei­trag, d.h. an den Beiträgen zur Ar­beits­lo­sen-, Kran­ken-, Pfle­ge- und Ren­ten­ver­si­che­rung (im Prin­zip) hälf­tig zu be­tei­li­gen. Im Um­fang sei­ner Be­tei­li­gungs­pflicht wird dem Ar­beit­neh­mer kein Lohn aus­be­zahlt, son­dern der Lohn wird ein­be­hal­ten und als Teil des SV-Bei­trags ab­geführt.

Wann ist der Sozialversicherungsbeitrag zu berechnen und abzuführen?

Der SV-Bei­trag muss für je­den Beschäftig­ten spätes­tens am fünft­letz­ten Bank­ar­beits­tag des lau­fen­den Mo­nats be­rech­net wer­den und es muss ei­nem die­ser Be­rech­nung ent­spre­chen­den Bei­trags­nach­weis an die Ein­zugs­stel­le über­sandt wer­den. Die Bei­trags­mel­dung ist im We­ge der Da­ten­fernüber­tra­gung (DFÜ) zu er­stat­ten (§ 28f Abs.3 Satz 1 SGB IV).

Auf der Grund­la­ge der Bei­trags­mel­dung hat der Ar­beit­ge­ber so­dann spätes­tens bis zum dritt­letz­ten Bank­ar­beits­tag des lau­fen­den Mo­nats den So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag an die Ein­zugs­stel­le ab­zuführen (§ 25 Abs.1 Satz 2 SGB IV).

Der Bei­trags­nach­weis gilt für die Voll­stre­ckung als Leis­tungs­be­scheid der Ein­zugs­stel­le und im In­sol­venz­ver­fah­ren als Do­ku­ment zur Glaub­haft­ma­chung der For­de­run­gen der Ein­zugs­stel­le (§ 28f Abs.3 Satz 3 SGB IV).

An wen ist der Sozialversicherungsbeitrag zu entrichten?

Gemäß § 28h Abs.1 SGB IV ist der SV-Bei­trag an die Kran­ken­kas­se zu zah­len, bei der der Ar­beit­neh­mer ver­si­chert ist . Sie über­wacht als sog. Ein­zugs­stel­le die Ein­rei­chung des Bei­trags­nach­wei­ses und die Zah­lung des SV-Bei­trags. Bei­trags­ansprüche, die nicht recht­zei­tig erfüllt wor­den sind, hat die Kran­ken­kas­se als Ein­zugs­stel­le gel­tend zu ma­chen.

Was heißt Gesamtsozialversicherungsbeitrag und was Sammelmeldung?

Mit Ge­samt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag ist ge­meint, dass die Beiträge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, zur Kran­ken­ver­si­che­rung, zur Pfle­ge­ver­si­che­rung und zur Ren­ten­ver­si­che­rung vom Ar­beit­ge­ber "in ei­nem Auf­wasch" be­rech­net und "in ei­nem Bat­zen" an die Kran­ken­kas­se als Ein­zugs­stel­le ab­geführt wird. Die Kran­ken­kas­se bzw. Ein­zugs­stel­le hat die Tei­le des Ge­samt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trags, die nicht für sie selbst be­stimmt ist, an den zuständi­gen So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger, d.h. an Ren­ten­ver­si­che­rung und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, wei­ter­zu­lei­ten.

Dass der Ar­beit­ge­ber die mo­nat­li­chen Bei­trags­mel­dun­gen als Sam­mel­mel­dun­gen der Ein­zugs­stel­le zu er­stat­ten hat, be­deu­tet, dass er nur ei­ne Bei­trags­mel­dung für ver­schie­de­ne, bei der­sel­ben Kran­ken­kas­se ver­si­cher­te Ar­beit­neh­mer zu er­stat­ten hat. In wel­chem Um­fang die von ihm ge­mel­de­ten und ab­geführ­ten Gel­der auf das "Kon­to" der ver­schie­de­nen Ar­beit­neh­mer ge­hen, wird nicht bei der mo­nat­li­chen Bei­trags­mel­dung, son­dern erst bei der ein­mal im Jahr für das ver­gan­ge­ne Ka­len­der­jahr zu er­stat­ten­den Jah­res­mel­dung ge­mel­det bzw. auf­ge­schlüsselt.

BEISPIEL: Ein Be­trieb beschäftigt hun­dert Ar­beit­neh­mer, von de­nen 23 bei der Bar­mer Er­satz­kas­se kran­ken­ver­si­chert sind. Dann ist für die­se 23 Ar­beit­neh­mer pro Mo­nat nur ei­ne ein­zi­ge Bei­trags­mel­dung al­sSam­mel­mel­dung zu er­stat­ten, d.h. es wird der Bar­mer Er­satz­kas­se le­dig­lich mit­ge­teilt, dass für 23 Ar­beit­neh­mer ein be­stimm­ter Be­trag als Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­bei­trag, ein wei­te­rer Be­trag als Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag, ein wei­te­rer Be­trag als Ren­ten­ver­si­che­rungs­bei­trag usw. zu zah­len sind und ge­zahlt wer­den sol­len.

Wie berechnet sich der SV-Beitrag konkret?

Grund­la­ge der Be­rech­nung des So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trags ist das mo­nat­li­che Brut­to­ein­kom­men des Ar­bei­tenhmers. Mit "Brut­to­ein­kom­men" ist das so­ge­nann­te Ar­beit­neh­mer-Brut­to ge­meint, d.h. die Brut­to­vergütung, auf die man sich im Ar­beits­ver­trag ge­ei­nigt hat oder die sich aus ei­nem Ta­rif­ver­trag er­gibt, d.h. der zusätz­lich vom Ar­beit­ge­ber auf­zu­brin­gen­de Ar­beit­ge­ber-An­teil am SV-Bei­trag gehört nicht zum Brut­to­ein­kom­men.

Maßgeb­lich ist wei­ter­hin ein be­stimm­ter, im Lau­fe der ver­gan­ge­nen Jah­re im­mer wie­der nach oben, teil­wei­se aber auch nach un­ten veränder­ter Pro­zent­satz, der vom Brut­to­ein­kom­men zu be­rech­nen ist, d.h. die Höhe der Beiträge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (AV), zur Kran­ken­ver­si­che­rung (KV), zur Pfle­ge­ver­si­che­rung (PV) und zur Ren­ten­ver­si­che­rung (RV) wer­den in Pro­zent des Brut­to­ein­kom­mens be­rech­net.

Da­bei tei­len sich Ar­beit­ge­ber (AG) und Ar­beit­neh­mer (AN) bei der AV, PV und RV den auf­zu­brin­gen­den Bei­trags­satz und dem­ent­spre­chend auch den Bei­trag, wo­hin­ge­gen die Auf­tei­lung bei der KV seit ei­ni­gen Jah­ren nicht mehr ex­akt hälf­tig ist, son­dern zu­guns­ten des Ar­beit­ge­bers ver­scho­ben ist: Während der Ar­beit­ge­ber von den ins­ge­samt auf­zu­brin­gen­den 15,5 % nur 7,3 % tra­gen muss, ent­fal­len die an­de­ren 8,2 % auf den Ar­beit­neh­mer. Die­se Bei­tragssätze lau­ten der­zeit (Stand: 01.05.2012):

AV KV PV RV
3 % 15,5 % 1,95 % 19,6 %
AV AG-An­teil KV AG-An­teil PV AG-An­teil RV AG-An­teil
1,5 % 7,3% 0,975 %  9,8 % 
AV AN-An­teil KV AN-An­teil PV AN-An­teil RV AN-An­teil
1,5 %  8,2 %  0,975 % 9,8 %

Aus die­sen Bei­tragssätzen er­ge­ben sich bei ei­nem Brut­to­ein­kom­men von 2.000,00 EUR fol­gen­de vom Ar­beit­neh­mer hin­zu­neh­men­de Lohn­abzüge:

AV AN-An­teil  KV AN-An­teil PV AN-An­teil  RV AN-An­teil 
1,5 % 8,2 % 0,975 % 9,8 %
30,00 EUR 164,00 EUR  19,50 EUR 196,00 EUR

Ins­ge­samt hat ein Ar­beit­neh­mer mit ei­nem Brut­to­ge­halt von 2.000,00 EUR da­her ei­nen So­zi­al­ab­ga­ben­ab­zug von 409,50 EUR hin­zu­neh­men. Der Ar­beit­ge­ber sei­ner­seits hat auf die­sen Be­trag den auf ihn ent­fal­len­den, leicht ge­rin­ge­ren An­teil am SV-Bei­trag "drauf­zu­le­gen", nämlich ins­ge­samt 19,575 % bzw. 391,50 EUR.

Die Sum­me des vom Ar­beit­ge­ber (391,50 EUR) und vom Ar­beit­neh­mer (409,50 EUR) auf­zu­brin­gen­den An­teils am So­zi­al­bei­trag ist der Ge­samt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag. Er beträgt bei ei­nem Ge­halt von 2.000,00 EUR brut­to 801,00 EUR wird vom Ar­beit­ge­ber an die Kran­ken­kas­se ge­mel­det und ab­geführt.

Vie­le Ar­beit­neh­mer ha­ben al­ler­dings seit dem 01.01.2005 ei­nen leicht erhöhten, wie bei der Kran­ken­ver­si­che­rung al­lein von ih­nen (und nicht vom Ar­beit­ge­ber) zu tra­gen­den Zu­schlag zu tra­gen, falls sie kin­der­los sind. Die­ser "Zu­satz­bei­trag für Kin­der­lo­se" beträgt 0,25 %, so daß kin­der­lo­se Ar­beit­neh­mer statt 0,975 % ei­nen Bei­trag von 1,225 % zur Pfle­ge­ver­si­che­rung zu ent­rich­ten ha­ben; der Ar­beit­ge­ber zahlt so oder so nur 0,975 %.

Wie begrenzt die Beitragsbemessungsgrenze den SV-Beitrag?

Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen (BBG) set­zen dem Zu­griff der So­zi­al­ver­si­che­rung auf das Ein­kom­men des Ar­beit­neh­mers Gren­zen. Zwar sind Ar­beits­ein­kom­men ober­halb der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze nicht ge­ne­rell so­zi­al­ab­ga­ben­frei, aber der ober der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze lie­gen­de Teil ist es.

In 2010 liegt die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der Ren­ten­ver­si­che­rung bei ei­nem Mo­nats­ein­kom­men von 5.600 EUR brut­to (west) bzw. von 4.800,00 EUR (ost). Die ma­xi­ma­le Be­las­tung mit ei­nem Bei­trag zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung liegt da­her in West­deutsch­land ak­tu­ell bei (5.600 x 0,199 =) 1.114,40 EUR, was ei­nem ma­xi­ma­len An­teil des Ar­beit­neh­mers von 557,20 EUR ent­spricht. Liegt das Ein­kom­men über die­ser Gren­ze, un­ter­liegt es nur mit ei­nem An­teil von 5.600 EUR brut­to dem Bei­trag zur Ren­ten­ver­si­che­rung. Der ma­xi­ma­le mo­nat­li­che Ab­zug ist da­her bei 557,20 EUR ein­ge­fro­ren, d.h. es spielt für den Rent­ebei­trag kei­ne Rol­le, ob das Mo­nats­ein­kom­men 5.600 EUR brut­to, 7.000,00 EUR brut­to oder 10.000,00 EUR brut­to beträgt.

BBG AV BBG KV BBG PV  BBG RV 
5.600,00 EUR 3.825,00 EUR 3.825,00 EUR 5.600,00 EUR

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze beträgt in der ge­setz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung 3.825,00 EUR brut­to und liegt da­mit deut­lich un­ter der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der Ren­ten­ver­si­che­rung. Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung sind gemäß § 341 Abs.4 Drit­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) mit de­nen der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung iden­tisch.

Was sollten Arbeitgeber zum Thema Umlagen wissen?

Mit der Um­la­ge U1 und mit der Um­la­ge U2 wer­den die Leis­tun­gen fi­nan­ziert, die die Kran­ken­kas­se an den Ar­beit­ge­ber er­bringt, falls die­ser mit Lohn­fort­zah­lungs­kos­ten (U1) oder mit Mut­ter­schutz­auf­wen­dun­gen (U2) be­las­tet wird. In die­sen Fällen hat der Ar­beit­ge­ber nämlich ei­nen Aus­gleichs­an­spruch ge­gen die Kran­ken­kas­se.

Die Um­la­ge U1 ist ver­pflich­tend für al­le klei­ne­ren Be­trie­be, d.h. sie ist für Be­trie­be mit ei­ner re­gelmäßigen Mit­ar­bei­ter­zahl von bis zu 30 vor­ge­schrie­ben. Die Um­la­ge U2 ist für al­le Ar­beit­ge­ber un­abhängig von der Be­triebs­größe ver­pflich­tend.

Während der Ar­beit­ge­ber bei der Um­la­ge U1 die Wahl zwi­schen ei­ner Er­stat­tung sei­ner Lohn­fort­zah­lungs­kos­ten im Um­fang von (ma­xi­mal) 80 % oder in ei­mem ge­rin­ge­ren Um­fang hat - wo­mit er zwi­schen ver­schie­den ho­hen Auf­wen­dun­gen für die Um­la­ge U1 wählen kann -, be­steht ei­ne sol­che Wahlmöglich­keit bei der Um­la­ge U2 nicht. Mit der Um­la­ge U2 ist stets ein Er­stat­tungs­an­spruch des Ar­beit­ge­bers im Um­fang von 100 % ver­bun­den, d.h. die Kran­ken­kas­se er­stat­tet dem Ar­beit­ge­ber im Ge­gen­zug zu den mit der U2 ver­bun­de­nen Be­las­tun­gen stets 100 % sei­ner Lohn­auf­wen­dun­gen im Fal­le ei­nes Beschäfti­gungs­ver­bots bzw. 100 % des von ihm während der Mut­ter­schutz­fris­ten zu tra­gen­den Zu­schus­ses zum Mut­ter­schafts­geld.

Der Bei­trags­satz für die Um­la­ge U1 hängt ab von dem Er­stat­tungs­an­spruch, den der Ar­beit­ge­ber gewählt hat, und wird im übri­gen eben­so wie der Be­trags­satz für die Um­la­ge U2 von der je­wei­li­gen Kran­ken­kas­se fest­ge­setzt.

Zusätz­lich zu den Um­la­gen U1 und U2 ist ei­ne In­sol­venz­geld­um­la­ge zu ent­rich­ten. Sie lag im Jah­re 2009 bei eher be­schei­de­nen 0,10 % des Brut­to­lohns und ist seit An­fang 2010 auf im­mer­hin 0,41 % des Brut­to­lohns an­ge­stie­gen. Für die In­sol­venz­geld­um­la­ge gel­ten die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung.

Wer muss den Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung tragen und wie wird er berechnet?

An­ders als die Beiträge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, zur Kran­ken­ver­si­che­rung, zur Pfle­ge­ver­si­che­rung und zur Ren­ten­ver­si­che­rung trägt der Ar­beit­ge­ber die Beiträge zur ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung von vorn­her­ein al­lein.

Sie wer­den auch ge­son­dert ab­geführt, nämlich ein­mal im Jahr auf­grund von An­ga­ben des Ar­beit­ge­bers über den Um­fang der im Be­trieb im Vor­jahr ge­leis­te­ten Ar­beits­stun­den. Die Grund­la­ge des Un­fall­ver­si­che­rungs­bei­trags ist da­her nicht das Brut­to­ein­kom­men der ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer.

Eben­so wie die Um­la­gen U1, U2 und die In­sol­venz­geld­um­la­ge sind die Beiträge zur Un­fall­ver­si­che­rung nicht Be­stand­teil des Ge­samt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trags.

Wie werden die Sozialabgaben in der Gleitzone berechnet?

Mit der ab dem 01.04.2003 gel­ten­den Gleit­zo­ne zwi­schen ge­ringfügi­ger Beschäfti­gung (bis zu ei­nem Ein­kom­men von höchs­tens 400,00 EUR pro Mo­nat) und re­gulärer Beschäfti­gung (ab 800,00 EUR pro Mo­nat) möch­te der Ge­setz­ge­ber er­rei­chen, daß es für die Par­tei­en des Ar­beits­ver­trags kei­nen fi­nan­zi­el­len An­reiz mehr dafür gibt, die Ge­ringfügig­keits­gren­ze von 400 EUR auf Bie­gen und Bre­chen ein­zu­hal­ten, d.h. die Beschäfti­gung bei ei­nem Um­fang von ma­xi­mal 400 EUR auch dann "ein­zu­frie­ren", wenn bei­de Ar­beits­ver­trags­par­tei­en an sich ei­ne Aus­deh­nung der Beschäfti­gung wünschen.

Der glei­ten­de Über­gang von der ge­rin­gen Be­las­tung mit Steu­ern und So­zi­al­ab­ga­ben bei 400-Eu­ro-Jobs zur nor­ma­len Be­las­tung mit Steu­ern und Ab­ga­ben ab ei­nem Ein­kom­men von 800 EUR wird so be­werk­stel­ligt:

Der Ar­beit­ge­ber zahlt den auf ihn ent­fal­len­den An­teil an den ver­schie­de­nen So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträgen voll, d.h. auf der Ba­sis des zwi­schen 400,01 EUR und 799,99 EUR lie­gen­den Brut­to­ge­hal­tes. Die auf den Ar­beit­ge­ber ent­fal­len­den So­zi­al­ab­ga­ben wer­den al­so nor­mal, d.h. nach dem ver­ein­bar­ten Brut­to­lohn des Ar­beit­neh­mers be­rech­net.

Dem­ge­genüber wird für die Bei­trags­zah­lun­gen des Ar­beit­neh­mers ein künst­lich "her­un­ter­ge­rech­ne­ter" Brut­to­lohn zu­grun­de ge­legt. Die­ser "künst­li­che" Brut­to­lohn heißt Gleit­zo­nen­ent­gelt. Die­ses ist am un­te­ren En­de der Gleit­zo­ne er­heb­lich ge­rin­ger als das wirk­li­che Ar­beits­ent­gelt bzw. der tatsächli­che Brut­to­lohn und nähert sich erst am obe­ren En­de der Gleit­zo­ne im­mer mehr dem wirk­li­chen Lohn an.

Auf­grund der Kom­pli­ziert­heit die­ser Be­rech­nung ist es prak­tisch un­umgäng­lich, bei der Lohn­ab­rech­nung für Gleit­zo­nen­ein­kom­men ei­ne Ab­rech­nungs­soft­ware zu ver­wen­den. Ein über­sicht­li­cher und wer­be­frei­er Ser­vice fin­det sich un­ter www.gleit­zo­nen­rech­ner.de.

Trotz der ab­ge­senk­ten Bei­trags­last des Ar­beit­neh­mers in der Gleit­zo­ne hat der Ar­beit­neh­mer im All­ge­mei­nen An­spruch auf sämt­li­che Leis­tun­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung. Al­ler­dings wer­den An­wart­schaf­ten auf Leis­tun­gen der Ren­ten­ver­si­che­rung nur auf der Grund­la­ge des Gleit­zo­nen­ent­gelts er­wor­ben. Da­her hat der Ar­beit­neh­mer die Möglich­keit, sei­nen Ren­ten­bei­trag zur Ver­mei­dung von Bei­trags­ausfällen frei­wil­lig auf­zu­sto­cken. Nähe­re In­for­ma­tio­nen hier­zu fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung, Mi­ni­job".

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Letzte Überarbeitung: 14. Juli 2016

Bewertung: So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag, SV-Bei­trag 5.0 von 5 Sternen (1 Bewertung)

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