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Handbuch Arbeitsrecht
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Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­pflicht

In­for­ma­tio­nen zum The­ma Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­pflicht: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht

Le­sen Sie hier, wer in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung pflicht­ver­si­chert ist, wer nicht er­fasst wird und was Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze heißt.

Im Ein­zel­nen fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, ob Er­zie­hen­de, Wehr­dienst­leis­ten­de und Zi­vil­dienst­leis­ten­de der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­pflicht un­ter­lie­gen, in wel­chem Um­fang das Ein­kom­men gut ver­die­nen­der Ar­beit­neh­mer ver­si­che­rungs­pflich­tig bzw. ver­si­che­rungs­frei ist und wann die Pflicht­ver­si­che­rung in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung be­ginnt und wann sie en­det.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Warum ist es wichtig zu wissen, ob Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung besteht?

Wie bei an­de­ren Zwei­gen der ge­setz­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung tre­ten Be­ginn und En­de des Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis­ses und die aus ihm fol­gen­den Rech­te und Pflich­ten im Nor­mal­fall au­to­ma­tisch kraft Ge­set­zes ein, d.h. un­abhängig vom Wil­len der Be­tei­lig­ten. Wer die ge­setz­lich fest­ge­leg­ten ob­jek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen der Ver­si­che­rungs­pflicht in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung erfüllt, ist in ihr ver­si­chert, auch wenn dies we­der ihm noch sei­nem Brötchen­ge­ber be­wusst ist. Dem­ent­spre­chend hängt der Ver­si­che­rungs­schutz in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung auch nicht da­von ab, dass Ver­si­che­rungs­beiträge ab­geführt wer­den.

Weil das Be­ste­hen ei­ner Ver­si­che­rungs­pflicht in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung oh­ne wei­te­res 

  • Bei­trags­pflich­ten auf Sei­ten des Ar­beit­neh­mers und des Ar­beit­ge­bers,
  • Mel­de­pflich­ten und die Pflicht zur Abführung des Ver­si­che­rungs­bei­trags auf Sei­ten des Ar­beit­ge­bers, und
  • Leis­tungs­ansprüche des Ver­si­cher­ten ge­genüber der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung

zur Fol­ge hat, ist es wich­tig zu wis­sen, in wel­chen Fällen kraft Ge­set­zes Ver­si­che­rungs­pflicht in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung be­steht bzw. nicht be­steht.

Wann sind Beschäftigte in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert?

In ers­ter Li­nie sind in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung wie in den an­de­ren Zwei­gen der ge­setz­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung die Beschäftig­ten bzw. Ar­beit­neh­mer pflicht­ver­si­chert (§ 25 Abs.1 Drit­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch - SGB III)). Sie sind der größte und wich­tigs­te ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Per­so­nen­kreis.

Für Beschäftig­te bzw. Ar­beit­neh­mer gibt es ei­ne wich­ti­ge Ein­schränkung: Ge­ringfügig Beschäftig­te („Mi­ni­job­ber“) sind in der Re­gel ver­si­che­rungs­frei, d.h. für sie müssen kei­ne Beiträge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ge­zahlt wer­den. Ab­wei­chend von § 8 Abs.2 Satz 1 Vier­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IV) wer­den da­bei Mi­ni­jobs und ei­ne nicht ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung nicht zu­sam­men­ge­rech­net.

Ver­si­che­rungs­pflich­tig sind ge­ringfügig Beschäftig­te nur un­ter spe­zi­el­len Vor­aus­set­zun­gen, nämlich wenn sie

  • im Rah­men be­trieb­li­cher Be­rufs­bil­dung,
  • gemäß dem Ju­gend­frei­wil­li­gen­dienst­ge­setz,
  • we­gen Kurz­ar­beit,
  • we­gen stu­fen­wei­ser Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­beits­unfähig­keit oder
  • bei Ar­beits­unfähig­keit

als Mi­ni­job­ber tätig sind (§ 27 Abs.2 Satz 2 SGB III).

Welche Entgeltersatzleistungen führen zur Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung?

Ei­ne wei­te­re wich­ti­ge Grup­pe der Ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen sind Per­so­nen, die

  • Mut­ter­schafts­geld,
  • Kran­ken­geld,
  • Ver­sor­gungs­kran­ken­geld,
  • Ver­letz­ten­geld,
  • Über­g­angs­geld,
  • Kran­ken­ta­ge­geld oder ei­ne
  • Ren­te we­gen vol­ler Er­werbs­min­de­rung

be­zie­hen. Wer die­se Ent­gel­ter­satz­leis­tun­gen be­zieht, ist in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ver­si­chert. Vor­aus­ge­setzt ist da­bei al­ler­dings, dass er un­mit­tel­bar vor dem Be­zug der So­zi­al­leis­tung

  • ver­si­che­rungs­pflich­tig war, d. h. im Re­gel­fall ei­ne Beschäfti­gung aus­geübt hat, oder
  • ei­ne lau­fen­de Ent­gel­ter­satz­leis­tung nach dem SGB III be­zo­gen hat, al­so Ar­beits­lo­sen­geld, Über­g­angs­geld, Kurz­ar­bei­ter­geld, In­sol­venz­geld oder ähn­li­ches, oder
  • Teil­neh­mer ei­ner Ar­beits­be­schaf­fungs­maßnah­me war, die ei­ne be­ste­hen­de Ver­si­che­rungs­pflicht oder den Be­zug ei­ner lau­fen­den Ent­gel­ter­satz­leis­tung nach SGB III un­ter­bro­chen hat (§ 26 Abs.2 SGB III).

Im Er­geb­nis heißt das: Wer ei­ne ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäfti­gung ausübt und da­nach die o. g. Ent­gel­ter­satz­leis­tun­gen außer­halb des SGB III, oder wer lau­fen­de Ent­gel­ter­satz­leis­tung nach dem SGB III be­zieht und da­nach die o. g. Ent­gel­ter­satz­leis­tun­gen außer­halb des SGB III be­kommt, bleibt ver­si­che­rungs­pflich­tig auch während des Be­zugs von Ent­gel­ter­satz­leis­tun­gen außer­halb des SGB III, d. h. während des Be­zugs von Mut­ter­schafts­geld, Kran­ken­geld etc.

Unterliegen Erziehende, Wehrdienstleistende und Zivildienstleistende der Versicherungspflicht?

Per­so­nen, die Kin­der er­zie­hen, sind gemäß § 26 Abs.2a SGB III eben­falls ver­si­che­rungs­pflich­tig. Ge­meint sind Per­so­nen, die ihr Kind oder das Kind ih­res Ehe­gat­ten bzw. Le­bens­part­ners er­zie­hen, falls das Kind nicht älter als drei Jah­re ist. Die Ver­si­che­rungs­pflicht tritt un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen wie die Ver­si­che­rungs­pflicht bei Empfängern der o. g. Ent­gel­ter­satz­leis­tun­gen ein (vor­an­ge­gan­ge­ne Beschäfti­gung oder vor­an­ge­gan­ge­ner Be­zug ei­ner Ent­gel­ter­satz­leis­tung nach SGB III oder vor­an­ge­gan­ge­ne Teil­nah­me an ei­ner Ar­beits­be­schaf­fungs­maßnah­me). Er­zie­hen meh­re­re Per­so­nen ih­re Kin­der ge­mein­sam, so muss die Er­zie­hungs­zeit ei­nem Er­zie­hen­den zu­ge­ord­net wer­den (vgl. §§ 26 Abs.2a Satz 3 SGB III; 56 Abs.2 SGB VI).

Auch Wehr­dienst­leis­ten­de und Zi­vil­dienst­leis­ten­de sind ver­si­che­rungs­pflich­tig in der ge­setz­li­chen Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (§ 26 Abs.1 Nr.2 SGB III). Dies gilt auch für be­stimm­te Ju­gend­li­che (§ 26 Abs.1 Nr.1 SGB III), für Ge­fan­ge­ne (§ 26 Abs.1 Nr.4 SGB III) und für Per­so­nen, die als - nicht sat­zungsmäßige - Mit­glie­der geist­li­cher Ge­nos­sen­schaf­ten oder ähn­li­cher re­li­giöser Ge­mein­schaf­ten für den dor­ti­gen Dienst außer­schu­lisch aus­ge­bil­det wer­den (§ 26 Abs.1 Nr.5 SGB III).

Sind besserverdienende Arbeitnehmer versicherungsfrei?

Nein. Auch Ar­beit­neh­mer, die ein ver­gleichs­wei­se ho­hes Ein­kom­men be­zie­hen, blei­ben bei­trags­pflich­tig in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung. Al­ler­dings un­ter­liegt ihr Ein­kom­men nur zu ei­nem be­stimm­ten Teil der Bei­trags­pflicht, d.h. es gibt ei­ne sog. Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze (§ 341 Abs.3 SGB III).

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ist mit der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung iden­tisch. Sie be­trug im Jah­re 2009 bei ei­ner Beschäfti­gung in den al­ten Bun­desländern 6.650 EUR brut­to mo­nat­lich bzw. 79.800 EUR brut­to jähr­lich und bei ei­ner Beschäfti­gung in den neu­en Bun­desländern 5.600 EUR brut­to mo­nat­lich bzw. 67.200 EUR brut­to jähr­lich.

BEISPIEL: Ein lei­ten­der An­ge­stell­ter be­zieht im Jah­re 2009 ein Mo­nats­ge­halt von 8.650 EUR brut­to und ein dem­ent­spre­chen­des Jah­res­ge­halt von 103.800 EUR brut­to. Dann un­ter­lie­gen nur gut drei Vier­tel sei­nes Ein­kom­mens der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, so dass der Ver­si­che­rungs­bei­trag auch nur be­zo­gen auf die­sen Teil sei­nes Ein­kom­mens be­rech­net und ab­geführt wird, nämlich be­zo­gen auf 6.650 EUR brut­to mo­nat­lich bzw. 79.800 EUR jähr­lich. Der die­sen Be­trag über­stei­gen­de Teil des Ein­kom­mens bleibt in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ver­si­che­rungs­frei, so dass im Ver­si­che­rungs­fall (Ar­beits­lo­sig­keit) dafür kein Ar­beits­lo­sen­geld ge­zahlt wird.

Kann man eine „freiwillige Pflichtversicherung“ in der Arbeitslosenversicherung begründen?

Auch wenn es auf den ers­ten Blick wi­der­sin­nig er­scheint: Es gibt die Möglich­keit, die Ver­si­che­rungs­pflicht frei­wil­lig, nämlich durch ei­nen An­trag, zu be­gründen. Man spricht hier von ei­ner "frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung" gemäß § 28a SGB III.

Be­rech­tigt sind da­zu Pfle­ge­per­so­nen, die ei­nen An­gehöri­gen, der Leis­tun­gen der so­zia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung oder gleich­ar­ti­ge Leis­tun­gen be­zieht, min­des­tens 14 St­un­den pro Wo­che pfle­gen. Frei­wil­lig wei­ter­ver­si­chern las­sen können sich auch Per­so­nen, die ei­ne selbständi­ge Tätig­keit von min­des­tens 15 St­un­den wöchent­lich auf­neh­men und ausüben. Hin­ter die­sen bei­den Re­ge­lun­gen steht die Über­le­gung, dass sol­che Tätig­kei­ten be­son­de­re An­er­ken­nung - hier in Form der Möglich­keit der Ab­si­che­rung in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung - ver­die­nen. Auch Beschäftig­te, die außer­halb der EU ein­ge­setzt wer­den, können ei­nen An­trag auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung stel­len.

Der An­trag muss spätes­tens ei­nen Mo­nat nach Be­ginn der o.g. Tätig­kei­ten ge­stellt wer­den. Im Fal­le der frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung bei ei­ner Pfle­ge­zeit genügt es, wenn der An­trag in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach dem En­de der Pfle­ge­zeit ge­stellt wird (§ 28a Abs.1 S.2 und S.3 SGB III).

Wer wird von der Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung nicht erfasst?

Ver­si­che­rungs­frei trotz re­gelmäßiger Er­werbstätig­keit sind - ne­ben schon erwähn­ten ge­ringfügig Beschäftig­ten - in ers­ter Li­nie Beschäftig­te in öffent­lich-recht­li­chen Dienst­verhält­nis­sen, ins­be­son­de­re

  • Be­am­te,
  • Rich­ter,
  • Sol­da­ten auf Zeit und Be­rufs­sol­da­tem so­wie
  • „sons­tig Beschäftig­te“ öffent­lich-recht­li­cher Körper­schaf­ten, wenn sie im Krank­heits­fall nach be­am­ten­recht­li­chen leis­tungs­be­rech­tigt sind (§ 27 Abs.1 Nr.1 SGB III).

Auch haupt­be­ruf­li­che Leh­rer, Geist­li­che und sat­zungsmäßige Mit­glie­der von geist­li­chen Ge­nos­sen­schaf­ten so­wie Dia­ko­nis­sen sind ver­si­che­rungs­frei (§ 27 Abs.1 Nr.2, 3 und 4 SGB III). Dies gilt auch für Mit­glie­der des Vor­stands ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft: Das Un­ter­neh­men (Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder Kon­zern­un­ter­neh­men), des­sen Vor­stand sie an­gehören, muss für sei­ne Vorstände kei­ne Beiträge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung abführen (§ 27 Abs.1 Nr.5 SGB III).

Wich­ti­ge Aus­nah­men von der - an­sons­ten recht weit­rei­chen­den - Ver­si­che­rungs­pflicht be­tref­fen fer­ner Schüler all­ge­mein­bil­den­der Schu­len und Stu­den­ten an Hoch- oder Fach­hoch­schu­len nach Maßga­be des § 27 Abs.4 SGB III. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts (BSG) kommt es da­bei nicht auf die Im­ma­tri­ku­la­ti­on an, son­dern auf das "Er­schei­nungs­bild" (BSG, Ur­teil vom 23.02.1988, 12 RK 36/87). Da­bei wird maßgeb­lich auf den Ein­satz der Ar­beits­kraft während des Se­mes­ters ab­ge­stellt. Wer mehr als die Hälf­te der ihm zur Verfügung ste­hen­den Zeit ar­bei­tet und da­her nicht stu­diert, ist in al­ler Re­gel kein Stu­dent im Sin­ne des SGB III, son­dern ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Ar­beit­neh­mer.

Ver­si­che­rungs­frei sind auch Ar­beit­neh­mer, die alt ge­nug sind, um Re­gel­al­ters­ren­te zu be­an­spru­chen (§ 28 Abs.1 Nr.1 SGB III). Der Ver­si­che­rungs­frei­heit ent­spricht, dass Ar­beit­neh­mer ab die­sem Al­ter gemäß § 136 Abs.2 SGB III (früher: § 117 Abs.2 SGB III) kei­nen An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld mehr ha­ben. Der Ar­beit­ge­ber muss je­doch aus Wett­be­werbs­gründen wei­ter sei­nen (hälf­ti­gen) An­teil zah­len, § 346 Abs.3 SGB III.

Ver­si­che­rungs­frei sind außer­dem

  • Beschäftig­te, de­ren Tätig­keit als Ar­beits­be­schaf­fungs­maßnah­me oder mit ei­nem Beschäfti­gungs­zu­schuss gefördert wer­den (§ 27 Abs.3 Nr.5 und 6 SGB III),
  • unständi­ge Beschäfti­ge, d.h. Per­so­nen, de­ren Beschäfti­gungs­verhält­nis we­ni­ger als ei­ne Wo­che dau­ert (§ 27 Abs.3 Nr.1 SGB III),
  • Heim­ar­bei­ter (§ 27 Abs.3 Nr.2 SGB III) und
  • be­stimm­te ausländi­sche Ar­beit­neh­mer bei be­ruf­li­cher Aus- oder Fort­bil­dung (§ 27 Abs.3 Nr.3 SGB III).

Ver­si­che­rungs­frei sind auch eh­ren­amt­li­che Bürger­meis­ter und Bei­ge­ord­ne­te (§ 27 Abs.3 Nr.4 SGB III) so­wie Per­so­nen, de­nen ein An­spruch auf Ren­te we­gen vol­ler Er­werbs­min­de­rung aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu­steht (§§ 28 Abs.1 Nr.3, Abs.2 SGB III, 43 SGB VI).

Wann beginnt und wann endet die Pflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung?

Die Fra­ge, wann ein Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis in der ge­setz­li­chen Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung be­ginnt und en­det, rich­tet sich nach § 24 Abs.2 bis Abs.4 SGB III.

Bei Beschäftig­ten be­ginnt das Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis am Tag des Ein­tritts in das Beschäfti­gungs­verhält­nis, d.h. in der Re­gel mit der tatsächli­chen Ar­beits­auf­nah­me. Dem­ent­spre­chend en­det das Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis mit dem Aus­schei­den aus dem Beschäfti­gungs­verhält­nis.

Bei frei­wil­lig Wei­ter­ver­si­cher­ten be­ginnt das Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis frühes­tens mit dem Tag des An­trags­ein­gan­ges bzw. später, wenn die Vor­aus­set­zun­gen der Ver­si­che­rungs­pflicht erst später erfüllt sind (§ 28a Abs.2 S.1 SGB III). Die­se Ver­si­che­rungs­pflicht en­det bei frei­wil­li­ger Pflicht­ver­si­che­rung gemäß § 28a Abs.2 SGB III,

  • wenn der Ver­si­che­rungs­be­rech­tig­te ei­ne Ent­gel­ter­satz­leis­tung nach SGB III be­zieht (s.o.),
  • mit Ab­lauf des Ta­ges, an dem Ver­si­che­rungs­be­rech­tig­te das letz­te Mal zu ei­nem der be­rech­tig­ten Per­so­nen­krei­se gehört,
  • wenn der Ver­si­che­rungs­be­rech­tig­te mit der Bei­trags­zah­lung länger als drei Mo­na­te in Ver­zug ist (re­gelmäßige Zah­lun­gen sind al­so wich­tig),
  • bei Selbständi­gen und Beschäftig­ten außer­halb der EU En­de 2010,
  • wenn der Ver­si­che­rungs­be­rech­tig­te be­ginnt, zum Per­so­nen­kreis der Ver­si­che­rungs­frei­en zu gehören.

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Letzte Überarbeitung: 1. November 2016

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