Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Per­so­nen­be­ding­te Kün­di­gung bei lan­ger Haft­stra­fe

Per­so­nen­be­ding­te Kün­di­gung: Bei mehr als zwei Jah­ren Haft in der Re­gel zu­läs­sig: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.03.2011, 2 AZR 790/09
19.04.2011. Fällt ein Ar­beits­ver­hält­nis un­ter das Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG), kann es nur ge­kün­digt wer­den, wenn be­triebs­be­ding­te, ver­hal­tens­be­ding­te oder per­so­nen­be­ding­te Grün­de da­für vor­lie­gen (§ 1 Abs. 2 KSchG). Vor­aus­set­zung für ei­ne per­so­nen­be­ding­te Kün­di­gung ist, dass der Ar­beit­neh­mer we­gen sei­ner in­di­vi­du­el­len Ei­gen­schaf­ten und Fä­hig­kei­ten sei­ne Ar­beits­leis­tung nicht (mehr) er­brin­gen kann. Der prak­tisch häu­figs­te Fall ist da­bei ei­ne Kün­di­gung we­gen Krank­heit.

Ein per­so­nen­be­ding­ter Kün­di­gungs­grund kann auch ei­ne lan­ge Haft­stra­fe sein, selbst wenn die Straf­tat an sich kei­nen Be­zug zum Ar­beits­ver­hält­nis hat. Das gilt aber nur, wenn es dem Ar­beit­ge­ber un­zu­mut­bar ist, auf den Ar­beit­neh­mer all­zu lan­ge zu war­ten. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat­te vor kur­zem zu klä­ren, wie lan­ge sich der Ar­beit­ge­ber ge­dul­den muss, bis er den Ar­beits­platz des Ar­beit­neh­mers neu be­set­zen kann (Ur­teil vom 24.03.2011, 2 AZR 790/09).

Im Streit­fall war ein Me­cha­ni­ker zu vier Jah­ren im ge­schlos­se­nen Voll­zug ver­ur­teilt wor­den. Er er­hielt des­halb ei­ne per­so­nen­be­ding­te Kün­di­gung und wehr­te sich mit ei­ner Kün­di­gungs­schutz­kla­ge. Die­se hat­te vor dem Ar­beits­ge­richt Braun­schweig kei­nen Er­folg, da­für aber vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen (Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 27.05.2009, 2 Sa 1261/08). Das BAG hielt die Kün­di­gung wie­der­um für wirk­sam. Mehr als zwei Jah­re War­te­zeit sind bei Haft­stra­fen nicht zu­mut­bar, so das Ge­richt.

Fa­zit: Wer au­ßer­halb sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses ei­ne Straf­tat be­geht und des­halb ei­ne Frei­heits­stra­fe ver­büßt, ist selbst da­für ver­ant­wort­lich, dass er nicht ar­bei­ten kann. Der Ar­beit­ge­ber muss zwar an ei­nem Frei­gän­ger­sta­tus mit­wir­ken und ei­ne nicht all­zu lan­ge War­te­zeit über­brü­cken. Ist das Haf­ten­de oder der Frei­gang in wei­ter Fer­ne, muss der Ar­beit­ge­ber die Zeit aber nicht mit "ab­sit­zen". Bei ei­ner Ver­ur­tei­lung zu mehr als zwei Jah­ren kann der Ar­beits­platz in der Re­gel neu be­setzt wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Hin­weis: In der Zwi­schen­zeit, d.h. nach Er­stel­lung die­ses Ar­ti­kels, hat das Ge­richt sei­ne Ent­schei­dungs­grün­de schrift­lich ab­ge­fasst und ver­öf­fent­licht. Die Ent­schei­dungs­grün­de im Voll­text fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. Juli 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880