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Ver­bes­se­run­gen beim El­tern­geld

Teil­zeit in der El­tern­zeit wird künf­tig durch das El­tern­geld Plus und ei­nen Part­ner­schafts­bo­nus fi­nan­zi­ell bes­ser ab­ge­si­chert: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Ein­füh­rung des El­tern­geld Plus mit Part­ner­schafts­bo­nus und ei­ner fle­xi­ble­ren El­tern­zeit im Bun­des­el­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­setz

28.11.2014. Nach den Ziel­vor­stel­lun­gen der Po­li­tik soll­ten jun­ge El­tern die Kin­der­be­treu­ung in den ers­ten Le­bens­jah­ren zu mög­lichst glei­chen Zeit­an­tei­len über­neh­men.

Die der­zei­ti­ge Fas­sung des Bun­des­el­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­set­zes (BEEG) sieht da­für nur die zwei Mo­na­te „Va­ter­el­tern­geld“ vor, d.h. zwei wei­te­re Mo­na­te El­tern­geld für den­je­ni­gen El­tern­teil, der die üb­ri­gen ma­xi­ma­le zwölf Mo­na­te El­tern­geld nicht in An­spruch nimmt.

Die­se ge­setz­li­chen An­sprü­chen wer­den künf­tig durch das „El­tern­geld Plus“ er­gänzt. Au­ßer­dem wird es ei­nen Part­ner­schafts­bo­nus ge­ben, d.h. ei­nen spe­zi­el­len fi­nan­zi­el­len An­reiz für Paa­re, die wäh­rend der El­tern­zeit bei­de in Teil­zeit ar­bei­ten, und zwar mit min­des­tens 25 und mit höchs­tens 30 St­un­den pro Wo­che.

Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Ein­füh­rung des El­tern­geld Plus mit Part­ner­schafts­bo­nus und ei­ner fle­xi­ble­ren El­tern­zeit im Bun­des­el­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­setz, Be­schluss­emp­feh­lung und Be­richt des Aus­schus­ses für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frau­en und Ju­gend (13. Aus­schuss), vom 05.11.2014, Bun­des­tag Drucks. 18/3086.

Elterngeld Plus

Bis­lang können El­tern für höchs­tens 14 Mo­na­te El­tern­geld be­zie­hen. Die­se 14 Mo­na­te können sie im Prin­zip be­lie­big un­ter­ein­an­der auf­tei­len, doch muss ein El­tern­teil min­des­tens zwei und höchs­tens zwölf Mo­na­te in An­spruch neh­men, d.h. die zusätz­li­chen zwei Mo­na­te gibt es nur, wenn auch der „an­de­re“ El­tern­teil - prak­tisch al­so meist der Va­ter - eben­falls min­des­tens zwei Mo­na­te im Be­ruf pau­siert und sein Kind be­treut.

Be­reits jetzt ist Teil­zeit in der El­tern­zeit möglich, d.h. wer sei­ne Ar­beits­zeit ver­rin­gert und da­bei nicht mehr als höchs­tens 30 St­un­den pro Wo­che ar­bei­tet, gilt als „nicht voll er­werbstätig“ und kann El­tern­geld be­zie­hen (§ 1 Abs.6 BEEG). Al­ler­dings soll das El­tern­geld als Lohn­er­satz­leis­tung nur den Ver­dienst­aus­fall aus­glei­chen, der durch die be­treu­ungs­be­ding­te Ar­beits­zeit­re­du­zie­rung ent­steht.

Wer da­her sechs Mo­na­te nach der Ge­burt wie­der mit 20 statt bis­her 40 St­un­den zur Ar­beit geht, hat ei­nen An­spruch auf El­tern­geld für den dar­aus ent­ste­hen­den (hälf­ti­gen) Ver­dienst­aus­fall. Die­ser An­spruch be­steht für sechs Mo­na­te, d.h. der An­spruchs­be­rech­tig­te ver­braucht vol­le sechs (von zwölf) „El­tern­geld­mo­na­te“. Im Er­geb­nis neh­men jun­ge Mütter, wenn sie während ih­rer zwölf El­tern­geld­mo­na­te in Teil­zeit ar­bei­ten, ih­ren El­tern­geld­an­spruch nur teil­wei­se wahr bzw. ver­schen­ken ih­ren An­spruch zum Teil.

Das ändert sich künf­tig durch das El­tern­geld Plus. Nach § 4 Abs.3 BEEG (neue Fas­sung) kann man an­stel­le ei­nes nor­ma­len El­tern­geld­mo­nats („Ba­sis­el­tern­geld“) zwei Mo­na­te El­tern­geld Plus be­an­tra­gen, wo­bei das El­tern­geld Plus pro Mo­nat ma­xi­mal die Hälf­te des nor­ma­len El­tern­gel­des beträgt, das man er­hal­ten würde, wenn man gar nicht ar­bei­ten würde.

Durch das El­tern­geld Plus ste­hen sich in Teil­zeit ar­bei­ten­de El­tern künf­tig bes­ser, denn sie wer­den fi­nan­zi­ell so be­han­delt, als würden sie gar nicht ar­bei­ten, nur dass sie den rech­ne­risch vol­len El­tern­geld­an­spruch auf die dop­pel­te Be­zugs­zeit stre­cken und da­mit voll ausschöpfen können, was bis­her nicht möglich war.

Nach ei­nem Re­chen­bei­spiel des Fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­ums hätte ei­ne Ar­beit­neh­me­rin mit ei­nem Net­to­lohn von 1.400 EUR vor der Ge­burt ei­nen mo­nat­li­chen An­spruch auf El­tern­geld in Höhe von (1.400 x 0,65 =) 910 EUR, den sie aber bis­her nicht ausschöpfen kann, wenn sie ei­ne Teil­zeittätig­keit ausübt und dafür 400 EUR mo­nat­lich erhält. Denn die 400 EUR wer­den ihr von ih­rem Ein­kom­mens­ver­lust (1.400 EUR) ab­ge­zo­gen, so dass das El­tern­geld nur den ver­min­der­ten Ein­kom­mens­ver­lust von (1.400 - 400 =) 1.000 EUR aus­gleicht, d.h. in Höhe von (1.000 x 0,65 =) 650 EUR mo­nat­lich.

Statt der mo­nat­li­chen 650,00 EUR Ba­sis­el­tern­geld ist es für die Mut­ter in die­sem Bei­spiel künf­tig güns­ti­ger, El­tern­geld Plus zu be­an­tra­gen. Denn das beträgt im Prin­zip 2 x 650,00 EUR, ist al­ler­dings auf den Ma­xi­mal­be­trag des­sen ge­de­ckelt, was die Mut­ter für ei­nen Mo­nat er­hal­ten hätte, wenn sie gar nicht ge­ar­bei­tet hätte. Das wären hier im Bei­spiel (1.400 x 0,65 =) 910 EUR. Im Er­geb­nis erhält sie statt 650 EUR pro Mo­nat (910 : 2 =) 455 EUR, die­sen Be­trag aber für zwei Mo­na­te. Dar­aus er­gibt sich nicht nur ei­ne länge­re Be­zugs­dau­er, son­dern auch ei­ne höhe­re Ge­samt­leis­tung, die hier im Bei­spiel (910 - 455 =) 260 EUR pro El­tern­geld­mo­nat bzw. pro Dop­pel­mo­nat El­tern­geld Plus beträgt.

Während das El­tern­geld bzw. „Ba­sis­el­tern­geld“ wie bis­her nur während der ers­ten 14 Mo­na­te nach der Ge­burt des Kin­des be­zo­gen wer­den kann, be­steht die­se Be­schränkung beim El­tern­geld Plus nicht.

Mit dem El­tern­geld Plus wird Teil­zeit während der El­tern­zeit at­trak­ti­ver, vor al­lem auch des­halb, weil es mit dem Ba­sis­el­tern­geld be­lie­big kom­bi­niert wer­den kann. So kann ei­ne jun­ge Mut­ter z.B. die ers­ten sechs Mo­na­te nach der Ge­burt zu Hau­se blei­ben und Ba­sis­el­tern­geld be­zie­hen und da­nach in Teil­zeit ar­bei­ten, wofür ihr dann wei­te­re zwölf Mo­na­te El­tern­geld Plus zu­ste­hen. Am En­de der 18 Mo­na­te hat sie dann den vol­len Be­trag des El­tern­gel­des aus­geschöpft, den sie er­hal­ten hätte, wenn sie zwölf Mo­na­te vollständig pau­siert hätte.

Partnerschaftsbonus

Über die zwölf bzw. ma­xi­mal 14 Mo­na­te El­tern­geld hin­aus bzw. über die 24 bzw. ma­xi­mal 28 Mo­na­te El­tern­geld Plus hin­aus hat gemäß § 4 Abs.4 Satz 3 BEEG (neue Fas­sung) je­der El­tern­teil An­spruch auf vier wei­te­re Mo­nats­beträge El­tern­geld Plus als „Part­ner­schafts­bo­nus“, wenn bei­de El­tern­tei­le zu­sam­men vier Mo­na­te hin­ter­ein­an­der in Teil­zeit ar­bei­ten, und zwar min­des­tens 25 und höchs­tens 30 St­un­den pro Wo­che.

Während das El­tern­geld (ein­sch­ließlich der zwei zusätz­li­chen Part­ner­mo­na­te) und das El­tern­geld Plus bei­den El­tern ge­mein­sam zu­steht, wer­den die vier Mo­na­te Part­ner­schafts­bo­nus je­dem El­tern­teil für sich gewährt, d.h. im Er­geb­nis wer­den acht mo­nat­li­che Lohn­er­satz­leis­tun­gen gewährt. Al­ler­dings müssen die El­tern dafür ei­ne deut­lich über ei­ner hal­ben Stel­le lie­gen­de Wo­chen­stun­den­zahl ab­leis­ten, so dass sich die aus­zu­glei­chen­den Ge­halts­ein­bußen von vorn­her­ein in Gren­zen hal­ten.

Nimmt man ei­ne 40-St­un­den­wo­che als Maßstab für ei­ne vol­le Stel­le, müssen bei­de El­tern­tei­le während des vier­mo­na­ti­gen Part­ner­schafts­bo­nus­be­zugs im Um­fang von 62,5 bis 75 Pro­zent ei­ner Voll­zeit­stel­le er­werbstätig sein. Um den Part­ner­schafts­bo­nus zu er­hal­ten, müssen die El­tern hier an ei­nem Strick zie­hen, d.h. bei­de müssen

  • gleich­zei­tig
  • min­des­tens vier Mo­na­te hin­ter­ein­an­der
  • in Teil­zeit ar­bei­ten, und zwar
  • min­des­tens 25 St­un­den und höchs­tens 30 St­un­den pro Wo­che.

Mit dem Part­ner­schafts­bo­nus ver­bin­det der Ge­setz­ge­ber das Ziel, dass sich die El­tern ge­gen En­de der El­tern­zeit auf ei­ne bei­der­seits re­du­zier­te Ar­beits­zeit als Dau­erlösung ei­ni­gen. Da­durch soll ver­hin­dert wer­den, dass der Va­ter, nach­dem er bes­ten­falls zwei Mo­na­te Va­ter­el­tern­zeit in An­spruch ge­nom­men hat, wie­der zu sei­ner al­ten Voll­zeit­stel­le zurück­kehrt, während sich die Mut­ter für ei­ne dau­er­haf­te Teil­zeit mit eher ge­rin­gem Wo­chen­stun­den­um­fang ent­schei­det.

Flexibilisierung von Elterngeld und Elternzeit

Die neue Be­zugs­va­ri­an­te „El­tern­geld Plus“ führt zu­sam­men mit dem Part­ner­schafts­bo­nus da­zu, dass das El­tern­geld von je­der Fa­mi­lie in et­was an­de­rer Wei­se in An­spruch ge­nom­men, d.h. bau­kas­tenmäßig zu­sam­men­ge­setzt wer­den kann.

So können sich die El­tern z.B. dafür ent­schei­den, dass bei­de nach der Ge­burt zwei Mo­na­te pau­sie­ren und El­tern­geld (Mut­ter) bzw. Part­ner­mo­na­te (Va­ter) in An­spruch neh­men, dass so­dann die Mut­ter vier Mo­na­te zu Hau­se bleibt und El­tern­geld be­an­sprucht und da­nach (statt der ver­blei­ben­den sechs Mo­na­te El­tern­geld) zwölf Mo­na­te El­tern­geld Plus als teil­zeit­be­glei­ten­de Ab­si­che­rung in An­spruch nimmt. Nach­dem sie auf die­se Wei­se 18 (!) Mo­na­te lang El­tern­geld bzw. El­tern­geld Plus be­zo­gen ha­ben, können die El­tern wei­te­re vier Mo­na­te lang den Part­ner­schafts­bo­nus in An­spruch neh­men, vor­aus­ge­setzt natürlich, sie erfüllen ge­mein­sam die ent­spre­chen­den Teil­zeit­vor­ga­ben.

Ei­ne an­de­re Be­zugs­va­ri­an­te könn­te so aus­se­hen, dass zunächst die Mut­ter im An­schluss an die Ge­burt zwölf Mo­na­te pau­siert und El­tern­geld be­zieht, dass der Va­ter so­dann sei­ne zwei zusätz­li­chen Part­ner­mo­na­te in Form von vier Mo­na­ten El­tern­zeit Plus in An­spruch nimmt und dass die El­tern nach die­sen 16 Mo­na­ten vier Mo­na­te lang den Part­ner­schafts­bo­nus nut­zen.

Da die vier Mo­na­te Part­ner­schafts­bo­nus be­reits während der ers­ten zwölf bzw. 14 Le­bens­mo­na­te des Kin­des und die zwei zusätz­li­chen Part­ner­mo­na­te zu un­ter­schied­li­chen Zei­ten in An­spruch ge­nom­men wer­den können, sind vie­le an­de­re Ge­stal­tun­gen denk­bar.

Nach bis­he­ri­ger Rechts­la­ge (§ 15 Abs.2 Satz 4 BEEG, al­te Fas­sung) konn­te ein An­teil der El­tern­zeit von bis zu zwölf Mo­na­ten mit Zu­stim­mung des Ar­beit­ge­bers auf die Zeit bis zur Voll­endung des ach­ten Le­bens­jah­res des Kin­des über­tra­gen wer­den. Künf­tig entfällt die Zu­stim­mungs­pflicht und der über­trag­ba­re Zeit­raum wird auf 24 Mo­na­te aus­ge­wei­tet. An­stel­le die­ser Re­ge­lung heißt es künf­tig in § 15 Abs.2 Satz 2 (neue Fas­sung), dass ein El­tern­zeit­an­teil von bis zu 24 Mo­na­ten zwi­schen dem drit­ten Ge­burts­tag und dem voll­ende­ten ach­ten Le­bens­jahr des Kin­des in An­spruch ge­nom­men wer­den kann.

Da die Über­tra­gung ei­nes El­tern­zeit­an­teils auf die Zeit nach dem drit­ten Ge­burts­tag des Kin­des künf­tig nicht mehr von der Zu­stim­mung des Ar­beit­ge­bers abhängt, wird die Re­ge­lung über die sie­benwöchi­ge Ankündi­gungs­frist (§ 16 Abs.1 Satz 1 BEEG) ergänzt um ei­ne drei­zehnwöchi­ge Ankündi­gungs­frist für den Fall, dass der Ar­beit­neh­mer El­tern­zeit für die Zeit nach dem drit­ten Ge­burts­tag des Kin­des ver­langt.

Auch für die Teil­zeit in der El­tern­zeit gel­ten künf­tig zwei ver­schie­de­ne Ankündi­gungs­fris­ten, nämlich ei­ne sie­benwöchi­ge Frist, wenn die Teil­zeit bis zum drit­ten Ge­burts­tag des Kin­des ge­nom­men wer­den soll, und ei­ne drei­zehnwöchi­ge Frist, wenn die Teil­zeit da­nach ge­nom­men wer­den soll (§ 15 Abs.7 Satz 1 Nr.5 BEEG, neue Fas­sung).

Während die El­tern­zeit bis­her nur auf zwei Ab­schnit­te ver­teilt wer­den konn­te (§ 16 Abs.1 Satz 5 BEEG, al­te Fas­sung), sind es künf­tig drei Ab­schnit­te (§ 16 Abs.1 Satz 6 BEEG, neue Fas­sung). Be­gründet wird die­se Aus­wei­tung des El­tern­zeit­an­spruchs da­mit, dass die Über­trag­bar­keit von 24 Mo­na­ten auf die Zeit ab dem drit­ten Ge­burts­tag des Kin­des sonst oft leer­lau­fen würde, da in sol­chen Fällen oft schon in den ers­ten drei Le­bens­jah­ren zwei Ab­schnit­te der El­tern­zeit in An­spruch ge­nom­men wor­den sind.

Vereinbarung einer Teilzeit in der Elternzeit

Nach der bis­he­ri­gen Fas­sung von § 15 Abs.7 BEEG hat­te es für den Ar­beit­ge­ber kei­ne nach­tei­li­gen Fol­gen, wenn er zu ei­nem An­trag auf Teil­zeit in der El­tern­zeit kei­ne Erklärun­gen ab­gab. Denn dann muss­te der Ar­beit­neh­mer vor Ge­richt zie­hen, um sei­nen Teil­zeit­an­spruch durch­zu­set­zen.

Dem­ge­genüber muss der Ar­beit­ge­ber nach der Neu­fas­sung von § 15 Abs.7 Satz 5 BEEG spätes­tens in­ner­halb von vier Wo­chen (Teil­zeit in den ers­ten drei Le­bens­jah­ren des Kin­des) bzw. spätes­tens in­ner­halb von acht Wo­chen (Teil­zeit nach den ers­ten drei Le­bens­jah­ren des Kin­des), je­weils ge­rech­net ab dem Ein­gang des Teil­zeit­an­trags, den An­trag auf Teil­zeit in der El­tern­zeit schrift­lich ab­leh­nen, da er sonst als ge­neh­migt an­zu­se­hen ist. Ei­ne ent­spre­chen­de Re­ge­lung gilt für die Wünsche des Ar­beit­neh­mers in Be­zug auf die Ver­tei­lung der ver­rin­ger­ten Ar­beits­zeit (§ 15 Abs.7 Satz 6 BEEG, neue Fas­sung).

Mit die­ser Ge­set­zesände­rung wer­den die Vor­schrif­ten des BEEG über ei­ne Teil­zeit in der El­tern­zeit den Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen im Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) an­genähert, die eben­falls ei­nen An­spruch auf Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung ent­hal­ten (§ 8 Abs.5 Tz­B­fG)

Elterngeld für Zwillinge

§ 1 Abs.1 BEEG, der die Vor­aus­set­zun­gen für den El­tern­geld­an­spruch fest­legt, enthält künf­tig als Satz 2 ei­nen klar­stel­len­den Zu­satz, dem zu­fol­ge bei Mehr­lings­ge­bur­ten nur ein An­spruch auf El­tern­geld be­steht.

Mit die­ser Re­ge­lung be­zieht sich auf zwei Ur­tei­le des Bun­des­so­zi­al­ge­richts (BSG), mit dem das BSG ent­schie­den hat­te, dass der An­spruch auf El­tern­geld bei Zwil­lin­gen je­weils pro El­tern­teil ge­son­dert und so­mit zwei­mal ent­steht, wenn bei­de El­tern zur Be­treu­ung ih­rer Kin­der be­ruf­lich pau­sie­ren (BSG, Ur­teil vom 27.06.2013, B 10 EG 8/12 R, und BSG, Ur­teil vom 27.06.2013, B 10 EG 3/12 R).

Die­ser Ge­set­zes­aus­le­gung hat der Ge­setz­ge­ber ei­ne Ab­sa­ge er­teilt und klar­ge­stellt, dass es bei Mehr­lings­ge­bur­ten nicht dar­auf an­kommt, ob bei­de oder ob nur ein El­tern­teil El­tern­zeit in An­spruch nimmt, denn in bei­den Fällen soll es künf­tig nur den Mehr­lings­zu­schlag von 300 EUR zum El­tern­geld ge­ben (§ 2a Abs.4 BEEG).

Inkrafttreten

Nach­dem der Bun­des­tag das Ge­setz am 07.11.2014 an­ge­nom­men hat, soll es gemäß sei­nem Art.5 am 01.01.2015 in Kraft tre­ten.

Al­ler­dings tre­ten die Leis­tungs­ver­bes­se­run­gen und ar­beits­recht­li­chen Ände­run­gen, die mit der Re­form des BEEG ver­bun­den sind, erst für die­je­ni­gen Kin­der in Kraft, die ab dem 01.07.2015 ge­bo­ren wer­den.

Fazit

Die Einführung des El­tern­geld Plus zur Un­terstützung ei­ner möglichst frühzei­ti­gen Teil­zeit­beschäfti­gung ist ein Schritt, der in die rich­ti­ge Rich­tung geht.

Bei der Fra­ge, wie viel El­tern­geld es bei Zwil­lings­ge­bur­ten ge­ben soll, hätte sich der Ge­setz­ge­ber al­ler­dings großzügi­ger zei­gen können, da Zwil­lings­ge­bur­ten nicht so oft vor­kom­men und nach An­sicht des BSG nur dann ei­nen dop­pel­ten El­tern­geld­an­spruch auslösen, wenn bei­de El­tern El­tern­zeit in An­spruch neh­men.

Kri­tisch ist an­zu­mer­ken, dass die Re­ge­lun­gen in­fol­ge der jet­zi­gen Re­form lei­der ziem­lich kom­pli­ziert ge­wor­den sind, so dass sich man­che El­tern im Ge­wirr von „Ba­sis­el­tern­geld“, „El­tern­geld Plus“, „Part­ner­mo­na­ten“ und „Part­ner­schafts­bo­nus“ ver­hed­dern wer­den.

Fra­gen kann man sich auch, ob es nicht bes­ser ge­we­sen wäre, an­stel­le ei­nes Part­ner­schafts­bo­nus, der von ziem­lich vie­len und büro­kra­tisch ge­nau de­fi­nier­ten Vor­aus­set­zun­gen abhängig ist, die be­ste­hen­den zwei Part­ner­mo­na­te El­tern­zeit zeit­lich aus­zu­deh­nen, z.B. auf vier oder sechs Mo­na­te, bei gleich­zei­ti­ger Aus­deh­nung der El­tern­geld­be­zugs­zeit (die­se ist der­zeit auf die ers­ten 14 Le­bens­mo­na­te be­schränkt). Wenn der Hin­weis der Ge­set­zes­ver­fas­ser rich­tig ist, dass zu­neh­mend vie­le Väter von der Part­ner­el­tern­zeit Ge­brauch ma­chen, hätte es na­he­ge­le­gen, die­ses fi­nan­zi­el­le An­ge­bot aus­zu­wei­ten.

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Letzte Überarbeitung: 16. September 2016

Bewertung: Ver­bes­se­run­gen beim El­tern­geld 5.0 von 5 Sternen (1 Bewertung)

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