Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Min­dest­lohn für Leih­ar­beit - noch im­mer nicht um­ge­setzt

Ein Min­dest­lohn für die Leih­ar­beits­bran­che ist zwar ge­setz­lich vor­ge­se­hen (§ 3a Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz - AÜG), doch gibt es ei­ne sol­che ge­setz­li­che Lohn­un­ter­gren­ze im­mer noch nicht: Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) prüft Vor­schlä­ge für Leih­ar­beits­min­dest­lohn
19.09.2011. Ar­beit­neh­mer, die sich auf Zeit­ar­beit (Ar­beit­neh­mer­über­las­sung, Leih­ar­beit) ein­las­sen, wer­den als Leih­ar­bei­ter von ih­rem Ar­beit­ge­ber (der Zeit­ar­beits­fir­ma / dem Ver­lei­her) an ei­nen an­de­ren Ar­beit­ge­ber (den Ent­lei­her) zeit­wei­se zur Ar­beit im Ent­lei­her­be­trieb „aus­ge­lie­hen“. Da­mit das nicht ein all­zu gu­tes Ge­schäft für die be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­ber wird, d.h. für Zeit­ar­beits­fir­ma und Ent­lei­her, schreibt § 9 Nr.2 Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz (AÜG) zum Schutz der Leih­ar­beit­neh­mer vor, dass sie im All­ge­mei­nen die­sel­be Be­zah­lung in­klu­si­ve al­ler an­de­ren Ver­güns­ti­gun­gen er­hal­ten müs­sen wie ver­gleich­ba­re Stamm­kräf­te im Ent­lei­her­be­trieb.

Die­ser Grund­satz des „equal pay“ bzw. „equal tre­at­ment“ gilt nach dem AÜG aber mit ei­ner Aus­nah­me: Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de der Zeit­ar­beits­bran­che (bzw. ein­zel­ne Zeit­ar­beits­fir­men) kön­nen per Ta­rif­ver­trag ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen ver­ein­ba­ren, d.h. ein Leih­ar­beits-Ta­rif­ver­trag kann Löh­ne vor­se­hen, die nied­ri­ger sind als die Löh­ne, die die Stamm­ar­beit­neh­mer im Ent­lei­her­be­trieb er­hal­ten. Au­ßer­dem kön­nen Leih­ar­beits­fir­men die An­wen­dung sol­cher Leih­ar­beits-Ta­rif­ver­trä­ge durch ei­ne Be­zug­nah­me­klau­sel im Ar­beits­ver­trag vor­se­hen. Die Fol­ge die­ser Re­ge­lun­gen wa­ren Bil­lig-"Ta­rif­ver­trä­ge" für die Leih­ar­beits­bran­che der Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nalSer­vice-Agen­tu­ren (CG­ZP).

Da die in der Leih­ar­beits­bran­che ge­zahl­ten Löh­ne in­fol­ge der CG­ZP-Ta­rif­ver­trä­ge über­all viel zu ge­ring sind, gibt es seit En­de April 2011 die ge­setz­li­che Mög­lich­keit, ei­nen Min­dest­lohn für die Leih­ar­beit ein­zu­füh­ren (§3a AÜG). Ob­wohl in­zwi­schen mehr als vier Mo­na­te ver­gan­gen sind, gibt es ei­nen sol­chen Leih­ar­beits-Min­dest­lohn aber im­mer noch nicht.

Mindestlohn in der Leiharbeit - erforderlich dank der CGZP

Seit 2004 sieht das AÜG die Möglich­keit vor, durch Ta­rif­verträge vom Prin­zip des Equal Pay ab­zu­wei­chen, und seit­dem gibt es sol­che Ta­rif­verträge auch. Spe­zi­ell die CG­ZP war hier ak­tiv und hat vie­le Ta­rif­verträge mit sehr nied­ri­gen Löhnen ab­ge­schlos­sen. Da­mit setz­te sie den Deut­schen Ge­werk­schafts­bund (DGB) un­ter Zug­zwang, der seit 2004 eben­falls Leih­ar­beits-Ta­rif­verträge ab­schloss, al­ler­dings mit deut­lich bes­se­ren In­hal­ten. Die Löhne gemäß den Leih­ar­beits-Ta­rif­verträgen des DGB wur­den re­gelmäßig erhöht und lie­gen der­zeit bei min­des­tens 7,79 EUR brut­to pro St­un­de (West) bzw. bei 6,89 EUR brut­to pro St­un­de (Ost). Die nächs­te Lohn­stei­ge­rung folgt im No­vem­ber 2011.

Nach ei­nem Be­schluss des Bun­des­ar­beits­ge­rich­tes (BAG) 14.12.2010 (1 ABR 19/10) steht fest, dass die CG­ZP kei­ne Ta­rif­verträge für die Zeit­ar­beit ab­sch­ließen kann. Die­se BAG-Ent­schei­dung kann de­ren Ein­fluss der CG­ZP-„Ta­rif­verträge“ auf das Lohn­ni­veau in der Zeit­ar­beit aber nicht mehr rückgängig ma­chen. Da­her wur­de mit § 3a AÜG ei­ne Min­dest­lohn­re­ge­lung für die Leih­ar­beit ein­gefügt, die En­de April 2011 in Kraft trat.

Regierungskoalition schafft Voraussetzungen - Tarifpartner müssen Vorschlag unterbreiten

An­ders als En­de April 2011 in den Me­di­en be­haup­tet (sie­he et­wa FAZ.NET, Die Welt On­line und n-tv.de) hat­te die­se Ge­set­zesände­rung aber nicht un­mit­tel­bar zur Fol­ge, dass die Leih­ar­beits­ta­rif­verträge des DGB nun­mehr deutsch­land­weit als Lohn­un­ter­gren­ze für die ge­sam­te Leih­ar­beits­bran­che gel­ten. Viel­mehr gibt die neue Re­ge­lung den Ta­rif­part­ner nur die Möglich­keit, dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) ge­mein­sam vor­zu­schla­gen, dass ih­re ta­rif­ver­trag­li­chen (Min­dest-)St­un­denlöhne zur ge­setz­li­chen Lohn­un­ter­gren­ze er­ho­ben wer­den. Dann kann ein sol­cher Ta­rif­lohn vom BMAS per Rechts­ver­ord­nung ver­bind­lich fest­ge­setzt wer­den. Und erst dann gibt es ei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn für die Leih­ar­beit.

Auf An­fra­ge un­se­rer Kanz­lei teil­te das BMAS mit Schrei­ben vom 30.08.2011 mit, dass An­fang Ju­li 2011 ein Vor­schlag ein­ge­gan­gen sei und der­zeit ge­prüft wer­de.

Fa­zit: Es gibt nach wie vor kei­nen Min­dest­lohn in der Leih­ar­beits­bran­che. Zwar gel­ten die Ta­rif­verträge des DGB für vie­le Leih­ar­beit­neh­mer. Da­von ha­ben aber nach Deutsch­land ent­sand­te ausländi­sche Leih­ar­beit­neh­mer eben­so we­nig et­was wie die Ar­beit­neh­mer, die im­mer noch auf Ba­sis der CG­ZP-Schein­ta­rif­verträge be­zahlt wer­den. Je­den­falls für die­se Leih­ar­bei­ter wäre ein Min­dest­lohn in der Zeit­ar­beit ei­ne spürba­re Ver­bes­se­rung.

Nähe­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 19. Dezember 2013

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880