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EuGH: Al­ters­gren­ze 68 bei Pro­fes­so­ren rech­tens

Auch ein­jäh­ri­ge Zeit­ver­trä­ge mit Pro­fes­so­ren ab 65 Jah­ren ver­sto­ßen nicht ge­gen EU-Recht: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof (EuGH), Ur­teil vom 18.11.2010, C-250/09 und C-268/09 (Ge­or­giev)
Europafahne
12.04.2011. Seit Jah­ren herrscht Streit über recht­li­che Al­ters­gren­zen, die ein An­stel­lungs- oder Be­am­ten­ver­hält­nis mit Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters au­to­ma­tisch be­en­den. Denn da­durch ver­lie­ren Be­trof­fe­ne we­gen ih­res Al­ters ih­re Be­schäf­ti­gung, wäh­rend jün­ge­re wei­ter ar­bei­ten kön­nen. Die­se al­ters­be­ding­te Be­nach­tei­li­gung ist aber kei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters im Sin­ne der Richt­li­nie 2000/78/EG und des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG), wenn die "Zwangs­pen­sio­nie­rung" sach­lich be­grün­det und den Be­trof­fe­nen zu­mut­bar ist.

Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) er­klär­te im Ok­to­ber 2010 ta­rif­li­che Al­ters­gren­zen für rech­tens, da sich die Be­trof­fe­nen (theo­re­tisch) ei­ne neue Stel­le su­chen kön­nen (Ur­teil vom 12.10.2010, C-45/09 - Ro­sen­bladt). Das gilt aber nicht für hoch­spe­zia­li­sier­te Staats­be­diens­te­te in Kar­rie­re­po­si­tio­nen. Ob auch de­ren Zwangs­pen­sio­nie­rung zu­läs­sig ist, hat der EuGH nun­mehr ent­schie­den (Ur­teil vom 18.11.2010, C-250/09 und C-268/09 - Ge­or­giev).

In dem bul­ga­ri­schen Fall klag­te ein Pro­fes­sor, der ab sei­nem 65. Le­bens­jahr auf Grund­la­ge ei­nes Ge­set­zes nur noch mit Ein­jah­res­ver­trä­gen be­fris­tet be­schäf­tigt wur­de und mit 68 kei­nen neu­en Ver­trag er­hielt. Die Fra­ge des bul­ga­ri­schen Ge­rich­tes, ob das eu­ro­pa­recht­lich zu­läs­sig ist, be­jah­te der EuGH, weil da­durch die Be­rufs­chan­cen zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen ver­teilt wer­den. Die Re­ge­lung ist für den Pro­fes­sor auch zu­mut­bar, da er durch ei­nen Ren­ten­an­spruch ab­ge­si­chert ist, so das Ge­richt.

Fa­zit: Auch Dienst­ver­hält­nis­se von Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren kön­nen durch ei­ne all­ge­mei­ne ge­setz­li­che Al­ters­gren­ze be­en­det wer­den, wenn der Ge­setz­ge­ber dies mit dem Ziel ei­ner hoch­wer­ti­gen Leh­re und der ge­rech­ten Ver­tei­lung von Pro­fes­so­ren­stel­len auf die Ge­ne­ra­tio­nen recht­fer­tigt. Das Ur­teil ist auf an­de­re Kar­rie­re­po­si­tio­nen im Staats­dienst (Staats­an­wäl­te, etc.) über­trag­bar. Auch sol­che Dienst­ver­hält­nis­se kön­nen durch ei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung au­to­ma­tisch mit dem Ren­ten­al­ter en­den.

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Letzte Überarbeitung: 27. Februar 2015

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